Beiträge von Carpenter

    Hallo Linde,

    auf diesen Einwand hab ich schon gewartet...ich wußte, daß er kommen würde.
    Nun ist die Situation so, daß die Frau von Karl offenbar eine Alkoholabhängigkeit weit von sich weist...Du würdest also eher dazu raten, daß sie weitersäuft ? Denn wenn sie sich nicht als alkoholabhängig sieht, wird sie wohl auch kaum einer Entgiftung zustimmen...oder seh ich da was verkehrt ?

    Gruß Andreas

    Hallo Karl,

    eigentlich stehen in Deinem Thread schon genug User mit Ratschlägen zur Seite.

    Zwei Dinge hätte ich Dir denoch gerne noch zusätzlich geschrieben:

    1) Du hast gefragt, ob es denn kein Beispiel geben würde, wo sich ein Ehepartner vom Alkohol losgesagt hat und damit die Beziehung noch gerettet werden konnte. Ich bin eins dafür. Allerdings will ich Dir jetzt nicht allzuviel Hoffnung machen...es hat lange gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist...aber er ist gefallen und nun ist eine vernünftige Beziehung wieder möglich. Es muß also nicht zwangsläufig scheitern, auch wenn die vielen Negativbeispiele hier wohl völlig zurecht eher das Gegenteil implizieren.

    2) Solche Mengenangaben sind völliger Mumpitz. Angenommen, man ist Quartalssäufer, dann hält man es ohne Probleme ein paar Monate ohne Alkohol aus, nur um sich dann tagelang wegzubeamen.
    So wie Du die Situation schilderst, ist Deine Frau schon weit über einen Alkoholmißbrauch hinaus. Das Gegenteil könnte sie Dir ja beweisen, indem sie jetzt von heute auf morgen nichts mehr trinkt...angeblich macht es ihr ja nichts aus und Du hast wohl deutlich gemacht, daß es mit Alkohol keine Zukunft für Euch Beide geben wird. Somit hat sie wohl Ansporn genug, den Alkohol ad acta zu legen...für den Fall, sie wäre noch nicht abhängig.
    Aus meiner persönlichen (an mir selbst gemachten) Erfahrung heraus ist erst dann eine Chance da, wenn der Abhängige klipp und klar selbst erkennt, daß er abhängig ist.

    Mach Dich auf schwierige Wochen und Monate gefasst...trotzdem...auch wenn jetzt einige hier aufschreien werden: Es ist nicht völlig hoffnungslos.

    LG Andreas

    Zitat von Sunshine_33

    Moin Andreas


    Ich habe Willenskraft nicht mit Intelligenz verglichen, ich bin nicht so unintelligent, das zu tun :P

    Ich schrieb:

    Falls es so mißverständlich rüber kam, diese Menschen die ich meinte, verfügten über BEIDES, Intelligenz UND einem starken Willen. Das ist also kein "Vergleich". Sondern sie waren einfach mit Beidem gesegnet :wink:
    Ansonsten hat ein starker Wille sicher nicht grundsätzlich mit Intelligenz zu tun.

    Moin Sunshine,

    Deine Intelligenz stand nie in Frage :)

    Nee, es ist genau das, was Du selbst geschrieben hast...man hätte es so interpretieren können, deshalb wollte ich das nur nochmal klarstellen.

    Ich habe ja auch nicht behauptet, daß DU diesen Vergleich getroffen hast.

    LG Andreas

    Moin Frank,

    na, daß Portugal genau am anderen Ende der Welt liegt, kann wohl nur ein waschechter Europäer so sehen :)

    Na prima, dann weiß ich ja, wo ich meinen nächsten Urlaub verbringen werde :)

    Ich gehe davon aus, daß Ihr da unten ganz schön gebeutelt seid durch die Auswirkungen der Finanzkrise bzw. deren Gegenmaßnahmen.

