Beiträge von Sunshine_33

    Stern, ihr habt doch auch eine lange Zeit zusammen verbracht.
    Da wird man ja nicht von heute auf morgen unwichtig.
    Und es sind doch auch seine Kinder, natürlich möchte er wissen, wie es ihnen geht, besonders nach einer OP.
    Ich würde daraus allerdings nicht schließen, das er zurück kommen möchte oder sowas.
    Er hat sich doch längst anders entschieden.
    Und ganz ehrlich, ich würde ihn auch gar nicht zurück haben wollen ! :wink:
    Wozu denn?
    Nur um auf heile Familie zu machen? Denn mehr wird es doch wahrscheinlich nicht mehr.
    Ich möchte keinen Typen zurück haben, der sich so verhalten hat und auch lange mit einer anderen Frau zusammen gelebt hat.
    Ausrutscher kann ich verstehen und auch tolerieren, das kann jedem mal passieren.
    Aber das hier ist doch ne völlig andere Nummer.

    Aber ich sehe schon, du möchtest lieber weiter abwarten und Dich an jeden kleinen Hoffnungsstrohhalm klammern.
    Dann kann man nix machen. Dann musst Du eben noch eine Weile weiter leiden, vielleicht bekommst Du dann ja doch noch die Kurve.
    Vielleicht solltest Du mal Dein eigenes "heile-glückliche-Familien-Welt" Gedanken-Modell ernsthaft überdenken?
    Da scheint ja eine ziemliche Schranke in Deinem Kopf zu sein.
    Bist Du nur was wert mit nem Typen an Deiner Seite?
    Ihr seid auch so FAMILIE, dazu braucht es nicht unbedingt einen Partner.

    LG und Alles Gute weiterhin,
    Sunshine

    Hallo Stern, ich lese hier von Anfang an mit.
    Und bin auch erschrocken, wie sehr Du immer noch an Deinen Ex-Partner klammerst.
    Dabei ist er seit Jahren weg ! :shock:

    Ich kann Dir eins sagen:
    Solange Du nicht auch innerlich loslässt, bleibst Du immer gefangen und wirst nie mehr frei sein und diese Freiheit auch genießen können.
    Loslassen ist für mich ein bewußter Prozess, für den man sich entscheiden kann... oder eben auch nicht.
    Du hast Dich bisher für weiteres Klammern entschieden.
    Du machst Dir damit das Leben selbst so schwer und vielleicht sogar kaputt, machst Dich selbst unglücklich, aber es ist Deine Entscheidung.
    Währenddessen Dein Ex längst wieder in einer Beziehung lebt, wie auch immer die auch ist.

    Ich möchte Dir auch nochwas sagen, Stern:
    Ein Mensch gehört einem niemals, auch wenn man verheiratet ist und sonstwie lange zusammen lebt.
    Der andere bleibt doch immer ein freier Mensch, der sich auch gegen die bestehende Ehe oder Beziehung entscheiden darf.
    Und das hat Dein Ex nun mal getan.
    Er durfte das, Du hättest es ebenso gedurft.

    Zitat


    In meinem bekamntenkreis sind alle , die alleine geblieben sind, dss sind sehr wenige, sehr, unglücklich .

    Niemand muss allein bleiben !! Auch Du nicht. Aber es ist nur fair, sich wirklich erst in eine neue Beziehung zu begeben, wenn
    man dazu bereit ist.
    Dazu gehört es auch, den Ex-Partner komplett loszulassen, auch innerlich. Ansonsten hat keine neue Beziehung eine Chance,
    das kann ich Dir aus meinen Beobachtungen bestätigen !
    Stern, man kann in seinem Leben durchaus mehrere Menschen lieben, auch mehrere Lebenspartner.
    Ich habe das ganz oft erlebt und kenne etliche Beispiele dafür, wo das wirklich der Fall war.
    Alles hat seine Zeit... und wenn man zu einer neuen Liebe bereit ist, dann wird sie genau so schön sein wie eine alte mal war.
    Mitunter sogar noch viel schöner.
    Aber dafür muss man erst die alte Liebe loslassen, so ist das nun mal.

    Zitat

    ich habe noch nie einen realen Beispiel gesehen, wo nach der Scheidung alle glückluch sind...


    Dann nimm mich, auch wenn Du mich in real nicht kennst :wink:
    Ich bin glücklich geschieden, und seit sehr vielen Jahren mit meinem jetzigen Mann zusammen, seit 14 Jahren auch wieder verheiratet.
    Mein Ex-Mann ist ebenfalls glücklich geschieden :wink: und seit über 30 Jahren wieder verheiratet.
    Seine Frau ist ebenfalls glücklich von einem Alkoholiker geschieden, und mit meinem Ex verheiratet.
    Bei uns kommt zudem noch der Sonderfall dazu, das wir alle eng miteinander befreundet sind, was auch sehr schön ist.

    Aber es gab auch noch weitere Lieben in meinem Leben :wink: und es fühlte sich eigentlich immer gleich an :lol:
    Wenn ich mich auf eine Beziehung eingelassen habe, dann habe ich das auch immer mit ganzem Herzen getan.

    Und ich kenne sehr viele Menschen, die auch mehrere heftige Lieben hatten, und auch Scheidungen, und die heute wieder verheiratet sind
    mit neuen Partnern.
    Ich war oft mit traurig, wenn eine Beziehung zu Ende ging, weil das immer auch ne traurige Sache ist.
    Aber es gibt ein Leben danach !!
    Und es wartet nur drauf, gelebt zu werden :)
    Gerade im Bekanntenkreis unserer Familie haben sich in den letzten Jahre viele Paare getrennt.
    Auch Paare, wo ich niemals damit gerechnet hatte...und trotzdem kam es so.
    Und fast alle haben neue Partner, sind teilweise schon wieder neu verheiratet oder leben glücklich zusammen, auch ohne Trauschein.

    Ich kann Dir nur raten, liebe Stern, versuche wirklich loszulassen.
    Wenn nötig, auch mit Hilfe von außen, sprich einer Therapeutin.
    Und lass die Vergangenheit hinter Dir... es liegt sicher noch eine tolle Zukunft vor Dir.... wenn Du es zulässt !
    Ich sage es mal mit Stephen Hawkings Worten:
    "Bleiben Sie neugierig !"
    Und zwar neugierig auf das, was das Leben Dir noch zu bieten hat, liebe Stern.
    Lass dieses "ich arme Sau-Gesuhle" hinter Dir und geh weiter in Dein eigenes Leben, und allein bist Du auch nicht.
    Denn Du hast doch auch wunderbare Kinder, das ist doch auch ein wahnsinnig schönes Geschenk, oder nicht?

    LG Sunshine

    Hallo Danny,
    Du schriebst:

    Zitat

    Menschen sind unterschiedlich, auch Alkoholiker.

    Tatsächlich? :wink:
    Sehe ich komplett anders.
    So unterschiedlich ist das Verhalten in der nassen Phase unserer Krankheit nicht.
    Wenn Du mal im Alkoholiker-Bereich reinliest, wirst Du sehr schnell erkennen, das wir Alkoholiker uns immer wieder im Verhalten
    des anderen erkennen, wenn wir uns an nasse Zeiten zurück erinnern.
    Du möchtest gern glauben, das Alkoholiker individuell sind, weil Dir das entgegenkäme beim weiteren "auf die Spur bringen-wollen".
    Wenn Du nämlich erkennen müsstest, das wir uns nass wie ein Ei dem anderen gleichen, dann wüßtest Du ja, das auch Dein Säufer nicht soooo anders ist.
    Und das wäre für Dein Vorhaben ja eher kontraproduktiv.

    Zitat

    Krebskranke zum Beispiel, die einen schaffen es, den Krebs zu besiegen, andere nicht. Kann man nicht pauschalisieren.


    Aha. Krebs ist aber nicht mal ansatzweise mit der Alkoholkrankheit vergleichbar.
    Dieser Vergleich hinkt sehr.
    Aber auch das wirst Du nicht wahrhaben wollen.

    Wie dem auch sei, ich mache mir ganz sicher auch keinen Kopp :wink:
    Wie ich schon schrieb, es ist doch Dein Leben, und Deine Sache, was Du draus machst.
    Von mir aus kannst Du es auch an der Seite von einem nassen Alkoholiker schrotten. Auch dann ist es immer noch Dein Leben und
    Deine Entscheidung.

    Aber lasse Dir mal eines gesagt sein von einem Forenmitglied, was hier seit vielen Jahren aktiv ist und von daher wahrscheinlich schon Tausende von Geschichten gelesen hat :wink: :
    Die CO-Abhängigen, die sich aus ihrer Abhängigkeit lösen konnten, soweit das möglich ist, bereuen später fast alle, das sie nicht schon vorher gegangen sind.
    Ebenso wie das oftmals die trockenen Alkoholiker tun, indem sie bereuen, so viel schöne Lebenszeit versoffen zu haben.
    Mir gibt leider auch keiner meine versoffene Zeit zurück, so sehr ich mir das auch wünschte. (Habe allerdings längst meinen Frieden damit gemacht)
    Und einem CO wird es ähnlich gehen... so habe ich es jedenfalls schon öfters hier gelesen, wenn sich ein CO mal nach längerer Zeit wieder meldet
    und schreibt, wie es weiter ging.

