Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Marianee,

    ich finde Deinen Thread-Titel auch etwas irreführend, aus den Gründen, die CF schon beschrieb.

    Ich hätte mich beinahe zu Tode gesoffen, aber mir ist es trotzdem auch nie passiert, das ich im Schlafi oder Bademantel Alk gekauft hätte.
    Zumal ich gar nicht im Besitz eines Bademantels bin :lol:
    Es kommt halt darauf an, wie weit man sich schon runter gesoffen hat... denke ich.
    Ich gehe von daher davon aus, das bei mir auch noch einiges an Peinlichkeiten möglich gewesen wäre, wenn mein Körper nur noch länger mitgemacht hätte.
    Hat er aber nicht.

    Hier schrieb mal jemand vor langer Zeit, das er im letzten nassen Stadium seiner Sucht auch notfalls Bier aus dem Gullideckel gesoffen hätte.
    Das ist mir ziemlich im Gedächtnis geblieben.

    Zitat

    Den Suchtdruck kenne ich natürlich ab dem ersten Glas. Dann ist manchmal alles zu spät gewesen.

    Ich denke, diese Art von Suchtdruck kennen wir alle hier.
    Denn es ist ja das charakteristische an unserer Krankheit, nach dem ersten Glas oder ersten Gläsern nicht mehr aufhören zu können.
    Das ist ja eines der ganz typischen Symptome unserer Krankheit.

    Von daher ist ja die einzige Alternative, das erste Glas stehenzulassen, wenn man ein trockenes und lebenswertes Leben (zurück) haben will.
    So einfach ist das :wink:
    Und eben doch nicht so einfach...

    Es wird aber mit den Jahren immer einfacher, jedenfalls ist das bei mir so.
    Alkohol spielt in meinem Leben keinerlei Rolle mehr, ich könnte Dir nicht mal mehr sagen, was ne Pulle Bier kostet und sollte in den Supermärkten der Umgebung umgebaut worden sein, würde ich nicht mal mehr die Weinabteilung finden, selbst wenn ich müsste.
    Aber muss ich ja nicht. :)
    Ich bin allerdings auch schon seit ca.18 Jahren trocken und habe mich sehr viel mit unserer Krankheit auseinander gesetzt, viele Jahre auch hier im Forum.

    In meinem Alltag habe ich allerdings keine Berührungen mehr mit dem Alk, weder bei mir Zuhause in auch nur irgendeiner Form noch anderswo.
    Und ich muss sagen, auch gedanklich kommt er eigentlich nur noch vor, wenn ich hier im Forum lese oder schreibe.
    Die Erinnerungen sind aber alle noch grundsätzlich da, nur vielleicht etwas verblasster durch die Zeit.
    Also notfalls auch abrufbar oder sie kommen auch von ganz allein, wenn ich bestimmte Geschichten hier lese.
    Wenn ich allerdings meinen Hobbys nachgehe, oder meinem ganz normalen Alltag lebe, denke ich eigentlich nie an meine Krankheit.
    Allerdings lebe ich immer noch weitestgehend nach unseren Grundbausteinen hier und bin damit bisher auch immer sehr gut gefahren.
    Und vieles ist einfach auch in Fleisch und Blut übergegangen, wie beispielsweise Nachfragen im Restaurants bei bestimmten Speisen, das Lesen der Zutatenliste bei Fertiggerichten etc.pp.

    Am Anfang meiner Trockenheit war vieles aber auch noch anders... und die intensive Auseinadersetzung mit meiner Krankheit ging über einige Jahre.

    LG Sunshine

    Nochmal ein paar Worte zu besagter Tracking-App...

    Erstmal zur Bluetooth-Technologie:
    Hier soll sich ja eine "Schwäche" zunutze gemacht werden, nämlich die geringe Reichweite von Bluetooth. Ein GPS-Tracking wäre ungenauer, darum wurde das auch weniger in Erwägung gezogen.
    Wer aber schon öfters mit Bluetooth gearbeitet hat, weiß auch, wie "sperrig" das mitunter funktioniert.
    Da kann bei günstigen Bedingungen eine Reichweite von bis zu 100 Metern erreicht werden, bei ungünstigen Bedingungen mitunter nicht mal 1 Meter.
    Ausschlaggebend für die Reichweite kann manchmal schon sein, ob man das Handy in der Hosentasche oder in der Hand trägt.
    Erschwerend kommt noch hinzu, das Bluetooth nicht Ebenen unterscheiden kann (ich nenne hierzu nur mal mehrstöckige Häuser, Einkaufszentren etc.)
    Sollte also ein Nachbar infiziert sein, den ich nicht mal kenne und noch nie getroffen habe, und wahrscheinlich auch nie treffen werde, wird das Bluetooth trotzdem anschlagen können und die Warnung rausschicken.

    So, nun mal zur praktischen Anwendung, sollte die App tatsächlich kommen trotz aller technischen Probleme.
    Da soll ja eine Warnung rausgegeben werden, wenn man mit Infizierten über einen längeren Zeitraum in Kontakt kam bzw. und/ oder der empfohlene Abstand unterschritten wurde.
    Okay, da rufe ich dann also meinen Arbeitgeber an und sage, ich kann leider die nächsten 14 Tage nicht zur Arbeit kommen, weil meine App angeschlagen hat und ich mich nun in Selbstquarantäne begebe.
    (Und JA, es arbeiten noch viele Menschen, nicht nur im Pflegebereich, es gibt keinen völligen Shutdown, zumindest nicht in meiner Stadt).
    Der Arbeitgeber freut sich bestimmt :? , wenn bei der momentan schwierigen Situation der Ausfall von Mitarbeitern auch noch hinzukommt, wenn man schon in der glücklichen Lage ist, noch arbeiten zu können/dürfen.
    Nun gut, was ist aber, wenn der Arbeitnehmer nach 14 Tagen an den Arbeitsplatz zurückkehrt und ein paar Tage später wieder eine Warnung der App bekommt? Und dann auch noch ein drittes oder viertes Mal?
    Es gibt mittlerweile eine große und vor allem auch begründete Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes in unserem Land, da kann man sich gern mal selbst überlegen, wie die Leute sich wohl verhalten werden?
    Und es geht auch nicht nur um Arbeitnehmer... auch andere haben keinen großen Bock, sich gegebenenfalls ein drittes oder viertes Mal kurz hintereinander in Selbstquarantäne zu begeben, das kann man sich doch an einer Hand abzählen, Verantwortung hin-oder her.
    (Es kann übrigens nachvollzogen werden, wenn die App wieder deinstalliert wurde, das nur mal dazu...)

    Desweiteren gibt es durchaus ernstzunehmende Zweifel an der Anonymität. Zum Gesamtthema äußerte sich übrigens auch auch der badenwürtembergische Landesdatenschutzbeauftragte.

    Und nun ja, die Hacker sitzten eh schon wie auf heißen Kohlen und warten auf die App voller Spannung, endlich wieder eine neue Herausforderung :lol: ... und wie viele sie schon "meisterten", dürfte dem einen oder anderen bekannt sein. :?

    Und last but not least wird ganz stark mit der Unsicherheit von Menschen gearbeitet. Es wurde ein hoher Erwartungsdruck aufgebaut, der für mich schon an Erpressung grenzt. A la, "wir können weitere Lockerungen nur einleiten, wenn sich jeder diese App installiert".
    Soso...

    Auch äußerte sich Finanzminister Scholz, das er erwarte, das sich annähernd 100% diese App installieren werden, und auch das erhöht den sozialen Druck.
    Und sollte das mit der "freiwilligen" Installation der App nicht klappen, könnte wieder zu staatlichen Zwangsmaßnahmen übergegangen werden. Auch das wurde regierungsseitg so verkündet!
    Das mal zum Thema Freiwilligkeit... und besonders "freiwillig" hörte sich die Idee an, die App gleich mit dem nächsten Systemupdate des Smartphones zu installieren :roll:
    Das Argument, das viele gar kein app-fähiges Mobiltelefon haben, wurde ja auch schon aus der Welt geschafft, für diese Menschen kann man ja dann so ein kleines mobiles Gerät verordnen, was immer bei sich getragen werden muss.

    Ich beschäftige mich übrigens mit Datenschutzbelangen seit sehr langer Zeit, und ich gehöre zu denen, die deshalb sogar noch auf die Straße gegangen sind.
    Vielleicht erinnern sich die älteren hier unter uns noch an den Begriff "Der gläserne Mensch", den wir damals keinesfalls wollten und deshalb auch dagegen demonstrierten.
    Mich erschreckt es von daher auch zutiefst, wie inflationär heutzutage sehr viele Menschen mit ihren privaten Daten umgehen. :shock:
    Das geht tatsächlich über mein Verständnis hinaus, aber ich bin da eben auch geprägt, auch durch meine frühere gewerkschaftliche Arbeit.

    Ich möchte auch an dieser Stelle nochmal daran erinnern, wie unser Gesundheitsminister auf Teufel komm raus auf unseren "Gesundheitskarten" von der KK empfindliche Patientendaten speichern lassen wollte.
    Bisher isser damit ja auch nicht durchgekommen, (trotz Merkel-Rückendeckung) wenn ich da recht informiert bin.
    Ebenso sollte die Einführung einer "elektronischen Patientenakte" vorangetrieben werden...

