Beiträge von Carpenter

    Moin Correns,

    die Sache mit den Freiräumen ist ne gute Sache. Letztendlich ist man nie selbstständig, weil man mit seiner Firma auch wieder gewissen Sachzwängen unterworfen ist...wirtschaftliche Zwänge, Terminzwänge, steuerliche Voraussetzungen, Kundenwünsche...wobei letztere sich oft sehr gut ausdiskutieren lassen. Ich habe insgesamt gesehen sehr viel Glück mit meinen Kunden, die sehr wohl wissen, was sie wollen, aber trotzdem nicht so festgefahren sind in ihrer Meinung, daß eine Diskussion unmöglich ist. Dieser fruchtbare Dialog ist enorm wichtig, auch für die Selbstmotivation.
    Allerdings wird Dir jeder Selbstständige auch sagen können, was das für das Privatleben heißt...die Firma ist ständig präsent, immer im Hinterkopf, auch bei privaten Entscheidungen. Man hat permanenten Druck, der nicht so einfach auszuschalten ist. Und man unterschätzt am Anfang den Umfang der Arbeit, die da auf einen zukommt.

    Das ist momentan eine meiner größten Baustellen...die Firma zumindest mal für einen Tag in der Woche aus dem Kopf zu bekommen und einfach nur Privatmensch zu sein. Aber auch da zeigen sich erste Erfolge.

    Na, da hast Du Dir ja für Dein nächstes Leben einiges vorgenommen :)

    Aber ja, so klar strukturiert wie Du hier rüberkommst, so zielorientiert (Marathon in Hamburg) und die Tatsache, daß Du Dich auch nicht von Rückschlägen aus der Fassung bringen läßt, bin ich mir sicher, daß Du ein guter Chef wärst.

    Ich wünsch Dir eine schöne Woche

    Schöne Zeit

    LG Andreas

    P.S.: Ich bin zur Zeit unheimlich lauffaul und hab auch meinen Halbmarathon in Fürth sausen lassen...ich bräuchte mal jemanden, der mir dbzgl. in den Arsch tritt :)

    Hi Nys,

    nee, ich frag mich gar nix, denn ich kann Dich verstehen. Ich kann, denk ich, nachvollziehen, was für Gedanken Dich umtreiben. Und ein ehrlicher Schnitt ist immer besser als das Dahinsiechen einer Beziehung.
    Interessant find ich nur, daß Du vor gar nicht allzu langer Zeit von einem gescheiterten Projekt sprachst und von einem evtl. Kinderwunsch. Das Projekt, nehme ich mal an, war ein eigenes Haus mit entsprechend Platz für Deine Tiere...oder irre ich mich ?
    Letztendlich mußt Du froh sein, daß es mit beiden Dingen nicht geklappt hat, denn dann wäre Dir die Entscheidung ganz sicher noch schwerer gefallen.

    Ich denk mir das so:

    Du wolltest was ändern, hattest die Hoffnung, daß die Sache mit xy einen Neustart ermöglicht, nach dem sich einiges zum Besseren wendet...und das hat so nicht funktioniert. Er hat sich nicht bewegt, wollte oder konnte sich nicht ändern. Der alte Trott hat sich wieder eingeschlichen und die positive Entwicklung ist ausgeblieben.

    Das tut mir erstmal wirklich leid. Ich habe momentan so viele langjährige Beziehungen in meinem Umfeld, die in die Brüche gehen, daß ich manchmal zweifle, ob die Ehe an sich überhaupt noch eine zeitgemäße Institution ist. Ich konnte mich immer köstlich über den Ausdruck "Lebensabschnittspartner" amüsieren. Das seh ich inzwischen etwas anders. Für viele Menschen ist es genau das...eine Beziehung, die dann endet, wenn zwei Menschen sich gegensätzlich entwickeln, andere Interessen haben, sich nichts mehr geben können. Dann trennt man sich. Logisch gesehen eine absolut vernünftige Sache...aber Logik ist nicht immer die richtige Herangehensweise...wichtig ist, was das Herz sagt.

    Dein Herz hat Dir gesagt, daß es so nicht mehr funktioniert. Und dann ist die Entscheidung mMn. richtig.

    Ich finde es sehr gut, daß Ihr die Trennung offenbar ohne Streit über die Bühne bringen wird...und ich bin mir sicher, daß da draussen jemand ist, der Dir das geben kann, was Du vermisst.

