Beiträge von Equinoxe

    Hallo Bloona,

    vielen Dank für die Gratulation. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

    Ich habe gestern einen Ruhigen gemacht und mir Zeit genommen, die letzten Jahre, speziell das Letzte, nochmal Revue passieren zu lassen. Wie sich alles entwickelt hatte.
    Vormittags bin ich zu der Tagesklinik gefahren, in der ich meine Entwöhnungstherapie hatte.
    Genau wieder wie im letzten Jahr mit dem Zug:
    Auf der Hinfahrt eine 12-er Gruppe Damen (denke Kegelklub), lauthals bechernd.
    Auf der Rückfahrt gleichgroße Gruppe Jugendlicher, gleiches Spiel.
    Ich brauche das absolut nicht mehr. Erzeugt in mir nur Ablehnung und nicht unbedingt bessere Laune. Ich gehe dem soweit es eben geht aus dem Weg.
    Stöpsel in die Ohren und aus dem Fenster schauen. Vom Geruch habe ich
    Gott sei Dank nichts mitbekommen.
    Ich brauch das nicht.
    Am Abend war Essen gehen mit der Familie angesagt. Sollte für mich schon ein kleiner "Gedenktag" werden.

    Ich schließe mich meinen Vorschreibern an, und rate Dir von solchen Spaziergängen in Krokodilsbecken ab. Speziell, wenn man noch nicht im Sattel sitzt. Du weißt selber, daß Du dort bestimmt noch nicht bist.
    So etwas kann schlagartig zu unbedachten Handlungen oder Sehnsüchten führen. Bei Manchen sogar erst eine zeitlang später.

    LG

    Martin

    „Aber ich war enttäuscht, dass ich nicht zum entscheidende Punkt (Sucht) gekommen bin“

    Doch, bist Du. DU hast es ausgesprochen.

    „dass ich gar keinen Alkohol mehr trinken möchte, weil ich bemerkt habe, dass der mehr Raum in meinem Leben eingenommen hat, als gut wäre.“

    Das wars schon. Es geht nicht darum sich hinzustellen und laut zu brüllen: Ich bin Alkoholikerin. Dafür hast du eine viel zu feine Art.
    Du hast da was rausgelassen, was dich belastet und dich noch kranker macht, körperlich und im Kopf.
    Du hast deinen Hilfeschrei gehört und bist losgelaufen.

    „Aber noch enttäuschter war ich darüber, dass auch nicht weiter gefragt wurde.“
    „Irgendwie läuft das nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe.“
    Das ist vollkommen normal. So etwas muß erst mal sacken. Das erzeugt naturgemäß erstmal Hilflosigkeit.
    Ich wäre da früher auch sprachlos gewesen. Du nicht?

    Steh auf und geh weiter.

    Dein kleiner Helfer ist keiner! Es ist ein linker Vogel. Er ist rot, hat Hörner und einen Dreizack. Geh ihm aus dem Weg. Er gewinnt immer!
    Du kannst nur für dich gewinnen, wenn du seinen Sieg akzeptierst. Daß dauert aber eine Zeit, das geht nicht von heut auf morgen.
    Du kannst nur verlieren, wenn du dich ihm weiter hingibst.

    Alle die dich hier sehen, wissen was du gerade fühlst. Diese Sehnsucht, dieses Verlangen.
    Diese Angst, diese Unsicherheit, was kommt da? Schaffe ich das? Diese Selbstzweifel, die Angst zu „versagen“.

    „das ist bei mir im Moment vergebene Mühe.“

    Schau nach dem Licht. Es gibt eins. Auch für Dich.

    GEB DICH NICHT AUF

    Ich bin an Deinem thread hängen geblieben, weil ich "läppische 5 Bier" las.
    Das hätte ich vor 2-3 Jahren exakt genauso hingeschrieben.
    Bei mir waren das 5 Halbe.

    Das war eine Menge, die mir mein Nervensystem in Fransen gelegt hat.
    Ich war nur ein paar Jahre weiter...

    Zitat von bloona

    aber eigentlich sehe ich nicht, was sich "bloß" durchs Nichts-Trinken, grundlegend ändern oder verbessern sollte.

