Beiträge von Sunshine_33

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    Anfangs habe ich mich isoliert weil ich angst hatte rückfällig zu werden, später dann aus Scham und Selbsthass.

    Ja, ich verstehe, das man sich als Schutz bzw. Angst vor einem Rückfall auch isolieren könnte.
    Aber ob das ein dauerhaft erfolgversprechender Weg ist?
    Denn so vereinsamt man ja auch total :(

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    Ich habe mich jahrelang in meiner Wohnung verbunkert. Kontakt zu anderen hatte ich höchstens über das Internet und zum Pizzalieferanten, nachdem ich dann stark zugenommen hatte (was ein Problem für sich ist an dem ich nebenbei arbeiten muss) und ich meine Ernährung umgestellt hatte zu den Kassierern bei Netto, sonst zu eben jenem Kumpel der clean geworden ist aber auch den habe ich versucht auf Abstand zu halten und wir haben uns höchstens ein mal pro Vierteljahr für eine halbe Stunde gesehen

    Och menno, das tut mir voll leid, wenn ich das lese :cry:
    Da wäre ich voll kaputt gegangen, wenn ich nur noch so wenig Kontakt nach außen gehabt hätte. :?

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    Als ich gesoffen hatte war ich in der Punkszene unterwegs, da war das einfach völlig normal und hat niemanden ernsthaft gestört, dadurch war ich nie isoliert als ich getrunken habe weil ich das öffentlich zelebriert habe, das macht es doppelt so bescheuert dass ich mich jetzt vor anderen für mich selbst schäme. Das kommt zwar seltener vor aber gelegentlich bricht es doch noch einmal aus.

    Wofür schämst Du Dich genau?
    Du könntest doch eher stolz auf Dich sein, das Du nun nicht mehr säufst?

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    Für vieles, ich kann nicht alles davon in Worte fassen aber wenn ich Suchtdruck spüre habe ich das Gefühl für die wenigen Freunde die ich habe eine starke Belastung zu sein und dann kocht die Wut auf mich selbst wieder hoch. Ich glaube das ist mein derzeitiger Hauptgrund

    Für Freunde ist man mit Saufdruck keine Belastung, denke ich. Ich habe das so jedenfalls nicht erlebt.
    Wie kommst Du da drauf, hat das jemand so zu Dir gesagt?
    Manchmal redet man sich auch Dinge ein, die gar nicht so sind. Weil evtl. auch Mißverständnisse vorgekommen sind oder so...
    Miteinander reden hilft da meistens weiter. :wink:

    Ich weiß, das es jetzt nicht gerade viel hilft, wenn ich Dir sagen, das Du stolz auf Dich sein kannst, weil Du aus der Suchtspirale aussteigen konntest.
    In Deinem Zustand wird da kaum was bei Dir ankommen können.
    Vielleicht ist es gut, das Du hier hergefunden hast?
    Schreib Dir ruhig alles von der Seele, das kannst Du hier ruhig machen.
    Aber denke dabei bitte auch daran, das hier im offenen Bereich jeder mitlesen kann.
    Es gibt auch einen erweiterten Bereich hier im Forum, der allerdings kostenpflichtig ist.
    Dort können dann nur Leute mitlesen, die dort auch sind, und sonst keiner.
    Ich möchte da auch nur kurz drauf aufmerksam machen, mehr nicht.

    LG Sunshine

    Hallo Frontifex,
    Willkommen hier im Forum !

    Mir ist nicht so ganz klar, was es genau bedeutet, das Du Dich 5 Jahre lang in Isolation begeben hast.
    Wie darf man das denn genau verstehen?

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    aber jetzt stecke ich in dem Dilemma dass ich mich durchgehend mit für mich neuartigen oder fast vergessenen Sinneseindrücken und Emotionen konfrontiert sehe und besonders der Sommer ist dahingehend eine schwierige Zeit.
    Ich möchte aber auch nur ungerne in die Isolation zurück, wenn ich mich isoliere bekomme ich so etwas wie "Fernweh" danach mich mit meinen alten Säuferkumpels in den Park zu setzen


    Wo warst Du denn die letzten Jahre, so fernab der Menschheit ?.... so liest es sich für mich zumindest :wink:
    Und warum hast Du Dich so isoliert?

    Ich persönlich fand die Zeit während meiner Sauferei isolierend, da habe ich mich auch sehr von anderen isoliert.
    Keiner sollte wissen, was wirklich los ist, ich ging nicht mehr zu Verabredungen und ich wollte auch niemanden mehr sehen.
    Damit habe ich mich selbst sehr isoliert.
    Von daher war es für mich eine große Erleichterung, mich nicht mehr von anderen isolieren zu müssen, als ich trocken wurde.

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    seit 2 Tagen esse ich nicht richtig und Trinke kaum Wasser, fast nur Mate und anderes Zeug das nicht gesund ist, das auch in relativ geringen Mengen außer ich will mich wach halten.
    Ich spüre wie durstig ich bin und merke dass ich kaum noch Flüssigkeit im Mund habe aber ich kann mich nicht durchringen etwas Wasser zu trinken, ich habe das gefühl mich selbst für meine Verfehlungen strafen zu müssen.

    Das hört sich für mich schon sehr nach selbstverletzenden Verhalten an. :(
    Für was möchtest Du Dich denn bestrafen?
    Oder bugsierst Du dich gerade selbst in einen Rückfall, weil Du lieber wieder saufen MÖCHTEST?
    Das Suchtgedächtnis geht ja mitunter seltsame Wege... soll es Dir sagen "ach schau mal, wie schlecht es Dir geht,
    trink doch einfach wieder was (Alk), dann wird das sofort wieder besser !" ?
    Schau mal nach...
    Hast Du vielleicht noch andere Ideen, warum Du so handelst?

    Wir hier sind ja ein Alkoholiker-Forum, also keine ausgebildeten Psychologen, sondern selbst betroffene Alkoholiker.
    Von daher denke ich, das Du Dir dringend auch weitere psychologische Hilfe suchen solltest. EHE Du wieder säufst.
    Gibt es bei Euch entsprechende Notfallambulanzen, die weiter helfen können?
    Ansonsten bitte gleich morgen früh beim Arzt vorstellig werden, oder hast Du evtl. schon einen begleitenden Psychologen?

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    Ich hatte in den letzten zwei Nächten mehrere Rückfallträume und das schlimmste daran ist dass ich den letzten sogar angenehm empfand, das macht mir gerade große Angst


    Leider muss ich sagen, das macht Dir auch ZU RECHT Angst !
    Das Suchtgedächtnis scheint ja gerade recht aktiv bei Dir zu sein... und kommt Dir mit so ollen Träumen.
    Alk-Träume kennt aber wohl jeder trockene Alkoholiker.
    Bei mir war es dann allerdings immer so, das ich völlig verzweifelt aufwachte, weil ich fast oder wirklich was im Traum getrunken hatte.
    Genossen hatte ich das auch im Traum nie, sondern ich fühlte mich da wie ein Versager, weil ich nicht gut genug auf mich
    aufgepasst hatte.
    Ich war dann immer heilfroh, wenn ich endlich aufgewacht bin.

    LG Sunshine

    Hallo Horizont,

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    Ich finds wichtig, hier den Kopf gewaschen zu bekommen, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass man durch die Krankheit schnell in Situationen trügerischer Sicherheit geraten kann.


