Beiträge von Katharsis

    Lieber Correns,

    ganz lieben Dank für Deinen Besuch.
    Mit Dir bin ich leider erst wieder zufrieden, wenn ich lesen kann,
    dass Du die pure Freude bist, wenn Du durch die Botanik hopst ;-).
    Die Freude daran, auf Betriebstemperatur zu kommen,
    sich bewegen zu können, seinen ureigenen Rhythmus zu finden
    und ihm zu folgen, die Gleichmäßigkeit der Schritte zu spüren
    und zu allem scheint Dir noch die Sonne aufs Köpfchen oder
    Du spürst die Regentropfen.
    Und hast keinerlei Einfluss auf die Natur, nimmst sie hin und an
    und kannst sie genießen in ihrer Vielfalt.
    Wenn Du lebst wie Du zu Anfang gelaufen bist, gibt es keine Fragen mehr ;-).
    Laufe nicht, um fortzukommen, sondern um anzukommen. Bei Dir ;-).

    Und wenn Dir so ein Dösbaddel zuruft: „Schwimm eben“, dann brüll zurück:
    „Hey, das ist mein Becken! Wenn ich schwimmen will, tue ich das, ansonsten
    schnappe ich mir ein aufblasbares Quietsche-Entchen, hänge mich dran und
    beguck mir das Ganze erst einmal in Ruhe, bevor ich vor lauter blindem
    Aktionismus in die für mich falsche Richtung paddle!“
    DU bist der Maßstab, niemand sonst :-).

    Es ist richtig, ich hatte eine harte Zeit. Die kann Niemand beurteilen oder
    bewerten und vor allem konnte sie mir niemand abnehmen, aber ich
    bin damit durch. Es gibt für alles eine Lösung und auch die Suche danach
    kann sehr spannend sein.
    Ich habe Vertrauen.
    Ich habe Menschen in meinen Kopf gucken lassen (ein bisschen ;-)) und
    bekam Anregungen, Ideen, Verständnis und Unterstützung.
    Ich habe einen neuen Plan (wajakla :D).
    Den muss ich nicht sofort umsetzen können, aber ich arbeite daraufhin.
    Ich brauche keine großartigen Ziele, aber ich will mich einrichten, mit mir
    und in mir und mit einem winzigen Teil vom Rest der Menschheit ;-).
    Mein Energielevel ist gut oder besser angemessen, nur das Tempo ist
    herunter geschraubt und den will ich sehen, der es wagen würde, daran
    drehen zu wollen ;-).

    Ich wünsche Dir einen friedlichen Abend und freue mich, dass Du hier bist.

    Liebe Grüße
    Katha

    Entschuldigt bitte, ich bin wohl in der Zwischenzeit komplett verroht ;-).

    Erst einmal liebe Grüße, vor allem an Panem und Correns. Ich kam nicht mehr dazu, zu antworten, da mir nicht nur die Verbannung, sondern auch die Technik einen Strich durch die Rechnung machte.

    Hallo Viola :)
    Die Selbstversuche befinden sich ja noch in der Testphase, aber ich kann doch sagen, dass ich rasante Fortschritte mache :-). Nach vier Wochen Reha bin ich vorgestern wieder zu Hause eingefallen, um dann am nächsten Tag Notfallmäßig acht Stunden im Spital zu landen. Nix Ernstes, aber Checkup war notwendig. Nur einmal wurde ich hibbelig, sprintete kurz zum Doc, um eben diese Weisheit zu verkünden und konnte mich danach wieder gepflegt meiner Gelassenheit widmen ;-).
    Im Moment bin ich damit beschäftigt, die Sonne in meiner Wäsche einzufangen, die gerade leise im Wind schaukelt. Die Schnecke, die an der Mauer hochkriecht, habe ich noch nicht verstehen können, vermute aber stark, dass sie von auswärts kommt und mit einem ungewöhnlichen Dialekt geschlagen ist.
    Ich habe gelernt, wie man sich entspannt, aber nur, weil der Physiotherapeut mir nicht nur den Kopf verdreht, sondern auch ordentlich ausgeschüttelt hat.
    Am besten entspannt man sich bei Tätigkeiten, die Freude und Spaß machen. Macht´s mal grad keinen Spaß, lässt man´s einfach. Entspannt ebenfalls ungemein und ist gar nicht schwer :-).

    Es gibt natürlich Dinge, die ich nicht mehr tun kann. Die hohe Stufe zum Garten kann und darf ich nicht mehr benutzen. Wälze ich mich jetzt über die Mauer und lande wie eine Flunder auf dem Rasen. Haben die Nachbarn Spaß und können ebenfalls entspannen :D.
    Es gibt einfach Dinge, Ansichten, Menschen, die mich überzeugen. In all ihrer Einfachheit. Obwohl ich mir doch sonst so gern den Kopf verbiege. Das werde ich natürlich auch weiterhin tun, aber zukünftig während ich lebe (und tue! Herzliche Grüße an Hartmut an dieser Stelle ;-)).

    Vielleicht probiere ich es nächste Woche auch mal mit Nase bohren im Stau anstatt ins Lenkrad zu beißen :D. Gelingt Anderen schließlich auch und ich vermute stark, dass man für diese Tätigkeit in der freien Wildbahn schon verdammt entspannt sein muss. Also eher etwas für Fortgeschrittene *g*.
    Es geht mir gut. Ich mag Menschen, halte sie auch wieder aus – ich hatte da leise Zweifel – und genieße sie in ihrer Vielfalt.
    Nächste Woche kommt ein Kind. Also zu Besuch :-). Ich könnte tanzen vor Freude. Ich KANN tanzen vor Freude *hops* :)

    Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende. Schön, dass Du mich besucht hast.

