hallo miri
nicht einfach das alles zu erklären, zumal auch einiges vom charakter der einzelnen abhängig ist. ich will aber versuchen mal einiges zu entwuseln.
- wenn man abstinent lebt wird einem natürlich klar was man angerichtet hat. man hat auch schuldgefühle, aber da muß man aufpassen. wenn man nüchtern bleiben will muß man das schnell bearbeiten und sie los lassen, denn das könnte zum rückfall führen. ein verzeihen der anderen betroffenen ist hier wichtig oder aber getrennte wege zu gehen.
- das ist bei jedem menschen anders. das kommt auf die leidensfähigkeit an. manche schaffen es nie. aber ganz sicher wird sich nichts ändern solange der abhängige einen funktionierenden co hat.
- sucht hat nichts mit verstand zu tun. vielen abhängigen ist lange bevor sie was unternehmen völlig klar das sie sich zu grunde richten, aber man kann nicht einfach aufhören solange es noch irgendwie zu bewältigen ist. sie beherrscht jedes denken und handeln und drängt wirklich jeden anderen gedanken in den hintergrund. sie hat eine unvorstellbare macht. sie macht es auch unmöglich von außen an den betroffenen ran zu kommen. es ist sehr schwer dieses gefühl zu beschreiben.
- klar ist dein mann sauer, nu muß er ja seine sucht allein bewältigen, selbst vertuschen und den schaden den er anrichtet selbst beseitigen. vorwürfe gehören ebenfalls zur sucht, ergeben die daraus entstehenden streitigkeiten doch prima gründe um wieder zu saufen. auch versinkt man oft in selbstmitleid und denkt tatsächlich das jeder einem was böses will. werte und gefühle verschieben sich vollkommen. es ist eine bizarre und völlig irrationale auffassung der realität.
- ich denke das er die trennung nicht wahr haben will und so seine scheinwelt nach außen in takt halten will. mein ex trägt nach 5 jahren trennung seinen ehering, was er in der ehe nie getan hat. sich selbst was vor machen gehört auch dazu.
- das kommt völlig auf den charakter an. wenn ein mensch zur gewalt neigt kann das gut möglich sein, andere werden resigniert in selbstmitleid versinken.
- da kann man nur jaein sagen, für manche reicht es, andere kommen noch nicht zur einsicht selbst wenn sie schon unter der brücke schlafen. das ist sehr individuell.
- geheilt wird unsere krankheit nie! wir müssen lernen mit negativen und auch mit positiven gefühlen anders umzugehen. es gibt genug leute die rückfällig wurden obwohl es ihnen sau gut ging.
- in wie weit die beziehung wieder neu gestartet werden kann liegt an dem paar. es ist eine frage der entwicklung beider partner. auch in ehen ohne suchtproblematik leben sich die partner auseinander. hier was pauschal zu sagen ist unmöglich.
- der alte wird man sicher nicht. man ist durch die sucht geprägt, nicht unbedingt negativ, meistens legt man diese negativen eigenschaften im laufe der zeit völlig ab, das dauert aber einiges an zeit. man wird anders weil man um trocken zu bleiben alte verhaltens- und denkmuster ablegen muß. in wie weit der partner da mitgehen oder schritt halten kann liegt in jedem selbst.
in wie weit das für dich und deinen mann möglich ist wird die zeit zeigen, versteif dich da auf nichts. es ist von der entgültigen trennung bis hin zur versöhnung alles möglich.
doro