Hallo,
ich kenne auch Suchtverlagerungen. Konnte aber alle auch wieder allein in den Griff bekommen.
Außer die Alkoholsucht, da hätte ich es ohne professionelle Hilfe von außen niemals mehr geschafft. Ich hätte mich tot gesoffen.
Zum Glück bekam ich die Hilfe!
Und war wieder frei!!
Und das war auch mein größter Wunsch: Nochmal wieder frei zu sein, und ein ganz normales Leben führen zu können.
Bei meinen Suchtverlagerungen (Sport, extreme Vorliebe für Reiswaffeln, bitte nicht lachen, war wirklich so
und ich begann auch nach 2 oder 3 Jahren Trockenheit wieder mit dem Rauchen) spürte ich schon nach kurzer Zeit, das sie mich ja auch wieder in meiner Freiheit einschränken.
Ich hatte ein schlechtes Gefühl, wenn ich mal einen Tag keinen Sport gemacht hatte.
Ich hortete Reiswaffeln, es mussten immer genug im Haus sein, als mein Mann mal drüber meckerte, das die in der Küche stehen, versteckte ich einige Packungen in meinem Schrank! 
Spätestens ab dem Tag war ich hellwach und kaufte erstmal gar keine mehr.
Dann die Raucherei...eine Zigarette auf einer Abteilungsfeier, danach bettelte ich den Kollegen schon um eine zweite an, obwohl er mir schon die erste nicht geben wollte, weil er nicht wollte, das ich wieder rauche.
Am nächsten Morgen bin ich zum nächsten Kiosk und habe mir ne ganze Schachtel gekauft. 
Und hing gleich wieder voll drin in der toxischen Nikotinsucht.
Die Sportsucht konnte ich stoppen, die Reiswaffelsucht bekam ich in den Griff, ich konnte 3-4 essen und dann wars auch gut, heute esse ich allerdings gar keine mehr, seitdem ich weiß, wie ungesund die sind.
Mit der Nikotinsucht war es schwieriger, aber ich fand dann doch noch den Ausstieg mit dem Tod meiner Mutter und der Geburt meines ersten Enkelkindes. Offenbar bedurfte es da auch erstmal eine Art Tiefpunkt. Bin nun seit 10 Jahren rauchfrei.
Die Suchtverlagerungen machten mich unfrei. Genau so wie es der Alk getan hatte, da waren die Einschränkungen allerdings noch gravierender.
Und ich wollte doch wieder frei sein !
Also konnte ich diese Suchtverlagerungen nicht so einfach hinnehmen, ich möchte nicht etwas machen, was in tiefsten inneren doch gar nicht will.
Und das Freiheitsgefühl bedeutet mir so unendlich viel, ich brauche es zum Leben wie die Luft zum atmen.
Shoppen kann genau so eine Suchtverlagerung sein, und kann auch viel Schaden anrichten.
Nicht nur finanzieller Art, wenn da jemand die Kontrolle verliert.
Ich beobachte das bei einer Freundin, sie rafft so immer mehr Geraffel an sich, die ganze Bude steht schon voller Dekokram und der Keller platzt bald vor unnützem Zeug.
Manche Sachen werden nicht mal mehr ausgepackt, lagern dort in einer Plastikverpackung, es geht also nur um den Akt des Kaufens, der Befriedigung bringt, das Gekaufte selbst scheint unwichtig.
Oft hängen bei Kaufsüchtigen auch Klamotten im Schrank, noch mit Preisschild, weil sie nie getragen wurden. Und es muss immer mehr ran, in immer kürzeren Abständen. Hat man einen Partner, beginnt dann auch oft das heimliche Kaufen, um die Sache zu verschleiern.
Die Frau eines ehemaligen Kollegen hat sich und ihre Familie fast in den finanziellen Ruin gekauft, er hat am Ende sein Konto sperren müssen wegen Uneinsichtigkeit.
Liebe Cadda, wenn es für Dich ein Laster ist, womit Du leben kannst, dann ist es ja okay für Dich.
Für mich wäre es das allerdings nicht.
Ich weiß, das es mich innerlich belasten würde, wenn ich immer mehr Kram kaufen würde. Auch das würde mir wieder das Gefühl der Unfreiheit geben, ja ich weiß, ich bin da wohl echt etwas extrem. 
Ich bin eher der Typ, der lieber etwas hergibt als was zu kaufen. Was ich nicht wirklich benötige, kaufe ich allerdings erst gar nicht, denn Besitz von viel Kram kann auch belasten.
Für mich war mein "Laster, mit dem ich leben kann" das Kaufen von Kameras, die ich UNBEDINGT brauchte
. Und natürlich brauche ich dafür auch gute Objektive, kein Billigschrott, is klar. Ebenso Markenrucksäcke und weiteres Zubehör.
War auch alles soweit okay, und ich konnte es auch finanzieren.
Bis ich bemerkte, das mich die Sache zu belasten beginnt. Denn wenn ich das ganze Zeug habe, MUSS ich es auch benutzen, das war wie eine Vorgabe für mich. Und machte mir viel innerlichen Druck.
Mittlerweile bin ich gerade dabei, einiges zu verkaufen, 2 Kameras sind schon weg. Habe ja immer noch 3 andere 

Aber vielleicht trenne ich mich auch noch von einer
und einiges an Zubehör ist auch schon verkauft.
Und dann gehe ich an die Objektive ran, und werde streng aussortieren, das wird allerdings schwer 
Denn um gute Bilder machen zu können reicht viel weniger an Fotokram.
Es geht viel mehr darum, spontan einen bestimmten Moment zu erfassen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, seine Kamera gut zu kennen, Geduld zu haben, experimentierfreudig zu bleiben, und auch, den Blick für ein gutes Bild zu haben.
Über all das verfüge ich...und dazu brauche ich überhaupt nicht so viel Kram! 
Und mit jedem Teil, was ich die letzten Wochen verkauft habe, spürte ich eine Art Erleichterung.
Also habe ich alles richtig gemacht 
LG an Alle
Sunshine