    Wünsch Dir reichlich Aufträge und eine schöne Zeit

    Lieben Gruß

    Andreas

    Zitat von RenateO


    Sein Saufen und die damit verbundenen ,,merkwürigen,, Verhaltensweisen erstmal als ,,Krankheit,, zu sehen /begreifen puh das war ein Durchbruch.
    ......
    Sicher bringt jeder Alkoholiker seine eigene Pesönlicheit mit ,aber es gibt ja auch viele Paralelen durch den Krankheitsverlauf, wie bei Masern,das kennt jede Mutter und kann entsprechend handeln.

    LG R..

    Moin,

    dieser Vergleich legt bei mir eher die Vermutung nahe, daß Du noch nicht allzuviel über Alkoholiker gelernt hast.

    Zum Thema:

    Alleine die Tatsache, daß die Definitionen vom "typischen" Alkoholiker sogar bei den abstinenten Alkoholikern hier im Forum z.T. erheblich differieren, zeigt doch per se, daß es den "typischen" Alkoholiker nicht gibt. Und der Meinung bin ich selbst auch.
    Alleine schon der Zeitpunkt des Absprungs ist doch grundverschieden. Der Eine braucht den absoluten Tiefpunkt, quasi ne Nahtoderfahrung, die ihn wachrüttelt, der Andere merkt irgendwann, daß sein Konsum über das normale Maß hinausgeht und steuert vorher gegen, sucht sich Hilfe.
    Der Eine wird beim Saufen agressiv, geht auf Konfrontationskurs, der Andere zieht sich zurück, will seine Ruhe und niemand um sich rumhaben.
    Der Eine säuft ausnahmslos in Gesellschaft anderer Trinker, der Andere zieht sich zurück ins stille Kämmerlein und säuft sich dort alleine die Hucke voll.
    Der Eine säuft nur am WE, der Andere täglich, wieder ein Anderer immer nur Abends.
    Manche Trinker saufen täglich eine relativ geringe Summe Alkohol, andere Trinker saufen wochen- oder monatelang gar nicht, um sich dann für vier, fünf Tage regelrecht jeden Tag abzuschießen.

    Sehr interessant finde ich den Ansatz zur Willenskraft. Ich finde, trotz Krankheit hat es schon sehr viel mit Willlenskraft zu tun, ob man das Saufen aufhört oder nicht...weiter denke ich, daß es ebenfalls auch mit Willenskraft zu tun hat, ob man nach dem Entzug trockenbleibt oder wieder mit dem Saufen anfängt. Erst später kann man das anders sehen, wenn man irgendwann kapiert hat, daß man nicht auf Alkohol verzichten muß, sondern darf...sprich, wenn man, wie Hartmut es immer so schön treffend ausdrückt, nicht mehr mit der Faust in der Tasche rumläuft, sondern sich bewußt ist, daß das Leben ohne Alkohol für einen selbst besser und alternativlos ist (damit Muttis Lieblingswort auch mal in einem vernünftigen Kontext verwendet wird :-)).
    Gefährlich wird diese Ansicht nur, wenn man seine eigene Willenskraft überschätzt, also denkt, man könne allein über Willenskraft trockenbleiben. Das ist mEn. nicht der Fall. Willenskraft ist lediglich eine Komponente von vielen...ein Notfallkoffer ist aber auch nur dann von Nutzen, wenn man auch Willens ist, ihn im Notfall zu öffnen.

    Bzgl. der Aussage von Sunshine würde ich gerne nochmal klarstellen, daß Willenskraft keinesfalls mit Intelligenz zu vergleichen ist. Nicht jeder intelligente Mensch ist zwangsläufig willensstark, nicht jeder willensstarke Mensch ist zwangsläufig intelligent.
    Diese Kategorisierungen wie z.B. "alle Säufer sind dumm und willensschwach" sind natürlich plumpe Vorurteile, das muß man wohl nicht extra erwähnen. Ebenso plump wie noch einige andere Vorurteile, die man hier ab und an zu lesen bekommt.

