Ups.
Liebe Grüße natürlich ![]()
Andreas
Ups.
Liebe Grüße natürlich ![]()
Andreas
Hallo schnuffig, hallo Pleja,
dank Euch Beiden für Eure Sichtweise, die ich so gut nachvollziehen kann.
Ich hab da wohl immer etwas Probleme, die exakte Grenze zu setzen...zu sehen, wo widerstrebt es mir eigentlich schon, dies oder jenes mitzumachen bzw. wo werde ich eigentlich schon manipuliert...wo mach ich Dinge eigentlich nur um des Friedens Willen oder aus Bequemlichkeit, um mich nicht auseinandersetzen zu müssen.
Ich frage mich immer wieder, ob ein Leben ohne Konzessionen überhaupt möglich ist. Funktioniert das, immer klar Nein zu sagen, wenn man Nein sagen will ?
Bzw. hat z.B. ein Mensch, der einem nahesteht, nicht auch in gewisser Weise das Recht, etwas mehr von mir zu fordern als andere Menschen ?
Ich könnt mir vorstellen, daß ich z.B. jemanden jeden Tag die Einkaufstasche rauftrage und dabei nicht merke, daß der Entsprechende das erkannt hat und einfach nur schamlos ausnutzt. Naiv ? Vermutlich.
Empathie ist auch so ne Sache...manche Dinge gehen mir komplett am Arsch vorbei, wo mancher vielleicht sagt: Oha, der Mensch hat ja nun gar kein Mitgefühl bzw. gar kein Einfühlungsvermögen. Manche Dinge lassen mich eiskalt. Dagegen bewegen mich andere Dinge wesentlich stärker als andere Menschen.
Kann man generelle Empathie zeigen oder legt man letztendlich die Grenze der eigenen Empathie selbst fest...so nach dem Motto: Das ist mir wichtig, da empfinde ich was...das andere ist mir weniger wichtig,
Denn eigentlich kann man Empathie, zumindest nach meiner Sichtweise, ja auch nur zeigen, wenn man es ernst meint...alles andere ist ja wohl nur geheuchelt und die Heuchelei recht schnell erkennbar...auch für einen selbst.
Hmm, viele Fragen...
Moin Forum,
nachdem im Thread von Bruce eine interessante Diskussion zum Thema Egoismus und Empathie aufgekommen ist, würde ich das gerne mal genauer wissen.
Was versteht man denn genau unter gesundem Egoismus ? Gilt dieser Egoismus dann automatisch auf allen Ebenen ? Und wie ist da das Verhältnis zwischen Empathie und Egoismus ? Bringt man die beide unter einen Nenner oder ist es gar so wie Penta sagt, Empathie ist ohne einen gewissen Egoismus gar nicht möglich ?
Ich hatte, seit ich hier bin, immer mal wieder so leichte Magenschmerzen, wenn der ein oder andere User mit diesem "erst mal auf sich selbst schaun" angefangen hat...
Bin gespannt, wie ihr das seht.
LG Andreas
Hallo,
ich hab mir zu dem Thema auch schon öfter Gedanken gemacht und bei mir komm ich auf den Nenner, daß ich die Kontrolle von dem Punkt an verloren hatte, an dem ich mich mit einmonatigen Trinkpausen vom Gegenteil überzeugen wollte.
Warum macht man Trinkpausen ? Doch wohl deshalb, weil man selbst das Gefühl hat, man müsse sich selbst auf Abhängigkeit überprüfen.
Die Freude darüber, daß man es einen Monat ohne Alkohol ausgehalten hat, hätte einem zu denken geben müssen...
LG Andreas
Moin Poster,
das Leben an sich ist einfach unberechenbar. Da passieren Dinge, die statistisch gesehen gar nicht drin sind...und doch passieren sie.
Freut mich für Dich und weiterhin viel Spaß beim Golfspielen. Meide die Bunker ![]()
Schöne Zeit Dir
LG Andreas
Moin Frank,
auch auf die Gefahr hin, jetzt etwas plump daherzukommen:
Wenn was fehlt (z.B. eine Beziehung), dann sollte man vielleicht versuchen, mit dem Alten abzuschließen und sich auf was Neues einlassen. Es gibt natürlich keine Erfolgsgarantie und sicher ist auch das Risiko da, wieder verletzt zu werden. Aber irgendwie ist es das Risiko auch wert, um diese Lücke zu füllen, oder ?
Wünsch Dir ne schöne Woche
LG Andreas
Zitat von Hartmut
Andreas ,wenn alle, die ich freischalte, in den erweitern Bereich gingen würde das Forum aus alle Nähten platzen . Leider ist es so, das nach der Freischaltung nur die wenigsten trauen etwas zu schreiben . Die meisten sind stille Leser.
