Beiträge von Nys

    @uschi: Ich schreib es Dir in Deinen Thread.

    Guten Morgen Lieselotte!

    *soifz
    was ich vermisse ist Seelenverwandtschaft in dieser
    verrückten, lebensfrohen und gleichzeitig tiefgründig sehnsüchtigen Art. Grenzüberschreitungen sind mir bei XY weder begegnet noch selbst passiert. Bis auf einen einzigen Tag
    (der aber sehr gruselig war) haben wir uns innig geliebt, wie fanatisch begehrt und wie die Kinder benommen, bei allem was anstand. In den unmöglichsten Situationen haben wir immer Blödsinn gemacht und er konnte es nicht lassen mich ständig zu küssen. Beinahe wäre dabei mal ein Unfall passiert. Es war eher diese Art Grenzüberschreitung wie Lindi sie beschreibt - wir haben dabei teilweise das Ich im Du verloren und was mich betrifft (ich kann ja nur für mich sprechen) so hat diese Beziehung alles andere in meinem Leben zurückgedrängt und sogar meine Tiere waren pötzlich Nebensache. Mein Denken und Fühlen war davon bestimmt. Ausschließlich davon. Ich mußte mir hin und wieder "zwangsweise" frei nehmen, um wieder runter zu kommen und manchmal dachte ich: Ich werde ein bißl blöd davon.

    Nun war das aber alles kein jahrelanger gelebter Alltag. Es war der Alltag über einige Monate,mit viel Streß und wenig Schlaf für beide. Es war
    eine Zeit in der er wohl nur "das Nötigste" getrunken hat - oder dann wenn ich nicht da war. Es wäre so nicht geblieben. Trotzdem war er die Sorte Mensch, die einfach prima zu mir gepaßt hätte (auch ohne Alk). Es war die selbe Art, die Natur zu sehen und die selbe Art Rollenverteilung zu leben. Wir haben uns unzählige Male ausgemalt, wie es gewesen wäre, hätten wir uns früher kennengelernt. Es ist halt nicht alles schlecht, nur weil er Alkoholiker war. Daraus ergab sich lediglich, daß er leichtfertig in den Tag hinein lebte und immer unfähiger wurde, die Konsequenzen zu überdenken. Er ließ alles auf sich zukommen und steuerte ganz bewußt auf den Tag zu, an dem sich alles ohne sein Zutun in die eine oder andere Richtung entscheiden würde. Daß er dabei zwei Frauen das Herz bricht nahm er in einer Hilflosigkeit in Kauf, die an Gnadenlosigkeit grenzt.

    Ich für meinen Teil, hatte mit offenen Karten gespielt. Deshalb konnte meine Ehe wieder geflickt werden. Mein Mann hat während meiner Abwesenheit an seinen Grenzen gearbeitet. Ich wäre sonst lieber allein geblieben. Die neuen Grenzen beinhalten nun auch den Raum für Zweisamkeit und Offenheit für mich.Und ich?: Ich nehme ihn wahr. Zum ersten Mal ohne die Schablone: "Du mußt so sein, wie ich es mir wünsche" Dennoch ist es ein (Reife?)-Prozeß
    oder nur ein Prozeß? damit auch umgehen zu lernen, daß einige Bedürfnisse in seiner Welt weniger Gewicht haben, als in meiner Welt.
    Ich bin mit einem absoluten Traum-Mann verheiratet: Super gutaussehend, intelligent, liebevoll, fürsorglich mit einem ganz sensiblen Wesen der mich mehr liebt als ich es verdient habe und trotzdem einen anderen Umgang mit sich selbst, seinem Besitz und vielen lebensbejahenden Dingen hat als ich. Wir sind seelenverwandt, was das Mitgefühl mit Mensch und Tier angeht. XY hatte definitiv wenig Empathie. Viel Gefühl, - das absolute Händchen für seine Arbeit und so weiter. Aber er konnte sich nicht in andere hineinversetzen, - ihre Situation erfassen. Trotzdem war er über die Maßen großzügig und hilfsbereit. Wollte es allen recht machen und erlebte eigene Fehler als vernichtendes Urteil. Das war so ein Widerspruch in sich. Er nahm vieles selbstverständlich, was mir viel Einsatz abverlangt hat und fragte nie: Wie geht es Dir damit? Er sah immer nur sein eigenes Dilemma. Mein Mann nimmt mich wahr. Er schätzt was ich tue (selbst damals als ich ausgezogen war und ihn mit der Miete nicht allein hängen ließ), er findet es toll was ich so auf die Beine stelle und was ich als Mensch einfach bin. Diese Wertschätzung bringe auch ich ihm entgegen. Ich sehe in ihm den edelsten, wertvollsten Menschen, den ich kenne. Wir wissen beide darum, daß mir oft die Leichtigkeit des Seins zu unserem Glück fehlt. Aber da ist eine Grenze, die ich akzeptieren und lieben lernen muß, wenn ich nicht so blöd sein will - den Spatz in der Hand gegen die Taube auf dem Dach einzutauschen.
    Solche Sehnsuchtsanfälle, wie ich sie dabei immer wieder habe, geben mir natürlich zu denken. Ihm auch. Wir versuchen damit zu leben und das einzige was uns einfällt: Zeit miteinander verbringen. Das zu schätzen was man hat. Einen Alltag zu leben, dessen Luft nicht brennt, dessen Abgründe aber überschaubar sind. Gedeckelt mit Achtung und Zuneigung zueinander. Getragen vom gegenseitigen Verständnis und Rücksichtnahme. Wenig Verschmelzung, viel Tragkraft und Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit vor allem. Ein Bewußt sein. Auf sich selbst zurückgeworfen, in der Zweisamkeit sich selbst bewußt und den anderen bewußt wahrnehmen. Vllt. die erwachsene, gereifte Liebe, deren Schönheit es für mich noch zu erfahren und entdecken gilt.