    Wünsche allen eine schöne Woche und eine gute Zeit

    LG Andreas

    Zitat von atze der 23

    Ja claro,da brauch ich dann keine Ausreden mehr um mein Nichttrinken zu begründen.Passiert sowieso zur Zeit selten,da ich mir eine trockene Umgebung geschaffen habe.Gestern das war ja nicht von mir beabsichtigt das einer nach 3 Wochen mit Alk auftaucht.Habe ihn aber klar zu verstehen gegeben wie es jetzt bei mir läuft und er ist nicht lange geblieben.Eventuell kommt er selbst zum Nachdenken.Ist aber gerade nicht meine Baustelle.Habe jetzt wieder eine Woche geschafft und es geht mir gut.
    Ich wünsche allen ein schönes WE

    Atze


    Hallo Atze,

    das ist der richtige Ansatz. Es fällt einigen Abstinenten schwer, sich nach außen zu outen...aus verschiedensten Gründen, von denen einige durchaus nachvollziehbar ist, einige weniger.
    Sich zu outen hat so ein kleinwenig was von alten Brücken abbrechen und man wird sehr schnell merken, wer es da noch auf Deine Seite geschafft hat und wer nicht.
    Einige alte Bekannte werden sich abwenden, weil sie nun nix mehr mit Dir verbindet...die Sauferei nämlich. Die sind aus meiner Sicht kein Verlust.
    Andere Bekannte werden bleiben, Deinen Weg unterstützen, weil DU ihnen wichtig bist und nicht Dein Alkoholkonsum. Neue Bekannte werden hinzukommen.

    Mir selbst hat es gut getan, offensiv damit umzugehen. Ich mache kein Geheimnis aus meiner Abstinenz und meiner Alkoholabhängigkeit und es gab so einige, die erstaunt waren...es gibt aber auch viele, mit denen nun eine offene Diskussion über dieses Thema möglich ist.

    Aus meiner Sicht hast Du das alles richtig gemacht.

    Viel Glück auf Deinem weiteren Weg

    LG Andreas

    Zitat von Katharsis

    Huhu :-),

    „schrecklich konsequent“ war ich in meiner Lebensweise auch immer, als ich noch mit Killernieten gespielt habe und ordentlich gelacht hab über straight edge.. Minor Threat...
    Und verzichtet wurde auf Drogen, Alk und Nikotin und Fleisch und auch auf den Rest *veg* -
    aber es bleibt ja immer noch das Bingospiel in der örtlichen Turnhalle, ´ne Fangopackung oder so eine lustige Kaffeefahrt über Land xD.

    Liebe Grüße
    Misfits ;)
    (die jetzt mal an ihrer Grundeinstellung feilen geht, und zwar rasant *g*)

    Hallo Misfits :)

    Glen Danzig wäre stolz auf Dich...er häkelt nämlich in seiner Freizeit auch gerne Topflappen und bastelt Weihnachtssterne, auch wenn die immer irgendwie nach Pentagrammen aussehen :)
    Gegen ne ordentliche Fangopackung hätte ich jetzt wirklich rein gar nix einzuwenden.
    Aber ich glaube zu wissen, was Du meinst. Sich in jungen Jahren straight egde zu verhalten hat schon was von Selbstgeißelung. Aber wir, die wir nun in einem gesetzen Alter sind (Deines verrätst Du ja raffinierterweise nicht, ich nehme aber an, daß wir nicht sooo weit auseinanderliegen) und vermutlich vieles, wenn auch nicht alles ausprobiert haben, können dann sagen: Okay, war mal ganz nett, muß ich aber nicht mehr haben.