Hilfe durch Selbsthilfe hat mich von Anbeginn hier begleitet.
Gruß hartmut
Moin Hartmut,
ich glaub, Du hast mich falsch verstanden. Es sind doch einige Vielschreiber hier im Offenen relativ schnell in der Geschlossenen verschwunden, weil man dort eben einfach offener schreiben kann.
Das ist absolut verständlich, zumal wenn es um Probleme geht, die man so im Öffentlichen kaum diskutieren kann oder bei denen es nötig ist, etwas ins Detail zu gehen.
Ich denk schon, daß grad von den Neuusern hier einige dabei sind, die relativ oft posten, neugierig sind, sich austauschen wollen.
Vielleicht sollte man öfter konkrete Fragen, die einen beschäftigen und die auch für andere interessant sind, als eigenen, neutralen Thread eröffnen.
Wünsch Dir ne schöne Zeit
LG Andreas
Zitat von Bruce
Gerade an dieser Stelle des Forums liegt die zuletzt gestellte Frage „Kryptisch oder klar“ schon über 2 Monate zurück, und die war ja zumindest quantitativ ein ziemlicher Hit.Gruß, Bruce
Hallo Forum,
Bruce, das hast Du sehr schön diplomatisch ausgedrückt ![]()
Aber es stimmt natürlich, nach meiner Erfahrung erzeugt eine direkte Fragestellung in einem neutralen Thread wesentlich mehr Resonanz der unterschiedlichsten User. In den persönlichen Threads findet dann recht oft ein Austausch zwischen immer denselben vier, fünf Usern statt...
Aber generell scheint momentan eine etwas schreibfaulere Phase eingetreten zu sein...zumindest im Offenen. Das kann allerdings auch daran liegen, daß immer mehr User in die Geschlossene wechseln und dann halt dort ihre Posts absetzen...das bekommt dann hier halt keiner mit.
LG Andreas
Hallo Nathan,
das ist ja völlig klar, daß Du mehr das Leid siehst. Wir wollen Dir letztendlich ja auch nur sagen, daß Du nicht ganz alleine damit bist....wir fühlen da mit Dir, auch wenn Dir das konkret nur wenig bringt.
Wie sieht es denn momentan aus bei Dir und Deiner Frau ? Hat sich schon eine Besserung eingestellt ?
Wünsch Dir ganz viel Kraft
LG Andreas
Moin Poster,
auch von mir herzlichen Glückwunsch...drei Jahre ist schon ne ordentliche Strecke, die Du da zurückgelegt hast. Respekt.
Ich kann mich gut dran erinnern, daß Du der erste User hier warst, der mich hier begrüßt und der mir Mut gemacht hat, neben Frank natürlich. Dafür nochmal herzlichen Dank.
In politischer Hinsicht werden wir wohl keine Freunde mehr...aber das ist mir in diesem Fall mal völlig schnuppe ![]()
Alles Gute weiterhin im Feindesland ![]()
LG Andreas
Hi schnuffig,
gleich nachdem ich das Ausrufezeichen hinter Andreas sah, hab ich mich in bester Axel-Schulz-Manier hinter den Ringseilen versteckt...
Dabei wars dann doch nicht so schlimm, wie ich zunächst befürchtet hatte ![]()
Daß man sich an dem "lieb" aufhängen würde, hätte ich wissen müssen...mein Fehler (mein ich ernst). Man bezeichnet weder Mädchen noch Frauen als "lieb", weil das offenbar gleich negativ assoziiert wird.
Überhaupt hätte ich mir den ersten Satz sparen können.
Genaugenommen hätte ich mir den kompletten Post sparen können, denn meine Intention ist in keinster Weise offensichtlich geworden.
Natürlich sind sich Alkoholiker ähnlich (wir beide natürlich nicht...nie :-)).
Ich wollte ehrlich gesagt nicht, daß sich die Diskussion in so ne Sackgasse manövriert und hatte eben den Eindruck, irgendwas hat bei Dir nen wunden Punkt getroffen...das wollte ich klären. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich verzieh mich dann mal wieder in mein eigenes Häuschen und hoffe, daß ich irgendwann mal kapiere, daß meine Meinung gar nicht soo oft erwünscht ist, wie ich sie gerne kundtun würde ![]()
Wünsch Dir ne schöne Zeit
LG Andreas
Zitat von RakelLieber Andreas,
vielen Dank für deine Antwort, ich bin fast überrascht dass du mich schon so verstanden hast! Ich bitte Dich, erzähle weiter von Dir, das hilft mir wirklich sehr! Du beschreibst genau die Gefühle und Ängste die ich habe:
Ich war immer ein Party-Mensch, das war Teil meiner Identität, jedenfalls dachte ich das. Ich habe so viel und so gerne gefeiert, war dann immer total kommunikativ, habe ständig neue Leute kennengelernt, war selbstbewusst und lustig. Jetzt gehe ich gar nicht mehr feiern. Ich habe eine regelrechte Panik davor. Vielleicht, weil es eben in den letzten Jahren nicht mehr so war, dass alles immer witzig und aufregend war, sondern ich habe mich zu Tode blamiert, habe unglaublich peinliche und moralisch verwerfliche Dinge getan und war vor allem einfach nur unglücklich.
