• Hallo zusammen,

    irgendwie läufts nicht rund....zuerst ist mir vor 3 Tagen ne Blombe raus gefallen, ich bin gleich nächsten Tag zum Zahnarzt und da meiner Urlaub hat, hat es eine Kollegin versorgt. Leider kann da nicht wieder eine Blombe gemacht werden, sondern da muss eine Krone drauf. Finde ich natürlich nicht optimal, aber gut, immer noch besser als wenn er ganz raus müsste.

    Ja und dann hatte ich mich mit meiner Mutter verabredet und sie hat dann kurz vorher abgesagt. Ihr gehts mal wieder super schlecht und wenn ich ehrlich bin, kann ich es nicht mehr hören. Es wiederholt sich alles und seit ich nüchtern bin, nehme ich es viel genauer wahr. Mir wird erst jetzt wieder richtig bewusst, das sie mich gar nicht wirklich wahr nimmt, mir nicht zuhört und irgendwie keine Empathie oder Einfühlungsvermögen für mich hat. Und das tut mir verdammt weh, diese Gefühle nüchtern auszuhalten ist echt be......en. das habe ich immer mit Alkohol betäubt. Ich fühle mich gerade sehr alleine und weiß nicht wohin mit mir. Habe manchmal Angst die Kontrolle zu verlieren.

    Und es nervt mich auch, das ich hier in letzter Zeit nur am rumjammern bin. Aber irgendwo muss ich ja damit hin....

    Danke das ich hier sein darf.

    Grüße Lena

  • Hallo Lena,

    mach Dir mal keinen Kopf wegen dem angeblichen rumjammern. Das Forum ist ja nicht nur dazu da, hier zu schreiben, wenn es einem gut geht.

    Nun find ich es durchaus wichtig, daß Du Deiner Mutter genau das am Telefon gesagt hast, was Du auch in dem Moment empfunden hast. Du hast auch nichts falsches gesagt und wenn sie damit nicht umgehen kann, dann ist das ihr Problem, nicht deines.

    Es ist schwierig, hier was konkretes zu sagen oder zu raten...aber mir ist dieser eine Satz direkt ins Auge gesprungen...der mit den Gefühlen nüchtern aushalten. Pass bitte ganz besonders auf im Moment. Man merkt Dir an, daß die Sache mit Deiner Mutter an Dir nagt. Setz wegen ihr nicht Deine Trockenheit aufs Spiel...wenn sie trinkt, ist das ihr Problem...wenn Du trinkst, ist es Deines...versuche da zu trennen und denk immer dran, daß Dir die Trinkerei niemals weitergeholfen hat...und weggespülte, negative Gefühle kommen doppelt und dreifach zurück, wenn man wieder nüchtern ist.

    Ich drück Dich mal fest, falls gewünscht...sozusagen als Einwechselspieler für Silberkralle und Correns :)

    Laß Dich nicht verrückt machen...Du bist Deinen Weg bisher so konsequent gegangen, kein Ereignis der Welt kann Dich aus der Bahn werfen, wenn Du selbst es nicht zuläßt.

    Schönen Gruß

    Andreas

  • Liebe Lena,

    es tut mir leid, dass es momentan nicht so dolle ist bei Dir.

    Lass Dich bitte nicht durch Deine Mutter in deine alte Gefühlswelt hineinziehen und wenn, dann nur mit einer engmaschigen Hilfe. Ja es wiederholt sich alles, da hängen wir gefühlsmäßig fest und versuchen immer wieder vielleicht doch ein bisschen Liebe, Anerkennung, Zuwendung zu erlangen!

    Zitat

    Mir wird erst jetzt wieder richtig bewusst, das sie mich gar nicht wirklich wahr nimmt, mir nicht zuhört und irgendwie keine Empathie oder Einfühlungsvermögen für mich hat.

    Wie gut ich das kenne und auch schmerzhaft wahrnehmen muss! Wie ich emotional damit umgehen kann, ohne das es mich so klein, mies, einsam macht, weiß ich leider nicht (noch???). Über Rationalisierung kann ich es erträglich für mich machen, mehr nicht. Perioden längerer Distanz helfen mir ebenso!

