Beiträge von Carpenter

    Seit ein paar Tagen habe ich wieder einen Kochschub, d.h. ich probiere grad mal wieder ein paar neue, exotische Rezepte aus.

    Gestern gabs libanesisch (Maghmour) und heute habe ich mich an ein indisches Gemüsechili gewagt.

    Zunächst zwei Zwiebeln geschnitten und in etwas Öl kurz angebraten, dann drei gepresste Knoblauchzehen und eine halbe, frische, gehäckselte Chilischote (rot) und die entsprechenden Gewürze (Cumin/Kreuzkümmel-gemahlener Ingwer-Koriander-Kurkuma-frisch gemahlenes Salz und schwarzen Pfeffer) kurz mitgebraten, dann gestückelte Tomaten und ne ordentliche Portion Kokosmilch dazu, kurz aufkochen lassen, dann geschnittene Zuchini, Kichererbsen, Karotten und kleine Röschen Blumenkohl dazu, ne halbe Stunde unter schwacher Hitze vor sich hinköcheln lassen und zum Schluß noch einen Schuß Joghurt und ein paar Löffel Mangochutney dazu.

    Ich gebe zu, mir hat das gemahlene Ingwer nicht wirklich getaugt und so habe ich noch etwas frischen Ingwer hineingerieben.

    Sehr lecker und sehr würzig. Dazu Basmatireis oder Naan-Brot (das dauert allerdings etwas länger, weil man den Teig erst ne Stunde gehenlassen muß)

    Funktioniert auch gut mit anderen Gemüseresten.

    Schönen Gruß

    Andreas

    (der sich wundert, daß er inzwischen schon im Kochthread gelandet ist)

    Hallo Mäuki,

    den Anderen ist es nicht egal, das solltest Du doch langsam mitbekommen haben.

    Du schreibst, es kostet ne Menge Kraft, zu glauben, daß man Dich liebt. Aber zeigt es Dir Dein Partner nicht dadurch, daß er Dich eben nicht spüren lassen will, wenn es auch ihn Kraft kostet ?

    Nun kann ich Dir mit ein paar Worten auch nicht weiterhelfen, aber ich habe so das Gefühl, daß Dir Dein Partner helfen kann und helfen will...aber das mußt Du natürlich auch zulassen...klar ist da ein Risiko dabei, sich komplett auf ihn einzulassen, ihm voll und ganz abzunehmen, daß er Dich liebt. Aber andererseits, was hast Du zu verlieren ?

    Vielleicht ist genau das der Schlüssel für eine Veränderung zum Besseren.

    Sorry, nur so ein Gedankenansatz

    Schönen Gruß

    Andreas

    N'abend Eni,

    jetzt muß ich doch nochmal kurz reinschneien.

    Es gibt nix, für das Du Dich schämen mußt. Das wollte ich Dir eigentlich mit meinem Beitrag gestern erklären.

    Ich schildere Dir jetzt mal meine Sicht dazu (ob die richtig ist oder nicht, kann ich nicht einschätzen):

    Man muß einen Rückfall ernstnehmen, weil er

    a) dafür sorgen kann, daß Du die Kurve gar nicht wieder kriegst und gleich wieder im Alkoholsumpf versinkst

    b) weil er zeigt, daß irgendwas nicht gepasst hat

    Fall a ist absoluter Mist. Wenn man erstmal wieder richtig drinsteckt in der Sauferei, wird es schwierig, sich wieder aufzurappeln.

    Fall b ist dagegen auch ne Chance, weil man sein bisheriges Vorgehen nochmal durchleuten muß und so auf Dinge stoßen kann, die man sonst nie geändert hätte.

    Was Du jetzt machen solltest, ist zu analysieren, was Du besser machen könntest, was Dir bisher an Gefahrenpotential entgangen ist, wo man stärker aufpassen müßte, wo Gefahren für Dich lauern, wie Du Dich besser gegen diese Gefahren absichern könntest.

    Was Du keinesfalls machen solltest, ist, sich jetzt in die Schämecke zurückziehen. Warum auch ? Du bist rückfällig geworden wie zig andere User hier auch schon, die es dann doch gepackt haben.

    Erster und zweiter Schritt sind gemacht. Du hast Dich entschlossen, weiterzumachen und Du hast das ganze Zeugs entsorgt.

    Mach es Dir nicht schwerer als es ist. Nochmal, es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Du hast ne Krankheit.