    Liebe Grüße

    Andreas

    Hi Nys,

    diese Zeilen haben mir schon klar gemacht, was bei Dir ansteht. Und Du hast mit fast allen Dingen recht, die Du da so schreibst.
    Als ich noch gesoffen habe, hatte ich oft den Eindruck, nicht mehr "nach Hause" zu kommen. Ich fühlte mich fremd in meinem eigenen Haus, es war nicht der Ort, an den ich zurückkommen wollte...meine Frau war nicht die Person, mit der ich meine Zeit verbringen wollte...ständige, allerdings gerechtfertigte Vorwürfe wegen Alkohol und anderen Dingen, die ich nicht hören wollte...ich hatte das Gefühl, bevormundet zu werden und die einzige Person, die mir die Wahrheit ins Gesicht sagte, wurde von mir gemieden. Dann schon lieber in die Werkstatt und alleine zusaufen, um dann so schnell wie möglich wieder auf die Arbeit zu gehen...
    Ich habe, wie Du, alles auf den Prüfstand gestellt, war ne ganze Woche von zuhause ausgezogen...allerdings immer unter Alkohol. Ich hatte das Gefühl, daß ich mein Leben so nicht mehr leben wollte und konnte. Ich wollte allein sein, wollte alle Verantwortung abgeben...und hab dann doch relativ schnell gemerkt, daß mir was fehlt, obwohl ich nun machen konnte, was ich wollte...
    Letztendlich bin ich wieder zuhause eingezogen und es hat sich mit meiner Trockenheit viel verändert. Mein Zuhause ist auch wirklich wieder mein Zuhause, mein Interesse galt inzwischen wieder den Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Auch dieses Gefühl, sich zu freuen, wenn man den Partner sieht, ist wieder da. Ich rede viel mit meinen Jungs, die beide noch im Haus wohnen, ich bin wieder ein Teil ihres Lebens und sie sind ein Teil meines Lebens...sie wissen wieder, daß sie auf mich zählen können.
    Dazu kamen ganz klare Aussprachen mit meiner Frau, schonungslose Aufklärungsarbeit von beiden Seiten, bei denen es oft zum Streit kam...eine schwierige Zeit für mich, da ich ja erst frisch trocken war und für meine Frau, weil sie natürlich auch Angst hatte, daß ich rückfällig werde (in jeder Beziehung) und alles von vorne losgeht. Aber es hat sich gelohnt. Es hat sich definitiv was verändert...zum Positiven.
    Wir sind dabei, uns so zu akzeptieren, wie wir sind...ohne Versuche, den anderen ändern zu wollen. Klar, das heißt natürlich nicht, daß man jetzt nur noch macht, was man will - ein gewisser Konsenz gehört immer zu einer Partnerschaft dazu.
    Wir sagen unsere Meinung, ohne die des anderen ändern zu wollen...egal, wie abwegig wir die auch finden.

    Nur ein Beispiel:

    Ich will im nächsten Jahr zusammen mit meinem jüngsten Sohn ein kleines Open-Air mit drei Bands der härteren Gangart auf meinem Grundstück veranstalten. Vor zwei Jahren hätte meine Frau noch unter Hinweis auf die Midlife-Crisis gefragt, ob ich nicht ganz dicht bin. Mir erkärt, daß das doch eh nicht zu realisieren wäre. Inzwischen sagt sie: Ich find die Idee zwar nicht so toll, aber wenn Du meinst...dann mach halt.
    Und das tut der Beziehung gut...die Tatsache, daß sich beide Schritt für Schritt auf den anderen zubewegen.

    Was nun Deine Beziehung angeht, kann ich aus der Ferne wenig sagen...aber ich denke, Dir fehlt genau das, was Dein XY hatte...Emotionalität, spürbare Zuneigung, Aufmerksamkeit...die Dinge halt, die im Laufe der Jahre in einer Beziehung oft verloren gehen. Männern fällt das mMn. weniger auf als Frauen und auch ich bekomme das ab und zu noch zu hören.
    Ich weiß nicht, ob Ihr zwei noch bereit seit, an Eurer Beziehung zu arbeiten. Du schreibst selten über Deinen Mann und kann ihn daher nicht beurteilen. Mir ist nur aufgefallen, daß Du schreibst, Du hättest alles gegeben...Du hast ihm allerdings durch die Beziehung zu XY auch sehr viel genommen - genau wie ich meiner Frau...nämlich ein Stück Sicherheit. Ich könnte mir vorstellen, daß er sich emotional bewußt etwas rausgenommen hat, um bei einem zweiten XY nicht so verletzt zu werden. Wie gesagt, reine Hypothese meinerseits...viel läßt sich ja im Offenen nicht schreiben. Ich würde es vermutlich so machen...einfach Gefühle rausnehmen, um dann später nicht mehr so verletzt zu sein. Männer können das, sind da rationaler...was ihnen ja auch oft genug vorgeworfen wird :)

    Ich wünsche Dir, daß Du die richtige Entscheidung triffst. Ich kann Dich verstehen und mußte gestern schon ab und zu an Dich denken, weil ich wußte, daß es ein entscheidender Tag für Dich sein kann.

    Aber ich schätze Dich inzwischen so ein, daß Du die Entscheidung, die für Dich selbst am Besten ist, klar erkennst und dann triffst...mit allen Konsequenzen. Und vielleicht solltest Du das mit dem Rauchen aufhören vielleicht doch noch ein paar Wochen verschieben...pack Dir kein ZU großes Päckchen auf den Rücken...

    Ich bin im Gedanken bei Dir, wenn man das so sagen kann, ohne als Co zu gelten...

    Liebe Grüße

    Andreas

    Zitat von Morgenrot

    Hallo Andreas,

    danke dir für deinen offenen Beitrag, der mich sehr berührt hat.
    Es ist für mich wichtig, nur das anzukündigen, was ich auch wirklich "durchziehen " kann, denn sonst werde ich ja nicht mehr ernst genommen.
    Deine Frau hatte es sicherlich auch schon öfter angekündigt.
    Mich beeindruckt gerade, das du in diesem Moment genau wußtest, das es jetzt Ernst wird.
    Danke für deine Schilderung.