    Auch ich bin sehr traurig, dass ich als erwachsene Frau emotional so
    abhängig bin und das Kind in mir immer noch nach - Mama-Papa hab mich lieb, kümmere dich, schau hin - schreit.


    Zitat

    Und das tut mir verdammt weh, diese Gefühle nüchtern auszuhalten ist echt be......en. das habe ich immer mit Alkohol betäubt. Ich fühle mich gerade sehr alleine und weiß nicht wohin mit mir. Habe manchmal Angst die Kontrolle zu verlieren.

    Versuche es bewusst auszuhalten, mir hilft es in den Schmerz "reinzugehen". Du weißt, dass Du es aushalten kannst. Und richtig, der Alk betäubt dich nur und macht dich lieb, nett ....handzahm! An der Situation, dass Mama egoistisch, lieblos, desinteressiert ist, ändert sich leider nichts. Und vor Kontrollverlust kommt Freundin, Therapeut, SHG ..... :wink:

    Und Lena Du weißt auch....Gefühle, gehen vorbei! Wechseln, kommen, gehen....

    Ich hoffe sehr, dass es Dir heute vielleicht schon ein bisschen besser geht und sende Dir gute Wünsche!!!

    Eni

  • Hallo Andreas,

    ich hab mich sehr über deine Antwort gefreut! Ich weiß, das meine Reaktion auf den alkoholisierten Anruf meiner Mutter angemessen und richtig war, im Nachhinein bin ich froh, das ich instinktiv richtig reagiert habe. Doch es ist alles wieder hochgekommen von früher, fast wie eine Retraumatisierung. Auch wenn meine Mutter nicht alkoholkrank ist, sie war Co-abhängig von meinem Alkoholkranken Vater, so hat sie damals zeitweise missbräuchlich getrunken und als sie mich jetzt angetrunken angerufen hat, war ich sofort in dem alten Film drin. Und das war völlig unvorbereitet und das habe ich, seit ich trocken bin, so noch nicht erlebt.

    Am Dienstag habe ich wieder Therapie, da werde ich nochmal über alles reden und vor allem darüber, das meine Mutter das Gespräch abgesagt hat. Vom Kopf her denke ich mittlerweile, das eine gewisse Distanz zu ihr mir gut tun würde. Doch ich habe ja schon keinen (gar keinen!) Kontakt mehr zu meinem Vater, jetzt auch noch Distanz zu meiner Mutter, ich weiß nicht, ob ich da die Kraft zu habe. Auch wenn ich eine erwachsene Frau bin, so ganz ohne Eltern/ Familie ist nicht wirklich schön....

    Danke für's Drücken, und ich werde jetzt ganz besonders gut auf mich aufpassen!

    Dir einen schönen Abend, lg Lena

  • Hallo Eni,

    ich habe als Kind die Rolle übernommen, meine Mutter zu (be-) schützen, aus Liebe und Angst um sie. Mein Vater war alkoholkrank und sehr aggressiv, laut und manchmal unberechenbar- ich habe oft hilflos mit ansehen müssen, wie er sie verprügelt hat. Meine Mutter war Co- abhängig und sie hat es nicht geschafft, sich zu trennen und sie hat mich und meine Bedürfnisse nicht gesehen- nicht sehen können(?). Unsere Rollen war vertauscht, ich konnte nicht wirklich Kind sein, und sie war nicht wirklich Mutter. Mittlerweile habe ich dieses Muster realisiert und bin dabei, mich davon zu lösen- doch das dauert seine Zeit und ich glaube so ganz davon zu lösen wird sehr schwer. Zumindest ist es mir bewusst geworden....aber es ist halt ein über lange Jahre gewachsenes Verhalten.

    Meine Therapeutin meinte, das sie das Gefühl hat, das meine Mutter durch ihre ganzen extremen Erlebnisse, emotional abgestumpft ist. Und mittlerweile denke ich ähnlich und gerade das kann ich nicht gut aushalten. Ich wünsche mir nichts mehr, als das meine Mutter glücklich ist, das es ihr gut geht, das sie sich auf den Weg macht, das sie Hilfe annimmt....das würde mich entlasten.

