Vorstellung - 15 Tagen Nüchternheit

  • Zitat von Tocco54

    Hallo Jonas
    Du meinst sicher die Arbeit von Zernig und Saria .Ja,könnte spannend werden.
    Liebe Grüße T.

    Hallo Tocco54,

    in der Tat, das könnte außerordentlich spannend werden. Bei Erfolg werden so einige Suchtvorstellungen obsolet werden. Abwarten und Tee(!) trinken.

    LG Jonas

  • Guten Morgen!

    Für mich selber habe ich eher den Verdacht, das Über Ich und das Ich sind die Säuferinnen. Madame Contenance und I'm the lizzard queen, i can do anything.
    Das Es will mit allen Mitteln leben.

    Jetzt werde ich mich noch ein Weilchen fragen, wie die Tablette das schaffen wird, dass ich bei manchen Begegnungen mein Wasserglas nicht mehr zweimal hintereinander in einem Zug leere.
    Für vernünftiger halte ich es, ich frage mich das mal besser selber.
    Spannend finde ich die Studie dennoch auch!

    Liebe Grüße

  • Hallo c2...,

    Zitat

    Bei heroinabhängigen Ratten konnte bereits das Suchtgedächtnis gelöscht werden. Das kann alles noch sehr spannend werden.

    ist ja fein, dann konnten die praktisch komplett von vorn anfangen mit Ihrer Sucht !?
    Was für Aussichten ...

    LG Jürgen

  • Zitat von juergenbausf

    Hallo c2...,


    ist ja fein, dann konnten die praktisch komplett von vorn anfangen mit Ihrer Sucht !?
    Was für Aussichten ...

    LG Jürgen

    Darauf läuft's hinaus, denn die Ratten sind nicht mehr "trocken", sondern von ihrer Sucht(!) geheilt. Bezogen auf Alkohol: Vor Leberzirrhose, Korsakow-Syndrom und Tod sind sie natürlich nicht geschützt!
    Ich gehe davon aus, dass die Suchtforschung sehr gut voran kommen wird, denn schließlich ziehen hier Markt (Absatz), Finanzminister(Steuern) und Krankenkassen (Kosten durch Suchtkrankheit) an einem Strang.

    LG Jonas

  • Hallo

    Für mich gibt es kein "Suchtgedächtnis" sondern ein Gehirn, das ein

    Gedächtnis, ein Erinnerungsvermögen, ein Nervenzentrum und vor

    allem einen Verstand hat. Und dies sollte mal schön so belassen werden.

    In dieses Zentrum einzugreifen auf welche Art auch immer käme

    für mich nicht in Frage.

    Ich habe meinen Verstand benutzt um den Süchten zu entkommen.

    Sonst nix.

    Lg

    der Poster

  • Hallo Jonas,

    Zitat


    Ich gehe davon aus, dass die Suchtforschung sehr gut voran kommen wird, denn schließlich ziehen hier Markt (Absatz), Finanzminister(Steuern) und Krankenkassen (Kosten durch Suchtkrankheit) an einem Strang.

    Und was hieße das für dich? Wieder hoch die Tassen?


    Übrigens: Ich gehe davon aus, dass dies vollkommen gegenteilig ist... denn schließlich zieht alleine der Profit und der wird gemacht, mit den Menschen, die manipulierbar sind.

    Schöne Grüße
    Maria

  • Hallo c2...,

    Zitat

    Darauf läuft's hinaus, denn die Ratten sind nicht mehr "trocken", sondern von ihrer Sucht(!) geheilt. Bezogen auf Alkohol: Vor Leberzirrhose, Korsakow-Syndrom und Tod sind sie natürlich nicht geschützt!
    Ich gehe davon aus, dass die Suchtforschung sehr gut voran kommen wird, denn schließlich ziehen hier Markt (Absatz), Finanzminister(Steuern) und Krankenkassen (Kosten durch Suchtkrankheit) an einem Strang.

    na wenn es denn heilt von Trunkenheitsfahrten mit/ohne Verletzten, Gewalt unter Alkohol, Depression durch Alkohol, sozialer Verwahrlosung, Kotzen, Einnässen, Mangelernährung usw...
    "Löschen" des Suchtdrucks (wenn vorhanden) dürfte ja noch einen Sinn machen,
    Löschen des Gedächtnisses dürfte das "Spiel" nur von vorn beginnen lassen - bis zur nächsten Löschung.
    Und das wollen wir doch alle nicht, oder ???
    Ich halte eh nichts davon, rückwarts zu denken.
    Ich nehme keine Drogen mehr ein.