    lg Morgenrot

    Hallo Morgenrot,

    genau das ist das Interessante an der Geschichte...angedroht hat mir meine Frau das schon öfter...halbherzig und vorsichtig...so nach dem Motto "Wenn Du so weitersäufst, weiß ich nicht, was aus uns wird". Diese Steilvorlage habe ich nur zu gerne angenommen, kurze Trinkpausen eingelegt und dann dosiert und dann später wieder heftiger weitergesoffen. Ich war mir ihrer sicher, trotz meines Alkoholmißbrauchs. Warum mir genau in diesem Moment klar war, daß sie soweit ist, es auch wirklich durchzuziehen, weiß ich nicht genau...vielleicht war es die Verzweiflung, die fast mit Händen zu greifen war...dieses Gefühl, daß sie einfach nicht mehr so leben kann, egal, was sie für mich empfindet...und das war dann auch das Signal, daß meine Alkoholsucht nicht nur mir schadet, sondern auch meiner Frau, meinen Kindern...die Erkenntnis war da, auch wenn ich mich noch tagelang dagegen gesträubt habe...wie ein Virus, der sich langsam, aber sicher seinen Weg sucht. In diesem Fall ein sehr positiver Virus :)

    Schöne Zeit

    LG Andreas

    Das hast Du sehr gut erkannt...für mich war, im Nachhinein betrachtet, der Alkohol auch ein Weg, mich abzuschotten, alleine zu sein. Ich brauche diese Einsamkeit ab und zu. Ich bin keiner, der ständig nur sich selbst braucht...ich bin gern unter Leuten, allerdings nur unter denen, die ich auch wirklich mag. Elternabende im Kindergarten oder in der Schule z.B. haben mich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Dieses oberflächliche Gequatsche, diese Selbstdarstellungen waren für mich die reinste Folter.
    Das ist ein Wesenszug, der mich seit meiner Kindheit begleitet...ich brauche ab und zu diese Einsamkeit, um nachzudenken, diese Melancholie, die früher immer am Rande der Depressionen spazierte. Mittlerweile kann ich diese Melancholie, die meistens mit entsprechender Musik einhergeht, in wenigen Stunden abschalten, so daß ihre depressiven Züge nie wirklich zum Vorschein kommen. Das ist verdammt schwierig zu erklären und ich weiß auch nicht, ob es überhaupt jemanden gibt, dem es ähnlich geht. Für mich war dieser Schritt, meine Melancholie steuern zu können, ein wichtiger und riesengroßer Schritt...fast so groß wie der, abstinent zu bleiben.

    Schöne Zeit

    LG Andreas

    Moin Frank,

    Enttäuschung ist vielleicht ein zu starker Begriff...man könnte auch sagen verblüfft, irritiert...was weiß ich :)
    Es ist ja nicht so, daß ich mir ständig Gedanken mache "Mensch, bist Du blöd, daß Du erst so spät realisiert hast, daß Du Alkoholiker bist". Das sind kurze Momente, in denen man reflektiert und sich wundert, daß man die klaren Anzeichen nicht deuten konnte. Und dann wird einem bewußt, daß man süchtig (von mir aus auch krank) war (ist) und Sucht eben genauso funktioniert...es läßt einen nicht mehr rational denken.

    Ich bin einfach nur froh, daß ich die Kurve noch gekriegt hab...ich trauere nicht der Zeit hinterher, sondern schau nach vorne...und da seh ich für meine Verhältnisse relativ viel Licht im gar nicht mal so dunklen Tunnel.

    Ich wünsch Dir viel Kraft, Du machst ja auch nicht grad ne leichte Zeit durch. Freu mich immer, von Dir zu hören.

    LG Andreas

    Zitat von Lucina

    Ist es tatsächlich so, dass man nie wieder seine negativen Charaktereigenschaften, die man sich in Alkoholzeiten angeeignet hat, wieder los wird?

    Ich habe die Vorstellung das ich wieder "die Alte" sein werde, wenn ich mein weiteres Leben nüchtern bleibe!

    Aber anscheinend mache ich mir da etwas vor^^ Wahrscheinlich ist zu vieles in den "Alkoholzeiten" passiert und prägt natürlich auch den Partner.

    Irgendwer von den AA hat mir mal gesagt, das trockene Alkoholiker die besseren Menschen seien. Diese Aussage habe ich ganz merkwürdig gefunden!

    Moin Lucina,

    ich denke, Du hast meinen Beitrag etwas falsch interpretiert. Der Mensch entwickelt sich ständig weiter (sollte er zumindest). Das muß ja nicht negativ sein, im Gegenteil. Normalerweise funktioniert das so, daß man Erfahrungen macht und daraus gewisse Lehren zieht...nun sind wir Alkis im Lehren ziehen, grad was die Sucht anbelangt, ja nicht unbedingt die Allerschnellsten :-). Aber trotzdem ist man, ob nun mit oder ohne Alkohol, nicht mehr derselbe Mensch, der man vor 20 Jahren (und so lange sind ja schon einige von uns abhängig/gewesen) mal war. Grundsätzliche Wesenszüge bleiben (und die macht auch der Alkohol nicht kaputt), andere Verhaltensweisen ändern sich. Ich bin z.B. inzwischen sehr selbstbewußt und sage klar und deutlich, was ich will. Das war vor 20 Jahren anders...da hab ich versucht, es jeden recht zu machen...das war für meine Mitmenschen bequem und angenehm...umso verblüffter ist dann so mancher, daß ich mich dahingehend geändert habe...trotz Alkoholmissbrauch.
    Ich denke nicht, daß der Alkoholmißbrauch einen Menschen umkrempelt. Aber Wesensveränderungen, die der Partner möglicherweise auf den Alkohol zurückführte, müssen nicht zwangsläufig daher rühren. Insofern kann ein Partner durchaus überrascht sein, daß er trockene Alkoholiker nicht mehr derselbe ist, der er mal war. Aber das muß ja, wie gesagt, nichts negatives sein, im Gegenteil.