    Doch ich weiß, das sie die Verantwortung für sich und ihr Leben hat, aber es fällt mir schwer, mich davon, aus meiner Rolle zu lösen. Das Wichtigste ist und bleibt für mich meine Trockenheit, denn nur dann bin ich überhaupt in der Lage, an diesen Dingen zu arbeiten.

    Wünsch dir einen guten Start in die neue Woche morgen, lg Lena

  • Liebe Lena,

    es ist gut, dass Du das Muster erkennst, das Dich seit Deiner Kindheit geprägt hat.

    Leider ist es nicht einfach, sich aus so einer langen Konditionierung wieder zu lösen - aber ich bin sicher, dass Dir das mit therapeutischer Unterstützung Schritt für Schritt gelingt.

    Natürlich ist es ein legitimer Wunsch, dass Dir als Kind das Wohl Deiner Mutter am Herzen liegt. Doch auch sie ist für ihre Zufriedenheit und ihr Glück verantwortlich und müsste bereit sein, sich helfen zu lassen.

    Ich habe sehr lange gebraucht, um wieder einen Weg zu meiner eigenen Mutter zu finden - dazu musste ich sogar über Jahre den Kontakt komplett abbrechen. Erst seit einigen Jahren haben wir ein -mittlerweile sehr gutes- Verhältnis, worüber ich sehr froh bin.

    Alles Gute und liebe Grüße,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Liebe Samsara, liebes Forum,

    ja, es ist nicht leicht, mich aus dieser Rolle, von diesem Muster wieder zu lösen, das Wort "Konditionierung" trifft es ganz gut. Ich habe lange und ausführlich mit meiner Therapeutin darüber gesprochen und auch wenn der Auslöser (ihr Anruf bei mir, wo sie angetrunken war) erstmal sehr schlimm für mich war, so hat es mir im Nachhinein auch die Augen geöffnet, irgendwie ist da ein Knoten geplatzt. Für mich geht es hier um Loslassen- was viel schwerer ist, als an etwas festzuhalten....meiner Meinung nach. Sie ist erwachsen und selbst für sich und ihr Leben verantwortlich und ich habe mich da gedanklich immer wieder viel zu weit rein gehängt, natürlich aus guter Absicht und wider besseren Wissens. Wie gesagt, bei uns sind unsere Rollen vertauscht durch die Umstände/ Situation in der Familie in meiner Kindheit- ich hatte oft große Angst um sie und habe früh Verantwortung für sie übernommen- und normal bzw. gesund wäre es anders herum.

    Ich hatte ja selber schon das Gefühl, das eine gewisse Distanz zu ihr, mir gut tun würde. Doch ich wusste nicht genau, wie diese Distanz aussehen könnte und hab dann gleich an so etwas wie einen Kontaktabbruch gedacht, was ich mir gar nicht vorstellen kann.... Im Gespräch mit meiner Therapeutin bin ich da jetzt einen Schritt weiter gekommen, es geht um eine Distanzierung meinerseits im Inneren, also das ich es anfange auszuhalten, sie ihr Leben leben zu lassen, wie sie es für richtig hält- egal ob es mir gefällt, ob ich mir Sorgen mache oder sonstwas- es ist ihr Leben. Mir muss nicht alles gefallen, was sie macht....und auch wenn ich mir Sorgen mache, wirklich helfen kann ich ihr nicht, das kann sie sich nur selbst....ich glaube, ich habe da etwas ganz wichtiges begriffen und das ist ja schonmal ein Anfang. Soweit zum Loslassen...

    Das andere ist, das ich mich auch ein Stück weit von einer ganz ganz tief schlummernden Hoffnung verabschieden muss....was das Einfühlungsvermögen, die Emphatie und das Verständnis meiner Mutter für mich betrifft. Wir sind da auf völlig verschiedenen Ebenen unterwegs, einfach nicht auf Augenhöhe und ich kann mittlerweile, vom Kopf her, auch ein gewisses Verständnis dafür entwickeln, warum das so ist. Aus verschiedenen Gründen kann sie es einfach nicht. Doch es macht mich unendlich traurig und manchmal hilflos und tief in meiner Seele war da immer noch so eine leise Hoffnung....und da stehen die Zeichen auf Abschied nehmen.