    LG Jürgen

  • Ich weiß nicht, ob die Idee, das Suchtgedächtnis mittels Medikamenten auszuschalten, Science Fiction bleiben wird oder nicht – wenn so etwas Realität werden würde wäre es aber doch ein Segen, denn es ist ein Hauptgrund für die hohen Rückfallquoten...

    Poster : Ich teile deine Einschätzung prinzipiell. Bloß mit der Einschränkung, daß jahrelanger Alkoholmißbrauch bei vielen Trinkern eben die Funktionsweisen des Gehirns und des Denkens tief beeinflusst und durcheinandergebracht hat. Ich für meinen Teil mißtraue auch heute, nach bald einem Jahr Trockenheit, meinem Denken immer noch soweit daß ich es gerade was Alkohol angeht immer wieder daraufhin überprüfe ob es mir irgendetwas vorgaukeln möchte. Beim Trockenwerden habe ich mich primär auf mein HANDELN verlassen – im Sinne von Risikominimierung und im Sinne der Grundbausteine -, aber eben NICHT primär auf mein Denken. Solange ich das versucht hatte (und als eher intellektueller Mensch lag mir das immer nah) blieb es bei mal längeren, meist kürzeren Trinkpausen mit den entsprechenden Rückfällen.

    Maria : Von „hoch die Tassen“ hat Jonas kein Wort geschrieben, weder direkt noch unterschwellig. Es geht um das genaue Gegenteil: eben darum daß dies „hoch die Tassen“ als das Zerstörerische erkannt werden kann das es ist – das Suchtgedächtnis behauptet das Gegenteil.
    --- Ich stimme dir zu daß es in dieser unserer Welt ausschließlich um Profit geht. Wäre ein derartiges Medikament tatsächlich möglich und marktreif wäre es eine gigantische Geldgrube – für die Konzerne, die es produzieren ohnehin, für die Kostenträger, die gewaltige Summen in die Therapie alkoholkranker Menschen stecken und für die Gesellschaft allgemein angesichts der enormen Kosten, die Alkohol verursacht (Ausfallzeiten, Produktivitätsausfälle, Unfallkosten etc.pp.). An der Manipulierbarkeit der Menschen verdient die Werbeindustrie. Trockene Leute haben in der Regel mehr Kaufkraft. Natürlich würde so etwas nicht umgesetzt werden aus Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft den armen Alkis gegenüber – sondern weil es sich auszahlt...

    Spannendes Thema. LG Frank

  • Hallo Frank,

    ich hatte Jonas eine Frage gestellt & ihm nichts unterstellt.

    Ich halte nichts von Gedanken in die Richtung. Für mich besteht die größte Rückfallgefahr aus einem zu geringem Abstand zum Suchtmittel. Und sich einen Platz für mögliche Entwicklungen pro Alk frei zu halten zeugt nicht davon, einen unerlässlichen Abstand aufzubauen.

    Maria

  • glück auf jonas, glück auf alle

    Zitat von c2h5oh

    An der Universität Insbruck konnte kürzlich gezeigt werden, dass nicht das vermutete Dopamin, sondern Azetylcholin bei der Suchtentwicklung freigesetzt wird. Somit ist es bei Verabreichung von geeigneten Inhibitoren möglich, die lokalen Azetylcholin-Rezeptoren im Nucleus accubens zu beeinflussen(!). Bei heroinabhängigen Ratten konnte bereits das Suchtgedächtnis gelöscht werden. Das kann alles noch sehr spannend werden.

    ich geh mal davon aus, dass mein gedächtniss (die erinnerung an mein leben) erhalten bleiben und lediglich die "sucht" "geheilt" wird?
    inzwischen hab ich soviele schön erfahrungen ohne alk gemacht, dass ich mir nur schwer vorstellen kann mich erneut der gefahr auszusetzen wieder in die abhängigkeit zu geraten. ich würde also auch als "geheilter alkoholiker" immer sagen: "alk - nein danke"

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo

    bei er ganzen Diskussion was es in Zukunft geben kann frage ich mal wo bleibe ich jetzt ? Ich bin jetzt süchtig und muss jetzt handeln und mich nicht an irgendwelchen Hoffnungen hängen die nur eines machen .

