Beiträge von Carpenter

    Carmelita , Jonas, Dorothea:

    Dank Euch für Eure Zeilen...eine gewisse Resonanz tut schon gut...wäre irgendwie seltsam, wenn ich hier jeden Tag nur wie in einem Tagebuch schildern müßte :) Tja, und aufarbeiten muß ich wohl ne ganze Menge...

    Aber ich hab heut auch schon wieder positive Nachrichten...komme grad vom Arzt und muß mir mal selber auf die Schulter klopfen: ohne es zu wissen, hab ich genau die richtige Wahl getroffen...mein Arzt kennt sich bestens mit Alkoholismus aus und wir hatten heute ein sehr langes, intensives und informatives Gespräch...zudem sind all meine Blutwerte absolut in Ordnung, nur meine Cholesterinwerte sind etwas erhöht und mein Blutdruck im oberen Normalbereich. Den Blutdruck krieg ich mit dem Laufen wieder in Schuß, den Cholesterinwert ignorier ich :) Tabletten werd ich deshalb ganz sicher keine schlucken.

    Tja, Helfersyndrom...daran hab ich auch schon gedacht bzw. es vermutet...aber woher kommt das ? Da gilt es nachzuforschen...aber sicher nicht im offenen Bereich...sonst gibts Mecker :)

    LG Andreas

    Guten Morgen Jonas,

    entschuldige, daß ich Dich schon wieder nerve.
    Ich habe gestern etwas in Deinem Thread gelesen und mir ist aufgefallen, daß auch ich diese Unfähigkeit habe, über Themen zu reden, die mich nicht interessieren, die mich nicht weiterbringen. Smalltalk mochte ich noch nie, muß ihn aber aufgrund meiner Selbstständigkeit doch ab und zu abhalten. Ich merke dann immer eine gewisse Ungeduld, will nur noch weg und bin unheimlich froh, wenn da Ganze dann vorbei ist und ich mich wieder meiner Arbeit widmen kann...mein Vater ist da übrigens ganz genauso gestrickt.
    Genau wie er hasse ich Massenveranstaltungen wie Volksfeste, Dorffeste, Fasching u.ä. Ich habe bei solchen Veranstaltungen immer das Gefühl auf einer ganz anderen Gesprächsebene zu sein, ausgetauschte Banalitäten interessieren mich einfach nicht. Auch mir wird das recht oft als Arroganz ausgelegt...das ist es aber nicht...ich habe einfach nicht das Bedürfnis, Banalitäten auszutauschen...ich halte das irgendwie für Zeitverschwendung. Der Alkohol hat mir immer irgendwie geholfen, mich auf diese banale Gesprächsebene zu bringen, sobald es nötig war.
    Wie würdest Du das beurteilen ? Ist das lediglich eine gewöhnliche soziopathische Verhaltensweise ?

    LG Andreas

    Guten Morgen, Forum

    heut steht mein Belastungstest und EKG an, außerdem bekomme ich meine Blutwerte...eine gewisse Spannung kann ich nicht verhehlen, schließlich meide ich sonst Ärzte, wo es nur geht.
    Aber der von mir gewählte Arzt scheint okay zu sein.

    Heut nachmittag steht dann noch mein dritter Trainingslauf in diesem Jahr auf dem Programm...neben dem Hauptziel, trocken zu bleiben, will ich im Frühjahr endlich meinen ersten offiziellen Halbmarathon laufen...im Training hab ich das schon geschafft, aber auch hier hat meine Alkoholabhängigkeit so sehr gebremst, daß es nie zu einem offiziellen Rennen gereicht hat. Im Grunde vertragen sich beide Ziele hervorragend.

    Jetzt hab ich noch knapp ne Woche Urlaub, vielleicht auch zwei, bevor es wieder losgeht. Nun gut, Urlaub würd ich es nicht nennen, eher Halbtagsjob im Büro. Ich weiß jetzt schon, daß dieses Jahr wieder unheimlich arbeitsintensiv wird und ehrlich gesagt bräuchte ich mal eine etwas längere Auszeit...die ist leider auftragstechnisch nicht machbar.

