Beiträge von dorothea

    hallo 9 leben

    die gründe zum trinken sind ja vielfältig, von party bis frust is da ja alles möglich. meine beobachtung geht aber dahin das die menschen an der flasche hängen bleiben die im grunde ihrers herzens sehr feinfühlig sind. für mich war es ein mittel die einsamkeit, die anfeindungen des lebens nicht so sehr zu spüren. am anfang, später bin ich in selbstmitleid versunken wenn ich zu war. ich denke das es hier auch bei so manchem ein stück resignation vor dem leben ist. das sie keine lust auf den kampf da draußen haben und sich in ihren rausch zurückziehen um nichts fühlen zu müssen. ich denke nicht das es unbedingt was mit den kognitiven fähigkeiten zu tun hat. wenn das allein ausschlaggebend wäre würden ja sicherlich in gebildeten schichten deutlich weniger trinken als in ungebildeten, dem ist ja nicht so. von den leuten mit denen ich als junge frau gesoffen habe ist keiner süchtig geworden außer mir und die mengen waren doch ziemlich gleich. warum das so ist weiß auch niemand genau. ab einem gewissen punkt ist dann sicherlich kein rückweg mehr möglich, nur bis dahin dauert es ja. aber wir gesagt. wer am leben verzweifelt will eben nicht umdrehen, die gründe dafür können ebenfalls so vielfältig sein wie es die menschen nun mal sind. da wirst du einfach keinen punkt finden an dem du irgendwie was festmachen kannst.

    das du einen anderen blickwinkel hast ist schon mal ein guter anfang. allerdings würde ich dir raten fürs erste alles zu meiden wo getrunken wird. es ist schwer, es vertieft erst mal das gefühl der einsamkeit, keine frage, aber es hält dich eben auch auf abstand zum sprit. denn es ist einfach eine erfahrung das die aller meisten dann irgendwann eben doch wieder zugreifen und alle vorsätze über bord werfen um dann am nächsten tag die sebstwertkriese ihres lebens zu haben und dann evtl aus scham alles kippen weils ja eh schon wurscht ist. irgendwann kannst du da wieder teilnehmen wenn du es dann willst. es gibt bei mir durchaus feiern zu denen ich gehe wo ander auch trinken und mir macht es nichts aus. aber es gibt örtlichkeiten aus meiner vergangenheit wo ich heute noch ein mulmiges gefühl habe. is schwierig zu beschreiben.

    der punkt ist, am anfang aus selbstschutz auf abstand zum alkohol und trinkenden menschen. du mußt erst verschiedene dinge lernen. zb was dich triggert, wo überall alk drin ist, wie du mit schweren situationen klar kommst ohne zu trinken. der druck wird sicher erst mal ansteigen. denk mal drüber nach, es geht um dein leben da ist ein jahr partypause das kleinere übel. da ist dann in der regel die erste leichtsinnige phase überstanden man hat sich in seiner trockenheit eingerichtet und vieles gelernt. meistens ist dann auch der freundeskreis überarbeitet und hat freunde die eher nichts trinken. hört sich jetzt wahrscheinlich alles utopisch an ist aber doch fast immer so. es ist wirklich wichtig zwischne dir und der flasche einen größtmöglichen abstand zu halten.

    moin itak

    du hast beschlossen in deinem leben einen gravierenden cut zu machen. der verlangt erstmal deine ganze aufmerksamkeit. das ist völlig normal. du wirst demnächst auch feststellen wie und wo überall für alk geworben wird, wie selbstverständlich in vielen filmen gesoffen wird- dinge die einem so überhaupt nicht auffallen. aber das ist normal. wenn man selbst oder eine nahestehende frau schwanger ist sieht man ja auch überall schwangere. wenn man sie ein neues auto zulegen will überall neuwagen. das ist einfach so, das hirn filtert nach interessen die grade anstehen. das ist aber eben auch gut damit du die infos auch findest die dich grade weiter bringen.