    Ich bin offen dafür und der Satz: "Du bleibst ein Leben lang verantwortlich, für das was Du Dir vertraut gemacht hast"

    gilt nicht nur für meine Tiere. Ich trage Verantwortung, die ich liebevoll in mir spüre und ich kenne keinen Menschen der diese Liebe mehr verdient hätte. Ich trage auch Verantwortung für mich und daß es mir gut geht. Deshalb bin ich damals gegangen. Die Verantwortung bestand damals darin zu meinem Mann zu sagen: Ich bin hier schon lange nicht mehr glücklich, ich habe um das Glück gekämpft, erfolglos gekämpft und sehe jetzt keinen anderen Weg als endlich zu gehen. / Jetzt bin ich zurück, weil es einen kleinen feinen (neuen) Weg zum bescheidenen Glück gibt. Einen, auf dem man nicht dahinrauschen kann. Einen auf dem man sich teilweise durch Dornen kämpfen muß. Aber es gibt einen Weg, der vorher
    versperrt war. Ich bin manchmal unsicher, aber immer noch sicher, daß ich hier auf einem guten Weg bin.

    LG Nys

    Liebe Mitch-Katharsis

    Zitat

    Mit „alles zu wollen“ meinte ich tatsächlich alles. Als „Fachfrau für Extreme“ Winken weiß ich, dass immer etwas auf der Strecke bleiben muss, je nachdem, wofür man sich entscheidet.
    Schwer zu erklären: Verliebe Dich in einen Mann, mit dem die Luft brennt und sämtliche Hecken, wenn Du mit ihm zusammen bist, aber erwarte nicht von ihm, dass er sich mit Dir über Bausparverträge unterhält und Deine Steuererklärung gleich mit ausfüllt. Verliebe Dich in einen zuverlässigen Mann mit einer Buchhaltermentalität, aber setze Dich nicht mit einer Schüssel Erdbeeren und in einem Kleid aus Zeitungspapier in seinen Schrank und erwarte, dass er Dich dort wie selbstverständlich sucht. Ich bin sicher, Männern geht es nicht anders, auch sie müssen sich entscheiden… auf eine Art und Weise.

    dann bin ich die absolute Ausnahme. Noch jeder meiner Männer bezeichnete mich als verrückt, weil solche Dinge wie ein spontaner Table Dance auf dem Frühstückstisch, ein liebevoller Überfall mit Kleiderraub auf den zugigen Zinnen einer Burgruine und ein aufblasbarer Haifisch im Mietwagen, ein Bad mit allen Klamotten in der Hafenbucht usw. Nys live sind. Die Steuererklärung, Zukunftsplanung und Bausparverträge, sind trotzdem gemacht.

    Aber bringt ja alles nix. Es geht darum die Ansprüche den Gegebenheiten anzupassen.

    LG Nys

    Hallo Uschi

    leider muß ich Dir mit allem Respekt und aller Freundlichkeit sagen, daß ich in Deinen Schilderungen (auch in Deinem Faden) immer wieder unangenehm von Grenzüberschreitungen berührt bin. Z.B. die Art und Weise wie Du über Deinen XY schreibst gefällt mir garnicht. Ich habe mich da bislang rausgehalten, damit ich Dich nicht verletze. Nun schreibst Du in meinem Faden und das kleine Wörtchen "auch" und dann der Vergleich mit
    Deiner Art und Deiner Beziehung, uuups, das stört mich.

