Leben ohne Rausch

  • Moin bloona!
    Willkommen hier! Es ist gut, dass Du hier her gefunden hast.
    Die Gefühlsschwankungen sind zwar ätzend, aber normal. Die vergehen auch wieder.
    Du hast einen Termin bei der Suchthilfe, willst eine Therapie machen. Du bist Dir wichtig und nimmst Deine Alkoholkrankheit ernst!
    Super! So geht´s weiter, Stück für Stück!
    Liebe Grüße
    drybabe

    never give up

  • Hallo bloona,

    Zitat von bloona

    Ist also dann jetzt nicht die ganz große Leistung gerade nichts zu trinken.

    Gerade jetzt ist es das.

    Nimm diese Hilfe ruhig vorübergehend in Anspruch. Es geht nicht um Leistung, es geht um Dein Leben! Und das es lohnenswert wird.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß die innere Unruhe beim Warten auf "Erste Hilfe" sehr stark sein kann. Ich habe, mit Sicherheit wie viele Andere auch, genau das gleiche durchgemacht. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor.

    Sei weiterhin wachsam und gehe diesen Weg. Er ist gut. Er lohnt sich. Versprochen.

    LG

    Martin

  • Hi,

    ich danke euch - für's Mutmachen und für's Halt geben.


    Zitat von Equinoxe

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß die innere Unruhe beim Warten auf "Erste Hilfe" sehr stark sein kann. Ich habe, mit Sicherheit wie viele Andere auch, genau das gleiche durchgemacht. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor.


    Ja damit hast du mir aus der Seele geschrieben. Dieses Warten ist momentan echt schwierig - ist als würde ich mich gerade in so einer Art Zwischenleben befinden.
    Ich habe noch mit niemandem, außer letzten Freitag mit der Ärztin von der Suchtambulanz, darüber gesprochen. Mir fallen im Moment auch nur 2-3 Personen ein mit denen ich darüber sprechen könnte. Aber das muss sich schon auch irgendwie ergeben und das hat es bislang halt noch nicht.
    Aber ich sage mir "das wird schon noch, nur Geduld und am Ende ist alles gar nicht so schlimm."

    Jetzt muss ich schon ein wenig über mich selber schmuzeln - was stell ich mich gerade an - dabei kommt das schwierigste ja erst noch:
    Das Trockenbleiben, wenn der Alltag erst wieder eingekehrt ist (und ich hoffe der kehrt noch mal ein :roll: ).
    Und dann denke ich an meine Tante die ihr Leben zwischen Alkohol und Antidepressiva verbracht hat (aber immerhin noch lebt und bald 80 wird).

  • Hi bloona,

    Zitat von bloona

    als würde ich mich gerade in so einer Art Zwischenleben befinden

    ist "voll normal". Das geht aber mit der Zeit weg.
    Ich kann es gut nachvollziehen, wie es Dir als "aufgescheuchtes Huhn" dabei ergeht. Man ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Daran merkt man, in wie weit der Alk einen schon im Griff hat.

    Ich habe, da ich mir durch gut 30 Jahre Alkoholkonsum neurologische Schäden daraus folgende psychosomatische Folgesymptome zugezogen hatte, in den ersten Wochen vom Arzt auch Antidepressiva und für Notfälle Beruhigungsmittel verschrieben bekommen. Das hat mir sehr geholfen. Für den begrenzten Übergang unter ärztlicher Kontrolle alles allemal besser als der Griff zur Flasche.
    Heute nach knapp einem Jahr kann ich wieder relativ normal leben und und fange so langsam an, die "alten Hasen" hier erst richtig zu verstehen. Ich will keinen Alkohol mehr. Er macht krank.

    Ich wünsche mir, daß Du diese Wechselbäder unbeschadest überstehst, es schaffst Deinen Kopf ruhig zu halten und hier weiter in Deiner offenen und netten Art weiterschreibst.

    Nimm Dir die Hinweise hier, auch von den Moderatoren, die Säulen, wirklich zu Herzen, auch wenn Du so manches noch nicht richtig verinnerlichen kannst.
    Viele der gut gemeinten Ratschläge erzeugen erstmal ein "HM", begreiflich werden sie zum Teil erst viel später.

    LG

    Martin

  • Danke dir Martin, es tut gut sich ein wenig verstanden zu fühlen.