    Sorry, aber manche Leute schießen einfach weit übers Ziel hinaus und Jens Spahn ist meiner Meinung einer dieser Menschen.
    Das Ziel sollte meiner Meinung nach sein, uns digitale Möglichkeiten auf jeden Fall zunutze zu machen. Technik sollte dem Menschen dienen, und so war es auch immer gedacht.
    Aber ich denke, keiner möchte hier einen Überwachungsstaat, in dem persönliche Daten digitalisiert und auf bestimmte Art ausgewertet werden und dann auf missbräuchliche Art gegen einen verwendet werden.
    Auch hierzu könnte ich Beispiele bringen, welche Möglichkeiten im Gespräch waren oder auch noch sind, aber das erspare ich uns jetzt mal. :wink:

    Wir leben hier immer noch in einem Rechtsstaat, und es dürfen keine Grundrechte verletzt werden.
    Wir sind nun in einer Ausnahmesituation, das ist mir natürlich auch klar. Und wir alle müssen mit Einschränkungen leben und ich habe auch im Großen und Ganzen kein Problem damit.
    Meine Güte nochmal, in anderen Ländern ist die Situation tausendmal schlimmer... was haben wir dagegen denn hier groß zu leiden :roll: , außer das wir uns ein paar Kilo anfressen, weil wir evtl. zu viel vorm TV auf dem Sofa hocken?
    Wir haben zu Essen und sauberes Trinkwasser verfügbar, ein Dach über dem Kopf und haben sogar die Möglichkeit, uns durch hygienische Maßnahmen zu schützen.
    Andere Menschen in armen Ländern können nur davon Träumen, sich regelmäßig die Hände waschen zu können !!

    Und selbst in EUROPA gibt es erbärmliche Zustände! Man schaue nur mal auf das schreckliche Flüchtlingscamp "Moria" auf der griechischen Insel Lesbos, wo die Menschen unter schlimmsten Zuständen hausen.
    Da werden dann mal ein paar Dutzend Kinder rausgeholt, um das europäische Gewissen zu beruhigen, das ist ja geradezu lachhaft.
    Was ist mit den vielen Tausend anderen Menschen dort?
    Wenn dort auch noch der Virus ausbricht, dann wird "Moria zum Massengrab", wie ich die Tage in einem Interview mit einem Helfer von einem Rettungsboot hören musste.

    Für mich hat sich der europäische Gedanke in den letzten Wochen fast in Luft aufgelöst und das macht mich unendlich traurig.
    Als das Virus in Italien tobte, waren wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Als es in Spanien wütetete, ebenfalls.
    Diese Länder dienen uns wohl nur als nette Urlaubsziele, oder was?
    (Und die Griechen sollen gefälligst die Flüchtlinge aus den Urlaubsgebieten fernhalten, nicht das deren Anblick uns irgendwie bei unserem Strandvergnügen stören könnte, wenn wir mal wieder reisen dürfen!)
    Aber dafür haben wir ja ein Dutzend Covid-19 Erkrankter aus Frankreich dann mal gnädigerweise aufgenommen, weil KH-Betten leer standen.
    Gestern hörte ich, das in Deutschland viele Tausend Intensiv-Krankenhausbetten leer stehen, und die Krankenhäuser nun auch noch Entschädigungen für die Bereithaltung bekommen sollen.
    Ist das nicht irgendwie pervers? Warum können denn nicht zumindest Erkrankte aus EU-Ländern dort derweil behandelt werden?
    Das sind alles so Sachen, die mich den Glauben an die EU eigentlich haben verlieren lassen. Zumindest ist er in den Grundfesten stark erschüttert.

    So, das musste grad mal raus, sorry
    LG Sunshine
    ... die dann noch viel Spaß bei der "Datenspende" wünscht. :wink:
    Das Wort "Spende" hatte für mich allerdings immer eine ganz andere Bedeutung... aber nun gut...

    Ich hatte mir auch ein bisschen mehr erhofft, Carl Friedrich :?
    Und einiges kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen...
    Ich hoffe, das die Entscheidungen die Richtigen sein werden...und ich werde sie, wenn auch mit etwas langem Gesicht, akzeptieren, wenn sie der Sache dienlich sind.
    Allerdings kommt mir mit Sicherheit diese ominöse Tracking-App nicht auf mein Smartphone :P , das geht mir zu weit an Überwachung.
    Und da können sie mir auch sonstwas erzählen in Sachen Datensicherheit/Anonymität. Ich traue in derlei Hinsicht niemanden.

    Zitat

    Vielleicht tut sich da ja ab Anfang Mai was.


    Da muss sich mehr tun !
    Mir tun insbesondere die Gastronomen und kleinen Betriebe leid, viele werden wohl mit diesen Einschränkungen nicht mehr lange überleben können.
    In vielen kleinen Restaurants steckt viel Herzblut und nun sowas... :-|

    LG Sunshine

    Zitat

    Und die Händeschüttelei ging mir schon immer auf die Nerven, darauf kann ich prima verzichten.

    Ich muss gerade schmunzeln, lieber Carl Friedrich :lol:
    Denn mir geht es ebenso, ich bin kein besonderer Freund vom Händeschütteln :wink:
    Mir kommt es von daher sehr entgegen, das man in Russland, wo ich ja die letzten 3 Jahre zur Hälfte lebte, Frauen nicht die Hand gibt.
    Nach kurzer Eingewöhnungsphase diesbezüglich gefällt mir das recht gut.
    Wenn man sich gut kennt, umarmt man sich eher, das tun im Übrigen in Russland auch Männer sehr häufig und von daher wohl auch gern.
    Das fehlt mir viel eher in der momentanen Situation, und zwar auch hier.
    Nun ja, nach Russland können wir ja auch momentan leider nicht...ich vermisse es so sehr, dort zu sein.
    Hoffentlich ist der Corona-Mist bald zu Ende uns wir können zurück in unser geliebtes Russland :)

    Dir noch ein schönes Osterfest.
    LG Sunshine

    Ich bitte, meine Tippfehler zu entschuldigen :oops:

    Carmen, ich wollte auch noch was zu den Schuldgefühlen schreiben und auch dem hier:

    Zitat

    ja, demütigend war so Einiges, was man zu Saufzeiten erlebt hat. Dabei hat man sich die Demütigung selbst zugefügt durch eigenes Verhalten. Und wenn ich von meinem Ex-Partner gedemütigt wurde, dann war das auch meine Schuld (oder es lag in meiner Verantwortung), weil ich es zugelassen habe. Bzw habe ich mich selbst so „klein gesoffen“, dass ich es zugelassen habe, weil ich mir nichts mehr wert war.

    Ein Bekannter hat das mal als "Alkoholtrauma" beschrieben, an dem wir alle litten oder auch akut noch leiden.
    Es ist nicht so, das wir aus Jux und Dollerei gesoffen haben, und das weiß man auch spätestens dann, wenn man trinken muss, weil man sonst
    auf Entzug kommt.
    Man ekelt sich doch längst vor dem Zeugs, aber die Angst vor dem Entzug macht, das man es doch wieder trinkt.
    Und vielleicht auch gleich wieder auskotz*t und trotzdem weiter macht. Natürlich ist das krank.
    Die Alkoholkrankheit hat aber auch nix mit Verstand und Logik zu tun, so kann man sie überhaupt nicht erfassen.

    Wie auch immer, dieses Alkoholtrauma ist nicht sofort wieder weg, wenn man aufhört zu saufen. Das muss auch erstmal wieder heilen !
    Wir haben uns manche Dinge ja jahrelang oder gar Jahrzehnte angetan, die Heilung dieses Traumas braucht auf jeden Fall ihre Zeit.
    Und vielleicht verheilt auch einiges gar nicht mehr ganz, wir können ja nicht unsere gesamte Festplatte im Oberstübchen löschen.
    Ich für meinen Teil habe mir das aber auch teilweise zunutze gemacht.
    Die Auseinandersetzung mit meiner Krankheit führte auch dazu, zu wissen, wo ich nie wieder hin will.
    Und wo ich wieder hinkomme, wenn ich auch nur 1 Glas wieder trinke, war mir auch immer sonnenklar.
    Die Erinnerung an die früheren unangenehmen Erlebnisse dienten mir dann dazu, meine Entscheidung, nicht wieder zu trinken, zu manifestieren.
    So war es im Endeffekt doch noch für was gut :wink:
    Ich bin allerdings auch ein Mensch, der selbst aus den blödesten Situationen noch gern was lehrreiches ziehen möchte, und sei es nur, bestimmte Dinge nie wieder zu tun, auch jetzt mal ganz unabhängig von der ehemaligen Sauferei. :lol:

    Du schriebst, das Du Dich vielleicht bei einigen entschuldigen willst.
    Ich habe auch damals darüber nachgedacht. Ich bin zwar nie körperlich aggressiv zu irgendwem gewesen, aber sicher verbal.
    Eigentlich hauptsächlich nur meinem Partner gegenüber. :oops:
    Den habe ich dann nach meiner Entgiftung gefragt, ob er mir denn überhaupt das alles verzeihen könne?
    Er sagte daraufhin nur: "Ich habe Dir bereits an dem Tag verziehen, als Du in die Entgiftung gingst"
    Und so war es auch wirklich, er hat von sich aus nie wieder irgendwelche unangenehmen Vorfälle angesprochen.
    Wenn, dann ging das von mir aus, weil ICH drüber sprechen wollte.
    Aber erstmal einen Schritt nach dem anderen machen... vieles, wie auch solche Gespräche, ergeben sich auch oft von ganz allein, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

    Bei anderen habe ich mich nicht entschuldigt, denn ich habe eine Krankheit, die mich zu gewissen Verhaltensweisen gebracht hat, ich bin kein böswilliger Mensch, der Spaß dran hatte, andere Menschen zu verletzen !
    Ich habe da aber auch nicht wirklich sehr schlimmes angerichtet... es war nichts dabei, was nicht verzeihbar gewesen wäre.
    Das schlimmste habe ich mir selbst und meinem Partner angetan.
    Ich habe aber mit meinen engen Freunden später über meine Krankheit gespochen, ich gehe offen damit um.
    Die haben dann von ganz allein begriffen, und eine Entschuldigung wäre mir da auch fehl am Platz vorgekommen, ein Diabetiker entschuldigt sich ja auch nicht für seine chronische Erkrankung.
    Das ist so meine Sichtweise... andere sehen das vielleicht ganz anders...