    ich bin mit dem outen recht offen umgegangen, ich habe mir jetzt kein schild umgehangen aber ich habe es eben auch nicht verheimlicht wenn es ins gespräch gepasst hat. direkt gesagt habe ich es menschen mit denen ich ständig und viel zu tun hatte. kollegen zb die schon mal mit nem kuchen der alk enthält um die ecke kommen. ich hatte keine lust auf ausreden. aber das kann auch schief gehen wenn man menschen um sich hat die einem einen strick draus drehen wollen. und a-löcher gibt es ja nun mal überall. das mußt du für dich abwägen womit du besser umgehen kannst. es hat beides seine vor und nachteile. das die familie im bilde ist ist wichtig, beim rest überlege in ruhe wie du es halten willst.

    moin

    nr 7 hat schon 2 zähne, nr 6 geht nu auch in kindergarten. die zeit rast, je älter man wird des do schneller gehts. der winter is so bischen um der frühling so bischen da oder auch nicht, irgendwie wie ein stotternder motor der nicht anspringen will. bin ja echt gespannt was kommt, erst mal wieder paar tage kalt. hab überlegt ob ich im schrebergarten schon mal was anfangen soll aber wenn es immer wieder friert ist das auch irgendwie sinnfrei. bin eben aber auch nicht wirklich fitt. gestern hab ich im garten hinterm haus bischen ordnung gemacht, so paar sachen die im herbst stehen geblieben sind zurück geschnitten. wetter war hier ja herrlich. aber das hab ich am abend dann gemerkt, irgendwie tut mir die nackenmuskatur weh so als wenn ich zug bekommen hätte. da muß nächste woche meine frau thai ran.

    ich will schon die ganze woche hoch in wald nach kräutern gucken aber ständig kommt was dazwischen. bin sicher das an einer bestimmten geschützten stelle der bärlauch schon groß genug zum sammeln ist. son paar spitzen reichen, getoastetes graubrot mit etwas butter oder quark und da dann bärlauch. da kann ich kein ende finden. meine mittlere tochter will mich nachher holen wenn sie mit nr 6 vom kindergarten kommt und wir wollen dann mal auf die pirsch gehen, hoffe das klappt noch, zieht sich ganz schön zu und wenns regnet muß ich nicht im wald rumfallen.

    schwiegertochter hat grad angerufen, nr 3 und 4 liegen auch lang und haben fieber, scheint wieder rumzugehen, sie braucht kampfer, werde ich meiner tochter nachher mitgeben, die zwei wohnen ja in sich gegenüber liegenden häusern. hase hat aber auch kopfschmerzen und kratzigen hals, naja, sauna und kampferräucherung sowie kräutertee sollten da schnelle abhilfe schaffen. feuer hab ich auch schon gemacht, ist heute draußen ekeling, kein vergleich mit gestern, da macht es auch absolut keinen spaß was im garten zu machen. aber ich habe ja noch stoff liegen für eine jacke und einen rock. is ja nicht so als wenn mir jemals langweilig werden würde. meinen kindern und enkel fällt immer noch was ein wozu ich beitragen kann.

    moin erna

    der gedanke den du da grade hast wurde von anderen an mich ran getragen, der kam nicht von mir, aber ich habe mich damit auseinander gesetzt. ich habe über viele wenns und abers diesbezüglich nachgedacht. nur was genau geht mir denn ab ohne alk? sonderlich geschmackvoll ist das zeug nicht, also für mich nicht, es ging immer nur um die wirkung. und irgendwo komatös rumliegen finde ich nu auch nicht so erstrebenswert. was hatte der alk also als positive wirkung die ich vermissen würde. ich hatte mehr mut auf andere zuzugehen, hab ich mittlerweile gelernt ohne alk leute anzuquatschen, ich habe auch nüchtern ein besseres urteilsvermögen ob es gescheit ist das gegenüber überhaupt anzusprechen. ich hab auch keine hemmungen mehr allein auf die tanzfläche zu gehen wenn mir danach ist, ich kriege es auch hin mich zum horst zu machen wenn ich da lust zu habe. und das schöne dabei. es ist absicht und ich kann noch tage später drüber lachen statt mich verkriechen zu wollen.