    Naja... Kopfwäschen liegen mir nicht so wirklich, auch wenn hier mitunter evtl. ein anderer Eindruck entstehen könnte :wink:
    Ich spreche nur Gefahrenpunkte gern gleich direkt an, ohne lange um den heißen Brei herumzuschleichen.
    Und richtig, unsere Krankheit ist durchaus trügerisch, das Suchtgedächtnis kann sich allerlei Kaporiolen ausdenken, um
    wieder an Stoff zu kommen.
    Aber ich denke, das sollte einem trotzdem keine Angst machen, man muss das nur wissen und lernen, entsprechend zu reagieren.

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    Ich will auf keinen Fall Alkohol trinken, auch nicht nur ein Bier oder auch nur ein alkohol"freies" Bier. Das ist mir ganz klar und bewusst, ich weiß noch gut, wo das wieder hinführen wird.


    Ja, ich finde, man spürt es auch bei Dir, das Du es wirklich ernst meinst.
    Und dann wird das auch was ! :)

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    Jetzt im Moment bin ich allerdings sehr wachsam, schon, weil ich mich sehr intensiv mit meiner Sucht auseinandersetze.

    Ja, wachsam bleiben, das ist wohl mit das wichtigste.
    Und die Auseinandersetzung mit der Krankheit hat mir auch viel geholfen, trocken werden zu können und zu bleiben.
    Aber ich lasse auch nicht mein Leben bestimmen von der Krankheit, lebe nun nicht immer in Angst und Schrecken, das sie wieder ausbrechen könnte.
    Allerdings habe ich in den vergangenen 16 Jahren natürlich auch eine Stabilität aufbauen können, am Anfang sah es noch anders aus.
    Da hatte ich große Angst vor einem Rückfall, der mich zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich sogar das Leben gekostet hätte.
    Ich nehme meine Krankheit sicher nicht auf die leichte Schulter, aber es gibt auch ein Leben neben meiner Krankheit.
    Sie bestimmt also nicht mein Leben.
    Ich widme ihr so viel Aufmerksamkeit wie nötig, würde ich mal sagen. Ansonsten lebe ich ein ganz normales Leben, würde ich mal sagen.

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    Auch als ich Mittwoch, Donnerstag und Freitag diese Unruhe verspürte und häufiger an Alkohol gedacht habe, wusste ich das die ganze Zeit.
    Und habe dabei wieder eine interessante Erfahrung gemacht: Die Unruhe war vorbei, als ich mit zwei Freunden am Freitag Nachmittag zusammensaß

    Das halte ich schon mal für ne ganz wichtige Erfahrung, die Du da gemacht hast. Nämlich, was Du tun kannst, um diese
    innere Unruhe wieder loszuwerden.
    Ich denke, da gibt es allgemeine Tipps, aber auch ganz individuelle.
    Der eine sucht eher die Ruhe, geht stundenlang in den Wald oder so, dem anderen hilft wiederum die Gesellschaft mehr.
    Das muss jeder für sich selbst herausfinden, was dann am besten hilft.

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    Ich führe die nachlassende Unruhe darauf zurück, dass ich diese Situation, in der ich früher in den meisten Fällen Alkohol getrunken hätte, nun eben alkfrei erleben konnte und mich trotzdem wohl gefühlt habe dabei. Plötzlich wusste ich: Es geht auch ohne. Und zwar gut ohne, weil wir viel gelacht und einfach ein paar nette Stunden miteinander verbracht haben.

    Wir müssen ja vieles erstmal neu lernen, oder wieder lernen...
    Bei mir war es anfangs so, das ich dachte, das ich ja nu nie wieder richtig lustig sein kann.
    Ich konnte mir ja ein Leben ohne Alk gar nicht mehr vorstellen. Auch gesellige Zusasmmensein nicht mehr ohne die Droge.
    Traurig ist das ! Aber so war es bei mir.
    Bis ich sehr schnell feststellte, das ich ohne Alk genau so lustig sein kann, gut drauf kommen kann.
    Es ist die Gesellschaft der Menschen, die ich bei Zusammentreffen (oder auch späteren Feiern) genieße, ich brauche dazu keinen Alk mehr.
    Es "geht" also nicht nur ohne, sondern es geht so sogar noch viel besser. :)
    Ich kann alles bewußt genießen, die Gespräche miteinander, das gemeinsame Lachen, den Austausch von Erinnernungen.
    Ich will das gar nicht mehr durch eine Art Nebelwand erleben müssen, ich mag es nun lieber ganz "pur" :lol:

    Wichtig bei derartigen Zusammenkünften ist nur, das da keiner in Deiner Gegenwart Alk konsumiert, weil das enorm triggern kann.
    Wer Dein Freund ist, der kann und wird darauf in Deiner Gegenwart verzichten können.
    Wer es nicht kann oder bereit ist, das so in Deiner Gegenwart zu handhaben, ist entweder nicht Dein Freund oder hat selbst n Alkproblem.
    So einfach is das.

    Zitat


    Ich schließe daraus, dass ich solche Situationen gewissermaßen "umlernen" muss, erkennen muss, dass sie ohne Alk nicht nur erträglich, sondern sondern sogar schön sind. Dass es die Freundschaft ist, die mich mit diesen Menschen verbindet und nicht der Alkohol.


    So isses ! :)

    Zitat

    Da ich mich schon früher sehr intensiv mit achtsamkeitsbasierter Meditation beschäftigt habe, weiß ich, dass alle Arten von Gedanken und Emotionen nach kurzer Zeit wieder verschwinden, wenn man sie einfach nur beobachtet

    Wie auch immer... ich finde, das eine Sig. von einem ehemaligen Forenmitglied es auch gut auf den Punkt brachtte, die da hieß:
    "Sehen Sie zu, das es Ihnen gut geht".
    Das wurde ihm wohl auch selbst so mit auf den Weg gegeben, und ich denke, das allein sagt im Grunde auch schon alles aus.

    Und zusehen, das es einem gut geht, kann auch mal ganz banale Dinge wie Essen, Trinken und Schlafen bedeuten.
    Manchmal reicht es schon, seine grundlegendsten Bedürfnisse abzuchecken und gut drauf zu achten, das man genug isst, trinkt und schläft.
    Das ist auch einer der Tipps, die ich mal von einem ehemaligen Forenmitglied hier gelesen habe, und ganz sicher auch einer der besten Tipps.

    Es tut mir übrigens sehr leid, das momentan hier so wenig Austausch ist, im offenen Bereich ebenso wie im Erweiterten Bereich.
    Denn gerade Menschen wie Du, die noch eher am Anfang stehen, brauchen intensiven Austausch !
    Wenn das hier so weiter geht, kann ich besonders allen Frischlingen nur dringend raten, auch zusätzlich eine reale SHG aufzusuchen.
    Denn so ist der Austausch einfach zu gering, gerade in der Anfangszeit.
    Viele brauchen auch Jahre oder ihr ganzes weiteres Leben eine SHG, um trocken bleiben zu können.
    Um das Forum hier wiederzubeleben, gibt es nur eine einzige Möglichkeit:
    WIEDER MEHR SCHREIBEN !
    Ansonsten isses demnächst nämlich echt tot, und das wäre schon recht schade, denn so ein gutes Alkoholiker-Forum findet man nicht wieder im net.
    Ich weiß, das es Gründe für die momentane Schweigsamkeit hier gibt, die ich auch verstehe.
    Aber es liegt trotzdem allein an den Forenmitgliedern, dieses Forum hier am Leben zu halten !