    Und man darf auch nicht vergessen, das andere Menschen auch ihre eigenen Sorgen haben, da ist die eigene Suchterkrankung dann auch nicht sooo interessant für andere :wink: , denn jeder interessiert sich erstmal am meissten für sich selbst und die eigene Familie.
    Meine Freunde haben es so akzeptiert, wie es nun mal ist, ich bin alkoholkrank. Und ansonsten ist das gar kein weiteres Thema für uns.
    Ansonsten bin ich doch so ein Mensch wie jeder andere auch... mit Stärken und Schwächen... aber die Alkoholkrankheit ist keine Schwäche, sondern nun mal eine Krankheit !
    Und aus die Maus. :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Carmen,
    die ersten Tage nach meiner Entgiftung auf der Intensiv, als ich wieder einigermaßen bei mir war, dachte ich NUR an das Jetzt.
    Ich zählte anfangs sogar die trockenen Stunden, irgendwann dann Tage und Wochen... usw.
    Meine Alkoholabhängigkeit war körperlich ebenso stark wie psychisch.
    Und so war ich die ersten Tage einfach nur unendlich dankbar, das ich nicht mehr auf Entzug kam dank der Medikamente.
    Das war für mich schon wie ein Wunder und unglaublich erleichternd.
    Es gab für mich keine Gedanken, ob ich irgendwann wieder trinken kann, es zählte nur das, was im Moment war. Und das reichte mir auch.
    Es gab für mich auch keinerlei Anfangseupghorie, vielleicht war das auch gut so, keine Ahnung.
    Ich musste mich regelrecht ins Leben zurück kämpfen, bis es irgendwann nach Wochen einfacher wurde, vor allem körperlich.

    Im späteren Verlauf meiner Abstinenz gab es auch Suchtdruck-Situationen. Ich lernte mit der Zeit, damit umzugehen.
    Zum Glück was das nur selten, aber es gab diese Momente durchaus.
    Ich dachte dann all all das zurück, was passiert war. Ähnelt sich übrigens Deinen Erlebnissen :wink: aber diese Erlebnisse ähneln sich ja grundsätzlich bei uns.
    Die Krankheit geht eben mit gewissen Symptomen einher, und Kontrollverlust bis hin zu Blackouts gehören dazu.
    Wie auch immer, mir war immer klar, wohin ich nie wieder zurück will. Und das brachte mich dann auch durch diese Situationen.
    Desweiteren betrieb ich Risikominimierung, entsprechend unseren "Grundbausteinen" hier, die kannte ich allerdings damals nicht, ich hörte eher auf
    mein Bauchgefühl, was gut für mich sein könnte und was nicht.
    Und dabei war ich immer sehr selbstkritisch, ließ mir selbst nur wenig durchgehen. Und meine Willensstärke war auch wieder da, die hatte ich mir während meiner nassen Zeit regelrecht weggesoffen.

    Ich denke, gerade am Anfang der Abstinenz ist das Denken im 24 Stunden bezüglich der Alkoholkrankheit keine schlechte Idee.
    Man soll ja auch nicht in der Vergangenheit leben und nicht zu weit in die Zukunft schauen wollen, so raten ja auch Fachleute fürs Glücklichsein :)
    Und das enspräche ja dem.
    Und man darf auch auf jeden einzelnen Tag, an dem man nicht getrunken hat, STOLZ SEIN, weil das eine große Leistung für uns ist.
    Später werden dann Tage und Wochen draus... und hoffentlich auch Monate und viele Jahre.

    LG Sunshine

    Hallo Carmen,
    ich wollte Dich auch noch Herzlich hier im Forum begrüßen !
    Schön, das Du hergefunden hast.
    Ein bisschen mitgelesen habe ich hier auch schon.

    In einem anderen Thread schriebst Du:

    Zitat

    Da ich mich in den letzten Jahren sehr isoliert und kaum soziale Kontakte mehr habe, ändert sich für mich nicht allzu viel.
    Ich bin ja erst seit 24 Tagen suchtmittelfrei und versuche mich so gut wie es geht zu beschäftigen.
    ...........
    Sunshine hat mich auf etwas gebracht. Ich könnte auch mal wieder meine Kamera rausholen und fotografieren; das hat mir früher riesigen Spaß gemacht.

    Das war bei mir auch so. Ich habe mich in den letzten Jahren meiner Sauferei auch sehr isoliert, es sollte ja keiner wissen, was
    wirklich mit mir los ist. Selbst mein Partner kannte nicht das gesamte Ausmaß meiner Sauferei.
    Darum kann ich oft nicht verstehen, das sich manche eingeschränkt durch die Abstinenz fühlen, bei mir war die Sauferei einschränkend, aber sicher nicht das jetzige, trockene Leben.
    Aber nun gut, ich bin nun auch schon sehr lange trocken... da ändern sich auch Sichtweisen. Es ist halt vieles auch einfach ein Weg...
    Ich erinnere allerdings auch noch gut die ersten Zeit meiner Abstinenz: Nachdem ich nach meiner schwierigen Entgiftung wieder einigermaßen auf den Beinen war, fühlte ich eine großes Freiheitsgefühl.

    Ich habe auch schon früher fotografiert, im Grunde fotografiere ich schon seit bald 50 Jahren :lol: , habe schon sehr früh damit begonnen.
    Aber auch dieses Hobby lag in meiner Saufzeit immer mehr brach... wie viele andere Interessen auch.
    Vor ca. 10 Jahren habe ich dann nochmal die volle Grätsche in die Fotografie gemacht, indem ich in die digitale Fotografie einstieg.
    Da musste ich erstmal viel neues lernen, was mir allerdings immer großen Spaß machte, weil ich eigentlich grundsätzlich gern dazu lerne,
    wenn mich was wirklich interessiert.
    Heute habe ich eine sehr gutes Equipment, womit ich mich hauptsächlich der Naturfotografie widme. Sprich, Wildlife-und Makro-Fotografie.
    Habe aber auch schon Hochzeitsfotografie gemacht, und Kinder vor der Kamera sind auch mein Ding, da hab ich scheinbar ein Händchen für.
    Und Landschaft finde ich auch immer wieder faszinierend. :)

    Vielleicht magst Du ja auch Dein altes Hobby neu beleben? Und findest erneut Freude dran?
    Das Frühjahr steht vor der Tür, und viele Motive deshalb auch ebenso.
    Auch auf Fahradtouren findet man immer wieder tolle Motive, die einem dann einfach so zufallen.
    Also auf gehts?

    LG Sunshine

    Hallo Peter,
    Erstmal Herzlich Willkommen hier im Forum !

    Du schriebst

    Zitat

    Arzt empfahl mir dringend, die Suchtberatungsstelle und/oder eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

    Eine SHG hast Du ja bereits aufgesucht, denn das hier IST eine SHG, aber eben online.
    Was gewisse Vorteile hat, aber auch Nachteile,
    es fehlt halt die Mimik und Gestik, so kann es hier eher mal zu Missverständnissen kommen. Dafür ist hier rund um die Uhr und jeden Tag geöffnet. :D

    Zitat

    Gibt es Leute, die ganz ohne Hilfe aus der Spirale rausgekommen sind?


    Ich hatte anfangs nach meiner heftigen Entgiftung auf der Intensivstation keine SHG und ich habe auch bis heute keine Therapie gemacht.
    Was aber nicht bedeutet, das ich keine Hilfe und Unterstützung hatte !
    Da waren als erstes die Ärzte und Schwestern/Pfleger im KH, die deutliche Worte für mich fanden, aber nie irgendwie abwertend waren.
    Denen bin ich heute noch sehr, sehr dankbar.
    Dann war da meine Hausärztin, die mich mit Unterstützung ihres Praxisteams, ab dem Tage meiner Entlassung intensiv begleitete, besonders in den ersten Monaten.
    Und last but not least war da meine Familie, die mich auf meinem neuen, trockenen Weg auch sehr unterstützte, soweit ihr das möglich war.
    Ebenso taten das meine Freunde.
    Ich hatte also schon ne Menge Hilfe und Unterstützung, so gesehen...
    Aber eben keine SHG und/oder Therapie.

    Würde ich meinen Weg heute so weiter empfehlen?
    Das kommt ganz drauf an, wie jemand gestrickt ist... beispielsweise, ob er seine Krankheit als solche begriffen hat, ob er bereit ist, seine Abstinenz an allererste Stelle zu rücken etc.pp.
    Jeder kommt etwas anders damit zurecht.
    Trotzdem würde ich zur Sicherheit zu einer unterstützenden SHG raten, ob man sie lebenslang benötigen wird, ist ne andere Frage.
    Einige brauchen das, andere nicht, so ist zumindest meine persönliche Erfahrung.
    Jeder sollte das so machen, wie es ihr/ihm gut tut und es sich richtig und hilfreich anfühlt.