    Schönes Beispiel:

    Im Gegensatz zu Bruce kann ich z.B. Musik trocken genauso geniesen, genauso abgehen wie im betrunkenen Zustand...hätt ich nicht vermutet, bis ich es ausprobiert habe :)
    Lesen macht nüchtern viel mehr Spaß als besoffen...weil man nach ner halben Stunde noch weiß, was man gelesen hat.
    Im besoffenen Zustand ist es schon mal vorgekommen, daß ich Seiten dreimal gelesen habe, ohne es gleich zu merken...
    Hinter vieles, was man im Leben gemacht hat, kann man nen Haken setzen unter dem Motto: Hab ich probiert, war nicht so mein Ding.
    Wovon ich immer die Finger gelassen habe, waren harte Drogen...da hat mir mein Verstand schon immer gesagt: Wenn Du mit dem Zeug anfängst, überlebst Du das nicht...in letzter Konsequenz hab ich mich dann für den harmlosen Alkohol entschieden...ich hab schon intelligentere Entscheidungen getroffen in meinem Leben, schätz ich :)

    Lieben Gruß

    Andreas (Meister des Origamis)

    Hi Pink-Lady,

    naja, diesen Weg eingeschlagen ist jetzt etwas übertrieben. Aber überdenken tu ich schon so einiges. Vermutlich ist die Zeit jetzt reif dafür und es wird ja hier auch immer wieder betont, daß es nicht reicht, nur auf Alkohol zu verzichten. Das seh ich ganz genauso, auch wenn ich mein Leben nun nicht wirklich umgekrempelt habe.
    Mit dem Fleischkonsum ging es mir übrigens wie Dir...irgendwie fand ich es ebenfalls inkonsequent, nur noch wenig Fleisch zu essen.
    Gelegentlich dringt mir ein Geruch von gegrillten Bratwürsten in die Nase und verwirrt mich. Döner waren für mich Grundnahrungsmittel und sind jetzt halt nur noch mit Salat und Schafskäse...apropos Käse...nie und nimmer werd ich auf den verzichten...und wenn die Welt fünfmal untergeht :)

    Lieben Gruß

    Andreas

    Hi Pink-Lady,

    jetzt hast Du also auch noch das Rauchen aufgehört ? Respekt ! Nicht, daß Du zum völligen Asketen mutierst :)

    Es gab zu meiner Jugendzeit eine Splittergruppierung des Punks, symbolisiert durch ein X...straight edge...im Gegensatz zu ihren Punkkollegen haben die Jungs um Bands wie Minor Thread und später Youth of Today auf jeglichen Konsum von Drogen, Alkohol und Nikotin von Grund auf verzichtet. Letztere Band hat dann den Vegetarismus zum Leitbild hinzugefügt.

    Warum ich Dir das grad schreibe ? Keine Ahnung, hat mich aber irgendwie an Dich erinnert...weil Du gar so konsequent bist in Deinen Abstinenzen :)

    Lieben Gruß

    Andreas

    Zitat von Hartmut

    Hallo Andreas

    ich kenne Bodenmais nur aus den Säuferzeiten . Hatten die nicht eine Bärwurz Brauerei oder war das in Cham ?

    Gruß Hartmut

    Hi Hartmut,

    siehste, bei mir ist es genau umgekehrt...ich kenne Bodenmais nur als Abstinenzler :)

    Im Ernst, keine Ahnung, die Oberpfalz ist ja bekannt für ihre Kräuterschnäpse, aber ich hab da nix mitbekommen von.

    LG Andreas

    Hallo Volkmar,

    das hört sich tatsächlich richtig stressig an bei Dir. Drück Dir alle Daumen, daß Du aus diesem Tal rauskommst...denk einfach dran, daß Du Dir alles kaputtmachst, wenn Du dem Saufdruck nachgiebst...könnte mir vorstellen, daß es auch für Deine Beziehung alles andere als hilfreich wäre.