    Step hat es schon gesagt - wir können Dir das Trockenwerden nicht abnehmen, aber wir sind da und können es Dir vielleicht etwas erleichtern. Und das ist doch immerhin besser als gar nix, oder ? :)

    Also, raus aus der Ecke mit Dir. Wichtig ist, daß Du dranbleibst und wenn Dir nicht nach schreiben ist, dann lies halt nur.

    Aufmunternden Gruß

    Andreas

    Moin Eni,

    wie siehts denn heut morgen aus bei Dir ? Hast Du Dein Zeugs schon weggeschüttet oder bist Du mental noch abgetaucht ?

    Es ist jetzt wichtig, wieder in die Gänge zu kommen. Ich weiß, ich hab leicht reden, aber bei aller Liebe:

    Wir müssen Dir jetzt etwas mehr ins Hinterteil treten :)

    Meld Dich doch mal...

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hi Eni,

    so ein Rückfall ist natürlich keine Lappalie, aber auch nicht das Ende der Welt.

    Den wichtigsten Schritt hast Du mMn. schon gemacht, indem Du hier ganz ehrlich geschrieben hast, daß Du getrunken hast. Mit dieser Ehrlichkeit solltest Du auch weitermachen gegenüber Deinem privaten Umfeld und den Leuten, die es etwas angeht.

    Tja, jetzt kommt die wichtige Frage, die Du nur selbst beantworten kannst:

    Wie ist es dazu gekommen ?

    Dazu hast Du auch schon etwas Wichtiges selbst geschrieben...der Saufdruck war eigentlich schon rum, aber im Kopf hast Du Dir schon freie Fahrt gegeben. Da war es aus meiner Sicht nur noch eine Frage der Zeit, wann der Rückfall kommt - ob gleich oder später.

    Ich bin etwas am Grübeln. Ich hab Dir neulich geschrieben, daß es bewundernswert ist, wie Du Dich durchkämpfst trotz aller Widrigkeiten...vielleicht war das ein Fehler...vielleicht sagt man sich dann in einem Moment der Schwäche "es wäre ja kein Wunder, wenn man wieder rückfällig wird bei der Situation." Aber das ist der falsche Ansatz. Denn genaugenommen bestrafst Du Dich ja mit der Trinkerei zusätzlich. Du bist kurz vor der Lessingstraße und katapultierst Dich durch einen Moment der Schwäche wieder auf Los. Damit waren all die Anstrengungen der letzten Monate zwar nicht ganz umsonst, aber Du fängst wieder bei Null an.

    Das Gute:

    Du bist eine Kämpferin. Das merkt man schon alleine daran, daß Du hier Deinen Rückfall eingestehst, gleich wieder aufstehst und bereit bist, wieder loszulegen.

    Du bist bei Weitem nicht der Einzige hier, der nen Rückfall hatte. Hier im offenen Bereich ist der Thread von Frank, der nach vielen Anläufen endlich die Kurve gekriegt zu haben scheint. Er ist ein gutes Beispiel, daß man niemanden abschreiben darf, am Allerwenigsten sich selbst.

    Jetzt schütt den Rest sofort in die Toilette, bring morgen gleich die leeren Flaschen aus dem Haus (am Besten mit jemanden, auf den Du Dich verlassen kannst) und sorg dafür, daß Dein Zuhause alkfrei ist. Dann geht es wieder los mit Notkoffer packen (da muß diesmal vermutlich etwas mehr drin sein :-)) und dann geht es ans analysieren, wie es soweit kommen konnte...was kann man besser machen, um nächstes Mal bei Saufdruck besser gerüstet zu sein.

    Und v.a.:

    Schreib wieder mehr hier bei uns. Man hat direkt gemerkt, daß Du irgendwann nachgelassen hast mit der Schreiberei. Klar, mit Depressionen setzt man sich nicht mit einem Lächeln an den PC, aber das Forum ist keine Einrichtung, die immer Spaß machen muß. Das Forum ist ein wichtiges Instrument für Deine Trockenheit...das kann auch schon mal unangenehm sein, sich hier reinzuquälen - aber es wird Dir helfen.

    Schreib alles auf, was Dich bewegt, was Dir einfällt. Es wird Dir helfen, davon bin ich überzeugt.

    Schönen Gruß und Kopf hoch...Du packst das.

