Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Hull,

    Zitat

    nachdem ich in den letzten knapp sechs Wochen in diesem Forum etwas aktiver geschrieben habe, stellte ich mir - nachdem die Lust am Schreiben spürbar nachlässt - die Frage, weshalb ich dies denn überhaupt mache. Mir sind die meisten Dinge bzgl. Sucht, der Nüchternheit und meiner Beweggründe in der Vergangenheit klar, die letzten sechs Wochen haben kaum neue Erkenntnisse gebracht, es liegt mir nichts daran, andere Personen von meinen Ansichten zu überzeugen, da mir das Schicksal nicht nahe geht und es in Wahrheit sowieso nutzlos wäre.

    Dazu ist mir spontan das gleiche wie Sue eingefallen... dann ist dieses Forum evtl. für Dich einfach nicht das richtige?
    Es bringt Dir ja dann nix, und dann ist es ja witzlos und hilft Dir auch nicht bei Deiner/unserer Erkrankung weiter.

    Ich möchte allerdings auch mal zu bedenken geben, das es in diesem Fall wohl eher nicht am Forum liegt, sondern am User.
    Das es eben grundsätzlich nicht passt oder am eigenen Verhalten liegt.
    Denn das Forum gibt es seit vielen Jahren und es ist immer noch recht erfolgreich, würde ich mal sagen.
    Es gab in letzter Zeit Probleme und eine gewisse Austauschmüdigkeit, was auch bestimmte Gründe hatte.
    Daran wurde gearbeitet und ich denke, das es nun wieder bergauf gehen wird.

    Vielleicht wäre eine Reale Gruppe eine gute Alternative für Dich?
    Auch insofern, um Dich mal von Deinem Hochmut bezüglich eines Rückfalls ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zu holen.
    Du meinst, Sucht wäre mit dem Verstand und Logik beizukommen.
    Da muss ich Dir sagen, das Du dann unserer Krankheit noch nicht umfassend begriffen hast, denn das ist ja gerade die Crux:
    Ihr ist rein mit Logik und dem Verstand nicht beizukommen !
    Wäre das der Fall, dann würden erst gar nicht so viele Menschen alkoholkrank und wenn doch, würden sie keine Rückfälle bauen.
    Oder meinst Du, alle alkoholkranken Menschen wären dumm?
    Dann kann ich Dir sagen, das es keinesfalls so ist, Du bist ja auch nicht gerade unintelligent, nicht wahr?
    Unsere Krankheit gibt es in allen Gesellschaftschichten und Bildungsgraden.
    Sie macht nicht mal vor Hochintelligenz halt !

    Mein Tipp der Realen Gruppe hat also auch den Hintergrund, das Du vielleicht besser verstehst, wie die Krankheit "wirklich" ist.
    Es ist nämlich nochmal ne komplett andere Sache, wenn jemand vor Dir sitzt und Dir von seinem Rückfall erzählt, als wenn Du "nur" hier
    davon liest.
    Du hast da den kompletten Menschen vor Dir, mit seiner Gestik und Mimik und kannst auch sofort im Gespräch gezielte Fragen stellen,
    und man versteht so (meiner Meinung nach) besser, warum es passieren kann.
    Ich bin in einer Realen Gruppe gewesen, und habe mir von Rückfälligen erzählen lassen, wie es dazu kam und ich habe Fragen gestellt,
    die mir beantwortet wurden.
    Mir standen dabei mitunter selbst die Tränen dabei in den Augen, weil es teilweise ergreifende Geschichten waren, mit unglaublichen
    Schicksalsschlägen, wo ich mir dachte, wie ich dann wohl reagiert hätte?
    Ich lege auf keinen Fall die Hand dafür ins Feuer, das bei mir in ähnlichen Situationen nicht auch das Suchtgedächtnis wieder komplett
    hochgefahren wäre!
    Denn da waren auch Menschen, die wurden nach 6 Jahren rückfällig, oder auch nach 12 Jahren oder noch längerer Trockenheit.
    Auch von einem Blackout-Rückfall wurde mir berichtet, ich hatte bis dahin nicht an sowas geglaubt.
    Dieser Bericht war so detailliert und ehrlich erzählt, das ich meine Meinung danach geändert habe, es gibt tatsöchlich sowas, wenn auch sehr selten.
    Zum Glück fanden alle Rückfäligen, die ich so kennengelernt habe, zurück in die Gruppe.
    Sonst hätten sie mir ja auch nicht davon erzählen können :wink:
    Ich weiß seitdem, das man wirklich fallen kann, aber das Wichtige ist dann, schnell wieder aufzustehen.
    Dann heißt es, so schnell wie möglich den Arzt des Vertrauens aufsuchen, eine neue Entgiftung einzuleiten, wenn nötig und dann
    wieder so schnell wie möglich zurück in die Gruppe.

    Wenn Du also den Mut hast, Dich mal wirklich auf Menschen und Austausch einzulassen, dann geh mal dort hin. Es kann einem sehr weiter helfen,
    allerdings nur, wenn man mal bereit ist, seine eigenen Anschauungen und Meinungen zu überdenken.
    Ansonsten isses auch da verbrannte Zeit, und wird Dich persönlich nicht weiter bringen.

    Zitat


    Wenn ich mir die meisten Themen ansehe, sind die darin beschriebenen Probleme, im Grunde auch nicht auf den Alkohol zurückzuführen.
    Die meisten Problemstellungen sind Konflikte in der Partnerschaft, wie sie fast deckungsgleich in vermeintlich nüchternen Familien vorkommen.
    Dass der Alkohol diese Probleme verstärkt und die Lösung der Probleme durch den ständigen Gazeschleier aufgeschoben wird, ist selbstverständlich bei diesem Gedankengang.

    Ja, dem ist so. Ist allerdings dann in Realen Gruppen auch nicht anders.
    Es geht aber doch darum, seine Problem zu äußern, und nicht mehr in sich reinzufressen, um dann am Ende nur noch den Alk als Lösung zu sehen.
    Das Aufschreiben der persönlichen Situation kann hilfreich sein, nicht wieder zu trinken.
    Und eine Gruppe ist auch dazu da, den anderen da aufzufangen, wo es ihm nicht gut geht und ihn in und im besten Fall auch aus der Krise zu begleiten.
    Es tut Menschen gut, zu wissen, das die einen Ort haben, wo sie über ihre Probleme reden können. Und für uns Alkoholiker ist das auch nochmal wichtiger.
    Um nämlich NICHT wieder den "Gazeschleier" über uns zu legen, sprich, wieder zu trinken.
    Und es tut auch den meisten Menschen gut, einen Ort zu haben, wo sie einfach mal ihre Gedanken lassen können. Unabhängig von der Krankheit.
    Weil sie vielleicht niemanden sonst haben, dem sie das erzählen können oder auch möchten.
    Sowas findet allerdigns eher im Erweiterten Bereich statt, weil dort nicht da gesamte www mitlesen kann.

    Lieber Hull, ich habe Dich bisher gern gelesen, auch wenn ich bei einigem mit dem Kopf schütteln mußte.
    Ich sah aber daran auch, das du die Krankheit einfach noch nicht umfassend begriffen hast.
    Vielleicht ändert sich das noch, darum auch der Tipp mit dem Besuch einer Realen Gruppe, vielleicht kannst Du davon letztendlich mehr profitieren.
    Bei mir war es ganz sicher der Fall.
    Ich persönlich fände es schade, wenn Du hier nicht mehr schreiben würdest, denn Du bringt viele Dinge auf dem Punkt mit einem glasklaren und messerscharfen Verstand und klaren Worten.
    Die können manchmal evtl. sogar etwas weh tun für den Betroffenen, aber sie können ebenso weiter bringen, wenn man mal persönliche Eitelkeiten außen vor lässt.
    Und mitunter fällt einem dann auch einiges wie Schuppen von Augen, was man vorher nicht verstanden hat oder sich nicht erklären konnte oder einfach auch nicht sehen wollte.
    Und ich denke, genau hier geht der Weg auch lang, ich bin ja selbst eine Freundin der eher klaren Worte. :wink:
    Es sind ja glücklicherweise auch Menschen hier, die eine nicht ganz so harte Gangart haben, so gleicht sich das dann auch wieder aus, finde ich.
    Streicheleinheiten sollten auch nicht zu kurz kommen für erreichte Ziele und Erfolge oder auch einfach nur mal so zwischendurch, weil der andere es einfach gerade braucht.

    Du musst am Ende selbst entscheiden, ob Du hier sein möchtest oder nicht.
    Eines kann ich Dir aber aus eigener Erfahrung sagen, nach über 16 Jahren Trockenheit:
    Es ist kein abzuarbeitendes Ziel, was man im Sprint erreicht, sondern ein Langzeit-bzw. im Grunde Lebensprojekt... also eher ein Marathonlauf :wink:
    Was aber keinesfalls heißen soll, das man sich da nun endlos quälen muss, ganz im Gegenteil.
    Ich hoffe, auch bei einem Marathonlauf gibt es schöne Abschnitte, und man läuft um des Laufens Willen und nicht, um irgend ne Auszeichnung zu bekommen.