    LG Sunshine

    Hallo Horizont,

    Du stehst ja noch ziemlich am Anfang der Abstinenz. Da KANN man auch noch nicht alles verstehen, was andere einem schreiben.
    Weil bestimmte Gedankengänge erst bei einem selbst reifen müssen. Und das dauert auch seine Zeit.
    Und manchmal will man auch nicht so gern verstehen. Weil einem das Geschriebene gerade nicht in den eigenen Kram passt. :wink:
    Oder einem mitunter auch einfach nur unbequem erscheint.

    Trocken werden ist ein Entwicklungsprozess... der im Grunde vielleicht sogar lebenslang einer bleibt (auf eine gewisse Art) ?
    Denn ich bin ja nun für immer alkoholkrank.
    Was aber keinesfalls ununterbrochene harte Arbeit an sich selbst bedeutet, es ist auch ein sehr schöner Prozess !
    Und vieles ergibt sich auch einfach so im Laufe der Zeit, weil es völlig normal wird, keinen Alkohol mehr zu trinken.
    Von daher, bitte keine Angst haben vor diesem Entwicklungsprozess, es ist zu schaffen und es gibt auch sehr schöne Strecken dabei.
    Und es wird sich auch immer mehr innere Zufriedenheit einstellen. So kenne ich es jedenfalls von mir und auch vielen anderen.

    Das mit dem Verschenken von Alk ist was grundsätzliches. Ich schenke niemanden etwas, was mich selbst beinahe umgebracht hat.
    Egal ab der n nasser Alkie ist oder nicht, das ist dabei uninteressant.
    Ich mache nicht mal jemand anderen ne Pulle Bier auf, ich will mit diesem Zeug einfach GAR NIX MEHR zu tun haben, in keinerlei Form !
    Einmal wollten wir mit mehreren einen Präsentkorb verschenken, ich habe mich bereit erklärt, den Kram dafür zu besorgen, habe aber
    auch gleich klar gemacht, das ich keine Flasche Wein oder anderweitigen Alk kaufen werde oder verschenken möchte.
    Du wirst es nicht glauben, aber da hatte jeder Verständnis für !
    Und so gab es einen schönen Korb ohne jeglichen Alk drin.
    Mit mir läuft sowas einfach nicht mehr, und zwar grundsätzlich nicht.
    Wenn jemand Alk trinken möchte, kann er das ja jederzeit tun. Nur bitte nicht in meiner unmittelbaren Nähe, der Rest ist mir egal.
    Kaufen oder verschenken werde ich aber keinen.

    Ich fände es sogar etwas missachtend, wenn ich alte Weinpullen von mir verschenken würde, so nach dem Motto:
    "Mich hats zwar fast umgebracht, aber naja.. ihr könnt das ruhig saufen."
    Neee... also das is doch nix.

    Erstmal sacken lassen ist ne gute Idee :D
    Und ich finde es auch gut, das es hier solche Diskussionen gibt, mit alten Hasen und Frischlingen.
    Das dient letztendlich auch nicht nur Dir selbst, sondern es lesen hier ja auch viele mit, sie selbst noch ganz am Anfang stehen.
    Und wenn jemand nur mal ernsthaft über die Worte von Langzeittrockenen nachdenkt, und nicht gleich verwirft, weil sie einem nicht passen,
    dann ist schon viel erreicht.
    Man muss nämlich nicht das Rad bei unserer Krankheit neu erfinden, es gibt ja schon die Erfahrungen, die andere gemacht haben und die darf man ruhig auch für sich selbst nutzen.

    Es soll hier auch nicht so sein, das wir LZT sagen, so und so muss das gemacht werden und fertig !
    Man muss auch erklären, WARUM dieses oder jenes besser so und so gemacht werden sollte, sonst kanns ja keiner richtig verstehen.
    Und etwas zu tun, ohne es zu verstehen, ist auch nicht besodners erfolgversprechend.
    Also, immer fragen, die eigenen Gedankengänge hier lassen...und sich auch mal auf Gegenwind einstellen dabei :wink:
    Das ist ja nicht böse gemeint, denn wir sind ja alle hier, um uns gegenseitig zu helfen, und nicht, weil wir Spaß dran haben, dem anderen eine reinzuhauen.

    LG Sunshine

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    vor ein paar Tagen sah ich einen alten Mann (ca. 70 Jahre), der mit einem Bier in der Hand ein Fußballspiel am Beamer verfolgte.
    Er sah zufrieden aus. Drogenweichgespühlt. Ich fragte mich, ob ich das sein könnte.
    Wenn ich nach einem langem Leben keine Verantwortung mehr für jemandem habe und in gewisser Weise nur auf den Tod warte.
    Ich konnte in dem Moment die Frage nicht klar beantworten. Das Suchtgedächtnis meldete sich jedenfalls deutlich.

    Meinst Du diesen Gedankengang?
    Hmmm... mit 70 Jahren schon auf den Tod warten :shock: ... und wieder zu saufen? :(
    Und was, wenn man nun doch nicht gleich stirbt, sondern für Jahre in die Abhängigkeit zurück rutscht?
    Ich würde nicht mal mehr am letzten Tag meines Lebens trinken wollen, selbst wenn ich wüßte, das es der letzte ist.

    Ich glaube, jeder hat solche Gedankenspielchen schon mal gehabt?
    Da sucht sich vielleicht das Suchtgedächnis mal wieder ne Lücke, um sich wieder wichtig tun zu können ? :roll:
    Bei mir war es immer so, das ich solche Gedanken dann auch gedanklich zu Ende brachte.
    Was passiert, wenn ich wieder saufen würde ?... und ich weiß doch, was wieder passieren würde.
    Ich möchte einfach nie wieder in diesen Sumpf zurück, in dem ich nicht mehr richtig gelebt, sondern nur noch
    irgendwie existiert habe.
    Ich möchte nicht mehr dieses mir heute unangenehme Gefühl der Benommenheit haben (drogenweichgespült eben),
    mich ekelt sogar der Gedanke daran irgendwie an.
    Ich kann daran gar nichts mehr positives finden.

    Ja, vielleicht ist es wirklich eine Entwicklung, die auch die Zeit mit sich bringt.
    Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, wohin ich nie wieder zurück möchte.
    Denn ich habe nie vergessen, was auch alles schlimmes passiert ist... da war bei mir nicht nur das "tolle"
    Gefühl der Erleichterung und blabla... da war doch am Ende nur noch ganz schreckliches Leid !
    Das möchte ich nie wieder erleben müssen... an keinem Tag meines Lebens, weder mit 70 noch sonst irgendwann.
    Das wohlige Gefühl... das war doch wohl vor unserem abhängigen Saufen, oder?
    Vergiss nicht, was danach kam.... oder hast Du aufgehört, als alles noch toll und unproblematisch war?
    Es gab doch Gründe, aufzuhören, oder?
    Es ist darum etwas kurz gedacht, sich so ein Gefühl nochmals verschaffen zu wollen, denn wir hatten doch die Missbrauchsschwelle
    längst überschritten... und wir können da auch nicht wieder hin zurück, als alles noch lustich und entspannt war mit der Sauferei.