    Tja, und trockene Alkoholiker, die die besseren Menschen sind ? Das halte ich für elitäres Denken und elitäres Denken ist mir absolut suspekt.
    Es gibt Menschen mit vielen Fehlern, die ich mag...und es gibt Menschen mit wenig Fehlern, die ich nicht mag...das ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern einfach eine Frage der Kommunikation und der Sympathie.

    Wünsch Dir eine schöne Zeit

    LG Andreas

    Zitat von Correns

    [quote='Carpenter']
    Selbst Verantwortung zu übernehmen,
    ist für mich eine ganz wichtige Essens meines Lebens.
    Ich denke lieber selbst, als von anderen gedacht zu werden.

    Ein trockener Mensch wird durch seine Trockenheit
    nicht automatisch zu einem besseren.

    Viele Grüße
    Correns

    Moin Correns,

    mir wurde schon vor vielen Jahren klar, daß ich mich unter einem Chef nicht einordnen kann. Es ist mir einfach unmöglich, Anweisungen durchzuführen, von denen ich nicht überzeugt bin. Und das ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt...nur wenn ich von etwas überzeugt bin, gebe ich auch mehr als 100 %, um es durchzusetzen. Das ist übrigens mit dem Alkohol ganz ähnlich. Erst, als ich völlig überzeugt davon war, daß ich Alkoholiker bin, konnte ich die entsprechende Reaktion zeigen.

    Tja, und klar wird ein trockener Alkoholiker nicht automatisch auch ein besserer Mensch...ich versuche, Menschen, die Alkohol konsumieren, nicht zu belehren oder zu ändern. Fragt man mich zu meiner Meinung, dann sag ich die offen und ehrlich (z.B. Du hast mMn. schon deutliche Züge einer Alkoholabhängigkeit)...aber von selbst kommt da nix...warum auch - ich weiß ja aus eigener Erfahrung, daß gute Ratschläge von Bekannten nichts ausrichten.

    Schöne Zeit Dir und viel Spaß mit Deinem Projekt

    LG Andreas

    Hallo Forum,

    bin momentan etwas im Stress und grad auf dem Sprung. Ich werde Euch dann morgen ausführlich antworten.
    Vorab erstmal vielen Dank für die vielen interessanten Rückmeldungen. Es sind einige wichtige Dinge dabei, die es zu ergänzen bzw. klarzustellen gilt.

    Nys :

    Ich hatte ehrlich gesagt schon so ein Gefühl, daß es zwangsläufig so kommen würde...es gab mMn. relativ viele Anzeichen dafür und nachdem Du momentan wirklich alles auf den Prüfstand stellst, war ich mir ziemlich sicher, was Du meinst.

    Ich wünsch Dir viel Kraft und allen noch einen schönen Tag. Genießt die Sonne, wenn möglich.

    LG Andreas

    Hallo Nys, Hallo Wacholderfrau, Hallo Forum,

    nee, für ein Lob gibt es nun wirklich keinen Grund...ich habe nicht umsonst geschrieben, daß alles auf der Kippe stand (nee, nicht die vom Raucherthread :-))
    Der Alkohol war zwar das Hauptproblem, aber allein mit meiner Abstinenz ist es nicht getan...für beide Seiten nicht. Da wartet noch jede Menge Arbeit. Ich bin ein Mensch, der sich nicht gerne was sagen läßt, der so wenig Verantwortung wie möglich abgibt. Das klingt zunächst seltsam, grade als Alkoholiker, der ja im Endeffekt sehr viel Verantwortung an die Flasche abgegeben hat. Ich brauch meinen Freiraum und mach ganz sicher nicht immer das, was andere von mir erwarten, nur weil sie es erwarten. Ich bin und bleibe da ein klitzekleiner Anarchist :) Ich will an dieser Stelle auch gleich mal mit einer anderen Illusion aufräumen...Partnerschaften funktionieren nicht zwangsläufig reibungsloser, weil der Partner mit dem Saufen aufhört. Es ist nur eine Basis, eine Grundvoraussetzung, um sich objektiv darüber klarzuwerden, ob und wie eine Partnerschaft (noch) funktionieren kann.
    Irgendeine Userin hat vor kurzem im Co-Bereich geschrieben, daß sie sich trotzdem irgendwie vom Partner löst, obwohl der so gut wie gar nicht mehr trinkt. Das ist ein interessanter Punkt. Man darf nicht vergessen, daß der Alkoholmißbrauch über Jahre bzw. Jahrzehnte betrieben wurde und damit auch Wesensveränderungen beim Partner überdecken konnte. Nicht jeder Alkoholiker hat sich über die Jahre ausschließlich wegen dem Mißbrauch, sondern auch persönlich in eine andere Richtung verändert.
    Abstinenz ist ne tolle Sache...aber bzgl. der Partnerschaft nicht mehr als eine Möglichkeit der Bestandsaufnahme. So manche Co wird womöglich enttäuscht sein, daß sie den Menschen, den sie vor Jahren mal geheiratet hat, auch nüchtern nicht zurückbekommt. Das hat was Fatalistisches...man hat nach Jahren des Kampfes vielleicht endlich den Partner so weit, daß er nicht mehr trinkt...und ist dann trotzdem enttäuscht, was da noch übrig ist.