    also wo genau fehlt mir was? das problem in unserer gesellschaft ist das alk zur normalität geworden ist. das synonym für feiern. saufgelage und feiern sind verschmolzen. das muß aus unseren köpfen raus. wir haben hier tolle partys ohne alk. die dauern in der regel deutlich länger und alle sind gut drauf und haben am nächsten tag keinen kater. keine vollgekotzen klos, keine brandlöcher im sofa, jeder weiß über was man sich unterhalten hat. tolle gespräche. mir ist es mittlerweile völlig egal geworden ob ich jetzt wieder trinken könnte oder nicht. selbst wenn dem so wäre würde ich es nicht tun. ich schätze die freiheit die ich durch die nüchternheit habe. ich kann jeder zeit ins auto springen und irgend wo hin fahren. ich bin jederzeit klar und kann auf alles angemessen reagieren. ich wüßte wirklich nichts was der alk zu bieten hat das einen tasch wert wäre. mir geht es ohne schlicht sau gut.

    moin erna

    ja es ist wichtig hier am ball zu bleiben, keine frage. aber es ist auch völlig ok wenn man sich mal paar tage in sich zurück zieht um nachzudenken, du hast ja durch deine grübelei jetzt die erkenntniss gewonnen das du die gruppe brauchst. also war die zeit nicht sinnlos vertan. wir haben alle mal phasen wo wir uns hier zurück ziehen. ich war mal 2 oder 3 jahre nicht hier weil mir im privaten einfach zuviel um die ohren flog. gut da war ich dann aber auch schon etliches über 10 jahre trocken und ich in der lage das ohne rückfall abzuarbeiten.

    was ich aber sagen will, es ist ok sich mal raus zu ziehen, um das zu verarbeiten was man an tipps und hinweisen bekommen hat. um zu sehen wie es sich im realen leben grade ohne alk anfühlt. um einfach auch mal ne denkpause zu machen. wichtig ist halt nur immer wieder hier her zu kommen um seine trockenheit nie aus den augen zu verlieren. am anfang sollte es natürlich nicht so lange sein. aber das hast du ja bereits selbst erkannt.

    hm, das liebe selbstwertgefühl. ich weiß genau was du meinst. ich hab auch ne ganze weile gebraucht bis ich mich getraut haben auch ohne alk so offen zu sein wie ich es mit war. aber im grunde ist es doch so, du kannst es, denn es hat doch geklappt wenn du dir mut angetrunken hast, da konntest du auf andere zugehen. ergo kannst du es schon mal grundsätzlich und du wirst auch akzeptiert, nun mußt du nur noch deinem inneren schweinehund mal den maulkorb umbinden und dich auch nüchtern trauen. und glaube mir, das funktioniert sogar viel besser weil du dich nie fragen mußt "hab ich mich daneben benommen" denn du weißt was du gemacht hast. wer dir was am zeug flicken will wird einen grund finden, solche menschen gibt es nun mal. ich sag immer selbst bei jesus haben sie was gefunden und wer bin ich schon.

    gib dir etwas zeit, durch dieses loch sind wir alle, die alten kumpane sind weg, die neuen noch nicht gefunden. mach dir klar das du bald menschen treffen wirst die ohne saufen spaß haben und einen klönschnack bei ner tasse tee toll finden. die gibt es haufenweise und man trifft sie überall. nur mut.

    moin erna

    fangen wir damit an das du siehst das da was nagt. gefahr erkannt gefahr gebannt heißt es so schön. jaein in unserem fall nicht unbedingt, aber sie ist klar verringert. und das du drüber redest ist der nächste schritt die gefahr zu minimieren.

    der tiefpunkt nichts mit anderen oder draußen unternehmen zu wollen ist eben eine mischung aus der sorge vor verführung und dem wenig einladenden wetter da draußen. mich lockt grade auch nichts raus. ich friere ständig und wenn ich frau hund nicht hätte wäre ich an manchen tage gar nicht draußen. und das hat bei mir grad nichts mit rückfallgefahr zu tun sondern einfach nur mit dem ekelwetter.

    guck doch mal in die hobbyecke, da sind so viele kreative ideen die einem die zeit prima vertreiben und für ein gutes gefühl sorgen. womöglich ist da ja was für dich dabei oder bringt dich auf ganz andere ideen. es gibt vieles was man anfangen kann. ich male, stricke oder mache modeschmuck. irgend was findet sich immer. überlege mal ob es für dich da was gibt was dir gefallen könnte und probier dich aus. es ist wichtig die zeit nicht mit grübeln ewig zu ziehen. lange weile bringt einen nur auf blöde ideen. nimm dir mal zeit für dich, und finde etwas das du die gewonnene zeit richtig genießen kannst. es kann ja auch ein vollbad mit gesichtsmaske und sonstigem wellness sein.