    Bei solchen Gedanken wie Deinen half mir immer die schonungslose Auseinandersetzung mit mir selbst, halt hinzuschauen, wie es WIRKLICH war.
    Und da absolut nix mehr schönen zu wollen.

    LG Sunshine

    Hallo Horizont,

    ich möchte mich in allem kamarasow`s Worten anschließen !
    Mir ist das auch sofort ins Auge gesprungen mit dem "Wein an gute Freunde verschenken wollen".
    Sieh zu, das Du das Zeug heute noch los wirst, und zwar ALLES !!
    Und ganz im ernst, ich bin nie auf die Idee gekommen, Restalkohol, der sich noch in unserem Haushalt befand, weiter
    zu verschenken.
    Der wurde komplett entsorgt, egal was es kostete. Meine persönliche Sicherheit ist viel mehr wert.
    Dieses Gift hat mich doch beinahe umgebracht, sowas schenke ich dann doch nicht Freunden. Da wüßte ich aber
    echt viel schönere Geschenke.

    Zitat

    Außerdem gefällt mir die Vorstellung, dass liebe Menschen damit auf meine Nüchternheit anstoßen


    Tatsächlich ?? :shock:
    Ich finde diesen Gedanken eher äußerst befremdlich.
    Ich würde sowas nicht wollen, warum auch? Warum sollten denn Freunde auf meine Nüchternheit anstoßen wollen oder sollen?
    Was gefällt Dir denn so gut an dem Gedanken, wenn ich mal fragen darf?

    Zitat

    Ich war dann nachmittags auch noch verabredet, zwar in keiner Bar, aber einem Restaurant. War zum Glück kein großes Problem, mein Gegenüber hat auch alkoholfrei getrunken.


    Das Suchtgedächtnis kann das aber völlig anders sehen und sehr wohl auch noch Stunden bis Tage später "problematisch" reagieren.
    Nämlich mit ganz schlichten Saufdruck.
    Hier ist dann auch mal der Hintern in der Hose gefragt, solche Sachen auch mal kurzerhand zum Selbstschutz abzusagen, und aus die Maus.
    Das gehört auch zur Trockenheitsarbeit.
    Lese doch auch mal bitte (nochmals?) in unsere Grundbausteine rein, wir empfehlen darin, das man sich die erste Zeit im trockenen Leben
    von allem fernhalten sollte, wo Alk konsumiert wird.
    Zu unserem eigenen Schutz.
    Bei mir betrug diese Zeit übrigens ca. 1,5 Jahre, erst dann bin ich das erste Mal wieder auf eine Geburtstagsfeier gegangen,
    zum Nachmittagskaffee.

    Ich sehe hier bei Dir aufgrund des letzten Beitrages zwei Sachen, an denen ich zur intensiven Trockenheitsarbeit raten würde:

    Einmal wäre da, sich von dem Gedanken des Genußes zu verabschieden.
    Und Alk nicht mehr als Genußmittel zu sehen sondern als das pure Gift für einen selbst.
    Das ist für viele alles andere als einfach, ich weiß das. Denn wir haben Alk für so vieles benutzt, nicht wahr?
    Diese Gedanken zu überschreiben braucht es Zeit und eben auch die Auseinandersetzung damit.
    Dabei ist der Grundgedanke ja ganz einfach und die Konsequenz völlig logisch :wink:
    Wir sind Alkoholiker und können Alkohol nicht mehr "genießen", sondern es ist das pure Gift für uns, können wir unseren
    abhängigen Konsum nicht stoppen, werden wir elend dran sterben... über kurz oder lang.
    Also meiden wir doch bitte "einfach" das Zeug, wenn wir weiter leben wollen.
    Ganz so einfach ist es aber doch nicht, besonders wenn das Suchtgedächtnis noch so aktiv ist und einem immer wieder was anderes
    erzählen will.
    Aber die Zeit arbeitet hier auch für uns, wenn wir trocken bleiben können... es wird immer tiefer einschlummern...und uns dann größtenteils in Ruhe lassen.
    So ist es jedenfalls bei mir gewesen.
    Es ist und bleibt aber immer da, das olle Suchtgedächtnis, ich sehe allerdings zu, das es möglichst in seinem tiefen Schlummer bleibt.
    Von daher meide ich auch heute noch möglichst alles, was es aufwecken könnte. Zu meinem eigenen Schutz.

    Einen zweiten Punkt für Deine Trockenheitsarbeit sehe ich darin, mehr Konsequenz zu zeigen für die Abstinenz.
    Sachen beispielsweise absagen, wenn man sich schon vorher bei dem Gedanken nicht wohl fühlt.
    Oder auch, triggernde Situationen sofort zu verlassen, und da nichts "aushalten wollen", das ist nämlich kein Zeichen
    von Stärke, sondern von leichtsinniger Dummheit.
    Menschen, die einen lieben oder gern haben, werden das verstehen. Denn dann sind sie ja auch an unserem Wohlergehen interessiert.
    Aber auch darum geht es nicht so sehr, sondern es geht hauptsächlich um einen selbst.
    Andere müssen gar nicht unbedingt verstehen, warum man dieses oder jenes so handhabt, man muß es nur selbst verstehen und entsprechend handeln.
    Wenn es andere verstehen, dann ist es ja nett, aber es ist nicht erforderlich. :wink:

    Zitat


    Was sind eure Ersatzhandlungen bei akuten Alk-Gedanken?


    Ich hatte schon ewig keine akuten Alkgedanken mehr... auch kaum Saufdruck, auch am Anfang meiner Trockenheit nicht.
    Ich denke, das hat auch etwas mit meinem persönlichen Weg zu tun, ich hatte eine Entgiftung, die ich beinahe nicht überlebt hatte.
    Habe von daher kaum Verlustgedanken gehabt, ich war nur heilfroh, weiter leben zu dürfen. Und war einfach nur unendlich dankbar,
    nicht mehr saufen zu müssen.
    Darum kam vielleicht auch erst gar nicht wirklicher Saufdruck auf?
    Ich kannte aber leichte Anflüge davon... ich hatte beispielsweise anfangs immer eine Flasche Wasser greifbar.
    Habe dann sehr viel Wasser, mit Wasser verdünnten Saft oder Tee getrunken. Das hilft fast immer.
    Andere haben sicher noch mehr Tipps diesbezüglich.

    Und zum Schluss nochmal was bezüglich "Alkohol-Genuß".
    Ich zweifele sehr daran, das sooo viele andere Menschen Alkohol aus "reinen Genußgründen"
    trinken, es mag aber sicher welche geben.
    Bei vielen wird aber auch Missbrauch bzw. Abhängigkeit nur dadurch getarnt, indem man Alkkonsum als "Genuß" betitelt, den man sich "gönnt".
    Und wem wollte man denn schon verwehren, etwas zu genießen?
    In Wirklichkeit wird der Alk aber schon längst als Anti-Stress-Mittel eingesetzt oder zu was auch immer... und zwar, weil er BALLERT und bestimmte Gefühle der Erleichterung verschafft und genaus DAS will man haben.
    Von daher... ich bin da misstrauisch, wenn von "Genußmittel Alkohol" geredet wird...

