Beiträge von Carpenter

    Puh, der Tag war offenbar für Euch noch anstrengender als für mich selbst :)

    So, mal schön der Reihe nach:

    @Karsten:

    Auch Du behauptest, ich würde das Risiko suchen. Das stimmt definitiv nicht...manchmal denk ich, meine Posts werden überhaupt nicht zu Ende gelesen...ich selbst sprach von einer Gedankenlosigkeit meinerseits, eine Sorglosigkeit, die ich ja bereits zugegeben habe...was das mit Risiko suchen zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis...ich hab sogar geschrieben, daß ich dann das nächste Treffen bei mir zuhause abhalten und selbst kochen werde...aber das interessiert insofern nicht, da man es mir ja ungewollt als Lerneffekt auslegen könnte und müßte...
    Den Ton find ich teilweise rauh, schlage aber selbst gerne mal eine etwas härtere Gangart an...dessen bin ich mir bewußt und damit hab ich auch kein Problem...Hartmut schreibt richtigerweise, daß Konfrontationen völlig normal sind...auch hier... Genaugenommen entsteht hauptsächlich durch Reibung Fortschritt (meine Meinung). Zum Kuscheln bin ich nicht gekommen...aber ich bin auch nicht gekommen, um mir hier mit demütig gesenktem Kopf jegliche eigene Ansicht zerpflücken zu lassen...ich bin zwar Alkoholiker, habe aber mein Hirn noch nicht gänzlich versoffen...dementsprechend will ich auch nicht so behandelt werden, als wäre das der Fall. Mehr will ich gar nicht...
    Deine Aussage mit den Beschimpfungen fand ich übrigens erschreckend...meine Mutter hat auch immer behauptet, ihr hätten ein paar Schläge nix geschadet...ich selber hege daran so meine Zweifel...
    Ich finde es fürchterlich, sowas noch zu rechtfertigen.

    Doro :

    Es geht nicht darum, daß ich Deinen Ratschlag nicht ernst nehme...im Gegenteil...ich reagiere auf Dich weniger emotional, weil Du Deine Kritik so formulierst, daß man sich nicht gleich persönlich angegriffen fühlt...mMn. ist das bei sehr vielen Frauen der Fall, daß sie Kritik sehr einfühlsam verpacken können...grundsätzlich etwas sehr positives also...

    @ Carmelita:

    Es ist lieb von Dir, daß Du mir hier zur Seite springen willst...wie kommst Du darauf, daß Du meinen Thread mit Deinen Ansichten verseuchst ? Ehrlich gesagt hatte ich schon Angst, weil Du nach dem Kollegentreffen nicht gepostest hattest...bin froh, daß alles gut über die Bühne gegangen ist.

    @ Jürgenbausf:

    Find ich wirklich super, daß Du erkannt hast, daß Deine Thematik eine ganz eigene war und nen eigenen Thread dazu aufgemacht hast.
    Klar macht der Ton die Musik, aber auch mein Ton ist mitunter daneben, deshalb kann ich mit einer schärferen Gangart durchaus leben.
    Ich habe gestern einiges über die Qualifikation und Handlungsweisen von Selbsthelfern gelesen...da ist es in der Tat so, daß in der modernen Selbsthilfe Ausdrücke wie "du mußt, Du sollst, du darfst keinesfalls" sehr umstritten sind.

    @ Hartmut:

