Hallo Renate, Speranza, Heidi, Girasole und Kaleu!
So ich bin seit ein paar Stunden zurück und möchte noch auf Eure Gedanken eingehen + dann erzählen wie es heute abend mit ihr war.
Ihr habt mir so viel "ansprechendes" geschrieben, daß ich mich schwer tue die Zitate auszuwählen. Mal sehen, wie sortiert oder unsortiert das jetzt wird.
Zitat von RenateO
Wir Kinder kommen nicht auf andere Leute,wir tragen unsere Eltern auch in uns(Wesenszüge/Charakterzüge/Bedürftigkeiten etc)
Ich habe dich hier als einen sehr emotionalen Menschen erlebt,manchmal auch grenzüberschreitend (auch dir selbst gegenüber) das ging vor deiner Therapie soweit das ich dich nichtmehr verstehen konnte.
auch wenn ich es ungern zugebe - da hast Du völlig Recht.-
Es war früher, so mit 16 ungefähr, als mir andere Menschen (Mitschüler und die ersten Jungs) zu verstehen gaben, daß ich seltsam bin. Damals kannte ich keinen anderen Umgang, als den, den ich zuhause untereinander gelernt hatte. Ein ständiger Wechsel von übertriebener Anhänglichkeit und bei Kontaktverlust übermäßige Sorge und ein sich reinsteigern in gute Ratschläge für das Leben des anderen - verbunden mit der Erwartung, daß dieser ab jetzt nur noch für mich oder uns lebt.
GRAUENHAFT !!!!!!!!!!!!!!!!!! In der Punk-Szene und bei den Hausbesetzern habe ich das dann ziemlich schnell abgelegt. Die haben mir damals den Respekt vor der Freiheit des einzelnen gelehrt. Von hier aus ein großes DANKE an diese "Lehrer".
Was blieb, war der Wunsch gerettet zu werden.
Am besten darin, daß ich mit einem anderen Menschen extrem eng verbunden bin. Extreme Gefühle waren teilweise eine echte Belastung. Ich hatte meine Gefühle nicht unter Kontrolle sondern zT kontrollierten die Gefühle mich und das war die Hilflosigkeit die ich von meiner Mutter gelernt hatte. Auch wenn ich Machtmißbrauch in Form von Mißhandlung
niemals nachvollziehen kann und will. Da habe ich einfach einen anderen Charakter. Mir war immer das heilig, was schwächer und auf mich angewiesen war.
Mit jedem Schritt, den ich weiter in die Selbstverantwortung gehe schwindet das Gefühl gerettet werden zu müssen und in der aktuellen Beziehung achte ich sehr darauf, daß ich meinen Freund nicht besuche oder anrufe, wenn ich mich mit etwas auseinandersetzen muß, das mir unangenehm ist und nicht unsere Beziehung betrifft. Wir reden offen über alles - aber meine Baustellen bleiben meine und seine bleiben seine.
Irgendwie habe ich auch nicht mehr das Bedürfnis mich selbst im anderen zu verlieren. Auch dann nicht wenn es schön ist. Für einen Moment evtl. - aber früher lief ich tagelang völlig aufgelöst rum 
Ich denke, daß ich in vielem das Kind meiner Mutter bin. Und Intensität und Hingabefähigkeit sind nicht per se schlecht. Die Dosierung macht das Essen würzig oder versalzen. Im Gegensatz zu meiner Mutter habe ich das Glück, noch lernen zu können.
Zitat von Speranza
Das ist sehr schwierig besonders wenn man dabei vom schlechten Gewissen geplagt wird weil der andere natürlich weiterhin mit seinen Waffen kämpft und erst nicht versteht warum plötzlich Widerstand kommt.
Es war ein jahrelanger Weg mich abzugrenzen, das ging sogar so weit dass sie öfters den Satz: "Dann häng ich mich eben auf" losliess wenn sie ihren Willen nicht bekam. Ich fühlte mich so unter Druck gesetzt dass ich "Dann musst du das eben tun" geantwortet habe und mich im Nachhinein fürchterlich schämte.
Hallo Speranza, herzlich willkommen in meinem Faden
freut mich!
Du hast mir mit dem ersten zitierten Absatz sehr aus der Seele gesprochen. Das hat gut getan.
Und zum zweiten Absatz kann ich nur so viel verraten, daß ich am Montag nach dem Telefonat mit meiner Tante im Auto saß und so wütend war, daß ich ganz ganz üble Gedanken zum Ableben meiner Mutter gegen die Windschutzscheibe brüllte und gleichzeitig den lieben Gott um Vergebung bat 
Unser Dialog lief heute am Schluß noch fast ähnlich ab, wie oben von Dir erzählt. Und das obwohl es eigentlich keinen Anlaß gab. Aber dazu weiter unten. ...
Ich weiß nicht in wie weit meine Veränderung Bestand hat. Aber es war heute total anders! Ich war anders. Sie nicht. Ich bin grad etwas verwirrt, wie das so schnell sein kann. Ich kam nach hause und war kein bißchen ausgesaugt. Ich war bei ihr und war offen für sie, aber ich hatte nicht das Gefühl mich ihr opfern zu müssen, egal was sie aufgefahren hat.
Ihre Bedürftigkeit ließ mich nicht kalt - aber mein Abstand war ein Abstand, ein Abstand, ein Abstand. Keine Gleichgültigkeit - aber die Erkenntnis, daß ich nicht für ihr Glück verantwortlich bin - die war präsent - wie nie zuvor.