    Das ist, was mir dazu so einfällt, Hull.
    Ich habe das Gefühl, Du hast das wirkliche Potential des Forum bisher nicht wirklich erkannt und auch nicht genutzt.
    Nämlich zum Austausch für Dich ganz persönlich mit DEINEN Problemem.
    Aber das hat wohl auch hauptsächlich mit Deiner schwierigen Persönlichkeitsstruktur zu tun.
    Vielleicht ist es Dir also auch gar nicht möglich, das Potential zu nutzen, was hier geboten wird, weil Du Dir mit Deiner Persönlichketisstruktur selbst im Wege stehst?
    Bitte verstehe das jetzt nicht als Beleidigung, denn so ist es keinesfalls gemeint, es tut mir dann eher leid für Dich, wenn das so ist.
    Denn so wird Dir ja etwas genommen (nicht nur bezüglich unserer Krankheit, sonden auch ganz allgemein in Deinem Leben) und das finde ich halt traurig.
    Ist aber vielleicht nicht abänderbar, aber das weiß ich nicht, wirklich, weil ich mich zu wenig damit auskenne.

    LG Sunshine

    Eins noch: es nervt mich abgrundtief, daß, weil Alkoholismus ja als Krankheit gesehen wird, dieser als Entschuldigung und Freifahrtschein für so ziemlich alles genommen wird.
    Der*Kranke* wird bepudert und terapiert...wenn nötig auch 10 oder 20 mal. Die Angehörigen bleiben auf der Strecke.

    Yvonne, das kenne ich echt nicht so.
    Normalerweise übernehmen trockene Alkoholiker wieder die Verantwortung für ihr Leben, und auch für ihre Krankheit.
    Ich habe nie meine Krankheit als Freifahrtsschein für nur irgendwas benutzt und ich möchte auch nicht anders behandelt werden
    als andere Menschen auch.
    Und ich kenne auch viele andere trockene Alkoholiker, die ihre Krankheit nicht benutzen.
    Und ich wurde weder bepudert noch therapiert, im KH wurden mir ganz ehrliche, klare Worte gesagt, was passieren wird,
    wenn ich wieder zur Flasche greife.
    Nämlich das ich mir dann die Radieschen von unten anschauen kann.
    Eine Therapie hatte ich nie.

    Die Angehörigen müssen auch nicht auf der Strecke bleiben. In meiner ehemaligen SHG waren sie jederzeit willkommen, sie gehörten
    ebenso zur Gruppe wie die Alkoholiker.
    Außerdem gab es explizite Hilfsangebote, beispielsweise Wochenendseminare für Co-Abhängige.
    Die wurden gern angenommen und von den Teilnehmern habe ich nur gutes berichtet gehört.
    Desweiteren können sich ja auch CO-Abhängige psychotherapeutische Hilfe suchen, es gibt Therapeuten, die sich auch damit auskennen.
    Ich denke allerdings, dann muss man schon etwas genauer suchen, das mag wohl sein.
    Und es gibt psychosomatische REHA-Maßnahmen, denn psychosomatische Erkrankungen sind ja sehr oft die Folge der CO-Abhängigkeit.

    Ich kann Deine Wut und Enttäuschung verstehen. Aber trotzdem mag ich es nicht, wenn so pauschal über
    nasse sowie trockene Alkoholiker geschrieben wird.

    Mitleid ist eigentlich auch völlig unangebracht. Denn ich leide ja überhaupt nicht, solange ich trocken bin.
    Sondern es geht mir sehr gut damit.

    Zitat


    Auch was der * Kranke * seiner Familie angetan hat ( und das hat JEDER Alkoholiker ) wird NIE gewertet...der alkoholkranke Mensch zerstört Leben und wird dann im Kreise der Mitleidenden gebauchpinselt. Ich habs gesehen....

    Dann sind das Deine persönlichen Erfahrungen.
    Meine sind da anders.
    Ich habe viel mit meiner Tochter und meinem Mann über meine Krankheit gesprochen, auch über die nasse Zeit.
    Und habe ihnen auch mitgeteilt, wo auch sie sich Hilfe suchen könnten, wenn sie meinen, das sie welche benötigen.
    Beide hielten das bis heute nicht für nötig, sie meinten, so schlimm war es nu auch wieder nich für sie.
    Ich habe ihr Leben also nicht zerstört. Aber meines beinahe...
    Ich habe ihnen sicher mit einigem weh getan (obwohl sie auch das nicht so sehen, wie sie sagen) aber ich kann es nun auch nicht mehr ändern.
    Ich kann aber JETZT ein trockenes Leben führen, indem sowas nicht mehr vorkommt.
    Eines ist aber nicht passiert, ich bin nun kein neuer Mensch geworden, der alles perfekt kann, ohne Fehl und Tadel ist und pipapo.
    Sowas erwarte ich allerdings auch von keinem anderen Menschen.

    Ich wünsche Dir von Herzen, das Du Deine Wut irgendwann loslassen kannst.
    Denn sie bindet so viel Energien, die man besser verwenden könnte. Beispielsweise um alles dafür zu tun, um selbst wieder ganz glücklich zu werden.
    Lass ihn doch sein Leben leben, und Du lebst Deins.
    Inwieweit das mit den Kindern gelingt, weiß ich nicht, aber ich weiß, das das auch eine schwierige Situation ist, ich kenne
    das leider auch aus dem engeren Familienkreis, auch wenn da kein Alk im Spiel ist.
    Tut aber nix zur Sache.
    Ich weiß nicht, welche Einigungen ihr da finden konntet, aber auch damit wird man nicht allein gelassen.
    Auch hier gibt es Hilfsangebote.

    LG Sunshine

    Zitat

    Es steht ja auch jedem offen, was er preisgibt. Wenn Du mir nicht mehr dazu schreiben möchtest, verstehe und akzeptiere ich es.


    Ich bin durchaus bereit, Dinge preiszugeben, die meine Krankheit betreffen, wenn das jemanden weiter helfen könnte.
    Das ist nicht die Sache.
    Aber wenn ich mit meiner Geschichte und den Geschehnissen während der Saufzeit einen anderen dazu bringe, weiterhin auf den Süchtigen wie das Karnickel auf die Schlange zu starren bzw. ihn endlos zu analysieren,
    dann habe ich damit nicht geholfen, das ist zumindest meine Meinung.
    Mit sowas hält man dann ja eher den anderen in der Abhängigkeit, wenn auch "nur" in Gedanken, anstatt ihm Wege aufzuzeigen, wie er da wieder rauskommen könnte.

    Zitat

    Menschen sind unterschiedlich. Damit ich in die Verarbeitung gehen kann, muss ich verstehen und brauche auch Antworten, deshalb recherchiere ich so genau und möchte wissen, was Betroffene erlebt haben.

    Ich gehe mal davon aus, das Du in diesem Fall mit "Betroffenen" die Alkoholiker hier meinst?
    Dann kann ich Dir nur sagen, das Du diese Antworten eigentlich nicht brauchst, und die Antworten auf Deine speziellen Fragen auch evtl. nicht mal finden wirst.
    Ich verstehe trotzdem, das Du es auf diesem Weg versuchen willst. :wink:
    Persönlich würde ich allerdings eher dazu raten, sich mit den CO-"Betroffenen" intensiver auszutauschen, denn die kennen DEINE Lage, und einige kennen auch Wege daraus.
    Und das wäre doch für Dich das wichtigste. Du kannst ja nur was an DIR ändern, und nicht an anderen.
    Auf andere hat man ja kaum bis gar keinen Einfluss.

    Zitat

    Für mich war es bis zum Schluss nicht wirklich klar, ob er wirklich ein Alkoholproblem hat und wenn ja, wie weit fortgeschritten es ist.
    Ich möchte wissen, ob es der Alkohol ist, der ihn zu diesem Menschen macht, oder ob er tatsächlich "so ein Idiot" ist und der Alkohol das nur verstärkt.

    Aber was bringt Dir denn das Wissen, wie weit seine Krankheit fortgeschritten ist?
    Mich würde eher interessieren, wie weit meine eigene Abhängigkeit schon fortgeschritten ist und wie ich da wieder raus kommen könnte.

    Und ob der andere Mensch ein Idiot ist, steht es einem denn zu, sowas zu beurteilen?
    Ich denke nicht.
    Was wäre denn, wenn es einfach so oder so nicht bei Euch passt, weil IHR nicht zusammen passt?
    Wenn das Alkoholproblem nicht wäre und es trotzdem nicht hinhaut, weil man als Menschen auch nicht zueinander passt?
    Könnte ja auch sein... und sowas könnte dann ja auch nicht passend gemacht werden, nur weil ich das gern so will.

    Zitat

    Ich lenke das Problem nur vorerst auf ihn, aber ich brauche diese Phase, um dann in die eigene Verarbeitung zu gehen.


    Aha, okay.
    Dann kann ich Dir nur wünschen, das diese Phase bald vorbei ist und Du Dich Dir selbst zuwenden kannst.
    Und dann darfst Du Dich dabei auch gern selbst analysieren, daran geht dann eh kaum ein Weg dran vorbei.
    Ich meine das jetzt nicht sarkastisch, bitte nicht mißverstehen.
    Ich wünsche Dir eher, das Du Dich selbst wie eine gute Freundin in den Arm nehmen kannst und Dich liebevoll fragen kannst, "wie bin
    ich denn in diese Sache reingeraten, warum konnte das so passieren? :(
    Und was kann ich tun, damit es mir wieder besser geht und mir sowas nicht wieder passiert?"