    Jetzt sind wir halt doch wieder beim Diskutieren ...nun gut, ist sicher etwas unfair, wenn ich schnell noch meine Ansichten poste und dann die Schotten dicht mache.
    Ich hab mir gestern sehr viele Gedanken um diese Diskussion hier gemacht...zu viele, wie ich finde, denn die Diskussion hat meine bisher richtig gute Laune ganz schön nivelliert. Ich bin immer noch der Meinung, daß ich von Dir, seit ich hier bin, nur Vorwürfe zu hören kriege...seit Du in den Raum gestellt hast, ich würde mit dem Arzttermin rumeiern, weil ich gar nicht wirklich hinwollte.
    Mal ehrlich, kein Mensch hätte mitbekommen, wenn ich nicht zum Arzt gegangen, sondern es nur behauptet hätte...aber das will ich nicht mehr haben...keine Lügen mehr, keine Schönplauderei mehr, kein Verstellen mehr und auch kein Weichspülen mehr...das Ganze ist ein Gesamtpaket...ich hör nicht nur das Saufen auf, sondern ich werde ein anderer Mensch...Leute, die täglich mit mir zu tun haben, merken das bereits...für manche ist das positiv, für andere negativ...aber so ist das eben...Du kannst das verständlicherweise nicht mitbekommen, weil ein Forum in seiner Kommunikationsfähigkeit doch etwas eingeschränkt ist. Du kannst nur das bewerten, was Du liest...aber Du solltest zumindest so fair sein, alles zu lesen, nicht nur das, was Dir negativ aufstößt, um mich beurteilen zu können.
    Ich hab hier ganze vier Wochen auf die Freischaltung gewartet, weil Karsten und Du unbedingt den Arzttermin bestätigt haben wolltet...mir ging das gewaltig gegen den Strich, aber ich hab mir kein anderes Forum gesucht, sondern bewußt dieses hier gewählt...weil ich wußte, daß es hier für mich und meine Art wesentlich schwieriger werden wird...aber der leichte Weg ist nicht mein Weg...in keiner Hinsicht...umso mehr kotzt es mich an, wenn mir dann vorgeworfen wird, ich würde alles zu leicht nehmen, das Risiko suchen, einfach so weiterleben...weil es schlichtweg nicht stimmt...es läuft nur nicht ganz so nach Euren strikten Regeln...das ist alles.
    Ihr könnt mir gerne ab und zu in den Arsch treten...das macht mir nichts...ich bitte auch darum, mir Eure Ansichten mitzuteilen, v.a., wenn Ihr der Meinung seit, daß ich grade Scheiß baue...aber seid nicht beleidigt oder enttäuscht, wenn ich mir ab und an das Recht herausnehme, es etwas anders zu sehen.

    @ Frank:

    Botschaft angekommen...klar hab ich heute gearbeitet...um 7 hatte es bei uns noch minus 9 Grad...nicht gerade geeignet, um aufs Dach zu steigen...hab deshalb bis um halb 9 Angebote gemacht und dann anschließend eiskalt die steigenden Temperaturen ausgenutzt :)

    LG an Alle

    Andreas

    Zitat von Hartmut

    Mir ist es doch wurscht was du machst, ob du trocken bleibst oder wieder saufst .

    Siehst Du Hartmut, so langsam kommen wir auf einen Nenner. Diese Äusserung alleine reicht mir, um Dich und Deine Ratschläge richtig einzuordnen. Alles im Gleichschritt marsch, alles perfekt synchron...wer aus der Reihe tanzt, sich nicht 100 % so verhält, wie man selbst es für richtig erachtet, einer, der hier aufschlägt, nach Hilfe schreit (Deine Worte), der packt es nicht. Man wird sehen...
    Ich sehe nur, daß Du zwar jahrelang trocken bist, Dich der Alkohol aber denoch fest im Griff hat, indem er ganz klar Dein Leben bestimmt. Du verpasst dafür so wichtige Dinge wie die Konfirmation Deines Kindes, meidest Orte, an denen man in irgendeiner Form an den Alkoholkonsum erinnert werden könnte...immer die Angst im Rücken, es könnte was unvorgesehenes passieren und Du könntest getriggert werden...aber davor kann man sich nicht schützen...vor dem Eingang Deines Buchgeschäftes sitzt nunmal der Penner mit ner Flasche Wein, der Taxifahrer hat nunmal noch ne Fahne vom Vortag, die Arbeitskollegen feiern nunmal spontan mit Sekt einen großen Geschäftsabschluß...solche Situationen kann man nicht vermeiden, da muß man einfach nur den Willen haben, Nein zu sagen. Und wie könnte das besser funktionieren, als daß man das Leben lebt, das man selbst auch führen will ? Wohin hat Dich Dein konsequentes und akribisches Befolgen der Bausteine letztendlich gebracht ? Fühlst Du Dich jetzt wirklich frei ? Spielt der Alkohol jetzt wirklich keine Rolle mehr in Deinem Leben ?