    Im Laufe meines trockenen Lebens habe ich viele trockene Alkoholiker kennengelernt, unsere Krankheit ist ja recht weit verbreitet.
    Und ich kenne auch Alkoholiker, die mehrere Therapien hatten, die aber nix gebracht haben. Die saufen heute noch...gehen ab und an ins KH, um sich wieder fit machen zu lassen, solange das noch klappt.
    Aber irgendwann ist auch diese Möglichkeit erschöpft und dann stirbt man eben an seiner Krankheit, auch solche traurigen Fälle kenne ich leider persönlich.
    Es kommt halt drauf an, was MAN SELBST aus den Hilfangeboten macht und wie ernst es einem ist.
    Und ernst ist unsere Krankheit allemale, denn wenn wir sie nicht stoppen können, bringt sie uns unter die Erde, früher oder später...

    Man kann aber andererseits klasse mit dieser Krankheit leben, ich tue das zumindest. Wir haben es ja selbst in der Hand, sie zu stoppen.
    Von welcher unheilbaren Krankheit (ja, das ist unserer Krankheit auch!) kann man das sonst noch behaupten?
    Ich fühle mich jedenfalls kein bisschen von der Krankheit eingeschränkt, die Sauferei hat mich ja viel mehr eingeschränkt !
    Trocken bin ich wieder frei. Und das genieße ich auch immer noch genau so wie am Anfang meiner Abstinenz :)
    Ich bin übrigens seit ca.18 Jahren trocken.

    Ach so, noch ergänzend, ich war auch zwischendurch mal ca. 1 Jahr lang in einer realen SHG, was mir auch nochmal neue Erkenntbisse gebracht hat.
    Es ist nochmal was anderes, anderen gegenüber zu sitzen und miteinander zu reden, als sich nur zu schreiben und das fand ich auch eine schöne Erfahrung.
    Aber da war ich schon einige Jahre trocken...
    Ganz am Anfang war ich auch mal bei einer anderen SHG, den AA, aber da bin ich gleich in der Pause wieder abgehauen, weil ich mit deren Konzept nichts anfangen konnte, und es auch bis heute nicht kann.
    Von daher hätte mir das nur wenig gebracht, denn wenn ich was mache, muss es mich auch selbst überzeugen :wink: Zumindest ansatzweise :lol:

    LG Sunshine

    Hallo Vollzeitmami,

    ich verstehe das (oder Dein) Problem nicht so ganz.

    Du schreibst unter anderem:

    Zitat

    Ich muss dazu sagen, das Einzige was mich wirklich stört ist die Bierfahne.
    .....
    Ich hasse Veränderungen und so ist ja auch alles gut

    Ja mei, gegen die Fahne kann er ja n Pfefferminz lutschen.
    Und wenn Du Veränderungen so scheust, dann alss doch einfach alles so, wie es ist.

    Zitat

    Ich nehme ihm nichts ab. Keine Entscheidung, kein einkaufen. Ich kontrolliere ihn nicht.
    Weil es mir wirklich egal ist.
    Ich habe ihm gesagt er ist alt genug und muss selbst wissen was für ihn gut ist und was nicht.


    Also scheinst Du ja auch nicht Co-abhängig zu sein. Dann ist doch alles prima !
    Oder etwa doch nicht?

    Dieses Forum richtet sich ja an Alkoholiker(innen), was auf Dich ja nicht zutrifft.
    Und an CO-Abhängige.
    Eine Co-Abhängigkeit liegt ja bei Dir auch nicht vor.
    Was für eine Hilfe oder Unterstützung schwebt Dir denn seitens dieses Forums so vor?
    Es ist doch soweit alles paletti bei Euch, und ein paar gesundheitliche Zipperlein hat ja jeder mal...

    Jetzt mal Butter bei die Fische !
    Du hast Dich doch hier nicht vorgestellt und um Freischaltung gebeten, weil alles bei Euch so super läuft, nicht wahr? 8)
    Ich zumindest habe das Gefühl, das einiges so gar nicht toll bei Euch läuft, aber vielleicht irre ich mich ja auch :wink:

    LG Sunshine (Alkoholikerin, trocken)

    Lieber Hartmut,

    Zitat


    um mal bei diesem Vergleich zu bleiben :lol: :
    Ein paar Viren auf dem Rechner legen ihn noch nicht lahm, nur in bestimmten Bereichen funzt er evtl. nicht mehr wie ein Virenfreier. Ich habe auch das "Virus" Alkoholkrankheit, aber es beeinträchtigt mich nicht als solches im "normalen Betrieb". :wink:
    Schlimmer wäre allerdings ein "Trojaner", der Dir nach und nach alles platt macht oder auch auf einen Schlag (Rückfall).
    Hierzu zähle ich nasse Gedanken, eine Abstinenz mit "der Faust in der Tasche", wie wir das hier ja oft nennen (kommt dieser sehr treffende Ausdruck nicht sogar von Dir?) und risikohaftes Verhalten wie vorsätzliche Aufenthalte in nassen Umfeld etc.
    Und natürlich können auch mechanische Schäden an der Festplatte auftreten... denn der Alk ist schließlich letztendlich ganz klar ein Nervengift und Gifte richten nun mal Schaden an.
    Mitunter auch irreparable.

    Hartmut schrieb:

    Zitat

    Der eine denkt das ganze Scenario bevor er was trinkt zu Ende und steuert dagegen.
    Andere wiederum machen das nicht. Ich gehöre dazu. Ich halte wenig davon es zu Ende zu denken. Ich weiß ja wie es endet und akzeptiere für mich das es diese kranke Gedanken gibt.

    Für mich war die Vorstellung des Szenarios (also wieder trinken) inkl. des Zuende-Denkens des Ganzen wohl mein wichtigster Schutz vor einem Rückfall in den ersten Jahren meiner Abstinenz.
    Das mag aber an meiner persönlichen Geschichte liegen, denn ich hatte eine sehr schwere Entgiftung auf der Intensivstation unseres KH und hätte sie beinahe nicht überlebt.
    Die Vorstellung, nochmal etwas ähnliches durchmachen zu müssen, war für mich extrem schlimm und abschreckend.
    Meine Trockenheit baut allerdings nicht auf Angst und Abschreckung auf, und ich denke, das würde auch nicht wirklich dauerhaft funktionieren.
    Aber es hat mir anfangs geholfen.

    Liebe la vie,

    Ich hatte es schon eingangs geschrieben und durch einige Beiträge in einem anderen Bereich dieses Forums kamen diese Erinnerungen erneut hoch.
    Für mich war es das belastendste, nach meinem Entzug wie ein Insekt unter der Lupe betrachtet zu werden.
    Zum Glück tat das nur eine einzige Person, die vorher ausgiebige Gespräche geführt hatte mit einer anderen nahestehenden Person, deren Mann immer wieder rückfällig wurde und sich letztendlich totgesoffen hat.
    Betreffende Person ging aufgrund dieser Gespräche schon beinahe automatisch davon aus, das ich auch wieder trinken würde.

    Meine anderen Angehörigen taten das nicht, ihnen war auch gar nicht bekannt, wie hoch die Rückfallquote ist.
    Die glaubten einfach ganz fest an mich, und mir hat das unheimlich viel Mut gemacht und Kraft gegeben.
    Um es klar zu stellen, ich kann es durchaus verstehen, das sich Menschen dem Alkoholkranken gegenüber distanziert verhalten, ganz besonders wenn sie schon mehrere Rückfälle miterleben mussten.
    Sie möchten ganz einfach nicht erneut enttäuscht und verletzt werden. Dazu kommt das meist sehr belastende Verhalten von nassen Alkoholikern. Das alles sitzt sehr tief.
    Und dennoch ist so ein misstrauisches Verhalten für den Alkoholkranken sehr verletzend.
    Ich weiß das auch aus Erzählungen aus meiner ehemaligen realen Gruppe.
    Das kann sogar zu Gedanken führen wie "es denken doch eh alle, das ich wieder saufen werden, also tue ich es einfach und gut isses".
    Mir war jedenfalls das Vertrauen, was meine Angehörigen mir wieder schenkten, eine ganz besondere Unterstützung, wahrscheinlich sogar die wichtigste, die sie leisten konnten.
    Wäre ich aber immer wieder rückfällig geworden, wäre ihr Vertrauen sicher auch in Misstrauen umgeschlagen. Auch das ist mir klar und verständlich.

    Zitat

    Auch coVerhalten zeigt sich ja im Helfen in Erwartung von Lob und Anerkennung, oder sich selbst aufwertend. Auch hier passt ja etwas nicht. Raus aus der ständigen Helferrolle ( die ja oft nicht wirklich hilfreich ist und auch bevormundend sein kann) und mit anderen Dingen sich selbst belohnen.

    Richtig. Ein CO zieht also durchaus auch eigenen Nutzen aus der Beziehung zu einem Alkoholkranken (oder anderweitig kranken Menschen, gerne mit Suchterkrankung).
    Fehlendes Selbstbewußtsein oder andere Defizite sollen durch die gefällige Helferrolle ausgeglichen werden. Und Richtig, eine Helferrolle kann auch sehr bevormundend sein.

    So wird ein CO auch meist ein Problem bekommen, wenn der suchterkrankte Partner seine Sucht stoppen kann, denn ab dann wird er in den allermeissten Fällen auch die Gestaltung des eigenen Lebens wieder in die eigenen Hände nehmen wollen.
    Und dann kann ein CO seine Helferrolle eben nicht mehr so ausleben und kann sich sogar überflüssig fühlen.
    Auch nich so witzich... da erscheint es einigen CO`s sogar als verführerischer, wenn der suchterkrankte Partner wieder rückfällig wird und alles "beim alten" bleiben kann.
    Denn das kennt man, da fühlt man sich "heimisch" (wenn auch auf ne ziemlich kranke Art) und man muss vor allem nix am eigenen Verhalten ändern! :wink:

    Für einen Nicht-Co allerdings wird es eine große Erleichterung sein, nicht mehr für alles "zuständig" zu sein und er wird den suchterkrankten Partner in seiner zurückkehrenden Eigenständigkeit fördern anstatt ihn darin zu hemmen.
    So war es beispielsweise bei meinem Mann und mir. Mit diesem Loslassen konnte ich in ein eigenständiges Leben zurückkehren und das war einfach toll !