    Aber für uns ist das eh uninteressant, denn wir haben ja die Missbrauchsschwelle längst überschritten.
    Und da gibt es auch nie wieder ein zurück.
    Ich glaube auch nicht dran, das wir nochmal nach einer gewissen Abstinenz unbeschwert saufen könnten...
    Denn wir kennen dann ja auch schon ein bisschen die Vorteile der Abstinenz.
    Ich glaube, wir würden uns dann vielleicht noch mehr als Versager fühlen, wenn wir wieder saufen würden, als das zu Saufzeiten
    eh schon der Fall war...?
    Vielleicht nicht gleich am Tag des Rückfalls... aber später?

    LG Sunshine

    Kann mich nur meinen Vorschreibern anschließen.
    Meist werden ja diese alkoholfreien Coctails in Coctailgläsern angeboten, in denen auch Coctails mit Alk serviert werden.
    Das allein könnte schon den einen oder anderen triggern.
    Darum halte ich von sowas grundsätzlich Abstand. Ich kann ebenso gut aus ganz normalen Gläsern trinken.

    Zitat

    Die alkoholfreie Variante kommt geschmacklich auf 'ne Art Saftmischung mit Deko-Verzierung raus,
    die zudem kleiner und teurer als die altbekannte Apfelsaftschorle ist.


    Richtig.
    Warum also nicht die normale Saftschorle oder eine Limo etc. trinken, ist doch auch lecker.

    LG Sunshine

    Zitat

    Die Therapie ist die gesunde Alternative zum Griff nach Deiner "Droge".

    Ist bei CO-Abhängigkeit denn immer eine Therapie nötig, um sie stoppen zu können?

    ...fällt mir so beim Vergleich Alkoholmissbrauch-CO-Abhängigkeit ein....
    Es gibt auch viele trockene Alkoholiker, die nie eine Therapie hatten, sondern mit Hilfe von SHG trocken
    bleiben konnten oder auch ohne.
    Ich hatte beispielsweise nie eine Therapie und bin seit vielen Jahren trocken.

    Darum meine Frage:
    Ist Eurer Meinung nach bei CO-Abhängigkeit immer eine Therapie vonnöten?

    LG Sunshine

    Nein, mir geht es auch nicht ähnlich, Kossi.
    Ich WEISS, das ich nicht kontrolliert trinken kann, konnte ich es überhaupt jemals?
    Ich bin mir da nicht sicher. Aber es spielt auch keine Rolle, ich will es gar nicht können.
    Den Alkohol vermisse ich auch nie.
    Der hat mir nur Unheil gebracht, da können auch nicht mehr ein paar lustige, alkoholisierte Stunden drüber hinwegtäuschen.
    Denn als ich abhängig soff, war da gar nix mehr lustig, es war nur noch schlimm und ich habe darunter sehr gelitten.
    Ich beneide auch niemanden, der trinken kann. Ich brauche diese Droge nicht mehr.
    Wenn sie andere noch brauchen, empfinde ich da eher Mitleid, ich genieße derweil lieber mein trockenes Leben.

    Solle ich bemerken, das mich eine Situation alkoholtechnisch belastet oder mir nicht gut tut, kann ich mich daraus entfernen.
    Und das habe ich auch schon getan und ich würde es auch weiterhin so machen.

    Zitat

    Häufig wird über kontrolliertes trinken diskutiert, meine Meinung is es funktioniert nicht, viele die es probiert haben
    landen schnell wieder in der Klinik.


    Warum setzt Du Dich solchen Situationen aus, wenn sie Dir nicht gut tun, sondern sogar zu eigenen Saufgedanken führen?
    Du bist selbst für Dich und Deine Trockenheit verantwortlich, auch davor Dich zu schützen.
    Denn das macht kein anderer für Dich.

    LG Sunshine

    Hallo Coco,

    Auf Ablehnung reagiert wohl kein Mensch gerade erfreut. Weil Ablehnung auch immer irgendwo weh tut.
    Besonders weh tut es natürlich, wenn man vom Beziehungspartner "abserviert" wird, is ja wohl auch klar.

    Mir ist sowas auch schon passiert. Abserviert worden zu sein.
    Aber weißt Du was... es war auch immer für was gut. :wink:
    Ich konnte noch einige Wege von Ex-Partner nachverfolgen, weil mitunter noch loser Kontakt bestand
    oder mir andere was erzählten.
    Und ich kann mit Sicherheit sagen, das alle Trennungen ihre "Richtigkeit" hatten. Ich würde keinen zurück haben wollen ;)

    Du kannst es jetzt noch nicht sehen, weil Du noch zu verletzt bist.
    Aber gerade bei Trennungen von nassen Alkoholikern ist oft die Erleichterung RIESENGROSS, wenn man diese
    zerstörende Beziehung hinter sich lassen kann.
    Es sei denn, man ist ein CO und bleibt es auch.
    Dann wird man sich wohl schnell den nächsten Hilfsbedürftigen suchen und das Spiel beginnt von vorn.

    Also schau bitte lieber auf Dich, was er tut, ist egal und darauf hast Du eh Null Einfluss.
    Aber auf DEIN LEBEN hast Du Einfluss.

    Ja, und Dein Ex... wenn er alkoholsüchtig und damit alkoholkrank ist, wird er weiter trinken, da hilft auch
    keine "noch so glückliche" neue Beziehung.
    Es sei denn, er will komplett aussteigen, macht eine qualifizierte Entgiftung und arbeit an sich mit Hilfe einer entsprechenden SHG.
    Ansonsten bleibt alles wie es ist.
    Der Alk ist viel stärker als jede "neue Liebe". Außerdem gibt es ja auch immer die alte Liebe, und die ist nun mal die Pulle.
    Und diese Liebe ist so ziemlich allmächtig und zieht einen immer wieder in ihren Bann.
    Dagegen hat auch die schickste und tollste neue Frau keine Chance.
    Die "Neue" bekommt also genau das, was Du schon hattest.
    Mir würde von daher eine neue Frau viel eher super leid tun, als das ich sie beneiden könnte.

    Zitat


    Ich bin im Moment seelisch so erschöpft durch das Grübeln, analysieren, Fehler suchen...
    Und die giftigen Gedanken, dass es mir so schlecht geht und er schon sein "tolles" neues Leben mit neuer Partnerin führt. Er ist zumindest nicht allein.

    Gibt es da nicht diesen Song, wo der Sänger lieber mit Wolke Vier vorlieb nehmen will als mit Wolke Sieben?
    Weil das besser wäre als "wieder ganz allein".
    Also ich weeß ja nich... aber das hört sich ganz und gar nicht überzeugend, geschweige denn, glücklich an :wink:
    Ich würde doch lieber Wolke Sieben ansteuern... und lieber wieder ganz glücklich werden, wenn davor auch eine Zeit allein stünde.
    Wolke Vier is mir persönlich zu larifari :lol:
    Ein Leben mit einem nassen Alkoholiker wäre aber gar keine Wolke, sondern tiefste Hölle ohne Aussicht auf überhaupt ein Stück Himmel.

    Auch wenn das jetzt alles nicht tröstet, Coco... Du wirst auch in absehbarer Zeit erleichtert sein, das alles so gekommen ist.
    Fang wieder neu an, es lohnt sich allemale !!

    LG Sunshine

    Hallo Julia,

    Zitat


    Ich habe ihn gefragt, ob er sich treffen und darüber reden will, darin sieht er keinen Sinn.
    Auf meine Frage hin, ob er mich sehen will, sagt er nur "gute Frage" und alles hätte sich durch den Brief verändert.
    Was genau präzisiert er aber nicht.