    Inzwischen ist bei mir ein wenig Ruhe eingekehrt und die ersten "normalen" Gefühle kommen wieder zum Vorschein. Und was fühlt man so am WE?
    Na klar: Die altbekannte blöde Einsamkeit. Aber mich zu verabreden traue ich mich derzeit noch nicht. Also hatte ich gerade beim Gassigehen einen sog. "Laberflash" und eine unbescholtene Hundehalterin mit einem Ausschnitt meines profunden Wissens über Hundeerziehung beeindruckt - oder wohl auch eher nicht. Aber was soll's - immerhin konnte ich mich ihr mal unverkatert präsentieren. Sonst habe ich sie nur früh morgens getroffen und da bin ich immer nur gesenkten Hauptes einen kurzen Gruß murmelnd weiter gezogen.
    Ich fürchte es wird demnächst noch weitere Opfer meiner neuen ganztägigen Nüchternheit geben. :wink:

  • Hallo bloona,

    Zitat

    Die altbekannte blöde Einsamkeit. Aber mich zu verabreden traue ich mich derzeit noch nicht.

    zu Hause bist du am Anfang auch am sichersten.

    Was spricht aber dagegen wenn du Bekannte, die nicht trinken und auch dir nix mitbringen, zu dir einlädst ?

    Ist nur so eine Idee.

    LG Martin

  • Zitat von Martin

    Was spricht aber dagegen wenn du Bekannte, die nicht trinken und auch dir nix mitbringen, zu dir einlädst ?

    Ist nur so eine Idee.

    LG Martin

    Hi Martin,

    Die Idee ist im Prinzip gut. Nur muss ich dann erklären warum kein Bier da ist und warum man auch keinen Alkohol mitbringen sollte.
    Da stünde dann also mein Outing an. Sind ja meine Freunde, also eigentlich auch kein Problem. War mir im Moment aber einfach noch zu aufregend.

    Aber nächstes WE muss ich mir ohnhin was einfallen lassen, da feiern direkt 2 meiner langjährigen Freundinnen Geburtstag - d.h. ich bin sowohl Freitag, als auch Samstag zu Partys eingeladen. Ich denke ich werde zu beiden Partys gehen, aber nur kurz bleiben. Mal schauen, ob ich ehrlich sage warum ich nicht so lange bleiben kann oder ob ich mir eine Ausrede einfallen lasse. Wäre ja irgendwie schon "cooler", so zu tun als hätte man einfach so keine Lust mehr auf Alkohol und könnte dabei verschweigen, dass man in Wirklichkeit nicht mehr ohne kann und dass man es ohne Hilfe nicht schafft.

    Hm... besteht allerdings vielleicht die Gefahr, dass ich mir irgendwann auch selbst was vormache... schwierig. Mal sehen.

  • Hallo bloona,

    Zitat

    Wäre ja irgendwie schon "cooler", so zu tun als hätte man einfach so keine Lust mehr auf Alkohol und könnte dabei verschweigen, dass man in Wirklichkeit nicht mehr ohne kann und dass man es ohne Hilfe nicht schafft.

    ich hab jahrelang so getan als ob ich ihn nicht brauche, dabei konnte ich nicht ohne.

    Als ich ihn dann nicht mehr brauchte, das fand ich cool.

    Wenn du schon unbedingt dort hin und dich nicht vor allen outen willst

    würde ich mittags bei einer Tasse Kaffee gratulieren und abends zu Hause bleiben.

    LG Martin

  • Hallo bloona,

    Wenn ich richtig gezählt habe sind 12 Tage rum. Das ist doch was.
    Auch wenn es eine schwere Zeit ist. Ist doch klasse. Bei deinem vorangegangenem Konsum...Bleib dran! Du bist soweit auf dem richtigen Weg.
    Wie Martin schon sagte, ist das Zuhause soweit erst mal der sicherste Ort.

    Welche „normalen“ Gefühle kommen denn wieder zum Vorschein?

    Du wirst sowieso um ein outing nicht herumkommen. Dies ist der einzigste Weg der machbar ist.
    So etwas ist auch gleichzeitig eine Art Befreiungsschlag. Du mußt über Dich hinauswachsen und zu Dir stehen, und zwar nur zu Dir.