    LG Sunshine

    Hallo,
    ich kann mich Hartmuts Worten nicht so ganz anschließen :wink:

    Weder ich noch meine engsten Angehörigen haben bei mir eine "Hirnschädigung" feststellen können, da oben arbeitet es noch einwandfrei :lol:
    Natürlich wird durch jahrezehntelanges Hardcore-Saufen irgendwann auch das Gehirn durch gewisse chemische Prozesse geschädigt, das ist mir schon klar.
    Aber jedem trockenen Alkoholiker per se ein "geschädigtes Hirn" zu unterstellen, also sorry, SO möchte ich mich nicht pathologisieren lassen.
    Ich würde eher sagen, das eine Umprogrammierung im Hirn stattgefunden hat, die in unserem Fall durch Alkoholmissbrauch entstanden ist.
    Und die führte zum süchtigen Verhalten.
    Und wenn das funktioniert hat, besteht ja wahrscheinlich auch die Mögllichkeit, die Umprogrammierung wieder zu "überschreiben" durch ein
    konsequent trockenes Leben?
    Ich für meinen Teil kann nach über 17 Jahren Trockenheit jedenfalls sagen, das ich keine Krankheitssymptome mehr verspüre wie Saufdruck.
    Den hatte ich ab und an mal in den ersten 2-3 Jahren, seitdem habe ich längst Ruhe davor.
    Ich kenne meine Trigger und gehe ihnen konsequent aus den Weg und gut isses.
    Aber ich weiß auch ganz genau, das ich weiterhin alkoholkrank bin, wenn auch momentan symptomlos. Ich vergesse meine Krankheit nicht und habe sie auch in den vergangenen Jahren nie vergessen oder verdrängt.

    Zitat


    Ein Notfallplan kann dir im Vorfeld schon helfen nicht wieder anzufangen aber um da wieder rauszukommen, wenn du dabei bist, ist erstmal unwahrscheinlich, da eben die "nassen Gedanken (suchtorientierte Gedanken) in den Vordergrund rücken.

    Ein Rückfall ist ein Rückfall, und er nimmt dann seinen Lauf...
    Das bedeutet aber nicht zwangsweise, das man da nicht zeitnah wieder rauskommen kann !
    Dazu gibt es hier im Forum mehrere Beispiele und ich kenne auch welche aus meiner ehemaligen realen Gruppe.
    Hier ist schnelles Handeln gefragt und meiner Erfahrung nach hilft auch das schnelle Aufsuchen der SHG sehr weiter.
    Man muss dann eben wieder erneut um Hilfe bitten, und man wird sie auch bekommen, von ärztlicher Seite wie auch von der SHG.
    Vielleicht wäre dann auch eine Thera sinnvoll, kommt immer auf den einzelnen Fall drauf an, denke ich.

    Ich denke, ein Rückfall ist der persönliche Supergau für einen trocken lebenden Menschen, oder zumindest eine sehr sehr unangenehme Erfahrung.
    Unter trockenes Leben verstehe ich hier ein wirklich trockenes Leben, in dem man zufrieden war und was man durch eine Dummheit oder einen Blackout oder sonstwas aufs Spiel gesetzt hat.
    Dann kennt man ja schon ein trockenes Leben und wird es wahrscheinlich auch wiederhaben wollen. Und das so schnell wie möglich.

    Es gibt sicher auch Fälle von alkoholkranken Menschen, die immer wieder rückfällig werden, auch diese Leidensgeschichten kenne ich.
    Oder sich eben auch ganz für die Sauferei entscheiden inkl. Totsaufen. Auch das gibt es natürlich.
    Aber es gibt eben auch die Fälle, wo erneut um Hilfe gebeten wird und so der Rückfall gestoppt werden kann.

    Mag sein, das das nun am Thema vorbei ist :wink: , aber ich wollte das mal gern so dagelassen haben... man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren.

    LG Sunshine

    Hallo Nobby,

    Schön, das es Dir gut geht :)

    Du schreibst:

    Zitat

    Mein Alltag unterscheidet sich nicht wesentlich von nicht Alkoholikern. Arbeiten, Einkaufen, Essen, Urlaube, Schlafen, Hobbys.


    Kann ich gut nachvollziehen.
    Ich bin auch kein interessanterer Mensch geworden, nur weil ich nicht mehr trinke. :wink::lol:
    Ich tue auch genau das, was andere Menschen tun, die nicht süchtig sind.
    Und das ist gar nicht sooo aufregend, als das ich unbedingt davon berichten müsste.

    Ich bin aber ein grundsätzlich zufriedenerer Mensch geworden, habe durch meine Krankheit auch viel gelernt.
    Als ich noch gesoffen habe, war ich unzufrieden und eher schwer erträglich, natürlich auch durch die innere Unzufriedenheit.
    Trocken konnte sich dann vieles wieder zum Guten wenden. :)

    Zitat

    Und ja, im Gegensatz zu trinkenden Menschen muss ich Einschränkungen hinnehmen.
    Aber die paar wenigen Einschränkungen ermöglichen mir heute ein durchaus zufriedenes und oft glückliches Leben.

    Darf ich fragen, in welchen Belangen Du Dich speziell eingeschränkt fühlst?
    Ich empfinde meine Abstinenz ja eher als große Befreiung, kann keinerlei Einschränkungen feststellen, eher im Gegenteil.
    Die einzige, die mir einfiele, wäre vielleicht, das bestimmte Speisen in Restaurants mit Alkohol zubereitet werden, obwohl das völlig unnötig ist.
    Ich brauche keine Rieslingsoße, soll wohl irgendwie n edlen Eindruck machen, keine Ahnung.
    Das eine oder andere Gericht hätte ich ansonsten gern bestellt.
    Aber wenn man nachfragt, bekommt man vieles dann auch alkoholfrei zubereitet, beispielsweise wird eine andere Soße empfohlen, die ebenso gut passt etc.
    Das man nachfragen muss, könnte man evtl. als Nachteil empfinden, aber so wild ist das ja nu auch wieder nicht, mal kurz was nachzufragen.

    LG Sunshine

    Bei mir ist es so, das bei ebay Kleinanzeigen ein Bild sichtbar ist.
    Sind mehrere hinterlegt, muss ich auf den mittleren Pfeil drücken und kann mich dann durchklicken.
    Die Bilder werden alle in der gleichen Größe angezeigt, und nicht als Miniaturansicht.

    Tritt Dein Problem nur bei Deinen hochgeladenen Bildern auf, Linde, oder bezieht sich da auch auf Bilder, die andere reingestellt haben?

    LG Sunshine

    Zu Deinen Fragen, la vie:

    Zitat

    Ich denke ein Alkoholiker der auf dem trockenen Weg ist benötigt ein förderliches soziales Umfeld.
    Hattet ihr es, oder habt ihr Ablehnung erfahren?

    Ja, ich hatte ein förderliches soziales Umfeld, bzw. habe ich es mir auch geschaffen.

    Auf Ablehnung bin ich in keiner Situation gestoßen, nur als ich noch gesoffen habe.
    Danach nicht mehr. Ganz im Gegenteil, alle haben sich mit mir über jede trockene Woche, über jeden
    trockenen Monat gefreut.
    Und nach einer gewissen Zeit konnte ich auch durch mein eigenes Verhalten ihr Vertrauen zurück gewinnen.
    Heute ist meine Krankheit allerdings kein Thema mehr im Familien-oder Freundeskreis.
    Es sind längst andere Dinge in dne Vordergrund gerückt.

    Zitat

    Wie seid ihr damit umgegangen?


    Mit Ablehnung? Habe ich ja nie erlebt in meinem trockenen Leben.
    Wenn es so gewesen wäre, hätte ich mich von der betreffenden Person distanziert, bzw. wahrscheinlich ganz den Kontakt abgebrochen.
    Solchen Menschen brauche ich nicht im meinem Leben, wozu auch?

    Zitat

    Was hättet ihr euch gewünscht? Was habt ihr erfahren?

    Es wäre geradezu unverschämt, in meinem Fall noch davon zu reden, was ich mir noch gewünscht hätte. :oops:
    Ich hatte Unterstützung von meiner Familie, von meinen Freunden, von ärztlicher Seite aus und auch von beruflicher Seite her in Form einer betriebsinteren Suchtberatung.

    Was ich mir damals gewünscth habe, weiß ich aber trotzdem noch 8):wink:
    Ich habe mir gewünscht, das mir meine engsten Angehörigen wieder vertrauen und mich nicht insgeheim etwas argwöhnisch betrachten.
    Mein Mann hat das nie gemacht, aber die anderen vielleicht schon ein bisschen, aber nicht so, das ich das richtig doll gemerkt hätte, so wars nicht.
    Ich kann aber auch den damaligen Argwohn sehr gut nachvollziehen, darum bin ich natürlich niemanden böse darum.
    Es lag dann ja auch letztendlich bei mir, das Vertrauen wieder herzustellen.