    Ich weiß jetzt schon, was wieder kommt. Ich mach Dir deshalb einen Vorschlag:

    Da ich mir fest vorgenommen habe, Energie nicht auf Diskussionen zu verschwenden, bei denen ein Konsens so weit weg liegt wie der Jupiter, werd ich Grundsatzdiskussionen mit Dir in Zukunft komplett vermeiden.
    Das hier ist mein Thread und ich sehe nicht ein, daß Du mir hier immer wieder mit der Keule kommst...Falls Du Dich aus Gründen der Forumsdirektive gezwungen siehst, meine Beiträge zu kommentieren, zu kritisieren oder zu editieren, kannst Du das gerne machen.

    Kleine Anmerkung noch zu meiner Aussage "..., es Dir beweisen, mein ich :-)"...sowas nennt man im Allgemeinen Sarkasmus

    Gruß Andreas

    Hallo Hartmut, juergenbausf und dorothea,

    find ich sehr nett, daß Ihr Euch Gedanken macht...es könnte Euch ja ebensogut am Arsch vorbeigehen.

    Hab gestern extra nix mehr gepostet...ist bei mir manchmal besser, wenn ich erst mal drüber nachdenke...aber Ihr habt Euch ja auch so gut unterhalten :)

    Nur kurz ein paar Dinge dazu:

    Hartmut :
    Es ist wieder derselbe, latente Vorwurf von Dir, daß ich mein Leben einfach so weiterlebe wie vorher, nur ohne Alkohol...deshalb versuch ich gar nicht erst, Dich vom Gegenteil zu überzeugen...ich denke, aus Deinen Posts herauszuhören, daß Du mich bereits jetzt zu den 95 - 98 % zählst...ich sehe das als zusätzliche Motivation..Dir das Gegenteil zu beweisen, meine ich :)
    Wir beide sind von der Art her offenbar komplett verschieden.. das ist für mich kein Problem...und ich versichere Dir, daß ich Deine Ratschläge mindestens ebenso ernst nehme wie die jedes anderen hier. Ich würde das allerdings auch tun, wenn Du mir nicht immer gleich mit dem Rohrstock drohen würdest :)
    juergenbausf :
    Tja, das schwere, griechische Essen hab ich inzwischen verdaut :) Nee, ohne Spaß, eine griechische Vorspeisenplatte mit Auberginen, Zuchinis und Schafskäse ist dann soo schwer nicht...da brauchts auch keinen Schnaps...von Haus aus nicht. Aber Du hast insofern recht, daß diese Komplettteller schon übelst fleischlastig sind...ich lauf mir das dann halt in 10 km wieder runter...
    dorothea :
    Ich unterscheide da zwischen Speiselokalen und Kneipen...letztere vermeide ich seit Anfang meiner Abstinenz natürlich komplett und auch mein kleiner Ausflug in die griechische Gastronomie ist durchaus eher eine Seltenheit zu nennen.

    Daß bei Euch alle Alarmglocken schrillen, wenn ein naseweiser, grad mal fünf Wochen trockener Newbie beim Griechen aufschlägt, kann ich nachvollziehen. Ich werd mir Euren Rat insofern zu Herzen nehmen, daß ich das nächste Mal lieber bei mir zuhause und zwar höchstpersönlich koche...und Jürgen, keine Angst...es gibt indonesisch :)

    Hallo Forum,

    mir geht es heute nicht ganz so gut...eigentlich wollte ich erst in einer Woche wieder arbeiten, aber die Auftragslage hat mir nen Strich durch die Rechnung gemacht...ich mußte also schon heute ran und bin jetzt ziemlich erledigt. Positiv ist, daß ich auch während der Arbeit kein Verlangen spüre, Alkohol zu konsumieren...Kundengespräche führe ich inzwischen ohne Fahne (was mir die Kunden sicher danken werden), die Arbeit selbst geht konzentrierter vonstatten...allerdings fühl ich mich heute komplett kaputt...womöglich liegt das auch an meinem gestrigen Berglauf, bei dem ich wohl ganz leicht die Orientierung verloren und deshalb ganze 5 km mehr gemacht hab...und das am Berg...meine Waden und Oberschenkel sind momentan etwas grantig auf mich :)
    Ich finds schade, wie sich herzipahs Thread entwickelt hat und auch die Diskussion im "er"-Thread hat mich ein paarmal mit dem Kopf schütteln lassen...ich hab dazu echt nix mehr zu sagen, weil die Diskussion in eine absolut persönliche Ebene abzudriften droht...nun wird sicher so mancher hier sagen: Gott sei Dank :)
    So, ich werd mir jetzt nen leckeren Mango Chai machen...oder auch zwei :)