    Die Diskussion bzw. die nichtstattfindende Diskussion gestern in einem anderen Thread hat bei mir auch wieder ein paar Fragen zu mir selbst hervorgerufen...warum misch ich mich immer in alles Mögliche ein ? Ich war schon als Kind so...sobald mir etwas ungerecht vorgekommen ist, hab ich das sofort angesprochen...und meistens gings dabei nicht um mich selbst, sondern um andere, die mMn. ungerecht behandelt wurden...diese Vorgehensweise hat mich schon öfters in unschöne Situationen gebracht, aber das hat mich nie gehindert, es wieder zu tun. Während andere sagen "Laß das mal deren Sorge sein" stürze ich mich sozusagen grade recht darauf...
    Ich bin jetzt in Psychologie nicht so bewandert, aber kann es sein, daß ich damit irgendwas kompensiere ? Ich hab auch schon immer als Kummerkasten für alle möglichen Leute hergehalten, mir deren Sorgen angehört und die dann beraten...kann das soweit führen, daß man die Sorgen anderer über die eigenen stellt ? Und ist das nicht auch schon krankhaft ?

    Tja, werde den Faden dann mal weiterstricken.

    Ansonsten geht es mir nach wie vor sehr gut, sowohl körperlich als auch seelisch. Nur mein Kaffeekonsum ist deutlich zu hoch...auch da muß ich noch was machen, evtl. vermehrtz auf Tee umsteigen.

    LG Andreas

    Hallo Time,

    für uns Alkoholiker ist es eine Selbstverständlichkeit, eine Art Nulltoleranz zu leben...nicht ein einziger Tropfen mehr...anders kann man dieser Sucht nicht entkommen.
    Warum denkst Du, daß es bei Co's anders sein soll ?
    Und Dein ständiger Kontakt zu Deinem Suchtmittel, wie auch immer geartet, macht es Dir einfach unmöglich, auch nur einen Schritt weiter zu kommen.
    Die Sache mit dem Handy ist ein erster Schritt...jetzt müssen weitere folgen.
    Dein Suchtmittel wird schon merken, daß Du Dich nicht mehr rührst.
    Du bist grad mal zarte 26...wirf Dein Leben nicht für einen nassen Alkoholiker weg...

    Gruß Andreas

    @Jonas:

    Bzgl. Seitenlage:

    Hauptsächliches Problem war unsauberes Greifen der Akkorde, unsauberes Anschlagen der Saiten...falsche Sitzhaltung dürfte auch in nüchternem Zustand der Fall sein :)

    LG Andreas

    Hi,

    ich denke, Jonas meinte nicht die Allgemeinbildung, sondern die musikalische. Ich denke, es geht drum, musikalische Strukturen zu erkenne, darauf zu hören, wie ein Musikstück zusammengesetzt ist, um daraus die Intention des Komponisten zu erkennen bzw. zu erahnen. Das geht sowohl assoziativ (wie Du es vermutlich gemeint hast) als auch über eine Art wissenschaftliche Methode.

    Plump gesagt: Ein Song in Moll ist eher selten dazu geeignet, einen armeschwingend durch die Gegend hopsen zu lassen.

    Zu 4`33" sag ich mal lieber gar nix...das ist mir dann doch zu experimentell :)

    LG Andreas

    Auch das mit den bösen Beleidigungen kenn ich leider nur zu gut...bzw. nur aus Erzählungen... ich selber konnte mich kaum an Einzelheiten erinnern...Man(n) schlägt in dieser Situation nur noch um sich und oft genug bekommen die Frauen dann den ganzen Frust, der sich wochenlang, manchmal sogar monatelang angestaut hat, in geballter Ladung ab...ich hab das für mich reflektiert und bin der Überzeugung, daß es in dem Moment völlig egal gewesen wäre, wer da gerade vor einem steht...das Ventil ist auf und geht einfach nicht mehr zu.
    Deine Reaktion, nicht auch noch die Konfrontation zu suchen, war mEn. völlig richtig...weil der Austeilende in dieser Verfassung weder für vernünftige Argumente noch für beschwichtigende Worte zugänglich ist...er läßt sich einfach so von seinen unbewältigten Konflikten überrollen.