    Hast Du Angst, dein Gesicht dabei zu verlieren, wenn Du klar sagst, daß du keinen Alkohol mehr trinken kannst und willst?
    Ich habe klar gesagt, daß ich meine Lebensration (die von ein paar Anderen habe ich gleich mitgetrunken) auf habe und so nicht weitermachen kann. Daß ich keinen Alkohol mehr trinken will.
    Wie garcia am Anfang schon schrieb, wenn es sich um echte Freunde handelt, wird man das akzeptieren und auch sogar gutheißen. „Gut konsumierende“ werden aus Scham vielleicht zuerst etwas unverständlich und irritiert reagieren.
    Man mußt sich auch klar werden, ob es sich um Beziehungen handelt, bei denen der Alkohol pauschal eine Rolle spielte.

    Ein Eiertanz wird nicht funktionieren.

    Ich kann jedem sowieso nur empfehlen, pauschal von Veranstaltungen fern zu bleiben bei denen Alkohol konsumiert wird. Das Risiko ist unabschätzbar.

    LG

    Martin

    .

  • Hallo ihr Lieben,

    da ich erst 13 Tage ohne Alkohol verbracht habe, zuvor noch nie versucht hatte ohne zu sein und somit auch noch nie rückfällig hätte werden können, lese ich eure Warnungen und nehme sie auch sehr ernst.
    Ich weiß, dass mein Verhalten in den letzten Jahren eine unerfreuliche Einbahnstraße war und mich immer weiter bergab geführt hätte. Und ich fand die letzten knapp 2 Wochen äußerst bescheiden - ich möchte das nicht aus (unter dann vermutlich deutlich üblerer Ausgangslage) wiederholen müssen.

    Auch weiß ich, dass man nicht alles erst selbst ausprobieren muss und sich manchmal auf den Rat von erfahreneren Menschen, die es offensichtlich gut mit einem meinen, verlassen sollte. Aber mir fehlt gerade ein wenig die Phantasie wie meine zukünftiges gesellschaftliches Leben aussehen kann.

    Ich kenne keinen einzigen Menschen in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis der zu einem Geburtstag o.ä. einlädt und wo dann nicht in rauen Mengen Alkohol fließen würde, geschweigen denn gar keiner.

    Bereits in der Schulzeit haben wir zusammen "gefeiert", dann mit Beginn der Studienzeit wurde es erst richtig extrem und verdrogt und dennoch haben fast alle irgendwie ihre Karriere gemacht und/oder eine Familie gegründet. Harte Drogen nimmt heute keiner mehr und auch Cannabis wird nur noch vereinzelt konsumiert. Aber am üblichen Trinkverhalten hat sich nur wenig geändert. Mir sind meine Freunde lieb und teuer. Und von meiner persönlichen Scham mal abgesehen, werden sie Verständnis für meine neue Abstinenz haben. Aber sie werden deswegen nicht plötzlich auch abstinent, sondern bei ihnen wird der Alkohol weiter fließen.

    Wenn ich nun also eurem Rat folge, dann dürfte ich Partys meiner Freunde überhaupt nicht mehr besuchen. Das muss ich jetzt erst mal irgendwie verdauen...


    Zitat von Equinoxe

    Welche „normalen“ Gefühle kommen denn wieder zum Vorschein?


    Naja, zum einen wieder ganz reale Zukunftsängste, die ich in den letzten Jahren nicht mehr wahr genommen habe, aber zum anderen auch ein klitzekleiner Anflug von diffuser Hoffnung.

  • Hallo bloona,

    wie du langfristig mit deinene Freunden und derern Parties umgehst, dass wird sich finden.
    Jetzt geht es erst mal nur um die nächsten Schritte und um die Stabilisierung deiner Abstinenz auf dem Weg in ein trockenees Leben!

    Schön zu lesen, dass du mit der HUndefrau einen netten Plausch hattest!
    Das ist doc hschon eine positive Veränderung in deinem Leben! Und da werden noch viele weitete folgen.

    Tja, und die Einsamkjeit am Wochenende, die kann sich nüchtern anders anfühlen als benebelt - aber du FÜHLST!
    Du merkst, wie es sich anfühlt, sich selber auszuhalten, nüchtern eben. Wenn du das nicht einfach findest - willkommen im Club! :wink:
    Du darfst gespannt sein, wieviel Spannendes sich da noch ereignet!

    LG viola

    Wertschätzen - nicht werten.

  • Hallo bloona,

    Zitat von bloona

    erst 13 Tage ohne Alkohol

    Es gibt keinen einzigen Grund auf diesem Planeten Dich klein zu machen. Alle hier haben mal klein angefangen oder machen gerade ihre ersten Gehversuche. Von mir meinen Glückwunsch. Freut mich wirklich.