    Warum läufst Du diesem Kerl eigentlich trotz Deines Auszuges immer noch hinterher und bettelst geradezu um ein Treffen?
    Hat Dich die Sache noch nicht genug fertig gemacht, sodas Du um noch mehr Schläge bettelst?
    Weil selbst Grobheit und anderes verletzendes Verhalten immer noch besser ist als gar keine Aufmerksamkeit vom Trinker?

    Ich denke, ihr hängt Euch BEIDE an Einzelheiten auf, er, um sich reinzuwaschen/zu rechtfertigen oder was auch immer
    und Du, um ja den Kontakt nicht zu verlieren.
    Lass lieber los, denn so kommst Du aus der Nummer nie mehr raus.
    Lass ihn sein Leben leben und Du lebst Deines. Und darin kannst Du es Dir so schön wie möglich einrichten,
    denn darauf hast DU Einfluss.
    Auf sein Leben aber nicht ! Er kann tun und lassen, was er lustig ist, ebenso wie Du.

    Oder aber lass Dir weiterhin für alles die Schuld in die Schuhe schieben, wenn Dir das lieber ist.
    Denn bei nem nassen Alkie bist Du IMMER die Schuldige, ganz egal was Du tust oder nicht tust.
    So läuft es nun mal und Du kannst auch nix daran ändern.
    Aber Du kannst Dich in Sicherheit bringen !! Und Dir Dein Leben gestalten, ohne diesen ganzen Stress und all den Verrücktheiten,
    die ein Leben mit einem nassen Alkie so mit sich bringt.
    Denn auch das macht krank, psychosomatische Störungen und Krankheiten sind oft die Folgen beim CO.
    Am Ende bist Du dann also nicht nur "die Doofe", sondern ebenso auch noch krank dazu.
    Entscheiden tust Du ganz allein, wie es weiter geht für Dich !

    LG Sunshine

    Hallo Julia,

    Zitat

    Und er trinkt aufgrund von Schicksalsschlägen und Problemen aus der Vergangenheit.

    Ein Alkoholiker trinkt, weil er trinken MUSS.
    Weil er abhängig von dieser Droge Alkohol geworden ist.
    Und lange Zeit auch einfach, weil er trinken WILL.

    Andere Menschen mussten auch Schicksalsschläge erleiden und schleppen Probleme aus der Vergangenheit mit sich herum.
    Kein Mensch wird wohl lebenslang frei von Blessuren bleiben.
    Aber es trinken deshalb nicht alle Menschen bis in den Alkoholismus hinein ! :idea:

    Zitat


    Er ist ein wunderbarer Mann, da ist nur der Alkohol.


    Das denken viele gern vom alkoholkranken Partner, um sich die Sache weiterhin schön zu reden.
    Um nicht handeln zu müssen.
    Nur abwarten, irgendwann wird alles wieder gut und "er" wieder der wunderbare Mensch, der er ohne die Alkoholkrankheit ist.
    Und im Himmel ist Jahrmarkt...

    Zitat

    Nein, stimmt so nicht.


    So ist es leider oft.
    Das es eben nicht stimmt, das der XY ohne den Alk ein wunderbarer, fehlerfreier, perfekter Mensch wäre.

    Oder ich wiederhole mal die brutalen Worte eines anderen Alkoholkranken, der mir mal folgendes sagte:
    "Ein Arsc*loch bleibt n Arsc*loch, egal ob nass oder trocken."
    Tja.
    So ähnlich sehe ich das auch.
    Der Alkohol kann einen Menschen nicht um 100% verändern, diese Macht hat nicht mal diese Droge.
    Er kann aber durchaus die negativsten Seiten in einem besonders gut zum Vorschein bringen.
    Da sein müssen sie aber schon vorher. Der Alkohol "macht" sie nicht.

    Wenn man nicht immer weiter schlecht behandelt werden will, bleibt tatsächlich nur die Trennung.
    Egal ob der andere säuft oder sich auch trocken (oder auch grundsätzlch !) verletzend, egoistisch, ablehnend oder anderweitig partnerschaftszerstörend verhält.

    Eine Trennung tut zwar im ersten Moment sehr weh, ist aber langfristig gesehen der einzige Weg, um in bestimmten Fällen wieder glücklich werden zu können.
    Ich würde immer das Ende mit Schrecken wählen als ein Schrecken ohne Ende.

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Glückwunsch zu diesem Schritt, Julia !

    Zitat


    Ich bin stolz auf mich, diesen Schritt gegangen zu sein und sehe jetzt positiv und entschlossen einer neuen Zukunft entgegen.


    Das hört sich prima an. :)
    Rechne aber auch damit, das es nochmal Rückschläge geben wird... und genau dann ist es wichtig, stark zu bleiben, trotz Schwäche... sozusagen.

    Nach vorn schauen ist jetzt das beste und auch die einzig wirkliche Alternative, wenn es Dir wieder besser gehen soll.
    Es wird alles seine Zeit dauern, und die darfst Du Dir auch nehmen. Und dann geht es auch wieder bergauf !

    LG Sunshine

    Hallo Sandra,
    Kannst Du irgenwas für Dich tun? Um dieses stetige Gedankenkreisen zu unterbechen?
    Kannst Du Dich heute noch mit einer Freundin treffen und gemeinsam was unternehmen? Oder mit anderen guten Bekannten?
    Das hilft oft, um etwas Abstand zu gewinnen und wenigstens für ein paar Stunden auf andere Gedanken zu kommen.
    Was sind Deine eigenen Interessen, hast Du ein Hobby?
    Was macht Dir persönlich Spaß?

    Du darfst im übrigen auch selbst ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen !
    Es gibt auch unterstützende Medikamente, die Dir durch eine schwere Zeit hindurch helfen können.
    Auch auf homöopatischer oder pflanzlicher Ebene, das müssen nicht gleich Hammer-Medis sein.
    Magst Du mal bei Deinem Arzt oder Deiner Ärztin vorbei schauen, Deine Lage schildern und um Hilfe bitten?
    Die steht Dir nämlich auch zu !

    Sandra, nasse Alkoholiker versaufen tatsächlich oftmals Haus und Hof, den Spruch gibt es ja nicht von Ungefähr....
    Oder saufen sich zumindest in Schulden.
    Und Du kannst das nicht stoppen !
    Ne Weile lang kannst Du den Abstieg als Partner vielleicht noch zeitverzögern, aber Du kannst nicht alles auffangen.
    Hier hilft echt nur noch, die Reißleine zu ziehen und sich selbst damit in Sicherheit zu bringen.
    Wenn die Firma den Bach runter geht, dann ist das eben so.
    Das Leben wird trotzdem weiter gehen, und die Erde sich auch weiter drehen.
    Ganz einfach, weil es IMMER weiter geht.

    Bitte sieh zu, das Dein Leben auch wieder schön werden kann.
    Dazu wirst Du aber loslassen müssen. Deinen saufenden XY ebenso wie Dein bisheriges Leben.
    Das kann natürlich auch Angst machen, alles wird sich auch erstmal "falsch" anfühlen, einfach weil es ungewohnt sein wird.
    Aber ich sehe keine andere Möglichkeit, Du vielleicht?
    Dein Titel heißt ja "Trennung ist der letzte Ausweg".
    Ja, so ist es, denn alles andere hast Du ja schon versucht, nicht wahr?