Aber ich habe das Gefühl, die Euphorie der Abstinenz lässt nach einer gewissen Zeit nach und man vergisst schneller die negativen Seiten des Trinkens. Ich habe am Anfang so sehr das Aufwachen morgens ohne Schädel und das Bewusstsein, so richtig Sche*** gebaut zu haben, ohne dass man weiß, was genau war , genossen! Und zu arbeiten und nicht permanent Angst zu haben, jemand könnte die Fahne riechen. Und nicht permanent mit Müdigkeit zu kämpfen und nur auf den Abend zu warten. Aber andererseits fehlt mir die Aufregung, die Spannung manchmal so sehr! Ich habe schon wahnsinnig viel erlebt in der Zeit!
Jetzt habe ich einen festen Freund, den ich liebe, die Aussicht auf einen sicheren Job mit gutem Verdienst, mache viel Sport und esse gesund. Ist das nicht totlangweilig?? Das hätte ich früher auf jeden Fall gedacht. Meistens bin ich jetzt glücklich darüber, dass alles so "stabil" ist. Aber es fehlen halt auch die "Spitzen nach oben", wie Du gesagt hast. Ich weiß aber, ich kann nie wieder zu dem fröhlichen, unkomplizierten Party-trinken zurück, sondern ich würde alles riskieren, allem voran meinen Job und meine Beziehung. Der Gedanke daran ist es, der mich am effektivsten vom Trinken abhält. Das mit dem Notfallkoffer ist eine sehr gute Idee, da könnte ich einige peinliche Stories reinpacken...
Hi Rakel,
es liegt halt immer im Auge des Betrachters, was nun todlangweilig ist...und ich fürchte (oder hoffe), es ist auch eine Generationsfrage. Partys fehlen mir nun wirklich nicht, für mich waren sie immer Mittel zum Zweck. Im Rückblick wundere ich mich über mich selbst...Du nennst es kommunikativ, ich nenne es bei mir selbst verquasselt...ich habe unter Alkoholeinfluß Gespräche geführt, die ich nüchtern abgelehnt hätte...ich konnte unter geringem Alkoholeinfluß durchaus charmant sein und die Party rocken, drei Stunden später wurde ich vulgär und anzüglich und noch zwei Stunden später hab ich mich entweder geschlagen oder lag besoffen in der Ecke, während die anderen weitergefeiert haben.
Rückblickend hab ich niemals Maß und Ziel gekannt...weder beim Alkohol noch bei anderen Dingen...das kurze Gefühl, mich blendend zu fühlen, mußte eigentlich immer einem Kater oder einem schlechten Gewissen weichen. Aber ich wollte dieses kurze, blendende Gefühl wiederhaben...egal, ob der ganze nächste Tag versaut war oder es dadurch Streit gab.
Nun hab ich irgendwann verinnerlicht, daß das blendende Gefühl nicht echt ist...und nie echt war. Ich hab mir immer etwas vorgemacht und klar macht es Spaß, auf der Überholspur Gas zu geben. Aber irgendwann geben Dir 180 Sachen auch nix mehr und Du drehst auf auf 220...bis Du aus der Kurve flatterst.
Ich setze meine Prioritäten jetzt einfach anders. Sport machen z.B. ist überhaupt nicht todlangweilig, im Gegenteil...mach mal bei einer Laufveranstaltung mit und Du wirst im Handumdrehen genausoviele neue Bekanntschaften machen...nur, daß die halt nüchtern sind, am nächsten Tag noch genauso ausschauen wie in der Nacht zuvor und Du ihren Namen noch weißt und Du ihren ![]()
Ein sicherer Job ist sicher etwas spießig...die Vorstellung, jetzt jahrzehntelang immer denselben Job zu machen, ist für viele Menschen fast unerträglich. Mich ängstigt das nicht, weil ich meinen Traumberuf hab...gut, auch der ist manchmal etwas nervig, aber nie spießig ![]()
Tja, was war noch...achso, fester Freund...find ich auch nicht spießig, sondern ich denke, nach Deinen vielen Männerbekanntschaften kann Dir eine feste Beziehung durchaus auch mal Halt geben und Dich erden. Und vielleicht ist es sogar der Richtige...das wirst Du sehen.