    Was meine Eltern angeht:

    Ich hatte keine schwierige Kindheit...das kann man so nicht sagen. Aber im Gegensatz zu meinen Kindern wurde mir nie so etwas wie Selbstbewußtsein vermitttelt. Viele User hier schreiben, daß sie bewußt oder unbewußt kleingehalten wurden, daß andere Kinder immer besser waren als man selbst. Das kann auch ich unterschreiben. Ich rede meine Eltern auch nicht mit Papa oder Mama an, sondern nenne sie beim Namen...für mich ein klares Indiz, daß da vieles im Argen lag. Aber ich hege keinen Groll, sondern sehe auch die Umstände. Schließlich bin ich selbst Vater und treffe oft genug auch falsche Entscheidungen, was meine Jungs betrifft. Den Versuch, mich beeinflußen zu wollen, haben meine Eltern entnervt, aber inzwischen doch recht souverän aufgegeben. Seitdem ist unser Verhältniss besser, um nicht zu sagen normal geworden.
    Besonders lustig find ich ja, daß mein Vater immer um die Kurve fragt, ob ich noch abstinent bin, weil er nicht so direkt sein will. Das ist so, wie wenn einer von Berlin nach München über Paris fährt :)

    Nys, Du bist eigentlich indirekt dafür verantwortlich, daß ich hier mal etwas privater geworden bin, weil Du geschrieben hast, daß ich normalerweise nie privat werde...das wollt ich bloß mal widerlegen :-))

    Euch allen ne schöne Zeit

    LG Andreas

    Moin Forum,

    es regnet...sitze im Büro und hab so gar keine Lust, Rechnungen und Angebote zu schreiben.

    Da schreib ich lieber mal, wie es bei mir zu der Entscheidung kam, mit dem Saufen aufzuhören. Es war nämlich, um es vorneweg zu nehmen, nicht unbedingt mein Verdienst, daß ich heute abstinent bin.

    Mein Alkoholkonsum hat sich über die Jahre immer mehr gesteigert. Früher war ich meistens nur am WE alkoholisiert unterwegs, dann zunehmend auch unter der Woche und im Laufe des letzten Jahres gab es kaum noch Tage, an denen ich nicht getrunken habe. Die Einzige, die mich zunächst auf meinen Alkoholkonsum angesprochen hat, war meine bessere Hälfte. Es kam häufig zum Streit wegen dem Alkohol...sie sagte, daß ich ein ganz anderer Mensch bin, wenn ich getrunken habe...nicht der, den sie eigentlich kennt. Und wie es sich für einen richtigen Alkoholiker gehört, hab ich das natürlich ins Reich der Fabel verwiesen. Sicher, ich kannte mich ja selbst nur noch alkoholisiert.
    Um des Friedens Willen hab ich dann immer mal wieder Trinkpausen eingelegt, zum einen um sie zu besänftigen, zum anderen um sagen zu können: Sieh her, ich kann auch ohne Alkohol. Und hab nach den Trinkpausen fröhlich weitergesoffen, die Tage gezählt, bis meine Trinkpause vorbei ist. Und dann ging das ganze Spiel wieder von vorne los...ich besoffen, meine Frau unglücklich und hilflos. Bis die Situation irgendwann eskalierte...neben anderen Eskapaden, über die ich hier nicht im Öffentlichen schreiben will, hab ich regelmäßig weggebeamt, bin nächtelang weggeblieben, hab klargelegt, daß ich mein Leben so leben will, wie ich mir das vorstelle. Vermutlich war da auch so ein Anflug von Midlife-Crisis dabei. Ich bin jeder vernünftigen Diskussion aus dem Weg gegangen...geredet hab ich nur noch mit mir selber und mit meiner Bierflasche...bis eines Morgens ein Brief auf meinem Laptop lag...die klare Ansage, daß ich entweder mit dem Saufen aufhöre (und zwar ganz) oder sie sich von mir trennt. Der Brief klang verzweifelt, traurig, nachdenklich, aber auch bestimmt...ich wußte schon beim ersten Durchlesen, daß sie diesmal Ernst machen würde. Da also war sie nun, die Entscheidung: Entweder Alkohol oder Familie. Zunächst war ich wütend...wer hat eigentlich das Recht, mich vor so eine Entscheidung zu stellen ? Inzwischen weiß ich, daß es im Grunde sogar ihre Pflicht war, mich vor diese Entscheidung zu stellen.
    Ein Zusammenleben mit mir war nicht mehr möglich und ich frage mich oft, ob ich diese Situation nicht bewußt herbeiführen wollte.
    Vor wenigen Wochen hat mir meine bessere Hälfte dann erzählt, daß sie unheimlich Angst hatte, mir diesen Brief zu schreiben...sie war sich sicher, daß ich mich für den Alkohol entscheiden würde. Trotzdem hat sie den Brief geschrieben. Inzwischen weiß ich, daß meine eigenen Eltern ihr dazu geraten haben, weil sie es selbst nicht mehr mit ansehen konnten, wie meine Frau unter meiner Sauferei gelitten hat.
    Um ehrlich zu sein war meine erste Reaktion wieder Wut und Enttäuschung...eigentlich sollten doch zumindest meine Eltern auf meiner Seite stehen, so meine erste Empfindung. Die Erkenntnis, daß sie durch diesen Rat ja auf meiner Seite standen, kam nach und nach...genauso, wie nach und nach die Erkenntnis kam, daß ein Leben ohne Alkohol soo viel besser ist als mit Alkohol.
    Heute empfinde ich weder Wehmut noch Zorn, wenn ich an Alkohol denke...mir fehlt nix, im Gegenteil.
    Ich stand auf einer Klippe und hab mich grad im letzten Moment noch entschlossen, wieder umzukehren.
    Heute empfinde immer noch etwas Enttäuschung über mich selbst, daß es erst diesen gewaltigen Schubser gebraucht hat, um mich vom Alkohol zu lösen.
    Gleichzeitig empfinde ich Dankbarkeit, daß meine Familie die richtige Entscheidung getroffen hat.

