Beiträge von c2h5oh

    Zitat von sternenhimmel12

    Hallo c2h5oh,

    Ich denke dass du bei mir gelesen hast.
    (...)
    Ich hab mich sehr wohl daran erinnert,wie oft ich im Winter die Konzerthalle vollgekotzt habe,im Sommer war es die Wiese.Auch erinnere ich mich an meine regelmäßigen Magenmedikamente um weiter trinken zu können.

    Wenn du das damit meinst!?

    Hallo Sternenhimmel,

    richtig, ich bezog mich da auf deinen Beitrag. Interessante Schlüsselsätze dort sind für mich, dass du mit dieser Band sozusagen aufgewachsen bist (seit der Pubertät nehme ich an, also starke, manipulative Sekundäreltern). Dann hast du die Platten/CDs in den Keller verbannt und willst sie später auf dem Flohmarkt verkaufen. Damit wiederholst du (stark verkürzt) den Ablösungsprozess von den Eltern (vom Schnuller...). Wäre ich ein Fan(atiker), würde ich fragen, was die Band mir genau vermitteln, was sie mir "geben" wollte (genommen hat sie das Geld natürlich). Welche scheinbare Gegenwelt zur "Welt der Eltern" wollte sie mir verkaufen [sic!]? Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, "Jugendkult" sei ein ganz neues Phänomen. Das ist es beileib nicht. Gleichwohl sind die Methoden des Marktes raffinierter als je zuvor. Selbst "Songs gegen den Markt" werden geschickt vermarktet: "deine Eltern denken nur an Geld und ihr spießiges Reihenhaus. Folge mir, gib mir dein Geld, finanziere meine Villa, mein Luxus-Auto, meine Yacht, und ich zeige dir den Weg zur Freiheit...". Emanzipation (Befreiung aus der oralen Regression) heißt, diese Schein-Gegenwelt zu durchschauen und diese "Helden der Jugend" als geschäftstüchtige Verführer zu entlarven.

    LG Jonas

    Kurzes Update:

    Mir geht's gut, höre gerade Brahms' wunderbares Klarinetten-Quintett op. 115.
    Ich arbeite weiter daran, die NLP-Technik nutzbar zu machen, wobei es mir hier darauf ankommt, die Bilder *negativ* zu verändern und dann an den Begriff zurückzukoppeln. Sozusagen negatives NLP. Beim Lesen hier sind mir immer wieder besonders eindrucksvolle Bemerkungen aufgefallen. So schreibt ein Forist, er könne z.Zt. nicht an *Zweisamkeit* denken, weil eben Zweisamkeit mit Weintrinken verknüpft sei. Das heißt doch, mit dem *Bild* (den Szenen) des Weintrinkens. Bei einer anderen Foristin geht es um eine Musikband, ebenfalls ein starkes *Bild* (Bild und Musik gehören bei diesen Bands zusammen, denn sie transportieren vor allem Ideologie, sind Identifikationsplattformen, verhindern Individuation!). So bilden die Bilder und die mit ihnen verknüpften Erinnerungen immer eine Einheit. Vermeidung kann da nur eine temporäre Lösung sein. Die Bilder selbst müssen radikal in Frage gestellt und dann negativ verändert werden. Aber es ist leichter, seine Primäreltern als die mächtigen Sekundäreltern (Peerrgroup-Alphas, "Bands" usw.) abzuschütteln.
    Meiner Frau geht's auch besser; am 7. Januar geht's wieder zurück in die Klinik- und Forschungsmühle.

    LG Jonas

    Guten Morgen, Forum!