    Sie lenken von mir jetzt und mein Kernproblem der eigene Alkoholsucht ab. Ich will ja nicht mehr saufen mit oder ohne Ratten. Mit oder ohne Wundermittel. Ich habe abgeschlossen damit.

    Das ging mir mal spontan durch den Kopf .


    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat von Hartmut


    Sie lenken von mir jetzt und mein Kernproblem der eigene Alkoholsucht ab. Ich will ja nicht mehr saufen mit oder ohne Ratten. Mit oder ohne Wundermittel. Ich habe abgeschlossen damit.

    Das ging mir mal spontan durch den Kopf .

    Hallo Hartmut,

    selbstverständlich geht es darum, abstinent zu leben, weil der Alkohol ein gefährliches Gift ist und bleibt. Die dramatischen gesundheitlichen, sozialen, finanziellen und oft auch rechtlichen Folgen eines zu hohen Alkoholkonsums bleiben doch bestehen! Trotzdem wäre es doch gut, wenn die Sucht(!) geheilt werden könnte. Schon die hohe Rückfallquote macht das wünschenswert. Aber das alles ist (vielleicht) die Zukunft. Und wir leben im Hier und Jetzt.

    LG Jonas

  • Zitat von silberkralle

    ich geh mal davon aus, dass mein gedächtniss (die erinnerung an mein leben) erhalten bleiben und lediglich die "sucht" "geheilt" wird?
    inzwischen hab ich soviele schön erfahrungen ohne alk gemacht, dass ich mir nur schwer vorstellen kann mich erneut der gefahr auszusetzen wieder in die abhängigkeit zu geraten. ich würde also auch als "geheilter alkoholiker" immer sagen: "alk - nein danke"

    Hallo silberkralle,

    aber ja, es geht nur um die Beeinflussung der lokalen Azetylcholin-Rezeptoren im Nuceus accubens ("Suchtzentrum").
    Wenn ich von einer Mauer springe, weil ich (fälschlicher Weise!) davon ausgehe, dass mir nichts passiert und ich dabei multiple Brüche erleide, kann ich geheilt werden, bin dann kein "trockener Mauerspringer". Würde ich so dumm sein, von dieser Mauer erneut zu springen? Bestimmt nicht! Wie gut, dass es normaler Weise keine "Mauerspringsucht" und keinen "Mauerspringdruck" gibt.

    LG Jonas

  • Zitat von Maria


    Und was hieße das für dich? Wieder hoch die Tassen?

    Nein, im Gegenteil. Es hieße für mich, von einer tödlichen Krankheit geheilt worden zu sein, mehr nicht. Der hochentwickelte Kapitalismus, d.h. immer auch Konsumismus, hat ein vitales Interesse daran, den Konsumenten zu infantilisieren und in permanenter oraler Regression zu halten. Der viel zitierte "mündige Bürger" ist unerwünscht, Pseudo-Individuierte (vom Markt) dagegen gerne gesehen Ein paar Demos hie und da, ein bisschen Aufmüpfigkeit ab und zu, sind durchaus erwünscht; seht her, wie liberal und tolerant wir sind (dazu eine Leseempfehlung: Peter Weiss, Der neue Prozess). Damit die Maschine rund läuft, braucht das Volk Brot, Spiele und ein "Rausch-Ventil", denn es ist allemal besser, Unzufriedene erleichtern sich durch Alkohol als durch störende Revolten. Die Suchterkrankung ist eine lästige Begleiterscheinung, störender Sand im Getriebe. Die Leute büßen ihren Arbeits- und Konsumenten-Nutzwert ein und verursachen immense Kosten. Da muss nachgebessert werden. Erwünscht ist der nicht-süchtige, in jeder Hinsicht funktionierende "Ventiltrinker". Der Abstinente ist fast subversiv! Er verweigert sich dem Ventilangebot und erkennt wahrhaft nüchtern wohlmöglich das abgefeimte Spiel und seine raffinierten Veranstalter.