    Das muß ich Dir leider sagen - auch wenn es mir schwer fällt und ich weiß daß ich Dich damit treffe.

    Ich habe mir auch über Dich Gedanken gemacht, weil einen meist das an anderen stört, was man selbst in sich trägt. Ich habe an Dich gedacht, als ich das Buch von Heinz-Peter Röhr über die Angst vor Zurückweisung gelesen habe. Dieses Buch habe ich gekauft, weil es Anteile von mir behandelt, die ich ebenfalls bearbeiten muß.

    Alles Gute auf Deinem Weg
    Nys

    Hi Lindi

    schön daß Du zurück bist - und gerade rechtzeitig, um mir den Kopf zu waschen :lol:


    etwas Neues war für mich dabei

    Zitat

    Und da ist es halt mal so, dass das "ungestraft" nur Kindern vorbehalten ist. Ein Privileg, das ein Erwachsener Mensch verliert.
    Denn Grenzenloses Aufloesen bedeutet auch gleichzeitig Grenzueberschreitung


    Daß es den Kindern vorbehalten ist - und daß es Grenzüberschreitung bedeutet. Wahnsinn. Das muß ich erst mal in allen Facetten erfassen.
    Du hast schon recht, ich war ja nah dran, - aber ich dachte immer
    ich habe nur ein Defizit. In Wirklichkeit habe ich ein Forderung, die mir nichtmehr zusteht.

    Du, das ist hart. Irgendetwas in mir schreit unaufhörlich danach.
    (für alle Mitleser: Nicht nach XY! ).............je mehr ich darüber nachdenke um so deutlicher fühle ich dieses Defizit. Ich habe heute den Tag über
    betrauert, daß es mir nie vergönnt war und für andere sowohl im Elternhaus wie auch in der Partnerschaft einfach immer ganz selbstverständlich zur Verfügung stand. Ich habe mir richtig selbst leid getan.

    Ich habe ja schon immer den Verdacht gehabt, daß mit denen die genauso auf Verschmelzung aus sind irgendwas nicht stimmt (wie mit mir). Aber daß es dabei um Grenzüberschreitung geht..... da wäre ich nicht draufgekommen. Das ist aber in der Tat ein Thema bei mir. Auch ich überschreite hin und wieder Grenzen bei anderen und mußte da immer wieder Fettnäpfchen erleben, die ich lieber ausgelassen hätte. In der Familie mütterlicherseits ist das ein Riesenproblem...alles ganz liebe Menschen aber null Respekt vor den Gefühlen anderer - dafür jede Menge starrsinniger Aktionismus wenn's um's Helfen geht. Da hatte ich keine guten Vorbilder. Das wirkt sich bis heute aus, auch wenn ich ein feinfühliger Mensch bin und auch schon das eine oder andere gelernt habe. - Mein Elternhaus hat mir das leider nicht mitgegeben. Und was man so spät lernt, wird immer eine wackelige Angelegenheit bleiben.

    Der Tipp mit Manfreds Thread ist gut. Ich habe bislang nur unter Bedürfnisse-Gefühle-Sucht von ihm gelesen. Manchmal bin ich halt doch so sehr mit mir selbst beschäftigt, daß nicht mal der Tellerrand in Sicht ist. Danke für den Hinweis.

    Und wie gesagt, schön, daß Du wieder da bist!
    LG Nys

    Hallo katzundmaus

    man kann Sorge, Schmerz und Befreiung aus Deinem Bericht lesen. Ich wünsche Dir, daß Du genügend Abstand findest, um die Verletzungen dort einzusortieren wo sie Dir nicht immer wieder weh tun.

    Ich wünsche Dir, daß die neue Wohnung Dir einen neuen Anfang gibt und Du die Sorgen um den XY irgendwo abladen kannst.

    Gute Ratschläge mag ich nicht geben. Ich lasse nur eine Frage hier:

    Was tust Du, damit Du bei Dir bleiben kannst, wenn es schwierig wird? Hast Du einen Halt? Einen Zufluchtsort? Hast Du im Notfall praktische Unterstützung, die Dir zur Seite steht?- Freunde, Familie oder eine reale SHG?

    LG Nys

    Hi Mitch

    habe das Triggerproblem per Melde-Button mal an die Mods geschickt. Will keinem Lust auf's Trinken machen. Hatte lediglich Angst, keiner würde wissen von was ich da rede. Und fand den geplanten Rückfall für meine Aktion schon recht treffend in der Bezeichnung.