    Nur ein kurzes update: Mir geht's gut, und meiner Frau geht's schon etwas besser. Für die Fachfreunde: NLP ist zweifellos eine Pseudowissenschaft und dient nur noch als Crash-Therapie für Manager mit Weltschmerz. Gleichwohl lassen sich m.E. Teile davon in mein Konzept integrieren: die mit dem Begriff assoziierten Bilder können verändert und diese veränderten Bilder an den Begriff zurückgekoppelt werden. Das ist nichts Neues, aber NLP selbst ist ja ein abenteuerlicher Rührteig aus Linguistik, Familien-, Gestalt- und Hypnotherapie.
    Durch diese Rückkopplung der veränderten Bilder an den Begriff wird dieser umgedeutet. Mehr zur Technik, wenn ich wieder mehr Zeit habe. Muss jetzt Frühstück für die Frau zubereiten.

    LG Jonas

    Zitat von Tocco54

    Hallo Jonas
    Genau so,sehe ich das auch.Und es würde auch weiter darum gehen seine Individuelle Suchtanfaelligkeit ,Stichwort:Suchtpersoenlichkeit ,positiv zu verändern.

    Hallo Tocco54,

    entschuldige bitte die verspätete Rückmeldung. Ich habe deinen wertvollen Beitrag gerade eben entdeckt. Meine Frau ist bei mir zu Gast, um ihr fulminantes Burnout-Syndrom zu kurieren. Deshalb lese ich hier z.Zt. weniger gründlich als sonst. Ich gehe auch davon aus, dass im Falle einer Heilungsmöglichkeit die (weiter oben postulierte) schwere orale Störung, die zur Ausprägung einer Suchtpersönlichkeit führen kann (!), besser behandelt werden könnte.
    Ansonsten: Mir geht's gut, die hier diskutierte Technik konditionierte Aversion -> metasprachliche Reflexion funktioniert bei mir.

    LG Jonas

    Zitat von garcia

    Hallo Jonas, alles gut bei dir?

    Ich vermisse ein bißchen den ebenso anregenden wie spannenden Austausch hier. Ich hoffe du hast eine gute Zeit und wünsche dir einen schönen Sonntagabend - vielleicht mit guter Musik?

    LG Frank

    Hallo Frank,

    mir geht's gut, die Strategie funktioniert bisher. Der Gedanke an Alkohol löst inzwischen direkt ein Ekelgefühl aus, das "Glöckchen" reicht also z.Zt. Kurzes Reinforcement 1x pro Woche. Protokollieren, diskutieren darüber mit dem Bekannten. Musik? Meine Jüngste (spielt hauptsächlich Geige, ist aber auch eine ganz brauchbare Sopranistin) möchte etwas aus "Frauen Liebe und Leben" mit mir einstudieren. Da gibt's noch viel zu feilen. Ich wünsche dir auch einen schönen Restsonntag.

    LG Jonas

    Zitat von Maria


    Und was hieße das für dich? Wieder hoch die Tassen?

    Nein, im Gegenteil. Es hieße für mich, von einer tödlichen Krankheit geheilt worden zu sein, mehr nicht. Der hochentwickelte Kapitalismus, d.h. immer auch Konsumismus, hat ein vitales Interesse daran, den Konsumenten zu infantilisieren und in permanenter oraler Regression zu halten. Der viel zitierte "mündige Bürger" ist unerwünscht, Pseudo-Individuierte (vom Markt) dagegen gerne gesehen Ein paar Demos hie und da, ein bisschen Aufmüpfigkeit ab und zu, sind durchaus erwünscht; seht her, wie liberal und tolerant wir sind (dazu eine Leseempfehlung: Peter Weiss, Der neue Prozess). Damit die Maschine rund läuft, braucht das Volk Brot, Spiele und ein "Rausch-Ventil", denn es ist allemal besser, Unzufriedene erleichtern sich durch Alkohol als durch störende Revolten. Die Suchterkrankung ist eine lästige Begleiterscheinung, störender Sand im Getriebe. Die Leute büßen ihren Arbeits- und Konsumenten-Nutzwert ein und verursachen immense Kosten. Da muss nachgebessert werden. Erwünscht ist der nicht-süchtige, in jeder Hinsicht funktionierende "Ventiltrinker". Der Abstinente ist fast subversiv! Er verweigert sich dem Ventilangebot und erkennt wahrhaft nüchtern wohlmöglich das abgefeimte Spiel und seine raffinierten Veranstalter.