    Doch beides, Loslassen und Abschied nehmen ist ein Prozess und ich möchte meiner Seele den Raum und die Aufmerksamkeit geben/ schenken die es dafür braucht. Und auch wenn das alles nicht so leicht ist, so fühlt es sich für mich richtig und vor allem gesund an.

    Ich bin heute 2 Jahre und 9 Monate trocken und ich bin stolz und zufrieden mit mir wo ich heute stehe....und ich gehe weiter, Schritt für Schritt auf meinem Weg zu mir....:wink:

    Ganz liebe Grüße, Lena

  • Hallo Lena,

    Du schreibst: "Für mich geht es hier um Loslassen- was viel schwerer ist, als an etwas festzuhalten....meiner Meinung nach."

    Find ich richtig... Es kommt ja irgendwann auch mal darauf an, sich der Gegenwart und ihren Herausforderungen zu stellen. Bei aller Hochachtung davor dich den dunklen Seiten der Vergangenheit zu stelbergab und das erfordert Mut und Kraft, billige dir das doch ruhig mal zu, du hast das doch alles), ich denk manchmal wenn ich dich lese: ---begrab doch manches und werde frei für das was jetzt anliegt... Leichtb gesagt schwer getan. Klar. Aber die Richtung mal in den Kopf bekommen, Das wär sicher nicht verkehrt :)

    Du änderst die Vergangenheit nicht mehr. Du änderst weder deine Mutter noch deinen Vater noch was immer da passiert ist. Aber du gestaltest die Gegenwart. Wenn du das tust gestaltest du auch die Vergangenheit neu weil du dich zu diesen Dingen neu stellst. Keine Vergangenheit ist es wert die Gegenwart zu vergessen -- keine Mutter, kein Vater, kein garnix. Leb jetzt - Das Wird dir gefallen

    Nebenbe
    Ich ziehe mich aus dem Forum zurück, mit gefällt hier manches nicht mehr und es ist für meine "Trockenarbeit" nicht mehr wichtig. Aber ich lese. Und ich werd dir schreiben wenn ich glaub ich kann was sagen wie immer. Also mich wirst nicht los :)

    Einen lieben Gruß aus Hamburg, Frank

  • Lieber Frank,

    du hast natürlich völlig Recht mit dem was du schreibst:

    Zitat

    ---begrab doch manches und werde frei für das was jetzt anliegt... Leichtb gesagt schwer getan. Klar. Aber die Richtung mal in den Kopf bekommen, Das wär sicher nicht verkehrt Smilie

    Ich denke und hoffe, das da jetzt so langsam der Groschen bei mir gefallen ist. Klar hätte ich das am liebsten schon viel eher/ schneller schaffen wollen, aber ich denke jeder Mensch ist anders gestrickt. Meine Erlebnisse und Traumata in meiner Kindheit haben einen großen Anteil daran, das ich alkoholkrank geworden bin, für mich ist es wichtig, mich diesem ganzem nocheinmal zu stellen und mich damit auseinanderzusetzen, denn nur so kann ich damit Frieden schliessen und die Vergangenheit loslassen.

    Wenn ich das nicht tun würde und meine Geschichte einfach in eine Schublade stecke und verdränge, tu ich genau das, was ich während meiner Sauferei auch getan habe. Aber du hast schon Recht, das es jetzt mal an der Zeit ist, mich meiner Gegenwart zuzuwenden. Ich hoffe es gelingt mir....

    Tja, dann zu dem das du dich aus dem Forum zurückziehen möchtest....sicher wirst du dafür deine ganz eigenen und wichtigen Gründe haben....doch ich finde es wirklich sehr schade und werde dich hier dolle vermissen....um so mehr freue ich mich dann, wenn du doch mal etwas bei mir schreibst oder du mich mal besuchst....aber traurig macht es mich doch- du wirst mir fehlen :(

    Alles alles Liebe für dich, drück dich, Lena

  • Hallo Lena,

    du schreibst: "Wenn ich das nicht tun würde und meine Geschichte einfach in eine Schublade stecke und verdränge, tu ich genau das, was ich während meiner Sauferei auch getan habe."