    doro

    mal bischen staub wischen hier.

    das leben plätschert so dahin. nr 7, mal wieder ein junge (5:2) ist am 31.8 geboren und nu schon 3 monate alt. die zeit rennt.

    ich renn mit. dieses jahr war ein absolutes obstjahr. meine mama ist vor 2 jahren gestorben, ich habe ihren schrebergarten übernommen. der gehörte zu aller erst als diese anlange entstand meinen großeltern, als die nicht mehr konnten hat den mein onkel übernommen, als der plötzlich tot umfiel hat ihn dann mama genommen. ich wollte ihn erst abgeben, ist ja doch ein haufen arbeit und ich bin körperlich doch auch angeschlagen. nur, ich hab da laufen gelernt, ich bin ganz schön rumgeeiert, aber mein partner und meine kinder haben zugesagt mit anzufassen, und es ist ja auch für sie ein ort wo man mal ruhe finden kann, also behalten. aber arbeit ohne ende. die gebäude sehr vernachlässigt, mama war das egal, sie hat da nie was gesagt, ich habe gearbeitet und selten in ihren garten geguckt, bei regen schon gar nicht, marode dächer sind also nicht aufgefallen.

    so sah es bei vielem aus, mama brauchte zum schluß auch selbst pflege, da ist der garten auf der strecke geblieben. wir haben ihn jetzt in den 2 jahren wieder ganz gut auf reihe. klar sind noch paar sachen die anders müssen, aber man hat ja nicht den ganzen tag nur für den garten zeit. aber obst hab ich dieses jahr geerntet, eingefrohren, eingekocht, entsaftet, marmelade. war viel arbeit aber die hat echt spaß gemacht und wenn ich jetzt ein glas kompott auf mache weiß ich ganz sicher das da ausschließlich obst drin ist. und das schmeckt man auch, kein zucker keine 100 E´s farb und sonstwas stoffe.

    ein großes beet hab ich mir gleich für meine heilpflanzen und küchenkräuter einkassiert. alant, beinwell habichtskraut usw. daneben kerbel petersilie basilikum usw. am schönsten ist es wenn die kinder mit helfen und die enkel staunen was sie alles zu essen finden. letztens waren pellkratoffeln mit kräuterquark geplant. ich nehm die grabegabel und meine 2 jährige enkelin, komm wir gehen kartoffeln holen. ihr gesicht war klasse, so "oma?? mit der schippe einkaufen???" am beet der erste stich förderte gleich eine sehr große kartoffel ans licht, die lütte kriegte ganz große augen, rief im nächsten atemzug, "poffeln" und fing dann gleich an wie ein kleiner maulwurf in der erde nach weiteren zu suchen. unnötig zu sagen das sie kartoffeln liebt.

    das sind momente die sich ins gedächtniss graben. momente die ich nur erleben darf weil ich vor 21 jahren eine klare entscheidung getroffen habe. ich such mir hilfe. die erinnerungen an diese schwere zeit verblassen langsam, dinge verschmelzen überlagern sich, werden unscharf. vieles ist nicht mehr so wichtig. ich habe mich in meiner trockenheit eingerichtet, kenne meine trigger, weiß akkurat wo ich 2 mal hingucken muß. das ist irgendwie das gleiche wenn man lange und viel auto fährt, da nimmt man auch nicht mehr jedes schild ganz bewußt war, das läuft so nebenher. man siehts und befolgt es ohne es bewußt wahr zu nehmen. es braucht einfach kein großes nachdenken mehr, man geht damit richtig um.

    ich wünsche allen einen schöne vorweihnachtszeit, und jedem der das liest und sich nicht sicher ist ob er den weg schafft möchte ich sagen, fang an, wenn du es wirklich willst schaffst du es. grade jetzt, wer im bei schnee den führerschein macht muß den sommer nicht fürchten.

