Beiträge von Sunshine_33

    Zitat

    ich mache Druck, er soll seine Therapie in Angriff nehmen und nicht schon wieder nur reden und nicht handeln.


    Du hast es noch nicht verstanden, wie die Sache läuft, nicht wahr silten?
    Ein Säufer hört nur dann auf zu saufen, wenn er es will.
    Und nicht, weil ein anderer das gern hätte.
    Er "soll" seine Therapie in Angriff nehmen?
    Allein wenn ich das lese, weiß ich schon, das das nicht funzen kann.
    Was soll denn eine Therapie bringen, die auf Wunsch des Partners begonnen wird?
    Die Frage kannst Du Dir selbst beantworten...

    Zitat

    Er hat vor zwei Wochen endlich eingesehen?, dass auch ihm eine Therapie ganz gut taete, bis heute abend hat er aber noch keinen Weg gefunden.


    Das ist nur Standard-Säufer-Blala, wenn der CO rumnervt.
    Sagt man halt so, um die Wogen zu glätten. In Wirklichkeit heißt es allerdings weiterhin "hoch die Tassen!".

    Er hat ein paar Tage nix gesoffen (glaubst Du das tatsächlich? ) und Dich nicht beschimpft und Du hoffst aufgrunddessen wieder?
    Manche Dinge, die ich hier lese, schockieren mich wirklich innerlich. :shock:
    Wie genügsam ist man denn da schon geworden?
    Also ich erwarte mir mehr von einer Beziehung als nur nicht beschimpft zu werden :shock:

    Zitat

    Im Augenblick kann ich diese Situation gut aushalten.


    Na dann: Weitermachen !
    Dahinter steht noch "verrückt".
    Ja verrückt ist es wohl tatsächlich, schon froh zu sein, nicht vom Partner beschimpft zu werden.
    Da muss in einem schon echt was ziemlich verrückt sein in wahrsten Sinne des Wortes.
    Das soll jetzt keine Beleidigung sein, sondern nur eine ganz schlichte Feststellung, die mich innerlich echt schockiert.

    Ich kann Dir nur noch Kraft wünschen, aus dieser schrecklichen und lieblosen Situation rauszukommen, aber das wird wohl noch ne ganze Weile dauern.
    Das Leiden ebenfalls... denn ich denke nicht, das die Situation so bleibt.
    Bei Alkoholismus gibt es kein Aufwärts mehr, nur noch Abwärts.
    Vielleicht mal einen kurzen Stopp, aber dann wieder abwärts.
    Ob Du mitfährst, ist allein Deine Entscheidung.
    Ebenso wie es Deine Entscheidung ist, Dein Leben an einen Säufer zu verschwenden.

    LG Sunshine

    Und mal in eigener Sache...
    Wie schnell einem der Alk ruck-zuck auch als LZT wieder ganz nah kommen kann, habe ich erst vor wenigen Tagen erlebt.
    Davor sind wir nämlich auch nicht gefeit.

    Folgende Situation:
    Mein Mann und ich waren kürzlich im Urlaub in Südeuropa.
    Wir waren am Strand, hatten uns gesonnt und auf einmal großen Durst.
    Ich ging schon mal zum Auto, während mein Mann noch schnell in eine Strandbar lief und was zu trinken rausholte.
    Es war so ein Getränk, was aussah wie "Wasser mit Geschmack" (bei uns nennt man sowas wohl Wellnesgetränke)
    in diesem Fall mit Ingwer und Himbeeren.
    Wir mögen diese Art Getränke mal ganz gern.
    Gut gekühlt und in einer kleinen Flasche kam das Getränk daher, wie wir das auch kannten von anderen Getränken dieser Art, die es dort in jedem Supermarkt gab.
    Natürlich ohne Alkohol.
    Ich hatte die Flasche schon fast am Mund und wollte einen großen Schluck nehmen, als mein Mann mich stoppte,
    er stand mir genau gegenüber und konnte so das Flaschenetikett lesen.
    Und auf dem stand recht unauffällig und klein, das dieses Getränk 4,9 Promille hat :shock:
    Ich habe den Alkohol überhaupt nicht gerochen, obwohl ich eine recht feine Nase habe, besondern bei Alkohol.
    Der Ingwer und das Beerenaroma hatten das wohl gut überdeckt.
    Hätte es mein Mann nicht im letzten Moment gesehen, hätte ich davon getrunken.