    Ich weiß allerdings auch, daß es bis zuletzt ein Roulettespiel war...es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte den letzten Schritt von der Klippe gemacht.

    So, jetzt muß ich dann doch mal etwas arbeiten.

    Ich wünsche allen Usern ein schönes, trockenes, zufriedenes WE.

    LG Andreas

    Moin Zwergin,

    in Deinem vorletzten Post hast Du geschrieben, vor was Du eigentlich Angst hast...nicht davor, Dich von Deinem XY zu trennen und auf eigenen Beinen zu stehen, sondern Angst vor seiner Reaktion.
    Für mich ein eindeutiges Indiz, daß Du eigentlich durch bist mit ihm...und damit ist Deine Entscheidung auf alle Fälle richtig.

    Mal ehrlich, leid tun braucht Dir Dein XY nicht...die meisten Alkoholiker sind keine schlechten Menschen, wenn sie nüchtern sind...sind sie aber leider nur sehr selten.
    Auf diese wenigen, nüchternen Momente zu hoffen ist einfach nur Verschwendung von wertvoller Lebenszeit für Dich.

    Du hast vermutlich ein paar schwere Tage vor Dir...Dein XY wird Dich vermutlich beschimpfen, anflehen und manipulieren wollen. Bleib stark...Du machst mMn. alles richtig.

    Knick nicht ein, dann ist Dein Leben DEIN :)

    Ich wünsch Dir viel Kraft.

    LG Andreas

    Zitat von Nys


    Da frag ich mich, ob ich in Zukunft ehrlich zu meinen Mitlesern sein soll - oder ob es mir nicht besser gut täte hier stromlinienförmig durchzuschwimmen und die wirklich kantigen Dinge -die mich wahrscheinlich hier hergeführt haben- einfach hinten unter sacken lasse. Aber vielleicht fange ich dann auch an, auf Beiträgen rumzuhacken, die unverblümt von menschlichem Versagen berichten.

    Hi Nys,

    tja, hab ich mir fast gedacht, daß Dich die kleinen Tumulte im Rauchen-Thread etwas nachdenklich gemacht haben.

    Es kommt hier im Forum auch immer mal wieder zu Mißverständnissen, weil man so drauf losschreibt, wie einem der Schnabel gewachsen ist...Leute, die einen kennen, können das einordnen..hier hat man dagegen nur das, was dann auch auf dem Bildschirm auftaucht...ohne Gestik, ohne Mimik...und was im Offenen eben schwierig ist...ohne bzw. mit spärlichen Hintergrundinfos.

    Ich bin mir allerdings auch sicher, daß noch ein anderer, absolut menschlicher Faktor ne Rolle spielt...Sympathie und Antipathie...manche User hier liest man eben gerne und andere User versteht man nicht so wirklich...und die verstehen einen dann meistens auch nicht :)

    Bleib Du mal schön so wie Du bist und schreib, wie Du es für richtig hältst.
    Und schreib weiterhin ehrlich, was Dich bewegt...was sollte es auch bringen, es nicht zu tun ?

    Gegenwind stärkt die Rückenmuskulatur...für die Beckenmuskulatur mußt Du Dir dagegen was anderes überlegen :)

    LG Andreas

    Zitat von Trek

    @ Carpenter, oh, austeilen bist du besser als einstecken, übrigens hatte ich auch den :wink: verwendet. Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass es einfach ist sich der Rauchsucht zu entledigen. Der erste Schritt wäre, sich einzugestehen, dass man abhängig ist und nicht verharmlosend von Rauchgewohnheiten zu sprechen. Du bist zigarettensüchtig, jetzt kannst du dir zunächst überlegen, ob du es bleiben willst oder nicht. Wenn nicht gibt es ähnlich wie beim Alkohol einen guten Weg, der sieht aber so aus, dass du einiges im Leben verändern musst. Da gibt es Menschen wie Nys, die sich einen Stichtag setzen und dann ganz aufhören. Dann beginnt für mich erst die Rauchentwöhnung, solange ich noch täglich eine Ration zu mir nehme, stehe ich unter dem Einfluss des Suchtmittels.
    Also soweit meine Gedanken zum Thema. Das hat jetzt mit eigener Erfahrung zu tun, also eventuell hilfreiche kritische Gedanken.
    Aber ich sehe ein, ich wurde nicht gefragt, um meine Meinung und verlass hier mal den Raum.
    Wünsche allen, die es wollen noch einen rauch-freien Tag.
    Trek

    Hi Trek,

    Also nochmal ganz entspannt:

    Ich seh es ja grundsätzlich so wie Du...Reduzieren funktioniert mMn. nicht und ohne jeden Zweifel ist Rauchen eine Sucht wie jede andere auch. Das hat aber doch eigentlich auch nicht wirklich jemand in Frage gestellt, oder ?
    Es ging mir eher um diesen barschen Ton, der in diesem Thread auf einmal herrschte. Und persönlich angesprochen hab ich ja auch keinen, sondern eher ganz allgemein gesprochen.
    Du sprichst von persönlichen Erfahrungen, die Du hier einbringen wolltest...meine persönliche Erfahrung ist eben, daß ehemaliger Raucher (jetzt Nichtraucher) besonders intolerant sind, was das Rauchen betrifft. Mich juckt das wenig, da ich eh nur dort rauche, wo es niemanden stören kann, aber es fällt mir halt auf.
    Das eher lieb gemeinte Sprüchlein mit den Zicken ist halt so meine flapsige Art...da steckt kein Angriff oder gar eine indirekte Herabsetzung dahinter...wer mich kennt, weiß das.

