Beiträge von dorothea

    für mich steht klar fest, solange ich mich aus angst vor ausgrenzung verstecke bin ich ein opfer. das dumme gelaber und unwissenheit wird nicht dadurch geändert das ich schweige. am anfang wenn ich noch unsicher bin mag es ein schutz sein, aber heute nach bei mir 21 jahre soll mir mal einer mit nem blöden spruch kommen, den dreh ich schneller auf links als er seinen spruch gemacht hat.

    ich wachse doch in meiner trockenheit. ich kriege doch sicherheit, selbstsicherheit. und wenn ich etwas richtig kann dann kann ich es.

    klar gibt es menschen die einem eins reinwürgen wollen, in der regel narzisten ihres zeichens. nur wenn solche kranken köpfe einem was am zeug flicken wollen finden die einen grund, egal welchen, zur not wird dann was konstruiert. dagegen kannste dich nicht wehren bis es passiert denn diese menschen sind tatsächlich gestört. nur werde ich mich nicht verbiegen um nicht von gestörten angegriffen zu werden. verbogen und gelogen habe ich während meiner saufzeit mehr als genug. und das habe ich beendet, vollumfänglich. ich verbiege mich nicht mehr, für nichts und niemanden. ich habe ganz sicher nicht vor mein leben in angst zu fristen, angst das was raus kommt, angst das mir einer was nachsagt, angst vor repressalien. tolles leben, ohne mich. ich hänge mir kein schild um aber ich verschweige auch nichts.

    moin erna

    also, ich habe ja meine kinder von anfang an mit einbezogen. habe mit ihnen geredet das ich zur therapie gehe u.s.w. ich habe eine ambulante gemacht. an diesen tagen mußten die großen auf die lütte aufpassen, denn mein mann hat fröhlich weiter gebechert und ich war so naiv zu glauben wenn ich erst mal trocken bin krieg ich den auch dazu. anderes thema. das heißt aber das auch immer alk im haus rumstand bis ich meinen mann samt seiner pullen rausgeschmissen habe, was aber erst nach jahren geschah. ich habe die beiden großen anfangs öfter gebeten papas pullen irgendwo zu verstecken wo ich sie nicht sehe. ich habe ihnen vieles erklärt von anfang an. als sie dann nach einiger zeit merkten das ich es wirklich ernst meine, das sich tatsächlich was ändert, das mama wirklich nüchtern bleibt und man freunde einfach mal mitbringen kann sind sie auch entspannter geworden.

    heute haben sie ihre eigenen familien, gehen ihrer arbeit nach. ich habe mittlerweile 7 enkelkinder und komme auch mit meinen schwiegerkindern prima aus. es gab in all den jahren immer mal wieder gespräche 3 von den 4 haben auch später selbst mal eine therapie gemacht um die altlasten los zu werden denn mein mann hat ja weiter probleme gemacht die sie belastet haben, vor 6 jahren hatte er sich dann tot gesoffen. nr. 4 ist grade jetzt dabei was zu tun. es sind halt auch dinge da die sie nicht mit mir besprechen konnten und ich habe ihnen immer gesagt, sucht euch einen therapeuten damit ihr das aufarbeitet. mein sohn sagte mir letztens "mama du warst auch für uns da als du noch gesoffen hast, papa waren wir scheiß egal, und das macht einen riesen unterschied." nun, nüchtern wäre es halt doch besser gewesen, aber das bin ich ja nun. reden hilft, altersgerecht, ehrlich, offen. tut manchmal wirklich weh aber es hilft weiter und nur das zählt. ich habe ein gutes verhältniss zu allen vieren, ich sehe sie recht regelmäßig bis auf eine tochter die über eine autostd. weit weg wohnt und das ist dann halt nicht so oft. die anderen kommen mindestens einmal die woche angesch... und wollen was von mama.... es ist wirklich gut geworden. so wie es sein soll.

    moin erna

    als erstes mal herzlichen glückwunsch zu den ersten 100 tagen.