    Liebe Grüße zurück
    Katha

    Hartmut :D

    „Hartmutische Diskussion“ – ich habe schallend gelacht :-).
    Es gibt bei mir auch Dinge, die ich nicht mehr diskutiere, weil es für mich da keine zwei Meinungen mehr geben kann, aber es sind nicht viele und sie wurden gerade im Laufe der letzten Jahre immer weniger.
    Mir muss aber z.B. niemand mehr weismachen wollen, dass ein nasser Alkoholiker sehr wohl seinen Stoff zu Hause bunkern kann. Zu oft habe ich strahlende und stolze Gesichter gesehen, die verkündeten, dass sie wunderbar mit ihrem Weinkeller zurecht kommen. War ja auch so teuer das Zeugs und es wäre viel zu schade, es auf die eine oder andere Weise zu entsorgen.
    Im Regelfall dauerte es maximal sechs Monate, bis sie wieder rückfällig wurden.
    Viele Menschen unterschätzen meiner Ansicht nach den Energieaufwand, den es braucht, um Alkohol im eigenen Haus zu ignorieren. Es läuft ja oft über das Unterbewusstsein ab und kostet enorme Kraft, die an anderer Stelle dann verloren geht.

    Je mehr ich aber über andere Dinge erfahre, desto weniger Meinung habe ich jetzt oft dazu.
    Ich habe schon mal erwähnt, dass meine Tante an Alzheimer litt. Nur litt sie nicht wirklich, sondern amüsierte sich wie Bolle, wenn sie wieder aus dem Pflegeheim auskniff und ihre Ausflüge machte. Gelitten haben in diesem Fall also nur die Angehörigen, die sich natürlich Sorgen machten und traurig waren, wenn sie sie nicht mehr erkannt hat. Für meine Tante war alles nur eine Riesensause. Meiner Meinung nach waren Betroffene also nicht zwangsläufig zu bedauern.
    Dann traf ich aber Patienten, die immer wieder aufs Neue an den Tod der/des geliebten Partners/in erinnert wurden oder sich auch selbst erinnerten. Sie haben die Trauer jedes Mal wieder neu durchleben müssen. Heute kann ich also nur noch vage sagen: Es kommt auf den Einzelfall an.
    „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ – die Bedeutung dieses Statements konnte ich erst vor ein paar Jahren wirklich nachvollziehen.

    Dir wünsche ich auch schöne Osterfeiertage.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Hallo Maggy,

    hier kann noch so wild herumspekuliert werden über das, was Dein Ex-Freund denkt oder will oder beabsichtigt, wissen kann es nur er selbst.
    Vielleicht vermisst er Dich und Du fehlst ihm, vielleicht will er sich bemühen, etc.
    Fakt ist jedoch, dass er trinkt und keinen Schritt unternommen hat, um sich aus dem Sumpf zu ziehen und genau deshalb hast Du dich getrennt, weil es ein unhaltbarer Zustand ist für jeden Menschen.
    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ist dies Deine erste Beziehung? Der Gedanke kommt mir manchmal wegen der Fragen, die Du stellst. Viele Menschen benehmen sich kindisch und seltsam, wenn man die Beziehung beendet, weil sie natürlich verletzt sind. Da werden theatralisch Fotos verbrannt oder Geschenke in die Tonne gekloppt oder man behält einige Dinge und hofft, dass der Andere dadurch gezwungen ist, den Kontakt noch einmal aufzunehmen.
    Vielleicht hilft es Dir eher, darüber nachzudenken, wie schlecht es Dir in dieser Beziehung oft ging und dass sich daran absolut nichts ändern würde, solange er keinen einzigen Schritt unternimmt, um sich aus der Sucht zu befreien.
    Das Grübeln über seine Beweggründe wird Dich kirre machen und Klarheit wirst Du dadurch nicht erhalten, denn Du kannst nicht in seinen Kopf gucken.
    Mir hat es geholfen, Menschen nicht nach dem zu beurteilen, was sie sagen oder versprechen, sondern nach dem, was sie tatsächlich tun.
    Magst Du dir für heute nicht mal etwas vornehmen, was Dir Spaß macht und Dich ablenkt? Irgendetwas, was Dir gut tut.

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Hartmut,

    das klingt ja nach einer wahren Odyssee :( und ich hoffe, dass sich nach jeder Deiner Behandlungen auch eine Besserung eingestellt hat, wenn die vermutlich auch nur immer kurzfristig ist, da Du mehrmals im Jahr ranrauschen musst.
    Nach meiner Scheidung hatte ich keinen einzigen Flecken mehr und das fand ich höchst interessant ;-).
    Zum Saufen käme ich nicht mal, wenn ich diese hirnrissige Idee hätte. Ich werde ja ständig gescheucht und es würde mir auch extrem blödsinnig erscheinen, wenn alle so bemüht an mir herum pfriemeln, um mich wieder in die Bahn zu schießen und ich es ihnen danke, indem ich mich zeitgleich in zweifacher Hinsicht vergifte.
    Suchttechnisch bin ich vollkommen ausgelastet, wenn ich versuche, eine Zigarettenpause einzulegen. Bedauerlicherweise finde ich auch immer noch einen netten Mitmenschen, der mich notfalls mitsamt dem Bett auf die Terrasse expediert.
    Es ist bei dem Wetter auch kein Vergnügen, sich in ekligen Raucherecken den Mors abzufrieren und gerade als ich dachte, ich könnt´s ja vernünftigerweise auch wieder lassen, da schiebt sich so ein winziges uraltes Mütti mit Rollator durch die Tür und kämpft sich durch die Böen bis zu mir. Zündet sich eine an, lächelt verschmitzt und sagt: „Natürlich ist es doof, aber man hat das Gefühl, man kann machen, was man will und muss sich nichts sagen lassen“. Ich habe sie angegrinst und erwidert: „Sie Rebellin, Sie“. :D
    Wenn es also das ist, was dahinter steht und ich gleichzeitig das biblische Alter der Dame bedenke, schwant mir, dass es nie aufhören wird ;-). Ich muss noch mal darüber nachdenken.