    Ich will das gar nicht erst verharmlosen...sowas ist ne schlimme Sache und auch recht schwer wieder aus dem Kopf zu bringen (die fiesen Beleidigungen z.B.).

    Deinen Ansatz, heut abend in aller Ruhe zu reden und auch die Konflikte offen anzusprechen, halte ich für vernünftig.

    Viel Glück

    LG Andreas

    Hallo carmelita,

    ich versuche mal, die Sache von der Seite Deines Mannes zu beleuchten. Ich kenne dieses Verhalten sehr gut...
    Ist Dein Mann eher der Typ, der Probleme mit sich selber ausmacht, versucht, Wogen zu glätten, Konflikte meidet ?
    Dann wäre es möglich, daß bei ihm diese Konflikte, die er mehr oder minder verdrängt hat, die aber unter der Oberfläche zweifellos da sind, auf einen Schlag hochgekommen sind. Du schreibst, daß er sehr wenig verträgt...das bedeutet gleichzeitig, daß er bei einer relativ geringen Menge Alkohol einen Pegel erreicht, bei dem man nur noch einen Teil der Realität sieht, nämlich den Teil, der einem in den Kram passt. Man sieht vieles negativer, als es ist und gleichzeitig fühlt man sich genötigt, dem ganzen angestauten Druck ein Ventil zu geben. Das kann zu so einer Reaktion führen.
    Kleinigkeiten reichen dann oft aus, um so eine explosionsartige Reaktion zu erzeugen...wie gesagt, ich kenn das von mir selber...da hat es mitunter oft gereicht, daß nichts gekocht war, keine Socken im Schrank waren usw.

    Nachdem er auch die Tochter ins Visier genommen hat, denke ich nicht, daß es alleine mit Dir was zu tun hat...eher ein Gefühl seinerseits, mehr tun zu müssen als andere...Deine Aussage mit dem Cheeseburger deutet darauf hin.

    Typisch für dieses Verhalten ist dann auch, daß er am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen hat und ihm vieles leid tut, an das er sich noch erinnern kann...

    LG Andreas

    Hallo Jürgen,

    das bin ich eben gerade nicht...die meiste Zeit allein, meine ich...ich würd sogar soweit gehen und behaupten, ich hätte ganz gerne mal etwas mehr Zeit für mich alleine.
    Ansonsten seh ich es genauso...offener Umgang und persönliche Ansprache werden die Spreu vom Weizen trennen...und das ist ganz sicher ein guter Nebenaspekt der ganzen Sache :)

    LG Andreas

    Hallo Mikini,

    wie geht es Dir denn überhaupt ? Ist Deine Karte wieder aufgetaucht ? Und wie kommst Du mit dem Doppelentzug (Drogen und Alkoho) überhaupt klar ?
    Daß Dein Mann Dich in dieser schwierigen Phase unterstützt, ist enorm wichtig...wenn von der Seite des Partners das nötige Verständnis fehlt, ist es verdammt schwierig.

    LG Andreas

    @Frank:

    Warum ist Deine musikalische Ader denn eingeschlafen ? Ich könnte mir vorstellen, daß Du als Selbstständiger, ähnlich wie ich, sehr wenig Zeit und z.T. auch Energie hast, Dich damit zu beschäftigen...geht mir ähnlich...und das ist verdammt schade...ähnlich wie das Laufen ist für mich die Beschäftigung mit einem Instrument unheimlich entspannend und befriedigend. Es tut einfach gut, selber Musik zu machen, wobei ich gleich anmerken will, daß die Musik in meinem Leben eine extrem wichtige Rolle spielt...ohne Musik geh ich kaputt:-)

    Mikini : Zuviel der Ehre...ich selber sehe meine Verslein nicht als Gedicht...da würde man den vielen, guten Lyrikern doch unrecht tun :)
    Aber es freut mich, daß es Dir gefällt...so ein bißchen rumverseln mach ich recht oft, auch im Alltag...es ist eine Art, mich auszudrücken...