    Mir tut es halt immer leid um verbrannte Zeit, die man viel schöner hätte nutzen können.
    Und da draussen gibts noch n paar Milliarden andere Männer, habe ich mir sagen lassen.... da werden wohl auch einige darunter sein, die nicht saufen müssen oder ähnliche Probleme haben.
    Aber nu ja, einem CO wird das ja leider dann schnell langweilig, wenn es gar nix zu retten gibt.
    Für so eine Beziehung müsste man dann wohl eher Un-CO sein, sonst wird das ja auch wieder nüscht.
    Alles nicht so einfach...

    Aber es läuft immer wieder aufs gleiche raus, nämlich auf DICH.
    Was Du aus Deinem Leben machst.

    LG Sunshine

    Liebe Danny,

    leider läuft dieses "auskotzen" oftmals drauf hinaus, sich hier zu "erleichtern", um dann wieder wie gewohnt weitermachen zu können.
    Mich erinnert so ein Verhalten immer an sog. Drehtürpatienten, die sich in der Klinik wieder fitmachen lassen, um dann draussen wieder weiter saufen zu können.

    Zitat

    Da ER aber der Alkoholabhängige ist und NICHT ich, geht es logischerweise um ihn.

    Und genau SO ist es NICHT ! :wink:
    Es geht hier um Dich. Was mit ihm ist, interessiert hier im Grunde genau so viel, als ob in China n Sack Reis umfällt.
    Um es mal krass zu sagen.
    Du bist ja auch abhängig, oder ?
    Ich sehe zumindest CO-Abhängige ebenfalls als abhängige Menschen, der eine säuft, der andere ist abhängig von Menschen, hier in diesem Forum zumeist vom Säufer.

    An ihm kannst Du eh nix ändern, nur an Dir.

    Zitat

    es geht mir also nicht unbedingt darum, in Endlosschleife zu hören, dass ich ihn canceln muss.


    Du musst gar nix. Ist doch Dein Leben, das Du an der Seite eines Säufers schrottest.Die Zeit wird Dir allerdings niemand mehr zurück geben können.
    Wir hier können Dir aber kaum was anderes raten. Was denn? Was Du tust, ist aber Dir selbst überlassen.

    Ich halte von Ratschlägen wie Abgrenzung vom Säufer übrigens nicht viel, denn ich sehe keinen Sinn darin, mich in einer Beziehung vom anderen abgrenzen zu müssen.
    In einer Beziehung möchte ich für meinen Teil ein Miteinander... und nicht das Gegenteil.
    Ich verstehe zwar schon irgendwie den Sinn in der Abgrenzung, allerdings nur, wenn das Ziel ist, in ein eigenständiges Leben zurück zu kehren.
    Aber sonst... hmmm... nööö

    Zitat


    Beleidigt, weil ich ihm nicht in jeder Beziehung zustimme? Sein Problem.
    Ich hab mich zu lange zurück gehalten, Schluss damit, Schluss mit seinen emotionalen Erpressungen!
    Wer Narzissten kennt, weiß, dass die gar nicht gut haben können, wenn ihnen widersprochen wird und Kritik ist auch unerwünscht.
    Wie gesagt, bekommt er jetzt beides. Ob er auf Dauer damit umgehen kann, wird sich zeigen.

    Für mich hört sich das alles irgendwie nach "Erziehungsmaßnahmen"an, um den Säufer und Narzissen wieder auf Spur zu bekommen.
    Ich glaube allerdings, das es nicht funktionieren wird.
    Mit Erziehungsmaßnahmen oder auch gewissem Verhalten wird man keine Alkoholkrankheit bei einem anderen Menschen stoppen können.
    Und auch keine Verhaltensstörung wie Narzissmus "ausmerzen" können.

    Ob er damit umgehen kann?
    Tja, wird man sehen, ne?
    Normalerweise wird erstmal versucht, einen CO wieder auf Spur zu bekommen.
    Dazu werden meist erstmal alle Register gezogen.
    Funzt das überhaupt nicht, wird sich ein nasser Alkie wohl eher nen neuen CO suchen, als sich dauernd mit dem alten, der nicht mehr richtig funzt, rumzuärgern.
    Da wirst Du dann mitunter schneller ausgetauscht, als Du gucken kannst.

    Danny, Du kannst wirklich nur was an DIR ändern.
    Mal hinschauen, wie Du überhaupt in so eine Situation geraten konntest... denn an einer kranken Beziehung tragen immer beide ihre Anteile.
    UND ziehen auch ihre Vorteile daraus.
    Du bist noch in der Phase, Deinen Säufer wieder hinbiegen zu wollen.
    Dann ist das eben so.
    Dann musst Du wohl erstmal noch so weiter machen, ehe wirklich angekommen ist, das es auf diese Art nicht möglich ist.

    Weiter kommst Du erst, wenn Du auf Deine eigenen Baustellen schaust anstatt wie ein Karnickel auf die Schlange.

    Zitat

    Theorie und Praxis sind aber 2 Paar Schuhe, in der Praxis ist dann nicht so einfach durchzuführen, was in der Theorie logisch und einfach klingt.


    Das mag sein. Oder ist ziemlich sicher so. Aber die Richtung sollte zumindest stimmen, oder? :wink:

    LG Sunshine

    Meene Jüte, Freewell, der zieht aber auch alle Register :roll:
    Bitte spring nicht mehr drauf an, es sind nur die üblichen Manipulationen der krasseren Art, wenn der CO bisher nicht wieder auf Rolle zu bekommen war mit den üblichen Manipulationen. Mehr is das nich...

    Zitat

    Er hat alle seine Freunde und seine Familie verloren mit seinem Verhalten. Nun bin ich auch weg und nur noch eine Nachbarin hilft ihm etwas mit Essen und Zigaretten. Es tut so weh, einen eigentlich charmanten, wunderbaren Mann seinem nichtabwendbaren Schicksal zu überlassen und nur noch zuzuschauen, wie alles immer schneller den Bach runter geht ohne eine Chance einer Rettung oder Änderung ...

    Das sehe ich anders.
    Es MUSS erst viel den Bach runter gehen, ehe man zu einer Änderung bereit ist !
    Kann es sein, das DU ihn aber retten möchtest? Das wird nix, er muss sich da schon selbst retten, UND er kann dabei sehr viel Hilfe und Unterstützung bekommen.
    Er ist also keinesfalls auf sich allein gestellt, aber die "Rettungsaktion" muss er selbst einleiten.
    Und sein Schicksal ist KEINESFALLS unabwendbar... er hat es in der eigenen Hand, sein weiteres Leben zu bestimmen !
    Unsere Krankheit ist weder gottgewollt noch unstoppbar.
    Ganz im Gegenteil, es ist möglich, unsere nicht heilbare Krankheit komplett zu stoppen ! Wer kann denn sowas noch von einer unheilbaren Krankheit behaupten?

    Freewell, ich hoffe, immer, das alles ganz schnell den Bach runter geht !
    Das mag ich böse und brutal anhören, aber dann besteht (in meiner persönlichen Hoffnung) noch eine gewisse Chance, das der Körper noch nicht zu arg geschädigt ist.
    Bei mir ging alles eher langsam den Bach runter... ich hatte auch nicht alles verloren, hatte noch meine Familie, meinen Job, Haus und Garten, Führerschein... aber ich habe körperliche Beeinträchtigungen durch meine Alkoholkrankheit bekommen.
    Manchmal wäre es mir lieber, ich hätte schneller mehr verloren und wäre so evtl. eher umgekehrt und hätte eher Hilfe angenommen.
    Dann hätte ich vielleicht heute nicht diese Beinträchtigungen.
    Aber es ist nun mal so wie es ist.
    Es ist aber eindeutig so, das CO-Abhängigkeit alkoholkranke Menschen auch mit in der Sucht hält. Nämlich durch das Decken, das Vertuschen etc.pp.
    Ich halte es persönlich also für besser, wenn es schnell und tief bergab geht.
    Und danach natürlich hoffentlich auch wieder bergauf !

    Der Narizissmus ist immer weiter auf dem Vormarsch, immer mehr, vor allem Männer, sind davon betroffen.
    Das hat eine Studie ergeben, habe ich jedenfalls so mal gelesen vor einiger Zeit.
    Viele Gründe führen dazu, das ist ein ganz umfassendes Problem, was auch gesellschaftlich mit bedingt ist.
    Im Grunde kann man tatsächlich mit einem Narzissten keine Beziehung führen, denn wie soll das funzen?
    Es wird sich alles um den Narzissten drehen müssen, sonst macht der Terror.
    Da bleibt dann nix mehr für einen selbst.
    Ich spreche da leider aus eigener Erfahrung, ich hatte mal eine Beziehung mit einem Narzissten und stieß auch durch Zufall drauf, das es sich um so einen Menschen mit dieser Verhaltensstörung handelt (oder Krankheit, wird glaube ich schon als Krankheit eingestuft?).
    Am Anfang war alles noch ganz nett, aber nach einer Weile brach der Narzissmus immer mehr durch.
    Der Nazisst fordert ja Aufmerksamkeit ohne Ende, alles hat sich nur um ihn un SEIN BEFINDEN zu drehen.
    Man selbst ist da nur Beiwerk zum eigenen Zweck.
    Ich bin auch in dieser Beziehung in eine Art CO-Abhängigkeit geraten, zumal der Ex auch noch unter Depressionen litt und auch noch andere Diagnosen hatte, die eine Beziehung arg beschwerten bzw. im Grunde unmöglich machten.
    Als die Beziehung zu Ende war, war ich erst sehr traurig darüber. Das dauerte auch eine lange Zeit.
    Aber irgendwann, so nach nen Jahr vielleicht, spürte ich doch immer mehr die Erleichterung, das es vorbei ist !
    Ich bin weiter gegangen in meinem eigenen Leben und habe mich auch nicht mehr umgedreht.
    Heute ist die Geschichte für mich lange her, ich denke eigentlich kaum noch dran, es ist längst ein Stück meiner Vergangenheit.
    Und ich bin immer noch froh, das es so gekommen ist, denn ein weiteres Leben mit dem Ex wäre für mich die Hölle auf Erden geworden.
    Bzw. wäre es NIEMALS gut gegangen, ich wäre so oder so gegangen... wäre auch nur ne Frage der Zeit gewesen.
    DIe Betroffenen, die so eine Beziehung führten, berichten oft davon, das sie sich danach wie eine ausgequetschte Zitrone fühlten.
    Genau das war auch mein Gefühl ! Aber ich habe mich wieder davon berappelt...und das hat auch gar nicht sooo lange gedauert,
    die Bezieung allerdings auch nicht.
    Von daher war ich dieser Krankheit nicht über Jahre ausgesetzt und konnte mich vielleicht auch deshalb relativ schnell regnerieren?