    Bei der Lichttherapie haben sie mich erst einmal angeschmorzelt, doch das war mir lieber als der anaphylaktische Schock beim letzten Aufenthalt. Spannend waren wieder die Mahlzeiten: Das Obst war heiß, der Salat dampfte noch und manchmal konnten wir auch durch gründlichste Untersuchungen nicht feststellen, was es werden sollte. Dafür war der Kaffee stets kalt und so kamen wir wieder auf reguläre Betriebstemperatur :-).
    Jedenfalls trifft man im Krankenhaus geballt die wirklich tapferen Menschen und an die werde ich denken, wenn ich versucht sein sollte, zu jammern und zu klagen…

    Dir wünsche ich schöne Feiertage und absolut null Stress.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Guten Morgen, lieber Hartmut :)

    Zu Deinen Fragen:
    Eine Meinungsäußerung bedeutet weder Nachtreten noch Stimmungsmache, bin hier ja schließlich nicht auf dem Bolzplatz :-).
    Man kann auch etwas nicht aus dem Kontext reißen, wenn der Kommentar aus nur einem Satz besteht ;-).
    Wenn ich mich im Austausch um Sachlichkeit bemühe, hast Du als Mod weniger Arbeit und musst nicht ständig das Gatter bewachen ;)
    Die Form ist mir wichtig, da ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass Andere sehr viel leichter „Anregungen“ (Tipps, Ratschläge, eigene Erfahrungen, etc.) annehmen können, wenn man ihnen nicht gleich verbal vor den Koffer haut.
    Möglicherweise überschätze ich den Aufgabenbereich der Mods dieses Forums, glaube ich aber nicht tatsächlich, da auch Karsten mir diesbezüglich gerade über den Weg helfen wollte.
    Du bist selbst Betroffener. Das ist korrekt. Du bist Mod, ergo bin ich häufiger betroffen als Du ;-).

    Ich hebe mich einzig und allein durch die Anzahl meiner Rückfälle im Laufe der Jahre vom Rest ab, das ist in meinen Augen ja nicht so eine irrsinnige Glanzleistung. Du liegst mit Deinem Fazit also richtig.

    a. JETZT können wir es ruhen lassen
    b. Ist auch meine Meinung
    c. Weiß ich doch und auch deshalb parke ich immer mal wieder meinen Koffer hier ;)

    Lieben Dank für Deine Wünsche, sie haben tatsächlich geholfen.
    Peinlicherweise sehe ich durch die Lichttherapie nach 1,5 Wochen Krankenhausaufenthalt aus, als wäre ich gerade aus dem Urlaub gekommen :D. Fleckig bin ich noch, aber ich fühle mich so verdammmmmmt gut!

    Herzliche Grüße
    Katha

    Guten Morgen Carl,

    jetzt war ich aber doch mächtig erstaunt.
    Ich danke Dir ganz herzlich, Dein Kommentar wird mich begleiten, so dass ich Zähne zeigen kann heute… beim Lächeln ;-).
    Im Moment nehme ich es leicht, weil ich das Gefühl habe, ich bekomme im RL soviel Unterstützung wie nie zuvor, doch finde ich es – gelinde gesagt – befremdlich, wenn der Mod eines Alkoholikerforums äußert, es wäre ihm wurscht, wie Einzelne sich im Austausch weiter entwickeln. Das ist absolut nicht meins und hat in der Selbsthilfe nichts zu suchen.

    Dir einen schönen Tag.

    Herzliche Grüße
    Katha

    PS: Den Koffer muss ich leider gepackt lassen, denn ich starte gleich durch in die nächste Klinik ;)

    Hallo Hartmut,

    natürlich habe ich es gelesen, konnte aber – wie so oft – nicht wirklich etwas damit anfangen ;-). Du hast ja mal geschrieben, dass es dauern kann, bis man sich an Deine Art der Kommentare gewöhnt hat. Ich bin jung und hab ja Zeit: Die läppischen fuffzisch Jahre bis dahin reiße ich doch auf einer Backe ab ;)

    Tiefenentspannt, Hartmut, ich werde von allen Seiten bepuschelt :-). Wenn ich abhebe, rauchen die Kartöngs und das hat hier bislang noch Niemand wirklich erlebt ;-).
    Du darfst hier aber jederzeit gern wieder einfallen, vor allem, weil ich nicht glaube, dass Deine Vorstellung von Selbsthilfe gegen irgendwelche Forumsregeln verstößt *veg*.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Hallo Bob,

    „wegen des zu erwartenden Rückfalls“ – das klingt so passiv, als würde er zwangsläufig über Dich hereinbrechen wie schlechtes Wetter und Du wärst dem Ganzen hilflos ausgeliefert.
    Das bist Du nicht ;-).
    Ich habe schon öfter erwähnt, dass ich früher Leute ohne Suchtproblem gefragt habe, ob sie sich ein Leben komplett ohne Alkohol vorstellen könnten und allen wurde dabei der Kragen eng. „Für immer“, das ist die Zeitspanne, die uns anscheinend Beklemmungen macht.
    Bei mir waren Appelle an die Eigenverantwortlichkeit und Vernunft leider völlig vergebens. Geholfen hat mir dann letztendlich nur das Schreiben, tägliche kurze Notizen, um mich im Visier zu behalten. Was ich geschrieben hatte, konnte ich nicht mehr verdrängen, mich selbst nicht mehr belügen, es hat sich quasi in meinem Kopf manifestiert.