    Euch allen noch einen schönen Abend

    Gruß Andreas

    Guten Morgen, Forum

    Jonas hat ja gestern hier eine ganz schöne Diskussion angestoßen.
    Sicher klingt einiges, was er sagt, zunächst einmal ziemlich derb und verletzend. Aber ich unterstell ihm einfach mal, daß er das aus nachvollziehbaren Motiven heraus getan hat...man könnte auch sagen, er hat es getan, um wachzurütteln.
    Zum Einen dürfte es wichtig sein, daß z.B. herzipah und Uschi erst einmal ihr Herz ausschütten dürfen, um nicht alles mit sich alleine ausmachen zu müssen. Herzipah selbst hat ja schon mehr oder minder klargemacht, daß sie kaum jemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann. Somit ist auch das völlig normal und nachvollziehbar und sollte auch weiterhin möglich sein.
    Worauf Jonas vermutlich eigentlich hinauswollte, dürfte die Tatsache sein, daß man irgendwann dann auch mal die Sache in die Hand nehmen muß. Bei Herzipah war es z.B. so, daß sie, obwohl sie hier schon einige gute Ratschläge erhalten hat, am nächsten Morgen trotz allem wieder die Putze gespielt hat, sich wieder erniedrigt hat...und damit ihr Selbstwertgefühl einen weiteren Dämpfer erlitten haben dürfte.
    Bloß mal angenommen, ein Alkoholiker würde hier schreiben, daß er erkannt hat, daß er Alkoholiker ist und dann postet er am nächsten Tag, er hätte dann heute wieder ordentlich gebechert, wäre das Verständnis wohl auch begrenzt.
    @herzipah und Uschi:
    Nehmt die Worte von Jonas nicht als persönlichen Angriff, denn so sind sie nicht gemeint...auch er will nur helfen...aber helfen könnt Ihr Euch im Endeffekt nur selber...deshalb auch Selbsthilfe...deshalb versucht, nicht bei jeder kritischen Äusserung abzublocken oder eingeschnappt zu sein. Auch ich krieg hier ab und an eine auf den Deckel...aber beim geringsten Gegenwind das Handtuch zu werfen, ist keine Option. Euch und mir hilft es tatsächlich nicht weiter, wenn uns jeder über den Kopf streichelt...wir alle haben jahrelang Sachen verdrängt...das hat letztendlich zu unserer Sucht geführt...und die müssen notfalls durch andere User auch wieder freigelegt werden.

    Also bitte, werft die Flinte nicht ins Korn..hier wollen Euch ALLE helfen...

    LG Andreas

    Hallo Hartmut,

    rein gedanklich verbinde ich den Griechen nicht mit Trinken, sondern mit gutem Essen. Ich hab schon zu Trinkzeiten beim Griechen weder OUZO noch Wein getrunken und, da ich fast immer gefahren bin, auch alkoholfreies Bier getrunken...insofern hab ich da für mich also auch nicht das Risiko gesehen, rückfällig zu werden. Gesoffen hab ich woanders. Gesucht habe ich die Risikosituation jedenfalls nicht. Ich hab ehrlich gesagt beim Griechen auch noch nicht erlebt, daß am Nachbartisch gesoffen wird.

    Ich nehme Deine Kritik selbstverständlich zur Kenntnis und werde mir, wie immer, auch meine Gedanken dazu machen, denn wie ich schon gepostet hab, weiß ich, daß Du es auf Deine mitunter recht restriktive Art nur gut meinst.

    Zumindest kann ich im Rahmen dieser kleinen Diskussion dann immer noch als Beispiel für falsches Verhalten herhalten...immerhin besser als gar nichts :)

    LG Andreas

    Hallo Hartmut,

    ich suche doch nicht die Konfrontation mit dem Alkohol...und ich habe doch gar nicht vor, meine Grenzen auszuloten...wie kommst Du denn darauf ?
    Ich war lediglich beim Griechen Essen mit Freunden, die selbst keinen Alkohol trinken...das sind keine Alkoholiker, sondern Menschen, die aus Prinzip keinen Alkohol mögen. Somit hab ich doch mein Risiko schon im vorneherein minimiert und nicht gesteigert.
    In den Grundbausteinen steht nicht drin, daß man mit Freunden, die selbst nichts trinken, nicht Essen gehen darf.