    Andreas

    Hallo panem,

    das geht nicht nur neuen Usern so. Dieses Gefühl, nicht gelesen zu werden, hat man manchmal auch dann, wenn man schon etwas länger hier ist.

    Keine Reaktion bedeutet allerdings nicht, daß man nicht gelesen wird. Es gibt User hier, die so gut wie gar nicht mehr schreiben, aber trotzdem weiter lesen.

    Nun bringt einem diese Erkenntnis als relativ neuer User hier wenig...man stellt ja vieles in Frage, erhofft sich Hilfestellung, Impulse usw., insofern kann ich Deine Enttäuschung auch nachvollziehen.

    Vielleicht solltest Du einfach konkret mal ein paar Fragen einstreuen. Dein Ansatz, daß Du z.B. keine deutliche Verbesserung der Lebensqualität wahrnimmst, ist z.B. ein recht guter.
    Aus meiner Sicht gibt es da schon Abstufungen bei den Alkoholikern...manche haben bemerkt, daß ihr Alkoholkonsum zugenommen hat und sich rechtzeitig hier angemeldet, andere standen dagegen schon mit einem Bein im Grab...daß beide Fraktionen unterschiedliche Wahrnehmungen haben, was die Lebensqualität vor und nach der Abstinenz betrifft, liegt daher auf der Hand.

    Für mich z.B. ist es ein deutliches Mehr an Lebensqualität, wenn ich früh morgens ohne Kater aufstehen, sofort loslegen kann und nicht bis Mittag meinen Rausch ausschlafen muß. Ich wache nachts nicht mehr mit Herzrasen auf und schlafe dadurch wesentlich besser. Dadurch, daß ich nicht ständig im Dämmerzustand bin, kann ich klare Entscheidungen treffen, nüchterne Entscheidungen treffen, ohne die einlullende oder manchmal auch euphorisierende Wirkung von Alkohol. Ich treffe dadurch rationale Entscheidungen...nicht immer, aber immer öfter.

    Und so könnte ich diese Reihe noch ziemlich lange so weiterführen, aber ich will auch niemanden langweilen. Jeder hat eigene Dinge, die ihm im nüchternen Zustand einen Mehrwert bedeuten.

    Jede Geschichte klingt gleich, gewisse Begleiterscheinungen scheinen sich permanent zu wiederholen. Wie sich der jeweilige Mensch aber nach der Abstinenz fühlt, wo er seine Highlights sieht, da unterscheiden wir uns hier schon deutlich. Einige treiben mehr Sport, andere finden den Zugang zu Meditation und gehen sogar für ein paar Tage ins Kloster...gemeinsam ist diesen Dingen nur eines: Man hätte sie im nassen Zustand nie angepackt.

    Bei Dir scheint mir so etwas wie ein Hobby, eine Sache, auf die Du Dich freust, die Dir Spaß macht, zu fehlen. Die meisten User hier haben irgendwas gefunden, worauf sie ihre neugewonnenen Energieen verwenden können...wie genau das geartet ist, spielt keine Rolle.

    Stell Dir vor, Dein Akku ist wieder auf volle 100 % geladen...Dir steht Deine volle Leistungsfähigkeit wieder zur Verfügung...jetzt solltest Du sie auch nutzen.

    Das Schöne daran ist: Du kannst Dir selbst aussuchen, wofür.

    Wenn es um Freundschaften geht, bin ich übrigens ziemlich ähnlich gepolt. Ich ertappe mich dabei, daß ich trotz gutem Gefühl immer eine gewisse Distanz zwischen mir und anderen Menschen aufbaue, diese Distanz nicht verringern möchte. Ich lasse nie alle Burgtore herunter, sondern öffne sie immer nur einen Spalt. Das stößt andere Menschen ab, das weiß ich. Sie spüren diese Distanz und halten sie für Desinteresse oder Arroganz. Das liegt zwar deutlich daneben, aber ich sehe keinen Grund, mich da selbst zu erklären und die Leute aufzuklären. Wer mich dagegen näher kennt, versteht mit der Zeit, wie ich ticke und akzeptiert mich so, wie ich bin.

    Das hab ich übrigens inzwischen auch getan...ich saufe mir keine Burgtore mehr weg, nur um mich am nächsten Tag zu fragen, warum. Diese Tore sind Teil meiner Persönlichkeit und deshalb bleiben sie da, wo sie sind.