    Einen Rückfall habe ich notiert:
    Drei Wochen abstinent. Nur ein Bier mit dem Nachbarn getrunken. Super, geht doch, danach eine ganze Woche Ruhe. Freitag mit dem Nachbarn richtig zugeschlagen. Samstag Kopfaua, Gartenarbeit und absolut keine Lust, Alkohol zu trinken. Na, wenn das nicht mal eine gesunde Einstellung ist, gar nichts los.
    Nächstes Wochenende Freitag und Samstag getrunken. Tja nun, kann ja mal vorkommen.
    Am dritten Wochenende von Freitag bis Mittwoch durchgetrunken, habe mir den Alkohol vom Imbiss bringen lassen müssen. Vorstellungsgespräch abgesagt mit der Begründung, dass ich offensichtlich Alkoholikerin bin und mich erst einmal um mich kümmern müsste. Schnappatmung beim Gesprächspartner, dann Erleichterung. Maßnahme: Entzugsklinik.

    Das waren die Dinge, an denen ich nicht vorbei kam, denn da stand es schwarz auf weiß.
    So habe ich mich von Tag zu Tag gehangelt und immer wieder nachgelesen.
    Alte Weisheit ist auch: Jeden Tag is Watt :-), denn das bedeutet Leben. Wenn´s danach gehen würde, gibt es den richtigen Tag zum Aufhören nicht…

    Viele Grüße
    Katha

    Nun gut.. der Koffer ist gepackt, der Rest läuft, also weiter im Text ;)

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Mir lag noch nie daran, mich irgendwo lieb Kind zu machen, denn ich mag mich nicht verbiegen. Wäre ich ja auch den ganzen Tag am Hin- und Herhopsen und irgendeine Nassnase kommt an und behauptet, ich hätte kein Profil und wäre todlangweilig. Nee, nee, so nicht :D
    Wenn Ihr euch schon einschießen wollt, dann bitte etwas genauer zielen und nicht wild drauf los schreiben.

    Wenn Jeder sich ausschließlich eigene Gedanken machen sollte, würde es keine Bücher geben. Gedanken Anderer regen an und bereichern. Tucholsky hatte ein Schild an seiner Tür: „Tritt´ein und bringe neue Gedanken herein.“ Ich erweitere meinen Horizont auch durch die Gedanken und Meinungen Anderer oder modele sie für mich um. Was soll ich 20 Jahre doof auf dem Mors sitzen und darauf warten, dass mir irgendwann mal eine zündende Idee kommt?!

    Ich habe nichts vorgegeben, nicht manipuliert oder Andere irgendwo hingeprügelt, sondern mich schreibend mit dem Thema auseinander gesetzt. Ich fühle mich auch nicht bemüßigt, immer nur schweigend zuzugucken, wenn mir etwas nicht gefällt oder ich anderer Meinung bin. Das tun meiner Ansicht nach sowieso viel zu viele Menschen.
    Und genau darum geht’s, isses nicht so? ;)

    Ganz genial ist ja (schulligung, muss grad höllisch kichern), dass Karsten das Thema Psychologie auf den Tisch bringt und Hartmut blindlings von hinten das Feld aufrollt und MICH verdächtigt, während ich ahnungsloser Engel *flöt* gar nicht weiß, was hier eigentlich abgeht :D. Das „alte Thema Psychotherapie“? Hartmut, Du musst mich verwechseln ;-).

    Psychotherapie und Therapeuten. Ich weiß beim besten Willen nicht, wie Ihr nun darauf kommt, dass ich da ein Fanclubfähnchen schwenken würde.
    Die meisten Psychotherapeuten halte ich persönlich für die hinterletzten Luschen, sorry.
    Meine Erfahrung damit war ähnlich wie Eure: Die Jüngeren waren so verdammt scharf drauf, mit ihren Theorien zu glänzen – bei keinerlei praktischer Erfahrung, versteht sich – dass sie nicht einmal in der Lage waren, aufzunehmen, was nicht auf ihrer Schiene lag.
    Die Älteren waren in erster Linie an einem interessiert: Pünktlich Feierabend zu machen und sich keinen unnötigen Belastungen auszusetzen.

    Seit 30 Jahren sterben mir ständig die Menschen weg. Nach einem halben Jahr blinzelte mich so eine Eule über die Kaffeeflecken auf ihrem Bug an und sagte: „Frau X, ich glaube fast, Ihr Thema ist der Tod“. Ach was, da war ich dann doch erstaunt.
    Ich habe es im geschlossenen Bereich bereits mal geschrieben: Beim nächsten und letzten Besuch warf ich ihr einen Energie-Riegel in den Schoß und verabschiedete mich.

    Die nächste „Spezialistin“ sagte mir ganz klar, dass sie mit meinem Erlebten überfordert wäre. Half mir wie ein Loch im Kopf, aber immerhin war sie ehrlich.
    Danach kam der Mensch, der mich drei Mal hintereinander nur fragte, wie er mir helfen könne. Da bin ja dann nach Hause gegangen und habe all meine Möbel restauriert.
    Dann kam mir der Gedanke, dass – wenn meine Geschichte für Profis nicht auszuhalten ist, ich sie doch auch nicht aushalten müsste, dann könnte ich also sozusagen legitimiert weiter saufen. Das klappte aber auch nicht, denn eines habe ich ja längst begriffen: Damit vernichte ich mich selbst und ich glaube nicht, dass das die Meinung war, als man mich auf die Menschheit los lies. Kurzerhand habe ich die Büchse verschlossen und kann nun mit geschlossenen Augen schlafen.
    Es gibt aber auch wirklich geniale Therapeuten, die dem Klienten sachlich, kompetent und ohne persönliche emotionale Beteiligung auf die Sprünge helfen können. Ich habe einige wenige kennengelernt, nur waren sie leider nicht für mich zuständig.