    Das war mir eine Lehre.
    Ich war mir sicher, das mir sowas nicht so einfach passieren kann. Und doch ist es passiert.
    Also man muss echt immer achtsam bleiben, ganz besonders bei Sachen, die man nicht kennt.
    Ich hatte nur Glück, das mein Mann es noch in letzter Sekunde sah, aber ich bin dafür selbst verantwortlich gewesen.
    So war ich auch etwas sauer auf mich selbst, weil ich so leichtfertig war und nicht achtsam genug.

    LG Sunshine

    Hallo Ernest,

    Zitat

    Habe mein Leben recht stark umgekrempelt und viel angepackt.

    Umso weniger verstehe ich es, wie es für Dich nicht denkbar erscheint, auf Alkohol im Essen zu verzichten.
    Das macht doch überhaupt keinen Sinn.
    Warum denn vor so einer eher kleinen Hürde zurück schrecken, wenn man doch angeblich schon so viel umgekrempelt und angepackt hat?
    Oder waren das nur die angenehmen Dinge, wo es nicht gepiekst hat?

    Wie heißt von jemanden hier der Thread? "Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel."
    Alkohol im Essen und die Verharmlosung dessen ist meiner Meinung nach ein solcher Maulwurfshügel.
    Erst ist es der Wein im Essen, der ja angeblich verdunstet (aber der Geschmack bleibt und das kann ein großer Trigger sein, da kann das Suchtgedächtnis extrem nach "MEHR" schreien.
    Oder meinst Du, Du hast keins und über diese Dinge somit erhaben?)
    Dann folgt der erste Schluck beim Kochen oder zum Essen....nur dieses eine Glas...zum Genuß.
    Das hat man doch nun im Griff... weil einen doch der Alk im Essen auch nicht triggerte.
    Und blablabla...plaudert munter das Suchtgedächtnis weiter.
    Und es dauert evtl. nicht lange und:

    Zitat

    Fernseh-Sessel und apathisches Dasein mit der Flasche in der Hand

    Mensch Ernest, was für n Blödsinn, niemand braucht Alk im Essen.
    Ich hasse diese Panscherei mit Alk an allem möglichen, können wir westlichen Menschen denn nichts mehr ohne Alk genießen, schmeckt wirklich nichts mehr ohne dieser Übertünche?
    Zum Glück ist das NICHT so. Es gibt soooo viele leckere Gerichte, die nicht einen Tropfen Alk benötigen.
    Häng Dich doch nicht an son Mist und rede es noch schön.
    Sondern suche lieber nach den leckeren Sachen, wo Dir niemand suggeriert, das wäre erst mit Alk ein Genuß.
    Lass Dich nich für blöd verkaufen.

    Zitat

    Nach einer miserablen Nacht und einem nachdenklichen Tag, beschließe ich, mich hier für ein Jahr zu verabschieden.

    Und was bringt Dir das? Du bist doch nicht für uns hier, sondern Du bist FÜR DICH hergekommen.
    Wegrennen, weil Dir nicht passt, was einige Dir schreiben?
    Meinst Du, das ist ein schlauer Weg?
    Du nimmst Dir doch nur selbst was, nämlich den Austausch mit ebenfalls Betroffenen.
    Oder hat Du noch ne andere Gruppe oder Austausch diesbezüglich?

    Also denk bitte nochmals drüber nach...
    Mir kommt sowas nämlich wie der berühmte Ast vor, auf dem man sitzt und dummerweise selbst absägt.

    LG Sunshine

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    Da meinte meine Tante aus der letzten Ecke in schrillem Ton vollig zusammenhangslos und auch vor Bekannten, mit denen ich wirklich nichts zu tun habe, die eben Freunde von dem Mann meiner Mutter sind, also die meiner Meinung nach auch nicht eingeweiht werden müssen, dass ich ja keinen Alkohol mehr trinke und deshalb vermutlich früher gehe.

    Ich kann über sowas heutzutage nur noch mit dem Kopf schütteln. :roll:
    Selbst zu Zeiten, als ich noch gesoffen habe, hätte ich das vermutlich auch schon getan.
    Was soll denn sowas?
    Mir zeigt sowas immer nur eines, liebes Aliengirl:
    Wes Geistes Kind jemand ist, der sich so verhält und nur Bockmist labert...
    Und das darf ich ja so beurteilen, wie ich lustig bin. :wink:
    Und ich kann dann auch darüber einfach hinweggehen.
    Wenn jemand zu wenig Grips in der Birne hat oder selbst in der Alkoholfalle fest gefangen ist, der kann eben wohl nicht anders?