    Zitat

    Es kränkt mich noch immer und ich möchte nur verstehen, warum ein Mensch sich so wie er verhält. Wenn er es mir nicht sagt, dann muss ich mir woanders Antworten holen...

    Das es kränkt, abgeschossen worden zu sein, ist ja völlig normal, das würde wohl auch jeden anderen kränken.
    Aber Du hast schon wegen Stalking Ärger am Hals, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Stalking ist eine Straftat, und wird auch dementsprechend bestraft, wenn eine Anzeige vorliegt und das vor Gericht geht.
    Das ist also keinesfalls mehr in Ordnung, egal wie der andere sich verhalten hat oder was auch immer man mit Gewalt abklären möchte.
    So gehts nun einfach mal nicht.

    Und Du kannst die Krankheit Sucht auch mit mit dem Verstand erfassen, denn das ist ja die Crux, ihr ist nun mal nicht allein mit Logik und Verstand beizukommen.
    Auch nicht für den nassen Alkoholiker, das nur mal am Rande...
    Und wie soll ein CO es denn erst erfassen können, wenn er es nicht am eigenen Leibe erlebt hat?
    Es ist ja für uns Betroffene mitunter nicht mal erklärbar oder verständlich, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
    Mit Verstand und Logik jedenfalls nicht :-|

    Heidi, ich möchte Dich auch auf nochwas aufmerksam machen:
    Überlege Dir bitte gut, was Du hier im offenen Internet schreibst und lasse Dich auch bitte nicht verleiten, durch übereilte Antworten zu viel über eine andere Person preiszugeben.
    Bitte denke darüber nach, ob Du bestimmte Sachen im net über Dich lesen möchtest ?
    Der Wiedererkennungswert wird immer höher, je detaillierter Du über ihn berichtest.
    Auch das könnte strafrechtliche Folgen haben, auch das ist nicht okay so.
    Ich habe Dir den Erweiterten Bereich auch darum ans Herz gelegt, nicht nur, um die Sache mit den Fischen im Mond nochmal anzubringen.
    Dort kann nicht jeder mitlesen.
    Trotzdem sollten hier wie auch dort Verumglimpfungen anderer Personen und ähnliches unterlassen werden.

    Und ich möchte darauf hinweisen, das es sich bei Alkoholismus um eine KRANKHEIT handelt.

    LG Sunshine

    Guten Morgen Heidi,

    Du hast an mich Fragen gestellt und ich bin zu dem Entschluß gekommen, sie nicht zu beantworten.
    Ich mag nämlich nicht mit meiner Suchtgeschichte dafür herhalten, das Du weiterhin Deinen nassen XY von A-Z analysierst.
    Dafür ist dieses Forum auch nicht da !
    Ich habe Verständnis dafür, das man das kranke Verhalten des anderen verstehen möchte, aber es bringt Dich persönlich nicht weiter.
    Denn so dreht sich weiterhin alles um den nassen Alkoholiker, und nicht um Dich selbst.
    Und daran möchte ich einfach nicht auch noch dran beteiligt werden.
    Verstehst Du, wie ich es meine?

    Alle Deine Gedanken drehen sich nur um ihn, jeder Text handelt ausschließlich von ihm.
    Dabei ist das hier uninteressant, hier kennt doch jeder das Verhalten von nassen Alkokolikern, entweder aus eigener Erfahrung oder eben als Angehöriger oder auch CO.
    Hier sollte es um DICH gehen, es geht hier um Hilfestellung zur Selbsthilfe, in Deinem Fall also, das DU DIR selbst helfen kannst.
    (Was natürlich nicht ausschließen soll, sich auch anderweitige, nötige Hilfe zu holen !)
    Und nicht darum, immer weiter den nassen XY nun auch noch mit unserer Unterstützung zu analysieren.

    Ich wünsche Dir, das Du den Blick endlich wieder auf DICH lenken kannst, und auf DEIN LEBEN schaust und darin DEINE
    Baustellen bearbeiten kannst.
    Und ich kann Dir beinahe versprechen, das der Schmerz über die Trennung vergehen wird.
    Wäre das anders, wäre die Menschheit längst ausgestorben :wink:
    Ich kann Dir nur raten, Dich Deinen eigenen Baustellen zuzuwenden, damit Du nicht nochmal in so eine schmerzliche Situation gerätst.

    Du hast an anderer Stelle schon geschrieben, das Du Dir eingestehen musst, das Du im Grunde einer Jugendliebe (und somit wohl auch einem Jugendtraum?) hinterher gelaufen bist.
    Und genau das ist auch oft die Sache, es geht gar nicht so sehr um den andern MENSCHEN, sondern um die eigenen Träume, die gerade platzen.
    Von daher bin ich immer skeptisch, wenn ich von der großen aufopferungsvollen Liebe lese, denn in Wiklichkeit geht es meist ebenso
    darum, das eigene Leben nicht ändern und Träume nicht aufgeben zu wollen.
    Auch wenn sie längst zum persönlichen Alptraum geworden sind... :(
    Ich sehe da also auch immer eine große Portion Egoismus bei solchen Geschichten.

    Hull schildert hier sein Verhalten während seiner Saufzeit und wie es sein trockenes Leben empfindet.
    Kann und darf und soll er ja auch.
    Ich möchte dem aber auch mal entgegensetzen, das andere Alkoholiker, nass wie trocken, völlig anders empfinden können.
    Ich habe durchaus Schuldgefühle gehabe, auch während meiner Saufzeit schon.
    Und ich habe sehr wohl bereut, andere Menschen mit Worten gekränkt und verletzt zu haben.
    Und ich habe mich selbst dafür gehasst, nicht mehr zuverlässig sein zu können durch die Sauferei.
    Ich habe schwer gelitten in meiner Abhängigkeit, es war mein persönlicher Alptraum, den ich auch beinahe nicht überlebt hätte.
    Der Alkohol kann ein schweres Trauma hinterlassen, mit dem man noch jahrelang zu kämpfen hat.
    So war es auch bei mir.
    Abhängig saufen ist kein Vergnügen, es ist eine Qual für jeden Betroffenen, auch wenn man das in der nassen Zeit nicht sehen oder gar zugeben möchte.
    So habe ich es empfunden und ich weiß es aus vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen, das es für sie ebenso war.
    Auch hier im Forum kann man es immer wieder so nachlesen.

    LG Sunshine

    Liebe Yvonne,
    hierzu möchte ich mal was anmerken:

    Zitat

    Deine Hoffnung auf die Langzeit kann ich verstehen. Mein Mann hat sie auch gemacht und ich muss ehrlich sagen...was da wieder kam war wie ein trockener Kuchen ohne Sahnehäubchen.
    Das wahre Wesen kommt zum Vorschein und selbst angenehme Eigenschaften aus Suffzeiten sind dann verschwunden.
    Klar ist es für seine Gesundheit besser, trocken zu sein...unsere Ehe aber war damit am Ende.
    Ich muss dazu sagen, daß er danach nur noch zur Selbsthilfegruppe ging, sich aber weigerte, etwas gegen seine offensichtliche Depression zu tun.

    Und genau das ist eine der Gefahren, wenn ein trockener Alkoholiker mit seinem aktiven CO zusammen bleibt.
    Das kann für ihn nämlich brandgefährlich werden, wenn der CO feststellt, das der trocken werdende Alkoholiker nüchtern dann doch
    nicht mehr so gut gefällt.
    Denn nass sind Alkoholiker für einen CO irgendwie doch besser händelbar und auch auf eine Art berechenbarer.
    Vielleicht erscheint der trockene Alkoholiker nun auch langweiliger, weil er nicht mehr für die nötige Aufregung sorgt, die mancher CO ja auch so gern hat. :wink:
    Ein CO kann mit dieser Erkenntnis, das der Alkie nass doch angenehmer (und vielleicht auch aufregender) war, einen Rückfall begünstigen.
    Es kommt auch oft noch hinzu, das der aktive CO sich nun nutzlos fühlt, weil der trocken werdende Alkoholiker sein Leben normalerweise wieder
    selbst in die Hanz zu nehmen versucht.
    Auch das macht nix Gutes.
    Wird also nur der Alkoholiker trocken, und der CO bleibt weiterhin aktiv und ändert nicht auch sein Verhalten, steht so eine Beziehung unter keinem guten Stern.

    Zitat

    all die Demütigungen und Verletzungen sitzen bei dir tief und werden dich nicht mehr loslassen...und er wird sich nie ehrlich dafür entschuldigen...können...die meisten Alki´s haben kein Schuldbewusstsein.