    Na klar, - ich habe auch absolut nicht gemeint, daß so etwas überhaupt in Schubladen versenkt werden könnte. Das geht nicht und ist nicht erstrebenswert.

    Was ich meinte war lediglich, daß ich es wichtig finde, die Gegenwart nicht aus den Augen zu verlieren (was du ja auch gar bnicht tust), denn um der Gegenwart willen stellen wir uns ja belastenden und traurigen und schlimmen Dingen, die wir in uns tragen - damit sie uns die Gegenwart nicht verschatten...

    Als ich dir schrieb hatte ich eine Lena im Kopf, die sich hier vor nicht allzu langer zeit geäußert hatte. Diese Lena hatte ihre Dachterrasse schick gemacht, ihre Wohnung renoviert, sich ein richtig schönes Nest gebaut, und sie machte einen richtig zufriedenen und weltzugewandten Eindruck. Diese Lena bist Du. Die bist du auch heute noch. Die wollt ich ein bißchen ansprechen.

    Wie du deinen weg gehst finde ich nach wie vor bewundernswert, vor allem diese Gründlichkeit, die Unbedingtheit und den Mut, sich Dingen zu stellen, vor denen 95% der Menschen lieber weglaufen.


    Ja und Forum und ich? Du wirst wenig merken, weil ich weiter lese und auch hier und da mal schreiben werde wenns mich überkommt. Bloß meinen eigenen Threat laß ich mal runtersacken. Meine Themen haben mit Alkohol nicht mehr viel zu tun; und ein Tagebuch führe ich zwar (sporadisch), aber nicht im WWW und mit Füller in einem schönen Buch. Manches in diesem Forum ist mir zu ideologisch, bei manchen Threads, in denen ich was geschrieben hatte, hab ich mich im Nachhinein gefragt ob das nun wirklich so gut war. Aber egal.Ich möchte das nicht diskutieren (und bei dir schon gar nicht). Icvh bin eben in Zukunft viel weniger da.

    Aber da. Bei dir sowieso. Correns, Samsara, Carpenter, Slowly, ne Menge andere, das lasse ich nicht einfach hinter mir. Aber mir geht's im Moment mehr um die reale Welt...

    Habs gut und ich drück dich zurück, einfach so und ungefragt :)


    Lieben Gruß, Frank

  • Lieber Frank,

    ich habe gerade gesehen, das du deinen Thread hast schliessen lassen...

    Das macht doch etwas mit mir- wir sind damals beide in etwa zur gleichen Zeit hier angekommen (ca. Anfang 2012) und du warst mir immer ein sehr sensibler, aufmerksamer, warmherziger und auch kritischer Begleiter. Deine Art zu schreiben und dich einzubringen war (ist) eine ganz besonders wertvolle und es ist soetwas wie (virtuelle) Nähe bei mir entstanden. Du wirst mir hier sehr fehlen....und ich möchte dir nochmal Danke sagen....

    Ich hoffe, das es dir gut geht und wenn du irgendwann vielleicht einen neuen Thread aufmachst, wäre das eine große Freude (sicher nicht nur) für mich. Und falls nicht ist das natürlich auch okay- aber bitte sag doch mal "Piep" ab und an....

    Alles Liebe für dich, und ich drück dich nochmal dolle,

    Grüße nach Hamburg von Lena :)

  • Lena,

    Ich bin nicht weg.

    Aber der Titel "am Beginn.." paßt nicht mehr.

    Und was du schreibst les ich eh und schreib dazu!

    Ich bin immer noch da aber anders. Du merkst gar keinen Unterschied...

    Kümmerstbdu dich un die Gegenwart? Ja? Hastes gut? Och hoff das sehr.

    LG Frank

  • Guten Abend zusammen,

    ich hab ja länger nichts mehr von mir hören lassen und weiß auch gar nicht so recht, was ich schreiben möchte....also einfach mal anfangen....

