Hallo Schnuffig, da bin ich froh, dass du dich nicht geärgert hast!
Ich werde versuchen es zu erklären, wie genau ich das meine.
Verantwortung gegenüber der Welt, uiuiui, das ist vielleicht eine Nummer zu groß.
Nein, ich meine eigentlich wirklich ganz banal Verantwortung in der ganz konkreten Situation mit einem jeweiligen Gegenüber. Da empfinde ich die Verantwortung, ein bestimmtes Wissen, oder Intuition, oder Einsicht, oder was auch immer, die ich in Bezug auf dieses Gegenüber oder die Situation habe, nicht zur Manipulation einzusetzen (um zum Beispiel ein gewünschtes Ergebnis oder eine gewünschte Verhaltensweise zu erzielen).
Ganz banal gesprochen und wirklich auf der "untersten" Ebene dieser Form von "Wissen" (es gibt noch viele weitere, die ich einfach nicht gut beschreiben kann): Wenn ich jemanden um einen Gefallen bitte, und derjenige sagt zwar ja, aber ich merke, dass er dafür gerade eigentlich keinen Nerv hat, aber aus irgendwelchen Gründen nicht ablehnen kann oder will, dann thematisiere ich das offen und ziehe z.B. meine Bitte zurück.
Ich könnte auch hingehen und das ausnutzen - aber ich persönlich kann da nicht hinter mein Wissen zurück, also so tun, als hätte ich nicht gemerkt, dass der andere das eigentlich nicht will. Natürlich kommt es auch vor, dass ich den anderen dann doch meine Bitte ausführen lasse und es nicht thematisiere, ich bin ja keine Heilige. Aber ich weiß um die Tatsache.
Oh je, das klingt irgendwie kompliziert und komisch. Ich kann es nicht besser beschreiben. Diese Art Wissen bewegt sich wirklich im Bereich der Intuition, vielleicht Menschenkenntnis, Psychologie ... keine Ahnung.
Ich werde noch einmal nachdenken, vielleicht kann ich es dann besser formulieren.

Ich wollte aber noch etwas zu der in den letzten Tagen oft bemühten "Norm" schreiben - ich persönlich finde, derjenige braucht die vermeintliche "Norm" am meisten, der ständig das Bedürfnis hat, sich von ihr abzugrenzen. Denn dieser Mensch würde ohne die Norm gar kein Selbstbild haben, da es nichts gäbe, wovon er sich abgrenzen könnte ...
Sicher gibt es Häufungen bei bestimmten Phänomenen (Vanilleeis), aber die "Norm" ist ein Konstrukt, das vor allem zur eigenen Aufwertung als außergewöhnlich herangezogen wird. Sowas finde ich ermüdend.
Mich interessieren Menschen, und ich habe noch keinen "normalen" gefunden, auch wenn ich viele kenne, die Vanilleeis mögen (aber die haben dann außerdem z.B. ein Piercing am kleinen Zeh oder einen Nobelpreis gewonnen oder häkeln Bezüge für Laternenpfähle).