    LG Jonas

    Zitat von silberkralle

    ich geh mal davon aus, dass mein gedächtniss (die erinnerung an mein leben) erhalten bleiben und lediglich die "sucht" "geheilt" wird?
    inzwischen hab ich soviele schön erfahrungen ohne alk gemacht, dass ich mir nur schwer vorstellen kann mich erneut der gefahr auszusetzen wieder in die abhängigkeit zu geraten. ich würde also auch als "geheilter alkoholiker" immer sagen: "alk - nein danke"

    Hallo silberkralle,

    aber ja, es geht nur um die Beeinflussung der lokalen Azetylcholin-Rezeptoren im Nuceus accubens ("Suchtzentrum").
    Wenn ich von einer Mauer springe, weil ich (fälschlicher Weise!) davon ausgehe, dass mir nichts passiert und ich dabei multiple Brüche erleide, kann ich geheilt werden, bin dann kein "trockener Mauerspringer". Würde ich so dumm sein, von dieser Mauer erneut zu springen? Bestimmt nicht! Wie gut, dass es normaler Weise keine "Mauerspringsucht" und keinen "Mauerspringdruck" gibt.

    LG Jonas

    Zitat von Hartmut


    Sie lenken von mir jetzt und mein Kernproblem der eigene Alkoholsucht ab. Ich will ja nicht mehr saufen mit oder ohne Ratten. Mit oder ohne Wundermittel. Ich habe abgeschlossen damit.

    Das ging mir mal spontan durch den Kopf .

    Hallo Hartmut,

    selbstverständlich geht es darum, abstinent zu leben, weil der Alkohol ein gefährliches Gift ist und bleibt. Die dramatischen gesundheitlichen, sozialen, finanziellen und oft auch rechtlichen Folgen eines zu hohen Alkoholkonsums bleiben doch bestehen! Trotzdem wäre es doch gut, wenn die Sucht(!) geheilt werden könnte. Schon die hohe Rückfallquote macht das wünschenswert. Aber das alles ist (vielleicht) die Zukunft. Und wir leben im Hier und Jetzt.

    LG Jonas

    Zitat von juergenbausf

    Hallo c2...,


    ist ja fein, dann konnten die praktisch komplett von vorn anfangen mit Ihrer Sucht !?
    Was für Aussichten ...

    LG Jürgen

    Darauf läuft's hinaus, denn die Ratten sind nicht mehr "trocken", sondern von ihrer Sucht(!) geheilt. Bezogen auf Alkohol: Vor Leberzirrhose, Korsakow-Syndrom und Tod sind sie natürlich nicht geschützt!
    Ich gehe davon aus, dass die Suchtforschung sehr gut voran kommen wird, denn schließlich ziehen hier Markt (Absatz), Finanzminister(Steuern) und Krankenkassen (Kosten durch Suchtkrankheit) an einem Strang.

    LG Jonas

    Zitat von Tocco54

    Hallo Jonas
    Du meinst sicher die Arbeit von Zernig und Saria .Ja,könnte spannend werden.
    Liebe Grüße T.

    Hallo Tocco54,

    in der Tat, das könnte außerordentlich spannend werden. Bei Erfolg werden so einige Suchtvorstellungen obsolet werden. Abwarten und Tee(!) trinken.