    Irgendwie war ich in den letzten Wochen viel bei Ärzten, u.a. 2x zum Blut abnehmen, da ich seit Ende August ständig müde, schlapp und völlig antriebslos bin und das kenne ich so nicht von mir. Und dann ist heraus gekommen, das ich einen Vitamin D Mangel habe, obwohl ich viel draussen und in der Sonne war. Jetzt nehme ich hochdosiertes Vitamin D, doch es dauert wohl eine Zeit, bis sich das wieder aufbaut und ich eine Besserung spüren werde. Ich hatte davon noch nie etwas gehört und mich darauf hin ein bißchen damit beschäftigt- ist ein ziemlich komplexes, interessantes Thema und ich hoffe jetzt, das mit ein bißchen Geduld meine Power wieder zurück kommt. Ich hatte das Gefühl, das diese bleiernde Müdigkeit eine Vorstufe in Richtung Depression ist und das war wirklich unangenehm, und es hat mir auch Angst gemacht, deshalb habe ich schnell versucht, nach der Ursache zu suchen.

    Dann ist mir ja letztens noch eine Blombe abgebrochen und da muss jetzt eine Krone gemacht werden, vorgestern war ich da zum Abdrücke machen, abschleifen und habe jetzt für 10 Tage ein Provisorium- und danach hatte ich erstmal ganz dolle Zahn- und Kieferschmerzen, seit heute ist es wieder besser. Hinzu kommt dann noch, das ich seit gestern Morgen Kopf- und Halsschmerzen, Husten und erhöhte Temperatur habe. Bin etwas genervt, komme im Allgemeinen gut mit meinem Singleleben zurecht, doch gerade wenn ich krank bin, vermisse ich einen Partner bzw. fühle ich mich dann schnell einsam. Klingt vielleicht blöd, ist aber so...achja, ich gehe 4x im Jahr zur Zahnreinigung (wegen Parodontitis) und zwischendurch musste ich auch nochmal wegen was anderem hin, so das ich dieses Jahr 9x beim Zahnarzt war- und das finde ich langsam echt nicht mehr lustig. Das reicht jetzt definitiv!

    Dann habe ich seit September eine neue Frauenärztin und da muss ich nächste Woche zur Mammographie, da bei mir mütterlicherseits 3x Brustkrebs in der Familie war/ ist. Ich stehe dem durchaus kritisch gegenüber und habe bisher immer 1x im Jahr Ultraschall der Brust machen lassen und das war für mich als Vorsorge okay- doch dann gabs auf einmal Probleme mit meiner letzten Ärztin, so das ich beschlossen habe, mir eine andere Praxis zu suchen. Naja und die letzte Mammographie ist ca. 4-5 Jahre her und deshalb lasse ich sie jetzt doch mal wieder machen, aber ich werde das nicht alle 2 Jahre machen lassen, da ich dem wie gesagt sehr kritisch gegenüberstehe.

    Und da ich zur Zeit eh nicht besonders fit bin, ist das alles wirklich sehr anstrengend- ich denke, es kann nur besser werden!....trotzdem hoffe ich, das ich im nächsten Jahr mal eine Pause hab, was Ärzte betrifft....

    Das andere ist, das ich beruflich ein neues Ziel vor Augen habe und sich endlich mal wieder mein Ehrgeiz anfängt zu melden. Und ich werde versuchen darum zu kämfen, auch wenn es auf den ersten Blick relativ aussichtslos erscheint....ich möchte mich nicht beirren und verunsichern lassen, sondern mit allem was ich habe und mit ganzer Kraft darum- für MICH- kämpfen. Das ist mein Leben und mein Weg und ich weiß was ich will :!:

    Und es gibt Menschen, die mir zeigen, das sie an mich glauben- Danke dafür.....doch noch viel wichtiger ist, das ich selbst an mich glaube.

    Herzliche Grüße in die Runde, bis bald Lena :wink:

  • Hallo zusammen,

    ist schon wieder eine Weile her, das ich hier geschrieben habe, deshalb mal ein kurzes Update....Also Ärztemäßig habe ich alles gut hinter mich gebracht, neue Krone ist fertig und macht auch keine Probleme mehr. Bei der Mammographie war alles in Ordnung und der Arzt meinte ich soll in 3 Jahren und dann nochmal in 3 Jahren wiederkommen- dann bin ich 49 Jahre und ab 50 Jahre soll ich alle 2 Jahre kommen. Zusätzlich 1x im Jahr Ultraschall der Brust bei meiner Frauenärztin....damit kann ich gut leben und ich denke, das ist eine gute und vernünftige Vorsorge. Ja so werde ich es machen....