    Du hast natürlich recht, Trockenwerden ist kein Hürdenlauf...aber ein Leben als Einsiedler dürfte nun auch nicht gerade förderlich sein, zumal, wenn man dabei auch schon seinen nichttrinkenden Freunden aus dem Weg gehen soll.

    Ich nehme Deine Kritik in der Form an, daß ich mir vorher hätte denken können, daß man beim Griechen mit einem Ouzo vor dem Essen konfrontiert sein könnte...da könnte man von einer gewissen Gedankenlosigkeit sprechen...
    Mehr kann ich mir in der Situation nicht anlasten...sorry...

    Ich weiß, daß Du es gut meinst...aber warum stellst Du mich hier als risikosuchenden, grenzenauslotenden Menschen dar, der offenbar nicht kapiert, um was es geht ? Ohne mich persönlich zu kennen ?

    LG Andreas

    Hmm...vermutlich hab ich mich da falsch ausgedrückt...das sollte nicht verharmlosend wirken.
    Es ging mir eher drum, klarzustellen, daß ein Alkoholiker seine Umgebung ausnutzt...Gefühle hat er meist nur für sich selber...und andere Menschen, die ihm helfen wollen, benutzt er dann gerne mal als seelischen Mülleimer...die müssen sich dann die ganzen perfiden Gedanken des Alkoholikers anhören und bekommen das dann zuletzt auch noch aufgelastet, während der Alkoholiker nach dem Motto: "Gut, daß das mal raus ist, jetzt hab ich mir wieder nen ordentlichen Schluck verdient" handelt. Er ist seinen Seelenmüll für kurze Zeit losgeworden und andere bekommen ihn quasi auch noch draufgepackt.
    Bin grad am Überlegen, ob es als Alkoholiker überhaupt Sinn macht, hier bei den Co's zu posten...es war zumindest als Hilfe gedacht :)

    LG Andreas

    Guten Morgen, Forum

    seit gestern bin ich nun fünf Wochen trocken...und es fühlt sich verdammt gut an.
    Gestern hab ich ne weitere Hürde gemeistert...wir waren mit Freunden beim Griechen essen (Freunde bestanden übrigens aus Nicht-bzw. Sehrwenigtrinkern) und wie es bei den meisten Griechen üblich ist, wurde vor dem Essen ein Ouzo kredenzt, obwohl ich dem Kellner gesagt hatte, daß ich keinen Alkohol trinke...nun stand das Zeugs da und KEINER wollte es trinken...wir haben den Schnaps dann in unsere leergetrunkenen Gläser gekippt und ihn unauffällig zurückgehen lassen...aber wie bei Mr Bean und dem Hacksteak schien sich der Kellner dadurch nicht beirren zu lassen, denn nach dem Essen sah er sich genötigt, noch eine Runde Schnaps zu bringen...trotz erneutem Hinweis, daß ich keinen Alkohol trinke...wir haben dann den Schnaps einfach stehenlassen und sind gegangen.
    Und was sagt uns das ?

    Anstatt umsichtig mit dem Kellner umzugehen hätten wir gleich die erste Runde komplett in den Gläsern zurückgehen lassen sollen... einfach "Nein" sagen sollen :)

    So, also wieder was gelernt...und noch was anderes...ich hatte nicht eine Sekunde lang daran gedacht, den Ouzo zu trinken...für mich ein gutes Zeichen und gleichzeitig ein Signal, immer wachsam zu sein...solche Situationen können immer wieder auftauchen, auch wenn man sonst den Alkohol konsequent meidet. Dann auch darauf vorbereitet zu sein, wenn eine Situation sich anders entwickelt, als man vermutet, ist wichtig.

    So, werd mir dann mal was Gutes tun und meiner Laufstrecke einen Besuch abstatten :)

    Euch allen noch einen schönen Sonntag

    LG Andreas

    Guten Morgen, Prinzessin?

    das liest sich richtig gut und man merkt Dir an, wie gelöst Du bist.
    Du bist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild hier für mich...die Art und Weise, wie Du am Anfang vieles in Frage gestellt hast, dann etwas geschmollt und dann doch wieder durchgestartet hast und inzwischen Ratschläge abwägst und für Dich als wichtig erkennst...ja, ich muß wieder diesen Läuferausdruck bringen, denn der trifft die Lage am Besten...Du bist im Flow.
    Das find ich super und das wollt ich Dir nur mal schreiben.