    OK für Dich kein Vergleich. - Ich kann es nicht beurteilen.
    Hab allerdings auch eine andere Rückmeldung bekommen - es gibt auch Trockene mit CoAbhängigkeit, die in den Süchten keinen Unterschied sehen.

    Risikominimierung - etwas flapsig - aber das Risiko hat sich minimiert:

    Die Frage, ob alles nur gelogen war, (seine große Dramatik: Ich häng so an Dir....) das hat mich immer wieder begleitet. Nun scheint ja doch was dran gewesen zu sein - also Knopf an das Thema: gelogen vorgespielt und nochmal gelogen.
    Heißt, das Risiko mit ihm reden und von ihm wissen zu wollen, warum er ohne an mir zu hängen so lange dran festgehalten hat ist vom Tisch. Allerdings auf die riskanteste Art. Das geb ich schon zu.


    Jetzt noch zwei Fragen an Dich:

    Alles haben zu wollen, meinst Du in Bezug auf Ehemann und XY?
    ne das ginge nicht. Könnt nicht mehr in den Spiegel sehn. Das geht noch weniger als S**bstmord. Ich habe damals nie gelogen und würde meinen Mann auch dieses Mal nicht belügen. Eine Affäre war das für mich nicht. Das war eine Lebensentscheidung, die sich nicht verwirklichen ließ. Affäre mit XY ist ausgeschlossen. Hätte ich dazu eine andere Einstellung, wozu dann die Verzweiflung?

    Ich bin nicht co aber irgendwie auch ganz schön daneben. K.O.?
    Vllt. findest Du einen Namen für meinen Zustand - Aber bitte komm mir nicht mit Liebeskummer!

    LG Nys

    Hallo Manfred, hallo Andreas

    ich versuche zu kontrollieren und zu integrieren. Ich werde mein Leben lang eine tiefe Sehnsucht danach haben, daß jemand da ist der mit mir
    eine Verbindung eingeht, die so intensiv ist, daß der Rest der Welt verblaßt.
    Es kommt aus meiner Kindheit. Keine Mutter-Kind-Symbiose, keine Geborgenheit sondern Schläge. Der frühe Wunsch nach Flucht und Zuflucht.

    Ich kann natürlich selbst auch sehr gut jemand das Gefühl vermitteln, bei mir geborgen und bedingungslos geliebt zu sein. Das was ich mir wünsche, gebe ich auch. Damit ist die ideale Voraussetzung geschaffen, einen Menschen, der selbst ungestillte Sehnsüchte hat - für den Moment der Zweisamkeit sehr glücklich zu machen. (ich meine das jetzt nicht s**uell)
    (dazu würde ich keine Eigendarstellung schreiben) Die Wechselwirkung setzt ein und ich bin doppelt glücklich, weil es mir einen Wert schenkt und ich mich dadurch erst geliebt fühle. D.h. - wenn ich dieses Glücksgefühl beim anderen nicht auslösen kann, fühle ich mich nicht glücklich und auch nicht seelisch verbunden.

    Nun ist es aber so, daß ich mich wohl damit abfinden muß, daß es dieses Gefühl nie wieder geben wird. Ein Mensch ohne (diese) Sehnsüchte hat auch nicht so ein großes Bedürfnis nach Zweisamkeit und gemeinsamer Flucht in die Nähe des anderen. Und das macht mich traurig und sehnsüchtig.

    Ich habe so einen unstillbaren Hunger nach dieser Art Verbundenheit, daß es Momente gibt, in denen ich davon beherrscht werde. Ich habe diese Verbundenheit nur 2 x erlebt. Beide waren Alkoholiker. Vllt. ein Zufall aber für mich der Grund, nicht an ein solches Glück mit einem normalen Menschen zu glauben. Jemand meinte neulich, es sei eine besondere Art zu lieben und die die wenigsten würden das so leben können.