    Bei meiner Therapie ist gerade Pause (Herbstferien) und da geht es am 18.11. weiter, mir tun diese Pausen immer gut, da habe ich Zeit die Dinge sacken zu lassen. Ich habe jetzt noch 18 Stunden, also ich schätze es geht noch ca. 1/2 Jahr und insgesamt war ich dann 2 1/2 Jahre in der Therapie. Bisher hat sie mir viel geholfen, ich konnte vieles für mich klären, mir meine Geschichte genauer angucken und vor allem unter verschiedenen Blickwinkeln mehr Verständnis für das Ganze gewinnen. Ich bin sehr dankbar dafür, so eine gute und emphatische Therapeutin gefunden zu haben- das ist nicht selbstverständlich....

    Mein neues berufliches Ziel werde ich nächste Woche angehen, es geht da um eine schulische Ausbildung/ Umschulung, und da im Moment Ferien sind, kann ich da erst nächste Woche etwas erreichen. Doch ich habe seit 1 Woche endlich wieder eine Beschäftigung, es sind zwar nicht viele Stunden, doch ein Anfang ist gemacht. Also ich komme ganz langsam wieder in Bewegung und das ist doch schonmal was....

    So darf es weiter gehen, liebe Grüße von Lena :wink:

  • Hallo Forum,

    ich habe am Anfang der Woche bei der Schule angerufen und grundsätzlich ist es möglich, diese Ausbildung auch als Umschulung zu machen- ich war mir da nicht ganz sicher. Und am nächsten Montag (17.11.) habe ich einen Termin bei einem Rehafachberater von meiner Rentenversicherung, den ich davon überzeugen möchte, mir diese Umschulung zu bewilligen. Leider habe ich von vielen Seiten gehört, das die Rentenversicherung schulische Umschulungen nicht fördert, aber ich möchte es wenigstens versuchen. Für mich wäre das eine reelle Chance auf einen beruflichen Neuanfang und vor allem in einem Bereich, der mich schon immer interessiert hat und der mir viel Freude macht. Doch irgendwie glaube ich da nicht wirklich an mich und ich habe eine Riesenangst vor dem Gespräch- auf der einen Seite will ich kämpfen und auf der anderen Seite ist da meine Sch.... Unsicherheit. Mir fehlt einfach so n Quentchen mehr Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft....ehrlich gesagt wird mir regelrecht schlecht, wenn ich nur daran denke.

    Ich werde versuchen, mich nochmal gut darauf vorzubereiten, doch ich komme mir schon so n bissel so vor, wie beim Kampf gegen Windmühlen.

    Drückt mir mal die Daumen....liebe Grüße, Lena :wink:

  • Liebe Lena,

    meine Daumen sind natürlich auch gedrückt, nur komme ich damit grad nicht aus ;-).
    Liebend gern würde ich jetzt einigen Leuten in Deinem Umfeld mal den Mors versohlen, die Dich im Vorfeld schon mal kräftig verunsichert haben.
    Ich denke fast, Du hast Bilder im Kopf, wie man zu sein hat, wenn man etwas erreichen will oder muss.
    Du bist davon überzeugt, dass diese Umschulung eine reelle Chance wäre für einen beruflichen Neuanfang in einem Bereich, der Dich interessiert und Dir viel Freude bereiten würde. Das ist doch bereits das schlagende Argument.
    Du darfst Angst haben vor dem Gespräch, weil Du nicht weißt, was auf Dich zukommt, Du darfst unsicher sein. Ich glaube fast, Du ahnst nicht einmal Ansatzweise, wie vielen Menschen vor so einem Gespräch der Mors auf Grundeis geht – sie überdeckeln es nur ;-). Guck mal hinter die Fassaden und Du kommst ins Staunen :-).
    Du benötigst Hilfe und Unterstützung und es ist nie leicht, darum zu bitten oder auch eventuelle Ansprüche geltend zu machen.

    Manches erreicht man auch nicht durch Kampfgeist oder Durchsetzungsvermögen, sondern allein durch schlichte Schilderung der Fakten und der Bekundung des eigenen Willens, die momentane Situation zu verbessern, der eigenen Hoffnung Ausdruck zu verleihen, mithilfe der notwendigen Unterstützung durch das Gegenüber eine Chance zu erhalten, dies auch umsetzen zu können.

