Moin Katha,
vielleicht sind die Frauen an Deinem Umfeld schuld daran, daß der gute Oskar eher homosexuelle Neigungen zeigt ? 
Nee, im Ernst. Wilde hat schon ein ziemlich verschobenes Bild von Frauen...nicht, weil er evtl. häufig auftauchende, als negativ empfundene Merkmale als typisch weiblich kategorisiert, sondern weil er in die andere Richtung, nämlich in Bezug auf Männer, überhaupt kein Interesse zeigt, diese offenzulegen.
Nun muß man das Ganze unter den damaligen Umständen betrachten...Ende 19.Jahrhundert...aber es fällt mir penetrant auf bei ihm und deshalb kommt bei mir auch nur relativ wenig Lesespaß auf. Zu einem meiner Favoriten wird er es nicht mehr packen...nun, ich geh davon aus, das wird ihn nicht dazu verleiten, in seinem Grab zu rotieren 
Diese "Ich"-bezogenen Menschen gibt es querbeet...ob Männlein, ob Weiblein, ob 16 oder 65...Sie sind anstrengend und ich tendiere dazu, es als ganz wichtige Aufgabe zu betrachten, diesen Menschen weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Anstand und Höflichkeit verleiten einen manchmal dazu, sich irgendwelchen Schwachsinn anzuhören, ohne den Leuten direkt ins Gesicht zu sagen, daß sie ordentlich einen an der Waffel haben.
Oft helfen da subtile Aussagen wie "Du, ist ja nett, aber ich habe gleich einen Termin" oder "Mir geht es grad ziemlich beschissen, ich hab eine ansteckende Grippe" überhaupt nicht weiter...und ich sag Dir was:
Seit ich abstinent bin, hab ich auch gar keinen großen Bock mehr, mir irgendwas zu überlegen, um diesen Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Es ist mir nicht wichtig, everybody´s Darling zu sein...ich hab kein Problem mehr damit, wenn ich aus irgendwelchen Adressbüchern dauerhaft gestrichen werde....es gesellen sich dann eben andere Einträge hinzu...Menschen, die auch zuhören können und nicht nur von sich selbst quasseln...Menschen, mit denen ich mich gerne unterhalte.
Ich bin nicht mehr erpicht darauf, alte Fesseln aufrechtzuerhalten, wenn ich spüre, daß es Zeit ist, diese Fesseln zu kappen. Einige Bekannte gehen, andere kommen dazu. Auch das ist typisch für meine Abstinenz...mir ein Umfeld schaffen, in dem es mir gutgeht.
Ich war ja immer so ein Krebs-Typ...jemand, der sich die Sorgen und Nöte anderer Menschen gerne reingezogen hat, mehr oder minder wertvolle Tipps abgegeben hat...die entsprechenden Personen haben sich artig bedankt und erst dann wieder von sich hören lassen, wenn die nächste Lebenskrise anstand...auch das ist eine Form von "Ich-Ich-Ich".
Vielleicht reagiere ich auch deshalb etwas allergisch, wenn ich hier ab und zu lese, daß Menschen noch mehr auf sich schauen wollen, egoistischer werden wollen. Für manche Menschen mag das sinnvoll sein, bei anderen frage ich mich "Wie, noch egoistischer ? Geht das überhaupt ?" 
Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen bzgl. der Wirbelsäule. Nun weiß ich aus familiärer Erfahrung, daß eine OP da nicht ganz ungefährlich ist. Trotzdem ist das Argument, daß man nach der OP möglicherweise wieder eine ganz andere Lebensqualität hat, eine ohne ständigen Schmerz, nicht von der Hand zu weisen. Einfach ist die Entscheidung nur dann, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Ich wünsch Dir alles, alles Gute bei der OP und bin mir sicher, daß Du wie Phönix aus der Asche aus Deinem horizontalen Zustand in die Senkrechte durchstartest...und v.a. freu ich mich, wenn Du nach der OP ohne Schmerzen durchstarten kannst...
Schönen Gruß und schöne Zeit Dir
Andreas