Gesund ernähren...damit rennst Du bei mir momentan offene Türen ein...auch nicht spießig...spießig sind täglich Schweinebraten und Klöse, oder täglich McFress oder Leberkässemmeln.
Nicht alles, was nichts mit dem alten, aufregenden Leben mit einer Spitze nach der anderen zu tun hat, ist gleichbedeutend mit langweilig oder öde.
Jeder muß seinen Weg selber finden, aber oft ist es eine Gesamtentwicklung, die man als Abstinenter durchmacht.
Wir brauchen uns nix vormachen...ich vermisse die Spitzen manchmal genauso noch wie Du...ich hab auch manchmal den Eindruck, mir würde etwas Spice fehlen
Aber das sind Momente, kurze Phasen...und sie sind selten geworden.
Die Anfangseuphorie hat auch bei mir nachgelassen...logisch, weil es irgendwann auch normal wird, nix mehr zu trinken. Irgendwann bringt es einen nicht mehr zum Saltoschlagen, daß man früh um 6.00 Uhr fit aus dem Bett kommt, ohne Augenringe, ohne Flecken auf den Klamotten und mit der Gewissheit, gestern nicht wieder irgendeine Scheiße gebaut zu haben. Aber es stellt sich eine latente Zufriedenheit ein, die lt. Langzeittrockenen noch besser wird.
Nochmal zu todlangweilig oder spießig...ich laß mich da nicht mehr vorschreiben, was spießig ist und was nicht. Ich mache Dinge, die mir Spaß machen...egal, ob die typisch für nen 20jährigen oder nen 60jährigen sind.
Und letztendlich ist das die große Befreiung...Dinge tun zu können, weil man nüchtern ist und dazu in der Lage.
Schöne Zeit
LG Andreas
Hi schnuffig,
ich komm mal rüber zu Dir wegen der Kategorien und Schubladen.
Es ist ja lieb von Dir, daß Du mir die Welt erklären willst. Aber ich bin ja nun auch schon groß und hab so meine Einstellung zu manchen Dingen.
Was mich wirklich etwas verwundert hat, ist die Tatsache, daß Du Dich offenbar echt geärgert hast. Ich frag mich nur, über was ?
Es gibt doch nun wirklich zu vielen Themen unterschiedliche Meinungen und oft kann man mehrere stehenlassen, ohne damit automatisch eine andere auszuschließen.
Wir sind uns doch in einem Punkt einig:
Kategorien müssen sein. Dinge werden immer irgendwie kategorisiert, das ist ganz normal.
Nicht normal ist es dagegen, von Dingen, die in eine Kategorie gehören, zwangsläufig zu erwarten, daß sie wie alle anderen Dinge in dieser Kategorie dieselben Merkmale aufweisen. Sie haben in vielen Punkten Überschneidungen aufzuweisen, sind aber doch unterschiedlich.
Und ich denke, darum ging es mir...laß mal die Beispiele mit den Rosen und den Walen einfach weg...das war halt einfach plakativ, aber auch nicht hundertprozentig zutreffend.
Anderes Beispiel:
Es gibt Menschen, die ich anhand einiger Merkmale und Verhaltensweisen als Alkoholiker kategorisieren würde...allerdings kann ich aus der Tatsache, daß ich diese Menschen für Alkoholiker halte, nicht zwangsläufig rückschließen, daß sie z.B. andere Verhaltensweisen an den Tag legen, wie ich sie von anderen Alkoholikern kenne.
Ich kann z.B. aus der Tatsache heraus, daß jemand Alkoholiker ist, nicht zwangsläufig schließen, daß er seinen Mitmenschen gegenüber agressiv wird. Ich kenne Alkoholiker, die lieb und nett sind und im Suff zum brutalen Schläger mutieren, aber ich kenne auch welche, die sonst gerne mal hinlangen, im Suff aber brav in ihrer Ecke sitzen und dann anfangen zu heulen.
Weißt Du, was ich meine ?
Komischerweise sind es oft Co´s, die von angeblich typischen Merkmalen eines Alkoholikers sprechen, weil sich ihre Geschichten ähneln. Bei den Alkoholikern hört man das eher selten, weil die vermutlich öfter bei ihresgleichen lesen und dann auch ganz klar sehen, daß eben jede Geschichte anders ist...weil die Unterschiede einfach deutlich werden.
So, ich hoffe, ich hab meine kruden Gedankengänge einigermassen rüberbringen können...