    Wünsch dir alles Gute

    LG Andreas

    Hi Katha,

    Bodenmais ist ein beschauliches Örtlein im bayerischen Wald, kein Lebensmittel :)
    Den Bodenreis gabs dann beim Thai :)

    Als ich das Rauchen aufgehört habe (bin ja schon wieder fast drei Jahre Raucher, hatte davor knapp 10 Jahre aufgehört), war es auch unheimlich wichtig, daß ich zuhause war, keine Raucher um mich rum hatte. Aber nach einer Woche war es wirklich besser, der Kaffee schmeckte auch ohne Kippe wieder. Es ist dieses Belohnungs- und Gewohnheitsdings, das es so schwer macht, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Mir dient das Rauchen als gutes Beispiel...da dachte ich auch "Mensch, nach 10 Jahren Nichtraucher wird Dir ne Kippe doch nix schaden" und schwupps war ich schon wieder im normalen Raucherkreislauf drin. Ne gute Warnung auch für den Alk...da würde es genauso laufen...ein Bier und ich wäre vermutlich wieder mit von der Saufpartie.
    Die Tatsache, daß sich das in meine Hirnrinde eingebrannt hat, hilft mir jetzt unheimlich bei meiner Abstinenz...ich weiß genau, wie schnell das geht und werd den Teufel tun und das alles wieder aufs Spiel setzen.

    Ich kann mir vorstellen, daß es ziemlich aufs Gemüt schlägt, diese Nichtraucherei...vermutlich bist Du zur Zeit unausstehlich und es ist besser, Dich nicht auf die Menschheit loszulassen *hehe* - so war das zumindest bei mir...
    Aber fünf Tage ohne Nikotin klingt verdammt gut...da hast Du mMn. die größte Hürde schon genommen.

    Ich bin noch nicht soweit. Ich weiß, daß ich auch wieder aufhören werde, nur noch nicht genau wann...das muß von selber kommen...der Tag, an dem ich sage: Nöö, was bist Du dämlich, täglich den Scheiß auf Deinen Körper loszulassen.
    Momentan bin ich offenbar noch zu dämlich, um zu erkennen, daß Rauchen unglaublich dämlich ist :)

    Andererseits:

    Jetzt sauf ich nix mehr, esse kein Fleisch mehr...ich kann mir ja schlecht alles abgewöhnen :)

    Ich wünsch Dir eine schöne Woche und daß Du Deinen Telefonjoker nicht allzuoft mit "Boah ey" begrüßen mußt :)

    Lieben Gruß

    Andreas

    Hallo Forum,

    so, melde mich wieder zurück aus dem bayerischen Wald. Die paar Tage Urlaub haben mir gut getan, jetzt kann ich den Endspurt in Punkto Baustellen relativ entspannt angehen.
    Hab ne ordentliche Wanderung hingelegt am ersten Tag, zwar nur knapp 22 km, dafür aber relativ bissige 1250 Höhenmeter (Bodenmais, kleiner Arber, kleiner Arbersee, großer Arber, Bodenmais).
    Vermutlich bin ich der einzige Wanderer bundesweit, der sich zum kleinen Arber hochkämpft, dann runter zum Arbersee läuft, nur um dann nochmal knapp 550 Meter rauf zum großen Arber zu wackeln...intelligente Wanderplanung sieht anders aus :)
    Als Belohnung gabs dafür Muskelkater satt in beiden Waden und schwammige Knie :)
    Trotz opulenter Hotelküche bin ich auf Linie geblieben und hab nur Vegetarisches genossen...und ein hochtalentierter thailändischer Koch hat mich mit der Nase drauf gestoßen, daß ich mir für die Wintermonate wieder mal ein paar asiatische Rezepte zum Probieren ausdrucken sollte.