    Außerdem war mein Wunsch, das ich bestimmte Wege allein gehen möchte, ich wollte also weder eine Begleitung zu einer Suchtberatung noch bei Arztbesuchen etc.
    Ich wollte mich diesen Dingen allein stellen und niemand anderen da mit reinziehen.
    Denn ich hatte ja schon viel Unterstützung bekommen.
    Außerdem wollte ich wieder die volle Verantwortung für mein Leben übernehmen, das war mir ganz wichtig.
    Bestimmte Erledigungen und Verantwortungen hatte ich nämlich, wie so viele, auf meinen Partner abgewälzt.
    Und das wollte ich wieder für mich in den Griff bekommen, und so habe ich das nach und nach auch getan.
    Mein Mann war zum Glück nie ein CO, hatte also absolut kein Problem, mich da machen zu lassen.
    Er unterstützte mich sehr dabei, wieder ein autarkes Leben führen zu können, und zwar so, wie ich das wollte.

    LG Sunshine

    Hallo Anonymia,

    Mal so aus dem Nähkästchen geplaudert:
    Ich kenne 3 Suchtberater persönlich, alle 3 haben keine spezielle Ausbildung oder Schulung dafür.
    Mit zweien bin ich befreundet bzw. weitläufig verwandt, und einen habe ich bei der betrieblichen Suchtberatung meiner damaligen Firma wieder getroffen, den kannte ich von früher und wußte also auch, was der früher so beruflich gemacht hat. :wink:
    Die sind alle 3 auf unterschiedlichen Wegen in die Suchtberatung gekommen, ist halt n Job und es gibt Kohle dafür.
    Man kann also nicht unbedingt damit rechnen, das man dort auf geschultes Personal trifft, mitunter nicht mal auf Personal mit wirklichem Interesse an der Sache.
    Ich will damit nicht sagen, das es immer so ist, es gibt sicher auch sehr gute Suchtberater, die fachlich informiert sind etc.
    Aber es gibt auch die von mir geschilderte Variante.

    Du bist an eine "Suchtberaterin" geraten, die scheinbar keine Erfahrung mit CO-Abhängigkeit hat.
    Ansonsten hätte sie Dir niemals diesen Rat gegeben.
    Das tut mir leid, sowas kann einen ja auch entmutigen und im schlimmsten Fall wieder in die alte Falle der Abhängigkeit zurück treiben.
    Ich würde auch lieber zu einer Psychologin raten, und zwar eine, die sich mit der Materie auskennt !
    Das kann man vorher erfragen.
    Wie und wann Du da einen Termin bekommen kannst, musst Du mal schauen, wenn Du das machen möchtest.
    Auch hier kann ich aus persönlichen Erfahrungen berichten, das es sehr gute Psychologen/innen gibt, die sich da wirklich
    auskennen und Dir ein guter Coach sein können.

    Du fragtest, ob meine Geschichte hier auch irgendwo steht?
    Ich habe die wahrscheinlich früher mal aufgeschrieben, als ich noch unter einem anderen Namen hier war.
    Bin ja schon seit Ewigkeiten hier :lol: , vorher halt unter anderem Namen und nun ja auch schon wieder "inventarmäßig" lange.
    Ich bin aber in der letzten Zeit kaum noch hier aktiv, und komme mit meinen 17 Jahren Trockenheit auch ohne SHG ganz gut klar.
    Von daher gibt es nichts mehr aktuelles von mir zu lesen, vor allem nicht im offenen Bereich.
    Da halte ich mich eher allgemein, denn ich möchte nicht, das zu viel persönliche Sachen von mir im www nachzulesen sind.

    Ich wünsche Dir alles gute und die Kraft, standhaft zu bleiben. Der Rest wird sich dann von selbst ergeben, denke ich... :wink:
    LG Sunshine

    Liebe Anonymia,
    Ich freue mich, das mein Beitrag bei Dir so angekommen ist, wie er von mir gemeint war. :)

    Zitat

    Auch in meinem Freundeskreis sind fast nur "kaputte" Leute, denen ich die meiste Zeit in irgendeiner Form unter die Arme greifen muss. Und wenn ich einen Tag hab, an dem ich niemandem helfen kann, fühl ich mich wie ausgehöhlt. Das ist doch schräg!!!

    Erst einmal: Hilfsbereitschaft ist eine tolle Eigenschaft, finde ich, ich bin übrigens auch ein hilfsbereiter Mensch.
    Und mir passiert es auch schon mal, das ich zu schnell Ja sage anstatt Nein, wenn mich jemand persönlich um was bittet.
    Aber daran kann man arbeiten und ich kann es mittlerweile schon ganz gut, glaube ich.
    Jemanden helfen zu können ist auch normalerweise ein recht befriedigendes Gefühl, wenn man dabei nicht dauernd ausgenutzt wird oder anderes dahinter steckt.
    Und es bringt ab und zu auch Anerkennung, nach der sich im Grunde alle Menschen sehnen, das ist völlig menschlich.
    Aber wenn man von dieser Anerkennung oder dem Wunsch nach Anerkennung abhängig wird, ist das "schräg" oder auch krank, denke ich.
    Denn dann wird man wahrscheinlich auch beginnen, zwanghaft zu handeln, um ein bestimmtes Gefühl erreichen zu können.

    Du schreibst, Du fühlst Dich leer, wenn Du an einem Tag mal keinem helfen kannst.
    Das finde ich schon bedenklich, man muss doch nicht jeden Tag jemanden helfen, sondern es soll auch immer genug Zeit da sein, um sich ausreichend um seinen eigenen Bedürfnisse zu kümmern.
    Es ist nicht falsch, sich erstmal selbst an die erste Stelle zu setzen! Und wenn dann noch Zeit und Raum ist, kann man gerne auch anderen helfen, dagegen ist ja gar nix zu sagen.

    Allerdings, wenn Du Deine Kraft diesbezüglich in einen nassen Alkoholiker ohne Krankheitseinsicht steckst, ist das verbrannte Zeit und Energie, denn Du wirst nichts bewirken können, auch nix helfen können.
    Und selbst bei Krankheitseinsicht und entsprechenden Maßnahmen musst Du nicht helfen, kannst es vielleicht gar nicht.
    Denn gewisse Schritte sollte vom Suchtkranken selbst ausgehen.
    Mir war es beispielsweise ganz klar, das ich mir allein eine SHG suche und auch allein da hingehen werde.
    Meine Tochter hatte mir nach meiner Entgiftung auch Adressen hingelegt, ich wollte aber nicht, das da irgendjemand mit reingezogen wird, das war und ist MEINE SACHE, für die ich ganz allein verantwortlich bin und niemand sonst.

    Zitat

    Ich glaube, die Wurzel davon liegt eher in meiner Erziehung. Ich musste von kleinauf funktionieren und meine Bedürfnisse zurückstellen, da meine Mutter öfter für längere Zeit in der Psychiatrie war und mein Vater mit Arbeit plus kleinem Kind logischerweise überfordert

    Anonymia, schon kleine Mädchen werden oftmals auch heute noch in eine gewisse Frauenrolle reingedrückt. Und früher war das gang und gäbe.
    Es wird dieses Umsorgende forciert, das sich kümmern (wird beispielsweise schon an Puppen geübt) etc.pp.
    Noch heute wird meist der Frau die Rolle der "Familiengesundheitsministerin" der gesamten eigenen Familie zugeschustert und all diese Sachen...
    Wenn dann noch so eine Situation wie Du sie beschreibst, dazukommt, wird das alles ja noch extremer und dann übernehmen auch Kinder schon Aufgaben, die absolut nicht kindgerecht sind.
    Und die Saat für ein mögliches Helfersyndrom und vielleicht auch einer CO-Abhängigkeit wird so bereits früh gesät...
    Bei mir war es anders herum, ich hatte einen sehr kranken Vater, der viele Jahre lang unter seiner Krankheit litt.
    Aber meine Eltern haben mich und meinen Bruder da völlig rausgehalten.
    Ansonsten hätte ich wohl auch "große Chancen" gehabt, in eine Helferrolle zu rutschen.

    Zitat


    wie auch immer, die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Wichtig ist nur, dass ich aus dem CO-Verhalten rauskomme, damit die Zukunft anders werden kann.

    So ist es und für unsere früheste Vergangenheit wie die Kindheit können wir auch nix !
    Kinder können sich gegen gewisse Dinge auch noch gar nicht wehren.
    Für sie sind auch voll merkwürdige Sachen "normal", wenn es in der Familie als normal suggeriert wird.
    Kinder sind von ihren Eltern geradezu abhängig bis zu einem gewissen Alter und die Eltern sind in dieser Zeit für ihr Wohlergehen zuständig.

    Tja, keiner kann seine Vergangenheit ändern, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nun denken würde, alles muss immer so weiter laufen, weil es bisher so war.
    Ich glaube an die Möglichkeit der Veränderung!
    Wenn man es denn will und auch bereit ist, die eigene Komfortzone zu verlassen und auch selbst was zu verändern.
    Ich glaube allerdings nicht an die vollkommene Veränderung eines Menschen, bestimmte Charaktereigenschaften sind nun mal einfach in einem drin und auch bestimmte Verhaltensmuster.
    Einiges wird einem ja sogar vererbt. :wink:
    Ich merke das übrigens immer ganz deutlich, wenn ich liebe Leute treffe, die ich schon aus meiner Kindheit kenne und dann oft verwundert bin, das sie auch heute grundsätzlich noch so sind.
    Das soll nix Negatives bedeuten, um Gottes Willen, eher im Gegenteil, ich empfinde das oft als etwas sehr beruhigendes, als wie eine Art "nach Hause kommen".
    Und doch gibt es auch Veränderungen bei diesen Menschen, aus ganz unterschiedlichen Gründen heraus, das Leben schreibt ja auch die eigene Geschichte.
    Also denke ich, das Veränderung grundsätzlich möglich ist, aber man auch irgendwie trotzdem der bleibt, der man ist und immer war.
    Und das ist auch beides gut so, finde ich.

