Hallo Maria,
da sind einige interessante Ansätze drin in Deinem Post...schönen Dank erstmal dafür.
Im Grunde ist es ja nicht ein Ziel, das man verfolgt...ich sehe, bzgl. des Alkoholkonsums, ein kurzfristiges und ein langfristiges Ziel...kurzfristig will ich zunächst einmal aus der Spirale raus...d.h. für mich erst einmal, den angewöhnten Alkoholkonsum einzustellen...trocken werden also...langfristig will ich trocken bleiben...das ist sicher um einiges schwieriger und bleibt eine lebenslange Aufgabe...dessen muß man sich auch erst einmal bewußt werden.
Ich geb ganz ehrlich zu, daß mich an dem Tag, als ich mich hier angemeldet habe, der Gedanke "nie mehr Alkohol" zu trinken unheimlich eingeschüchtert hat...das war irgendwie niederschmetternd am Anfang und klang für mich als Trinker nach einer furchtbaren und kaum zu bewältigenden Aufgabe.
Ich hab da rein gedanklich noch ganz schön rumgeeiert und Kasten hat das z.B. recht schnell erkannt.
Inzwischen hat der scheinbar unbezwingbare Achttausender einiges an Höhe verloren...man geht mit einer gehörigen Portion Respekt an die Aufgabe ran, hat aber das Gefühl, diese Aufgabe bewältigen zu können.
Was ich in meinem Leben gelernt habe, ist die Tatsache, daß ein Weg nie linear verläuft...Improvisation gehört zum Leben dazu, weil man immer wieder auf Dinge stößt, die man so nicht vorhersehen konnte...gibt ja da nen schönen Spruch mit Steinen im Weg und was schönes Bauen und so 
Der gefällt mir sehr gut und bringt auch eine gewisse innere Einstellung rüber...es geht darum, selbst die Verantwortung zu übernehmen und diese nicht anderen zu überlassen...beruflich halte ich es so, daß ich mir andere Meinungen sehr gerne anhöre, diese prüfe und nicht selten auch meine Richtung dadurch korrigiere...entscheiden muß ich letztendlich aber selber...ich trage ja auch die Verantwortung.
Das klingt simpel, ist aber ein Riesenschritt...weil man sehr oft sehr gerne aus Bequemlichkeit oder Angst Verantwortung weiterschieben will...auf den Staat, auf die Familie, auf Gott und die Welt...erst wenn man für alles, was man macht, selbst die Verantwortung übernimmt und dann auch bei Mißerfolgen dazu steht, ist man ein einigermassen freier Mensch.
Wieso ich das beruflich durchgezogen hab und mich privat aus meiner Verantwortung gestohlen hab, indem ich viele Entscheidungen dem Alkohol überlassen habe, kann ich Dir (noch) nicht beantworten...ich weiß nur, daß ich dem Alkohol das Steuer wieder abgenommen habe...der sitzt jetzt auf der Rückbank und verhält sich zunächst einmal unglaublich still...ich weiß aber, daß er irgendwann wieder nach vorne krabbeln wird und mir das Steuer abnehmen will, wenn ich müde vom Fahren bin, wenn mir der zähe Verkehr auf den Wecker geht, wenn ich mir denke: Puh, einfach mal Beifahrer sein wäre auch mal wieder ganz schön...nun, es wird nicht soweit kommen...weil ich mir das Steuer nicht mehr abnehmen lasse...weil ich eigentlich viel lieber selbst fahre und von Haus aus einen schlechten Beifahrer abgebe...
Ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat jetzt nicht wieder Tiefschlaf verursacht...sind nur so ein paar (zugegebenermassen recht plakative) Gedanken 
LG Andreas