    Hi Katha,

    ich hoffe, es geht Dir inzwischen etwas besser. War klar, daß Du bei Nieselregen draussen rumstrapsen und Holz umschlichten mußtest...trotz Lungenentzündung. Hab nix anderes von Dir erwartet :)
    Gut, daß wenigstens die spitzzüngige Oma auf Deine Gesundheit aufpasst, wenn Du es schon selbst nicht machst.
    Entschleunigung...ja, da sagste was...das wäre prima, aber irgendwie holt einen der alte Trott immer wieder ein.
    Ich habe es in den freien Tagen sehr genossen, stundenlang lesen zu können ohne Handyklingeln, ohne Termine, ohne Mitarbeiter und Kunden...einfach nur abschalten, schmökern. Ich les ja nun wirklich sehr viel, aber es wäre wohl noch mehr, wenn ich mehr Zeit dazu hätte. Es gibt für mich nur wenig Entspannenderes als Lesen. Das war bei mir schon als Kind so. Hast Du übrigens schon die neue Sch*ffel-Werbung gesehen ?...an alle Facebook-Farmer...an alle Laufbandläufer, Meilenmillionäre...Macht erstmal ohne mich weiter...ich bin raus :)

    Wünsch allen eine schöne Woche trotz Schmuddelwetter

    LG Andreas

    Moin Forum,

    ich werde das verlängerte WE nutzen, um den Kopf freizubekommen und im bayerischen Wald etwas die Wanderwege unsicher machen. Die Tatsache, daß die Temperaturen bei uns heut Nacht unter 0 Grad gefallen sind und ich nur dreiviertellange Wanderhosen habe, meine Wanderschuhe inzwischen mehr als ein dutzend Risse und Löcher aufweisen, kann mich nicht von meinem Vorhaben abbringen :)

    Ich werd die Augen nach Walnussbäumen offenhalten und meinen großen Wanderrucksack voll Herbstlaub stopfen, dafür den unnützen Inhalt meines Schädels im Wald ablegen :)

    Allen eine schöne Zeit

    LG Andreas

    Moin September,

    ich glaube zu wissen, was Du meinst. Solche Äußerungen sind nur schwer zu ertragen, aber man muß auch sehen, aus welchem Kontext heraus sie entstanden sind.
    Viele Trockene sind z.B. der Meinung, daß ein Alkoholiker erst dann trocken werden kann, wenn der absolute Tiefpunkt da ist...zu dieser Ansicht sind sie v.a. dadurch gelangt, weil es bei ihnen selbst der Fall war.
    Da haben Signale von außen wenig bewirkt...ob nun vom Partner, von der Familie oder von Freunden.
    Mit Freunden ist das z.B. eh so ne Sache...irgendwie verändert sich mit der Alkoholsucht ja auch der Freundeskreis...man hält automatisch mehr Kontakt zu den Bekannten, die dem Alkohol auch zusprechen, die eben keine Fragen stellen, einen nicht ständig auf die eigene Sucht ansprechen...und die Bekannten, die das Problem sehen und ansprechen, werden von einem selbst gemieden.

    Die Sache mit der Gesellschaftsentwicklung sehe ich ganz genauso. Diese Ellenbogengesellschaft ist Fakt und wer im Berufsleben mit den Ellenbogen arbeitet, verhält sich im privaten Bereich vermutlich ähnlich.

    Mit dem Vertrauen ist das so ne Sache. Als ich noch gesoffen habe, konnte mir keiner vertrauen. Ich arbeite sozusagen indirekt daran, verlorengegangenes Vertrauen in mich wieder herzustellen, indem ich mich wieder als verläßlich und teilnehmend erweise.

    Letztendlich bleibt es so, wie es immer war...man hat sehr viele Bekannte im Leben, aber nur ganz wenig echte Freunde. Das hat natürlich seinen Grund, aber darauf will ich hier nicht eingehen.

    Für Dich als Künstler ist Ablehnung und Kritik sicher viel schwerer zu ertragen als für jemanden, der Dienst nach Vorschrift macht...der am Laufband immer wieder dieselben Dinge fertigt...der jeden Tag Herzklappen einsetzt, um mal beim Chirurgen zu bleiben :)
    Ich kann das nachvollziehen, weil ich in meinem Beruf z.B. auch kreativ arbeite und mit ungerechtfertigter Kritik auch nur schwer zurechtkomme.