    nu zum thema kinder. also meine waren 14,13, 9 und 2 als ich aufhörte, vor 21 jahren. meine jüngste, heute 23 jahre alt hat mir erst letztens als wir auf meine 21 trockenen jahre einen tee tranken und natürlich erinnerungen wälzten paar sachen erzählt die sie noch weiß. sie war wohlgemerkt 2 jahre alt und sie erinnert sich weil es für sie so schlimm war. auch meine idee die merken nichts weil ich ja nur abends gesoffen habe, denkste. unsere kinder sind nicht blöd oder naiv wenn es um überlebenswichtige dinge geht. die merken das und fangen natürlich an zu kontrollieren. ich habe mit meine kindern in all den jahren immer wieder darüber gesprochen, auch um ihnen zu helfen ihre schuldgefühle da aufzuarbeiten. alkohol ist eine familienkrankheit. nach und nach sollte man auch diese baustellen in angriff nehmen. aber eins nach dem anderen, erst mal bist du dran. mit den kindern kann man es aufarbeiten wenn sie die sachen richtig verstehen können und man durch stabile nüchternheit glaubwürdig geworden ist. bleib am ball, dann wird das alles schon.

    moin juni

    ich bin seit 21 jahren trocken und ich habe echt schon so gut wie alles mögliche an reaktionen erlebt. die vernünftigste ist am anfang wohl, "schauen wir mal" vor einem rückfall ist niemand gefeit, auch ich nicht. aber das ist jetzt nicht der punkt.

    ich bin von anfang an sehr offensiv damit umgegangen. für mich hat sich das auch irgendwie als eine art sortieren bewährt. menschen die gleich nur die nase rümpfen, nen blöden spruch machen und sich umdrehen, sorry bornierte spinner die einem eher im weg rumstehen, brauch ich nicht. menschen die so nach dem motto , ja supi dann is ja jetzt alles gut, unterwegs sind sind irgendwie oberflächlich und haben keine ahnung von der krankheit. da muß man gucken ob sich ein vertiefen lohnt oder ob man sie in ihrer erdbeerwelt läßt. die, die mit "schauen wir mal" reagieren haben eine ahnung von unserer krankheit und sind bereit deinen weg anzusehen. menschen die alles irgendwie runter spielen sind gefährlich weil sie womöglich selbst gern einen heben, denen geht man besser aus dem weg, die stellen einem auch nen eierlikörkuchen hin, is ja alles nich so schlimm. das ist so grob umrissen.

    wie gesagt, ich habe von anfang an keinen hehl aus meiner krankheit gemacht. es gab einige situationen wo mich menschen geschützt haben weil sie von meiner krankheit wußten, zb einmal sahen das mir jemand vodka in meinen kaffee gekippt hat. klar gibt es auch gründe es nicht zu erzählen, die doppelmoral in diesem punkt ist in unserer gesellschaft wirklich grandios. andere am tage verurteilen und sich abends dann 2 flaschen wein reinziehen. oder sektempfang am frühen morgen, aber wenn man dann krank wird mit dem finger auf einen zeigen. es ist schlicht schwierig da was konkretes zu raten. es kommt auf die persönlichkeit an ob man mit der ablehnung einiger klar kommt. denn die wird es geben, das ist so sicher wie das amen in der kirche. für mich war es, wie gesagt ein sortieren, ich habe solche leute gleich mit den saufkumpanen zusammen entsorgt.

    es gibt am anfang dann auch erst mal so eine zeit der einsamkeit. weil halt alles auf links gedreht wird und altes weg ist neues noch nicht da. die zeit kann man recht gut fürs nachdenken nutzen. neue freunde kommen, weil man ja anders ist, weil man nüchtern ist, verabredungen auch einhält. mitten in der nacht noch fahrtüchtig ist. es braucht zeit aber es wird. vor allem kommen auch menschen die verstehen wie es einem geht und das respektieren. ich habe wirklich viele bekannte die alle wissen was mit mir ist, und wenn die stimmung abends am lagerfeuer mir zu weinseelig wird verschwinde ich und niemand ist beleidigt weil sie wissen warum. es hat halt alles seine 2 seiten und für mich hat diese einfach am besten funktioniert.