    Zum Thema gestern:

    Mir macht das überhaupt nix aus, daß ich Smalltalk hasse...und mein Freundeskreis besteht schon alleine aus diesem Grund nicht aus Leerwaafen, wie wir Franken sagen. Mir ist eben aufgefallen, daß man auf Festen recht oft auf diesen Typ "alkoholisiert und nichtssagend" trifft...und da ist mir die Zeit einfach zu schade, um mich mit solchen Leuten zu unterhalten.

    LG Andreas

    Guten Morgen Hepzibah,

    puh, das ist ja starker Tobak. Es war höchste Zeit, daß Du Dich hier angemeldet hast.
    Ich schreib Dir jetzt mal kurz die Gedankengänge eines Alkoholikers, um Dir klarzumachen, wie Deine Sucht, die Du als Freund bezeichnest, tickt.
    Zunächst hat er die Wohnung ganz bewußt in Deiner Nähe gewählt...weil er sich sicher war, daß Du dann gar nicht anders kannst, als ihm weiterhin zu Diensten (den Begriff wähle ich bewußt, weil es wirklich nix anderes ist) zu sein. Er nutzt Dich gezielt aus und er sagt ja selbst, er selbst sei sich am Wichtigsten...das ist ne glatte Lüge, denn dann wären ja andere auch wichtig für ihn...das ist nicht so...für ihn zählt NUR er selbst...da gibt es keine Abstufung mehr...so ticken Alkoholiker.
    Viele Co's haben ja noch so ein wenig die Hoffnung, ihr Suchtmittel (den Alki) auf den richtigen Weg führen zu können...bitte glaub mir, das kannst Du bei diesem Herren komplett vergessen...das les ich schon aus den Beschreibungen von Dir heraus. So hart das jetzt klingt...der hat keine Gefühle mehr für Dich und da werden auch keine mehr auftauchen. Du hast es richtig erkannt...Du bist seine Putze und sein Mülleimer...

    Es wird Dir nichts anderes übrigbleiben, Deine Wohnung zu kündigen und die neue Adresse geheim zu halten...nur so bekommst Du das in den Griff...Du mußt Dich räumlich und geistig von ihn trennen...Du sagst selbst, für ihn zählt nur er selbst...dann soll er sein Schicksal auch selbst tragen...hilf ihm nicht dabei, hilf lieber Dir und such schleunigst das Weite...die Co's hier werden Dir dabei helfen...Du kannst das schaffen !

    LG Andreas

    Hallo Frank,

    sicher stecken da auch wirtschaftliche Interessen dahinter...warum beispielsweise ist Zigarettenwerbung im Fernsehen verboten, während sich in nahezu jeder Werbepause irgendein anderer Promi genüsslich ein Pils genehmigt...
    Wir leben in einer Gesellschaft, die den Missbrauch von Alkohol weitestgehend schlichtweg ignoriert.
    Gleichzeitig werden neue Krankheiten erfunden, um mehr Medikamente verkaufen zu können...mehr Medikamente bedeutet mMn. auch mehr Tablettensüchtige.
    Der Süchtige ist sozusagen ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor geworden, egal ob Nikotin-, Alkohol- oder Tablettensüchtiger.
    Das alles ist deprimierend, darf aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß jeder einzelne selbst über sein Schicksal entscheidet...apropos Werbung...gibt ja diese Werbung...nehmen Sie ihr Geld selbst in die Hand...kann man schön umtexten...nehmen Sie ihr Leben selbst in die Hand...und nix anderes tun wir, wenn wir unserer Sucht den Kampf ansagen...wir übernehmen endlich Verantwortung.

    Dir auch ein schönes Wochenende

    LG Andreas

    Guten Morgen,

    ich hab mir gestern den Film "Gestern habe ich nicht getrunken" zu Gemüte geführt...an der Grenze des Unerträglichen war der Film sicher nicht...die Wirklichkeit ist noch ne deutliche Spur unerträglicher.

