Der Albtraum der letzten Tage ist verflogen.
Ich bin wieder in mich und meinen normalen Alltag zurückgekehrt. Das fühlt sich gut an. Die Absprachen zuhause werden eingehalten, und das tut mir gut.
Gestern hatte ich vor, die letzten 15 Jahre meines Lebens mal im geschützen Bereich aufzuschreiben.
Irgendwie vertippt beim Zwischenspeichern und alles war weg. Mal sehen. Ob ich nochmal den Mut aufbringe? Auch dort ist Internet. Ich möchte niemanden schaden.
Wenn sich alles wieder so normal anfühlt und der Alltag einkehrt, vergesse ich schnell den "Anfall", der mich die Tage zuvor noch total aus der Bahn geworfen hat. Jetzt frage ich mich, ob das gut ist. Ich meine dieses Vergessen. Ist es ein Vergessen, das mir die Aufarbeitung erspart? Oder ist es ein gesundes Vergessen, - ist es Heilung? Ich denke mal die "Anfälle" werden mit der Zeit immer schwächer ausfallen und irgendwann ganz verschwinden. Trotzdem war es für mich überraschend heftig und ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet. OK XY hatte so um diese Zeit Geburtstag ... dann diese blöde Veranstaltung deren Plakat mich schon seit Wochen an ihn erinnert.......... dann bin ich seinem Auto begegnet...hab ihn von weitem bei der Arbeit gesehen +ich finde eine Rose an dem Baumstamm, wo wir uns zum letzten Mal gesehen hatten. Die kann jeder dort reingesteckt haben - es wäre aber so ganz typisch für ihn.
Heute fühle ich garnichts mehr von der Sentimentalität, von dem Tunnel in dem ich mich die letzten Tage befand. Gott sei Dank! Aber es war heftig und läßt mich deshalb etwas ratlos zurück. Mir ist wieder klar geworden, was ich alles für diese Illusion vom Glück getan hätte. Er hätte mir nur immer dieses Gefühl von Geborgenheit geben müssen und ich hätte mich auf ein Leben eingelassen, bei dem ich immer kleiner und kleiner geworden wäre. Immer abhängiger und beflügelt von wenigen Momenten in denen ich geglaubt hätte, daß auch er mich braucht.
Na gut. Ende gut alles gut. Oder?
Jetzt mach ich mir mal keine Gedanken und lebe einfach unbeschwert weiter. Bin froh, daß ich da raus bin und heute wieder denke wie eine normale erwachsene, verheiratete Frau. Ich glaube heute könnte er sogar anrufen und ich wäre völlig sachlich und distanziert.
Komisch - aber ist so. Denke über eine Therapie nach. Es ist so, als gäbe es zwei Leben oder zwei verschieden denkende Wesen in mir. Das eine denkt und fühlt normal das andere fühlt nur und hat beim Denken eine Zwangsjacke um? Kann das sein? - Bin aber sehr skeptisch was Therapien und Therapeuthen angeht.