    Im letzten Herbst habe ich beschlossen nach Hause zurückzukehren. Diese Fragen habe ich vorher unzählige Male durchdacht. Heute habe ich Zweifel wie gut die Integration dieses Defizites an inniger Verbundenheit und intensiver Nähe für mich persönlich gelingt. Ansätze zum erfüllten Leben waren der Gedanke an ein Kind und an ein Haus am Waldrand. Alles Krücken, die ich mir zusammensammeln wollte. Wie schnell mir die Kontrolle entgleitet habe ich jetzt erlebt. Ich kann nur die Vorzeichen beim nächsten Mal ernster nehmen. Leider habe ich mich beim Tuning des Hormonhaushalts in der falschen Schlange angestellt. Dazu die weibliche Dosis an Emotionen: Ein Koktail der schon ohne Suchtgedächtnis anstrengend genug ist. Tatsächlich habe ich mich schon gefragt, ob ich das nächste Mal lieber die Vollbetäubung mittels Alkohol vornehmen soll. Hab es natürlich sofort verworfen. Aber es ist wie Manfred sagt...eine partielle Betäubung kaum möglich.

    Der Kompost liegt ganz gut, solange nicht die Sonne drauf scheint. Umgraben tu ich hier mittels Schreiben.

    Was ist wenn ich das Defizit eines Tages nicht mehr aushalte? Es ist ja nicht schlimm, bis auf den Tag an dem es schlimm ist(wie am Freitag) und ich durch nichts mehr zu stoppen bin.
    Dann ist es Verzweiflung, Kampf und Niederlage und sobald Hoffnung auf die Befriedigung der Sucht aufkommt: Gehirnzustand: OFF. Fixiert wie ein hungriger Säugling auf die nächste Mahlzeit. Keine Macht der Welt kann so einen Wurm ablenken, wenn sein Objekt der Begierde in Sicht ist. Bei Aussichtslosigkeit kommen immer mal wieder so Blitz-Gedanken an Sui*id (schockiert mich selbst). Ist im Normalzustand ganz weit weg. XY wollte
    immer daß ich ihm dann anrufe und wir es gemeinsam hinter uns bringen (so hat er immer gesagt; ich war dann immer sauer und sagte, ich wolle mit ihm leben und nicht mit ihm sterben).

    Eigentlich geht es mir heute ganz gut. Vielleicht hat der kurze Rückruf mit Auflegen und der Anrufversuch vom Samstag durch XY ja tatsächlich bewirkt, daß der Gedankenkreis "wie steht er jetzt zu mir?" und "ist er mir böse, - bin ich ihm total egal?" beendet. Das wäre sogar ein Stück Risikominimierung. Es bliebe lediglich der Gedanke an das vorhandene schlummernde Defizit. Es wird sich zeigen wie gefährlich dieser Komposthaufen (noch) ist.

    LG und Danke daß ihr Euch das antut! Nys

    Du bist so klasse... :lol: .... wir leben beide noch... :lol:

    ich hab so gelacht!

    Es ist in den klaren Momenten auch so Banane! was in den Suchtmomenten abgeht, daß man nicht glaubt, wirklich ein und der selbe Mensch zu sein, der so unterschiedlich ticken kann.

    Das ist so beängstigend. Ich mutiere zu einem Gier-gesteuerten Wesen wegen diesem Gefühl -- und es ist nicht XY auf den ich süchtig bin das ist schon klar. Aber ich verbinde ihn damit und ich weiß, daß er auch so Züge in sich trägt, - also bleibt er die Anlaufstelle für den Wahn. Ich werde das
    in meinem jetzigen Leben immer vermissen. Ich muß lernen damit zu leben. Oder suchtgesteuert in die nächste Katastrophe schlittern. Weil ich das nicht will, bin ich hier.

    Und trotzdem von mir selbst negativ überrascht und eingeschüchtert von dem was da in mir drin ist. (Schon immer war) Werde ich es jemals unter Kontrolle bringen?

    LG Nys

    Hi Andreas

    ich mußte selbstironisch lachen, als ich das gelesen habe.....

    ganz klar, ich habe ihn kontaktiert - der -Suchtdruck kam aber vorher. Ganz aus mir selbst. Also zuerst Suchtdruck dann der Gang in die Kneipe... und jetzt bin ich vor der Bestellung wieder raus gerannt, mein Bier hat mir aber hinterhergerufen. Und das Schlimme ist, ich habe mich darüber gefreut, ich hatte mir das gewünscht - weil ich darin einen Beweis sehe, daß er mich auch vermißt und eben nicht alles egal geworden ist, was war.

    Jetzt habe ich Angst, daß ich von meinem Bier draußen eingeholt werde. Oder daß es so laut ruft, daß ich wieder in Richtung Kneipe laufe. Jetzt habe ich etwas aktiviert, von dem ich genau weiß, daß es eine Eigendynamik entwickeln kann, der ich mich nicht gewachsen fühle.

    LG Nys

    Darf ich mich hier melden? Ich weiß, daß die Vermischung von Alk und Co von manchen nicht so gerne gesehen wird.