    Hier fällt mir auch oft auf, dass Psychotherapie aufgedrängt wird wie saure Drops und dabei handelt es sich oft nur um die ganz normalen Unbilden des Lebens. So hart wie es klingen mag: Da muss Jeder von uns eben auch mal durch.
    Für Andere wiederum macht eine Therapie durchaus Sinn und das muss Jeder für sich selbst entscheiden. Insoweit sind wir uns also einig.
    Absolut sinnvoll erscheint mir allerdings, dass ausführliche Eingangsgespräche geführt werden, wenn Jemand eine LZT machen möchte. Hier sind die Wartelisten lang und es macht keinen Sinn, Zeit, Geld und Energie an Jemanden zu verschwenden, der nicht zumindest die ernsthafte Absicht hat, ein abstinentes Leben zu erlernen. Dafür gibt es einfach zu viele Betroffene, die dringend Hilfe benötigen.

    Es sind meine Erfahrungen, die ich hier poste.

    Gruß
    Katha

    Hallo Hartmut,

    dann habe ich mich anscheinend dahingehend weiter entwickelt, dass ich meine persönlichen Erfahrungen sachlich verpacken kann. Ich nehme das als Kompliment und danke Dir herzlich dafür ;-).
    Klar gilt das auch für Alleinstehende, es sei denn, sie leben komplett vereinsamt auf dem Mond ;-).

    Gruß
    Katha

    Hallo Emma,

    einem nassen Alkoholiker zu sagen, er müsse mit dem Trinken aufhören, fühlt sich für ihn ähnlich an, wie wenn man ihm sagen würde: „Hör´doch mal auf zu atmen“.
    Wenn wir bereits süchtig sind, brauchen wir das Zeug ja, um irgendwie funktionieren zu können.
    Viele Menschen trinken Jahre oder gar Jahrzehnte abhängig weiter und das ist kein Zeichen für mangelnde Intelligenz oder Willensstärke. Wir können uns später gern mal darüber unterhalten, aber erhole Du dich erstmal während der verdienten Pause.

    Dir eine schöne Zeit und viele Grüße
    Katha

    @ Hartmut: Wie kommst Du auf das schmale Brett, dass ich Jedem helfen, ihn mitnehmen oder gar retten möchte? :D Dann wäre ich wohl den ganzen Tag hier am Kreiseln ;-). Wenn ich Zeit und Raum habe, dann lege ich los, sonst kümmere ich mich um meine eigenen Baustellen.
    Alkoholismus ist eine Familienkrankheit und betrifft alle hier vertretenen Gruppen. Da ist es doch keine Geschmacksfrage, ob mir das Miteinander und das gegenseitige Verständnis wichtig ist oder nicht.

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Karsten,

    nun muss ich losspringen, deshalb jetzt nur kurz: Emma wollte ihren Account löschen lassen!, soviel Platz war da also nicht für Fehlinterpretationen oder das Überstülpen von Gedanken, bezogen auf meinen ersten Satz.
    Ich lasse mir noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen, was Du geschrieben hast.

    Euch ebenfalls einen guten Wochenanfang.

    Viele Grüße
    Katha

    Liebe Thalia,

    nun bin ich ja nur teilweise aus Titan ;) und Dein Kommentar hat mir sehr gut getan, lieben Dank dafür.
    In meinem eigenen Thread sprudele ich ja eher vor mich hin, Kommentare in anderen Threads haben wohl eher die Form eines Vortrages oder Aufsatzes. Wie dem auch sei: Ich lerne täglich :-).
    Ich bin gerade mal dieses Wochenende zu Hause, starte Dienstag durch für neun Tage in die nächste Klinik, erhole mich zu Ostern wieder und muss danach doch noch für einige Wochen in die AHB. Da ein Teil meines Körpers beim Dümpeln auf dem Wasser noch absackt, muss ich herausfinden, ob es an der Statik liegt oder an dem Gewicht des Ersatzteillagers ;-).

    Die letzte Woche hat mir unheimlich gut getan und ich habe eine Handvoll Mitstreiter vom September wieder getroffen, es war ein riesiges Hallo auf den Gängen.
    Das tägliche Programm war hart, aber mich hat es enorm weiter gebracht in Sachen Ausdauer und Beweglichkeit. Ich war die Einzige, die längst die Schmerzmittel abgesetzt hat und kassierte dafür ein leicht abfälliges „Du Heldin“. Darum ging es mir aber gar nicht, sondern mir wurde dadurch einfach nur bewusst, wie sorgsam ich aufgrund meiner Alkoholkrankheit auch mit allen anderen Drogen/Medikamenten umgehe. Da wird nichts eingepfiffen, was nicht unbedingt nötig ist.

    Das Hilfreichste für mich in dieser Zeit war jedoch, dass mich ein sehr junger Pfleger halb in den Senkel gestellt hat bei einem Verhaltensrückfall :-).
    Theorie und Praxis klafft ja manchmal auseinander und etwas zu wissen bedeutet nicht automatisch, es auch umsetzen zu können. Ich habe durchaus verstanden, was Andreas mir im letzten Jahr zu diesem Thema gesagt hat, mir fehlte aber dieses Klicken im Kopf.

    Der Pfleger schoss also ins Zimmer, um mein Bett zu machen.
    Ich habe ihn sofort ausgebremst und ihm erklärt, dass ich ja nicht bettlägerig sei und die Arbeit selbst erledigen könne, so hätte er mehr Zeit, sich um andere Patienten zu kümmern, die wirklich auf Hilfe angewiesen wären.
    Ich fühlte mich also so verdammt vernünftig, verständnisvoll, hilfsbereit, genügsam, aufmerksam und ich fand´s gut, dass ich mich nicht einfach bedienen lassen wollte.