    Allerdings mußte ich erst abstinent werden, um diese Tatsache zu erkennen.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Frank,

    die Tatsache, daß Du trocken bist, wenn Dein Sohn auf die Welt kommt, hat für mich etwas unglaublich Positives. Es besitzt aus meiner Sicht eine gewisse Symbolik, so als hättest Du Dein altes Säuferleben abgeschlossen und nun öffnet sich in Form Deines Sohnes zusätzlich eine neue Tür, die Dir Kraft geben wird (und Dich auch einiges an Nerven kosten wird, das kann ich Dir versprechen :-)).

    Das klingt sehr gut bei Dir...freu mich für Dich.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Eni,

    ohne jetzt Deine momentane Verfassung zu kennen kann ich Dir sagen, daß mir das selbst auch oft so geht...mir gehen manchmal einfach die Worte aus bzw. ich habe das Gefühl, nix sagen oder nichts beitragen zu können.

    Das ist halb so wild, step hat es ja schon schön beschrieben:

    Hauptsache, Du bleibst am Ball. Umgekehrt sollst Du wissen, daß Dir hier viele User die Daumen drücken und im Gedanken bei Dir sind...mehr soll es heut auch gar nicht sein.

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Andreas

    P.S.: Das "schöne Zeit Dir" kommt mir immer mal wieder zynisch vor, wenn ich jemandem schreibe, dem es nicht so toll geht im Moment. Damit meine ich natürlich, daß ich mir wünsche, daß es wieder aufwärts geht.

    Moin Eni,

    na, das ist ja gleich eine freudige Überraschung im neuen Jahr. Schön, daß Du Dich gemeldet und die von Dir ungeliebten Weihnachtsfeiertage gut überstanden hast.

    Ich finde, Du kannst sehr wohl mit einigem Stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Du bist entschlossen gleich zwei Süchte angegangen und hast Dich bisher wacker geschlagen.

    Man kann die Leistung, sich gleichzeitig auch noch der Nikotinsucht zu stellen, nicht hoch genug einschätzen. Mir persönlich wäre das ehrlich gesagt zuviel auf einmal gewesen (und ist es jetzt noch).

    Die Sache mit den Klamotten ist zwar blöd, aber irgendwo auch normal, denke ich. Der Nikotion bremst den Hunger aus...ich habe gerade eher das umgekehrte Problem...wenig Hunger, unregelmäßige Essgewohnheiten und dadurch etwas mehr Luft im Bund als mir lieb ist.

    Ich nenn das Luxusproblem, weiß aber, daß Frau in Bezug auf das eigene Körpergewicht deutlich sensibler reagiert, sich selbst immer etwas molliger einschätzt als der Rest der Welt.

    Hmm, über das Gewicht wollte ich eigentlich gar nicht quasseln :)

    Eigentlich wollt ich Dir nur schreiben, daß ich mich wirklich freue, daß Du weiterhin am Ball bleibst und Dir meinen Respekt zollen, wie Du nicht locker läßt.

    Ich denke, mein Threadtitel im Geschlossenen würde auch für Dich gut passen.

    Laß es Dir gutgehen im neuen Jahr und ich hoffe sehr, daß Du auch im Bereich Depressionen Fortschritte machen kannst...ne, ich hoffe nicht, ich glaube es zu wissen :)

    Schönen Gruß Dir und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Step,

    die Erkenntnis, daß kontrolliertes Trinken für uns nicht mehr möglich ist, halte ich für absolut essentiell. Sich ständig daran zu erinnern, ist aus meiner Sicht die halbe Miete. Gefährlich wird es dann, wenn man sich zu sicher fühlt, sich für absolut stabil hält und sich dann Gedanken einschleichen, man wäre jetzt soweit, doch wieder mal ne Ausnahme zu machen.

    Der zweite, wichtige Punkt ist der, zu erkennen, daß das Leben ohne Alkohol mehr zu bieten hat als das Leben mit Alkohol. Denn es gibt für uns nur diese zwei Möglichkeiten - Saufen oder Trocken bleiben - dazwischen gibt es nichts mehr.

    Bei mir ist es in der Tat so, daß ich immer noch dieses Glücksgefühl empfinde, daß ich morgens glöcklahell aus dem Bett steigen kann, sofort da bin und leben kann, wo ich früher einen halben Tag gebraucht habe, wieder ich zu sein, nur um mich dann wieder von mir selbst zu verabschieden, indem ich weitergetrunken habe. Wenn das keine zusätzliche Lebensqualität ist, dann weiß ich auch nicht :)

    Du gehörst, wie ich, zu der Gruppe Alkoholikern, die in einem stabilen Umfeld leben, insofern denke ich, daß wir es ein ganzes Stück leichter haben, trocken zu bleiben. Ich denke da z.T. auch an Eni, der ich manchmal so ein stabiles Umfeld ebenfalls wünschen würde....

    Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub und ich denke, es ist bei Dir durchaus angebracht, auch mal ein Lob rauszulassen...Du hast das, seitdem Du hier bist, prima gemacht.

    Insofern...weiter so :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Andreas

    Zitat von Dr.Gerner

    keine Angst, ich verwandel mich bei Vollmond nicht in eine Handtasche oder so...aber Weihnachtsdeko muss sein. :D

    Frohe Weihnachten allerseits!!! :)


    Moin Doc,

    darüber mußte ich herzlich lachen. Davon ausgehend darf ich die Hoffnung, die Handtasche meiner Frau würde sich bei Vollmond umgehend in eine bildhübsche Masseuse für meinen verspannten Rücken verwandeln, ad acta legen :)

    Schön, daß Du Dich mal gemeldet hast und weiterhin viel Erfolg beim Schreiben und natürlich auch bei wichtigeren Dingen :) Würd mich freuen, wenn man wieder öfter von Dir liest...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von 415

    Ich weiß, was ich da geschrieben habe, ist eine weitere Version der ewig gleichen Geschichte, die den meisten von euch, könnte ich mir vorstellen, schon zum Hals raushängt. Aber mir hat das jetzt gut getan. Ausatmen. (Und eine "Zigarette danach" anstecken...)

    LG
    514

    Moin 514,

    natürlich ist es die ewig gleiche Geschichte. Zum Hals raushängen tut sie sicher keinem hier, hat sie doch wirklich fast jeder am eigenen Leib erlebt. Und Du kannst Dir sicher sein, daß Deine Posts auch gelesen werden, selbst wenn am Anfang noch wenig Antworten kommen.

    Das Gefühl, unbedingt noch mal "raus" zu müssen, kenne ich v.a. aus meiner nassen Zeit noch...das "raus" dauerte dann oft genug bis zum nächsten Morgen mit fast immer demselben Ergebnis: Abschuß.

    Selbst jetzt hab ich noch ab und zu dieses Gefühl, unbedingt "raus" zu müssen, was ändern zu müssen - ja kein Stillstand. Aber es ist nicht mehr mit Alkoholgedanken verknüpft. Natürlich dauert das seine Zeit, bis sich das bessert...wie alles Wichtige im Leben bekommt man die Trockenheit nicht einfach so geschenkt. Man stösst schon ab und zu an seine Grenzen und gerade da helfen gewisse "Tricks".

    Nun bin ich nicht gerade ein Verfechter der strikten Einhaltung sämtlicher Grundbausteine, aber manche sind schon wirklich sehr sinnvoll. In Deinem Fall wäre es vielleicht vernünfig, vor dem "Rausgehen" ne Menge Wasser zu trinken, um damit einen evtl. Saufdruck zu verhindern. Bei vielen hat das geholfen.
    V.a. bin ich kein Freund der Selbstgeißelung und insofern halte ich es für ebenso gefährlich, sich am WE komplett alleine in der Wohnung zu verschanzen, ohne Kontakte zu Menschen, die in die Krankheit eingeweiht sind und verstanden haben, um was es wirklich geht.

    Wenn die alten Kumpels aus Saufgründen keine Option sind, muß man eben neue Kontakte knüpfen oder trockene, alte Kontakte aktivieren. Ich glaube, jeder kennt Menschen aus seinem Bekanntenkreis, mit denen man gut konnte, die man aber mit der Sauferei vertrieben hat. Die sind oftmals ein guter Anfang.

    Ein Paradebeispiel ist hier mMn. Dr. Gerner...wenn Du Lust hast, liest Du Dir seinen Thread mal durch.

    So, ich muß weiter...hab noch ein Dach aufzurichten bei dem Sauwetter...aber einen Rat will ich Dir noch mitgeben:

    Schreib ruhig alles auf, was Dich bewegt und umtreibt, völlig unabhängig davon, ob Reaktionen kommen oder nicht. Du wirst für Dich trocken, nicht für andere...insofern spielt es v.a. eine Rolle, ob es Dir damit bessergeht - und das hast Du ja schon erkannt :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Andreas

    Zitat von Katharsis



    Wenn ich nicht losgezockelt wäre gegen meine Bocklosigkeit gestern, hätte ich dieses Erlebnis nicht gehabt. Ich werde mich immer darin erinnern.