    Du bist noch im Bereich, wo tageweise, ja sogar stundenweites Weiterdenken und Weitergehen durchaus legitim und auch richtig sind.
    Hauptsache das Zeug bleibt weg.
    Du hast schon wirklich klasse Gedanken hier niedergeschrieben. Ich erinnere Dich nur "an was in den letzten Bier-Jahren echt ätzend war und wo ich froh wäre das nicht wieder haben zu müssen:...". Halte Dir diese hilflose "Schmuddelzeit" immer wieder vor Augen. Sie ist keine Alternative zu dem was Du innerlich wirklich möchtest und brauchst.

    Mach Dir Gedanken, was von Deinen Beziehungen eigentlich wirklich übrigbleibt, wenn man den Alk subtrahiert. Bei mir bleib da zu der Zeit nicht wirklich viel übrig. Mach Dir Gedanken, ob ein alkoholfreis Zusammentreffen in irgendeiner Form machbar wäre.
    Es ist richtg, es wird wegen Deiner Gefühle keiner mit seinem Saufen aufhören.

    Outing: Stell Dir vor, Deine Bekannte(n) kämen zu Dir und erzählen Dir, daß Sie nicht mehr trinken können, wollen oder dürfen. Wie würdest Du reagieren? Versuche es selbst zu fühlen. Hab keine Angst vor dem "Was ist, wenn ich dann doch wieder umkippe?" Ich hoffe, Du findest die Kraft Dir einen gehörigen Ruck zu geben und Dich aufzurichten.

    Du mußt Dir darüber klar werden, daß Du an einem Punkt bist, an dem dann sehr vieles nicht mehr so sein wird wie früher.

    Nur eben Vieles besser!

    Entscheiden muß Du für Dich, was Dir lieber und für Dich besser ist.

    Fahr bitte nicht erst gegen die Wand, das wird dann nur noch schlimmer.

    Drück Dir die Daumen und wünsche Dir noch ganz viele Laberflashs und daß Du noch viele Opfer findest. Bleib dran!

    Martin :)

  • Hallo Bloona,

    ja es ist schwer wenn man sich das vorstellt. Nicht mehr auf Partys, keine lustigen, entspannten Gespräche mehr. Kommt mir zur Zeit auch so vor als ob ich an der Welt vorbei lebe, in einem anderen Takt laufe. Seltsam das ganze. Kann dieses ganze ja irgendwann ist alles super noch nicht ganz glauben obwohl ich ganz dolle hoffe dass uns irgendwann nichts mehr ausmacht und wir ein glückliches und vor allem lockeres alkoholfreies Leben führen werden. Aber bis dahin haben wir denke ich noch einiges zu tun und zu verdauen.

    Wünsche Dir Kraft, bleib stark!!!

    lg Maik

  • Hallo bloona,

    wieviel Kraft hast Du diese Tür im Zaum zu halten?
    Siehst Du eine "nüchterne" Chanche sie nach Deinem Willen endgültig abzuschließen oder sie zu öffnen und die dunklen Wolken abregnen zu lassen, damit sie sich auflösen können?
    Im Rausch werden sie nicht vergehen, nur Du

    DENK AN DICH

  • Hallo Maik,

    Zitat

    Kann dieses ganze ja irgendwann ist alles super noch nicht ganz glauben obwohl ich ganz dolle hoffe dass uns irgendwann nichts mehr ausmacht und wir ein glückliches und vor allem lockeres alkoholfreies Leben führen werden.


    Es gibt tatsächlich soetwas. Ich bin jetzt knapp 1 Jahr trocken und fange an diese Freiheit zu riechen, zu fühlen, zu leben. Ich freue mich jeden Tag aufs neue, zB Tee trinken zu dürfen. Ja.... zu dürfen, bewußt zu genießen.
    Ganz viele verschiedene, nicht eine Brauerei-Stammmarke, wie jeder anständige noch funktionierende Alki auch.
    Hätte mir das vor 2 Jahren einer prophezeit, ich hätte mir nur an die Stirn getippt...

    Sch..., hab früher immer gedacht, daß ist nur was für Esoteriker, Weltphantasten, Latschenträger... Ich darf nun auch.