    Jürgen : Ich verstehe, auf was Du hinauswillst. Ich hab versucht, mich kritisch zu durchleuchten und bin irgendwie zu der Ansicht gekommen, daß meine Fixierung auf Bier auffällig ist...Wein und Schnaps hab ich nur ganz, ganz selten angerührt. Diese Textzeile war zugegebenermassen auch etwas dem Versmaß geschuldet...
    Ich versuche, dem Alkohol nicht so viel Gewicht beizumessen, ihn nicht zu verteufeln, weil ich mich damit mMn. wieder abhängig mache...ich bin z.B. abhängig davon, mit wem ich verkehre, wo ich verkehre...aber der Verzicht auf Freunde, die dem Alkohol anders gegenüberstehen, würde mich in ein viel tieferes Loch werfen als der Verzicht auf Alkohol selbst. Ich befürchte sogar, daß mich eine gewisse Isolation wieder rückfällig lassen werden könnte.
    Selbstverständlich meide ich Veranstaltungen, bei denen viel Alkohol getrunken wird, wie die Pest. Leute, deren einziger Inhalt der Alkohol ist, gehören nicht mehr zu meinem Bekanntenkreis...ich gehe nach der Arbeit gleich nach Hause, anstatt noch in der Werkstatt zu fachsimpeln usw.
    Ich hab das große Glück, daß mein Umfeld sehr sensibel auf meine Krankheit reagiert, mich gut unterstützt, Verständnis zeigt.
    Nichtsdestotrotz ist Dein Einwand richtig und wichtig. Solche Denkanstösse hab ich mir hier erhofft.

    LG an alle

    Andreas

    Hallo Jonas,

    wieder mal ein interessanter Ansatz von Dir. Denoch wird man auch hier keine verallgemeinernde Sichtweise herausfiltern können. Wäre Alkohol nur der Mittel zum Zweck, quasi ein Ausdruck einer Suchtpersönlichkeit, müßte man eigentlich davon ausgehen, daß man als trockener Alkoholiker zwangsläufig einer anderen Sucht verfällt. In vielen Fällen ist das ja auch tatsächlich der Fall. Ein Bekannter von mir ist seit 5 Jahren trocken und kompensiert seine Sucht mit extremer Fixierung auf den Sport...normales Sportverhalten ist ihm fremd, er saugt eine Sportart auf, geht dort an die Extreme und widmet sich dann, wenn er an seine Grenzen gelangt ist, einer anderen Sportart. Solange das nicht zu Gesundheitsschäden führt, mag das sogar eine Alternative sein. Das Problem hingegen scheint dadurch auch nur oberflächlich behoben...er sieht sich selber immer noch als Suchtmensch.
    Die Frage ist mMn., ob man vom Status des Suchtmenschen überhaupt wegkommen kann oder ob einem so ein Verhalten nicht sogar in die Wiege gelegt wurde.
    Andererseits finden genug Alkoholiker einen Weg ohne Suchtverhalten, indem sie malen, ihre Mitte finden, musizieren...was auch immer.
    Ich denke jedenfalls nicht, daß einer Sucht zwangsläufig eine Persönlichkeitsstörung zugrunde liegen muß.

    Um noch kurz auf Deine persönliche Situation zurückzukommen:

    Ich finde es ganz normal, daß man sich Ziele setzt (in Deinem Fall eben der Wunsch, wieder mit Dir selbst zu musizieren) und diese dann auch relativ schnell erreichen will...solange sich diese Ungeduld auf die Verwirklichung des einen Zieles beschränkt.