    hallo dagmar

    ob du es glaubst oder nicht, die meisten menschen haben irgend welche süchte, zigaretten süßigkeiten sport filme es ist völlig wurscht, einen raucher frag ich wie er sich ohne kippen fühlt, einen sportler wie er sich fühlt wenn er nicht täglich ins studio darf, das sind dinge die sie triggern, und wenn das auch nur so eine leichte ahnung davon gibt wie es sich anfühlt kommt doch bei sehr vielen das verstehen. es sei denn sie sind selbst schon so tief drin das sie es verweigern um nicht ihre sucht sehen zu müssen.

    aber darum geht es in der hauptsache überhaupt nicht. es geht darum vorurteile abzubauen. es geht darum klar zu machen das jeder in die sucht gehen kann. wer mich kennen lernt der muß sehr schnell verstehen das das argument willensschwäche das letzte ist was bei mir zieht. auch alle anderen vorurteile prallen an mir ab. ich stehe dafür das man lange jahre ohne alkohol glücklich und zufrieden leben kann, das man ein geschäft gut führen kann, das man eine gute mutter sein kann, was immer da so kommt. mir kann keiner was am zeug flicken, daher kann ich eben auch dazu stehen und leuten mut machen sich hilfe zu suchen, oder mal über den konsum nachzudenken wenn das kind noch nicht im brunnen ist. mich nimmt man ernst weil ich meine frau stehe. ich muß nichts verheimlichen, beschönigen, verschleiern.

    wo ich jetzt stehe mußte ich aber erst mal hinkommen, das hat etliche jahre gedauert, das geht nicht von jetzt auf gleich, natürlich nicht. nehmt es als ansporn, das wissen das es geht, du kannst alles schaffen was du willst. du mußt nur anfangen darauf hin zu arbeiten. und nie aufhören zu wollen. sobald du mußt geht es schief, das ist der wichtgste unterschied.

    moin dagmar

    jo bei rückfall ist das publikum immer schnell mit dummen gelaber, haben halt keine ahnung wie es sich anfühlt, deswegen müssen wir ja auch hier zusammen kommen und uns austauschen.

    ist wie beim fußball, auf dem sofa haben wir millionen von spitzenstürmern und torwarten die alle wissen wie man es hätte machen sollen. die darf man schlicht nicht ernst nehmen, aber sie bereiten einem ja trotzdem den weg durch die hölle.

    die spinner muß man aussperren und mit menschen reden die wissen wie es sich anfühlt die wissen was der druck mit einem macht. nur irgendwann hat man halt das alles überwunden und kann diesen "sofafußballern" ne klare ansage machen das sie mal was lernen. die gesellschaft muß begreifen was sucht heißt, sie muß verstehen wie es anfängt, das jeder eine sucht entwickeln kann, das aus spaß ruck zuck ernst wird. und das geht nur indem wir den mund aufmachen.

    hallo dagmar

    bitte sieh diese diskusion einzig und allein aus dem blickwinkel des themas. nämlich die reaktion des umfeldes beim outing. und da spielt es durchaus eine rolle ob ich grade erst den neuen weg eingeschlagen habe oder ob ich da schon wie ich 21 jahre unterwegs bin. ich kenn sunshine lange genug um zu wissen das sie hier nur darauf abziehlte. denn es ist fakt das sich mit den jahren die einstellung zur krankheit und zum outing ändert.

    am anfang macht es sinn es nicht jedem auf die nase zu binden wenn man mit blöden menschen rechnen muss die einem daraus nen strick drehen wollen. man hat schließlich genug andere dinge zu verstehen, verändern, anzunehmen. da braucht man nicht noch deppen die einem vor den füßen rumrennen.

    mit den jahren, wenn man sich sortiert hat, sich gefestigt hat und sich in der trockenheit eingerichtet hat, wenn man seine trigger genau kennt, seine schwächen, alles was man meiden muss dann wird der kopf frei für anderes. da wird es dann bei den meisten halt einfacher blöden sprüchen zu begegnen ohne es persönlich zu nehmen, ich schaff es meistens solchen menschen einen gegenspruch zu drücken das sie die sind die doof da stehen. das sind aber dinge die frisch trockene menschen in der regel eben nicht so problemlos schaffen.