    So eine Pauschalisierung der Alkoholkrankheit halte ich für nicht okay.
    Ich habe auch im Suff niemanden vorsätzlich gedemütigt, weil mir das nicht liegt. Aber ich war aggressiver mit Worten, das mag wohl sein.
    Und ich habe sehr wohl ein Schuldbewußtsein gehabt, auch während der Saufzeit!
    Als ich trocken wurde, habe ich mich bei den Menschen entschuldigt, die ich durch Unzuverlässigkeit, verbale Aggressionen und anderes unangenehmes Verhalten verletzt habe.
    Und habe das auch ganz EHRLICH gemeint, ansonsten hätte ich es erst gar nicht getan.
    Und mein Mann konnte mir sehr wohl mein Fehlverhalten während meiner Saufzeit verzeihen.
    Ich habe ihn damals nämlich gefragt, ob er mir denn überhaupt noch verzeihen könne?
    Er hat daraufhin nur gesagt, "das habe ich schon an dem Tag getan, als Du in die Entgiftung gegangen bist"
    Er hat nämlich ab diesem Zeitpunkt wirklich verstanden, das ich eine KRANKHEIT habe, und nicht willensschwach oder ein boshafter Mensch bin.
    Ich bin bis heute trocken geblieben und wir sind immer noch zusammen.
    Manchmal gibt es auch ein Happy End.
    Ich muss dazu sagen, das mein Mann nicht mein CO war, er hart sich dazu nie machen lassen.
    Wenn ich aggressiv wurde mit Worten, ist er gegangen, oder hat sich im Schlafzimmer eingeschlossen, er hat sich dem also gar nicht erst ausgesetzt.
    Und auch sonst hat er mein Verhalten nie gedeckt, ich mußte die Konsequenzen meines Tun immer selbst tragen.

    Es wird hier oft CO`s geraten, sich ebenso zu verhalten, um sich den Agressionen eines nassen Alkies gar nicht erst auszusetzen.
    Das halte ich auch für richtig. Aus Selbstschutzgründen.
    Besser wäre noch, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sondern zu gehen, ehe man psychischen Schaden nimmt oder gar Kinder sowas auch noch miterleben müssen.

    Ich halte es allerdings für eine Illusion, wenn man denkt, so etwas beim abhängigen Trinker erreichen zu können.
    Sucht ist stärker als alles andere. Das funzt nur in den seltensten Fällen und darauf würde ich persönlich nicht bauen wollen.
    Der Selbstschutz dienst also eher wirklich nur dem Selbstschutz, und das wars. Ist aber auch wichtig !!

    Ich konnte erst aufhören mit dem Suff, als ich körperlich am Ende war und Hilfe von außen bekam.
    Sprich, ich kam in eine professionelle Entgiftung, mir halfen die Ärzte und das Personal im KH und später hatte ich meine Hausärztin an meiner Seite.
    Zudem gab es eine Suchtberatungsstelle bei meinem Arbeitgeber, wo ich auch Unterstützung bekam.
    Und irgendwann fand ich auch hier her, und in einer Realen SHG war ich auch mal.
    Mir war klar, das ich selbst für mich und meine Krankheit verantwortlich bin und so holte ich mir entsprechende Hilfe und Unterstützung.
    Aber auch meine Familie unterstützte mich ganz stark, das war auch sehr schön und auch wichtig für mich.

    LG Sunshine

    Hallo Heidi,
    ich habe mich nicht drüber lustig gemacht, sondern geschmunzelt, mehr nicht.
    Das wird wohl noch erlaubt sein.

    Du musst ihn nicht hassen, Du darfst ihn auch in Liebe oder Freundschaft loslassen.

    Wie das bei mir war mit Suchtdruck?
    Was meinst Du damit, als ich noch gesoffen habe oder als ich trocken wurde?

    LG Sunshine

    Zitat

    Der Grund, warum er wohl so viel trinkt könnte unter anderem daran liegen, dass er den Mond in den Fischen hat - soll heißen, dass er eine unglaublich intensive Gefühlswelt hat, die er nicht lebt und daher ertränkt.

    Nun muss selbst ich schmunzeln... sorry. :wink:
    Dann hatte ich wohl auch viel Mond in den Fischen :wink:

    Liebe Heidi, ein Süchtiger trinkt, weil er trinken MUSS. Nicht weil dieses oder jenes... sondern weil die Sucht unglaublich stark ist.
    Ich lese gerade bei den CO´s so viel Analysen des Partners, anstatt das sie sich mal um die eigene Abhängigkeit kümmern.

    Soll ich Dir mal was erzählen:
    Ich hatte weder eine schwere Kindheit noch den Mond in den Fischen :wink: , ich hatte einen guten Beruf mit relativ hohen Einkommen, eine liebe Tochter und einen guten und immer fairen Partner.
    Dazu Haus mit Garten, Auto und vieles, was man sich so wünscht.
    Ich bin TROTZDEM alkoholabhängig geworden.
    Es gab schon auch "Gründe", warum es dazu kam. Aber die will ich jetzt hier gar nicht ausführen.

    Ich will Dir nur sagen, das Liebe niemanden vom Saufen abhält. Die Sucht ist stärker als die Liebe, darum ist Liebe bei einem Säufer auch kein "Argument".
    Wer nie abhängig gesoffen hat, der kann sich nicht vorstellen, wie das ist.
    Der Körper ist irgendwann so süchtig nach Stoff, das ALLES andere EGAL ist, auch der Partner.
    Man nimmt sogar in Kauf, das der geht, und manchmal sogar, das der ENDLICH geht, damit man in Ruhe saufen kann.
    So läuft die Nummer.

    Schmeiss nicht Dein verdientes Geld raus für irgendwelche obskuren Astrologinnen oder Hellseherinnen oder dergleichen.
    Das is nur Abzocke, mehr nicht.

    Zitat

    Ich bin müde bis zu den Knochen, obwohl ich genug geschlafen habe. Das ist so wie im Winter, da ist mir manchmal kalt bis zu den Knochen, obwohl ich warme Hände habe. Ich merke, dass ich total erschöpft bin und aus dem Strudel gerade eben nicht rauskomme....

    Versuche bitte, um Deiner selbst Willen, aus dem Strudel der Co-Abhängigkeit wieder rauszukommen !
    Denn die Erschöpfung ist ja ein ganz typisches Symptom Deiner Abhängigkeit.
    Ich befürchte, es kann tatsächlich auch mal so sein, das man vor Schwäche den Strudel gar nicht mehr verlassen kann.
    Lasse es nicht soweit kommen, falls es aber doch schon so ist, suche Dir bitte ganz dringend auch psychologische Unterstützung.
    Mache Dir bitte nicht Dein Leben kaputt, denn es kann so wunderbar schön sein.

    Kleiner Tipp noch: Ehe Du weiteres Geld für Damen, die Dir vom Mond in den Fischen erzählen (sorry, ich kann grad nicht anders :wink: ) ausgibst,
    wäre es vielleicht eine Erwägung, in den Erweiterten Bereich zu wechseln, dort ist der Austausch intensiver als im Offenen Bereich hier.
    Da wäre die Kohle etwas besser investiert, glaube ich :wink:

    LG Sunshine

    Also ich sehe die Zeit, in der ich getrunken habe, nicht nur als negativ.
    Erstmal war da ja auch die Zeit, wo wir jung waren, in der Clique oft einen übern Durst tranken
    und so einige lustige Erlebnisse hatten, über die wir heute im Freundeskreis noch herzlich lachen können.
    Da habe ich absolut kein Problem mit.

    Später aber kam die Zeit des abhängigen Trinkens bei mir, da war diesbezüglich natürlich nichts mehr lustig.
    Ich habe alles schreckliche so erlebt, wie andere Alkoholiker auch, das muss ich hier nicht extra alles ausführen.
    Aber trotzdem ging doch auch das Leben in dieser Zeit irgendwie weiter.
    Ich bin ja in dieser Zeit auch nicht völlig entwicklungstechnisch stehen geblieben und lebte nicht in einer abgeschlossenen Glaskuppel.
    Es wurde auch in dieser Zeit gelacht, gelebt, geliebt, geheiratet und gestorben.
    Und ich bin auch immer täglich meinem Beruf nachgegangen, war trotzdem ja auch Mutter und Partnerin.
    Es ist nicht so, das ich in dieser Zeit nun gar nichts mehr geschafft hätte.

    Aber... es hätte vieles so viel besser laufen können... privat wie auch beruflich.
    Auch das ist mir klar, ich merkte es auch deutlich im Beruf. Schon nach ca. 1 Jahr Trockenheit bekam ich mein eigenes
    Sachgebiet und leitete später auch mehrere Teams.
    Da denkt man natürlich schon mal drüber nach, was man beruflich hätte erreichen können, wäre man nicht in die Alkoholabhängigkeit geraten...
    Tja, aber es ist eben so gewesen, ich kann die Zeit auch nicht zurück drehen und auch nichts ungeschehen machen.
    Und ich kann heute so leben, wir ich das gerne möchte, und nicht so, wie es mir die Droge aufdrückt.
    Das ist doch auch was !!

    Das Kapitel "Saufen" ist für mich eine Art geschlossenes Kapitel.
    Egal was in der trockenen Zeit passiert ist, und da gab es leider auch viel trauriges und belastendes, Saufen war nie wieder
    eine Option für mich.
    Aber dieses Kapitel ist trotzdem ein Teil meines Lebens. Ich muss nicht so tun, als gäbe es ihn nicht.
    Das neue Kapitel ist mein jetziges Leben, in dem es mir gut geht.

    Carl Friedrich schrieb

    Zitat

    Meldet sich da bei dir das Suchtgedächtnis, dass dir vorgaukeln möchte, dass es auch schöne Zeiten gab, in denen Du dich nicht mit Alk abgeschossen hast und an die Du anknüpfen könntest, z.B. wegen des vermeintlich schönen Gefühls? Ich hoffe, Du bist nicht in Richtung Rückfall unterwegs.