    sorry elly aber ich sehe hier nicht das ely rumeiert, sie kann mit den begrifflichkeiten nichts anfangen aber sie hat ihre schritte gemacht und versucht sich nicht raus zu reden, ich seh nicht ganz wo du hier rumeiern siehst auf fragen der anderen zu antworten finde ich jetzt nicht als rumeiern. ok

    so ely, ob du abhängig bist kannst letztendlich nur du selbst wissen. nur du weißt ob du das zeug brauchst oder nicht, das weiß niemand anderes, daher ist es eben auch so schwer hier einen linie zu finden, denn es gibt schlicht keine. der punkt das du nicht mehr trinken willst ist für mich völlig ausreichend. ich gehe eh davon aus das hier niemand ankommt der sich mal an 2 abenden hintereinander einen zu viel hinter die binde gekippt hat. da muß schon einiges an leidensdruck zusammen kommen um sich nach hilfe umzusehen. ich habe eine einzige entgiftung gemacht und danach nie wieder getrunken, ich habe immer wieder menschen erlebt die mir dann sagten, ja dann bist du vielleicht gar kein alkoholiker, dann war es evtl nur missbrauch, das kannst du doch gar nicht wissen. tja, die möglichkeit besteht. obwohl ich es nicht ganz glaube, aber all das ist für mich total unwichtig. ich habe jetzt gleich 21 jahre voll, nüchtern klar und mit genuss. ich will gar nicht wissen ob ich evtl und viell. ne, ich brauch das zeug nicht mehr, mir geht es sau gut ohne. punkt. ich finde diese ganze diskusion müßig. meistens sind es menschen die gar nicht merken was für einen stellenwert der alk in ihrem leben hat, sonst wäre der verzicht für sie nicht so ein thema. lies dich hier mal ein, stelle fragen, oder berichte von erlebnissen, alles ist ok.

    moin ely

    du hast ja bis jetzt alles richtig in angriff genommen. bravo, haben wir selten. schön das du siehst wie es um dich steht bevor es schlimmste auswirkungen hat. auch das kommt nicht all zu oft vor, mir persönlich hat der mut gefehlt eher konkrete hilfe in anspruch zu nehmen obwohl mir auch jahre lang klar war was los ist mit mir. das mit der vergesslichkeit und so wird sich wieder bessern, langsam und wahrscheinlich nicht bis zur alten qualität, alk ist nun mal ein nevengift aber es kommt wirklich vieles wieder das durch den alk verschüttet wurde. gib dem ganzen zeit. zeit ist es auch die du jetzt für dich brauchst, die eingefahrenen wege deines belohnungssystems zu verlassen, eine neue wertschöpfung in dein leben zu integrieren und dich mit problemen und miesen gefühlen auf eine andere art auseinander zu setzen. auch das braucht zeit und muß bewußt geschehen, das ist kopfarbeit die dir die nächste zeit einiges abverlangen wird. bei diesen dingen können wir dich hier begleiten, nicht jeder tipp wird für dich sinnvoll sein, so wie nicht jedes paar schuhe im laden passt, aber bei so vielen ist immer was passendes dabei. es ist an dir hier zu schreiben.

    doro

    moin ely

    dann sag ich mal willkommen bei uns. einfach nicht mehr saufen geht nicht, das wird dir klar sein sonst wärst du nicht hier. das soll man aber auch gar nicht weil es wirklich zu lebenbedrohlichen zwischenfällen führen kann. es sind schon etliche menschen am kalten entzug gestorben, das ist kein witz. das bedeutet das du deinen inneren schweinehund mal in hintern trittst oder an die kurze leine legst und zum arzt gehst damit der dich duchcheckt. je nachdem wieviel du getrunken hast, wie stark deine leber ist, ob und wie hoch die schäden sind kann die nötige behandlung sehr verschieden sein. außerdem ist es auch wichtig den kopf von der sorge frei zu kriegen was evtl alles kaputt ist durchs saufen. ob und wie dann eine entgiftung im kh nötig ist wird dein arzt mit dir besprechen. des weiteren kannst du dich auch an die suchtberatungsstelle in deiner stadt wenden um über therapieangebote zu sprechen, da gibt es auch ganz verschiedene möglichkeiten von ambulant über tagesklinik bis hin zur strengen stationären. auch das ist abhängig von dir und deinem zustand. zum quatschen und ausheulen und für hilfestellungen und tipps sind dann wir rund um die uhr da. das wärs fürs erste von mir.