    Ein kurzer Satz noch:

    Homepages sind über die großen Anbieter wirklich bezahlbar geworden und Deine Bilder wären dort sehr einfach einzupflegen...von Dir selbst, d.h. Du brauchst keinen, der Dir die Homepage aktualisiert...das kannst Du selber und sparst dadurch jede Menge Geld. Überleg es Dir mal, denn als Künstler scheint mir das Internet eine wichtige Komponente der Vermarktung der eigenen Werke zu sein.

    (Okay, war jetzt mehr als ein Satz :-))

    Schöne Zeit

    LG Andreas

    Hallo Mäuki,

    ich denke, Du liegst falsch, wenn Du annimmst, daß es keinen interessiert, was Du zum Mißbrauch an Dir schreibst...ganz im Gegenteil.
    Mich haben Deine Zeilen jedenfalls nicht kaltgelassen und ich finde es sehr gut, daß Du ehrlich aufschreibst, wie es Dir ergangen ist, wie es Dir jetzt geht. Keine Resonanz bedeutet keineswegs Desinteresse, zumindest von mir. Ich weiß einfach nicht, was ich Dir schreiben soll...es gibt keine Worte, die da weiterhelfen, die trösten können.

    Nun, etwas gibt es doch:

    Du bist gerade in einer Phase, in der Du das alles verarbeiten möchtest...Du fühlst ganz offensichtlich in der Lage dazu, weil Du einen verständnisvollen Partner hast, der Dir sehr gut tut und dem Du vertraust.
    Warum denkst Du so negativ und bereitest Dich gedanklich schonmal auf seinen Weggang und das danach folgende Weitersaufen vor ?
    Wenn man Deinen Faden so verfolgt, gibt es doch keinerlei Anzeichen dafür...auch die Auslandsreise Deines Partners, die Dich damals ziemlich aus der Bahn geworfen hat, ist doch letztendlich gut verlaufen. Warum hier also auch noch negative Gedanken, anstatt positiv festzustellen, daß es endlich passt ?

    Eines ist mir aufgefallen. Du schreibst, Du hast Kontakt zu Deiner Mutter und sprichst das Thema nicht an. Warum eigentlich ? Aus Angst, diese Resthoffnung, sie könnte nix mitbekommen haben, würde sich in Luft auflösen ? Hat sie das nicht längst schon ?
    Ich finde es erstaunlich, daß Du immer noch Kontakt zu ihr halten kannst...ich finde, sie ist Dir eine Antwort schuldig.
    Es ist doch letztendlich jedes Mal ein Schlag ins Gesicht, wenn sie von ihrer Ehe schwärmt...Du mußt Dich hier klar positionieren, mußt ihr sagen, daß Dein Vater Dein Leben zerstört hat...und wie.
    Sie ist Dir eine Antwort schuldig. Egal, ob sie es nicht mitbekommen hat (dann war sie blind...man merkt als Vater oder Mutter doch, wenn sich ein Kind plötzlich verschließt) oder ob sie es gedeckt und weggesehen hat.
    Ich denke, es hilft nichts, mit Deinen Kindern darüber zu reden...noch nicht. Erst mußt Du mit Deiner Mutter drüber reden, ohne schlechtes Gewissen. Du hast das Recht dazu, auch wenn sie diese Fragen evtl. in eine Krise stürzen. Auch durch ihr Verhalten hast Du jahrzehntelang gelitten, da brauchts echt keine Rücksichtnahme.

    Ich wünsch Dir alles, alles Gute

    LG Andreas

    Zitat von inbetween

    Moin moin Andreas,


    M-hm. Seit gestern das Maisfeld abgeerntet wurde, traut sich das Fasanenpärchen nicht mehr von der Stelle - und sitzt deshalb seit mehr als vierundzwanzig Studen dort mitten im Feld im strömenden Regen.