    Lass die anderen reden, was sie wollen, auch wenn das mitunter ärgerlich ist.
    Geh Du mal Deinen Weg weiter, den Du doch bisher sehr gut und auch erfolgreich gegangen bist.
    Und versuche bitte, über solche Vorfälle zu stehen... denn sie sind einfach nur dumm und nix anderes.

    LG Sunshine

    Zitat

    Aber eher verzichte ich auf die Teilnahme am Forum, als in den Restaurants akribisch nach Alkohol in den Speisen zu schnüffeln.

    Erstaunlich, wie viel der Alkohol Dir bedeutet, Ernest. :shock:
    Als gäbe es keine leckeren Essen, die ohne Alkohol zubereitet werden.
    Aber so ist es nun mal, sobald es wirklich an Veränderungen geht, und sei es "nur" der Speiseplan, wird schnell ein Rückzieher gemacht.

    Sorry, aber von einem trockenen Leben bist Du meiner Meinung nach noch sehr weit entfernt.
    Die Denke ist noch klatschnass.

    LG Sunshine

    Hallo Tom,

    Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich möchte mich grundsätzlich Dantes Worten anschließen, damit ist alles gesagt.
    Und ich finde es schon auch etwas krass, sich nicht mal Ärzten offenbaren zu wollen.
    Ich habe mich für einen offeneren Umgang mit unserer Krankheit entschieden und selbstverständlich sind meine behandelnden Ärzte über meine Krankheit informiert.
    Und damit es nicht gleich wieder los geht :roll: :
    Ich gehe NICHT mit meiner Krankheit hausieren !
    Aber ich halte sie auch nicht auf Teufel komm raus geheim.
    So viel Rückgrat habe ich.
    Saufen konnte ich ja auch... und dann nicht mal jetzt n Hintern inner Hose haben und zu meiner Krankheit stehen?
    Nö, nix für mich.

    Mein Partner liest hier übrigens nicht mit. Warum sollte oder wollte er?
    Er spricht lieber mit mir persönlich :wink:
    Und was ich im Erweiterten Bereich so schreibe, geht ihn auch nix an :P
    Über meine Krankheit weiß er auch genug, und wenn er Fragen hat, dann kann er mich jederzeit fragen :wink:

    Zitat

    Vielleicht werde ich im Velauf der nächsten Wochen, Monate auch den Mut haben mich anderen gegenüber zu öffnen


    Das hoffe ich für Dich und das wünsche ich Dir auch.
    Denn es geht dabei um unseren Schutz und das halte ich einfach für wichtig.
    Und oftmals ist es auch so, das sich das mit der Zeit ergibt und man seine Meinung ändert zu bestimmten Angelegenheiten.
    Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden und das Trockenwerden ist auch ein Entwicklungsprozess.
    Ich kann Dir bis dahin nur wünschen, das Dich Dein Schweigen bezüglich Deiner Krankheit nicht in eine Lage bringt, die Dich gefährdet.
    Leider geht sowas oftmals schneller als man denkt... :?

    LG Sunshine

    Zitat

    Ich kann mich im trockenen Zustand zwar schützen oder rational überlegen, jedoch nicht ausschließen wenn ich eine Armlänge am Glas sitze, das mir nichts passiert.
    Ich kann zwar aufpassen aber im Extremfall mich nicht drauf verlassen.
    Ich habe nie eine 100% Kontrolle über das Aufpassen. Meine Post war in Bezug auf die Krankheit im nassen Umfeld gemünzt.

    Das sehe ich auch so. Man sagt ja auch nicht umsonst, das wir immer nur eine Armeslänge vom Alk entfernt sind.
    Ganz so krass sehe ich das nach vielen jahren Trockenheit zwar nicht mehr, aber grundsätzlich ist es wohl doch so. Vielleicht sind es nun bei mir 2 Armeslängen :wink:

    Am Anfang der Abstinenz ist doch alles noch so "wackelig". Eine Stabilität baut sich erst nach einer gewissen Zeit auf.
    Auch wenn das einige nicht gern hören wollen, lese ich es doch bei LZT immer wieder so. Und ich selbst habe es auch so erlebt.
    Da darf man leicht schon mal mind. 2-3 Jahre Abstinenz veranschlagen, bis man von einer gewissen Stabilität reden kann.
    Ich würde über mich selbst sagen, das ich mich erst nach 3-4 Jahren ohne Alk einigermaßen stabil fand, ich war da echt vorsichtig mit solchen Bezeichnungen.
    Andere mögen diesen Zustand schneller erreichen, andere brauchen vielleicht auch noch länger.
    Ist auch egal, es ist kein Wettlauf, eine stabile Trockenheit möglichst schnell zu erreichen.
    Das ist eher ne Lebensaufgabe, diese zu erreichen und beibehalten zu können.

