Beiträge von Nys

    Der Albtraum der letzten Tage ist verflogen.
    Ich bin wieder in mich und meinen normalen Alltag zurückgekehrt. Das fühlt sich gut an. Die Absprachen zuhause werden eingehalten, und das tut mir gut.

    Gestern hatte ich vor, die letzten 15 Jahre meines Lebens mal im geschützen Bereich aufzuschreiben.
    Irgendwie vertippt beim Zwischenspeichern und alles war weg. Mal sehen. Ob ich nochmal den Mut aufbringe? Auch dort ist Internet. Ich möchte niemanden schaden.

    Wenn sich alles wieder so normal anfühlt und der Alltag einkehrt, vergesse ich schnell den "Anfall", der mich die Tage zuvor noch total aus der Bahn geworfen hat. Jetzt frage ich mich, ob das gut ist. Ich meine dieses Vergessen. Ist es ein Vergessen, das mir die Aufarbeitung erspart? Oder ist es ein gesundes Vergessen, - ist es Heilung? Ich denke mal die "Anfälle" werden mit der Zeit immer schwächer ausfallen und irgendwann ganz verschwinden. Trotzdem war es für mich überraschend heftig und ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet. OK XY hatte so um diese Zeit Geburtstag ... dann diese blöde Veranstaltung deren Plakat mich schon seit Wochen an ihn erinnert.......... dann bin ich seinem Auto begegnet...hab ihn von weitem bei der Arbeit gesehen +ich finde eine Rose an dem Baumstamm, wo wir uns zum letzten Mal gesehen hatten. Die kann jeder dort reingesteckt haben - es wäre aber so ganz typisch für ihn.

    Heute fühle ich garnichts mehr von der Sentimentalität, von dem Tunnel in dem ich mich die letzten Tage befand. Gott sei Dank! Aber es war heftig und läßt mich deshalb etwas ratlos zurück. Mir ist wieder klar geworden, was ich alles für diese Illusion vom Glück getan hätte. Er hätte mir nur immer dieses Gefühl von Geborgenheit geben müssen und ich hätte mich auf ein Leben eingelassen, bei dem ich immer kleiner und kleiner geworden wäre. Immer abhängiger und beflügelt von wenigen Momenten in denen ich geglaubt hätte, daß auch er mich braucht.

    Na gut. Ende gut alles gut. Oder?

    Jetzt mach ich mir mal keine Gedanken und lebe einfach unbeschwert weiter. Bin froh, daß ich da raus bin und heute wieder denke wie eine normale erwachsene, verheiratete Frau. Ich glaube heute könnte er sogar anrufen und ich wäre völlig sachlich und distanziert.

    Komisch - aber ist so. Denke über eine Therapie nach. Es ist so, als gäbe es zwei Leben oder zwei verschieden denkende Wesen in mir. Das eine denkt und fühlt normal das andere fühlt nur und hat beim Denken eine Zwangsjacke um? Kann das sein? - Bin aber sehr skeptisch was Therapien und Therapeuthen angeht.

    Liebe Angy

    Deine Worte kommen mir sehr bekannt vor. Hat sich bei mir gedanklich fast genauso abgespielt. Wie Jonas schon sagt - man könnt meinen wir sind 15 nicht 38 oder wie ich 41. Dieses Gefühl, daß XY ein für mich ganz besonderer Mensch ist - weil so liebevoll, weil so innig, weil so hilflos und doch so ein Ort der Geborgenheit. ..... das Gefühl kenne ich und holt mich auch heute noch (immer mal wieder) ein.

    Du sagst Du bist EKA. Das heißt, Du hast bei Deinen Eltern Instabilität erlebt. Die Beziehung wurde aber stabil aufrecht erhalten (oder sind Deine Eltern getrennt?) Es könnte sein, daß Du damit einen Hang zu stabil/instabilen Beziehungen hast.

