hallo stern
ich beantworte dir mal deine frage an mich hier in deinem thread, im hilflose helfer ist schon zu viel anderes geschrieben und ich würde da wieder alles durcheinander bringe. um anderen das blättern zu sparen kopier ich die entsprechenden beiträge mal hier rein.
hallo stern
das schlimme ist, das die meisten menschen das thema sucht ausblenden und von dem ganzen drum herum absolut keine ahnung haben. ich selbst habe auf einer station gelernt wo auch suchtkranke zur entgiftung waren. ich hatte absolut keine ahnung von der materie, ebensowenig meine kolleginnen die schon seit jahren da arbeiteten. man hat anweisungen der ärzte befolgt. schulungen dahingehend was sucht ist gabs nicht. so war auch die auffassung der schwestern und ärzte so "dämlich" wie es in der allgemeinen bevölkerung der fall ist. im nachhinein betrachtet ein zustand der unmöglich ist, hier müßte dringend was getan werden. ärzte und schwestern sind nun mal die ersten die man wieder halbwegs klar im kopf erlebt und die sollten motivieren statt unbewußt das gegeteil zu tun. nur da liegt der hase im pfeffer. dazu müßte was in der ausbildung geändert werden, und dazu brauchts gesetzliche vorgaben. und die gesetze werden von menschen gemacht die von der materie nu noch weniger bis gar keine ahnung haben. diese ahnungslosigkeit können nur wir betroffenen verändern indem wir uns nicht schamhaft verstecken sondern laut dazu stehen wer und was wir sind. ich bin dorothea, alkoholikerin, seid 12 jahren trocken, na und.
doro
Hallo Dorothea,
sicherlich hast du zu einem Gewissenteil recht. Eventuell resignieren viele auch einfach nur gerade wenn Sie schon viele Jahre in diesem Beruf arbeiten.
Wenn wir mitbekommen haben, wie sie schlecht mit ihm umgegangen sind, dann wurde das von uns natürlich sofort angesprochen. Aber geändert hat sich nichts.
Eine frage habe ich, wie hast du es geschaft dich nicht mehr dafür zu "schämen".
Ich muss nämlich erhlich gestehen, dass ich mich schon häufig ich will mal sagen schäme, wenn ich mit meinem Vater unterwegs bin. Ich denke immer man sieht es ihm an, er sieht ja auch ziemlich schlecht aus. Als er noch gelb aussah war das Gefühl noch schlimmer. Man sieht einfach nur die Blicke der anderen und fühlt sich total schlecht. Und möchte auch mit anderen nicht unbedingt darüber reden. Meine Verwandten kennen zwar die Problematik und ich kann eigentlich sehr offen mit ihnen reden aber wenn sie mich dann mal wieder darauf ansprechen ist es total unangenehm und ich versuche so zu tun als ob mich das ganze nicht so sehr stört. Aber innerlich fühle ich mich einfach nur entschuldige bitte "Sche***".
so, also, ich schäme mich nicht, sicher habe ich anfangs bewußt und freiwillig getrunken, das tut aber jeder in unserer gesellschaft. das ich nun, warum auch immer süchtig wurde, damit muß ich leben. beabsichtigt war das nicht. warum soll ich mich also für meine krankheit schämen. vielleicht ist es ein gendeffekt, vielleicht bin ich einfach zu sensiebel für diese welt, noch gibts da keine genauen erkenntnisse. interessiert ja auch nicht wirklich wen.
dir muß nur eins klar werden, du mußt dich schon erst recht nicht schämen. wofür denn bitte. schämen muß man sich für fehler die man selbst gemacht hat und die man zu verantworten hat, weil man zb nicht ordentlich gearbeitet hat, weil man abgelenkt oder was auch immer war. aber doch nicht dafür das jemand anders nicht klar kommt. das ist doch nicht in deiner hand. meine kinder wissen mittlerweile das sie mit meiner sucht nichts zu tun haben und sie schämen sich auch nicht mehr offen darüber zu reden. ich habe gesoffen und dagegen konnten sie nichts tun, nur ich selbst konnte es stoppen. ich hatte es in der hand zu lernen mit doofen sprüchen umzugehen, es war meine aufgabe zu lernen mit problemen anders umzugehen als mir die birne zuzugießen. das leben ist kein ponnyhof, es gibt immer schweres zu bewältigen. ich kann mich daran machen das zu erlernen oder ich kann mich betäuben und rumjammern wie schlecht doch diese böse welt ist. ich wollte leben und habe mich daran gemacht. ich habe gelernt probleme zu lösen, ich habe gelernt mich zu behaupten, ich habe gelernt meine schwachstellen zu akzeptieren und mit ihnen zu leben. das ist der weg aus der sucht. wenn ich mich weiter selbst bemittleidet hätte und darauf gewartet hätte das mich jemand trocknet, ich wäre wohl schon unter der erde.
stern, es ist nicht deine aufgabe das leben deines vaters zu regeln, er hat gefälligst aus seinem selbstmitleid aufzustehen und es anzupacken. du hast dein eigenes leben mit deinen eigenen problemen. weißt du, du verdankst deinem vater dein leben, aber du schuldest es ihm nicht. wenn er ein lebenswertes leben haben will, dann muß er seinen hintern bewegen, es ist nicht deine aufgabe und liegt auch nicht in deiner macht hier was zu tun.
doro