    Bleibt dann die Frage, was ist, wenn Du das Nichts- weglässt.

    Es steht 1:1 (50:50)

    Ich wünsche mir, daß Du Dir einen Ruck gibst. Komm hinter der Mauer hervor. Hätten uns so auf einen Flash gefreut.

    Vor dem Wort Arbeit habe ich früher auch solche Angst gehabt. Äh, anstrengend,...hört sich oftmals schlimmer an, als es ist.

    Frau, Du hast gerade ein kostbares kleines Pflänzchen in den Händen.
    Gib ihr eine Chance. Du bist schon so weit. Du hast solch einen Verstand.
    Werf Dich nicht weg.

    WART AUF DICH

    So,

    jetzt habe ich wieder mehr Zeit.

    "Natürlich konnte ich "die Tür" nüchtern nicht mehr zudrücken"
    Ich hatte schon Befürchtungen, daß Du von den Wolken nass wirst.

    "Nö, war nicht schlimm - ich hatte mich ja langsam ran getastet. " > Sehr gut. Du hast gemerkt, das tut nicht weh. Es hat Dich keiner abgelehnt und wird es auch nicht tun. Bei den Meisten wird sich sogar eine gewisse Anerkennung und Toleranz einstellen, daß Du letztendlich vielleicht schon weiter bist als mancher andere von Ihnen. Und das Du mit Verstand handelst, um nicht aufzuschlagen.

    "Tja, ja das Problem habe ich ja zum Glück nicht,"
    Ich habe den Tonfall nicht gehört, ich könnte daraus auch was anderes deuten. Mußt Du aber wissen. Ob Du weißt, was die alles konsumieren? Haben Sie von deinem "läppischen 5 Bierchen" gewusst? Ich denke wohl eher nicht.
    Aber wie ich schon sagte, "die Anderen" reagieren zT mit einer riesen Unsicherheit, weil Ihnen oft ihr eigenes Trinkverhalten unterschwelig auch oft nicht geheuer ist.
    Es geht aber letztendlich nicht um die Anderen sondern nur um Dich! 
    Du bist Dir wichtig und zeigst es. Und nur weil das so ist, kannst Du jetzt und hier und heute hier lesen.

    Computertechnisch: Du weißt und hast erkannt und eingesehen, daß ein Fehler im Gesamtsystem vorliegt. Du hättest am liebsten, daß ein seichter Warmstart den Fehler behebt und alles wieder läuft und Du weitermachen kannst. Nur mit dem Warmstart kommst Du nicht ans eingemachte Grundsystem (BIOS). Dazu benötigt es eines Kaltstartes (Booten, von engl. to boot = sinngemäß: Sich selber an den Haaren aus dem Sumpf ziehen). Da wird dann alles zurückgesetzt und ganz von vorne begonnen.

    "entdecke ich dann plötzlich, statt der erwarteten Aussichtslosigkeit, meinen Humor wieder" > Dafür waren die smilies.
    Was positives von Dir. Endlich

    Wie geht es Dir jetzt?

    GLAUB AN DICH

    Hallo Miasia,

    beschreib hier im öffentlichen Bereich nochmals, warum Du hier bist. Nur soweit wie Du es vertreten kannst. Hier kann jeder lesen.

    Deine Vorstellung können nur die lesen, die einen erweiterten Zugang haben. Ohne einen im Vorstellungsbereich schon von Dir geschilderten Hintergrund, wissen sie sonst nicht, um was es geht und was Du gerne möchtest.

    LG Martin

    Hallo Maik,

    Zitat

    Kann dieses ganze ja irgendwann ist alles super noch nicht ganz glauben obwohl ich ganz dolle hoffe dass uns irgendwann nichts mehr ausmacht und wir ein glückliches und vor allem lockeres alkoholfreies Leben führen werden.


    Es gibt tatsächlich soetwas. Ich bin jetzt knapp 1 Jahr trocken und fange an diese Freiheit zu riechen, zu fühlen, zu leben. Ich freue mich jeden Tag aufs neue, zB Tee trinken zu dürfen. Ja.... zu dürfen, bewußt zu genießen.
    Ganz viele verschiedene, nicht eine Brauerei-Stammmarke, wie jeder anständige noch funktionierende Alki auch.
    Hätte mir das vor 2 Jahren einer prophezeit, ich hätte mir nur an die Stirn getippt...