    Ich jedenfalls frage mich, warum ich ausgerechnet nur bei einem Alkoholiker so ein Gefühl der Einmaligkeit hatte. Ich glaube es liegt daran, daß wir beide nicht ganz erwachsen waren und uns aneinander klammerten. Nicht erwachsen hört sich harmlos an. Ist es aber nicht. Bei der Entwicklung der Persönlichkeit ist irgendwo ein Defizit aufgetreten, das bis heute nicht überwunden ist. Keiner kann dieses Defizit ausfüllen. Schon garnicht ein Suchtkranker. Er hilft Dir nur, das Defizit nicht zu spüren. Das ist das schöne Gefühl. Und Du gibst ihm das evtl. auch. Aber der Schaden die Ursache bleibt und wirkt sich auf das Leben aus und das Deiner Kinder. Wenn Du Dich trennst wird es brutal weh tun. Ich verstehe Deine Angst. Beim ersten XY habe ich 5 Jahre gebraucht, um wieder lieben zu können. Damals habe ich den Grund für die Gefühle nicht gekannt. Heute kenne ich sie und vom letzten XY habe ich mich emotional immer noch nicht vollständig gelöst. Es kommt halt hoch, wenn man sich schwach fühlt. Aber es ist ein Trugschluß. Das ist das einzige was hilft beim vernünftig bleiben. Er mag lieb sein und alles - aber er ruiniert sich und Dich. Der Selbstschutz funktioniert bei mir auch nicht besonders gut, - aber den gilt es aufzubauen.

    LG Nys

    Hallo Andreas


    Zitat

    kein Co-Verhalten

    wäre vllt. lustig geworden? Ich als Co - hätte unsere Sucht verheimlicht und mich dann um Dich als Co - und Du Dich um mich bis zur Selbstaufgabe gekümmert?! Jonas hätte als Facharzt die Buttermilch-Diagnose gestellt und wir hätten uns einer Co-Operation unterziehen müssen. :lol:

    Nein im Ernst: Es ging mir tatsächlich nicht gut. Ich habe im Geschlossenen geschrieben und werde wohl auch nicht mehr so viel im Offenen posten.
    Es ist einfacher im Geschlossenen, wo auch mal was persönliches stehen
    darf. Den Kontakt hierher will ich nicht abreißen lassen und natürlich antworten, wenn hier jemand was reinschreibt. Werde auch den einen oder anderen Entwicklungs-Schritt hier schildern.

    Momentan ist es eher ein Rückschritt oder so was wie der unerwartet aufgetretene Saufdruck (einer Symbiose-Süchtigen, vllt. CoAbhängigen) gewesen , der sich zwar gedanklich aber emotional nicht eindämmen ließ. Ein Rückfall ist es nicht geworden und so verbuche ich es einfach als Erkenntnis, daß mich diese unglaublich große Sehnsucht (nach der weltvergessenen Geborgenheit bei einer Illusions-Figur)
    immer dann einholen wird, wenn ich mich schwach oder von eigenen Fehlern verunsichert fühle. Ich werde nicht immer die starke Nys sein können. Ich werde nicht immer in der Lage sein, mir selbst Geborgenheit zu schenken. Dann wird diese Sehnsucht immer wieder sehr stark sein.
    Mein Defizit aus meiner Kindheit wird sich bemerkbar machen. Auch da zählt der Wille. Wie weit lasse ich mich davon bestimmen? Man kämpft um die Kontrolle.

    Aber wie Du schon so wundervoll sagtest:
    Was ist ein Leben ohne Sehnsucht?
    - Ich, die ich auf das Sehnen süchtig bin, muß halt noch lernen nicht gleich den ganzen Eimer auf ex zu trinken.

    LG Nys

    Hallo Andreas

    hier einfach Danke für Deine Gedanken, die
    Du mir geschrieben hast. Habe mich sehr gefreut,
    als ich beim Morgen-Kaffee von Dir gelesen habe.

    Ist leider wg. Privatleben u. meiner soeben verfaßten Antwort
    incl. Deinem Beitrag gelöscht worden.

    Vllt.mal im Geschlossenen.

    LG Nys

    Hallo ratzfatz

    ohne Ausbildung geht heute nahezu nichts mehr.
    Es gibt Zeitarbeitsfirmen, die für viele sehr unattraktiv für andere aber die Rettung vor einer Depression sind.

    Dann noch der Wohnortswechsel / wer bereit ist weit ab der Heimat zu arbeiten, findet in größeren Städten auch ungelernt Arbeit. Die Frage ist nur wie lange man "behalten" wird. und ggf. wieder umziehen muß.

    In manchen Behörden u. offiziellen Einrichtungen gibt es Arbeit für ungelernte Kräfte. Dort zu landen ist vllt. nicht besonders anspruchsvoll - aber oft ein langfristiges Arbeitsverhältnis.

    ....gerade für Ältere ist da manchmal ein Platz bei der Post-Stelle der Behörde möglich.