    LG Jonas

  • Hallo Jonas,

    zugegebenermaßen mir sind die Ausführungen zu hoch & für mich erschließt sich der Sinn nicht. Bei dieser Art von Gedankengängen verzettel mich noch heute. Vor allem aber in meiner frischen Abstinenz hätte das eine echte Gefahr für mich bedeutet.

    Ich bin aus einem Kreislauf ausgestiegen. Dafür brauchte ich Klarheit und eine Struktur an die ich mich halten konnte, damit ich mich nicht aus Versehen im Kreis wiederfinde.

    Aber hier geht's ja um dich und nicht um mich. Und wenn für dich alles klar ist, dann ist das wohl gut.

    Grüße
    Maria

  • Hallo Jonas, alles gut bei dir?

    Ich vermisse ein bißchen den ebenso anregenden wie spannenden Austausch hier. Ich hoffe du hast eine gute Zeit und wünsche dir einen schönen Sonntagabend - vielleicht mit guter Musik?

    LG Frank

  • Zitat von garcia

    Hallo Jonas, alles gut bei dir?

    Ich vermisse ein bißchen den ebenso anregenden wie spannenden Austausch hier. Ich hoffe du hast eine gute Zeit und wünsche dir einen schönen Sonntagabend - vielleicht mit guter Musik?

    LG Frank

    Hallo Frank,

    mir geht's gut, die Strategie funktioniert bisher. Der Gedanke an Alkohol löst inzwischen direkt ein Ekelgefühl aus, das "Glöckchen" reicht also z.Zt. Kurzes Reinforcement 1x pro Woche. Protokollieren, diskutieren darüber mit dem Bekannten. Musik? Meine Jüngste (spielt hauptsächlich Geige, ist aber auch eine ganz brauchbare Sopranistin) möchte etwas aus "Frauen Liebe und Leben" mit mir einstudieren. Da gibt's noch viel zu feilen. Ich wünsche dir auch einen schönen Restsonntag.

    LG Jonas

  • Zitat von Tocco54

    Hallo Jonas
    Genau so,sehe ich das auch.Und es würde auch weiter darum gehen seine Individuelle Suchtanfaelligkeit ,Stichwort:Suchtpersoenlichkeit ,positiv zu verändern.

    Hallo Tocco54,

    entschuldige bitte die verspätete Rückmeldung. Ich habe deinen wertvollen Beitrag gerade eben entdeckt. Meine Frau ist bei mir zu Gast, um ihr fulminantes Burnout-Syndrom zu kurieren. Deshalb lese ich hier z.Zt. weniger gründlich als sonst. Ich gehe auch davon aus, dass im Falle einer Heilungsmöglichkeit die (weiter oben postulierte) schwere orale Störung, die zur Ausprägung einer Suchtpersönlichkeit führen kann (!), besser behandelt werden könnte.
    Ansonsten: Mir geht's gut, die hier diskutierte Technik konditionierte Aversion -> metasprachliche Reflexion funktioniert bei mir.

    LG Jonas

  • glück auf jonas

    Zitat von c2h5oh

    Mir geht's gut

    schön

    Zitat von c2h5oh

    die hier diskutierte Technik konditionierte Aversion -> metasprachliche Reflexion funktioniert bei mir.

    war zu erwarten - der ansatz is brilliant - erfordert aber ne menge disziplin.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Jonas,

    ich möchte mal meine besten Wünsche für dich, deine Frau und für die Bewältigung ihrer BurnOut-Problematik hier hinterlassen. Ich hoffe sie kann sich und ihre Persönlichkeit (wieder?) in den Mittelpunkt stellen und sich "freischwimmen".

    Daß es dir gutgeht freut mich sehr.

    LG Frank

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!