    Was tut ihr gegen den Willen wieder zu trinken? Die Sucht ist so stark. Auch bei mir als Co.
    Manchmal denke ich: Nur diesen einen Moment, dann der Untergang - egal. Das Glücksgefühl wird sich einstellen und ich will lieber sterben, als darauf verzichten.
    Wie ein Junkie, der die Erlösung im nächsten Druck sieht und nicht nach dem Morgen fragt. Sobald ich mich tadle und mit vernünftigen Argumenten komme, mir vorhalte, was ich dabei riskiere -wird der Suchtdruck noch stärker. Denn bei diesen Gedanken wird mir noch mehr bewußt, daß ich nur diesen Zustand will - in den mich XY befördert. Alles andere erscheint mir dagegen plötzlich nebensächlich. Ich plane,wie ich es wieder haben könnte, - ich denke daran, wie es war... Ich habe Angst vor dieser Verfassung.
    Die Gier setzt den Verstand aus. Die Gier bestimmt jetzt meinen Willen, meinen Plan, mein Ziel....Ich schiebe es weg. Werde wieder klar.Sehe die anderen Pläne und Ziele. Aber wann kommt der nächste Anfall? Kommt er evtl. im falschen Moment? Sobald ich XY "aktiviert" habe wird es völlig unberechenbar. Im Gegensatz zum Alkohol, kommt er mir entgegen und löst dabei noch mehr Suchtdruck aus. Ich weiß, daß er auch auf Entzug ist nach diesem Gefühl, diesem Rausch den wir hatten. Ich weiß, daß ich süchtig bin, - krank am inneren Menschen - das verleiht mir aber bislang noch nicht die Kraft, den Schmerz zu ertragen, den mir der Verzicht auf diesen Glücks-Zustand abverlangt. Ich weiß, daß es aus meiner Kindheit kommt. Aber es fühlt sich so wundervoll an, wenn diese ganz tiefe Sehnsucht mal für einen Moment gestillt wird. In diesem Moment verlieren sich für mich Raum und Zeit. Ich bin froh, über den Thread von Kossi, so weiß ich, daß es noch andere gibt, die mit einem ständigen Suchtdruck leben (können und) müssen. Was hilft? Meine Frage an Euch. Ich denke es gibt Parallelen, es geht nämlich um den Willen und den Willen es nicht zu tun.

    LG Nys

    Danke Andreas

    das kann ich gut gebrauchen. Ich seh die Gefahr genauso wie Du. Bin deshalb auch froh, daß wir am Telefon nichts miteinander gesprochen haben. Aber ich habe Angst, daß ich das wieder tun könnte. Oder er.

    Muß man nicht verstehen.Ist Sucht und hat deshalb leider keinen logischen Zugang. Das macht es so unberechenbar. Es kann sein, daß ich plötzlich wieder klar bin und einen Tag später fast zwanghaft am sehnen.

    Leider ist das offene Gespräch in seiner Dringlichkeit nicht ganz angekommen und die Arbeit läßt mir null Chance auf zurückschrauben. Ich habe sonst echte Probleme, die mich noch mehr unter Druck setzen würden. Die Gesetzesumstellung hat mir viel Einarbeitungszeit abverlangt und alles ist zeitaufwendiger geworden. Dafür sind die Fristen jetzt so knapp, daß ich jeden Tag tagfertig alles abgewickelt haben müßte. Das geht garnicht. Die Koll. trifft es genauso und da muß ich evtl. bald wg. einem. Todesfall einspringen. Ein Grund mehr, auf dem Laufenden zu sein.
    Aber auch ein Grund zu spüren, was man sich wünscht....für dieses Leben.

    Ich hoffe, daß jetzt wenigstens die Gedankenkreisel um Bitterkeit und die Schuldgefühle meinerseits weg sind. Es gab halt nicht so viele Verletzungen wie bei Dir. Nur eine tiefe Verunsicherung vor den Kopf geschlagen sein und einen Rückzug meinerseits. Aber wie gesagt, der Suchtdruck kommt an der Logik locker vorbei. Da zählt nur der Moment.
    Da will man nur, daß der Schmerz aufhört. danach die Sintflut. vor dem habe ich Angst. Zumal mein Mann demnächst ins Ausland reist.
    Nicht lange- aber Ausland hin oder her. Es ist sowieso ein anderes Leben auf das ich nie süchtig werden würde. Also hilft es auch nur so gut wie Wasser gegen Alk. Ich muß stark sein und aushalten lernen. Das Defizit kommt aus meiner Kindheit und wird deshalb bleiben und mich anfällig machen für die Erinnerung an Momente in denen es zur Ruhr kam.
    Deshalb hilft Dir die Kontaktsperre (und mir auc)h -aber nicht so effektiv wie Dir. Sie ist aber die einzige Sicherheit, die es gibt. Wie die Vermeidung von Sauffesten, kein Alk im Haus etc...