    Das ist das, was ich meine, wenn ich immer sage: Tue den ersten Schritt und vertraue.
    Das ist aber auch genau das, was ich nicht in einen kurzen Absatz packen kann, wenn ich mich erklären will.

    Hallo Katha,

    ich hab mir, neben vielen Passagen, die es wert gewesen wären, zitiert zu werden, diesen hier ausgesucht, weil es sich mit meiner Wahrnehmung zu 100 % deckt.

    Und genau dieses Aktiv werden, aus dem Arsch kommen, sich nen Ruck geben, den ersten Schritt tun, ist das, was wir als trockene Alkoholiker durch unsere Abstinenz ebenfalls dazugewonnen haben. Der innere Schweinehund läßt sich trocken deutlich besser überwinden als im nassen Zustand.

    Ich gehe davon aus, daß nahezu 100 % des Forums froh darüber sind, daß Du Deine Erfahrungen NICHT in kurze Absätze packst. Wenn es da ab und an mal etwas querbeet geht - wen sollte das stören ?

    Anscheinend geht Deine Genesung nicht so voran, wie Du Dir das wünschen würdest...das ist natürlich sehr bescheiden und tut mir leid. Andererseits...wärst Du schon wieder komplett mobil und umtriebig wie immer, wäre es heute zu dieser interessanten und vermutlich folgenreichen Begegnung mit dem Literaten vielleicht gar nicht gekommen. Und da sind wir flux wieder bei einem MEINER Lieblingsthemen...ich glaube nicht an Karma, aber ich glaube daran, daß man sein Glück sehr wohl beeinflußen kann...sowohl auf positive als auch auf negative Weise..."jeder ist seines Glückes Schmied" halte ich für übertrieben, aber ich bin schon überzeugt davon, daß man sich selbst schon mal um das passende Werkzeug kümmern kann :)

    Ich wünsch Dir weiterhin gute Besserung und ne Menge Spaß mit der
    Lektorentätigkeit...das scheint mir wie gemalt für Dich.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Correns,

    danke für die Glückwünsche. Um ehrlich zu sein - ich hätte den Termin selbst gar nicht im Kopf gehabt...ich weiß nur, daß es irgendwann im Dezember war :)

    Aber Du gibst mir ne schöne Steilvorlage für eine Thematik, für die mir bisher die Gelegenheit fehlte.

    Ich bin nämlich gar kein Freund dieser ständigen Glückwünsche, was die Abstinenz anbelangt und ich fürchte, ich habe bisher auch noch fast niemanden zu irgendeinem abstinenten Zeitraum gratuliert...das werde ich auch weiterhin so halten, nicht, weil ich ein Stoffel bin und mich nicht für die entsprechenden User freue, die wieder nen Zeitabschnitt geschafft haben - es liegt vielmehr daran, daß mir Zeit in diesem Zusammenhang nix bedeutet.

    Was bringen 4 Jahre Abstinenz, wenn man dann nach 4 Jahren doch unachtsam wird ? Oder anders gesagt: Ich bin fest davon überzeugt, daß Zeit ein wichtiger Faktor im Rüstzeug für die Trockenheit ist, aber bei Weitem nicht der Wichtigste.

    Zeit sagt für mich nichts aus. Ich bewerte die Trockenheit der User hier nicht nach dem Zeitraum, die sie bereits trocken sind, sondern nach dem Eindruck, den sie hier auf mich machen. Mir ist der Weg, den sie gehen, wichtiger als die Frage, wie lange sie diesen Weg schon gehen.

    Wir haben hier User, denen ich nach vier Monaten schon zutraue, es dauerhaft zu packen...umgekehrt gibt es auch einige wenige User, die mir nach einigen trockenen Jahren noch einen instabilen Eindruck machen.

    Also, sollte sich jemals jemand fragen, warum der stoffelige Frangge niemals Glückwünsche ausspricht - das ist keineswegs böse gemeint, sondern eher ne Sache des persönlichen Prinzips.