    LG Jonas

    @Frank

    Vielen Dank für deine gedankenvolle Reflexion. Wir beide wissen sehr gut, dass das Ich nicht Herr im eigenen Haus ist und aus Tiefen plötzlich lange unbemerktes angestautes Magma nach oben schießen kann und Ich und Über-Ich und Großhirn alle Hände voll zu tun haben, um den Untergang des persönlichen Pompejis abzuwenden.
    Ohne Wertung der vielen guten anderen empfehle ich: The Monteverdi Choir mit The London Oratory Junior Choir und The English Baroque Soloists unter dem großartigen John Eliot Gardiner. Vor mir liegt die recht preisgünstige "Archiv Produktion" von 1989. Solltest du Feuer fangen: die Truppe hat auch die Johannes Passion und die h-moll-Messe eingespielt (selbes Label, aber ohne zusätzlichen Knabenchor - der hat nur in der Matthäuspassion einen Job).
    Nota bene für den Fachfreund: An der Universität Insbruck konnte kürzlich gezeigt werden, dass nicht das vermutete Dopamin, sondern Azetylcholin bei der Suchtentwicklung freigesetzt wird. Somit ist es bei Verabreichung von geeigneten Inhibitoren möglich, die lokalen Azetylcholin-Rezeptoren im Nucleus accubens zu beeinflussen(!). Bei heroinabhängigen Ratten konnte bereits das Suchtgedächtnis gelöscht werden. Das kann alles noch sehr spannend werden.

    LG Jonas

    Zitat von Angela123

    Hallo Matthias,
    nein suchtpotentialmäßig haben wir (der Doc und ich) nicht darüber gesprochen, eher ob es sich mit den anderen Medi´s verträgt. Ich hoffe, dass ich die Pillen wirklich bloß übergangsmäßig nehmen brauch.(Aber Alk ist keiner drin !!!), da hab ich aufgepasst.
    Lese gleich noch mal den Beipackzettel, von wegen der Nebenwirkungen- Danke für den Tipp.
    Liebe Grüße von Anschie

    Nebenwirkungen können unter Umständen, müssen aber keineswegs auftreten. Die wissenschaftliche Medizin und Pharmakologie wird verpflichtet, alle klinisch relevanten, möglichen Nebenwirkungen aufzulisten, auch wenn sie sehr selten auftreten. Diese methodische Gründlichkeit nutzen Scharlatane für ihre Propaganda. Die nicht-wissenschaftliche sog. Naturheilkunde hat's da nämlich leichter. Da muss die Wirksamkeit nicht durch placebokontrollierte Doppelblindstudien belegt werden. Interessant ist, dass heutzutage, besonders in Deutschland, viele gläubige Menschen unbekümmert "rein pflanzliche" (also schlecht standardisierte) Medikamente schlucken, besonders wenn "Nebenwirkungen sind nicht bekannt" drauf steht. Dieselben Menschen würden sofort in Panik geraden, wenn sie die Nachricht hörten: Chemiewerk explodiert. Mögliche gesundheitliche Folgen sind nicht bekannt.
    Wenn du starke Stimmungsschwankungen hast (sehr hoch - sehr tief) spricht das für eine bipolare Störung, das Medikament wird wohl ein mood stabiliser sein, oder? Vergiss den Beipackzettel. Dein Arzt kennt dich und das Medikamentenprofil.
    Gute Besserung!
    LG Jonas

    Zitat von Hartmut

    Hallo Jonas,

    die Geister die ich rief fällt mir dazu ein :)

    was kannst du trainieren wenn du nicht weißt wie es sich anfühlt?

    Man hat mir hier zwei typische Leitsymptome genannt. Auf diese achte ich, so wie ich ja auch nach dem Fischverzehr die ersten Symptome einer Fischvergiftung ernst nähme, auch wenn ich nicht weiß, wie sich eine Fischvergiftung anfühlt. Der Zauberlehrling ist hier nicht relevant, denn wir schreiben hier ständig über Alkohol (das heißt auf einer Metaebene) und rufen trotzdem die Geister nicht hervor. Vielen Dank für deine Anregung! Ich gehe täglich spazieren.
    LG Jonas

    Zitat von schnuffig

    Hi Jonas!