    So ein paar Gedanken halt. Weiß nicht ob sie helfen, soll Dir aber zeigen, daß Du hier nicht ins Leere schreibst.

    Liebe Grüße
    Nys

    Guten Morgen Aurora

    Danke für Deine Antwort. Gibt mir ein gutes Gefühl für den Start in den Tag. War heut morgen schon wieder so seltsam verunsichert. Eine Angst, die mich leider auch wieder an XY denken läßt. (Angst zu zweit einsam zu sein). Hab versucht mich zu stabilisieren. Dein Text gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein. Danke!

    Dir einen guten Tag (daß ihr nochmal in die Klinik wollt, hat mich sehr berührt) Ich denke an Euch und wünsche Dir viel Kraft dazu!

    LG Nys

    So nun geht's weiter

    Meine Zwischenrunde in "Verletzungen" habt Ihr vllt. verfolgt und im Geschlossenen sind damit in Nys'
    Tränen-TB nun auch die Briefe an XY abgeschlossen.

    Mit "Empfänger unbekannt verzogen"

    Klar, man hat viel zusammen gemacht. Am meisten "Umzugsgut" hat er an meiner wichtigsten Zufluchts-Stätte zurückgelassen (dem Stall)... aber auch da scheint es so zu sein, daß der Geruch langsam erkaltet und verweht, wenn ein Herdenmitglied abwesend ist, - fehlt und einfach nicht mehr kommt. Irgendwann setzt das Vergessen ein und das Leben geht weiter.

    Bald ist XY sein Geburtstag. Habe auf diesen Tag ein Kollegen-Treffen einberufen, um ganz sicher zu sein, daß ich abgelenkt bin.
    Ein internationales High-Light in diesen Tagen lasse ich aus - weil die "Fahrzeuge" mich schon triggern und seine Anwesenheit nicht ausgeschlossen werden kann. (Wäre echt gern hingegangen. Wurde schon im Sommer dazu eingeladen) - Na ja. Aber auch die Nüchternheit einer Co hat ihren Preis!

    Mein privates neues Glück hat gerade einen Dämpfer erhalten - aber dazu werde ich max. im Geschlossenen schreiben können.

    Was es hier mitzuteilen gibt: Ich hatte echt ein Loch. Ein Motivations-Loch
    Daher auch der Thread: Die Macht der Gedanken.
    Mir fällt auf, daß es so manchem hier ähnlich ergeht. Zuerst kommt die Euphorie, dann die kleine oder große Aufarbeitung, dann das Loch. Power raus. Nicht bei jedem - aber es geht einfach an die Kräfte, es ist nicht nur die Umstellung von Lebensgewohnheiten. Ich fühle mich auf den Kopf gestellt und geschüttelt.

    Die Mißhandlungen in der Kindheit sind jetzt ein Thema. Aber ich lasse es noch unter Verschluß.

    Mein erster Ansatz ist: Arbeitsplatz sortieren, sortieren, aufarbeiten.
    Endlich ist wieder Kraft da für die Außenwelt und die Arbeit außerhalb des Büro's. Menschen begegnen, ihre Stimmungen aufnehmen reagieren. Die Arbeit erledigen. Ich beginne bei eins, dann zwei, dann drei.
    Egal wenn Nr. 10 auch dringend wäre. Ich nehme mir jetzt das Recht eins nach dem anderen in sinnvoller Reihenfolge zu machen. Dann wird irgendwann auch wieder ein Arbeiten "am Stück" möglich sein. Ich war so fragmentiert in letzter Zeit.

    Meine private Enttäuschung hat somit auch etwas Gutes: Ich mache jetzt trotzig mein Ding. Viel Energie und Zeit verloren für einen Kampf den ich nicht gewinne, wenn mein Mitkämpfer den Rückzug antritt.

    LG Nys

    Hallo Manfred

    ja - der Überlebenswille - die Resourcen? Oft spüre ich sie nicht mehr.
    Dann doch...wieder.. (meine Geburt fand 5 Tage nach dem Verlust des Fruchtwassers statt.... man sah es mir und meiner Haut an. Eigentlich ein Wunder das ich lebend zur Welt kam.)

    bei mir sind auch so Abwehrmechanismen da und es kommt noch schlimmer:

    Je mehr ich über die Trauma-Bewältigung bei den EKA's lese, um so mehr
    alte Erinnerungen tauchen bei mir auf. Ich denke über eine Therapie nach. Habe aber erstens Angst und beruflich gerade so viel Druck, daß ich das unmöglich auch noch hinbekomme.