    doro

    moin john

    ich bin am 18. okt. 21 jahre trocken und auch ich hatte vor kurzem mal wieder so einen netten traum. erinnert einen an dieses miese gefühl wenn man voll ist, da weiß man dann wieder wozu man sich entschieden hat. sie sind selten geworden diese träume, sehr selten, aber weg gehen die wohl nie. ich nehme sie als gedächtnissauffrischung um nicht zu vergessen wohin ich nie wieder will.

    nun meine guten ratschläge beruhen auf einer erfahrung mit 20 jahren abstinenz, außerdem bin ich auch selbstständig und muß meine verträge voll umfänglich aushandel. ich kenn mich zur genüge mit dem saufen zu jeder möglichen und unmöglichen gelegenheit aus. ebenso mit diversen behörden und geschäftspartnern. mein gesundheitszustand ist nicht wirklich ein grund rumzulügen, schon gar nicht wenn ich abstinent lebe. mein kaputtes kreuz verheimliche ich ja auch nicht wenn es relevant ist. mein partner redet über sein diabetes wenn es angebracht ist. warum also nicht davon das man mit alk nicht umgehen kann. ich fahre auch nicht ski weil ich es nicht kann und mir das genick brechen würde. man muß immer im auge haben was man verlieren könnte wenn es schief geht, und ich denke wenn es das leben ist, dann ist der einsatz für ein spielchen schlicht zu hoch.

    lügen kostet energie und benötigt ein verdammt gutes gedächtniss, macht außerdem jede menge schuldgefühle wenn man nicht grade irgendwie psychopath oder soziopath ist. ich habe auch kein schild um den hals das ich alki bin. geht wirklich nicht jeden was an, aber die leute mit denen ich ständig wiederkehrend zu tun habe wissen es. da kommt dann keiner auf die idee mich aufn bier einzuladen und es gibt auch keinen eierlikörkuchen. und es ist auch keiner beleidigt wenn ich mich verkrümel wenn ein treffen doch richtung besäufniss ausartet. mir hat die offenheit auch schon das leben gerettet als mir bei einer party jemand was ins glas kippte was ich zwar nicht, aber bekannte sehr wohl sahen und mir das glas grade noch wegnahmen. ich weiß nicht ob ich den vodka rechtzeitig bemerkt hätte und ich weiß nicht wie es dann weiter gegangen wäre. weil ich ehrlich mit meiner krankheit bin wissen eben freunde und bekannte auch das es keine marotte von mir ist die man mal eben für nen joke aussetzen kann sondern das es verdammt ernst ist. wir haben keine kleine verstimmung, wir haben eine tötliche krankheit die man nicht ernst genug nehmen kann.

    ich kann mich achelias nur anschließen, klare ansage. logo gehört da überwindung zu, es ist in unserer schrägen gesellschaft eher möglich voll wie ein eimer rumzustolpern als sich als alki zu outen ohne das gesicht zu verlieren. das ist krank, aber wenn das umfeld, also die menschen mit denen man immer wieder zu tun hat bescheid wissen schützt es einen eben auch. aus meiner erfahrung kann ich auch sagen das in der regel nicht die nase gerümpft wird wenn man sagt was sache ist, die die das tun sind in der regel die, die selbst mal gucken sollten was sie so konsumieren. in spiegel gucken und so. da geht bei den katzen der buckel hoch.

    moin john.