    Herta Müller hat's getroffen: Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt. ;)

    Lieber Gruß
    Lea

    Moin Lea,

    eins ist klar, so ein Fasan,
    hat Menschen bisher nix getan,
    Fasane stelln auch selten Fragen,
    kann man von Menschen so nicht sagen,
    Frau Müller wohl an diesem Tag,
    ein ganzes Stück danebenlag.

    :)

    LG Andreas

    Hi Katha,

    Steuererklärungen zähle ich auch zu meinen Lieblingsaktivitäten und freu mich quasi schon das ganze Jahr drauf, sie freundlicherweise meinem Steuerberater zu überlassen :)
    Ich muß ehrlicherweise zugeben, daß ich mich in meinem Bauherren getäuscht habe...zu seiner Ehrenrettung (und zu meiner Schande) muß ich gestehen, daß er sich inzwischen sogar sehr nett und aufgeschlossen verhält und wir inzwischen ein konstruktives und offenes Verhältnis haben...er sagt sein Zeug, ich sag meines, im fairen, direkten Dialog. Das hätte ich so nicht erwartet nach dem Start und es zeigt mir, daß man Menschen wirklich nicht nach dem ersten Eindruck beurteilen sollte. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, daß sich dadurch sein Arbeitspensum etwas reduziert hat :)

    Thema Weltverbesserungsphase:

    Ich weiß ja nun selbst, das Wegschauen einfacher ist. Aber genau das will ich nicht mehr. Ich mußte genau hinsehen, um meine Alkoholsucht zu erkennen und ich fände es jetzt einfach unkonsequent, grad da hinzusehen und woanders wegzusehen.
    Es ist ein neuer Lebensabschnitt mit einem neuen Andreas, der andere Schwerpunkte setzt, alte Schwerpunkte fallen läßt und sich neue Schwerpunkte sucht. Das hat schon was von "Dachboden aufräumen, nur um neue Sachen raufzuschaffen". Allerdings scheinen mir die neuen Sachen wertvoll genug, sie dauerhaft bei mir zu lassen. Ich hab sie nicht immer im Blick, klar, sind ja auf dem Speicher...aber ich weiß, wo sie zu finden sind.
    Weltverbesserer klingt irgendwie genauso negativ wie Gutmensch...wieso eigentlich ? Sind das nicht Begriffe, die Menschen nutzen, um andere Menschen abzuqualifizieren, nur um die eigene Untätigkeit oder Bequemlichkeit zu kaschieren ?
    Ich bezeichne meine Mitmenschen ja auch nicht als Wegseher, Ignoranten...ich kann sehr gut verstehen, daß sich jemand nicht mit den Problemen der Welt beschäftigen will, einfach nur leben will, ohne Gewissensbisse, ohne die damit zwangsläufig verbundene Teilresignation und Hilflosigkeit. Aber geht das dann nicht auch anders rum ?
    Das ist fast so, als würde man von Alkoholkonsumenten mitleidig angesehen, weil man keinen Alkohol mehr trinkt.
    Ich schreibe niemanden etwas vor, deshalb irritieren mich Menschen, die mir was vorschreiben wollen...und das schon seit ich denken kann...vielleicht auch daher mein grundsätzliches Problem mit Obrigkeiten.

    Ich hab einfach für mich selbst beschlossen, nicht mehr wegzusehen. Und auch was zu tun...wie und was, wird sich zeigen...mein Verzicht auf Fleisch ist eben Teil davon. Und ich werde ganz genau drauf schauen, wo ich mein Geld ausgebe...Stichpunkt Fairtrade.

    Wenn Du mit dem Keksebacken fertig bist, sag mir Bescheid...ich nehm doch an, daß auch für mich ein paar übrig sind ? :)

    Schönen Sonntag noch

    Liebe Grüße

    Andreas