    Diese Frage halte ich durchaus für berechtigt.
    Denn das Suchtgedächtnis ist nun mal hinterlistig und einfallsreich.
    Hier ist ehrliche Selbstreflektion vonnöten, um sich ganz klar zu werden, wo man gerade steht.
    Und das haben viele von uns gut gelernt, hoffe ich. Dann muss man es auch anwenden.
    Bei mir gibt es da eben diese Unterteilung zwischen "Spaßsaufen" und Alkoholabhängigkeit.
    Das eine fand ich zeitweise lustig, so wie viele andere auch, mit denen ich damals zusammen war.
    Die Alkoholabhängigkeit war kein Stück mehr lustig, auch das habe ich nie vergessen !
    Und ich weiß ja, das sie dem Spaßsaufen folgte, und das dann absolut vorbei war.
    Ich kann das also gut trennen, was wann war.
    Und mache mir da auch nix vor oder rede gar was schön.
    Mir ist 100% klar: Rühre ich das erste Glas wieder an, bin ich innerhalb kurzer Zeit wieder mitten in der nassen Phase meiner Krankheit.
    Mir wird es da kein bisschen anders ergehen, wie allen anderen Rückfälligen.

    Hartmut schrieb:

    Zitat

    Ich kann mir zwar vorstellen das gerade ganz am Anfang es eine Stütze sein kann das Negative hervorzuheben aber nicht bei einer stabilen Trockenheit.


    Das sehe ich auch so.
    Ich finde auch nix dabei, dieses Negative hervorzuheben, wenn es schützen und nützen kann. Bei mir war das auf jeden Fall so.
    Ich halte auch die Phase der absoluten "Alk-Verurteilung" für völlig normal, wo viele Alk zum Teufel schlechthin erklären und sich
    über jede Alk-Werbung etc. aufregen.
    Auch diese Phase habe ich in meiner frühen Trockenheit erlebt.
    Heute ist es mir einfach nur egal, was die Werbung uns vorgaukeln will und was andere tun.
    Ich geh derweil meiner eigenen Wege, auf denen Alk keine Rolle mehr spielt.

    Zitat

    Nach meiner jahrelangen Erfahrungen wissen die meisten Alkoholiker warum sie rückfällig werden . Das liegt nicht in der Vergangenheit , nicht in der Zukunft, sondern nur im Hier und Jetzt.


    Auch das sehe ich ebenso.
    Muss ich mir mal so merken, sehr gut geschrieben, lieber Hartmut !

    LG Sunshine

    Hallo Klecks,
    Willkommen im Forum.

    Zitat

    Das Wohl meines Sohnes steht für mich an alleroberster Stelle. Im Moment läuft es schon so ab, dass ich versuche meinen Sohn abends nicht allein mit seinem Vater zu lassen, weil er da zu betrunken ist. Aber wie wäre das wenn ich mich trenne????? Ich kann mich doch nicht ernsthaft guten Gewissens trennen, weil ich meinen betrunkenen Mann nicht mehr ertrage, wissend das ich meinen Sohn dem alleine aussetze???? Was ich jetzt schon versuche zu vermeiden.....

    Wenn Dir das Wohl Deines kleinen Sohnes am Herzen liegt, dann setze ihn bitte nicht einem alkoholkranken Vater aus !
    Denn Dein Sohn wird daran Schaden nehmen.
    Und natürlich kannst Du Dich mit einem guten Gewissen aus einer Beziehung/Ehe entfernen, in der Du leidest, das ist sogar Dein gutes Recht !
    Du hast doch das Recht, Dich selbst und Dein Kind zu schützen, das muss Du sogar tun, wenn Du nicht möchtest, das Dein Kind Dir mal schwere Vorwürfe machen wird.

    Zitat

    Im Moment breche ich jeden Gedanken an Trennung sofort ab, weil ich es nicht verantworten könnte, meinen Sohn jedes 2. Wochenende allein bei seinem Vater zu lassen.

    Wenn Dein XY nicht in der Lage ist, ein Kind kindgerecht zu versorgen und zu betreuen, musst Du das auch nicht zulassen,
    Dann stellt das Jugendamt für diese Zeit einen Betreuer, der bei den Treffen dabei ist.
    Das sind dann meist erstmal 2 Stunden alle 14 Tage oder so.
    Gehe also bitte erstmal zum Jugendamt, um Dir dort Informationen einzuholen. Es gibt auch anonyme offene Beratungsstunden, wo Du
    nicht Deinen Namen nennen musst und wo auch noch nichts schriftlich aufgenommen wird.
    Das sind erstmal reine Beratungsgespräche.
    Dem Vater das Kind ganz zu entziehen wird kaum möglich sein, und das ist auch nicht Sinn der Sache.
    Aber ein betreuter Umgang ist möglich.

    Zitat

    Ich will den Kontakt zwischen Vater und Sohn ja auch einschränken, mein Mann macht (tagsüber wenn der Level noch nicht so hoch ist) viele tolle Dinge mit unserem Sohn, die eben nur Väter machen....

    Ist das ein Tippfehler ? Meinstest Du, das Du den Kontakt NICHT einschränken möchtest, weil Dein Mann auch tolle Sachen mit dem Kind macht?

    Wie gesagt, es gibt ja die Möglichkeit der Betreuung durch das Jugendamt. Das Jugendamt ist nicht dafür da, Kindern die Eltern zu nehmen.
    Sondern in Zusammenarbeit andere Möglichkeiten zu finden.
    Auch ein kranker Elternteil hat ein Recht, sein Kind zu sehen. Und das wird einem dort auch klar gemacht.
    Ich kann Dich gut verstehen, denn man möchte ja dem Kind nicht den Vater nehmen, weiß sich aber auch keinen Rat, wie man weiter vorgehen kann.
    Darum braucht man dann auch Beratung, was es für Möglichkeiten gibt.

    Und vielleicht gibt es sogar eine kleine Chance, das Dein Mann dadurch wach wird, was er mit seiner Sauferei anrichtet ?
    Denn eine Trennung und das das eigene Kind sogar vor einem geschützt werden muss, ist ja doch ganz schön hart, finde ich.
    Das könnte ja evtl. doch mal wachrütteln, ob das der Alk wirklich wert ist... nämlich derart viel zu verlieren.
    Und auch wenn eure Ehe nicht mehr zu retten ist... vielleicht ist ihm sein Sohn ja wichtig genug... ich weiß es nicht.
    Ich will da auch keine falschen Hoffnungen erwecken, denn die Alkoholsucht ist unglaublich stark.
    Und doch gibt es Tiefpunkte, die einen wachrütteln können und man beginnt vielleicht doch mal, in einem halbwegs nüchternen Moment, drüber
    nachzudenken, was man anrichtet mit der Sauferei?
    Bzw. ist es sogar so, das einem meist erst Tiefpunkte zur Umkehr bewegen können.
    Bei mir war es zumindest so.

    LG Sunshine

    Hallo Hope und Willkommen im Forum.

    Glaubst Du, das eine Abstinenz eine gravierende Verhaltsveränderung bei Deinem XY bewirken würde?
    Du schiebst ja sein krankhaftes Verhalten zum größten Teil auf die Trinkerei.
    Ich hingegen denke, das Alkohol das Wesen zwar verändert, aber nicht um 180° einen Menschen verdrehen kann.
    Sprich, auch wenn er trocken leben würde, heißt das noch lange nicht, das er sich dann liebevoll, partnerschaftlich
    und verantwortungsbewußt verhalten wird.
    Du klammerst Dich hier also wahrscheinlich an einen Strohhalm, der nicht mal einer ist.
    Ich persönlich denke, das da noch viel mehr im Argen ist außer dem Alk bei Deinem XY.
    Und das eine Abstinenz nicht seine (und auch Deine) Probleme löst.

    Zitat


    Heute nacht und heute morgen war noch mal ganz schlimm. Ich hatte ja schon geschrieben, das es immer schlimmer mit ihm wird. Immer wenn ich eigentlich dachte das es keine Steigerung mehr geben kann dann passierte es doch.

    Heute nacht hat er mich noch sehr lange mit bösen Nachrichten bombadiert, mir zum hundersten Mal Sachen vorgeworfen, das ich unsere Beziehung kaputt machen würde und immer wieder böse Nachrichten und Beleidigungen. Irgendwann habe ich nicht mehr geantwortet. Ich dachte dann ist erst mal Ruhe. Aber nein, heute morgen nach dem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte ging es weiter.

    Nachdem ich ihn ja wie gesagt die letzte Zeit immer wieder Druck gemacht habe das es nur weitergeht wenn er eine Therapie macht, hat er heute morgen immer wieder darauf gepocht das er sich trennt und das er mit so einem Menschen wie mir nicht mehr zusammen sein möchte.

    Möchtest Du, das es so weiter geht in Deinem Leben, bis Du ein psychisches Wrack bist ?
    Und so auch Dein Kind immer weiter mitleiden muss?
    Denn das tut es !