    Aber mal ne ganz andere Frage:

    Hat es einen Grund, warum Du lieber mit Dir selber musizierst und nicht mit anderen Musikern zusammen ?

    Gruß Andreas

    @Pink Lady & Samsara:

    Schönen Dank Euch Beiden für den netten Empfang.

    Auf den Tipp von Pink Lady in einem anderen Thread hin hab ich mir erstmal vorgenommen, hier mal so ein paar Gedanken loszuwerden und auch mal ein paar Fragen zu stellen...so als Stütze für später...

    Ich hab hier ja schon einige Threads durchgelesen und es fällt mir auf, daß sehr viele User in den ersten Wochen sowohl einiges an Euphorie als auch einiges an schwierigen Momenten erlebt haben. Deshalb mach ich mir da so meine Gedanken...bei mir ist bisher weder das eine noch das andere aufgetreten. Ich bin bisher weder in Versuchung geraten, Alkohol zu mir zu nehmen...auch an den Feiertagen nicht...Euphoriegefühle sind mir allerdings auch fremd...im Grunde ist das mir sogar sehr recht...

    Als ich beschlossen hatte, mit dem Trinken aufzuhören, hab ich mir überlegt, wie ich in den entsprechenden Situationen reagieren würde...wie ich dem Saufdruck widerstehen könnte...und dann hab ich mir mal im Kopf so ne Liste erstellt, was für schöne Momente ich mit dem Alkohol hatte und wie oft mir der Alkohol geschadet hat, mich in eine peinliche Situation befördert hatte, wie oft ich unter Alkoholeinfluß Dinge gesagt habe, die ich so nicht gemeint hatte...und da ist dann eine gewaltige Dysbalance entstanden, bei deren Betrachtung einem schlagartig klar wird, was man da eigentlich jahrelang für Mist getrieben hat.

    Ich selber spiele sehr gerne Gitarre...allerdings hatte ich unter Alkohol dann immer Probleme, die Akkorde richtig zu greifen, meine Seitenlage war unsauber...im Mai des letzten Jahres war dann ein bundesweites Treffen unseres Fanclubs, bei dem ich die Vereinshymne auf der Gitarre begleiten sollte...was soll ich sagen...ich war zu betrunken, um das Lied, das ich wochenlang einstudiert habe, dann auch zum Besten zu geben...meine Fankollegen haben zwar recht schnell erkannt, daß es am Alkohol lag und es bei ein paar hämischen Kommentaren gelassen, aber mir ist diese Sache bis heute unheimlich peinlich.

    Wenn jetzt dieser Saufdruck aufkommen sollte (womit ich irgendwann dann auch rechne), hab ich vor, mir dieses eine Bild, diese eine Situation, wieder vor Augen führen. Somit ist diese peinliche Situation ein Teil meines Notkoffers...

    Gruß Andreas

    Fachmännisch ist so ne Sache, mMn. sogar Ansichtssache. Grundsätzlich hab ich seit meiner Jugendzeit eine Abneigung gegen seichte Musik mit seichten Texten entwickelt...selbst Musikstücke, die mich musikalisch ansprechen, deren Text aber banal bzw. ohne echte Aussage sind, hör ich mir nur selten an.
    Interessant fand ich Deinen Ansatz, überhaupt den Zusammenhang zwischen Musik und Abhängigkeit zu untersuchen. Grundsätzlich würd ich sagen, daß es nur wenige konkreten Stücke gibt, die ich direkt mit Alkohol in Verbindung bringe. Allerdings ist es tatsächlich so, daß ich relativ oft melancholische Musik höre, grad in den Wintermonaten. Und ich denke, diese Musik macht tatsächlich wesentlich anfälliger für verstärkten Alkoholkonsum...dies liegt mEn. aber eher an der jeweiligen Grundstimmung als an der Musik selber...sie wirkt aber mit Sicherheit kumulativ.
    Ich bin jetzt im Bereich Klassik nicht so bewandert, würde es aber eher so beschreiben:
    Bei den Vier-Jahreszeiten von Vivaldi besteht für mich die Gefahr auf Alkoholkonsum vermutlich weit weniger als wenn ich mir Smetanas "Moldau" anhöre...
    Wenn ich Klassik-Fan wäre, hätte ich vermutlich hauptsächlich osteuropäische Komponisten im Plattenregal :)