    In einigen Punkten wirkt der Film etwas geschönt, man könnte fast annehmen, die AA hätten den Film gesponsort...denoch transportiert der Film für mich drei ganz wichtige Botschaften:

    a) wenn man zu spät reagiert, dann fällt auch das Happy End aus (letztendlich verliert der Protagonist seine Familie, auch wenn er am Ende wieder Kontakt zu ihr hat)
    b) man kann auch ohne Alkohol spontan sein, verrückte Dinge tun (die Fahrt der lesbischen Alkoholikerin nach Riga, die sie zudem nur in nüchternem Zustand unternehmen konnte)
    c) wenn einem Hilfe angeboten wird, sollte man diese auch annehmen...alleine ist es schwer, dem Alkohol auf immer zu entsagen

    Viele Szenen des Films waren mir durchaus vertraut, haben mir sozusagen nen Spiegel vorgesetzt...

    Ich werde diesen Film deshalb in meinen Notfallkoffer legen...die Idee, sich diesen Film erneut anzusehen, falls der Saufdruck irgendwann vor der Tür steht, scheint mir nicht die schlechteste zu sein.

    LG Andreas

    @ Prinzessin?:

    Schade, daß Du nicht mehr so oft hier sein wirst...Du bist hier bereits in Deiner ersten woche durchgefegt wie ein Wirbelwind :)
    Viele Fragen, die ich mir auch gestellt habe, wurden durch Deine konsequente Hinterfragung beantwortet. Und so konnte ich mir einiges an Stress sparen :)

    @ Jonas:

    Seh ich ähnlich...allerdings muß sich beides nicht ausschließen...die Zeit, die wir Alkoholiker verplempert haben, indem wir uns selbst bemitleidet haben, uns abgekapselt haben, unseren Rausch ausgeschlafen haben, ist ja jetzt sozusagen übrig...da bleibt genügend Zeit, beides zu tun...mehr auf sich zu achten und gleichzeitig mehr Zeit für diejenigen aufzuwenden, die unter unserer Sucht leiden mußten.
    Ich merke z.B., daß ich mit meinen beiden Jungs jetzt wesentlich besser auskomme, seit ich trocken bin...sie merken, daß ich mich positiv verändere, mich mehr für ihre Belange interessiere, mich freier und auch viel öfter mit ihnen unterhalte. Und auch mir tut es gut, mich mit ihnen über meine Alkoholsucht zu unterhalten...und sei es nur, wenn ich sie dran erinnern muß, daß ich keine Rum-Trauben-Nuss-Schokolade mehr nasche...aus Prinzip nicht :)
    Ich fände es jedenfalls schade, wenn die Menschen, die einem wichtig sind und die zu einem halten, nicht von dieser positiven Veränderung an einem selbst profitieren sollten.
    V.a. das deutlich verbesserte Klima zuhause gibt mir zusätzlich Kraft und nur dadurch kann ich auch meiner Familie vermitteln, daß ich auf dem richtigen Weg bin. Da braucht man nicht zu reden...das muß zu spüren sein.

    LG Andreas

    Hallo Schnuffig,

    ich verfolge Deinen Thread schon seit ich hier mitlese und möchte Dir mal ein Riesenlob aussprechen...es ist bewundernswert, wie Du mit Schicksalsschlägen umgehst...das wir Dir im Moment nicht die Bohne weiterhelfen, das weiß ich...aber es gibt keine Worte, die Dich jetzt trösten können, nicht mal die Tatsache, daß es ihre Entscheidung war und sie es so gewollt hat.

    So stark wie Du Dich hier zeigst, wirst Du auch diese Situation meistern...auch wenn sowas verdammt schwer ist.

    So blöd es klingt...laß Deiner Trauer freien Lauf, aber laß Dich von ihr nicht runterziehen...Deine Freundin hätte das sicher nicht gewollt.