    kurz zu mir, ich bin schon so lange trocken wie du säufst, ich weiß also von was ich rede und ich ziehe es vor deutsch und konkret zu sprechen. also. alkohol ist eine flucht vor, unsicherheit angst stress und was auch sonst noch so unangenehm ist. man kriegt es dann nicht so mit das man sich eigenlich sch.... fühlt. man hat über jahre antrainiert zu saufen wenn es einem mies geht. später sucht man sich dann die passenden gründe- ich hatte jeden tag nen neuen warum ich was trinken mußte. du willst das nun nicht mehr, prima, nur die probleme existieren in dieser welt weiter. die können nämlich schwimmen und in alk vermehren sie sich gern.

    also hast du nun nicht nur die aufgabe nicht mehr zu trinken, du mußt auch lernen andere wege zu finden um unanggenehme gefühle "auszuschalten". hierzu empfiehlt es sich, wie sabine schon sagte, diversen verlockungen erst mal aus dem weg zu gehen. ich denke das es bei dir etwas dauern wird bis das rumtigern kommt da du ja nicht täglich gesoffen hast. aber wenn dann was in reichweite ist wird es verdammt eng. daher macht es sinn am anfang möglichst viel abstand zwischen dich und den alk zu bekomme. und du solltest auch eine baustelle nach der anderen angehen. du hast relativ kleine kinder, du studierst nebenbei, das alles braucht immense kraft. mach eins nach dem anderen um das risiko des totalen zusammenbruchs zu minimieren. trocken werden ist kein spaziergang, es ist harte arbeit. irgendwann kannst du womöglich wieder ganz normal mit leuten zusammen sitzen die trinken, wenn du es dann überhaupt noch willst. mir ist es längst wurscht wenn sich andere den kopf zuschütten, aber ich muß da nicht dabei sitzen. ich kann längst wieder in restaurants gehen ohne auf den alk zu schielen, aber das erste jahr habe ich diese orte strickt gemieden. das leben hört nicht auf, es wird schritt für schritt anders und man entdeckt das es eine menge menschen gibt die nicht saufen, denen ein nettes gespräch viel wichtiger ist als die nächste runde. komm mal von der überhohlspur runter, die endet meist eh im graben. alles auf einmal und nebenbei funktioniert nicht. wir haben hier schon so viele kommen und gehen sehen die mit so viel schmackes hier reingerauscht sind, die soooo viele vorsätze hatten und sich dann doch überfordert haben. es ist eben nicht damit getan einfach nicht zu trinken, sucht funktioniert nicht so einfach.

    doro

    moin sigrid

    deswegen ist der austausch auch so extrem wichtig, manchmal macht man sich solche sorgen wegen irgend etwas das es einen fast krank macht. wenn man aber weiß das es genau so anderen auch ergangen ist, dann ist alles "normal" die angst is weg und die gesundung kann ungesört weiter gehen. mit ängsten und sorgen bloß nicht hinterm berg halten, auch wenn sie einem noch so lächerlich vorkommen. sogen schaden egal wie groß oder klein sie sind, sie nagen an einem und führen irgendwann zur katastrophe. deswegen immer raus damit. wünsch dir nen schönen trockenen sommertag.

    doro

    moin kalle

    jo kostet überwindung zum arzt zu gehen, da ist nicht nur die scham, da gibt es tausend gründe und ängste, ich glaube das haben wir alle durch. dennoch ist es ein wichtiger schritt. du stehst offen zu deiner krankheit. dein doc is dabei der letzte der das jemandem erzählen würde. es ist aber nicht nur wichtig für die psyche, es gibt eine große menge arzneimittel die für dich jetzt tabu sind, und das muss dein arzt einfach wissen. heimlich trocken werden funktioniert wirklich nicht lange. ich habe kein schild um den hals hänge das ich alki bin, aber ich mach da auch keinen hehl draus- und wenn da jemand nicht mit klar kommt. tja nicht meine baustelle. auf lange sicht schützt es dich wenn dein umfeld bescheid weiß. ich biete nem diabetiker keinen kuchen an, nem nussallergiker kein nutella und nem alkoholiker keine eierlikörtorte. ganz einfach. trete deinem inneren schweinehund mal vors schienbein und lass die durchchecken. es geht dir danach um längen besser, das garantiere ich dir.