    daran hat sich dann auch die diskusion entzündet. sunshine ist, wie hartmut und ich auch eben der auffassung das man später zu seiner erkrankung stehen kann und auch sollte. wie soll sich denn etwas in der gesellschaft ändern wenn die leute von sucht keinen plan haben. hierbei geht es ja nicht nur darum mit uns alkis anders umzugehen. es geht vorwiegend darum, jedenfalls für mich, keine neuen alkis zu produzieren. dazu gehört eben ein veränderter blickwinkel der gesellschaft auf den alkohol. wenn ich mich als trockener alki aber verstecke, woher soll denn dann die zündung für ein umdenken kommen. dann werden hier immer und immer weiter verzweifelte menschen aufschlagen die ihr leben mit dem alk vergeuden.

    bleib du mal schön am ball, hier ist keiner besser oder schlechter nur erfahrener. in 20 jahren wirst du hier sowas schreiben wie ich jetzt, weil du es dann aus dem blickwinkel des alten hasen siehst.

    moin,

    ihr müßt es auch mal so sehen. wir haben lange gesoffen, waren komisch, seltsam unzuverlässig. die leute wußten nicht woher diese stimmungsschwankungen kommen. nu hat das kind einen namen, was weiß otto normalverbraucher über sucht? den unfug der ihnen im krimi im fernsehn samstag abend serviert wird. klar gehen die erst mal auf abstand, die wissen doch nichts gescheites. nur vorurteile und horror szenarien aus dem krimi. das kann man niemandem vorwerfen. man kann aber mit denen reden die zuhören wollen und denen die nur schauen zeigen das es anders ist. man kann durch gespräche ein verstehen herbei führen. und meine gespräche haben in meinem bekanntenkreis den ein oder anderen veranlasst mal alktechnisch die bremse zu ziehen um uns hier nicht irgendwann zu brauchen.

    der anfang ist sau schwer, klar, hat niemand behauptet das trocken werden ein spaziergang wird. nur wenn man da durch ist hat man etwas gewonnen das die meisten menschen nicht verstehen. eine erkenntniss seiner selbst die alles ändert. habt mut, bleibt am ball. haltet den druck aus. das macht euch stärker als alles andere.

    sorry carl aber wir hatten letztens erst einen trockenen akli als kanzlerkandidat. ich bleibe dabei, wenn man von narzisten umgeben ist werden die es ausnutzen, klar denkenden menschen ist es in der regel wurscht solange der job erledigt wird, das hat sunshine sehr gut dargelegt. man muß im übrigen nicht unbedingt trinken um zu blöd für einen job zu sein. und wie ich bereits sagte, ich habe absolut keinen bock in angst mein leben zu fristen, wenn das in dem job nicht funzt muss ich mir einen anderen suchen, anderenfalls verkaufe ich meine seele. aber auch das ist jedem selbst überlassen, nur für mich eben nicht das was ich weiter empfehlen möchte.

    für mich steht klar fest, solange ich mich aus angst vor ausgrenzung verstecke bin ich ein opfer. das dumme gelaber und unwissenheit wird nicht dadurch geändert das ich schweige. am anfang wenn ich noch unsicher bin mag es ein schutz sein, aber heute nach bei mir 21 jahre soll mir mal einer mit nem blöden spruch kommen, den dreh ich schneller auf links als er seinen spruch gemacht hat.

    ich wachse doch in meiner trockenheit. ich kriege doch sicherheit, selbstsicherheit. und wenn ich etwas richtig kann dann kann ich es.

    klar gibt es menschen die einem eins reinwürgen wollen, in der regel narzisten ihres zeichens. nur wenn solche kranken köpfe einem was am zeug flicken wollen finden die einen grund, egal welchen, zur not wird dann was konstruiert. dagegen kannste dich nicht wehren bis es passiert denn diese menschen sind tatsächlich gestört. nur werde ich mich nicht verbiegen um nicht von gestörten angegriffen zu werden. verbogen und gelogen habe ich während meiner saufzeit mehr als genug. und das habe ich beendet, vollumfänglich. ich verbiege mich nicht mehr, für nichts und niemanden. ich habe ganz sicher nicht vor mein leben in angst zu fristen, angst das was raus kommt, angst das mir einer was nachsagt, angst vor repressalien. tolles leben, ohne mich. ich hänge mir kein schild um aber ich verschweige auch nichts.