    Zitat

    Nun hat er bald Geburtstag und erwartet, dass ich da für ihn eine riesige Aktion mache. Warum sollte ich ... wenn ich aber dann nichts mache, will er sich dann umbringen.


    Sorry, aber ich musste darüber eben herzhaft lachen :lol:
    Der Typ hat echt n Sockenschuss :roll::lol: ... bzw. ist er wohl wirklich ein Extrem-Narzisst. :roll:
    Spring nicht auf so einen Mist an...ansonsten hat er genau das bekommen, was er wollte.
    Sein Verhalten erinnert ich an ein bockiges Kind und sicher nicht an einen erwachsenen Menschen.
    Obwohl... selbst bockige Kinder sind nicht so bekloppt... :mrgreen:

    Freewell, ich kann Dir nur wünschen, das Du stark bleibst und irgendwann auch die letzten Fesseln ablegst, die er Dir umzulegen versucht und damit leider immer noch mehr oder weniger erfolgreich ist.
    Und wenn es nur Gedanken sind, die an ihn fesseln, das ist schon schlimm genug.
    Noch gehst Du ans Telefon und sprichst mit ihm, und ich sage Dir, das tut Dir nicht gut. Auch wenn Du das nicht wahrhaben willst.
    Du bist im Grunde ebenso süchtig wie er, sonst würdest Du das nicht immer wieder tun. 8)
    Er ist süchtig nach Alk, Du bist süchtig nach ihm. Kurz zusammen gefasst :wink:

    Ich wollte Dir gerade schreiben, das Du erst wieder völlig frei bist, wenn Du den Typen los bist.
    Und habe das gerade als das positivste gesehen, was man erreichen kann, aber da bin ich von mir selbst ausgegangen, weil Freiheit für mich persönlich das höchste Gut überhaupt ist.
    Aber ist es für CO-Abhängige vielleicht sogar eher bedrohlich, wieder völlig frei zu sein?
    Denn es würde in fast allen Fällen ja auch bedeuten, erstmal wieder allein zu sein, sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände nehmen zu müssen etc.pp.
    Macht das eher Angst oder wäre das für einen CO auch erstrebenswert?
    Das weiß ich nicht.

    LG Sunshine

    Tja, da gibt es ja nur einen Rat, nicht wahr?
    Sieh zu, das Dein Mann Dich überhaupt erst gar nicht erreichen kann !!
    Mails kann man für bestimmte addies ziemlich einfach sperren, schau bitte in den Einstellungen Deines Anbieters dazu nach.
    Auch unerwünschte Whatsapp-Nachrichtenschreiber kann man mit wenigen Klicks blockieren, dann kommen die Nachrichten gar nicht mehr zu Dir durch.
    USW.

    Oder möchtest Du gern, das er um Dich "kämpft"?
    Und Dir wieder neue Versprechenungen macht, die er nicht hält, weil er sie gar nicht mehr halten KANN?
    Dann einfach auf jede Mail antworten, jedes Telefonat annehmen und genau so weiter machen wie bisher.

    Darf ich mal fragen, warum Du meinst, das Du das nicht mal 2 Wochen aushältst?
    Und was ist nach den 2 Wochen?
    Willst Du ihm nur ne Lektion erteilen, damit er sein weiteres Leben nach Deinen Wünschen einrichtet, ihn "zur Vernunft" bringen?
    Falls er ein nasser Alkie ist, wird das nicht funktionieren, das kann ich Dir schon mal versprechen.

    Mir ist nicht auch ganz klar, worum es hier eigentlich genau geht.
    Bist Du CO und er ist ein Säufer oder interpretiere ich das falsch?
    Hast Du irgendwo noch einen anderen Thread, den ich übersehen habe?
    Stehe im Grunde so ziemlich auf der Leitung...

    LG Sunshine

    Liebe cielo,

    Hmmm, soll man jetzt eigentlich sagen, schön das Du wieder da bist?
    Denn schöner wäre in meinen Augen ja, wenn nun alles gut wäre und man gar nicht mehr hier sein müsste als CO... bzw. gar nicht mehr CO wäre :wink:
    Du verstehst schon, wie ich es meine :wink:
    Ich freue mich natürlich trotzdem, wieder von Dir zu hören! :)
    Wir haben uns ja alle auch eine ganze Zeit lang hier begleitet und so denkt man doch das ein oder andere Mal drüber nach, wie es dem anderen wohl weiterhin so ergangen ist?
    Mir war allerdings klar, das Du früher oder später wieder zurück kommst, das hatte ich einfach immer so im Gefühl 8)

    Zitat


    Für mich war es ganz große Hoffnungslosigkeit, aber auch Wut über diese Situation. Das Gefühl dies alles nicht mehr ertragen zu können- zum einen mit dem Ex-XY immer noch unter einem Dach zu leben, alles von ihm mitzubekommen, zum anderen meinen neuen Partner immer im "geheimen" treffen zu müssen, nicht offen zu sein, auch den Kindern gegenüber.
    In meinem Kopf ging es wirklich Hin und Her, was ist das Beste für uns, vorallem für mein größtes Kind, welches sehr stark unter XY und der Situation gelitten hat.

    Ich traf eine Entscheidung, bei welcher jetzt viele wahrscheinlich den Kopf schütteln, denn ich bin mit meinen Kindern zu meinem neuen Partner gezogen.

    Ich weiß nicht...ob ich darüber wirklich mit den Kopf schütteln sollte, eher nicht.
    Du warst in einer Ausnahmesituation und hast sicher keine anderen Möglichkeiten mehr gesehen, dann trifft man eben auch solche Entscheidungen.
    Ich persönlich halte es für besser, nicht von einer anderen Beziehung gleich in die nächste zu gehen, weil das selten gut geht.
    Die Altlasten wurden meisst noch gar nicht aufgearbeitet und werden auch in der neuen Beziehung wieder ans Tageslicht kommen, was der neuen Beziehung sicher nicht besonders zuträglich ist.
    Ob die das dann alles aushält, weiß man nicht... da kann man dann nur schauen, ob es trotzdem funzt.
    Bei CO-Abhängigen kommt dann oft die Angst vorm Alleinsein noch dazu, und die Angst, das nicht aushalten zu können.
    Dann halte ich es sogar für Missbrauch am neuen Partner, wenn er aus diesen Gründen gewählt wird und eine vorschnelle Beziehung eingegangen wird.
    Das mal so allgemein dazu.
    Trotzdem kann ich auch Deine Entscheidung nachvollziehen.
    Und nur die Daunem drücken, das alles so schön bleibt wie es ist mit dem neuen Partner und das auch Bestand haben wird.

    Zitat


    Richtig Ruhe habe ich leider noch nicht von XY wegen dem gemeinsamen Kind. Es kamen seither von ihm viele Drohungen, so dass ich zum Jugendamt Kontakt aufgenommen habe, damit eine "Einigung" erzielt wird.

    Nu ja, irgendwie normal für einen Menschen mit dem Charakter Deines Ex, ich hätte jetzt auch nix anderes erwartet.
    Das Jugendamt ist allerdings nicht dafür da, Einigungen zwischen den Elternteilen zu erzielen, der Zahn wird Dir dort sicher rasch gezogen.
    Sie werden Dir eher sagen, das ihr selbst für die Lösung Eurer Probleme auch bezüglich der Kinder bzw. des Kindes zuständig seid.
    Aber sie können Dir/Euch Unterstützung dabei anbieten und fachliche Hilfe nennen, um Euch in diese Lage zu versetzen.
    Dafür wäre dann allerdings auch eine Art Zusammenarbeit mit dem Ex vonnöten. Hmmmm...