    Wenn ich lese, wie mißhandelte Kinder heute als Erwachsene denken und fühlen. So dieses Nicht-fühlen und dann wieder unkontrolliert etwas fühlen, das garnicht zum augenblicklichen Alltag gehört sondern so irgendwo herkommt... .. he ich dachte immer das sei bei mir halt so... so ganz langsam bekomme ich ne Ahnung woher das kommt.


    Kann man leben ohne das aufarbeiten zu müssen?
    Ich will da irgendwie nicht ran? :roll::?::roll:

    LG Nys

    Hallo Andreas

    darf ich Dir mal per Mausklick auf die Schulter klopfen?

    Meinungsverschiedenheiten zuhause sind mE eine unglaublich große Versuchung, in alte Muster zurückzuverfallen. Geht halt mehr unter die Haut als Job oder Freunde - und sind die alten Erwartungen/Gedanken, das bekannte (triggernde) Verhalten es Partners.

    Diese Feuerprobe hast Du erfolgreich gemeistert - und sicher auch deshalb, weil Du Dir ganz bewußt vorgenommen hast, in solchen Situationen anders zu reagieren. Wie Du schon sagtest: Nicht nur kurzfristig - sondern als dauerhafte Veränderung.

    Schön, daß Deine Stoßdämpfer ok sind!

    Freu mich für Dich - .......und.... wie Du bei mir schon geschrieben hast: Der nächste Tag sieht meist besser aus. (Bei uns zuhause leider grad nicht) aber
    Dir wünsche ich das von ganzem Herzen!

    LG Nys

    Guten Morgen Andreas

    Auch in meiner Ehe waren es 10 lange Jahre, in denen ich zurückgesteckt habe. So etwas sitzt tief. Zu verletzend war es gewesen, 10 Jahre um eine glückliche Beziehung zu kämpfen und meinen Mann nie wirklich erreichen zu können.
    Da wird man auch sehr hart innerlich - es hatte ihn ja auch nicht erweicht, wenn ich Briefe an ihn schrieb oder heulend auf dem Hausflur zusammengebrochen bin, weil ich seine Zurückweisungen einfach nichtmehr ertragen konnte.

    Jetzt bin ich froh, daß er sich geändert hat. Es wäre aber nicht hilfreich, wenn er sich im Nachhinein selbstzermürbende Vorwürfe machen würde.

    Wir sind uns einig, daß es nie wieder so werden darf, wie in der Zeit vor XY. Und trotzdem haben wir es nicht immer leicht mit dem Neubeginn. Die alten Muster sind schnell wieder da. Man hat Druck durch die Arbeit, steht vor Entscheidungen, die ausdiskutiert werden müssen - und schon entsteht wieder Distanz. Durch die Zurückweisung, die ich früher von ihm erfahren habe - ist es beinahe schon ein Automatismus, daß ich diese Distanz wahrnehme und nicht auf ihn zugehe, sondern mich zurückziehe. (Gefahr, daß ich an XY denke, der neben dem Hobby auch die Sehnsucht nach Nähe mit mir teilte.) Es kostet mich Überwindung und Mut, um es wieder optimistisch anzugehen und meinem Mann damit die Chance zu geben, auch sein Muster der Abschottung hinter sich zu lassen. Es ist für ihn wichtig, daß ich es ausdrücke, wenn mir Geborgenheit und Nähe fehlt. Zum Glück ist er jetzt auch bereit - dann auf mich einzugehen.

    Was ich damit sagen will: Es ist nicht nur Dein Neuanfang und Deine Arbeit. Auch Deine Frau wird Muster aufgebaut haben, die es jetzt wieder zu ändern gilt. Vllt. kann Euch eine Paartherapie helfen, die auf eine neue Wahrnehmung ausgerichtet ist und in der Deine Frau ihren Frust der vergangenen Zeit aufarbeiten und zurücklassen kann. Auch sich selbst zu vergeben ist wichtig, um den langen Weg erfolgreich zu meistern, den Du Dir vorgenommen hast. Mir haben bei der Aufarbeitung von Verbitterung die Sitzungen bei meinem Heilpraktiker sehr geholfen. (Also auch ein bißchen esoterisch?) Jedenfalls haben wir da so Personen-Aufstellungen mit Hilfe von Kissen gemacht. Es war erstaunlich, welche Dinge dabei aus dem Unterbewußtsein aufgetaucht sind - und wie ich meine Mutter z.B. plötzlich als ganz zart und verletzlich begriffen habe. Das hat mich von viel Groll befreit.