    Und wenn ich schonmal da bin:

    Mir geht es gut...ich habe gestern nach langer Zeit die fehltende e-Seite meiner E-Gitarre ausgewechselt und dann mal getestet, ob ich aus ihr noch den entsprechenden Sound rausbringe - es hat funktioniert :)
    Ich spüre, daß ich mich geistig langsam auf die Winterpause vorbereite...ich habe gestern vormittag ganz freiwillig meine Lieferscheine sortiert, das Büro aufgeräumt, die letzten Rechnungen geprüft und gleich angewiesen. Ich spüre, daß ich für dieses Jahr nen Schlußstrich ziehen will und die Tatsache, daß ich mich eingehend mit meiner E-Gitarre beschäftigt habe, zeigt mir, daß ich damit auch im Reinen bin. Ich bin reif für eine Auszeit und weiß das...und werd sie mir nun nehmen :)

    Ganz nebenbei war ich gestern mit meinem Großen auch noch auf Shoppingtour. Er hatte Zeit und Lust und ich dachte, okay, dann kaufen wir die Geschenke für Weihnachten einfach mal pünktlich und nicht auf den letzten Drücker.

    Nun, was soll ich sagen: Mein Sohnemann hat nun alle Geschenke beisammen und in meiner Tüte waren....sieben paar Socken :)

    Nen schönen Advent und eine schöne Zeit wünsch ich Euch...ich werd jetzt erstmal sehen, was meine Gitarre so treibt :)

    Schönen Gruß

    Andreas

    Nabend Eni,

    die schwarze Dame sieht besoffen doch noch wesentlich häßlicher aus als nüchtern...zumindest, wenn der Rausch nachläßt.

    Und ich bin mir sicher, daß Du noch deprimierter wirst, wenn Du erkennst, daß Du all die ganzen Monate verschenkt hast und wieder bei Null anfangen mußt oder gar in die Sauferei zurückfällst.

    Sicher, mit der Zeit läßt auch die Ressonanz hier ein bißchen nach, aber Dein Hilfeschrei stößt sicher nicht auf taube Ohren hier.

    Erzähl doch einfach mal, was Dich umtreibt...was Dich depressiv macht.

    Kopf hoch...laß Dir helfen...und laß Deine gute, alte Step jetzt nicht allein im Regen stehen...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Forum,

    Hallo Correns:

    Mir persönlich würde natürlich auch ein Halbmarathon reichen :) Ich werd mich heut mal umsehen, ob Prag auch nen Halbmarathon anbietet, ansonsten legen wir die Sache mit Prag eben auf 2016...es drängelt uns ja keiner :)
    Wie sieht es denn jetzt mit Deiner Kur aus ? Bleibt es dabei, daß sie erst im Frühjahr stattfindet ?
    Raffiniert bist Du ja schon...zuerst steigerst Du Dein EGAL-Training, nur um danach wieder über Dein Wettkampfgewicht zu jammern *hehe*. Ich bleib dabei, der Bauch ist ein Bäuchlein...da kannst Du mir ruhig was von weitausladenden Klamotten erzählen :)

    Hallo Samsara:

    Ich wünsch Dir auch einen schönen zweiten Advent. Plätzchen back ich keine, ich bin eher für deren Beseitigung zuständig :) Aber ganz allgemein hab ich vor, im Winter wieder öfter zu kochen, mal ein paar Rezepte auszuprobieren. Kochen ist für mich die Nachentspannsphase...solange ich noch am "Abschwitzen" bin, hab ich keine Lust auf Kochen. Aber wenn Körper und Geist wieder einigermassen im Gleichklang sind, dann ertappe ich mich dabei, daß ich öfter mal im Chefkoch unterwegs bin.

    Dein "hoffentlich" drückt, wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, auch eine gewisse Sorge aus, daß ich irgendwann die Balance verlieren könnte...falls dem so ist, dann danke ich Dir dafür. Wenn nicht, dann ist auch okay :)

    Wichtig ist, daß ich das Warnschild zumindest gesehen habe...ist bei mir wie mit roten Ampeln...wenn ich mal sehe, daß die Ampel rot ist, dann halte ich auch an. Nur bei orange geb ich nochmal Vollgas :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit an alle

    Andreas

    Hallo panem,

    erstmal herzlich willkommen hier im Forum.

    Wenn Du mal ne Weile hier bist, wirst Du sehen, daß es immer diesselben Themen sind, die hier behandelt werden. Was kann man sich als frisch Abstinenter zumuten ? Kann man mit reiner Willenskraft solche Weihnachtsfeiern trocken überstehen ? Wo liegen die Grenzen dessen, was man sich zumuten darf und sollte ?