    Entscheidungen bezüglich der Kinder trifft letzendlich immer das Familiengericht, wenn keine Einigung der Eltern zustande kommt, was wiederum mit dem Jugendamt zusammen arbeitet, aber selbstständig entscheidet.
    Letzendlich führt der Weg bei Unversönlichkeiten bezüglich der Kinder selten am Familiengericht vorbei, das wird relativ oft angerufen in solchen Fällen.
    Aber keine Angst, das ist nix schlimmes, die haben vor allem das Wohl der Kinder im Auge und entscheiden dementsprechend.
    Geht aber sicher nicht von heute auf morgen, da werden erstmal "Beauftragte" ausgesandt, die persönlich mit den Kindern sprechen, das Jugendamt zurate gezogen, und letztendlich ein Beschluss gefasst, wie weiter zu verfahren ist.
    Das alles zieht sich meist dann noch etwas in die Länge...bis dann wirklich ein Beschluss gefasst wird.
    Und beim Jugendamt solltest Du auch bitte nichts schönen von all den Verfällen, die sich ereignet haben, erzähle dort am besten die Wahrheit, so wie es wirklich war.
    CO-Abhängige neigen leider auch dann noch dazu, ihren Partner auf eine gewisse Art schützen zu wollen, was ihnen dann später oft selbst zum Nachteil gerät.
    Ich spreche hier leider aus leidvoller eigener Erfahrung.... aber das wirst Du dann evtl. lesen, wenn Du wieder im Erweiterten Bereich bist.

    Liebe Grüße und bis dahin....
    Sunshine :wink:

    Hallo Danny-Dog,
    Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Nun hoffe ich, dass die Psychotherapie auch einen Alkoholentzug beinhalten kann, ich vermute mal, dass ein guter Psychiater merkt,
    wo der Hase langläuft.

    Eine Therapie mit einem nassen Alkoholiker macht eh wenig Sinn.
    Darum sollte man auch erstmal ne Weile abstinent leben, denke ich. Denn was soll denn sonst ne Therapie überhaupt bringen?
    Das wäre, als würde man ein Pferd von hinten aufzäumen wollen.
    Also erstmal das Alkoholproblem angehen, und dann ne Therapie. Da würde eher n Schuh draus, wenn überhaupt

    Zitat

    Werde auch darauf bestehen, dass die Therapie stationär ist, ambulant wird zuviel vom Patienten geschludert.

    Wenn ich Dich lese, bekomme ich den Eindruck, Du schreibst von Deinem Kind, und nicht von einem erwachsenen Partner.
    Du hast doch nicht zu bestimmen, wie sein Leben abzulaufen hat. Und wie er eine Therapie anzugehen hat.
    Sich kümmern kann auch in eine Art Entmündigung ausarten.
    Und den Eindruck bekomme ich hier schon sehr oft bei den CO-Abhängigen.
    Natürlich geschieht das alles unter dem Deckmäntelchen der "Liebe", schon klar. 8)
    Ich glaube eher, ein CO hat sehr genaue Vorstellungen, wie das eigenen Leben und auch das Leben anderer zu verlaufen hat.
    Ärgerlich nur, wenn die sich nich dran halten, nicht wahr? :wink:

    Zitat

    Ich bin so doof! Ein Versprechen ist für mich bindend, für den Alki definitiv nicht! Lernprozess!


    So isses.
    Ein nasser Alkoholiker wird sich nicht an Verprechen halten, weil er es längst nicht mehr kann.
    Das ist nicht persönlich gemeint, es ist ein typisches Symptom unserer Krankheit würde ich glatt sagen.

    Du weist ja nun, das Du Dich auf Versprechen von einem nassen Alkie nicht verlassen kannst.
    Und das weisst Du sicher auch nicht erst seit Neuestem, oder?
    Geblieben bist Du trotzdem freiwillig, denn gezwungen wird in unserem Land niemand dazu.
    Vielleicht solltest Du nun mal mehr auf Dich und DEIN Verhalten schauen, anstatt auf ihn wie die Schlange aufs Karnickel zu starren?
    Es steckt ja irgendwas dahinter, wenn man jahrelang ein Leben mitmacht, worunter man eigentlich schon lange leidet.

    Zitat

    Schnaps gehört zu den Dingen, die ich weder akzeptiere, noch in meiner Umgebung anderen erlaube.
    Ich habe ihm oft genug gesagt, dass es in meinem Haus keinen Schnaps gibt und er sich daran zu halten hat!

    Sorry, aber ich muss gerade etwas schmunzeln... als ob ein nasser Alkoholiker sich sowas verbieten lassen würde.
    Sowas geht in ein Ohr rein, man sagt, was der andere hören will, und dann gehts auch schon auf direkten Wege aus dem anderen Ohr wieder raus.

    Zitat

    Also wurde der Schnaps heimlich besorgt. Entgegen aller Versprechungen, die er mir in guten Momenten gemacht hat.


    Ich hätte alles versprochen, nur um in Ruhe weiter saufen zu können.
    Und manchmal habe ich es sogar selbst geglaubt, aber der Alk war viel stärker als ich.
    Der hatte mich so fest im Griff, das ich mich an kein Versprechen mehr halten konnte.
    Insofern ich mich überhaupt noch dran erinnerte...

    LG Sunshine

    Nur kurz dazu, liebe Freewell:

    Zitat

    Liebe Sunshine, du sagst, du bist Alkoholikerin. Bist du zurzeit trocken ? Hast du dennoch den Drang zu trinken ? Ist er immer da ? Ich versuche, zu verstehen. Mein Partner sagt, dass er etwas verstanden hat und der Alkohol soweit weg ist, wie nur was. Sagt er sowas nur ? Oder ist das nur ein Selbstbetrug ? In unserer Selbsthilfegruppe sagen trockene Alkoholiker aus, dass jeder Alk, wenn er Glück hat, einen Punkt erreicht, wo er endgültig umkehrt und nicht mehr trinkt. Man sagt dort wohl auch, dass mein Partner diesen Punkt noch lange nicht erreicht hat. Aber vielleicht doch ? Er reagiert anders, er verhält sich anders und wenn wir Konflikte haben oder er mit den Nachbarn Konflikte hat, dann hat er früher sofort gesoffen. Heute entzieht er sich der Situation und geht in den Garten und pflegt seine Blumen. Manchmal buddelt er dafür auch Büsche aus und woanders wieder ein. Damit verausgabt er sich dann und verarbeitet Wut, Schmerz und anderes.

    Ich bin in wenigen Tagen 17 Jahre trocken :wink:
    Und Nein, ich habe schon seit Ewigkeiten keinen Drang mehr, zu trinken.
    Was aber nicht heißt, das ich nicht ein ausgezeichnet ausgebildetes Suchtgedächtnis hatte (und evtl. auch noch habe?), denn das hatte/habe? ich ebenso wie andere langjährig abhängig Trinkende.
    Glücklicherweise piesackte es mich aber nicht allzu oft, was ich allerdings auch auf die Beachtung der Grundbauststeine für trockene Alkoholiker schiebe.
    Aber ganz ohne nervendes Suchtgedächnis war ich trotzdem die ersten Jahre sicher auch nicht. Es schweigt nun aber schon seit vielen Jahren.
    Als ich aufhörte zu trinken, trauerte ich auch nicht dem Alk nach.
    Er war ja nur noch einschränkend und eine unglaubliche Belastung für mich, und last but not least hätte er mich beinahe umgebracht,
    und ich war somit unendlich erleichtert, das ich nach meiner Entgiftung keine körperlichen Entzugssymptome mehr verspürte.
    Ich wollte also nie wieder trinken, und ich hätte zum damaligen Zeitpunkt auch ganz sicher keinen zweiten Entzug innerhalb kurzer Zeit überlebt.

    Zitat

    In unserer Selbsthilfegruppe sagen trockene Alkoholiker aus, dass jeder Alk, wenn er Glück hat, einen Punkt erreicht, wo er endgültig umkehrt und nicht mehr trinkt. Man sagt dort wohl auch, dass mein Partner diesen Punkt noch lange nicht erreicht hat. Aber vielleicht doch ?


    Ja, das war bei mir ganz eindeutig so. Als ich in den ersten Stundes des Entzuges war und noch wach (später fehlen mir bis heute einige Tage meines Lebens, weil ich mit Medikamenten derart abgeschossen wurde),
    fasste ich ganz bewußt einen Entschluss, und der hieß ganz schlicht und ergreifend: Weiter leben zu wollen.
    Was auch immer darauf folgen würde, nahm ich in Kauf. Das es nicht leicht wird, auch.

    Du musst selbst entscheiden, wem Du glauben möchtest :wink:
    Einem Menschen, der angeblich seit einigen Wochen nix mehr trinkt und scheinbar sein Verhalten geändert hat (du weisst selbst, wie gut Alkoholiker andere täuschen können)
    oder ob Du Menschen glauben möchtest, sie sich seit Jahren mit dem Thema befassen und auch über viele eigene Erfahrungen verfügen?
    Also ICH wüsste, wem ich mehr glauben möchte... auch wenn mir die Aussagen nicht besonders in den eigenen Kram passen. :?

    Ich persönlich kenne übrigens keine Blitz-Trocknungen, die innerhalb weniger Wochen enfolgten.
    Sich ein wirklich trockenes Leben aufzubauen zieht sich eher über Jahre hin.