    Wie geht's dir am Anfang deiner neuen trockenen Woche?

    LG

    Hallo schnuffig,
    mir geht es gut. Obwohl ohne "Saufdruck"-Erfahrung, trainiere ich meine Strategie täglich, wobei ich die Aversions-Konditionierung vor die metasprachliche Reflexion schalte. Ich denke an eine "Alkoholszene" (intensives Bild bzw. intensive "Filmszene"), überlagere das Denken sofort mit dem Denken an eine (meine) Ekelspeise, verziehe inzwischen automatisch angeekelt die Mundwinkel, mache dann die Protagonisten (Trinker) der Szene zum Objekt, über das ich schreiben werde. So werde ich weiter verfahren und ständig unter kritischer Selbstbeobachtung vor allem hinsichtlich der "Vorzeichen".
    Danke für deine Nachfrage.
    LG Jonas

    Lindi

    Wohl wahr. Wenn Tocco54 Freunde hat, die auch gerne backen, kann er immer mal 150g der "Mutter" verschenken. Ein gut gepflegter, hochaktiver Sauerteig ist ein attraktives Geschenk für Backfreunde. Weizensauer eignet sich aucb für Blechkuchen, Pizza und französische und andere mediterrane Brotspezialitäten (kalte Teigführung).

    LG Jonas

    Hallo Tocco54,

    hier erfährst du, wie ich es mache. Wenn du diese einfache, chemisch banale Sache gerne verwirred hochstilisiert lesen möchtet, wenn dich der Unterschied zwischen 3-stufiger, 1-stufiger und 1-stufiger Führung nach Pöt interessiert, musst du ein entsprechendes Forum aufsuchen. Die Erfinder des Sauerteiges, die vor etwa 3000 Jahren lebenden Ägypter besuchten diese Foren allerdings auch nicht...

    Du brauchst:

    1 größeres Glas mit Schraubverschluss (größer als ein Marmeladenglas). Achte darauf, dass keine Metallteile an dem Utensil sind (Deckel!)

    2. Roggenmehl deiner Wahl für Roggensauer. Analog Weizen-, oder Dinkelmehl

    3. lauwarmes Leitungswasser (nicht über 35°C)

    4. Eine angenehme Umgebungstemperatur (23-35°C). Bakterien sind wie Menschen und vermehren sich am liebsten bei gemäßtiger Temperatur. Das ist nicht leicht in den Wintermonaten. Trick: den Herd auf 40° vorheizen, Gefäß rein, Herd aus, nur das Licht im Backofen brennen lassen.

    5. Etwa 5 Tage Geduld

    a) 1 Tasse Mehl ins Gefäß, 1/2 Tasse lauwarmes Wasser dazu, gut umrühren, Gefäß nicht fest verschrauben (!), an den behaglichen Ort stellen. 24 Stunden warten und nicht stören.
    b) nach 24 Stunden wieder "füttern" mit der gleichen Mehl/Wasser-Menge, die Konsistenz sollte der von Pfannkuchen-/Waffelteig entsprechen. Jedes Mehl ist anders. Eventuell mit Mehl oder Wasser anpassen.

    c) Nun alle 24 Stunden den Vorgang wiederholen. Nach 4 Tagen Geruchsprobe: leicht säuerlich? Schon mal gut. Zeigen sich leicht blubbernde Bläschen auf der Oberfläche? Sehr gut. Er ist aktiv, aber noch schwach. Richtig stark wird er nach eingen Broten.

    Deshalb würde ich (Alle dogmatischen Sauerteig-Puristen bitte weggucken!) für die ersten sagen wir 5 Brote zusätzlich Hefe verwenden (ich minimiere das Risiko und nehme auch nach 8 Monaten noch etwas Hefe dazu).