    moin erna

    also, ich habe ja meine kinder von anfang an mit einbezogen. habe mit ihnen geredet das ich zur therapie gehe u.s.w. ich habe eine ambulante gemacht. an diesen tagen mußten die großen auf die lütte aufpassen, denn mein mann hat fröhlich weiter gebechert und ich war so naiv zu glauben wenn ich erst mal trocken bin krieg ich den auch dazu. anderes thema. das heißt aber das auch immer alk im haus rumstand bis ich meinen mann samt seiner pullen rausgeschmissen habe, was aber erst nach jahren geschah. ich habe die beiden großen anfangs öfter gebeten papas pullen irgendwo zu verstecken wo ich sie nicht sehe. ich habe ihnen vieles erklärt von anfang an. als sie dann nach einiger zeit merkten das ich es wirklich ernst meine, das sich tatsächlich was ändert, das mama wirklich nüchtern bleibt und man freunde einfach mal mitbringen kann sind sie auch entspannter geworden.

    heute haben sie ihre eigenen familien, gehen ihrer arbeit nach. ich habe mittlerweile 7 enkelkinder und komme auch mit meinen schwiegerkindern prima aus. es gab in all den jahren immer mal wieder gespräche 3 von den 4 haben auch später selbst mal eine therapie gemacht um die altlasten los zu werden denn mein mann hat ja weiter probleme gemacht die sie belastet haben, vor 6 jahren hatte er sich dann tot gesoffen. nr. 4 ist grade jetzt dabei was zu tun. es sind halt auch dinge da die sie nicht mit mir besprechen konnten und ich habe ihnen immer gesagt, sucht euch einen therapeuten damit ihr das aufarbeitet. mein sohn sagte mir letztens "mama du warst auch für uns da als du noch gesoffen hast, papa waren wir scheiß egal, und das macht einen riesen unterschied." nun, nüchtern wäre es halt doch besser gewesen, aber das bin ich ja nun. reden hilft, altersgerecht, ehrlich, offen. tut manchmal wirklich weh aber es hilft weiter und nur das zählt. ich habe ein gutes verhältniss zu allen vieren, ich sehe sie recht regelmäßig bis auf eine tochter die über eine autostd. weit weg wohnt und das ist dann halt nicht so oft. die anderen kommen mindestens einmal die woche angesch... und wollen was von mama.... es ist wirklich gut geworden. so wie es sein soll.

    moin erna

    als erstes mal herzlichen glückwunsch zu den ersten 100 tagen.

    nu zum thema kinder. also meine waren 14,13, 9 und 2 als ich aufhörte, vor 21 jahren. meine jüngste, heute 23 jahre alt hat mir erst letztens als wir auf meine 21 trockenen jahre einen tee tranken und natürlich erinnerungen wälzten paar sachen erzählt die sie noch weiß. sie war wohlgemerkt 2 jahre alt und sie erinnert sich weil es für sie so schlimm war. auch meine idee die merken nichts weil ich ja nur abends gesoffen habe, denkste. unsere kinder sind nicht blöd oder naiv wenn es um überlebenswichtige dinge geht. die merken das und fangen natürlich an zu kontrollieren. ich habe mit meine kindern in all den jahren immer wieder darüber gesprochen, auch um ihnen zu helfen ihre schuldgefühle da aufzuarbeiten. alkohol ist eine familienkrankheit. nach und nach sollte man auch diese baustellen in angriff nehmen. aber eins nach dem anderen, erst mal bist du dran. mit den kindern kann man es aufarbeiten wenn sie die sachen richtig verstehen können und man durch stabile nüchternheit glaubwürdig geworden ist. bleib am ball, dann wird das alles schon.

    moin juni

    ich bin seit 21 jahren trocken und ich habe echt schon so gut wie alles mögliche an reaktionen erlebt. die vernünftigste ist am anfang wohl, "schauen wir mal" vor einem rückfall ist niemand gefeit, auch ich nicht. aber das ist jetzt nicht der punkt.