Zitat von heidi13
Wenn es Dir hilft, vereinbare mit ihr einen Zeitpunkt in .. Monaten und dann treff ihr euch - ohne Bedingungen und ohne Verwicklungen mit anderen.
Liebe Heidi, auch Dir herzlich willkommen bei mir!
Dein Beitrag war, glaube ich, so ein Impuls, daß ich kurzerhand beschlossen habe heute und völlig ohne Bedingungen und Tante bei ihr vorbeizugehen, so als ob es das Normalste der Welt wäre.
Nicht um ihr klein beizugeben, sondern um zu zeigen, daß sie ganz entspannt bleiben kann - obwohl ich tue was mir gefällt. Daß ich komme und gehe, wie ich das für richtig halte. Heut wollte ich das und konnte das - und wann ich das wieder will, weiß ich noch nicht.
Natürlich habe ich nicht überhört, als sie mir vermitteln wollte, wie sehr sie auf meine Zuwendung angewiesen ist. Ich hab sie dann aber darüber informiert, daß sie noch sehr gut in der Lage ist, gut für sich selbst zu sorgen - und daß ich das deshalb auch von ihr erwarte.
Zitat von Kaleu
Das Vermischen von Verantwortungen erwächst zumeist daraus, für bestimmte Gefühle keine Verantwortung übernehmen zu wollen - oder zu deutsch, ich fühle mich so und so, ich will mich nicht so fühlen, ich verändere mein Handeln weg von dem Weg, den ich gehen will, um mich nicht so zu fühlen wie ich's tue, würde ich ihn so fortsetzen.
Wenn man nie die Gelegenheit bekam, die Nabelschnur zu trennen, tut es verdammt weh das zu selbst zu tun und schlimmer noch - feststellen zu müssen, es selbst tun zu müssen.
Lieber Kaleu
erstmal DANKE für Deine Worte! und ja der Kerl tut mir gut.
Das Trennen der Nabelschnur von meiner Mutter neulich, weshalb ich ja so geheult hab. Jetzt hab ich sie erstmal verflucht, als diese "Rückholaktion" per Tante inszeniert wurde. Mein Kinderzimmer ist mir in sehr schlechter Erinnerung. Nein - da will ich nicht mehr hin! Aber ich
wollte (glaub ich) endlich eine Art Anerkennung. Wie Du auch. So ein OK - das wir niemals bekommen werden. Bzw. mal kurz und nur leihweise 
Aber heute hab ich das OK einfach selbst mitgebracht
sie wurde in dieser Hinsicht nicht nach ihrer Beurteilung der Lage befragt.
Aber das was Du da geschrieben hast - ist trotz allem noch ein großes Lernfeld für mich. Unangenehme Gefühle "umschiffe" ich meisterhaft und am liebsten würde ich diesen Satz auf meinen Badezimmerspiegel kleben. Aber auch Co haben Notfallkoffer, also kommt der mal da rein. 
Dabei werf ich grad meiner Mutter vor, daß sie nix aushalten will. Schön arrogant von mir. Diese Defensive oder überspielt Coole das sind die Puppen, die zu gerne tanzen, sobald die richtige Musik spielt. Ich denke, es wird Achtsamkeit notwendig sein. Ein Leben lang. So ein übergroßer Respekt vor unangenehmen Gefühlen öffnet jeder Sucht Tür und Tor.
Oder läßt einen irgendwann mit eingezogenen Schultern durch die Welt huschen. 
Zitat von girasole
Zunächst viell. verunsichert oder schlecht, ähnlich wie als Du Dich bei XY das erste Mal durchgesetzt hast.
Aber wenn Du dabei bleibst, und bei DIr bleibst- rückst Du näher zu Dir selbst. Es fühlt sich ganz ganz toll an.
Liebe girasole
ich habe nach meinem Besuch heute das Gefühl, mich garnicht durchsetzen zu müssen. Eigentlich ist sie es, die mir ausgeliefert ist. Aber nicht weil ich das möchte. Sondern weil sie sich und ihren Wert von mir abhängig macht. Jetzt will sie (sie hat extra noch mal angerufen) wissen, ob sie alles richtig gemacht hat. - Ist egal - hab ich gesagt. Mir geht es gut. Wenn es ihr nicht gut geht, weil sie sich abhängig macht - dann geht mich das nichts an. Ich sagte zu ihr: Laß Dich nicht hängen. Sie: Doch ich laß mich hängen. Ich: Na dann hängst Du halt. - Ich habe ihr gesagt, daß man einem Menschen nichts Gutes tun kann, das er sich nicht selbst auch gönnt - unabhängig von der Zuwendung eines anderen.
Sie weiß, daß ich sie nicht hängen lasse, wenn sie ernsthaft nichtmehr in der Lage ist für sich zu sorgen. Aber diesbezüglich ist sie weit davon entfernt ein Betreuungsfall zu sein. Das habe ich deutlich gemacht. Mehr nicht.
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ja - ich war heut dort und irgendwie hab ich mich nicht verloren - hab erzählt was grad so geht und daß ich am Sonntag lieber mit meinem Freund zusammen sein will. Daß ich nicht kaltherzig geworden bin, - aber mir wünsche, daß sie eigenständig ist. Ich blieb für eine Zeit von ca. 45 min. und habe nebenher tatsächlich noch an andere Dinge gedacht.
Kraß!
Ich danke Euch für die Hilfe / den Steigbügel zur Weiterentwicklung.
Es wird noch nicht alles gewonnen sein. Aber ich habe das Gefühl nichtmehr im Staub zu kriechen, sondern im Sattel zu sitzen. *freu*
LG Nys