    Da schiebt er die Unterlippe vor (ich hätte ein Tablett darauf abstellen können :-)) und murmelt: „Ich fühle mich total überflüssig!“
    Endlich rasselte es in meinem Kopf und wir machten sofort einen Deal, der daraus bestand, dass er seinen Job ganz normal macht und ich einfach die Klappe halte *g*. Hat super funktioniert.
    Im Laufe des Tages setzte bei mir dann noch ein komplizierter Denkvorgang ein und ich dachte an meine Nachbarn. Fast Jeder im Haus hat mir auf die eine oder andere Art seine Hilfe angeboten und ich habe sie nur im absoluten Notfall angenommen, weil ich Niemanden belästigen und herumscheuchen wollte.
    In meinem Kopf war das Bild, dass nun alle erleichtert sind, weil sie sich zu nichts verpflichtet fühlen müssen und meinetwegen keine Arbeit haben oder Zeit aufwenden müssen.
    Das war totaler Bullshit: Sie waren im Gegenteil bereits verschnupft, weil sie sich zurückgewiesen fühlten. Es kamen Sätze wie: „Mehr als anbieten kann ich es nicht!“ (bereits mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck).

    Gestern habe ich wild entschlossen meine Tournee durchs Haus hier gestartet (auch wenn ich mir immer noch etwas dreist vorkam), und die Nachbarn um Hilfe gebeten: Das liebe Ömi wird meine Blumen gießen und sich um meine Post kümmern, eine andere Dame wird mich ins nächste KH fahren und auch wieder abholen.
    Sie strahlten mich an, weil ich meine bisherige Haltung erklären konnte und hatten vollstes Verständnis, waren aber auch erleichtert, weil ich mich nicht mehr so doof anstellte :-).
    Sie haben sich tatsächlich riesig gefreut, dass sie mir helfen können, das hätte ich im Leben nicht vermutet. Ich hatte nette Plaudereien und habe noch nützliche Tipps bekommen, wo man super Radfahren oder schwimmen gehen kann. So gut kenne ich mich hier ja noch nicht aus durch Eigenblockade.
    Ich habe mich mit meinem Verhalten selbst beraubt, das wird mir endlich eine Lehre sein.
    Ich schreibe das jetzt so ausführlich, weil ich genau weiß, dass es vielen anderen Menschen genauso geht wie mir ;-).
    Vielleicht liegt Karsten also gar nicht so falsch, wenn er sagt, dass ich anscheinend für andere Menschen mitdenke und das kann ziemlich nach hinten losgehen ;-). Ich werde mir einen Gaul suchen, dem ich einen Teil meines Hirnens übertragen kann ;-), ganz abstellen kann und will ich es nicht ;-).

    Heute ist noch genug zu tun und vorzubereiten, aber ich werde auch zum ersten Mal seit Monaten wieder in mein Auto steigen und ganz easy Dinge erledigen können, die mich sonst irre viel Zeit und Kraft gekostet haben. Das Mieder bleibt mir stundenweise erhalten, damit kann ich leben und die Couch meide ich noch, denn mein Freund – der Gartenstuhl – macht immer noch den besten Job ;-).

    Dir wünsche ich einen schönen Start in die Woche.

    Liebe Grüße
    Katha

    Guten Morgen Karsten,

    Du hast es erfasst: Ich schreibe für alle Menschen, denn ich sitze hier nicht in meinem privaten Kämmerlein und malträtiere einen Einzelnen mit meinen dollen Ideen, this is WWW :-). So ist es entweder zu allgemein gehalten, komplett bekloppt oder globales Denken ;-).

    Hier verwurste ich jedenfalls sämtliche Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich selbst gemacht resp. gewonnen habe und Jeder kann für sich entscheiden, ob er davon etwas für sich herausziehen kann oder nicht.
    Ich schreibe auf diese Art, weil in meinen Augen Verständnis und/oder Akzeptanz sehr oft der Schlüssel ist zu notwendigen Veränderungen beim Einzelnen, gleichgültig von welcher Fakultät er ist.

    Mach´Dir mal keinen Kopf, dass wir eventuell aneinander vorbei schreiben könnten, den Rest meines Beitrags habe ich hintergeschmissen, weil es mir ein Bedürfnis war und die Gelegenheit war grad so günstig ;-).

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Karsten,

    selbstverständlich ohne Angriff :D: In einer SHG ist kein Platz für Animositäten und mir persönlich ist es da völlig wurscht, ob ich Jemanden leiden kann oder nicht.

    Was es mit mir macht? Es macht mir ein saugutes Gefühl natürlich ;-).
    Es nennt sich Loyalität.
    Ich persönlich habe gar nicht das Gefühl, das ich nun auffallend oft für Andere schreibe, aber ich prüfe das gern noch einmal nach.
    Im realen Leben ist das Ganze sehr viel einfacher, denn da frage ich einfach nach.
    Kannst Du dir aber hier vorstellen, dass ich meine 97 Fragen als Katalog in einem Thread abstelle und auf Antworten warte? ;)
    So formuliere ich abkürzend mit: „.. ich könnte mir vorstellen, etc.. „
    Ganz klar ist allerdings eines: Ich habe immer das Bedürfnis, Anderen den Rücken zu stärken, wenn sich die Meute auf sie stürzt ;-).
    Selbst wenn ich mich der allgemeinen Meinung anschließe, liegt mir viel daran, Wogen durch Sachlichkeit oder Erläuterungen zu glätten.
    Ich erlebe einfach immer noch zu oft, dass es Menschen sehr belastet, wenn sie sich allein gelassen fühlen. Da springe ich los, überwiegend sind die Menschen erst einmal erleichtert und können sich hinterher in Ruhe allein weiter entwickeln ;-).
    Das ist eine meiner unerquicklichen Eigenarten, die ich wohl auch in diesem Jahrhundert nicht aus mir herausgepopelt bekomme :D und so nehme ich gelassen hin, was ich anscheinend nicht ändern kann ;)

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Hartmut,

    nee, reicht nicht :-). Ich bin immer noch tiefenentspannt und würde mich trotzdem angegriffen fühlen an Emma´s Stelle.