    Im Falle eines Helfersyndroms denke ich also, das man das nicht völlig ablegen kann (viele machen ja sogar n Beruf draus :wink: ) .
    Aber ich hoffe, das man es zumindest in gesündere und vielleicht auch befriedigendere Bahnen lenken kann.
    Und das wirst Du halt bei einem alkoholkranken Menschen ohne Krankheitseinsicht kaum erreichen können.
    Im Gegenteil, Du wirst beschimpft und gedemütigt werden und Schuld zugeschoben bekommen als "Dank" für Deine Bemühungen. :evil:
    Mache doch lieber etwas, was Dir persönlich auch mehr bringt, Hilfe wird an vielen Stellen benötigt und dann auch wirklich GERN angenommen. :)

    Zitat

    Übernächsten Dienstag hab ich einen Termin bei der Suchtberatungsstelle für Angehörige und werde dort das Thema Co-Abhängigkeit ansprechen und mir Hilfsangebote suchen. Vom Kopf her möchte ich nämlich keineswegs mein Leben damit verbringen, von einem "Pflegefall" zum nächsten zu springen! Aber mein Herz diktiert irgendwie immer was anderes..

    Das finde ich klasse, das Du das machen willst ! Bitte aber auch wirklich machen !
    Ich lese hier oft, das es für CO-Abhängige zu wenig Hilfsangebote gibt, aber ich bin mir nicht sicher, ob es wirlich so ist...
    Ich könnte Dir nämlich beispielsweise auf Anhieb 3-4 extrem gute Hilfsangebote auch speziell für CO-Abhängige in meiner Stadt nennen, wo man auch zeitnah Hilfe bekommen kann.
    Ein guter Therapeut, der sich speziell mit CO-Abhängigkeit auskennt, ist sicher auch ne gute Adresse, der könnte Dir dann ein guter Trainer sein, um das in gesündere Bahnen zu lenken.
    Und ob er da geschult ist, kann man freundlich erfragen. Ich zumindest würde das wissen wollen.

    Tust Du nichts für Dich diesbezüglich, ist es wahrscheinlich, das Du Dich immer wieder in so einer Beziehung wiederfinden wirst, wo der Partner der Hilfsbedürftige ist und Du das fleissige Helferlein.
    Wenn Du hier mal aufmerksam mitliest oder mitgelesen hast, sind viele CO-Abhängige nicht das erste Mal in so eine Situation geraten.
    Und vielleicht wird sogar unterbewußt genau nach so einer Konstellation gesucht?

    Liebe Anonymus, Du bist momentan sicher noch im Entzug nach dem EX, ist wohl auch normal so.
    Aber glaube es mir, je mehr Zeit ohne Kontakt vergeht, desto leichter wid das. Auch wenn Du es Dir momentan nicht vorstellen kannst. :wink:
    Du muss erstmal über diese erste schwere Zeit hinweg.
    Und immer, wenn Du wieder Kontakt zulässt, wirst Du emotional wieder zurückfallen und es wird Dir wieder schlecht gehen.
    Ist so wie ein kurzzeitg abstinenter Alkie, der wieder säuft... da bist Du auch innerhalb kürzester Zeit wieder auf dem alten Saufstand, wenn nicht noch schlimmer, weil man ja so viel "nachzuholen hat"...

    Ich wünsche Dir viel Kraft, das Du konsequent bleiben kannst und Dich nicht wieder in die alte Situation zurück begibst.
    Fall nicht auf all die nicht ernstgemeinten Versprechen oder sonstwas rein, die ein nasser Alkie von sich gibt.
    Die sind nämlich keinen Pfifferling wert, und dienen nur dazu, den CO wieder gefügig zu machen, bzw. bei der Stange zu halten.

    Wie geht es Dir denn heute?

    LG Sunshine

    Hallo Anonymia,
    ich lese hier ab und an mal rein und nun melde ich mich auch mal zu Wort :wink:
    Ich gehe allerdings davon aus, das mein Beitrag Dir nicht besonders gefallen wird.
    Macht aber nix, denn ich bin kein CO und kann sehr gut damit leben. :P

    Erst einmal, gut das Du gestern nicht eingeknickt bist. Wie nah Du dran warst, konnte ich bis hierher spüren.
    Dieses Mal endlich mal hart geblieben zu sein, halte ich schonmal für einen wichtigen Schritt, und hoffentlich kannst Du dabei bleiben.
    Wenn nicht, beginnt das ganze Elend 1:1 wieder von vorn.
    Vielleicht nicht ab der ersten Minute einer Versöhnung, aber ein Alkoholiker MUSS bestimmten Mustern folgen, und zwar denen, die die Sucht diktiert.
    Es wird also nicht lange dauern und alles ist wieder beim Alten.
    Es sei denn, es bestünde wirkliche Einsicht und es würden auch ersthafte Schritte eingeleitet, aber die liefen ja bisher alle ins Leere, aus welchen Gründen auch immer...

    Ich möchte mir das hier mal herauspicken, um mich bei Dir unbeliebt zu machen. :wink:

    Zitat

    Und dann denke ich an meinen Sohn und weiß, dass es kein Zurück für mich geben kann - schon allein meinem Sohn zuliebe nicht. Er soll nicht darunter leiden müssen, dass mein Ex sein Leben aufgrund seiner Unfähigkeit, die Finger von der Flasche zu lassen, wegwirft.

    Ist Dir eigentlich klar, das DU DICH genauso SÜCHTIG verhältst wie er??
    Aufgrund Deines eigenen Suchtverhaltens hast Du es gestern kaum ausgehalten, ihn nicht zu kontaktieren, das ist meine Meinung.
    An die Wiederauferstehung von Mutter Teresa glaube ich nämlich nicht.
    Es geht darum, ein evtl. vorhandenes Helfersyndrom auszuleben, es geht um Bewunderung haben wollen für das eigene märtyrerhafte Verhalten,
    es geht um die Neugierbefriedigung, wie es dem anderen denn geht (hoffentlich möglichst schlecht, nicht wahr? ), wenn man selbst gegangen ist, und es geht auch oft um den Größenwahn, zu glauben, das Liebe Sucht heilen kann und man dazu in der Lage wäre... und und und... such Dir was aus.
    Vielleicht nimmst Du ja auch alles? 8):P

    Ich möchte Dir mal das obige Zitat ummünzen, und dann darfst Du da auch gern mal drüber nachdenken.

    Und dann denke ich an meinen Sohn und weiß, das es kein Zurück für mich geben kann-schon allein meinem Sohn zuliebe nicht. Er soll nicht darunter leiden müssen, das ich mein Leben aufgrund meiner eigenen Sucht nach einem alkoholkranken Menschen und der Unfähigkeit, die Finger von ihm zu lassen, wegwerfe.

    Denn SO sieht das ja auch aus, oder?

    Anonymia, ein krankes Beziehungsgeflecht kann ja nur entstehen, wenn bei einer Paarbeziehung beide mitspielen, denn nur so kann das kranke System aufrechterhalten werden.
    Ich spreche hier nicht von Schuld, erstens, weil ich das Wort Schuld erst bei ganz anderen schlimmen Ereignissen überhaupt in den Mund nehmen würde, und zweitens, weil ein CO üblicherweise große Probleme mit einer möglichen eigenen Schuld oder Teilschuld hat. :wink:
    Es geht hier eher darum, das bei so einer Alkoholiker-CO-Beziehung ein Rädchen ins andere greift, die Gründe sind auch nur selten in der aktuellen Beziehung zu finden, dort werden sie nur ausgelebt.

    Für mich bringt auch die Schuldfrage am Ende einer Beziehung gar nix, weil das so gar nicht voranbringt.
    Ich würde eher für mich analysieren wollen, woran es lag, und AUCH, welchen Beitrag ich selbst dazu beigetragen habe?
    Und zwar aus dem einfachen Grunde, damit sich sowas nicht dauernd wiederholt in neuen Beziehungen. Hat also durchaus auch egoistische Hintergründe.

    Wie Du vielleicht bemerkt hast, habe ich es nicht so mit dem Köpfchenstreicheln und diplomatischen Worten, auch wenn ich es könnte :wink:
    Denn ich bin nun mal kein CO und bevorzuge Klartext.
    Ich möchte viel eher, das die Betroffenen WACH WERDEN, um ihr eigenes krankes Verhalten ändern zu können, und das möglichst zeitnah !
    Denn je länger man in so einer kranken Beziehung verweilt, desto kränker wird man auch selbst.
    Und nicht nur das, man verbrennt außerdem kostbare Lebenszeit, die man sehr viel glücklicher oder zumindest zufriedener verbringen könnte.

    Auch wenn Du Dich nun von meinem Beitrag vor den Kopf gestoßen fühlst, ist er trotzdem wohlwollend gemeint.
    Es tut mir nämlich unendlich leid, wenn Menschen in so selbstschädigenden Beziehungen feststecken und tatsächlich ihr Leben wegwerfen an eine Sache, die es absolut nicht wert ist.
    Auch wenn Du es jetzt vielleicht noch nicht verstehst, das ich es doch gut mit Dir meine, wirst Du das vielleicht später mal verstehen.
    Je nachdem, wie tief Du in Deiner eigenen Sucht sprich CO-Abhängigkeit steckst.
    Es wird Dich kein Stück voranbringen, wenn Du nur auf den bösen Alkie starrst, der an allem Schuld hat und dabei Deine eigenen Anteile an der kranken Beziehung außen vorlässt !
    Es ist zwar einfacher, jemanden die "Gesamtschuld" in die Schuhe zu schieben, aber in keinen Belangen auch nur irgendwie zielführend.