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Liebe Julia,
    Du hast die Gesamtsituation erfasst, schönst auch nichts mehr und hast begriffen, worum es geht.
    Das ist erstmal ein ganz wichtiger Schritt.
    Außerdem hast Du Dir Hilfe gesucht, indem Du hier hergekommen bist..
    Auch eine gute Entscheidung.
    Du hast also schon einiges geschafft !

    Nun musst Du nur noch in die konkrete Handlung kommen. Das ist auch nochmal schwer, ich weiß das.
    Aber Du wirst es tun müssen, wenn es Dir wieder besser gehen soll.
    Opfere Dich bitte nicht für eine Sache auf, auf die Du eh keinen Einfluss hast.
    Das ist völlig sinnlos und kostet Dich wertvolle Lebenszeit, die Du mit vielem schönen füllen könntest.

    Zitat

    Nein, ich werde keine Kraft mehr aus dieser Beziehung schöpfen, das weiß ich. Ich bin einfach unendlich verzweifelt und fühle mich verloren.


    Ja, das verstehe ich.
    Das eine resultiert aber auch aus dem anderen.
    Du kannst in dieser Beziehung keinerlei Kraft schöpfen, sondern sie kostet Dich nur sehr viel Kraft.
    Eine Beziehung sollte doch aber auch eine Bereicherung sein !!
    Aus der man auch mal Kraft schöpfen kann und so funzt das ja eigentlich auch normalerweile.
    Diese Bereicherung kannst Du aber in einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker niemals finden, das kann ich Dir schon mal versprechen.

    Gegen die Verzweiflung und das Verlorenheitsgefühl kannst Du was tun, Du müßtest aber aus dieser Beziehung raus.
    Einiges wird dann von ganz allein "wieder gut", bei anderen brauchst Du evtl. therapeutische Hilfe.
    So war es bei mir auch mit meiner Alkoholkrankheit, als ich sie stoppen konnte, konnte auch vieles wieder gut werden und heilen.
    Wir haben alle diese Kraft in uns !! Daran glaube ich ganz fest.
    Wir müssen aber auch bereit sein, zu handeln und Hilfe anzunehmen, wenn wir welche brauchen.
    Mitunter kann es sehr sinnvoll sein, in gewissen Fällen auch anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
    Das kann einem auch nochmal einen kräftigen Schub geben, eine Situation, die ausweglos erscheint, doch noch zu verlassen.

    Nimm bitte alle Hilfe in Anspruch, die Du brauchst und bekommen kannst.
    Ich drücke Dir die Daumen, das Dein Leben wieder richtig schön werden kann.

    LG Sunshine

    Hallo Julia,

    Distanz zum geliebten Menschen aufbauen müssen? Sorry, aber warum sollte man das tun wollen oder müssen??
    Da liegt doch schon der Hase im Pfeffer, das da was GRUNDSÄTZLICH nicht stimmt, oder?
    Möchtest Du Dein weiteres Leben in Distanz zu einem geliebten Partner verbringen (müssen aus Selbstschutzgründen)?
    Dann bleib bei Deinem saufenden Alkie.
    Willst Du das nicht, wirst DU was ändern müssen und nicht er.
    Denn DU hast doch ein Problem damit, er hat doch keins mit seiner Sauferei.
    Also wird er auch nix ändern, warum sollte er?
    Läuft doch noch alles prima und Du tanzt auch schön mit im immer enger werdenden Abhängigkeits-Tango.

    Zitat

    wie kann ich mich emotional (räumlich geht momentan nicht)


    Doch geht alles, wenn man nur will !
    Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe, so einfach ist das.
    Weder in Finnland noch bei uns in D gibt es Sklavenhaltung oder Leibeigenschaft.

    Zitat

    Ich habe auch jetzt gerade keine Kraft, die Beziehung zu beenden.


    Aha. Meinst Du, Du wirst in dieser Beziehung noch Kraft sammeln können?
    Nee, wirst Du nicht, im Gegenteil, Du wirst immer mehr Kraft verlieren!
    Mensch Mädel, sieh zu, das Du aus dieser Nummer wieder raus kommst.
    Und zwar so schnell wie möglich.
    Es gibt immer Wege... aber nicht, solange man noch nach Ausreden sucht, warum man nicht gehen kann.
    Lass lieber Deinen Traum platzen, und bastel Dir nen neuen. Denn aus diesem wird doch nix mehr, hier ist ein Ende mit Schrecken echt besser.

    Sorry, aber ich habe es nicht so mit dem Samthandschuhen, darum schreibe ich Dir mal lieber Klartext.

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Zitat

    weil vor fast fremden Menschen aus dem Verwandtenkreis des neuen Manns meiner Mutter ein Outing bezüglich meines Alkoholismus gezwungenermaßen hinzulegen, fande ich nicht richtig und unpassend.

    Gerade das finde ich auch recht daneben.
    Niemand sollte zu einem Outing sozusagen gezwungen werden, das ist einfach nicht okay.
    Aber es gibt immer wieder so merkwürdige "Hallo-ich-weiß-was"-Zeitgenossen, die dann auch auf Teufel komm raus mirt allem herausplatzen müssen,
    egal worum es geht.

    Zitat

    Merke, dass ich momentan ganz schön mit Gefühlswelten insbesondere Zorn und Ungeduld und auch Gereiztheit konfrontiert bin. Früher zwar auch, aber es gab eben das Alkoholventil, jetzt gehts eben zur Sache...und ich stelle mich der Herausforderung mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Ich denke mir dabei, dass ich es wahrscheinlich nie richtig gelernt habe und meine Hausaufgaben eben jetzt nachholen muss. Oder so ähnlich......Dazu gehören unter anderem auch Streitgespräche, ich versuche konstruktiv zu sein und versuche mich nicht mehr an Nichtigkeiten hochzupushen....( um dann wie frühe die Dämpfung durch den Alkoholkonsum zu erfahren). Keine einfachen Zeiten.....

    Genau an diesen Situationen wächst man aber auch :wink:
    Klar ist das erstmal mühselig, weil ungewohnt, aber es wird immer besser.
    Ich sage immer, ohne meine Krankheit hätte ich gewisse Entwicklungsschritte evtl. gar nicht machen können, weil ich nicht gemußt hätte.
    So hat meine/unsere Krankheit auch ihr Gutes :)

    LG Sunshine

    Hallo Tom,

    Du schriebst noch vor wenigen Tagen, das Du Dich möglichst wenigen Menschen outen möchtest.

    Nun aber lese ich folgendes:

    Zitat

    Ich habe es jetzt geschafft im Rahmen einer Routineuntersuchung mit meinem Hausarzt über meine Krankheit zu sprechen und bin dabei auf einen sehr verständnissvollen Menschen gestossen. Was mich erstaunt und überrascht hat. Ich war hier in meinen eigenen Vorurteilen gefangen, die mich gehindert haben mit eigentlich Fremden offen zu sprechen. Und es fühlt sich gut an darüber zu reden. :)

    Ich sag ja immer, das man mitunter seine Meinung ändert, weil auch Weiterentwicklungen in einem selbst statt finden.
    Und die äußern sich dann oft auch durch eine revidierte Meinung. :wink:
    Bei Dir ging das ja jetzt relativ schnell :shock: :wink:
    Hatte ich jetzt so erstmal gar nicht mit gerechnet, muss ich gestehen.