Und jetzt sei wieder lieb...wenn Du willst ![]()
LG Andreas
Hallo Forum,
so langsam kehrt bei mir beruflich etwas Ruhe ein. Eine Baustelle wurde vernünftigerweise aufs nächste Jahr verschoben und mit unseren größeren Baustellen sind wir inzwischen soweit durch, daß ich mich mal für ein paar Tage ausschließlich der Büroarbeit widmen kann...Zeit, um etwas durchzuschnaufen und Dinge aufzuarbeiten, die das ganze Jahr irgendwie liegengeblieben sind.
Heut hat sich einer meiner Firmenvertreter zum Kaffeetrinken angemeldet und die Tatsache, daß ich ihn nach drei Stunden fast rauswerfen mußte, ohne daß wir auch nur ein Wort über die Arbeit und die Geschäfte verloren haben, fand ich bemerkenswert. Zum Einen, weil es zeigt, daß berufliche Kontakte eben nicht nur beruflicher Natur sind, zum Anderen, daß wir trotz Stress und Hektik noch in der Lage sind, über andere Dinge zu philosophieren als unseren Alltag.
Das war für mich irgendwie so ein mentaler Aufbruch in die ruhige Zeit, die ich geniesen werde. Ein Zeichen, vom Gas zu gehen und jetzt wieder mit Halbgas durch die Gegend zu fahren, um mal wieder rechts und links zu schauen.
Ganz nebenbei hat mich das Gespräch motiviert, meine Laufschuhe wieder rauszuholen und wieder regelmäßig zu laufen. Gleich morgen werde ich damit anfangen, um vielleicht doch irgendwann mal mit Correns gemeinsam einen Lauf zu bestreiten. Das Laufen wird mir zusätzlich guttun, um den Kopf freizubekommen.
Ich wünsche allen eine schöne Restwoche
LG Andreas
Hi Nathan,
Du hast natürlich recht...manchmal ist das Leben wirklich unfair.
Ich würde Dir trotzdem gerne sagen, daß ich einige Menschen kenne, die an Krebs erkrankt sind und es allesamt gepackt haben, den Krebs zu besiegen (u.a. mein zweiter Onkel, auf den ich vor 10 Jahren keinen Pfifferling mehr gesetzt hätte).
Es klingt jetzt leicht dahergesagt, aber es ist trotzdem unheimlich wichtig, eine positive Einstellung dazu zu finden, so schwer das auch fallen mag. Man muß da wirklich mit Optimismus rangehen, sich selbst sagen, daß Krebs inzwischen wirklich sehr oft geheilt werden kann, wenn man ihn relativ früh erkennt.
Und es ist wichtig, daß Du Deiner Frau gegenüber eine positive Einstellung vermittelst, ihr das Gefühl gibst, daß Du felsenfest davon überzeugt bist, daß Ihr beide das packt, daß Euch die Diagnose nicht umhaut.
Ich weiß, das ist leicht dahergesagt, wenn man selbst nicht davon betroffen ist.
Ich wünsch Euch Beiden jedenfalls nur das Beste. Das Leben ist zwar oft scheiße, aber grad wir im Forum hier wissen doch nur zu gut, daß es auch nach einem ganz tiefen Tal wieder nach oben gehen kann.
LG Andreas
Hi schnuffig,
das Beispiel mit dem Wal und dem Fisch sollte überhaupt nicht witzig sein...es sollte nur zeigen, daß man nicht alles und jeden in eine bestimmte Schublade stecken kann und soll.
Warum auch ? Man muß doch auch nicht alles kategorisieren. Wozu sollte das denn gut sein ?
Nicht ernst gemeint war dagegen meine Aussage mit den Pflanzen und dem Regal. Ich bin ja eher Naturmensch, lebe in einem Dörflein, in dem ich nachts noch sprichwörtlich dem Fuchs über den Weg laufen kann und Grünflächen keine künstlich angelegten Flächen zum Joggen sind...ich habe im Winter in meinem Garten ungefähr 10 unterschiedliche Vogelarten zu bewundern, unter meinem Dach wohnen Fledermäuse und in meiner Scheune nisten sich über den Winter wilde Katzen ein, denen es draussen zu ungemütlich wird und die genau wissen, daß wir sie notfalls auch über den Winter füttern.
Biber hab ich auch...zwei Kilometer talwärts...die fleißigen Kerlchen holzen da unten im Naturschutzgebiet ordentlich was weg, um mit ihrem Damm ordentlich was anstauen zu können. Und kein Mensch, schon gar kein Intellektueller, stört sich da dran.
Ehrlich gesagt versteh ich Deine Aufregung nicht so ganz...oder hab ich Dich einfach nur falsch verstanden ?