    Hast Du schon mal daran gedacht, Dir selbst auch psychologische Hilfe zu suchen? Denn die Frage, ob Du nun wirklich CO-abhängig bist oder nicht, stellt sich ja wohl nicht mehr ernsthaft, oder? :wink:

    Ansonsten kann ich mich größtenteils nur den Worten von meinen Vorschreiberinnen anschließen und kann Dir auch bestätigen, das Dein XY alle Register zieht, um Dich wieder dahin zu bekommen, wo er Dich gern haben will, um seiner eigenen Bequemlichkeit willen.
    Trinken wird er aber weiterhin... egal was er verspricht.
    Ich kann es Dir aus eigenen Erfahrungen bestätigen, denn ich bin trockene Alkoholikerin und erkenne mich im beschriebenen Verhalten von Deinem XY auch teilweise wieder.
    Das ist auch völlig normal, denn Sucht ist nix Extravagentes, nix besonders Individuelles... süchtiges Verhalten gleicht sich eher wie ein Ei dem anderen, egal was der Süchtige Dir auch erzählt.

    LG Sunshine

    Hallo Wiesenmeer,
    ich erinnere eine Beziehung, in der ich auch viel belogen wurde, dabei wäre es nicht mal nötig gewesen.
    Das hat mein Urvertrauen sehr beschädigt und ich war danach auch lange Zeit anderen Menschen gegenüber sehr misstrauisch, was mich gar nicht glücklich machte.
    Ich habe mir dann immer wieder vor Augen geführt, das andere keine Schuld dran haben, das ich an so einen verlogenen Menschen geraten bin.
    Übrigens ein trockener Alkoholiker...mitunter wird also auch trocken weiter gelogen, vielleicht war es schon chronisch bei ihm geworden oder es war einfach ein grundsätzlicher Charakterzug.
    Wie auch immer, das Misstrauen erwuchs sich mit der Zeit wieder, da ich ein positive eingestellter Mensch bin.
    Aber es dauerte eine ganze Zeit...
    Du schaffst das, und wirst auch wieder anderen Menschen vertrauen können...wenn die Verletzungen verheilt sind.

    Lg Sunshine

    Hallo Leo,

    bist Du gerade abstinent "mit der Faust in der Tasche"?
    Würdest Du im Grunde lieber wieder saufen, weil das nüchterne Leben so mühselig ist?
    Oder es DIr zumindest so erscheint?

    Zitat


    Es stehen mir zwar alle bei, denen ich meine Lage geschildert habe, aber eigentlich fühle ich mich allein.
    Bei den Kumpels weiß ich, daß sie ohne mich weiter machen wie bisher, meine Frau ärgert sich natürlich über meine miese Stimmung.
    Das Nichttrinken finde ich nicht schwierig, das Leben mit dem Nichttrinken macht mir aber gerade keinen Spaß.

    Ja sicher werden die Kumpels weiter trinken,falls das damit gemeint war. Und auch sonst ihr Leben so weiter führen, wie sie es
    für richtig halten.
    Dürfen sie ja auch.
    DU aber hast die Entscheidung getroffen, nicht mehr trinken zu wollen.
    Und Ja, diese Entscheidung kann auch das Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins aufkommen lassen.
    Dagegen hilft der Aufbau eines neues Freundeskreises. Und das ist möglich.
    Es ist eben so, das nur-nicht-mehr-trinken nicht ausreicht, um eine zufriedene und glückliche Trockenheit zu erreichen.
    Das kannst Du hier an vielen Stellen nachlesen.
    Anfangs mag man noch denken, das man einfach nicht mehr säuft und alles wird sich ins positive regeln.
    Vieles wird auch besser, ohne das man groß was dazu tun muss.
    Das hier beispielsweise:

    Zitat

    Ich genieße es aber, zu jeder Zeit Auto fahren zu können oder an die Tür zu gehen oder Mails zu schreiben, ohne vorher nachzudenken, wieviel ich getrunken habe.


    Mir ging es ganz genau so.
    Und um diese neu gewonnene Freiheit genießen zu können, musste ich echt nix tun, außer nicht mehr zu trinken.
    Viele andere Sachen regelten sich allerdings nicht so einfach...
    Und da beginnt dann auch die "Trockenheitsarbeit", die mühsam und anstrengend erscheinen mag oder auch wirklich ist.
    Die sieht bei jedem etwas anders aus.

    Zitat

    Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben kann. Ich habe manchmal nicht die geringste Kraft. Ich will nicht nachdenken, ich will nicht meine Arme heben, ich will einfach nur meine Ruhe.
    Ich will eigentlich gar nicht mehr dieses Leben führen, aber mir fehlt zum Glück auch die Kraft, das konkreter werden zu lassen.


    Kann es sein, das Du in einer akuten Depression steckst?
    Hattest Du das schon öfters ? Und hast Depressionen evtl. vor Deiner Abstinenz mit Alkohol "behandelt" ?... wären meine Fragen an Dich.

    Du schreibst, Du möchtest dieses Leben so nicht mehr führen.
    Möchtest Du es denn anders führen?
    Und warum tust Du es dann nicht?

    Zitat

    Das ist eine Situation, in der ich "funktionieren muß". Ein ehrlicher Rückzieher ist ohne radikale Änderung meines gesamten Lebens (Verlust von Arbeitsplatz, Ansehensverlust bei Leuten, die mir am Herzen liegen) nicht drin.


    Das einzige, was Du wirklich MUSST, ist irgendwann sterben.
    Ansonsten darfst Du mit Deinem Leben genau das anfangen, was Du gerne möchtest !
    Arbeitsplatzverlust? Och, dann findet sich woanders eine Arbeitsstelle... das ist nicht der Untergang der Welt.
    Das Ansehen der Leute zu verlieren? Das wäre mir soooo egal... immer noch tausendmal besser, als ein Leben zu führen, was keinen Spaß mehr macht.
    Was die Leute sagen, ist unwichtig. Und Ansehen...hm...es denkt jeder sowieso einfach das, was er will.
    Auch über DICH. Das ist im Grunde wenig beeinflussbar, auch wenn man das nicht so gern wahrhaben möchte.

    Manchmal helfen tatsächlich nur noch radikale Lebensveränderungen, um das eigene Leben wieder lebenswert zu machen.
    Und das erfordert dann ganz sicher auch viel Mut und Kraft.
    Aber ehrlich gesagt, das wäre mir trotzdem noch lieber, als nicht mehr leben zu wollen bzw. am eigenen Leben keinen Spaß mehr haben zu können.

    Leo, wir leben in einem Land, wo beispielsweise der Arbeitsplatzverlust mit dem Ende der Welt gleich gesetzt wird.
    Als gäbe es nichts anderes, was wichtig ist im Leben.
    Unsere Leistungsgesellschaft suggeriert uns da auch vieles, und wir nehmen das so an, als wäre es richtig so.
    Ich lebe seit 3 Jahren halb in D und halb in einem anderen Land, und erlebe da etwas ganz anderes.
    Dort gelten andere Werte, dort ist die Familie das wichtigste und Freundschaften zählen viel mehr als hier.
    Alles andere kommt erst danach, auch der Job.
    Dort ist der Arbeitsplatzverlust nicht gleich eine Katastrophe, sondern man sucht sich dann eben einen anderen Job.
    Denn auch dort muss von irgendwoher Geld reinkommen, ist ja klar.
    Ich versuche, mir etwas davon in meine eigene Denke zu übernehmen. Auch wenn ich persönlich nicht mehr aktiv im Berufsleben stehe.
    Es tut gut, mal über den Tellerrand zu schauen und zu erleben, wie andere Menschen leben.
    Das erweitert den eigenen Horizont ungemein und lässt einen selbst auch mitunter sehr umdenken oder zumindest seine eigenen Denkweisen mal in Frage zu stellen.

    Manchmal muss man das auch tun, wenn man trocken wird. Alles in Frage stellen, mitunter auch sich selbst.
    Und sich dann sein sein Leben so zurechtbauen, wie man es selbst haben will und dabei sollten dann mal Dinge wie "Ansehen" oder pipapo egal ein.
    Denn ich gehe davon aus, das wir nur dieses eigene Leben haben, und es liegt an uns, es so zu gestalten, wie wir es haben möchten.
    Sicher gibt es auch Grenzen des Machbaren, das ist mir auch klar, ich lebe in keiner Traumwelt.
    Nur leider schränken wir uns selbst viel zu oft derart ein, wie es gar nicht notwendig wäre.

    Zitat


    Ich hoffe ja, daß meine Niedergeschlagenheit ebenso schnell geht, wie sie gekommen ist. Der fehlende Alk juckt mich weniger als das Scheißleben ohne. Ich mache von Tag zu Tag weiter und erledige mein Pflichtprogramm, in der Hoffnung, die 12 Wochen mit eine Tür hinter mir zu bekommen.

    Leo, ich hoffe sehr, das es Dir bald wieder besser geht. Aber es hört sich für mich auch ziemlich wie eine Depression an, vielleicht wäre es gut, einen Arzt aufzusuchen, der Dir helfen kann?
    Das Leben ohne Alkohol ist kein Scheißleben, aber es kommt eben auch auf Dich drauf an, was Du draus machst.
    Und das bedeutet eben auch, sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht, beispielsweise in einer akuten Depression.
    Und überdenke mal Dein "Pflichtprogramm" in Deinem "Pflichtleben"... Du musst nicht alles tun, was ANDERE von Dir erwarten !
    Eigentlich sogar gar nix davon. :wink:

    LG Sunshine