    Ich habe es schon öfters hier geschrieben, das wir auch unseren eigenen Vorurteilen erliegen können.
    So wie Du es gerade auch festgestellt hast.
    Es gibt Menschen, die wissen nichts über unsere Krankheit, das stimmt sicher so.
    Und es gibt auch Menschen, die tatsächlich Vorurteile haben, denke ich.
    Aber ich kann für mich persönlich wirklich nur sagen, das ich noch nirgends Nachteile durch das Outen meiner Krankheit hatte.
    Also scheinen ja auch viele zu verstehen oder möchten es zumindest.
    Ich finde es außerdem auch echt echt unfair, anderen Menschen Vorurteile zu unterstellen, ohne das es bisher überhaupt eine Bestätigung dafür gäbe.

    Und oftmals läuft es wirklich so wie von Dir beschrieben.
    Da springt man doch mal über den eigenen Schatten und bekommt promt ein sehr positives Feedback. :)
    Das macht dann auch Mut, weitere Schritte zu gehen.

    Du schriebst, das Du die Leute bewunderst, die offensiv mit ihrer Krankheit umgehen.
    Dazu kann ich nur sagen, das ich dann nicht dazu gehöre.
    Denn ich laufe nicht mit einem Schild um den Hals rum, wo meine Krankheit drauf steht noch gehe ich "offensiv" damit um.
    Ich lüge nur nicht mehr.
    Auch nicht, wenn mich jemand fragt.
    Ich komme eben nicht damit daher, das ich keinen Alkohol vertrage, keinen trinke aus weltanschaulichen oder religiösen Gründen
    und auch nicht, weil ich für mein Leben genug gesoffen habe.
    Weil das einfach nicht stimmt. Außer letzteres.
    Ich trinke keinen Alkohol mehr, weil ich alkoholkrank geworden bin und diese Droge für mich tödlich ist.
    Ich trinke keinen Alkohol mehr, weil ich abhängig bin und meine Krankehit auch wieder ausbrechen wird, sollte ich es je wieder tun.
    Das ist meine Wahrheit... und kein anderes bliblablubb, was mit der Realität (oder halt meiner Realität) nix zu tun hat.

    Wie das andere handhaben, ist mir übrigens letztendlich egal.
    Wer sich gegen Outings entscheidet, vergibt aber damit auch die Chance des Schutzes, die auch auf eine bestimmte Art mit einem Outing einhergeht.
    Darüber sollte man sich auch klar sein.

    Ich für meinen Teil schäme mich nicht mehr für meine Krankheit, muss darüber auch nicht mehr schweigen.
    Aber ich habe noch nie jemanden meine Geschichte oder Krankheit aufgedrückt, sowas liegt mir völlig fern.

    Dir wünsche ich weiterhin gute Entwicklungsschritte, lieber Tom.
    Du hast schon einen großen und mutigen gemacht mit Deinen Outing beim Hausarzt.
    Da sag ich einfach mal : RESPEKT !

    LG Sunshine

    Hallo Thomas,
    und Willkommen im Forum !
    Schön, das Du hergefunden hast.

    Die Rückfälle zeigten Dir ja deutlich auf, wie unsere Krankheit funktioniert.
    Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, man scheint sehr schnell wieder im alten Saufmuster zu hängen.
    Ich habe es auch von anderen Rückfälligen aus meiner damaligen realen Gruppe so zu hören bekommen.
    Zum Glück habe ich es nie selbst ausprobieren wollen, ob es auch bei mir so wäre.
    Aber ich gehe davon aus.

    Das Buch "Lieber schlau als blau" muss ich mir nu auch mal bestellen :D
    Es wird hier ja immer wieder erwähnt. Werde es auch lesen, wenn es so gut ist wie hier immer beschrieben.

    Wie ist das mit diesem Medikament?
    Wirst Du das nun immer nehmen müssen/wollen? Für Dein restliches Leben?
    Oder setzt man es irgendwann ab?
    Ich für meinen Teil könnte es mir gar nicht vorstellen, so ein Medikament einzunehmen.
    Denn ich gehe davon aus, das jedes Medikament auch Nebenwirkungen hat.
    Aber wenn es nicht anders geht...
    Siehst Du denn Entwicklungschancen bei Dir, irgendwann ohne dieses Medikament Deine Krankheit weiterhin stoppen zu können?
    Wie ist da der Plan?

    Zitat


    Heute geht es mir wieder gut und ich geniesse bewusst das Leben ohne Alkohol. Es ist soooo viel besser.


    Ich geneiße es auch immer noch, trocken leben zu können, obwohl ich nun schon viele Jahre trocken bin.
    Da ist eine tiefe Dankbarkeit in mir, die wohl auch nie wieder weg geht.
    Ich habe viele Jahre an den Alk vergeudet, den Rest möchte ich lieber bewußt und ohne chemische Drogen verbringen :)

    LG und einen guten Austausch wünsche ich Dir hier !
    Sunshine

    Martin schrieb:

    Zitat

    auch wenn Sunshine eine LZT ist bedeutet das nicht dass ihr nichts geschehen kann.

    Ich könnte mir vorstellen dass ich mir unter bestimmten Umständen, (Suchtdruck) dann sagen würde,

    jetzt hab ich eh schon"versagt", jetzt kann ich auch weiter saufen :!:

    Das sehe ich nicht ganz so, Martin.
    Ich empfinde ja keinerlei Verzicht, ich will nicht wieder Alkohol trinken.
    Nicht mal das berühmte "ein Gläschen zum Essen" oder pipapo...
    Selbst wenn ich es könnte, würde ich es nicht wollen.
    Mein Leben ist sehr schön so wie es ist, ich vermisse ja wirklich nichts.
    Sollte ich Verzichtsgedanken haben, würde ich vielleicht wie oben reagieren.
    Aber so?
    Und ich weiß nicht, ob ich das als Versagen empfinden würde?
    Eher als dumme Unachtsamkeit. Darüber würde ich mich ärgern, wie ich mich auch darüber ärgere, das es diese Flasche überhaupt geschafft hat, soweit in meine Nähe vorzudringen.

    Und ich kann auch nicht die Hand dafür ins Feuer legen, das ich in all den Jahren meiner Trockenheit
    nie ein Lebensmittel oder Kuchen etc. mit geringen Spuren von Alk zu mir genommen habe.
    Dann aber unabsichtlich und unwissend.
    Und ich habe es dann auch nicht gerochen oder geschmeckt, denn dann hätte ich es sofort weggeschmissen.
    Wie auch schon einige Male geschehen, ich bekam mal Marzipan geschenkt, das roch schon durch die Packung nach Alkohol.
    Sowas nehme ich auf keinen Fall zu mir.
    Ich esse allerdings Senf und Ketchup und habe auch kein Problem mit Essig, ich habe mich nie damit berauscht und es hat keinerlei Wirkung auf mich.
    Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich bin also auch nicht päpstlicher als der Papst, aber ich würde nie mit Alkohol kochen, Alkpralinen essen etc.
    Das ist für mich bewußte Zufuhr von Alkoholika, wie wir sie auch zu nassen Zeiten zu uns nahmen.
    Brauche ich nicht mehr, gibt genug Alternativen und fertich.

    LG Sunshine