LG Andreas
Edit:
Mir ist noch was eingefallen:
Es hat mir selbst sehr viel gebracht, mich komplett zu outen...d.h. nicht, daß man jedem auf die Nase bindet, daß man Alkoholiker ist. Aber ich habe keine Ausreden mehr gesucht, sondern auf Nachfragen konkret gesagt, daß ich überhaupt keinen Alkohol mehr trinke, weil ich trocken bin. Das hatte zwei positive Effekte:
Erstens gab es für mich kein Schlupfloch mehr...die Personen um mich rum wußten, wie es ausschaut.
Der Druck, irgendwas erzählen zu müssen, war ebenfalls weg.
Gleichzeitig steigt mit jeder Aussage "ich bin trocken" automatisch die Selbstannahme...und die der eigenen Krankheit.
Kleiner Tipp noch:
Schmöker Dich mal durch die Threads der Langzeittrockenen...dort gibt es wirklich viele lesenswerte Dinge und auch Tipps und Tricks, die einem sofort weiterhelfen.
LG Andreas
Zitat von RakelAlles anzeigenHallo Carpenter, vielen Dank für die Antwort.
Warum ich den Tod meines Vaters nicht verarbeiten kann, weiß ich leider auch nicht. Wenn das Thema bisher zur Sprache kam, bin ich dem eigentlich immer ausgewichen, weil mich der Gedanke an meinen Vater so unheimlich traurig macht. Und es fällt mir sehr schwer, mit so starken Gefühlen adäquat umzugehen, ich ertrage sie einfach nicht und will sie "wegmachen", was dann wiederum zum Trinken und zu sonstigem selbstverletzendem Verhalten führt.
Ich habe die zwei Diagnosen Alkohol-Abhängigkeit und Borderline Persönlichkeitsstörung, wobei die Abhängigkeit Überhand genommen hat. Mein Selbsthass liegt in meiner Kindheit begründet. Meine ELtern waren beide wahnsinnig ehrgeizig und immer enttäuscht und wütend wenn ich nicht die erwartete Leistung gebracht habe. Die Worte "ich liebe dich!" habe ich nie von einem der beiden gehört. Sie hielten insgesamt nicht viel davon, Zuneigung und Wertschätzung zu zeigen. Und dann bin ich halt irgendwann vom richtigen Weg abgekommen und habe ihnen mit der Trinkerei und den anderen Drogen nur Scherereien gemacht.
Ich habe leider, obwohl ich das Lieblingskind meines Vaters war, nie ein tiefer gehendes Gespräch mit ihm führen können. Als er dann krank war wollte ich ihn mit meiner Angst nicht belasten und habe alles runtergeschluckt, da ja für ihn die Situation am schlimmsten war. Ich habe nie mit jemandem über diese Zeit gesprochen. Ich saß neben ihm als er aufgehört hat zu atmen. Und ich träume immer wieder von ihm, er lässt mich nicht los.
Um nicht zu trinken gehe ich Situationen, die mich emotional mitnehmen, ob positiv oder negativ, am liebsten aus dem Weg. Da ich aber ein sehr emotionaler und empfindlicher Mensch bin, geht das nicht immer, daher die zwei Rückfälle.
Jetzt habe ich ganz schön viel erzählt, ich hoffe damit habe ich dich nicht verschreckt
Was sind deine Methoden, um trocken zu bleiben? Meine funktionieren nicht gerade optimal, ich brauche dringend Tips!
Moin Rakel,
verschrecken kann man in diesem Forum wohl kaum mehr jemanden...da stehen mittlerweile so viele fürchterliche Geschichten, daß mir persönlich meine eigenen Probleme geradezu winzig vorkommen.
In Deinem Post finde ich zwei interessante Punkte, vermutlich sogar drei, die man aus meiner Sicht etwas näher beleuchten sollte.
Zunächst mal die Tatsache, daß Du Dich schon mit 13 geritzt und Alkohol konsumiert hast:
Ist das evtl. dieser Tatsache geschuldet, daß Deine Eltern extrem ehrgeizig waren und man es ihnen nie recht machen konnte ? Daß sie Dir als Kind nie sagen konnten, daß sie Dich einfach nur lieben ? Der Alkohol und das Ritzen sozusagen als Bestrafung dafür, daß Du ihren Ansprüchen nicht genügt hast und sie Dich deshalb nicht lieben konnten ?
Meine Eltern haben mir als Kind auch nie gesagt, daß sie mich lieben...und ich selbst habe meinen Kindern wohl auch viel zu selten vermittelt, daß ich sie liebe. Aber ist es tatsächlich so, daß es normal ist, daß die Eltern das machen ? Konkret sagen, daß sie das eigene Kind lieben ? Oder machen wir uns evtl. nur was vor und die Mehrzahl der Eltern ist nicht in der Lage, die Gefühle klar und deutlich auszudrücken ?