    Wie einer meiner verstorbenen Freunde immer sagte: „Ein „nein“ hast Du in der Tasche, ein „ja“ kannst Du dir abholen“. Runterkühlen, durchatmen.

    Ich hatte mal ein ähnlich wichtiges Gespräch. Ich war mit meinen Kindern umgezogen in ein anderes Bundesland, in dem die Anforderungen in der Schule wesentlich höher geschraubt waren. Meine Tochter verpasste den Anschluss und sollte vor dem Realschulabschluss ausgeschult werden.
    Ich bin emotional, aber nicht berechnend, und dies war der Tag, die Hosen herunter zu lassen. Ich hatte einen Termin mit dem Rektor dieser Schule. Ich bin da ins Büro marschiert und habe dem Rektor erklärt, dass ich nasse Alkoholikerin bin und meinen Kindern momentan nicht die Unterstützung bieten kann, die nötig wäre und in meiner Verantwortung liegt als Mutter.
    Ich könne aber leider nicht zulassen, dass meine Kinder unter meiner Sucht leiden müssen und würde ihn deshalb bitten, meiner Tochter eine zweite Chance zu geben, während ich mich umgehend um meine Alkoholsucht kümmern würde.
    Der Mann war erst sprachlos, erklärte, so etwas hätte er noch nie zu hören bekommen und meine Tochter könne auf der Schule bleiben. Ich ging nach Hause und wurde trocken.

    Überzeugungskraft hat man nicht nur, wenn man im Vertrieb darauf geschult wurde, einem Eskimo Eiswürfel zu verkaufen, sondern auch, wenn man aus dem Herzen heraus handelt.
    Ich habe die Situation geschildert, war überzeugt von meinem Anliegen und habe eher den Menschen erreicht als den Mann mit seinen Auflagen. Es kam rein instinktiv aus meinem Bauch heraus und meine Tochter hat heute zwei Berufe und könnte sich jederzeit selbstständig machen ;-).
    Wovon bist Du also nicht überzeugt? Davon, dass es für Dich eine bessere Zukunft gibt? ;)
    Windmühlen kannst Du nicht erreichen, denn sie sind nicht menschlich. Du aber wirst es mit einem Menschen zu tun haben :)

    Viel Glück, vertrau´Dir selbst.

    Liebe Grüße
    Katha

  • Moin Lena,

    ich kann mich den Worten von Katha mal wieder einfach nur anschließen.

    Du bringst in dieses Gespräch bereits das Wichtigste mit ein - Deinen Willen, Deine Überzeugung, daß genau diese Umschulung das Richtige für Dich ist und Dein Herzblut. Das wird im Gespräch zu spüren sein.

    Ich freu mich sehr, daß sich grad was in diese Richtung bei Dir bewegt, denn ich habe das Gefühl, daß so eine Umschulung mit anschließender Beschäftigung sowohl für Dich, aber auch für Deinen zukünftigen Arbeitgeber eine tolle Sache wäre.

    Auch ich drück Dir beide Daumen.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

  • Hallo Lena,

    Katha schrieb

    Zitat

    Ich glaube fast, Du ahnst nicht einmal Ansatzweise, wie vielen Menschen vor so einem Gespräch der Mors auf Grundeis geht – sie überdeckeln es nur

    Ganz genau, ich habe meine Hemmungen so lange überspielt, Motto: "Sicheres Auftreten, bei völliger Ahnungslosigkeit", ;), bis mein Unterbewusstsein mir den "fake" abnahm und ich tatsächlich keine Angst mehr hatte. :)

    Ansonsten finde ich auch, dass nicht nur DU Glück haben wirst mit einer neuen Arbeits- Weiterbildungsstelle, sondern ebenso die Menschen, die es mit dir zu tun haben werden.

    Ich habe das Gefühl, dass viele wertvolle Eigenschaften in dir stecken, die eine Zusammenarbeit mit dir sehr erstrebenswert machen.

    Viel Glück bei deinem Vorhaben.

    Slowly

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