    LG Andreas

    Hallo Forum,

    kurze Wasserstandsmeldung:

    Es geht mir nach wie vor sehr gut...habe in den letzten Tagen mein Schlafzimmer renoviert und dabei festgestellt, daß man sich beim Wandstreichen prima Gedanken machen kann über sich selbst und Gott und die Welt.
    Seit vorgestern lese ich in einem Buch zum Thema "Alkoholismus" (mein zweites Buch zum Thema...Buch Nr. 1 war ne ziemliche Enttäuschung und unglaublich oberflächlich). Geschrieben ist es von einem Alkoholiker, der seit Jahren SHGs leitet und trotz jahrelanger Abstinenz bereits einen Vorfall und einen Rückfall hatte...sehr kritisch geht er mit Versuchen um, Alkoholiker zum kontrollierten Trinken zu verhelfen...da gibt es also gar nichts drumrumzureden:
    Alkoholiker heißt automatisch: NIE wieder einen Schluck Alkohol. Auf Experimente sollte man sich gar nicht erst einlassen.
    Dieser Satz hat sich in meinem Kopf manifestiert...keine Experimente.
    Ansonsten bin ich recht entspannt, verliere keinen Gedanken an Alkohol...ich weiß, das wird nicht so bleiben...so naiv bin ich nicht...aber momentan bin ich im Flow, wie der Läufer sagen würde :)

    Ich wünsch Euch allen ein schönes WE

    LG Andreas

    Hallo Carmelita,

    über genau solche Anlässe hab ich auch mit meinem Arzt geredet, um von vorneherein einschätzen zu können, ob das Sinn macht, solche Veranstaltungen zu besuchen oder nicht.
    Seine Aussage deckt sich da übrigens mit meiner Ansicht...man sollte sich nicht komplett aus seinem Umfeld verabschieden, denn mMn. entsteht dann eher so ein Gefühl der Isolation, der Eindruck, man müsse wegen der Abstinenz auf sehr viele Dinge verzichten, die einem wichtig sind.
    Ich les gerade ein gutes Buch, das sich auch mit dem Thema beschäftigt...ich denke, ein Stündchen unter wassertrinkenden Kollegen kann Dir nicht schaden...man will ja ein besseres, schöneres Leben ohne Alkohol führen...nicht ohne Kollegen oder Freunde.

    LG Andreas

    Solche dämlichen Sprüche muß man einfach richtig einordnen...solche Menschen meiden, denn die haben keine Ahnung.
    Und Du mußt es nicht nur wegen Deinen Kindern schaffen, sondern primär mal für Dich selber.
    Du bist kein Abschaum, sondern jemand, der sein Leben endlich in die Hand nimmt. Laß Dich von niemanden schlechtmachen und blende solche bescheuerten Aussagen einfach aus. Sich über sowas Gedanken zu machen kostet nur Kraft, die Du für Deine Suchtbekämpfung brauchst.

    Ich wünsch Dir viel Kraft dazu

    LG Andreas

    Hey Hartmut,

    vielleicht hab ich mich auch falsch ausgedrückt...ich hatte wenig Hoffnung, daß mich das Gespräch mit dem Arzt weiterbringen würde aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit Ärzten. Dem war jetzt nicht so und das fand ich bemerkenswert und aufmunternd.
    Die Tatsache, daß alles in Ordnung ist von den Werten her, sollte mir nur zeigen, daß mich der Alkohol nicht schon vorgeschädigt hat...als Grund zum Weitersaufen sollten sie jedenfalls nicht herhalten. Mir ist halt wichtig, daß ich meinen Sport ohne Einschränkung ausüben kann...wie gesagt eine sehr wichtige Komponente für mich zwecks Zielorientierung und Entspannung.

    LG Andreas

    Hey Carmelita,

    jetzt mach Dir da mal keine Gedanken...es hatte nichts mit Deinem Thread zu tun, daß ich mich da hinterfrage...
    Du schreibst von der Enttäuschung, wenn die Hilfe nicht genügend gewürdigt wird...ja, das ist tatsächlich auch bei mir so. Ich hab deshalb mein Engagement z.B. in ehrenamtlichen Tätigkeiten komplett zurückgefahren...ich hab in diesem Bereich sehr viel an Energie und Zeit investiert und da kam wenig zurück. Komischerweise ist von dieser eingesparten Zeit nix übrig...irgendwie hat mein Tag immer 28 Stunden und dann ist immer noch was übrig.
    Ich denke, da muß ganz klar eine Entrümpelung stattfinden. Ich fühl mich ständig gehetzt, weil schon der nächste Berg mit Sachen auf mich wartet, der erledigt werden muß. Der Berg wird irgendwie auch nie kleiner :)

    Selbstwertgefühl ist so ne Sache...da könnte es durchaus auch dran mangeln...an Selbstvertrauen eher nicht...im Gegenteil...das war zeitweise sogar schon etwas zuviel des Guten.

    LG Andreas