    Sch..., hab früher immer gedacht, daß ist nur was für Esoteriker, Weltphantasten, Latschenträger... Ich darf nun auch.

    Ich habe das am Anfang auch nicht verstanden, was die alten Hasen dort schrieben. Wie kann man froh sein keinen Rausch mehr haben zu müssen?
    Keinen Alk mehr konsumieren zu dürfen. Das gibt´s doch gar nicht.
    Diese, ja schon fast Euphorie frei zu sein. Frei von dem Zwang, sich abschütten zu müssen, dieser Macht Sucht hilflos ausgeliefert zu sein.
    Sich nicht krank und/oder kaputt zu saufen.
    Eben nicht mehr trinken zu müssen.
    Auch zu keinen Partys mit abgesoffenen, oftmals inhaltslosen, nüchtern betrachtet oberflächlichen Gesprächen mehr zu müssen.

    Es gibt aber leider kein Patentrezept diese z u f r i e d e n e Trockenheit zu erreichen und auch zu bewahren. Das ist dann die Arbeit, von der hier immer geschrieben wird. Beim Einen mehr, beim Anderen vielleicht weniger.
    Vor allem trocken bleiben, in Demut und bewußter Anerkennung, daß man krank ist, sein Leben umgestalten (muß), alte Laster entsorgen, ... mitunter harte Arbeit, die einem zumindest erstmal nicht immer schmeckt. Irgendwann stellte sich dann bei mir ein neues Bewußtsein ein, es dreht sich sozusagen um. Die weltlichen Probleme verschwinden allerdings deswegen nicht (automatisch).

    Es ist wie ein neues Leben. Die Geburtstage werden von 0 an neu gezählt. Die Zeit im Tran ist verloren.

    Ich wünsche auch Dir einen guten Weg

    LG

    Martin

    Hallo bloona,

    wieviel Kraft hast Du diese Tür im Zaum zu halten?
    Siehst Du eine "nüchterne" Chanche sie nach Deinem Willen endgültig abzuschließen oder sie zu öffnen und die dunklen Wolken abregnen zu lassen, damit sie sich auflösen können?
    Im Rausch werden sie nicht vergehen, nur Du

    DENK AN DICH

    Hallo bloona,

    Zitat von bloona

    erst 13 Tage ohne Alkohol

    Es gibt keinen einzigen Grund auf diesem Planeten Dich klein zu machen. Alle hier haben mal klein angefangen oder machen gerade ihre ersten Gehversuche. Von mir meinen Glückwunsch. Freut mich wirklich.

    Du bist noch im Bereich, wo tageweise, ja sogar stundenweites Weiterdenken und Weitergehen durchaus legitim und auch richtig sind.
    Hauptsache das Zeug bleibt weg.
    Du hast schon wirklich klasse Gedanken hier niedergeschrieben. Ich erinnere Dich nur "an was in den letzten Bier-Jahren echt ätzend war und wo ich froh wäre das nicht wieder haben zu müssen:...". Halte Dir diese hilflose "Schmuddelzeit" immer wieder vor Augen. Sie ist keine Alternative zu dem was Du innerlich wirklich möchtest und brauchst.

    Mach Dir Gedanken, was von Deinen Beziehungen eigentlich wirklich übrigbleibt, wenn man den Alk subtrahiert. Bei mir bleib da zu der Zeit nicht wirklich viel übrig. Mach Dir Gedanken, ob ein alkoholfreis Zusammentreffen in irgendeiner Form machbar wäre.
    Es ist richtg, es wird wegen Deiner Gefühle keiner mit seinem Saufen aufhören.

    Outing: Stell Dir vor, Deine Bekannte(n) kämen zu Dir und erzählen Dir, daß Sie nicht mehr trinken können, wollen oder dürfen. Wie würdest Du reagieren? Versuche es selbst zu fühlen. Hab keine Angst vor dem "Was ist, wenn ich dann doch wieder umkippe?" Ich hoffe, Du findest die Kraft Dir einen gehörigen Ruck zu geben und Dich aufzurichten.