    Danke, LG
    Nys

    Hallo Maik

    mein Tipp noch am Rande:

    Kochen(ggf. lernen). Dann magst Du den Mäcki-Fraß nicht mehr essen (oder nur noch sehr selten)--- das
    ist Dickmacher Nr. 1 incl. allen Süßgetränken, - Wasser kann lecker sein, wenn man das richtige hat und es gewohnt ist.

    LG Nys

    Moin Andreas

    erkältet bin ich auch schon wieder. Zum Glück nicht so schlimm wie das letzte Mal - aber es nervt. Dazu kommt das Übel das uns Frauen in mtl. Abständen heimsucht und auch oft mit etwas Dünnhäutigkeit einhergeht. Insofern versuche ich meine Stimmungen nicht überzubewerten.

    Meine Melancholie kommt immer auf dem selben Weg und ich kann sie nicht schieben. Das ist das Hauptproblem. Gerade wenn ich so viel arbeiten muß und keine Zeit zum Denken habe, dann scheint bei mir der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren zu laufen. D.h. es kommt zu (na sagen wir mal) vermehrtem Wunsch nach Streßabbau auf die angenehmste Art, die sich die Natur für uns ausgedacht hat. ------- Das ist nicht bei allen Menschen so - und manche Männer haben bei Streß nur noch den Wunsch ins Fitness zu gehen, zu hanteln oder Gitarre zu spielen. Also bleibe ich mit dem Abbau alleine und habe dann jeden Tag mehr den Wunsch nach einer intensiven Nähe, die es in diese Form in diesem Leben, das ich gerade führe wohl auch nie geben wird. Vllt. wünsche ich mir deshalb doch noch Mutter zu werden. Ich lebe Beziehungen intensiv - weiß aber gerade nicht wohin damit. So und dann kommt die Erinnerung an jemand, mit dem die Intensität ein bis dahin unbekanntes Ausmaß hatte.
    Dann kommt zuerst ein bißchen Bitterkeit darüber, daß diese Intensität nicht gereicht hat, daraus auch ein reales Leben miteinender zu entwickeln. Dann kommen Zweifel, wie verletzt er war, als ich sagte, daß es zwischen uns nichts mehr zu sagen gibt. Und dann ist die Sehnsucht da.
    Noch einmal reden zu wollen (flüstert mir ein Teufelchen ins Ohr) und ich sage NEIN da wird nix besser nur schlimmer. Aber es bohrt un bohrt. Es setzt mich unter Druck. Das schiebe ich weg. Konzentriere mich auf den Tagesplan. Sobald ich ins Bett sinke ist das Teufelchen wieder da. Mit dem Defizit-Gefühl schlafe ich ein und wache am Morgen wieder auf. Inzwischen ist das Verlustgefühl und die Sehnsucht nach dieser gelebten Symbiose so groß, daß ich nicht mehr in der Lage bin, sie mir dort zu holen, wo es jetzt möglich wäre. Ich erwarte nur noch, daß man mir das abspürt und mich rettetIch sag dann auch mal was,. s' kommt aber nur Freundlichkeit und ein Händedruck. Ist ja bald Wochenende.....dann.. Mein innerlicher Druck wird größer. Ich denke an -streßabbau und habe ein Flashback, das mir den Verstand raubt.

    So läuft das ab. Immer das selbe Muster. Schlimm ist, daß es nicht im Kopf anfängt und so plötzlich aufkommt, daß ich es nicht schieben kann. Es erwischt mich teilweise beim Autofahren oder mitten im Papierkrieg. Baut sich tagelang auf und ist eine Bedrohung für meinen Verstand. Es fängt immer ganz harmlos an. Ich bemerke den Anfang nicht. So kam ea nach 2 Tagen innerem Druck zu folgender Situation:

    Ich hatte eine lange Pause,weil ich auf Kunden warten mußte die nicht kamen. Schon den ganzen Vormittag gingen mir die Erinnerungen nach. Dann habe ich das gemacht, was er letztes Jahr jeden Tag gemacht hat. Von Juli bis zu meinem Geb. im Jan......ich hab angerufen und aufgelegt als er dran ging. -........er klang sehr leise, traurig und beinahe ängstlich, als er sich meldete (ich hatte die Nr. unterdrückt)............... 3 Std. später ruft mich eine unterdrückte Nr. an und legt auf, als ich meinen Namen sage. Es war 13.15 Uhr. seine Mittagspause. Die Zeit in der er allein zuhaus ist.