    Und nochwas, liebe FreeWell... was ich mehrmals miterlebt habe bei anderen Betroffenen, oder auch früheren Freunden, die ebenfalls erkrankt sind:
    Die Erkenntnisse zu erlangen, das ein Leben in der Sucht sich nicht lohnt, ist ja relativ einfach zu erlangen.
    Und diese Einsicht und Erkenntnisse haben einige durchaus gehabt, die ich kenne... aber irgendwie nützten die manchmal rein gar nix.
    Sie tranken trotzdem wieder :?
    Sie veränderten nicht grundsätzlich ihr Verhalten und fielen immer schnell in das alte Verhalten (und dann letztendlich auch in das alte Saufverhalten) zurück, trotz besseren Wissens und auch mehreren Entzügen.
    Es gehört also mehr dazu, als nur Einsicht. Und das baut man sich nicht innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten auf.
    So zumindest meinen eigenen Erfahrungen, gemacht im einer realen SHG, ebenso hier im Forum im Zeitraum von vielen Jahren und auch beruhend auf Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis.

    Zitat


    Was ist Sucht ? Laut Definition ist Sucht "krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel". Also eine krankhafte Flucht vor der Wirklichkeit, vor Verantwortung oder vielleicht auch eine Bewusstseinserweiterung auf der Suche nach Lösungen ?


    Oh, bei mir war das gar nicht so "kompliziert" :wink:
    Ich bin eher durch regelmäßigen Alkoholgenuß abhängig geworden, würde ich sagen. Und das kann im Grunde dann jedem passieren.
    Bei mir war es die Clique, in der es normal war, zu trinken. Ebenso geschieht es ja ebenso in der ganz "normalen Gesellschaft" (ich finde das heute natürlich gar nicht mehr normal :wink: ).
    Ich habe gedacht, mir könne das nicht passieren.
    Bei mir kam noch beruflicher Stress durch einen anspruchsvollen Job dazu und auch Stress durch eine sehr frühe Mutterschaft und zu hohe Verantwortung, die ich viel zu früh tragen musste.
    Nicht nur durch die frühe Mutterschaft, sondern auch durch den frühen Tod meines Vaters.
    Und Alkohol wirkte erstmal so erleichternd... stressabbbauend... etc.
    So geriet ICH in den Suchtstrudel.
    Von "krankhaften Fluchten" kann da eher keine Rede sein und Flucht vor Verantwortung? Hm, ich habe immer Verantwortung tragen müssen, ja vielleicht trifft davon was zu, das mag sein.
    Ich will damit auch nur sagen, das man nicht allen Alkoholikern das gleiche Verhalten zuordnen kann, was angeblich in die Sucht führte,
    denn dem ist nicht so.
    Damit würde man es sich zu einfach machen.... das ist zumindest meine Meinung.
    Ich lese beispielsweise hier auch immer wieder, das eine LZT notwendig wäre, um trocken werden zu können.
    Auch das stimmt so nicht, und ist vor allem schon gar kein Garant für Trockenheit.
    Es gibt viele Alkoholiker, die ohne LZT seit Jahrzehnten zufrieden trocken sind, oder sogar ohne SHG. Auch das alles gibt es.
    Nicht für jeden ist die gleichen "Behandlung" angezeigt, auch wenn einem das mitunter so erzählt wird.
    Auch mit solchen Aussagen macht man sich einiges zu einfach, finde ich.

    Ich persönlich hatte übrigens weder eine LZT noch psychologische Betreuung und bin trotzdem zufrieden trocken, ein anderer mag aber durchaus
    mehr Hilfe benötigen, und auch das ist völlig okay !!

    LG Sunshine

    Glückwunsch zu 4 Jahren, lieber Carl-Friedrich ! :D

    Zitat

    Wenn ich überlege, wie holperig der Anfang so war, läuft es jetzt wie "geschmiert."


    Ich denke, wenn man seine/unsere Krankheit gut angenommen hat und stoppen konnte, kann man damit sehr gut leben.

    Bei mir war es ja so, das ich dem Alk nie hinterhergetrauert habe, ich war nur endlos erleichtert, ihn los zu sein.
    Trotzdem hatte ich ein gut funktionierendes Suchtgedächtnis, da war ich keine Ausnahme.
    Ich habe ihm allerdings möglichst wenig Chancen gegeben, zu laut zu werden.
    Und dabei hat mir das geholfen, was man hier Grundbausteine nennt. :)

    Zitat

    Es ist halt ein Teil von mir. Ich kann es nicht eliminieren und habe gelernt, mit ihm zu leben und mich mit ihm arrangiert.


    So ist es und so geht es...und das auch ganz gut, nicht wahr?

    Alles Gute weiterhin für Dich, Carl-Friedrich !
    LG Sunshine

    Zitat

    Ich war gestern bei meinem Lebensgefährten und wir haben ruhig geredet und neue Verabredungen getroffen. Ich sage offen und fest, was ich machen möchte und er akzeptiert es, wenn ich bei mir sein möchte. Er zieht nicht, da ich sonst sofort gehe. Ich komme zu ihm, wenn es entspannt ist und wir geniessen schöne Stunden. Dennoch gehe ich nach einigen Stunden, bevor es wieder "eng" wird. So hat er seinen Freiraum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

    Auch habe ich deutlich sagen können, dass ich mich in seinem Haus nicht wohl fühle, weil er aus Bequemlichkeit zuwenig aufräumt und putzt. Er möchte dass jetzt ändern, damit ich mich wieder wohl fühle. So komme ich zu ihm, er putzt, ich koche, wie essen und sprechen und nach einer Weile eines positiven Treffens gehen wir zurzeit wieder eigene Wege. Vielleicht klappt es so. Es fühlt sich gut an.

    Liebe Freewell,
    das hört sich ja alles ganz nett an, aber ich schreibe Dir ganz ehrlich, was ich dazu denke.
    Es wird nicht funktionieren. Auch wenn man es sich noch so sehr wünscht. :wink:
    Es spricht einfach zu viel dagegen.
    Mal dazu einige Punkte:
    Mit einen nassen Alkoholiker kann man keine Verabredungen treffen, bzw. kann man das schon :wink: , sollte dann aber auch wissen, das der andere sie nicht einhalten kann und wird.
    Die Suchterkrankung lässt sowas nämlich gar nicht zu.
    Entspannte Zeiten mit einem nassen Alkoholiker?
    Ich bin ja selbst Alkoholikerin und kann Dir sagen, das ein Alkoholiker nur entspannt ist, wenn er genug Alk im Blut hat.
    Und dabei bleibt es nicht, denn der Kontrollverlust ist ja typisch für unsere Krankheit.
    Es wird also regelmäßig weiter gesoffen und von Entspannung kann dann sicher keine Rede mehr sein.
    Und ohne Alk im Blut sind wir ebenfalls nicht entspannt !
    Denn die Sucht arbeitet dann erbarmungslos in uns und wir denken nur noch dran, wann wir wieder saufen können.
    So läuft die Sache nun mal, und ist ja auch bekannt, DAS es so läuft.
    Auch Du wirst da alles schon so miterlebt haben, nicht wahr?

    Zitat

    So hat er seinen Freiraum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.


    Auch nett gedacht, aber weit von der Realität entfernt.
    Ein nasser Alkoholiker hat gar nicht mehr die Fähigkeit dazu, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
    Er wird immer versuchen, die anderen aufzudrücken.
    Die Welt ist immer schlecht für ihn, egal was ist. Der Alkie ist immer das "Opfer der Umstände"!
    Ist natürlich Blödsinn, kann und will der Alkie aber nicht so sehen.
    Denn wenn der wirklich Verantwortung für sein Leben übernehmen wollte, müsste er erstmal trocken werden.
    So läuft die Nummer....und nicht anders.
    Auch wenn Du es Dir vielleicht anders wünscht.

    Zitat

    So komme ich zu ihm, er putzt, ich koche, wie essen und sprechen und nach einer Weile eines positiven Treffens gehen wir zurzeit wieder eigene Wege.


    Ja genau :wink:
    Und im Himmel is Jahrmarkt 8)
    Sorry Freewell, aber ich glaube keine Minute dran, das das funzt. Nicht mit einem nassen Alkie mit den Charaktereigenschaften von Deinem Säufer da.
    Entschuldige bitte, das ich die DInge so krass beim Namen nenne, aber so bin ich nun mal.
    Ich mag da nichts schönen und Dir gut zureden, das es vielleicht klappen könnte.

    Du verschwendest gerade weiter Deine wertvolle Lebenszeit. Aber es ist ja Deine, Du darfst das.
    Du lässt Dich so weiter von einem nassen Alkie nach Herzenslust be-und ausnutzen. Auch das darfst Du.
    Es ist ja Dein Leben.
    Groß rumjammern braucht man dann aber auch nicht, denn es ist ja die freie Entscheidung vom Einzelnen gewesen.
    Sorry das ich auch das so schreibe, aber mich nervt halt Rumjammerei, wenn Dinge relativ einfach abänderbar sind.
    Hier ist niemand der Leibeigene von einem anderen Menschen, CO-Abhängigkeit hin-oder her.

    Du möchtest Dich noch nicht trennen, sondern auch Deine CO-Abhängigkeit noch ne Weile ausleben. Darum redest Du Dir Sachen schön.
    Denn ansonsten müsstest Du ja eine Entscheidung treffen und handeln.
    Theoretisch weisst Du das auch alles längst selbst... ich muss Dir das eigentlich also gar nicht alles schreiben.

    Ich wünsche Dir den Mut zu Entscheidungen. Noch ist der nicht da.
    Du bist auch nicht der erste CO, der hier noch ne Runde drehen muss oder will.
    Dann ist das eben so, ich kann das auch nicht ändern. Aber zureden und schreiben "das wird schon", dazu bin ich auch nicht bereit.
    Mir tut es nur in der Seele weh, wenn jemand so sinnlos seine Lebenszeit opfert.
    Denn die gibt Dir niemand zurück !