    Wehren, erklären oder auseinander setzen?
    Wenn ich den in unseren Breitengraden üblichen oder „normalen“ Umgang mit Alkohol pflege, brennt mir zunächst ja mal nichts an.
    Trotzdem kann ich jedem – wirklich jedem! Menschen nur empfehlen, sich ab und zu mal mit dem eigenen Alkoholkonsum auseinander zu setzen, denn Alkoholsucht schleicht sich ein.
    Es gilt aber in meinen Augen für alle Bereiche, ein gesundes Maß zu finden, auch beim Sport, im Job, beim Essen, etc.

    Als Co-Abhängige wird doch automatisch mein Bewusstsein geschärft für die Krankheit und dies ist eine gute Gelegenheit, sich die eigenen Gewohnheiten zu begucken.
    Nun muss auch nicht jede/r Co abstinent leben, das bleibt ihm schließlich selbst überlassen.
    Ich will hier nun nicht auch noch Interpretationen reinpfeffern, davon haben wir schon viel zuviel, aber ich hatte eher den Eindruck, dass die Bezeichnung „trinkende Co“ zu Missverständnissen geführt hat und sich in erster Linie dagegen gewehrt wurde, als „süchtig“ bezeichnet zu werden, was ja so nicht passiert ist.
    Du hast allerdings auch geschrieben, dass nur der Gesunde sich keine Gedanken über seinen Alkoholkonsum macht und das sehe ich anders, wie oben bereits angeführt.

    Ich halte auch absolut nichts davon, kontrolliertes Trinken zu propagieren, einfach aus dem Grund, weil ich noch nie erlebt habe, dass es auch nur ein Mensch für längere Zeit umsetzen konnte.
    Dass Du dich übergangen gefühlt hast, kann ich nachvollziehen, nur ist der Co nicht zwangsweise abhängig und kann nicht wirklich einen Bezug haben zum Alkoholismus. Nur der Süchtige wird den Süchtigen verstehen können. Aus diesem Grund wünsche ich mir ein Miteinander unter allen betroffenen Gruppen.
    Co´s und EKA´s könnten verstehen, dass Niemand „schuld“ ist, denn es handelt sich um eine Krankheit. Der Alkoholiker kann endlich versuchen, sich in den Partner, die eigenen Kinder zu versetzen, um das Ausmaß des Leidens zu verstehen.
    Co´s würden vielleicht auch endlich verstehen, dass Abstinenz nur die Basis ist, der Anfang, damit der Alkoholiker Veränderungen auch umsetzen kann. Es geht ja keiner aus lauter Jux und Dollerei Monatelang in Therapie.
    Und natürlich ist der Ton unter den Alkoholikern härter, weil´s da erst einmal nur um „Technik“ geht, nämlich abstinent zu leben. Das ist eindeutig und klar.
    Dass Süchtige aber oft denselben Packen mitschleppen, unter dem Co´s leiden, ist den meisten Menschen oft nicht bewusst, aber für mich bedeutet es doppelt soviel Arbeit.
    Wenn wir mit allem durch sind ;-), wird Jeder den Anderen vielleicht nicht verstehen können, aber doch gewisse „Richtlinien“ einfach akzeptieren und dann wird auch keine Aufzählung mehr erfolgen, die Betroffene „triggern“ könnten und wir könnten uns gegenseitig unterstützen.
    Sehr viel schwieriger ist es bei EKA´s. Ist es überhaupt möglich, sie nicht versehentlich zu triggern, denn ihre Probleme umfassen oft alle Lebensbereiche und sind somit nicht so klar definiert wie bei Alkoholikern und anderen Suchtkranken.

    Dir auch einen schönen Restsonntag.

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Emma,

    Deinen Kommentar gestern habe ich auch gelesen und hatte Dir dazu etwas geschrieben, aber Hartmutter ;) ist mir mit dem Löschen zuvor gekommen.

    In meinen Augen ist es vollkommen natürlich, wenn sich der/die nicht-abhängige Partner/in Gedanken über seinen eigenen Alkoholkonsum macht und nicht zwangsläufig ein Zeichen für Abhängigkeit. Man hat sich schließlich durch den Partner bewusst mit der Krankheit auseinander gesetzt. Deine Ausführungen hierzu konnte ich nachvollziehen und sie klangen auf den ersten Blick ganz vernünftig.
    Dann kam ich für mich persönlich zu dem Schluss, dass ich den Alkohol lieber ganz weglassen würde, weil es mir zu anstrengend wäre, mich ständig selbst zu überprüfen und mir quasi mehrere Auflagen zu erteilen vor eventuellem Konsum.

    Zuletzt fiel mir dann noch ein, dass ein Forum für Alkoholkranke und Angehörige wohl nicht der richtige Ort ist, um als Nicht-Süchtige/r den eigenen Alkoholkonsum zu analysieren.
    Das sind meine ausschließlich sachlichen Überlegungen dazu.

    @ Hartmut: Natürlich hast Du Emma mehr als indirekt als trinkende Co bezeichnet durch den Bezug zu dem „Post von gestern“.

    @ äh.. Beide :-): Trinkende Co(Abhängige, Plural) bedeutet nicht zwangsläufig „abhängig trinkende“ Co´s und bezeichnet dadurch erstmal nur, dass der/die Co nicht abstinent lebt. Nicht mehr, nicht weniger und deshalb hat Hartmut Dich auch nicht als süchtig eingestuft, Emma.

    @ Hartmut: Was ist daran bemerkenswert, dass Emma auf diesen Zug aufspringt? Der Zusammenhang springt ja nun Jedem - selbst ungewollt - mitten ins Gesicht, Du hast ihn höchstpersönlich hergestellt.

    Ich finde es schade, Emma, dass Du das Forum verlassen möchtest. Vielleicht magst Du das Ganze noch mal sacken lassen.
    Wie Du dich auch entscheidest, ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend und eine gute Zeit.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Guten Morgen Estadox,

    das klingt ja schon ganz anders :-). Manche von uns müssen wirklich immer wieder sämtliche Grenzen überschreiten, bis sie endlich von Anderen ausgezählt werden. Es ist kein Leben mehr, wenn wir abhängig trinken müssen, weder für uns noch für unsere Partner oder Angehörigen.