    Ich habe das am Anfang auch nicht verstanden, was die alten Hasen dort schrieben. Wie kann man froh sein keinen Rausch mehr haben zu müssen?
    Keinen Alk mehr konsumieren zu dürfen. Das gibt´s doch gar nicht.
    Diese, ja schon fast Euphorie frei zu sein. Frei von dem Zwang, sich abschütten zu müssen, dieser Macht Sucht hilflos ausgeliefert zu sein.
    Sich nicht krank und/oder kaputt zu saufen.
    Eben nicht mehr trinken zu müssen.
    Auch zu keinen Partys mit abgesoffenen, oftmals inhaltslosen, nüchtern betrachtet oberflächlichen Gesprächen mehr zu müssen.

    Es gibt aber leider kein Patentrezept diese z u f r i e d e n e Trockenheit zu erreichen und auch zu bewahren. Das ist dann die Arbeit, von der hier immer geschrieben wird. Beim Einen mehr, beim Anderen vielleicht weniger.
    Vor allem trocken bleiben, in Demut und bewußter Anerkennung, daß man krank ist, sein Leben umgestalten (muß), alte Laster entsorgen, ... mitunter harte Arbeit, die einem zumindest erstmal nicht immer schmeckt. Irgendwann stellte sich dann bei mir ein neues Bewußtsein ein, es dreht sich sozusagen um. Die weltlichen Probleme verschwinden allerdings deswegen nicht (automatisch).

    Es ist wie ein neues Leben. Die Geburtstage werden von 0 an neu gezählt. Die Zeit im Tran ist verloren.

    Ich wünsche auch Dir einen guten Weg

    LG

    Martin

  • Zitat von Equinoxe

    Hallo bloona,

    wieviel Kraft hast Du diese Tür im Zaum zu halten?
    Siehst Du eine "nüchterne" Chanche sie nach Deinem Willen endgültig abzuschließen oder sie zu öffnen und die dunklen Wolken abregnen zu lassen, damit sie sich auflösen können?

    Natürlich konnte ich "die Tür" nüchtern nicht mehr zudrücken.
    Also fühle ich mich jetzt wieder wie ganz am Anfang als ich anfing mich mit Drogen zu betäuben. Nackig, schutzlos, gelähmt vor Angst, verzweifelt - naja usw.... So, als müsste ich jetzt genau da weiter machen, wo ich vor rund 20 Jahren schon mal war. Nur dass, ich dieses Mal einen anderen Weg finden muss. Tja, da habe ich wohl einiges an Entwicklung aufzuholen - so als gefühlte 17-jährige im Körper einer 41-jährigen... Auf diese doch etwas deprimierende Erkenntnis gehört jetzt eigentlich eine zünftige Dröhnung. Aber am Boden des ganzen selbstmitleidigen Schlamassels, entdecke ich dann plötzlich, statt der erwarteten Aussichtslosigkeit, meinen Humor wieder und beschließe mich heute erst mal nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Morgen ist auch noch ein Tag...

    Also dann, ich danke euch noch mal allen für eure Unterstützung - ich lese eure Posts mehrfach und sauge sie in mich auf und klammere mich daran.

    LG, Bloona

  • liebe bloona,
    am anfang ist es halt wirklich schwer nichts mehr zu trinken. schliesslich hat man es ja lange genug gemacht.
    bei mir war es wie bei dir abends am schlimmsten. auch ich hatte nur abends getrunken oder am wochende.
    ich fand es schoen, schoen langsam meinen wein zu trinken. zu entspannen, zu vergessen.
    jetzt trinke ich jeden abend meinen tomatensaft mit jeder menge tabasko. das kann ich auch schoen langsam trinken und es wurde von tag zu tag besser.
    mir hat dieser weg geholfen, die schwierige zeit anfangs zu ueberbruecken.
    ich wuensch dir viel kraft, halte durch es wird echt jeden tag besser, auch wenn du es zunaechst nicht warhaben willst.
    Jeder alkoholfreie tag ist ein gewonnener tag fur dich.
    lg. kolibri

  • Hallo bloona,

    Zitat

    Wäre ja irgendwie schon "cooler", so zu tun als hätte man einfach so keine Lust mehr auf Alkohol und könnte dabei verschweigen, dass man in Wirklichkeit nicht mehr ohne kann und dass man es ohne Hilfe nicht schafft.

    das führt mit Sicherheit nicht in die dauerhafte Abstinenz, sondern in mehr oder weniger kurze Trinkpausen und (noch) mehr Heimlichkeiten.
    Das wirst du aber irgendwann selbst feststellen, daß es besser und zielführender ( -> Ziel = Abstinenz ) ist, "die Hosen runterzulassen" - wenn Du wirklich nicht mehr trinken willst und einräumst alkoholsüchtig zu sein.

    LG Jürgen

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