    Einen Gedanken will ich dazu noch bei Dir lassen:
    Es war alles notwendig was Du getan hast, um heute da anzukommen, wo Du jetzt stehst. Du mußtest diesen Deinen Weg gehen, um der zu werden, der Du heute bist und so zu denken, wie Du heute denkst. Also kein Grund sich zu schämen und viele Gründe die positive Entwicklung weiterzuführen.

    LG Nys

    Hallo Andreas

    daß Du den Streitgesprächen jetzt nicht mehr aus dem Weg gehst, sondern Dinge ausdiskutierst ist in meinen Augen eine enorme Leistung.

    Da gehört eine ordentliche Portion Selbstüberwindung und viel Energie dazu. Sicherlich ist Deine Frau dankbar, daß sie jetzt mit dem jew. Streit-Thema nicht mehr allein zurückgelassen wird und gewinnt daduch auch neues Vertrauen in Dich. Auch wenn man nicht immer einer Meinung sein kann: Allein, daß der andere sich dem Thema stellt und seine Meinung sagt, ist 10mal besser, als nicht streiten zu können, weil der andere abtaucht und man mit dem ganzen Groll allein zurückbleibt.

    Ich könnte mir vorstellen, daß Du Dich damit jetzt einfach auch besser fühlst, wenn Du Dir auf diese Art beweist, daß Du Dich unangenehmen Dingen stellen kannst ohne trinken zu müssen.

    Kannst zurecht stolz drauf sein. Ich glaube in so kurzer Zeit schafft das nicht jeder.

    LG Nys

    PS: Mein Mann geht auch Laufen und spielt Gitarre und Baß. Mit Band ist nichts mehr wg. der Arbeit - und auch für die wenige gemeinsame Zeit wäre es verheerend. Die Zeiten in denen ich am Wochenende Kabelkoffer geschleppt habe sind Gott sei dank vorbei :wink:

    Zurück zum Thema,Die Macht der Gedanken

    Hier ein Buchtext (natürlich umformuliert in eigenen Worten) aus "Vom Glück sich selbst zu lieben"

    Selbst-Motivation und Konzentration

    - edit, bitte keine Buchtexte einstellen, auch nicht in abgeänderter Version, danke, Linde -
    -----------------------------------------------------------------------------------

    Ich glaube mir fehlt gerade in meiner Arbeit oft das Lob oder ein Ansporn.
    Ich habe ja keine Kollegen,die ich täglich sehe und auch keinen direkten Vorgesetzten.
    Allein die Summe, die am Monatsende dabei rauskommt, hat mich noch
    nie langfristig motivieren können. Wenn nun ein Sparziel erreicht werden muß und ich Druck habe, ist das vllt. anders. Aber insgesamt habe ich beim o.g. Text schon daran gedacht, daß ich ohne Lob und Ansporn nur die Ziele verfolgen kann, die eine echte Leidenschaft sind. Alle Pflicht-Ziele
    sind davon schnell ausgenommen und ich muß tatsächlich gegen eine gewisse Trägheit kämpfen. - Wie motiviert Ihr Euch? Manchmal habe ich an eine Aussage denken müssen, die die Leiterin eines Seminars getätigt hat: Wenn man feststellt, daß man seine Arbeit nicht mehr gern macht oder ständig davon gelangweilt ist, sollte man schleunigst den Arbeitsplatz wechseln. // Na ja - wer kann das schon? Ich habe keine Wahl und alles andere wäre verrückt. Also versuche ich eine neue Motivation zu bekommen. Vllt. bin ich ja tatsächliclh auch nur ausgepowert und das schon seit 2 Jahren. Ich habe mich mit so viel anderem beschäftigt und dabei ein bißchen den roten Faden in meiner Arbeit verloren. Dadurch daß ich sie quasi nebenher erledigt habe, ist sie mir eine unbequeme Last geworden. Das war früher nicht so und ich vermisse die Zeiten in denen ich voller Tatendrang war. Vllt. ist es ja auch das Alter. Mein Mann sagt, er hätte mit 40 auch irgendwie so was wie ne Lebenskrise gehabt.