    LG Sunshine

    Hallo Veilchen,
    ich wollte Dir eigentlich schon vor Tagen antworten, weil ich einen ähnlichen Fall kenne, wo die Einsicht siegte.
    Es ging auch um eine Person, die wegen ihrer Sucht nicht ihr Enkelkind betreuen durfte, aus Sicherheitsgründen.
    Sie hat sehr darunter gelitten, das ihre Tochter ihr nicht das Enkelkind anvertrauten konnte, und das aus guten Grund !
    Sie begab sich daraufhin schweren Herzens in eine SHG, denn die Einsicht, wirklich eine Alkoholikerin zu sein, fiel ihr sehr schwer.
    SIe muss damals schon in den Sechzigern gewesen sein. Und war sich ihres Problemes gar nicht so wirklich bewußt.
    Der Tochter war das Alkoholproblem aber sehr wohl bewußt.
    Sie begleitete die Mama auch die ersten Male zur SHG.
    Da wurde also nicht weggeschaut, sondern die Trinkerin vor die Tatsachen gestellt und auch aktiv gehandelt, und nicht nur mit Worten gedroht .
    Kurz daruf wurde auch der Großvater der Enkeltochter trocken, seine Frau hatte es ihm sozusagen "vorgemacht" und gezeigt, wie schön ein Leben ohne Alkohol sein kann, und er wollte das dann auch gern so haben. :)
    Sein Alkoholproblem war wohl noch nicht ganz so groß, evtl. noch als Missbrauch zu sehen, aber wie auch immer... beide wurden trocken.
    Und blieben es auch, als ich sie kennenlernte, waren sie beide schon über ein Jahrzehnt trocken.
    Unglaublich liebe Senioren... von denen wir viel lernen konnten :)

    Von daher sehe ich schon eine gewisse Chance, jemanden über so eingreifende Maßnahmen zu erreichen.
    Dazu gehören dann allerdings Offenheit, klare Worte und vor allem folgende Taten. Und das alles möglichst nicht im Bösen, sondern im Guten,
    an die EInsicht appellierend. Alles andere ist wohl eh ziemlich sinnlos.
    Denn bei Drohungen oder Anschuldigungen etc. macht der andere ja wohl gleich dicht, und ein nasser Alkie schonmal gleich sowieso.

    So, aber nun mal zu Deinem speziellen Fall, liebes Veilchen:
    Dein Mann beklaut Dich, belügt Dich und nutzt Dich gnadenlos aus.
    Da kann ich beim besten Willen nicht zum Bleiben und Abwarten raten, sondern eher, sich da schnellstens vom Acker zu machen.
    Denn so ein Verhalten ändert sich kaum (ich glaube sogar, das ändert sich GAR NICHT), er ist damit doch bisher auch anscheinend ganz gut durchgekommen.
    Solche Leute trauern üblicherweise auch niemanden wirklich hinterher, sondern suchen sich ganz schlicht und erfgreifend die Nächste,
    die man entsprechend ausnutzen kann.
    Das ist zumindest meine Erfahrung. Leider auch durch ein persönliches Erlebnis dieser Art.
    Da würde ich lieber meine persönlichen Konsequenzen ziehen, und die Alkoholkrankheit würde dabei nicht mal die Hauptrolle spielen,
    auch das andere Verhalten wäre für mich nicht zumutbar.
    Da habe ich mich selbst zu lieb, als das ich so leben und mir sowas gefallen lassen möchte.

    Zitat

    Kann ich ihm jetzt wirklich vertrauen?


    Meinst Du diese Frage wirklich ernst? :wink:
    Ich glaube, Du kannst sie selbst am besten beantworten :wink: , so Du denn noch über einen Funken gesunden Menschenverstand verfügst.
    Und ich denke, das ist der Fall.

    LG Sunshine

    Hallo FreeWell,

    in "Kopfwäschen" bin ich gut, glaube ich :lol:
    Aber wozu, denn Du weißt doch, was Du zu tun hast, wenn Du Dich nicht weiterhin komplett aufopfern willst.

    Zitat

    hat er mich vor die Wahl gestellt: Er oder der Hund.


    Also ich hätte den Hund genommen ! Weil mir allein schon so eine aufgedrückte Entscheidung zu bekloppt gewesen wäre. :roll:

    Wenn Du bleibst, ist Dein eigenes Leben im Grunde zu Ende, würde ich mal sagen.
    Denn wo ist das denn noch? Es ist ja schon beinahe komplett verschwunden.
    Du bist gerade mal 57 Jahre alt, also genau so alt wie ich.
    Also ICH habe noch Wünsche und Ziele und Pläne und erhoffe mir noch so einiges vom Leben...
    Klar kann auch was passieren, was alles von jetzt auf gleich ändert, aber davon sollte man lieber nicht ausgehen, denke ich.
    Ich wäre nicht bereit, mich selbst für einen anderen Menschen aufzugeben, meene Jüte, es gibt doch noch soooo viel Schönes da Draussen,
    was erlebt werden will.

    Zitat

    Sein Therapeut wirft mir vor, dass ich eine Übermutter bin und meine Kinder loslassen solle. Solange ich einen Lebensgefährten habe, müsste er jetzt an erster Stelle stehen.


    Soso, sagt das SEIN Therapeut?
    Nun ja, egal wer das sagt, das ist doch Schwachsinn.
    Mir wird immer meine Tochter näher stehen als mein Partner, und ich halte das auch für völlig normal.
    Vielleicht labert der Therapeut auch sowas daher, weil er keine eigenen Kinder hat und dementsprechend keine eigene Erfahrungen dazu?
    (Und mich bestärkt es gerade wieder, mich weiterhin besser von Therapeuten fernzuhalten :mrgreen: )

    Zitat

    Aber der Therapeut meines Partners meint....


    Öööhm, nur mal so als Frage, was hast Du eigentlich beim Therapeuten Deines "Partners" zu suchen, warum suchst Du Dir nicht einen eigenen, wenn Du einen brauchst oder meinst zu brauchen?
    Das kann doch nur zu Interessenskonflikten führen, oder meinst Du, Therapeuten stehen derart über den Dingen?
    "Partner" habe ich übrigens auch guten Grund in Anführungszeichen gesetzt, denn er ist ja keiner.
    Dieser Mensch nutzt Dich nach Strich und Faden aus... mehr nicht. Und sowas würde ich persönlich sicher nicht als Partnerschaft bezeichnen.

    Zitat

    dass ich schon seit der Kindheit die Symptome der Co-Abhängigkeit habe und dass meine Kinder mein Helfersyndrom auch ausnutzen. So auch meine Tochter mit dem Welpen. Sie geht stillschweigend davon aus, dass ich mich kümmere, weil ich nicht NEIN sagen kann.


    Kenne ich gut. Nicht nur von mir, treffe ich überall so im Bekanntenkreis an. :?
    Ich bin nicht CO-abhängig, aber ich bin ein hilfsbereiter Mensch. Und kann zu meiner Tochter auch schlecht Nein sagen, wenn sie mich um was bittet.
    Tja, leider wird man so aber auch ausgenutzt, auch von seinen Kindern.
    Das Nein-Sagen kann man aber trainieren :wink: Das Nicht-Nein-Sagen-Können muss man nicht bis an sein Lebensende als gegeben hinnehmen.
    Es fällt die ersten Male schwer, und man ist versucht, doch wieder nachzugeben, um des lieben Frieden willens.
    Ich bin nun aber schon einige Male hart geblieben (es geht bei mir nicht um Welpenbetreuung, sondern ums Enkelkinder-Hüten) und ich war erstaunt, das meine Tochter dann sogar begann, leichten psychischen Druck auszuüben.
    Und das hat mich sauer gemacht, und es fiel mir dann überhaupt nicht mehr schwer, beim Nein zu bleiben :wink:

    Zitat

    Wo ist da die Grenze zwischen "ich mache das jetzt übergangsweise, weil mir das Tier leid tut" und "ich passe nicht mehr auf den Hund auf, da ich meine Zeit jetzt für mich nutzen möchte" ?


    Was für ne Grenze, ich stehe da gerade etwas auf dem Schlauch?
    Du hast damals eine Entscheidung getroffen und nun eine andere.
    Darfst Du das nicht oder was?

    Ich glaube allerdings noch nicht so ganz dran, das Du Deine Zeit wirklich für Dich nutzen würdest, die würdest Du wohl eher wieder in Dein drittes Kind (den Du Partner nennst) investieren.
    Und so ist es ja auch von ihm erwünscht, nicht wahr?
    Die Entscheidung, die Dein Typ Dir da aufzwingen will, hat doch ausschließlich eigennützige Gründe, nicht wahr?

    Ich wünsche Dir viel Kraft, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, damit Du wieder (oder überhaupt erst) ein eigenes Leben hast.
    Das hier ist doch nix und Du weißt das auch.
    Und ich wünsche Dir Träume und Wünsche für Dein weiteres Leben, und sehr viel weniger Genügsamkeit !
    Zerknall nicht Deine wertvolle Lebenszeit mit solchen Typen.... das wäre mein Tipp.

    Und desweiteren übst Du, wie Du auch Deinen Töchtern mal ein NEIN sagen kannst. Du bist doch nicht die Arbeitssklavin anderer Menschen !