    Ich denke, Du kannst aufhören zu hoffen. Du hast das Ruder in der Hand, Du bestimmst, wo es lang geht – vertraue Dir selbst und lass Dich nicht weiter beherrschen.
    Wir haben immer mindestens zwei Möglichkeiten: Wir können uns in den Ecken herumdrücken, verschämt Menschen unseres Vertrauens eingestehen, dass wir Alkoholiker sind und uns den Rest unseres Lebens bedauern, weil wir uns quasi selbst eine Fluchtmöglichkeit genommen haben und nun nicht mehr trinken „dürfen“. Davon halte ich persönlich ja gar nichts ;-).
    Wir können uns aber auch gerade machen, etwas für uns tun, für den Kopf, die Seele und den Körper und uns all die Vorteile bewusst machen, die es hat, wenn wir nicht abhängig trinken müssen.
    Ich erinnere mich z.B. mit Schaudern an stundenlange Diskussionen an Wochenenden, wo krampfhaft überlegt wurde, wer nun mit Kutschieren dran ist, damit der Rest sich volllaufen lassen kann. Das artete teilweise direkt in Zickereien und Streit aus. Heute setze ich mich in mein Auto, fahre, wohin ich will und kann vor allem jederzeit wieder fahren, wenn es mir nicht mehr gefällt. Das ist für mich ein Stück Freiheit.
    Hat man keine körperlichen Schäden davongetragen, fühlt man sich nach spätestens 14 Tagen um ein Vielfaches besser. Dies wirkt sich natürlich auch auf das Selbstbewusstsein aus – das hast Du bei Deiner Trinkpause sicherlich selbst bereits bemerkt.

    Ein Freund moserte neulich herum wegen all der trockenen Alkoholiker, die dauernd davon faseln, was für ein schönes Leben sie jetzt hätten, nur weil sie mit dem Trinken aufhören konnten. Ich musste zwar schmunzeln, weil er teilweise recht hat: Ein schönes Leben bekommst Du nicht automatisch serviert, wenn Du abstinent lebst, dafür muss jeder Mensch etwas tun, ob er suchtkrank ist oder nicht, aber ich habe ihn auch gefragt, ob er sich nicht bereits besser fühlt, wenn das Zittern der Hände, der glasige Blick, das aufgedunsene Gesicht, das Trockenkot*en, etc. wegfällt und er sich nicht mehr notfallmäßig ins Krankenhaus einliefern lassen muss, weil ihm seine Bauchspeicheldrüse um die Ohren fliegt.
    Als Antwort kam: „Na ja, schon…, aber…“
    Da lehne ich mich zurück und warte geduldig weiter, bis er sich vielleicht doch noch mal für das Leben entscheidet, aber ich spare mir die Puste und zähle ihm nicht weiterhin die Vorteile auf.

    Genauso wenig würde ich Dich „zerreißen“ wollen wegen Deiner Eigenmedikation, denn ich bin nicht für Dich verantwortlich.
    Ich kann nur für mich sprechen: Ich weiß, was Alkohol in Verbindung mit Psychopharmaka anrichten kann, denn ich habe es oft genug bei Anderen gesehen.
    Mir ist bewusst, dass selbst Ärzte und Fachkräfte oft erstaunlich wenig wissen über die Alkoholkrankheit und die Gefahren des kalten Entzuges und würde da gar nichts riskieren, auch wenn Jemand sagt, dass er das Ganze bereits 27 Mal erfolgreich durchgezogen hat. Beim 28. Mal setzt vielleicht seine Atmung aus und er stirbt. In meinen Augen ein lächerlicher Tod, der vermeidbar wäre. Ich mache den kontrollierten Entzug ja schließlich, um zu leben, für die Alternative müsste ich mich vorher nicht so quälen.
    Für mich war es zudem unglaublich wichtig, anderen Menschen im realen Leben mitzuteilen (mitteilen, nicht bekennen, zugeben, gestehen, sich outen, etc.), dass ich Alkoholikerin bin, damit ich mir selbst diese Tatsache bewusst machen kann. Das war für mich der schwierigste Schritt, da ich mich zunächst geschämt habe, weil ich nicht allein aus der Sucht aussteigen konnte.
    Vom Arzt benötigte ich medizinische Hilfe, Freunden wollte ich mich anvertrauen und in den SHG´s habe ich erfahren dürfen, dass viele Menschen betroffen sind, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf. Ich war mit meinem Problem nicht allein und konnte mich dann an die Arbeit machen, anstatt mich mit irgendwelchen Ängsten oder dem Schamgefühl herumschlagen zu müssen. Dieser Schritt hat mir mehr weitergeholfen als alles Andere, denn versteckt hatte ich mich vorher zur Genüge mit meinem Problem.

    Ich sehe den Alkohol auch nicht als Feind an. Zuverlässig und immer griffbereit hat er mich auf meinen eigenen Planeten gebeamt. Nur habe ich ihn letztendlich missbraucht und dafür forderte er Teile meines Körpers, meines Geistes und meiner Seele, meine Würde und mein Selbst-Bewusstsein wollte er ganz. Ich bin nicht mehr bereit, diesen Preis zu zahlen und mich zu einem selbstmitleidigen Jammerlappen degradieren zu lassen.
    Nun muss man wieder mit mir rechnen, kann aber auf mich auch zählen und handzahmes Schäfchen, das aus lauter Schuldbewusstsein brav hinterher trabt und sich auf platteste Art manipulieren lässt, war gestern.
    Abstinenz ist nur der Anfang, dann kommt erst der Brocken Arbeit, aber es lohnt sich, versprochen ;-). Das einzig Schöne an unserer Krankheit ist ja, dass wir sie selbst stoppen können.

    Dir einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Katha