    Gruß Andreas

    Och nö, bloß nicht...Bobby Brown hängt mir inzwischen ziemlich zum Hals raus :)
    Aber da sind wir tatsächlich wieder bei der Definitionssache...Popmusik ist für mich inzwischen ein Synonym für Mainstream geworden...aber das dürfte dann wirklich meine exklusive Ansicht sein.

    Um doch nochmal was Konstruktives zum Thema zu schreiben:

    " "edit Martin:bitte keine Markennamen nennen, danke von MMW ist für mich so ein Lied...wie oft hab ich das Lied auf der Gitarre gespielt und mir eingeredet, daß Westernhagen recht hat...zitieren darf man ja nicht...ich denk, es kennen die meisten User hier. Man kommt sehr wohl ohne edit Martin:bitte keine Markennamen nennen, danke aus...
    Allein die Tatsache, daß Westernhagen für eine volksverblödende Zeitung mit großen Buchstaben Werbung macht, hätte mich stutzig machen sollen :)

    Gruß Andreas

    Nun, das will ich gar nicht in Abrede stellen...allerdings würde ich Johnny Cash, Bob Dylan und John Lennon eher in die Sparte der Liedermacher einordnen. Aus meiner persönlichen Sicht haben die von Dir genannten mit Popmusik nichts am Hut, gleichwohl sie populär waren.
    Die Kinks sind sowieso außen vor...mMn. die ersten Punks, noch vor den Stooges.
    Ich hätte mich da vielleicht etwas deutlicher ausdrücken sollen...selbstverständlich gibt es nach wie vor viele Bands, die vernünftige Musik und sozialkritische Texte kombinieren...der Trend geht mMn. aber eher Richtung seichter Unterhaltung. Komischerweise sind grad die genannten Künstler allesamt in den 60ern großgeworden zu einem Zeitpunkt, als weltweit große gesellschaftliche Umwälzungen stattgefunden haben.
    Aber ich merk schon, ich schreib mich schon wieder in Trance...hat mit dem eigentlichen Thema nur noch bedingt zu tun :)

    Gruß Andreas

    Hallo Jonas,

    die Kombination aus eingängigen Rythmen und kritischen Texten ist schon von den Labels her nicht gewollt (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel). Wer am Markt erfolgreich sein will, darf seine Kundschaft offenbar keinesfalls zum Nachdenken anregen wollen...kritische Texte sind tabu, seichte Massenkompatibilität alles. Andererseits ist das auch von großen Teilen des Publikums nicht anders gewollt...man will sich lieber ablenken lassen, als nachdenklich zu werden. Stellvertretend hierfür will ich mal diese lächerlich verlogene Volksmusik nennen (unter die ich auch Dein Beispiel von Udo Jürgens einordnen würde). Das ist von Haus aus Musik fürs Bierzelt und soll lediglich zum Trinken animieren...damit die Volksseele wieder mal für ein paar Stunden die Wahrheit verdrängen kann.
    Allerdings würde mich interessieren, wie Du den Begriff Popmusik an sich absteckst...

    Gruß Andreas

    Hallo Frank,

    wollte mich hier in Deinem Thread mal bedanken für Deine Unterstützung in den ersten Tagen nach meiner Anmeldung...
    mir war Dein Feedback sehr wichtig...hab mir Deine Anregung bzgl. des geschlossenen Bereichs durch den Kopf gehen lassen und werd das vermutlich auch so bewerkstelligen...

    Schönen Gruß

    Andreas