    LG Nys

    meine Besuche bei einem Heilpraktiker (Coach) und bei einem Psychologen liegen einige Monate zurück und waren eher der Paartherapie bzw. der Bewältigung des Trennungsschmerzes von XY gewidmet.

    Die Aufarbeitung meiner Kindheit begleitet mich bereits mein ganzes Leben. Bislang ohne Therapie hierzu. Lediglich die Aversion gegen meine Mutter hat der Heilpraktiker ganz gut in ein respektvolles Miteinander verwandelt.
    Die neuen Blickwinkel und Lösungsansätze bzgl. meiner Defizite habe ich durch Anstöße im Forum und durch Bücher von Hans Peter Röhr gewonnen. Viel in mich reingefühlt beim Lesen und mich hinterfragt. Eigentlich hat das mehr gebracht als alle bisherigen "Therapie-Sitzungen" - aber vllt. ist es mir auch nur wg. der Vorarbeit der Psych. so gut gelungen, jetzt die richtigen Ansätze zu finden.

    Nein es reißt die Wunde nicht auf. Ich bin so geworden wie ich bin und ich freue mich, endlich ein Ja zu mir incl. meiner Bedürftigkeit gefunden zu haben. Bis zur Lektüre von "Wege aus dem Chaos" habe ich meine Bedürftigkeit weder akzeptieren noch verstehen können. Ich dachte immer ich sei irgendwie nicht normal und habe mich manchmal dafür geschämt. Jetzt bin ich zum ersten Mal in der glücklichen Lage bedürftig sein zu dürfen. Ich habe es mir erlaubt und finde es eine schützenswerte Eigenart von mir, die behutsam behandelt werden will wie ein Baby. Es hält mich somit auch davon ab, mich wieder einem Menschen auszuliefern, der mit seinem Leben selbst nicht klar kommt. Abhängig von einem "Gesunden" will ich natürlich auch nicht sein aber da stellt sich diese Beziehungs(Symbiose)-Sucht bei mir auch gar nicht ein. Es gibt trotzdem noch viel zu bearbeiten und alte Muster sind allgegenwärtig. Ich gehe, aber komme noch manchmal ins Stocken - oder muß mich abstützen. Jetzt versuche ich die Stützen bewußt und sinnvoll zu wählen. Das Ziel ist, irgendwann ohne Hilfe flüssig gehen zu können.

    LG und eine gute Nacht, Nys

    .... ach ja
    wilder Aktionismus gehört natürlich auch zu den alten Mustern, die eigene Hilflosigkeit / Sehnsucht nicht zu spüren. Da bin ich zu XY Zeiten natürlich voll in meiner Retter-Rolle aufgegangen - und darin für uns eine zweite kleine Welt der Zuflucht aufzubauen... das hat mich regelrecht beflügelt und fühlte mich stark. Bis ich wie Ikarus Sohn zu hoch geflogen war.

    Hallo ratzfatz

    hier meine Antwort auf Deine Frage


    Altes Muster:
    Tagträume oder Sorgen, die sich durch den ganzen Tag zogen. Dabei übermäßiger Zigarettenkonsum und an schlimmen Tagen Alkoholmißbrauch. Solange es XY noch gab, wurde er von mir kontaktiert und ich habe ihn gebeten, mir etwas Liebes zu sagen oder per SMS zu schreiben. Bei einem Treffen dann vorhersehbarer Liebesrausch.

    Neues Verhalten:
    Mir bewußt werden, daß meine gefühlte Hilflosigkeit daher kommt, daß ich als Säugling 4 Wochen lang das Verlassen-Sein erlebt habe und auch als Kind mich nie von meiner Mutter angenommen und geliebt fühlte. Jetzt rufe ich mir in meinen schwachen Momenten das Bild einer stillenden Mutter vor Augen. Ich versuche diese Einheit und die Zufriedenheit nachzuspüren. Auch den Druck, den so ein hungriges Baby hat - mit der Sicherheit, nun alles zu bekommen was es gerade braucht. Ich hülle mich in dieses Bild und versuche mir selbst diese Geborgenheit und das Gefühl des Ganz-Seins zu geben. Mir bewußt werden, daß dieses Bedürfnis nicht von außen sondern nur von mir selbst gestillt werden kann.

    LG und Dir auch einen schönen Abend, Nys