Mein Großer hatte als Jugendlicher mal einen schweren Unfall mit dem Fahrrad und mein Kleiner war dabei und hat bei mir zuhause angerufen...nach seinen völlig verheulten Infos am Telefon mußte ich mit dem Schlimmsten rechnen und ich kann dieses Gefühl auch heute noch nicht beschreiben...als ob einem von einer Sekunde auf die andere die eigene Lebensgrundlage weggezogen wird...als ob das eigene Leben vorbei wäre. Das hat mir z.B. gezeigt, wie viel mir mein Großer bedeutet und ich selbst wußte um meine Gefühle...leider ticken wir zwei ziemlich ähnlich und er hält mit seinen Gefühlen ebenso hinter dem Berg wie ich und ich konnte ihm nie wirklich sagen, wie sehr mein eigenes Leben davon abhing, daß er wieder gesund werden würde. Ich fand es egoistisch, dabei hätte ein einfacher Satz "Ich liebe Dich" genügt, um all das auszudrücken...
Was ich sagen will:
Nur weil Väter diesen Satz nicht oder nur selten sagen, heißt das noch lange nicht, daß es nicht so ist.
Was Dir ganz sicher schwer zu schaffen macht, ist die Tatsache, daß diese eine Chance, Dich mit Deinem Vater vor seinem Tod auszuplaudern, nie mehr wiederkommen wird...wobei das so nicht richtig ist...das Gespräch kann durchaus noch stattfinden...imaginär, versteht sich.
Vielleicht kommt Dein Selbsthass auch daher, daß Du diese Chance hast verstreichen lassen...aber wer bitte könnte Dir das übelnehmen ? Wie kann man von Dir erwarten, Deine Gefühle zu zeigen, wenn man es Dir gegenüber nie gemacht hat ? Du trägst daran sicher keine Schuld.
Tja, was mach ich, um abstinent zu bleiben...genaugenommen dasselbe wie Du...ich versuche, Extremsituationen aus dem Weg zu gehen. Mein Leben war vor meiner Abstinenz auch eine ständige Berg- und Talfahrt und ich dachte immer, ohne dieses Auf und Ab würde es mir fürchterlich langweilig werden, ich würde das Leben nicht mehr richtig spüren können. Das war, um es kurz zu machen, völliger Blödsinn. Wirklich leben tu ich erst, seit ich nicht mehr trinke, weil ich nun so viele Projekte durchziehe, die ich im Suff nie hätte managen können. Die Schwerpunkte verschieben sich, ohne daß das Leben langweilig ist. Ganz im Gegenteil...man kann viel mehr erleben, wenn abstinent ist...und das Beste ist, daß man sich sogar noch dran erinnert ![]()
Was für Dich wirklich wichtig zu sein scheint, ist diese Spitzen nach oben und unten auszugleichen...auch emotionale Menschen können das ohne den Verlust von Lebensqualität und ohne das eigene ICH verbiegen zu müssen.
Denn diese Frage hat sich z.B. mir selbst immer wieder gestellt:
Bleibe ich als Abstinenzler noch der, der ich eigentlich mal war ? Dabei war doch eher die Frage "War ich überhaupt so oder hat mich der Alkohol nur so gemacht ?"
Nun, nach knapp einem Jahr Abstinenz hat sich die Spreu vom Weizen einigermassen getrennt. Ich bin nicht mehr der ständig lachende, nach außen hin immer gut gelaunte Mensch. Ich bin ernster geworden, hinterfrage Dinge. Allerdings bin ich auch nicht mehr so gleichgültig wie vorher...etwas plakativ gesprochen spüre ich wieder was, spüre, wer ich selber bin...und allein die Tatsache, daß ich das nur dann kann, wenn ich nicht saufe, schiebt dem Alkohol einen gewaltigen Riegel vor. Alkoholfreies Umfeld gehört ebenso dazu wie gewisse Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Notfallkoffer, in dem bei mir inzwischen einige Dinge sind, die v.a. abschreckend wirken sollen, Totalabstürze, peinliche Situationen).
Am Wichtigsten aber ist mir (und das klingt aus meiner Sicht jetzt schon etwas seltsam) der ständige Kontakt hier mit anderen Abstinenten und Langzeittrockenen geworden. Ich schau hier täglich rein, lese bei dem ein oder anderen. Alleine die Tatsache, hier täglich aufzuschlagen, läßt mich wachsam sein, erinnert mich daran, daß mein jetziges Leben keine Selbstverständlichkeit ist. Für mich ist das hier meine SHG geworden, trotz Startschwierigkeiten.