    Und glaubst Du wirklich, das sich dieses krasse Verhalten dadurch ändert, wenn er ne Langzeittherapie macht?
    Sorry, aber ich glaube da nicht dran.
    Bei mir hat der Alk auch mein Wesen verändert, das streite ich nicht ab.
    Aber nicht derart, wie Du es hier beschreibst.
    Und auch durch die Trockenheit habe ich mich nicht komplett (zum "Guten") verändert.
    Ich bin nicht eine komplett neue Sunshine geworden, nöööö... in mir ist auch immer noch ein großer Teil der alten
    Sunshine, so wie ich immer war.
    Ich habe immer noch Schwächen, mache Fehler, verhalte mich nicht immer gerecht, wenn ich unter großen Stress gerate etc.pp.
    Aber ich trinke nicht mehr und kann mit meinen Schwächen besser umgehen, glaube ich zumindest :wink:
    Kurzum, ich glaube nicht an die große Veränderung vom Saulus zum Paulus, nur weil jemand nicht mehr säuft.
    Und ich kenne einige trockene Alkoholiker, die sich fast noch genau so "unmöglich" aufführen wie zu Saufzeiten.
    Man kann also auch trocken beziehungsunfähig und zerstörend wirken und vieles mehr...

    Zitat


    Ich habe langsam richtig Angst vor ihm und wozu er noch fähig ist.
    Manchmal habe ich echt das Gefühl, das mit ihm irgendwas nicht stimmt. Er haut so komische Sachen aus voller Überzeugung raus.


    Tja, das denke ich auch, nach Deinen Erzählungen hier.
    Das da eben im Oberstübchen noch viel mehr komplett daneben läuft, und das hat nicht nur mit der Sauferei zu tun.

    Zitat


    Er hat mich wieder total einschüchtern und fertig machen wollen, hat mir geschrieben das ich mir schon mal überlegen soll wie ich jeden Euro zwei Mal umdrehen muss.
    Er weiß, das ich hier an dem Haus hänge und dann schrieb er mir das ich mich schon mal auf eine kleine Wohnung freuen soll und und und.
    Die ganze Zeit ging es wieder nur darum was ich angeblich falsch mache.

    Ja und, dann drehst Du eben jeden Euro 2x um und hast ne kleine Wohnung !
    Was meinst Du denn, was wichtiger ist im Leben? Deine psychische Gesundheit oder Geld und n schickes Haus??
    Häng Dich doch bitte nicht an finanzielles und materielles, das ist die eigene Gesundheit NIEMALS wert !
    Denn Gesundheit kannst Du Dir nicht erkaufen !
    Und dauerhaftes Verharren in so schlimmen CO-Abhängigkeitsbeziehungen wird Dich über kurz oder lang krank manchen.
    Psychosomatische Erkrankungen sind beispielsweise typisch für CO-Abhängige Menschen.
    Und dann ist da auch das Kind, was ebenso leiden muss wie Du unter dem alkoholkranken Vater.
    Überlege mal bitte, was Du da Deinem Kind antust ! Denn es kann sich noch nicht allein schützen und gehen, es muss
    ausharren und ist komplett von Dir und Deinen Entscheidungen abhängig.
    Du trägst hier die Verantwortung !! Denn der Vater ist offensichtlich viel zu krank, um das überhaupt auch nur ansatzweise zu können.

    Hope, vieles von dem, was ich hier lese, ist typisch für alkoholkranke Menschen, beispielsweise, anderen für alles die Schuld zuzuschieben.
    Und auch, das er Dich in der CO-Rolle halten will, ist typisch.
    Vieles ist aber auch nicht typisch für alkoholkranke Menschen... das ist zumindest meine Meinung, auch aufgrund eigener Erfahrungen.
    Ich denke, es ist ein bisschen zu einfach und auch zu naiv gedacht, das alles "gut" würde, wenn er nur nicht mehr saufen würde.

    Und schau, er will doch gar nicht aufhören. Also wird sich gar nichts ändern, nicht mal ein bisschen.
    Wenn jemand wirklich aufhören wollte, wird er das tun und dafür dann auch alles dafür nötige tun.
    Derjenige gehört dann in eine professionelle Entgiftung, benötigt ärtzliche Hilfe und danach auch weitere Hilfe in Form
    einer Langzeittherapie oder einigen reicht auch eine SHG.
    Allein kommt man aus der Sache fast nie wieder raus, lasse Dir das gesagt sein.

    Das alles müßte er dann auch ohne Dich angehen, aber ich denke nicht, das er überhaupt mit dem Saufen aufhören will.
    Macht auf mich jedenfalls nicth den Eindruck. Da wird eher noch Jahre bis Jahrzehntelang weiter gesoffen.
    Und warum auch nicht? Scheint doch noch alles einigermaßen zu laufen und Du funzt als CO auch einwandfrei.
    Du hast bisher nur Drohungen ausgesprochen, aber keine Konsequenzen gezogen.
    Was meinst Du wohl, wie ernst Dich Dein XY noch nimmt?
    (Falls Du nicht allein drauf kommst: der nimmt Dich kein Stück mehr ernst und denkt höchstens, ach lass die Alte ma labern...)
    Und ein guter Fussabtreter bist Du ebenfalls für ihn.
    Und natürlich auch an allem schuld, denn so ist es für ihn doch am einfachsten.
    Denn so muss er keinerlei Verantwortung für sein Tun übernehmen.

    Zitat

    Ich werde mir diese Woche versuchen einen Plan zu recht zu legen wie ich weitermachen kann. Beratung zur finanziellen Situation habe ich mir bereits geholt aber einige Infos benötige ich noch. Ja, das ist natürlich was mir Angst macht. Wie soll ich das alles alleine stämmen. Damit hat er mich zur Zeit (leider) in der Hand. Aber Dein Tipp Morgenrot sich Informationen zu beschaffen ist sehr gut, denn je mehr ich weiß umso weniger Angst muß ich vor der Zukunft haben. Ich will wirklich was ändern.

    Sich von Fachleuten beraten zu lassen ist der wichtigste Tipp überhaupt in so einer Situation, denke ich.
    Beispielsweise zum zu Anwalt gehen, die Gesamtlage schildern und Möglichkeiten des weiteren Vorgehens zu beratschlagen kann und wird
    sehr hilfreich sein auf dem weiteren Weg.
    Allein schon das Gefühl, dem allen keinesfalls hilflos ausgeliefert zu sein, kann unheimlich helfen und stärken.
    Und Du hast dann auch jemand an Deiner Seite, stehst nicht so allein da und auch das wird weiter helfen.
    Ich kann Dir nur dringend raten, aus dieser Beziehung so schnell wie möglich auszusteigen, ehe es noch schlimmer wird.
    Denn schlimmer geht immer, glaubs mir !
    Bringe Dich und Dein Kind bitte JETZT in Sicherheit... warte bitte nicht mehr länger...und lass Dir jetzt auch selbst helfen.
    Hier wirst Du auch Beistand finden, ganz besonders bei Menschen, die ähnliches erlebt haben.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin, trocken)

    Zitat

    Im Vorstellungsbeitrag schrieb ich ja, dass ich am nächsten Tag (das war der letzte Mittwoch) auf eine Party eingeladen war, und ich dort nicht hingehen würde.
    Nun, ich war tatsächlich doch dort und habe es genossen, Apfelsaft und Eistee zu trinken - während meine ganzen Freunde ein Bier nach dem anderen und Kurze in sich reingeleert haben. Ich war um 22:30 nüchtern zuhause, bin am nächsten Tag frisch und ausgeruht, ohne Kater, ins Büro gefahren und konnte meinen Tag bestreiten.

    Extrem gefährliches, fahrlässiges und in meinen Augen auch geradezu dummes Verhalten, was schnell in den Rückfall führt.
    Aber mir solls ja egal sein, ich bin trocken.
    Ich lese hier auch in letzter Zeit vermehrt, das man meint, dem Alk entgegen gehen zu müssen.
    Warum ist mir rätselhaft. Hauptsache, überall dabei sein, nicht wahr?

    LG Sunshine

    Hallo Dhyana,
    Willkommen zurück.

    Meine Frage an Dich wäre, was machst Du denn dieses Mal anders oder hast Du vor, anders zu machen?

    Es gab ja schon mehrere Versuche, aufzuhören, die mit regelmäßigen Rückfällen endeten.
    Die Sauferei wurde von Dir regelmäßig runter gespielt, als Genuß nach Stress empfunden etc.pp
    Also frage ich, was ist dieses Mal anders?

    Außerdem interessiert mich, ob Du momentan diesbezüglich auch ärztliche Unterstützng hast ?
    Oder anderweitige Unterstützung von Beratungsstellen, einer realen SHG, einer Therapie oder ähnliches?
    Mir kam es nämlich damals so vor, als ob Du das alles schon hinter Dir hattest, es aber nix gebracht hat.
    Aber wie könnte es auch bei jemanden was bringen, der im Grunde seinen Alkoholmissbrauch immer noch runter spielt
    bzw. nur zu gern weiter saufen wollte?

    Ich persönlich kenne niemanden, der es ohne Hilfe von außen geschafft hat.
    Das Forum hier ist ja auch eine SHG, ganz klar. Aber auch die hat Dir ja damals nicht geholfen, es gab ja weitere Rückfälle.
    Ich würde es darum für wichtig halten, das Du Dir einfach noch mehr Hilfe an Bord holst, um weiterhin abstinent leben zu können.