    Insofern nix für ungut...ich hab wirklich keine Lust, mich hier mit Dir zu kappeln...schon gar nicht wegen solcher Nichtigkeiten...denn mehr war da mMn. nicht....am wenigsten eine Aufforderung, Deine Meinung nicht zu äußern.

    Peace

    LG Andreas

    Zitat von Trek

    einmal die Chauvikasse für Carpenter... echt krass. Hast du noch mehr so Sprüche auf Lager, ich weiß "Raucher sind die toleranteren Menschen" ;-), sowas in der Richtung fehlte noch.
    :roll:

    Also Zicken sehe ich hier nicht, auch wenn ich nicht einer Meinung bin mit Lindi. Also liebe Chauvis der Welt, Frauen können auch schon mal streiten und durchaus unterschiedlicher Meinung sein, denn Frauen haben Meinungen :)
    Piep piep piep, wir haben uns nicht immer alle lieb und das ist auch gut so!

    So das waren jetzt meine Sprüche aus der Box

    allein einen rauchfreien Abend, die die wollen und können

    gruss Trek

    Moin Trek,

    der Ausdruck "Zicke" war klar ersichtlich mit einem Augenzwinkern geschrieben, daher auch der Vergleich mit Hartmut und mir (wobei ich dabei vermutlich Hartmut auf den Schlips getreten bin). Wenn man sich den Schuh dann trotzdem anzieht, ist das sicher nicht mein Problem.

    Aus selbigem Grund zieh ich mir z.B. den Schuh "Chauvi" nicht an, weil er mir vorne viel zu eng ist.

    Eigentlich war es nur der Versuch, die ziemlich persönlich werdende Diskussion etwas aufzulockern. Das scheint zumindest nicht mal ansatzweise gelungen. Diese Kritik nehm ich gerne an.

    Witzig find ich dagegen, daß Du ganz explizit darlegst, daß Frauen Meinungen haben...als hätte das jemals irgendwer bezweifelt.

    Tja, und an meiner Toleranz besteht wohl überhaupt kein Zweifel...ich bin sogar so tolerant, daß ich den beiden hier kritisierten, zukünftigen Nichtraucherinnen ihre eigene Art und Weise zubillige, sich ihrer Rauchgewohnheiten zu entledigen...was anderen Usern offenbar nicht ganz so leicht fällt :)

    LG Andreas

    Moin Cemend,

    puh, das tut mir leid. Es gibt tatsächlich solche Tage, da kannst Du machen was Du willst...es läuft trotzdem alles die Quer.

    Aber positiv war der Tag trotzdem...Du hast Dich nämlich von äußeren Umständen nicht dazu verleiten lassen, Deinen Weg zu verlassen...Du hast Deinen Ärger und Deine Enttäuschung nicht runtergespült, hast nicht verdrängt. Diese Gedanken, daß man früher solche Steilvorlagen gerne genutzt hat, um sich zuzusaufen, sind auch bei mir noch ab und zu da, aber mit der gewissen Distanz. Da ist keine Wehmut dabei, sondern nur Erleichterung und Überzeugung, inzwischen richtig zu handeln.

    Freut mich, daß Du auf dem Weg geblieben bist. Deiner Oma gute Besserung...

    LG Andreas

    Oha...was ist denn hier los ? Ein ausufernder Zickenkrieg ? Dagegen sind Hartmut und ich ja noch die reinsten Waisenknaben *hehe*

    Ich persönlich glaube auch nicht, daß man das Rauchen aufhören kann, indem man es reduziert. Bei mir funktioniert das jedenfalls nicht. Ich habe vor 12 Jahren von heute auf morgen (Sylvester) aufgehört und dann nach 10 Jahren wieder angefangen. Nicht, weil mich die Sucht dazu gezwungen hat, wieder anzufangen, sondern weil ich einfach ab und zu mal wieder ein Cigarillo oder zu gewissen Anläßen rauchen wollte. Bei mir funktioniert Nikotin reduzieren ebensowenig wie Alkohol reduzieren. Auch da heißt es ganz oder gar nicht.

    Ganz wichtig find ich den eigenen Willen, aufhören zu wollen. Da muß schon die innere Überzeugung da sein. Sind da noch Restzweifel vorhanden, wird das vermutlich nichts. Aber man darf ja nicht immer von sich auf andere schließen.

    Also ich weiß ganz genau, daß für mich auch wieder der Tag kommen wird, an dem ich von heut auf morgen aufhöre...aber ich bin rein einstellungstechnisch noch nicht so weit...also versuch ich es erst gar nicht.

    Aber etwas komisch find ich das schon, daß man sich jetzt über die lockere Art und Weise der Beiden so echauffiert. Man kann noch nicht immer alles so verbissen und ernst sehen...es sei denn, man ist ehemaliger Raucher und jetzt militanter Nichtraucher...die sind nämlich wirklich am Schlimmsten. Da wird auf einmal eine Toleranz eingefordert, die man jahrzehntelang selbst nicht an den Tag gelegt hat.