    Du mußt Dir darüber klar werden, daß Du an einem Punkt bist, an dem dann sehr vieles nicht mehr so sein wird wie früher.

    Nur eben Vieles besser!

    Entscheiden muß Du für Dich, was Dir lieber und für Dich besser ist.

    Fahr bitte nicht erst gegen die Wand, das wird dann nur noch schlimmer.

    Drück Dir die Daumen und wünsche Dir noch ganz viele Laberflashs und daß Du noch viele Opfer findest. Bleib dran!

    Martin :)

    Hallo bloona,

    Wenn ich richtig gezählt habe sind 12 Tage rum. Das ist doch was.
    Auch wenn es eine schwere Zeit ist. Ist doch klasse. Bei deinem vorangegangenem Konsum...Bleib dran! Du bist soweit auf dem richtigen Weg.
    Wie Martin schon sagte, ist das Zuhause soweit erst mal der sicherste Ort.

    Welche „normalen“ Gefühle kommen denn wieder zum Vorschein?

    Du wirst sowieso um ein outing nicht herumkommen. Dies ist der einzigste Weg der machbar ist.
    So etwas ist auch gleichzeitig eine Art Befreiungsschlag. Du mußt über Dich hinauswachsen und zu Dir stehen, und zwar nur zu Dir.

    Hast Du Angst, dein Gesicht dabei zu verlieren, wenn Du klar sagst, daß du keinen Alkohol mehr trinken kannst und willst?
    Ich habe klar gesagt, daß ich meine Lebensration (die von ein paar Anderen habe ich gleich mitgetrunken) auf habe und so nicht weitermachen kann. Daß ich keinen Alkohol mehr trinken will.
    Wie garcia am Anfang schon schrieb, wenn es sich um echte Freunde handelt, wird man das akzeptieren und auch sogar gutheißen. „Gut konsumierende“ werden aus Scham vielleicht zuerst etwas unverständlich und irritiert reagieren.
    Man mußt sich auch klar werden, ob es sich um Beziehungen handelt, bei denen der Alkohol pauschal eine Rolle spielte.

    Ein Eiertanz wird nicht funktionieren.

    Ich kann jedem sowieso nur empfehlen, pauschal von Veranstaltungen fern zu bleiben bei denen Alkohol konsumiert wird. Das Risiko ist unabschätzbar.

    LG

    Martin

    .

    Hi bloona,

    Zitat von bloona

    als würde ich mich gerade in so einer Art Zwischenleben befinden

    ist "voll normal". Das geht aber mit der Zeit weg.
    Ich kann es gut nachvollziehen, wie es Dir als "aufgescheuchtes Huhn" dabei ergeht. Man ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Daran merkt man, in wie weit der Alk einen schon im Griff hat.

    Ich habe, da ich mir durch gut 30 Jahre Alkoholkonsum neurologische Schäden daraus folgende psychosomatische Folgesymptome zugezogen hatte, in den ersten Wochen vom Arzt auch Antidepressiva und für Notfälle Beruhigungsmittel verschrieben bekommen. Das hat mir sehr geholfen. Für den begrenzten Übergang unter ärztlicher Kontrolle alles allemal besser als der Griff zur Flasche.
    Heute nach knapp einem Jahr kann ich wieder relativ normal leben und und fange so langsam an, die "alten Hasen" hier erst richtig zu verstehen. Ich will keinen Alkohol mehr. Er macht krank.

    Ich wünsche mir, daß Du diese Wechselbäder unbeschadest überstehst, es schaffst Deinen Kopf ruhig zu halten und hier weiter in Deiner offenen und netten Art weiterschreibst.

    Nimm Dir die Hinweise hier, auch von den Moderatoren, die Säulen, wirklich zu Herzen, auch wenn Du so manches noch nicht richtig verinnerlichen kannst.
    Viele der gut gemeinten Ratschläge erzeugen erstmal ein "HM", begreiflich werden sie zum Teil erst viel später.

    LG

    Martin