Puh, das ist jetzt ein ellenlanger Aufsatz geworden und ich fürchte, ich hab mehr über mich geschrieben als Dir wirklich weiterzuhelfen.
Beim nächsten Mal werde ich das "Ich" etwas zurücknehmen...versprochen ![]()
Wünsch Dir ne schöne Zeit und alles Gute
LG Andreas
Hallo Rakel,
heute ist hier im Forum offenbar recht wenig los, wunder Dich also nicht, wenn hier noch keine Einträge stehen.
Dann mach ich mal den Anfang, auch wenn ich Dir leider nicht mit Parallelen in meiner Lebensgeschichte dienen kann.
Wenn man mit grade mal 26 sagen kann, daß man sein halbes Leben gesoffen hat, ist das tragisch. Andererseits bist Du schon mit 26 Jahren bereit, den Alkohol hinter Dir zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Das ist doch erstmal positiv.
Du schreibst, Du kämpfst gegen Deine Dämonen und gegen den Alkohol...dabei geh ich mal davon aus, daß Du den Alkohol zunächst als eine Art Medizin gegen Deine Dämonen verwendet hast.
Woher kommt es, daß Du den Tod Deines Vaters immer noch nicht verarbeiten konntest (oder vielleicht auch nicht wolltest) ? Und woher kommt denn Dein Selbsthaß ?
Du schreibst außerdem, Du bist bis auf zwei Rückfälle trocken geblieben...zwei Rückfälle innerhalb eines Jahres sind allerdings nicht ganz ohne. Gab es spezielle Auslöser für die Rückfälle ? Oder ich frag mal anders rum:
Was unternimmst Du denn, um trocken zu bleiben ?
Nochmal herzlich Willkommen
LG Andreas
Zitat von silberkralle
"typisch" für nasse alkoholiker is. jählich wenigstens 6 wochen alkbedingte krankschreibung - ich war von 1985 bis 1987 überhaupkeinenenzigen tag krankgeschrieben.
noch ne million ausnahmen vom typischen?
Hi Matthias,
das sind die Tücken der Statistik...Statistiken haben prinzipiell die Eigenheit, jeweils in die ein oder andere Richtung interpretiert zu werden.
Das Geheimnis, eine Statistik richtig lesen zu können, ist tatsächlich eins...die meisten Menschen kapieren das aber nicht, weil sie sich komischerweise genau den Part raussuchen können, der ihnen in ihr Weltbild passt.
Und da wären wir auch schon bei Deinem derzeitigen Lieblingsthema (welches mich übrigens genauso beschäftigt hat wie Dich):
Genaugenommen hat schnuffig schon recht...zumindest in Hinblick auf ihr Rosenbeispiel.
Genausogut könnte man aber auch ein Buch über Wale ins Regal für Fische einordnen wollen - und wäre damit auf dem von Dir angesprochenen Holzweg...weil ein Wal zwar auch typische Merkmale eines Fisches aufweist, aber denoch per se ein Säugetier bleibt.
Was bedeutet "typisch" eigentlich ?
Der Duden sagt dazu:
"einen [bestimmten] Typ verkörpernd, dessen charakteristische Merkmale in ausgeprägter Form aufweisend"
Und letztendlich trifft das auch den Kern der Sache.
Dann frag ich mich aber wirklich, warum die Dunkelziffer bei Alkoholikern so verdammt hoch ist...letztendlich müßte doch jeder normale Mensch einen Alkoholiker sofort an den für Alkoholiker typischen Merkmalen erkennen.
Z.B., wenn der relativ oft krank ist ? *hehe*
Ich fand Lea's Ausführung auch sehr logisch. Wenn ich mich selbst hinterfrage, dann merke ich schnell, daß ich auf Aussagen wie "typisch für einen Alkoholiker" gereizt und genervt reagiere...weil ich halt sehr ungern in einen Topf geworfen werde, in den ich nicht reingehöre...oder vielleicht doch, weil ich selbst immer noch irgendwo im letzten Hinterstübchen hab "na, so ein richtig typischer Alkoholiker war ich doch nie"...das wäre dann aber brandgefährlich...da wäre es vielleicht schon wieder besser zu sagen "ich mußte als Alkoholiker erfreulicherweise nicht bis ganz tief in den Keller gehen um zu sehen und zu kapieren, daß es dort unten zapfenduster ist".
Komischerweise führen sämtliche Überlegungen zu noch mehr Fragen anstatt die EINE Frage zufriedenstellend zu beantworten...weshalb ich jetzt beschlossen hab, daß Pflanzen von mir in Zukunft kein eigenes Bücherregal mehr bekommen ![]()
Schönen Gruß
Andreas