    doro

    moin hera

    hm, mir hat die erfahrung gezeigt das der einzige der dachte es hat keiner was gemerkt ich selbst war. selbst meine jüngste die 2 war als ich aufhörte erzählt mir nach 20 jahren noch erinnerungen wenn wir auf das thema kommen. selbst wenn man wirklich gut ist im vertuschen, die meisten ahnen zumindest was. mach dich nicht verrückt und sag es wie es ist. dein konsum hat sich zu einem massiven problem ausgewachsen und das wirst du jetzt angehen um zu lernen mit der krankheit zu leben. feddisch. stell dir mal vor du hättest dir ein bein gebrochen, da brauchste auch keine erklärungen für einen krankenhausaufenthalt. es ist schon in der regel der innere schweinehund, die scham, und letztendlich angst die einem da so ein kopfkino machen. einfach drauf los, wenn du es hinter dir hast geht es dir deutlich besser weil du den kopf wieder für andere gedanken frei hast.

    doro

    nur der vollständigkeit halber, es gibt nicht nur aa, es gibt den freundeskreis, den kreuzbund, die guttempler.....usw. man sollte da ruhig etwas gucken. ich konnte mit der regel der aa nur über sich selbst zu reden nichts anfangen. meine fragen blieben offen, ich brauche reaktionen und antworten von anderen. ich war dann im freundeskreis ganz zufreiden.

    doro

    hallo hera.

    ich nu auch noch mal, die suchtberatungsstelle gibt es in so gut wie jeder stadt. womöglich ist sie ja bei euch in der klinik angesiedelt. sortier das für dich erst mal alles. ich hatte am anfang große probleme das ganze zeug für mich klar zu kriegen, ich habe von machem geglaubt das es identisch ist, was es nicht war, und angebote getrennt die zusammen gehörten. die suchtberatungsstellen sind hier in der regel etwas kompetenter als der hausarzt da es ja ihr tägliches brot ist, die können dir helfen für dich klarheit zu kriegen und sie haben auch oft selbst ambulante therapieangebote, sie helfen dir auch bei diversen anträgen oder stellen sie sogar für dich. und lass dich nicht vom schlechten ruf einer klinik beirren. erstens gibt es ja nu verschiedene abteilungen und wenn die chirurgie nicht taugt kann die interne super sein und umgekehrt, außerdem neigt der mensch dazu aus dem kleinsten fehler ein riesen bohei zu machen während absolute glanzleistungen noch nicht mal mit nem danke honoriert werden, die sind dann selbstverständlich. will sagen, mach dir selbst ein bild, wo anders hingehen kann man immer und wenn man kinder im "schlepptau" hat macht es sinn nicht noch stunden lang durch die gegend kurven zu müssen. ging mir ja auch so. mach doch einfach mal einen gesprächstermin in der suchtberatung und schreib dir im vorfeld alle fragen auf die du hast, ich bin sicher das dich das einen riesen schritt weiter bringen wird und viele unklarheiten und ängste beseitigt.

    doro

    moin hera

    es gibt da unterschiede, aa zb ist eine selbsthilfegruppe so wie unser onlinegruppe hier. es gibt leute die es damit schaffen, die meisten brauchen aber eine richtige therapie mit spezialisierten therapeuten. da gibt es auch ambulante, das heißt du gehts mind. einmal die woche zu solch einer mehrstündigen sitzung die einzeln oder in der gruppe abläuft. das habe ich zb gemacht da ich 4 kinder zu hause hatte die mich brauchten. ich hatte mir aber die option offen gehalten stationär zu gehen wenn ich doch wieder trinken sollte. und dann gibt es eben die stationäre therapie wo du für mehrere wochen in eine entsprechende einrichtung ziehst wo du eben sehr kontrolliert wirst. das ist nötig wenn man es draußen nicht schafft ohne zu trinken. du mußt gucken wie du klar kommst. wenn der druck auszuhalten ist und du ohne "umzufallen" deine einkäufe und alles erledigen kannst reicht womöglich ambulant, wenn du dir da nicht traust wenn der druck sich wieder aufschaukelt solltest du über stationär nachdenken.

    doro