    LG Sunshine

    Zitat

    ich dachte auch schon an eine Kur....

    Also ich kann Dir mal von dieser Tagesklinik berichten, wie das da so ablief.
    Der Schwerpunkt dieser Klinik lag auf Depressionen und Burnout.
    Man konnte erstmal morgens seine Kinder im Kiga oder der Schule abliefern und dann gab es ein gemeinsames Frühstück.
    Dann war die ersten Wochen sehr viel Relaxen angesagt, Spaziergänge, mal ein Buch in Ruhe lesen, oder einfach mal 2 oder 3 Stunden zu schlafen in einem der Ruheräume.
    Es gab auch Gruppengespräche und es wurde einiges in der Gruppe zusammen gemacht.
    Auch spezielle Spiele, Rollenspiele, Konzentrationsübungen und auch Bewegungstherapie war dabei.
    Unter anderem auch Übungen, um sich besser gegen Stress abgrenzen zu können. Und vieles mehr. Es wurden einem sozusagen Werkzeuge in die Hand gegeben, wo man später mit arbeiten kann.
    Wichtig waren auch die gemeinsamen Mahlzeiten, wo sich in Ruhe zusammen hingesetzt wurde, auch das kommt bei überlasteten Müttern oft zu kurz, da wird oft nur was im Vorbeigehen gegessen und das ist nicht gut.
    Man lernt also auch, wieder besser auf sich selbst zu achten.
    Auch depressive Menschen müssen oft erst wieder lernen, einen gewissen Tagesrhythmus zu finden und gut auf sich zu achten.
    Naja, und Depression und Burnout gehen ja auch oft miteinander einher, das eine kann sich aus dem anderen auch ergeben.
    Es gab auch Einzelgespräche, wo natürlich auch die eigenen spezielle Situation angesprochen wurde. Auch die partnerschaftliche Situation, falls vorhanden.
    Diese Gespräche waren aber leider etwas rar, wie so oft in solchen EInrichtungen, aber mit etwas Nachdruck kann man da auch was machen.

    Es war also nicht so, das das Innerste nach Außen gezerrt wurde und da jeder n Seelenstriptease hinlegen mußte.
    Es gab auch keine Mega-Vergangenheitsbewältigungs-Therapien, sondern in dieser Klinik ging es eher darum,
    Werkzeuge für die jetzgie Situation zu bekommen und lernen, damit umzugehen.
    Rückblicke in die Vergangenheit gab es aber schon, um verstehen zu können, warum es zur Erkrankung kam.
    Und es war viel Entspannung angesagt, um in Ruhe wieder zu sich zu finden.
    Nach der Therapie holte man dann seine Kinder wieder ab und der Feierabend lief dann Zuhause ab.

    Ich finde, sowas ist ne gute Sache. Ich wäre da auch manchmal ganz gern mal mitgegangen :lol: , denn es hörte sich wirklich alles sehr gut an.
    Wollte ich Dir mal jetzt so mit auf den Weg geben... :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    Ich möchte vor allem klare Grenzen setzen lernen und Kräfte sammeln, mich selbst nicht überfordern und auf mich achten.


    Ja, verstehe ich sehr gut, liebe Sandstrand.
    Aber ich befürchte, das wird in dieser Beziehung nichts. :?

    Wie willst Du Kräfte sammeln können, wenn da jemand ist, der Dir endlos Kräfte abzieht, und da auch kein Ende in Sicht ist?
    Wärst Du wirklich glücklich, und wäre wirklich alles supi-dupi, wenn er ein trockenes bzw. suchtfreies Leben führen würde?
    Da ist doch noch viel mehr im Argen, oder?
    Dein Mann macht sich ja auf Deine Kosten (nicht nur finanzielle Kosten!) ein bequemes Leben, während Du schuftest, um alles am laufen zu halten.
    Und als Dank wirst am Ende auch noch beschimpft und so auch gedemütigt.

    Grenzen ziehen bei einem Menschen, der evtl. keine Deiner Grenzen akzeptiert? Weil er nämlich keine Achtung (mehr) vor Dir hat und denkt,
    tun und lassen zu können, was er grade möchte?
    Desweiteren überschreiten Süchtige schon durch ihre Sucht immer wieder Grenzen anderer Menschen, das ist ja auch nichts ungewöhnliches.
    Ich weiß nicht, es hört sich ja immer so nett an, lernen zu wollen Grenzen zu setzen, aber ich weiß nicht, ob man damit tatsächlich auch erfolgreich ist, wenn man dem Grenzverletzer immer wieder ausgesetzt ist?
    Ich bezweifel, das das ein gutes Training ist.
    Ich könnte da mehr dran glauben, wenn man sich erstmal komplett dem Einfluss des Grenzverletzers entzieht und das dann wirklich in Ruhe lernt.

    Außerdem wird sich mir wohl nie erschließen, warum man sich wohl von einem geliebten Menschen abgrenzen sollte? Das ergibt überhaupt keinen Sinn, darum ist man doch keine Beziehung eingegangen, oder?
    Sollte es nicht mehr ums Zusammenhalten und die Gemeinsamkeit in einer Bezieung gehen?
    Und nicht um das Gegenteil?
    Mir ist schon klar, das man sich vom verletzenden Verhalten eines Partners aus Selbstschutzgründen abgrenzen möchte. Um erstmal zur Ruhe zu kommen.
    Aber das kann doch immer nur ein erster Schritt aus der Beziehung heraus sein, so sehe ich das zumindest.
    Abgrenzung als Beziehungsgraundlage kann ich jedenfalls nicht als besonders positiv einstufen. Dann kann man ja besser gleich allein bleiben, oder?
    Hat man keinen weiteren Ärger und gut is.

    Ja, und als CO-Abhängige in einer aktiven CO-Abhängigkeitsbeziehung auf sich selbst besser achten wollen... wie "gut" das funzt, kann man hier ja überall immer wieder nachlesen.
    Ich denke, auch das funzt nicht wirklich gut. Vielleicht mal ne kurze Zeit lang, aber dann fällt man wieder allzu leicht in alte Gewohnheiten zurück.
    Denn die grundsätzliche Situation ändert sich ja nicht dadurch.

    Du siehst also, ich bin bei Deinem Vorhaben sehr skeptisch.... :?

    LG Sunshine

    Und:

    Zitat

    Ich glaube, ich stehe kurz vor einem Burnout und will mich davor schützen, bin ganz dünnhäutig geworden, weine wieder viel, kann mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren, die sich immer mehr anhäuft.

    Also ich glaube, Du bist schon mittendrin in einem sog. "Burnout"
    Das sind doch ganz typische Symptome dafür.
    Dann brauchst Du selbst auch Hilfe !
    Was hälst Du denn davon, selbst zum Arzt zu gehen, um dort um Hilfe FÜR DICH zu bitten ?
    Eine nahe Angehörige von mir hatte auch ein Burnout wegen Überlastung, was auch mit ihrem kranken Mann
    zu tun hatte (kein Alkoholproblem, eine andere Krankheit) und mit der Überforderung durch die
    ganze Situation, es sind auch Kinder da.
    Es gibt dann beispielsweise die Möglichkeit einer Tagesklinik, also ambulante Hilfe.
    Das würde ja auch bei Dir passen, denn die Kinder sind ja tagsüber gut untergebracht.
    Leider sind die Wartelisten meist lang bei derartigen Einrichtungen, von daher wäre es wichtig, gleich zu
    handeln und nicht noch lange zu warten.
    Was meinst Du dazu?

    LG Sunshine

    Hallo Sandstrand,
    Willkommen zurück.

    Dein Mann ist doch längst rückfällig, und Du weißt es doch im tiefsten Innersten auch, nicht wahr?
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann er wieder so viel und mehr als früher säuft.
    Bei dem einen gehts schneller, beim anderen eben langsamer.
    DIe einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist, sich sofort wieder in ärztliche Behandlung zu begeben und neu zu entziehen.
    Evtl. ne LZT hintendran zu hängen.
    Und zurück in die SHG:
    Hat er eine SHG? Wenn Nein, warum nicht?

    Hier im CO-Bereich solle es aber nicht um ihn gehen, sondern um Dich.
    Darum meine Frage an DICH:
    Warum bleibst Du mit so einem Menschen zusammen?
    Der nicht nur süchtig ist (nach was auch immer, Alk andere Süchte) sondern Dich auch noch schamlos ausbeutet.
    Deine Kinder vergöttern den Papa?
    Also ich weiß nicht, aber kann denn ein Vater, der sich so verhält, überhaupt ein Vorbild für die Kinder sein?
    Inwiefern denn, wenn der sich nicht mal zur Arbeit bemüht, sondern Dich alles ranschleppen lässt und sich derweil n lustigen Lenz macht?
    Also ich möchte meinen Kindern nicht so einen Vater als Vorbild präsentieren wollen, ich würde zusehen, auch GERADE wegen der Kinder,
    dem Ganzen so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten.
    Denn für was soll er denn ein Vorbild sein? Dafür, wie man möglichst sein ganzes Leben auf Kosten anderer lebt?
    Hartz4 als späteren Berufswunsch oder was?

    Zitat

    Aber ich weiß auch, dass ich es nicht noch einmal schaffen würde, wenn mein Mann wieder anfangen würde zu trinken.