    LG Sunshine

    Hallo Topaz,

    Zitat

    Ich glaube, den Rückfall im Affekt gibt es nicht. Es ist ein schleichender Prozess. Ich habe die Vorzeichen einfach übersehen.


    Du kannst ja glauben, was Du willst, aber Glauben ist nicht Wissen :wink:
    Ich habe während meiner Zeit in einer Realen SHG mit Menschen gesprochen, die sozusagen ein "Blackout" hatten und ich hatte nicht
    das Gefühl, das die mir gegenüber sitzen und mir ins Gesicht lügen.
    Ich wurde da also eines besseren belehrt... und zwar von Menschen, denen das passiert ist.

    Ich sehe es aber auch als Ausnahme, in den allermeissten Fällen ist der Rückfall eher ein schleichender Prozess, auch das bestätigte sich so in meiner damaligen Gruppe.

    Hallo Gerhard,

    Zitat

    Gibt es eigentlich auch selbsthilfegruppen, die nicht wie die AA‘s sind? Ich war da ja schon ein paar mal. Alles nette leute aber der Ablauf bei denen hat mich iwie genervt. Jeder ist an der Reihe, aber zwischenfragen waren iwie nicht so erwünscht. Reden, Nächster. Da kommt natürlich kein ordentliches Gespräch zustande. Ausserdem ist dieser Gottbezug bzw. das glauben an eine höhere Macht. Damit konnte ich noch nie was anfangen.


    Bei mir war es ebenso, ich war auch am Anfang meiner Abstinenz mal bei den AA, bin da aber sozusagen in der Pause rückwärts wieder raus.
    Es war auch in meiner Gruppe so, das es so ablief wie von Dir geschildert.
    Und das war absolut nichts für mich, ich suche eher das Gespräch mit Betroffenen und nicht den Monolog einzelner.
    Und der Gottbezug war für mich eher abstoßend, ebenso das man sich bei seinen Angehörigen entschuldigen soll etc.
    Sorry, aber ich habe noch nie gehört das sich andere Menschen mit einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder was auch immer bei ihren Angehörigen dafür entschuldigen sollen.
    Wir haben ebenfalls eine nicht selbstgewählte chronische Krankheit, und Punkt.
    Wenn ich mich bei irgendjemanden entschuldigen möchte, dann mache ich das aus freien Stücken und nicht, weil das Konzept einer SHG das so vorsieht.

    Es gibt aber auch andere Gruppen als die AA.
    Ich war mal in einer realen Gruppe, die die Räume der hiesigen AWO (Arbeiterwohlfahrt) nutzen und finanziell von der Stadt unterstützt wird.
    Ansonsten handelt es sich um eine ungebundene Gruppe, also weder AA noch Kreuzbund etc.
    Die "Grundbausteine" dieser Gruppe glichen den unsrigen hier übrigens in beinahe allen Punkten.
    Und diese besagte reale Gruppe gilt als sehr erfolgreich an meinem Wohnort.
    Dann können also unsere Grundbausteine hier auch nicht sooo verkehrt sein ! :wink:

    Dieses Forum sieht sich übrigens auch als vollwertige SHG, die sogar 24/7 geöffnet hat.
    So gesehen hast Du also schon eine SHG gefunden :wink:
    Schau ob es Dir hier gefällt, und ob Du Dir ein Leben nach unseren Grundbausteinen vorstellen kannst.
    Denn ich würde sagen, darauf beruht hauptsächliche dieses Forum hier.
    Wer sich damit nicht so wirklich anfreunden kann, der wird hier allerhöchstwahrscheinlich auch nicht besonders glücklich 8) und ist in einer
    anderen SHG evtl. besser aufgehoben.

    LG Sunshine

    Hallo Blumenfrau,
    Du fragst:

    Zitat

    Viele Fragezeichen sind in meinem Kopf: kann Alkohol eine Persönlichkeit so stark verändern, dass man in seinen nächsten angehörigen einen Feind sieht?


    Alkohol ist ja nur eine chemische Substanz. Von der wir aber als Alkoholiker abhängig geworden sind.
    Diese Alkoholabhängigkeit verändert dann unser Verhalten so stark, das es auch zu dem von Dir beschriebenen Verhalten kommt.
    WIr reden uns dann alles ein, was unserer Sucht dienlich ist. Das muss mit der Realtität nicht mehr viel oder auch gar nix zu tun haben.
    Einen Feind zu haben ist doch bequem, dann hat man wenigstens einen Grund zum Saufen.
    Auch die angeblich so schlechte Welt ist klasse als Saufgrund. Und Selbstmitleid ist auch gut, denn wenn es einem so schlecht geht, MUSS man doch geradezu saufen.
    So läufts nun mal mit der Sucht.

    Zitat

    Da er keine Arbeit hat und den ganzen Tag zu Hause ist, kann er das ungehemmt ausleben.


    Blumenfrau, er würde auch saufen, wenn er nen tollen Job und viel Geld hätte.
    Die Alkoholabhängigkeit bestimmt das Leben eines Abhängigen Menschen und nix anderes.
    Schau, es gibt auch Alkoholiker in sehr angesehenen Berufen, das ist kein "Schutz".

    Zitat


    Es ist ja ok, keine Beziehung haben zu wollen, aber selbst keinen cut machen, den anderen aber als schrecklich darstellen, ist merkwürdig. Warum wollte er die Beziehung denn, wenn er gar nichts geben mag?


    Weil er ganz schlicht und ergreifend nicht allein sein wollte?
    Zu geben haben nasse Alkoholiker allerdings tatsächlich nix, das lässt die Sucht ja auch gar nicht mehr zu.
    Wir haben im nassen Stadium unserer Krankheit keinen wirklichn Platz mehr für andere Menschen in unserem Leben.
    Und je extremer die Abhängigkeit, desto schlimmer wird das auch.
    Da ist also keine Besserung in Sicht, solange jemand weiter säuft, im Gegenteil, die Lage wird immer schlimmer.

    Zitat

    Und natürlich frage ich mich, warum habe ich mir das gefallen lassen. Was stimmt mit mir nicht? Das muss ich bearbeiten, damit mir sowas nie wieder passiert.


    Ja, das ist Deine Baustelle, wenn Du das nicht stoppen kannst, wirst Du immer wieder entsprechende Partner anziehen oder auch suchen.
    CO-Abhängigkeit hat für mich auch immer viel mit einer gewissen Art von Machtausübung zu tun.
    Man ist da also nicht nur Opfer, sondern mitunter auch selbst Täter auf eine gewisse Art und Weise.
    Und sei es auch nur auf die Art, den Partner wissen zu lassen, das man selbst am besten wüßte, wie der andere sein Leben zu leben hätte.
    Und dazu soll der andere gefälligst sein Leben ändern, also den eigenen Vorstellungen anpassen.
    Nur läuft die Nummer so nicht und schon gar nicht mit einem süchtigen Menschen. Denn der wird den Teufel tun und natürlich nicht mit der Sauferei aufhören, weil er es gar nicht mehr kann.
    DER Zug ist da bereits längst abgefahren.
    Tja...

    Diese Beziehung ist ja Deinen Angaben nach nun beendet. Also kannst Du Dich ja nun Dir selbst zuwenden.
    Und es war auch das einzig richtige, was Du tun konntest.
    Das Leben mit einem nassen Alkoholiker taugt einfach nichts und wird auch immer unerträglicher.
    Niemand wird gezwungen, sowas zu tun oder auszuhalten.
    Dann sollte man besser gehen und sich nicht auch noch mit in den Abgrund stürzen.

    LG Sunshine

    Bei mir ist es ja ganz ähnlich wie bei Dir, lieber Hartmut.
    Aber wir sind ja auch schon viele Jahre lang trocken, haben unsere Erfahrungen gesammelt und unsere Schlüsse daraus gezogen.
    Von daher fände ich es eher merkwürdig, wenn wir immer noch drüber nachdenken würden, ob wir nochmals "kontrolliert" trinken könnten.
    (Falls wir das denn überhaupt jemals konnten)
    Denn dann hätten wir ja ma rein gar nix dazu gelernt :roll::lol:
    Anders sieht es aber bei noch nicht so gefestigten abstinenten Alkoholikern aus !
    Da können durchaus nochmal solche Gedanken aufkommen und da sollten wir auch nicht so tun, als sei das etwas nicht Nachzuvollziehendes.
    Wichtig ist letztendlich doch viel mehr, wie man mit diesen Gedanken umgeht, um nicht doch wieder zu saufen.

    Zitat

    Solange ich mir noch Gedanken mache welch Möglichkeit es gibt, solange hänge ich gedanklich noch am Alkohol.

    Da muss ich jetzt doch mal etwas provozierend werden :P:lol:
    Hänge ich denn nicht gedanklich mein restliches Leben am Alkohol?
    Allein mit der Teilnahme an einer SHG wie dieser beschäftige ich mich doch immer wieder mit dem Thema Alkohol und Sauferei.
    Denn genau das ist doch hier Thema und ebenfalls in allen anderen SHG mit dem Thema Alkoholkrankheit.
    Ich werde doch immer wieder mit meiner Krankheit konfrontiert, und sei es nur beim nächsten Einkauf, wo ich etwas kaufe,
    was ich noch nicht kenne und es auf Inhaltsstoffe prüfen muss.