    Das ist wie einmal am Glas nippen. Ich habe unkontrolliert gezittert und hatte Herzrasen. Gleichzeitig war alles wieder so als hätte ich ihn gestern das letzte Mal gesehen. Juli 2012 war gestern ? Nein Juni, der Tag imJuli zählt nicht, das war der einzige Tag an dem ich das Gefühl hatte, er hätte mich nur vera***. Es war das Gefühl wie davor. Intensive Nähe. Ich fühlte mich satt. Mehr wollte ich nicht. Wissen, daß ich nicht egal geworden bin.
    Wissen,daß er mir nicht böse ist. Es gibt mir Frieden. Aber wie lange? ich traue mir nicht. Wie Du schon sagst: man denkt sie hätte jetzt einen guten Schritt geschafft. Ich habe Angst vor meiner Sucht.

    LG Nys

    Hallo Andreas

    wie war die Woche? Meine erste Arbeitswoche war entspannter als der Urlaub. Ich stelle fest, daß zuviel Arbeit, 0,00 Freizeit und durchwachte Nächte wg. Arbeit absolutes Gift für mich sind.
    Doch manchmal gibt es no way out.

    Stehe grad an ner steilen Klippe und hoffe, daß der Rand hält. Einen Schritt weiter und ich stehe dort wo ich vor meiner Anmeldungn hier war.
    Ich hoffe das verhält sich wie mit Saufdruck, der vorbei geht wenn man nur hartnäckig genug dagegen angeht. Ablenken - Kopf klar kriegen - und so tun als wär Sehnsucht kein Suchtgedächtnis sondern die schöne Melancholie des Lebens,

    LG Nys

    Hallo

    bin z. Zt. immer nur auf dem "Sprung" hier und habe immer sehr wenig Zeit - sogar das Lesen in anderen Threads habe ich auf ein Minimum beschränken müssen. Das wird wohl die nächsten 8 - 12 Wochen so bleiben.
    Schade. Es fällt mir schwer, - aber es ist auch ein Schritt ins "alleine" klar kommen.

    Heute mußte ich mal wieder feststellen, wie das persönliche Befinden sich doch sehr stark auf den psychischen "Abwehrmechanismus"auswirkt.
    Ich muß aufpassen, daß ich mich nicht so stark überarbeite, daß ich wieder in seelische Schieflage gerate. Andererseits können Arbeitsrückstände auch ganz schön depremierend und lähmend sein.

    Deshalb werde ich jetzt die Feierabendpause beenden und noch mal durchstarten.

    LG Nys

    ....oh man, ich habe einen neuen Laptop...bin echt ein Grobmotoriker- jetzt habe ich den Beitrag abgeschickt. - Keine Ahnung wie das ging.

    Also Rüsseltier - ok, habe jmd gefunden der die beiden 2 mal die Woche machen könnte gg. Entgelt, so kann ich genaue Anweisungen geben und die meiste Zeit longieren lassen oder nur ganz leicht bewegen. Damit bin ich besser bedient als mit einer ehrgeizigen oder besser(wissenden) Reitbeteiligung. Allerdings würd ich lieber jmd. hier beschäftigen. Schließlich mach ich den Job ja nur wegen den Pferden. ist leider hier nicht so einfach zu delegieren.

    So dann werde ich mich mal wieder ins Zeug legen. Und hoffe von Dir zu hören, wie es denn grade so steht.

    LG Nys

    Hallo Lindi
    heute schreib ich Dir mal vor meinem Abend-Büro Programm.

    Du hast keine Ahnung wie schön die Bilder sind, die ich mir gedanklich zu Deinen Schilderungen denke. Um so mehr verstehe ich den Wehmut, der aus Deinen Worten dabei spricht.
    Was hast Du unternommen bis heute? Sind die Papiere für Dein Rüsseltier fertig? (ich nenn meine immer Rüssel....weil dieser Rüssel ständig irgendwo drin steckt oder an mir rum rüsselt). "Nase weg" ist inzwischen ein gängiges Kommando geworden.

    Hallo Lindi
    ich habe Deinen Beitrag schon vor Tagen gelesen und bin heute leider schon wieder zu müde um zurückzuschreiben, Ich hoffe es geht Dir den Umständen
    entsprechend gut.

    LG Nys