    Bist Du denn in dieser Beziehung überhaupt glücklich? Auch wenn er nicht wieder säuft?
    Er TUT es aber bereits wieder... also zieh bitte endlich Deine Konsequenzen, auch gerade den Kindern und Dir selbst zuliebe.
    Oder Du leidest halt weiter... und gehst wirklich dran kaput.
    Dein Leben. Deine Entscheidung.

    LG Sunshine

    Hallo Horizont,
    Du schreibst:

    Zitat

    Was mir noch nicht so richtig klar ist: Logischerweise kann anwesender Alk mich triggern. Aber sind wir nicht eh pausenlos von Alkohol umgeben? Gestern hat im Büro jeder ein Fläschchen Sekt geschenkt bekommen. Wenn ich zur Haltestelle gehe, egal zu welcher, komme ich an Kneipen vorbei. Aus dem Küchenfenster sehe ich jeden Tag in den Gastgarten vom Lokal gegenüber, jeden Tag sitzen dort Menschen mit Alkohol. Man kommt dem Zeug nicht aus, es sei denn, man schließt sich Tag und Nacht in der Bude ein, konsumiert keine Medien mehr und lässt sich alle Dinge des täglichen Bedarfs nach Hause liefern. Insofern muss man dem wohl einfach ins Auge schauen und mit der Omnipräsenz leben lernen. Mir fällt das bislang - bis auf die beschriebenen zwei Tage - ziemlich leicht. Aber wachsam bleibe ich natürlich trotzdem.

    Ja, irgendwie müssen wir wohl auch mit der Omnipräsenz leben, alles andere wäre ja auch ne Art Augenwischerei.
    Es stimmt schon alles grundsätzlich so, wie Du es schreibst...
    Ich möchte dazu einfach mal mit den Worten unseres leider vor kurzem verstorbenden Moderators "Martin" antworten, die er wohl benutzt hätte:
    "Man wird überall mit Alkohol konfrontiert werden, aber man muss dem Alkohol nicht auch noch entgegen gehen"
    Wenn man sich das in bestimmten Situationen mal klar macht, kann man so auch gefährliche Situationen umschiffen.
    Also sollte man sich mal fragen, ob man gerade dem Alk "entgegengeht" oder es eben aus Selbstschutzgründen lieber nicht tut.

    Mal als Beispiel:
    Da sitzen Leute im Biergarten, und Du siehst es, weil Du dran vorbei gehst.
    (wobei allein diese kurze Situation schon das Suchtgedächtnis aufwecken kann: das Gläserklirren, das Gelächter der Menschen, das schöne Wetter etc., unser Suchtgedächtnis sieht das alles SOFORT und registriert es auch so).
    Du kannst gegen diese Situation kaum was machen, kann ja sein, das Du nicht mal weißt, wo sich der nächste Biergarten in einer fremden Stadt oder so befindet.
    Dem Alkohol entgegen gehen, wäre nun (für mich zumindest), sich da auch noch dazuzusetzen.
    Das dieser Biergarten da ist und Du da lang kommst, ist noch ne andere Nummer, als sich da auch noch reinzusetzen, verstehste?

    Oder nehmen wir mal Reklame... wenn ich sowas am Anfang meiner Trockenheit im Radio gehört oder im TV gesehen habe, dann hat mich das schon irgendwie berührt. Ich bekam nicht gleich den Mega-Saufdruck, aber es ließ mich auch nicht unberührt.
    Dann habe ich einfach den Sender gewechselt, so kann ich mich ja auch selbst schützen.
    Ich muss das nicht alles ungefiltert auf mich einwirken lassen, ich habe auch selbst Möglichkeiten, mich dem zu entziehen.
    Da muss man halt mal nach seinen Möglichkeiten schauen und auch mal nen Hintern inner Hose haben, zu bestimmten auch einfach mal ein klares "NEIN" zu sagen.
    Und zwar, um sich selbst zu schützen, dann darf es einem auch mal egal sein, was andere zu diesem oder jenen sagen oder meinen könnten.

    Ach ich sehe gerade, Dante hat auch schon folgendes geschrieben:

    Zitat

    Es ist ein Unterschied, ob die Omnipräsenz des Alkohols uns wie eine ewige Filmkulisse umgibt oder ob man Subjekt in einer alkoholgeprägten Situation ist.
    An einer Kneipe vorbei gehen, ist nicht so schwer.
    Hinein gehen, sich in eine Ecke setzen & keinen Alkohol bestellen ist schon wesentlich schwieriger.
    Sich an den Tresen setzen & immer noch nichts alkoholisches zu bestellen, obwohl da der fröhlichste Umtrunk stattfindet, ist nahezu unmöglich.


    Das beschreibt ja auch schon ganz gut, was ich meine, er kann das nur in wesentlich kürzer als ich :oops::lol::lol:

    LG Sunshine

    Hallo Mario,

    Zitat

    Es heisst ja nicht umsonst: wenn 2 Menschen ein und dieselbe Trockenarbeit verrichten wird einer garantiert rückfällig.

    Wo sagt man das denn so? Ich für meinen Teil höre diesen Spruch zum allerersten Mal...

    Zitat

    Ein generelles "Gefährlich" oder "Harmlos" gibt es meines Erachtens nicht für jede Situation, dafür sind Alkoholiker und deren Suchtkarriere meiner Meinung nach viel zu viel verschieden


    Das sehe ich komplett anders.
    Dieses angeblich so individuelle Säufertum.
    Suchtkarrieren verlaufen nicht so unterschiedlich, wie sich das manche vielleicht einreden möchten.
    Sie verlaufen eher absolut typisch, und das wir uns hier so oft im Schreiben eines anderen wieder erkennen, kommt ja auch nicht von ungefähr :wink:
    In meiner ehemaligen realen SHG gab es sogar ein Schaubild zur typischen Suchtkarriere-Spirale... wie man da rein gerät... und ebenso auch wieder rauskommen kann.
    Ich konnte mich in allen Punkten wieder erkennen. Bei der Abwärtsspirale ebenso wie in der Aufwärsspirale.
    Es mag sicher kleine Abweichungen geben, der eine hat evtl. mehr heimlich gesoffen, während sich der andere lieber in Kneipen zuschüttete oder ähnliches.
    Der eine wurde evtl. unter Alk aggressiver, während ein anderer eher in sich gekehrter wurde. Das sind sicher alles Induvidualitäten.
    Aber die gesamte, allgemeine Abwärtsspirale hatte beinahe jeder aus meiner damaligen Gruppe komplett durchlaufen.
    Bis auf wenige Ausnahmen, die eher aussteigen konnten, ehe sie ganz unten angekommen waren
    "Ganz unten", kann allerdings auch wieder individuell sein. Für den einen ist es schon ganz unten, den Führerschein zu verlieren, der
    andere muss erst Haus und Hof versoffen haben, ehe er sich ganz unten fühlt.

    Nicht nur ich habe mich in diesem Schaubild wieder erkannt, andere taten das ebenso, dazu gehört allerdings auch Mut, das so sehen und
    auch annehmen zu können, das es so war.

    Das raus aus der Sucht ist meist ebenso typisch. Es beinhaltet fast immer eine professionelle Entgiftung, zumindest aber ärztliche Unterstützung sowie überhaupt Unterstützung von Außen. Dabei spielen dann natürlich auch SHG und LZT eine wichtige Rolle.

    Zitat

    wenn ich in einer Kneipe am Tresen sitze ist mein Suchtgedächtniss eher in der Mittagspause.


    Aha.
    Ich für meinen Teil habe überhaupt nix in Kneipen zu suchen. Sitze von daher auch nie an irgendwelchen Tresen.
    Wie käme ich dazu? Hab kein Bock, mir das dumme leicht oder auch schwer angesoffene Geschwätz Trinkender anzutun, das nervt mich eh nur.
    Ich weiß mit meiner Zeit einfach besseres anzufangen, als mich an irgendwelche Tresen zu sezten.
    Ich verbringe auch meine Zeit nicht mit anderen Trinkenden woanders, für die gilt nämlich das gleiche wie siehe oben.

    Zitat

    alte Photos von Bekannten in feucht-fröhlicher Stimmung liessen bei mir z.B. bisher die grösste "Sauflust" (Druck kann ich es nicht nennen) aufkommen obwohl diese Situationen ja eher einer Filmkulisse gleichkommen.


    Mich triggert eigentlich kaum noch was, ich hatte allerdings auch nie mit extrem starken Saufdruck zu kämpfen.
    Aber wenn mich was triggern könnte, auch heute evtl. noch, dann wäres es auch am ehesten das, was Du schreibst.
    Denn es gab auch mal lustige Saufzeiten, die sind ja auch noch in unserer Birne.
    Aber das war zu Zeiten, als ich noch nicht abhängig gesoffen habe.
    Ich weiß aber auch noch genau, wie schlimm es mir ging in der letzten, schwer abhängigen Phase in meiner Saufzeit.
    Das kann ich ja dann solchen Gedanken entgegensetzen.

    Ich kann heute beides akzeptieren, die noch lustige Saufzeit, aber auch die schlimme, die dann folgte.
    Beides war auch ein Teil meines Lebens.
    Aber es ist vorbei... und das Leben lebt sich grundsätzlich vorwärts und nicht rückwärts :)

    LG Sunshine