    Meine Krankeit wird mich mein restliches Leben begleiten und sie wird mich auch immer mal wieder beschäftigen (müssen),
    das kann ich ja gar nicht umgehen.
    Ich kann aber sehr gut damit leben, es belastet mich gedanklich nicht und schränkt mich auch nicht in meinem Leben ein.

    LG Sunshine

    Zitat

    " Um ein Junkie zu sein - oder auch ein Alkoholiker - muss man einer sein wollen. Und das will man,wenn man keine Hoffnung und nichts zu verlieren hat".

    Ich persönlich finde diese Aussage ist kompletter Schwachsinn.
    Geschrieben von jemanden, der keine wirkliche Ahnung von der Krankheit Sucht hat.
    Und das können mitunter sogar Menschen sein, die selbst betroffen sind.

    Ich für meinen Teil bin wirklich in die Sucht hineingeschliddert.
    Hauptsächlich durch die frühere Clique, in der sehr sorglos mit Alk umgegangen wurde und durch meine eigene Großkotzigkeit und Überheblichkeit, nicht an Sucht zu erkranken.
    Dazu noch einige äußere Umstände, die mit Alk leichter zu ertragen waren. Und irgendwann trank ich abhängig.
    Ich hatte in meinem Leben eigentlich immer Hoffnung, bin grundsätzlich eine Optimistin und ich hatte sehr wohl viel zu verlieren.
    Das man süchtig wird, weil man nix zu verlieren hat, ist doch Blödsinn.
    Sorry, aber ich kenne viele Menschen, denen es ebenso erging und die in die Sucht reinrutschten und sehr wohl viel zu verlieren hatten.
    Und es teilweise auch wirklich verloren.

    Zitat


    Klar könnte ich ganz einfach den Alkohol verdammen. Dieses Teufelszeug und ich mich als unschuldiges Opfer ansehen. Ist aber nicht so. ICH war der Täter


    Ernest, warum immer dieses Gequassel (ich drücke es mal salopp aus, ist nicht persönlich gemeint) über Opfer und Täter?
    Warum immer Gequassel über Schuld und Unschuld bezüglich unserer Krankheit?
    Bringt das irgendjemanden weiter?
    Mich hat auch niemand gezwungen, zu trinken, warum bin ich deshalb "Täter" geworden?
    Oder gar "Opfer"?
    Ich bin beides nicht, ich bin nur alkoholkrank geworden, mehr nicht !
    Und damit kann ich gut leben, ich kann doch ein zufriedenes trockenes Leben führen.
    Ich muss auch nicht auf meiner Krankheit rumreiten, meene Jüte, solange ich trocken bin habe ich doch nix groß auszustehen.
    Andere Menschen mit chronischen Erkrankungen sind doch teilweise sehr viel ärger dran, die haben viel mehr Grund zum jammern, aber ICH doch nicht.
    Meine Krankheit beeinträchtigt nicht mal meinen Tag, bis auf den Umstand, das ich Folgeschäden habe, aber da muss ich nun mal mit leben.
    Auch da jammere ich nicht groß rum, kann ich eh nicht mehr ändern.
    Es ist nunmal wie es ist, ich kann damit leben.

    LG Sunshine

    Hallo Gerhard und Willkommen im Forum.
    Danke für Deine ausführliche Vorstellung, so kann man sich schon gut ein Bild machen vom Ist-Zustand.
    Und Glückwunsch zu den abstinenten Tagen und dem Entschluss, mit der Sauferei endgültig Schluss machen zu wollen.
    Es lohnt sich nämlich sehr.

    Du hast ja nun schon so einiges negatives erlebt, was den Alkoholmissbrauch betrifft.
    Und das wird nicht besser, sondern nur schlimmer, der Suchtaufzug fährt nicht mehr hoch, nur noch runter.
    Da "wächst sich nichts aus", aber das ist Dir sicher mittlerweile auch klar.

    Zitat

    Mein Umfeld meinte, das die Trinkerei früher sicher nur Jugendsünden waren, das sich das vielleicht rausgewachsen hat, ich sollte es doch versuchen und wenns geht ist gut und wenn nicht soll ichs eben wieder lassen.


    Wenn man das so liest als trockener Alkoholiker oder auch nur als Nichttrinker, sträuben sich einem schon irgendwie die Nackenhaare, oder?
    Wie dumm das ist und es hat NULL Sinn und Verstand.
    Wieso sollte es denn "gut" sein, wenn Du wieder trinken kannst?
    Was daran sollte denn genau "gut" sein?
    Es gibt nicht mal eine sinnvolle Antwort darauf :roll:
    Die einzige Antwort wäre "damit Du wieder in die Saufgesellschaft passt und nicht weiter auffällst".
    Aber auch diese Antwort ist bekloppt.

    Gerhard, sollten solche Leute noch zu Deinem Umfeld gehören, dann kann ich Dir nur dringend raten, dich konsequent ab jetzt von
    ihnen fernzuhalten.
    Denen geht es nämlich nicht um Dich, sondern eher darum, ne Saufgesellschaft zu haben und Du dienst ihnen sogar noch als Beschwichtigung
    in Sachen "andere saufen ja noch viel schlimmer".
    Solche Menschen im eigenen Umfeld sind brandgefährlich für einen ganz frisch abstinenten Menschen und sie tun einem auch keinesfalls gut.
    Gerade am Anfang ist man doch noch wackelig auf den Beinen in Sachen Abstinenz und dann kann man sowas rein gar nicht gebrauchen.
    Lass mal einen schlechten Tag kommen und dann noch solche Leute an Deiner Seite, was meinst Du wohl, wie weit dann das nächste Glas noch entfernt ist?

    Tja, und später will man diese Menschen auch gar nicht mehr in eigenen Leben haben, weil sich das verändert hat.
    Dann werden andere Dinge wichtiger sein, weil man sich selbst auch verändert hat und so eine Gesellschaft meist als verbrannte Zeit empfindet.
    Man hat halt dann mittlerweile selbst besseres zu tun :)

    Zitat

    Naja ich glaube das wird alles kritischer wenn dann wieder die Anlässe zum trinken kommen oder ich alleine zu hause rumhänge. Da muss ich mir noch was einfallen lassen.


    Ja, da musst Du Dir was einfallen lassen. Auch um die Zeit nun sinnvoll zu nutzen, die Du früher versoffen hast.
    "Anlässe zum Trinken" solltest Du für die nächsten, ich sach mal ca. 1,5- 2 Jahre, konsequent meiden, um mal ne Zahl zu nennen, da lehne ich mich jetzt einfach mal so weit zum Fenster raus :wink:
    Man muss dabei nicht teilnehmen, es gibt IMMER Möglichkeiten, da einfach gar nicht erst hinzugehen.
    Entweder man sagt die Wahrheit oder erzählt irgendwas, wenn man noch nicht offen mit seiner Krankheit umgehen kann, oder man sagt einfach auch ohne Begründung ab.
    Es geht hier um Dein LEBEN, Gerhard, mache Dir das bitte ganz bewußt !
    Denn wenn Du den Absprung nicht schaffst, entgleitet Dir Dein Leben immer mehr, Du weißt es ja selbst.
    Und am Ende verreckt man ganz elend am Alk, ich kenne leider einige Beispiele dafür, wo ich das selbst, wenn auch aus sicherer Entfernung, miterlebt habe.
    Und das ist ganz furchtbar :cry:

    Natürlich wäre es bequemer, sein Leben so zu belassen, und nur den Alk wegzulassen.
    Nur ist meine Erfahrung (und auch die vieler anderer), das das nicht reichen wird.
    Trocken zu sein ist ne andere Nummer als nur nicht mehr zu trinken.
    Aber das sollte bitte niemanden Angst machen !
    Zum trockenen Leben gehören so einige Veränderungen, und nicht alle davon werden angenehm sein.
    Beispielsweise, so nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen zu könnnen, wenn im eigenen Verwandten, Freundes-und Bekanntenkreis Alkohol
    eine große Rolle spielt.
    Das bedeutet aber keinesfalls, das man trocken isoliert und vereinsamt leben muss, um Gottes Willen.
    Ganz im Gegenteil, man sollte sich einen Freundeskreis aufbauen, in dem Alkohol keine Rolle spielt und das kann unheimlich bereichernd sein,
    sich dann mit diesen Leuten zu treffen.
    Und oftmals gibt es auch im vorhandenen Freundeskreis Menschen, die nicht trinken, die muss man dann ja gar nicht "aussortieren".
    Kurzum, zum trockenen Leben gehört auch oft der Aufbau eines neuen Freundeskreises.
    Und das geht nun mal auch nicht von heute auf morgen, auch klar.
    Aber die Richtung dahin sollte stimmen...

    So mal meine Tipps in Kürze.
    Du wirst hier Hilfe bekommen können, auch Tipps, wie Du Deine früher versoffene Zeit nun besser nutzen kannst.
    Denn das ist auch wichtig.

    Ich finde es außerdem gut, das Du nicht gleich rumjammerst, weil Du nun nicht gleich einen Beratungstermin bekommen hast.
    Sondern Dich mit dem zufrieden gibst, was gerade ist.
    Geduld wird nämlich auch eine Rolle spielen im weiteren trockenen Leben, auch Geduld mit sich selbst und sicher auch mit anderen.

    LG und alles Gute für Deinen weiteren Weg, ich lese Dich :wink: ...und viele andere natürlich auch.
    Sunshine