    Nun bin ich schon von Anfang an der Meinung, daß es tatsächlich auch am eigenen Willen liegt, ob man wieder säuft oder nicht. Man kann mit der eigenen Willenskraft sehr viel steuern, aber allein mit Willenskraft funktioniert es nicht. Aus meiner Sicht ist es eine Mischung aus Absicherung, also Risikominimierung und eigener Willenskraft, die einen weiterbringen kann.

    Du hörst Dich für mich insgesamt klar strukturiert an. Wenn ich an meine ersten Wochen hier im Forum zurückdenke, muß ich eingestehen, daß ich das nicht war...zu stur, zu sehr davon überzeugt, einen ganz eigenen Weg gehen zu können. Letztendlich hat auch jeder seinen eigenen, ganz individuellen Weg, wie er mit seiner Krankheit umgeht und was bei dem Einen zum Ziel führt, muß nicht zwangsläufig für den Anderen gut sein. Aber es gibt tatsächlich immer wieder Überschneidungen, gewisse Grundprinzipien, die Sinn machen. Risikovermeidung gehört dazu.

    Wie ich lese, hast Du Dir dahingehend Gedanken gemacht und gehst nicht einfach nur auf diese Feier, sondern versuchst im Vorfeld, Risiken zu minimieren.

    Nun sind wir hier im offenen Bereich und ich kann Dir sicher nicht schreiben: Diese Weihnachtsfeier ist ne tolle Idee. Sie ist es natürlich nicht und kommt eigentlich zu früh. Ich schreib es deshalb anders:

    Ich denke, daß Du einiges getan hast, um die Risiken zu minimieren.

    Eines vielleicht noch:

    Mir hat es geholfen, mich frühzeitig in meinem Umfeld zu outen und mich selbst als Alkoholiker zu bezeichnen. Die Fronten waren geklärt und ich mußte keine Energie drauf verwenden, Ausreden zu suchen oder irgendwelche Diskussionen zu führen, warum ich nichts trinke.

    Ich wünsch Dir alles Gute auf Deinem Weg.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Forum,

    so langsam entspannt sich die Lage im beruflichen Bereich bei mir. Wir haben noch einiges zu erledigen bis Weihnachten, aber ich bin inzwischen recht zuversichtlich, daß wir den Montag und Dienstag vor Heiligabend bereits ohne Arbeitsklamotten erleben werden.

    Wir als Firma haben ziemlich stressige Tage hinter uns und sind körperlich allgemein am Limit. Trotz allem ist es schon immer wieder erstaunlich (und auch befriedigend), zu was man als Team in der Lage ist, wenn alle Teammitglieder die Notwendigkeit akzeptieren und an einem Strang ziehen. Insofern nehme ich sogar noch positive Erfahrungen aus dieser Phase mit.

    Bis zum 07.01.2015 werden wir uns freinehmen und arbeitsfreie Zeit genießen...und im Gegensatz zu vielen anderen Weihnachtsfesten vorher freue ich mich diesmal auf die Feiertage. Ich habe mir fest vorgenommen, mal richtig zu faulenzen, viel zu lesen, mit meinen Hunden spazieren zu gehen, Gitarre zu spielen und eine Jam-Session mit meinem Jüngsten steht auch auf dem Programm...auch darauf freue ich mich, nachdem die Sache mit der Bandgründung aus Zeitgründen doch noch nicht funktioniert hat.

    Zeit, auf das Jahr zurückzublicken, hatte ich noch nicht. Irgendwie ist mir auch noch nicht nach Rückblicken. Denoch gehe ich mit dem Wissen in die Endphase des Jahres, daß auch dieses Jahr wieder einige Highlights für mich parat hatte...manche Highlights waren nur möglich, weil ich der Sauferei abgeschworen habe und das fühlt sich nach wie vor sehr gut an.

    Die Entspannung ist zwar in meinem Kopf angekommen, allerdings noch nicht in meinem Körper. Der ist noch etwas stinkig mit seinem Untermieter und hält ständig ein Schild hoch "Tu Deinem Körper doch zur Abwechslung auch mal was Gutes". Ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schild nicht weiter zu ignorieren.

    Euch allen ein schönes Wochenende und ganz allgemein eine besinnliche, angenehme Adventszeit.

    Schönen Gruß

    Andreas