Hallo Contemplation,
danke für deine Antwort.Dann kennst du ja quasi beide Seiten,die des Alkoholikers und die des Co's.Wie fühlst du dich heute nach 10 Monaten Trockenheit?Ist der Gedanke was trinken zu willen immer noch präsent?Ist es immer noch so hart,oder wird es jetzt nach 10 Monaten besser?Ich möchte mich auch gern versuchen in die andere Seite reinzufühlen,die des Alkoholikers.
Es ist gefühlsmässig wirklich ein auf und ab bei mir.Zwei Tage fühle ich mich gut und denke ich packe es und dann kommt ein Tag,wo ich so sehr vermisse und wieder am grübeln bin,mir über ihn und um seinen Kram nen Kopf mache.Dann seh ich die echt schönen Seiten unserer Beziehung,die Vertrautheit,die ja trotz allem da war,das gemeinsame kochen,zusammen einschlafen,zusammen wach werden,wenn wir zu Hause wie kleine Kinder rumgebalgt und uns verlacht haben,unsere Urlaube,Familienfeste,Gespräche,die wir auch manchmal sehr gut führen konnten. Ja,auch das ist mein Partner und dann tuts richtig weh und ich wür am liebsten zurück und sagen komm,wir schaffen das zusammen.
Dann muss ich mir leider vor Augen halten und mich auch dazu zwingen an die Dinge zu denken,was unter Alkoholeinfluss passiert ist,wie lange Alkohol schon präsent ist,wie viele Tränen ich geweint habe,wieviele Nächte nicht geschlafen,gebittelt und gebettelt hab endlich was zu tun.An die Demütigungen,Restpektlosigkeit,Handgreiflichkeiten,Lügen,Unzuverlässigkeit,leere Versprechnungen,wie er seine Familie und mich immer wieder enttäuscht hat und noch einiges mehr,damit ich nicht einbreche und durchhalte und dass der Alkohol immer noch präsent ist und ich ja nicht genau weiss,was noch.
Weisst du Contemplation ich hab ihm gesagt,dass für mich Worte nicht mehr zählen,nur noch Taten.Er sagt er liebt mich noch.Was ist oder wird wichtiger für ihn sein?
Ich denke er denkt so wie du,dass er mit Alkohol klar kommt und hat wohl auch schon diese Dinge probiert wie nur 1X die Woche oder am WE.
Aber ich weiss,dass sowas auf Dauer nicht funktioniert und er muss ja schliesslich MPU machen.Letztes Jahr August war er einmal mit mir beim Arzt und hat sich Blut holen lassen,um den CDT-Wert bestimmen zu lassen.Seitdem nichts mehr.
Du schreibst ja,dass du dich auch gerade auf die MPU vorbereitest?Was musst du dafür alles tun?Blutwerte als Abstinenznachweise?Wie sieht das eigentlich aus,wenn er wirklich noch andere Drogen konsumiert.jedoch nur wegen Alkohol der Führerschein weg ist.Wird das automatisch auch untersucht oder wie ist das?
Weiterhin versuche ich mir nicht so viele Schuldgefühle einzureden oder ein schlechtes Gewissen zu haben,weil ich ihm jetzt nach so langer Zeit gesagt hab,dass er Entzug machen soll,bevor wir uns wieder über ne Beziehung unterhalten.Es kann ihm vielleicht sogar helfen,wenn ich das durchhalte,zumal seine Mutter ihm dasselbe gesagt hat und genau so leidet und ich hoffe,dass die das auch durchhält,denn an seiner Mutter hängt er sehr!!!Kann,muss nicht!
Ich bin an meinen Tiefpunkt gekommen,als er vor 2 Jahren im November Auto fur,wieder betrunken und ohne Führerschein,da hatte es mich ganz gefetzt.Wir waren gerade ganz frisch umgezogen,ich hatte ne Fehlgeburt hinter mir und wir mussten danach wieder umziehen,weil die Verbindungen so schlecht waren für Busse etc.Ich hab nicht mehr geschlafen,Angstzustände,viel abgenommen und nach aussen hab ich trotzdem irgendwie noch funktioniert.Heute frage ich mich,wie ich das teilweise alles geschafft und gemacht habe?Und trotzdem hats noch fast 1 Jahr gedauert bis ich mich entschloss zum Therapeuten zu gehen,wo ich wieder kurz vor nem Burnout war und sehr,sehr nervös
Und das bereue ich bis heute nicht,dort wurde mir klar,dass ich nicht verrückt bin,nicht übertreibe,dass das alles nicht normal ist und war und es tat mir einfach nur gut drauf loszureden und mir meinen Kummer und meinen Schmerz von der Seele zu reden.Mir wurde dadurch auch bewusst,dass ich meinem Freund zwar oft Konsequenzen angekündigt hatte,diese aber dann nicht oder nur halbherzig durchgezogen habe. Für ihn war das in dem Moment ein "Freifahrtsschein" von wegen die macht eh nicht ernst und in 3 oder 4 Tagen hat sie sich wieder beruhigt und alles ist vergessen.
Ich glaube,dass solange man trinkt,man sich nicht wirklich im Klaren darüber ist oder es wirklich nachempfinden und fühlen kann, wie sehr man den Menschen weh tut,die man liebt.Ich hab mal gelesen,dass gerade beim Alkoholismus die Menschen am meisten leiden und abbekommen,die der Süchtige eigentlich über alles liebt.Gibst du mir da Recht?
Ich laber dich ganz schön zu,was?Sorry
Lieben Gruss
Cocomel