    ich bin von anfang an sehr offensiv damit umgegangen. für mich hat sich das auch irgendwie als eine art sortieren bewährt. menschen die gleich nur die nase rümpfen, nen blöden spruch machen und sich umdrehen, sorry bornierte spinner die einem eher im weg rumstehen, brauch ich nicht. menschen die so nach dem motto , ja supi dann is ja jetzt alles gut, unterwegs sind sind irgendwie oberflächlich und haben keine ahnung von der krankheit. da muß man gucken ob sich ein vertiefen lohnt oder ob man sie in ihrer erdbeerwelt läßt. die, die mit "schauen wir mal" reagieren haben eine ahnung von unserer krankheit und sind bereit deinen weg anzusehen. menschen die alles irgendwie runter spielen sind gefährlich weil sie womöglich selbst gern einen heben, denen geht man besser aus dem weg, die stellen einem auch nen eierlikörkuchen hin, is ja alles nich so schlimm. das ist so grob umrissen.

    wie gesagt, ich habe von anfang an keinen hehl aus meiner krankheit gemacht. es gab einige situationen wo mich menschen geschützt haben weil sie von meiner krankheit wußten, zb einmal sahen das mir jemand vodka in meinen kaffee gekippt hat. klar gibt es auch gründe es nicht zu erzählen, die doppelmoral in diesem punkt ist in unserer gesellschaft wirklich grandios. andere am tage verurteilen und sich abends dann 2 flaschen wein reinziehen. oder sektempfang am frühen morgen, aber wenn man dann krank wird mit dem finger auf einen zeigen. es ist schlicht schwierig da was konkretes zu raten. es kommt auf die persönlichkeit an ob man mit der ablehnung einiger klar kommt. denn die wird es geben, das ist so sicher wie das amen in der kirche. für mich war es, wie gesagt ein sortieren, ich habe solche leute gleich mit den saufkumpanen zusammen entsorgt.

    es gibt am anfang dann auch erst mal so eine zeit der einsamkeit. weil halt alles auf links gedreht wird und altes weg ist neues noch nicht da. die zeit kann man recht gut fürs nachdenken nutzen. neue freunde kommen, weil man ja anders ist, weil man nüchtern ist, verabredungen auch einhält. mitten in der nacht noch fahrtüchtig ist. es braucht zeit aber es wird. vor allem kommen auch menschen die verstehen wie es einem geht und das respektieren. ich habe wirklich viele bekannte die alle wissen was mit mir ist, und wenn die stimmung abends am lagerfeuer mir zu weinseelig wird verschwinde ich und niemand ist beleidigt weil sie wissen warum. es hat halt alles seine 2 seiten und für mich hat diese einfach am besten funktioniert.

    sorry elly aber ich sehe hier nicht das ely rumeiert, sie kann mit den begrifflichkeiten nichts anfangen aber sie hat ihre schritte gemacht und versucht sich nicht raus zu reden, ich seh nicht ganz wo du hier rumeiern siehst auf fragen der anderen zu antworten finde ich jetzt nicht als rumeiern. ok

    so ely, ob du abhängig bist kannst letztendlich nur du selbst wissen. nur du weißt ob du das zeug brauchst oder nicht, das weiß niemand anderes, daher ist es eben auch so schwer hier einen linie zu finden, denn es gibt schlicht keine. der punkt das du nicht mehr trinken willst ist für mich völlig ausreichend. ich gehe eh davon aus das hier niemand ankommt der sich mal an 2 abenden hintereinander einen zu viel hinter die binde gekippt hat. da muß schon einiges an leidensdruck zusammen kommen um sich nach hilfe umzusehen. ich habe eine einzige entgiftung gemacht und danach nie wieder getrunken, ich habe immer wieder menschen erlebt die mir dann sagten, ja dann bist du vielleicht gar kein alkoholiker, dann war es evtl nur missbrauch, das kannst du doch gar nicht wissen. tja, die möglichkeit besteht. obwohl ich es nicht ganz glaube, aber all das ist für mich total unwichtig. ich habe jetzt gleich 21 jahre voll, nüchtern klar und mit genuss. ich will gar nicht wissen ob ich evtl und viell. ne, ich brauch das zeug nicht mehr, mir geht es sau gut ohne. punkt. ich finde diese ganze diskusion müßig. meistens sind es menschen die gar nicht merken was für einen stellenwert der alk in ihrem leben hat, sonst wäre der verzicht für sie nicht so ein thema. lies dich hier mal ein, stelle fragen, oder berichte von erlebnissen, alles ist ok.