    Was nun folgt, ist die Hege und Pflege des Sauer-Tamagotchis:
    Für 700g Mehl 1 Kaffebecher (200g) voll Sauerteig entnehmen und warm stellen bis er schöne Bläschen bildet (er lebt und ist backfertig!). Einfach in die eigene Backmischung (anfangs mit Hefe...) gießen und alles wie üblich kneten und ruhen lassen. Man braucht natürlich weniger lauwarmes Wasser als sonst. Die entnommene Menge Sauerteig wie oben beschrieben nachfüttern. Bei Backpausen (ab 1 Woche), Gefäß in den Kühlschrankstellen, um die Bakterien zur Ruhe zu betten. Deshalb 1 Stunde vor Gebrauch, 1 Kaffeebecher Sauerteig abfüllen und leicht warm stellen wie beschrieben, schließlich müssen die Bakterien erst mal wach werden.

    Der Sauerteig riecht obtimaler Weise angenehm nach Essig/ganz leicht nach Zitrone. Bildet sich nach längerer Zeit eine dunklere flüssige Schicht (Fusel, ja das nennt sich so) und riecht nach Azeton ("Nagellackentferner"), hungern die Bakterien, wenn unser Atem nach Azeton riecht, würde man einen Verdacht auf Diabetes hegen. Keine Panik, alles gut umrühren und füttern. Kurze Zeit später riecht der Sauer wieder angenehm. Wenn man ihn zu stark vernachlässigt und nicht pflegt, stirbt er.
    Gutes Gelingen wünscht Jonas

    Zitat von Tocco54

    Hallo Jonas
    Ich hab gelesen,dass du selbst Brot bäckst .Könntest du mir vielleicht in der Freizeitecke oder auch hier mitteilen wie du den Roggensauerteig angesetzt hast und weiterzuechtest?
    LG T.

    Hallo Tocco54,

    das werde ich tun. Das Thema ist wohl in der "Freizeitecke" besser platziert.
    LG Jonas

    @Frank
    "wie auch die ganze Rockmusikkultur eine Regressionskultur ist - 40jährige versuchen mit Erfolg sich Erlebnis- und Denkweisen von 16jährigen zu erhalten)..."

    Vollkommen richtig, und die Musikindustrie sorgt dafür, dass das so bleibt. Sie suggeriert heute den jeweiligen Pseudo-Individierten, sie hätten sich emanzipiert vom "Mainstream". So schafft der Markt immer neue und albere Subgenres. In guter Machiavelli'scher Tradition - divide et impera - werden jugendliche antagonistische Käufergruppen generiert. Die Heavy-Metaler-Gruppe rümpft die Nase über die Light-Metaler, welche sich niemals mit den Apfelsinen-Metalern abgeben würden, die wiederum Pflaumenmus-Metaler geringschätzen. Usw, ad nauseam. Lächerlich, aber es funktioniert. Für den Markt.

    LG, Jonas

    Zitat von garcia

    Die andere Ebene in mir, die mich davor bewahrt hat in diesem Sumpf völlig zu versinken, war immer die Ebene der Literatur. Ich habe so ab dem Alter von 12,13 die Romane von Thomas Mann, die im Elternhaus herumstanden, geschnappt und mit unendlicher Faszination darin gelesen (Buddenbrooks und Zauberberg vor allem). Natürlich hab ich nicht alles verstanden.

    Hallo Frank!
    Deine introspektive, analytische und schonungslose Selbstuntersuchung begeistert mich. Dein Umgang mit Literatur ist vorbildlich. Ich fühle mich an Sartres intellektuelle Autobiographie "Die Wörter" erinnert: ich sehe den kleinen Sartre wie der die Bibliothek seines Großvaters durchstöbert, den Geruch der Bücher atmet, andächtig die Buchstaben und Wörter betrachtet, die so geheimnisvoll sind, so wertvoll, so wichtig für ihn, dass er sie unbedingt verstehen will, irgendwann, wenn er etwas älter ist.

    LG, Jonas