    Ich denke, die Nichtraucherschutzgesetze sind inzwischen griffig genug. Passivrauchen ist nun wirklich ne schlimme Sache, aber ich frag mich schon, wo ein heute noch ein Nichtraucher zum Passivrauchen gezwungen ist.

    Also, Contenance, meine Damen. Nachher müßt Ihr Euch vor lauter Ärger nur wieder eine anstecken :)

    LG Andreas

    Moin Frank,

    das Problem sind eigentlich diese extremen Temperaturschwankungen...vor vier Tagen noch 35 Grad im Schatten (aufm Dach natürlich noch mehr), dann Temperatursturz auf früh 10 Grad. Ich denke, das macht den Menschen zu schaffen.
    Hätte der Körper mehr Zeit, sich auf die Hitze einzustellen, wäre das alles halb so wild.
    Aber es ist halt, wie es ist...am Wetter kannste nunmal nix ändern.
    Dafür bin ich jetzt schon wieder schön braungebrannt :)

    Moin Forum,

    geht es Euch eigentlich auch so, daß das WE momentan irgendwie nur halb so lang ist wie sonst ? Irgendwie läuft das WE wie im Zeitraffer ab und schwupps steht der Montag wieder vor der Tür *seufz*
    Wenn ich noch saufen würde, wäre das WE wohl noch schneller rum.

    Na, dann wünsch ich Euch allen mal ne schöne Woche und den Rauchaufhörwilligen unter Euch ein gutes Gelingen. Ich drück Euch ganz fest die Daumen.

    LG Andreas

    Moin Jens,

    komisch sind diese Träume nicht...ich hab sie auch...ich bin jetzt etwas mehr als ein halbes Jahr trocken und hab dieselbe Erfahrung gemacht...die Gedanken an Alkohol werden weniger, allerdings träume ich ab und zu, daß ich rückfällig werde...im Traum geschieht das immer auf dieselbe Weise...ich trinke völlig unbewußt ein Bier und erkenne erst, als ich es leergetrunken habe, was ich da gemacht habe...dann kommt die Reaktion "Scheiße, was hast Du da grade gemacht". Nie ist es im Traum so, daß ich mehr trinke...immer nur das eine Bier. Aber das reicht, um, wie Du es ausdrückst, entsetzt zu sein.

    Ich interpretiere das immer so:

    Bereits dieses eine Bier reicht aus, um alles, was Du bisher an positiver Entwicklung erfahren hast, auf einen Schlag zunichte zu machen. Unwiderruflich.

    Ne schöne Schocktherapie, die sich der Körper da ausgedacht hat. Denn man wacht aus dem Traum ja wieder auf, hat sein eigenes Warnsignal erhalten und bleibt wachsam.

    LG Andreas

    Hi,

    Nys :

    Ja, die Sonne ist mir auch wesentlich lieber als der Winter. Für mich gilt grundsätzlich: Sobald ich kurze Hosen anziehen kann, geht es mir auch mental gut. Klingt blöd, ist aber so. Ich kann dieses ganze Eingezwänge in Klamotten nicht leiden. Bei meinem 40. Geburtstag hab ich den Gästen vorher gesagt, daß sie Bikini und Badehosen einpacken sollten...die haben mich nicht für ernst genommen und sind tatsächlich bei 34 Grad mit akurater Kleidung erschienen...ihr Pech...ich hab nämlich meinen aufblasbaren Swimmingpool nur für wenige Minuten verlassen...war ja schließlich mein Geburtstag. Ein Job, in dem ich nen Anzug tragen müßte, wäre für mich undenkbar. Palastwache schon gar nicht :)

    Lindi :

    Schön, daß Du mich mal besuchst.

    Ich denke, ich weiß, auf was Du hinauswillst. Ich als Selbstständiger hab es sozusagen selbst in der Hand, ab gewissen Temperaturen den Stecker zu ziehen. Und das ist in der Tat auch so. Im letzten Jahr haben wir es im Sommer an extrem heißen Tagen so geregelt, daß wir bis um 13.00 Uhr gearbeitet haben und danach geschlossen ins Schwimmbad sind...die komplette Mannschaft. Das kann man aber nur dann durchziehen, wenn die Arbeit gemacht wird...wann auch immer. Letzte Woche war es leider so, daß wir ein Dach offen hatten und schwere Gewitter gemeldet waren...soll heißen, es mußte zumindest so gearbeitet werden, daß das Dach wieder dicht war vor der angekündigten Apokalypse.
    Wir haben sogar nen eigenen Kühlschrank mit auf die Baustelle genommen und mehrere Pausen am Tag eingelegt. Ich kann meine Jungs inzwischen ganz gut einschätzen und mute ihnen ganz sicher nix zu, was ich nicht selber mache...gefährliche und unangenehme Arbeiten erledige ich fast immer selber. Wir sind tatsächlich etwas anders als andere Firmen...bei uns entscheiden die Mitarbeiter wirklich mit, was wie und wie lange gemacht wird. Wenn die sagen, es wird ihnen zu heiß, dann ist Schicht im Schacht.
    Unser Job bringt es allerdings mit, daß wir nicht immer aufs Wetter Rücksicht nehmen können. Und das wissen die Jungs auch. Wenn wir z.B. auf Ozonwerte Rücksicht nehmen würden, dürften wir im Sommer gar nicht mehr aufs Dach. Wir machen den Job, den wir lieben. Und dafür ziehen wir die Wetterkapriolen jedem klimatisiertem Arbeitsplatz vor.

    Puh, das war jetzt aber ein halber Aufsatz :)

    LG an Euch Zwei und den Rest des Forums

    Andreas