    Und wenn ich noch wackelig bin, weil die Abstinenz eben noch so frisch ist, würde ich mir doch lieber zusätzliche Sicherungen einbauen
    anstatt mich in nassen Umfeld rumzudrücken.
    Da gehe ich also doch lieber erst gar nicht hin,ehe ich da in eine gefährliche Situation reinrutsche.
    Mir ist aber auch bekannt, das sich manche Situationen unerwartet und unvorhersehbar ergeben können.
    Das ist mir auch mehrmals so passiert, man kann eben nicht alles vorhersehen.
    Aber dann kann man die Situation meiner Meinung nach auch IMMER verlassen.
    Mich kann ja niemand irgendwo festnageln :wink: und wenn ich sonstwo bin... da geh ich lieber 10 Kilometer zu Fuss durch die Botanik nach Hause,
    ehe ich mich in Gefahr begebe.
    Und man darf auch JEDERZEIT sagen, das man sich in einer Situation nicht mehr wohl fühlt und gehen möchte,
    ohne das jemand das Recht hat, deshalb böse zu sein.
    Dafür muss man aber auch ehrlich sich selbst gegenüber sein, über eine gewissse Fähigkeit der Selbstreflektion verfügen.
    Und nicht sich selbst was vormachen oder zu versuchen die warnenden Gefühle zu übertünchen.
    Denn das gibt nix Gutes.

    LG Sunshine

    Zitat

    Wäre sicherlich lustig, einem Ex-Raucher (die ja generell hoch erhobenen Kopfes durch die Welt laufen, denn mit dem Rauchen aufzuhören ist immer einfach nur was Gutes)
    mal zu sagen, daß er sich schämen sollte, weil er überhaupt mal rauchte. Ich glaube, die Leute würden mich für doof halten :lol:

    Ich glaube, das probiere ich demnächst mal aus :lol:
    Bin auf die Reaktionen gespannt :lol:

    Zitat

    Und nu wie gehabt - Kaffee (und nein - ich bin kein Kaffeejunkie, nur diese eine Tasse am frühen Morgen... die mag ich dann doch sehr gerne) 8)

    Glaub nicht, das man von einer hochgradigen Koffeinsucht bei ner lausigen Tasse Kaffee am Tag sprechen kann. :wink:
    Meine Mutter hat ihr Leben lang morgens ne Tasse Kaffee getrunken und dabei ist es auch geblieben.
    Sicher haben wir einen Hang zur Suchtverlagerung, betreiben dann aber üblicherweise die neue Sucht auch wieder exzessiv.
    Bei Kaffee scheint es ja bei Dir nicht der Fall zu sein, also kannst Du ihn wohl weiterhin unbeschwert genießen, vermute ich mal.
    Ich würde nur stutzig werden, wenn ich da eindeutig neues Suchtverhalten entwicken würde,
    und das habe ich bisher immer auch selbst gemerkt.
    Und merkwürdigerweise konnte ich Suchtverlagerungen auch selbst wieder stoppen.
    Nur bei der Alkoholsucht hatte ich Null Chance.

    Ich esse gern mal etwas Schokolade, da sind ja angeblich auch suchtauslösende Stoffe drin.
    Trotzdem esse ich welche, kann aber auch jederzeit ne Tafel wieder weglegen.
    Und wenn mir jemand morgen sagen würde, das ich das gar nicht mehr darf aus gesundheitlichen Gründen, dann würde ich "Schade" sagen und es sein lassen.

    Und mich ner neuen Sucht zuwenden.... 8)
    QUATSCH, NUR SPASS ! :lol::lol::lol:

    LG Sunshine

    Moinsen Hartmut,

    Zitat


    solange ich denke das ich die Kontrolle über die Krankheit habe, solange passe ich nicht auf. Meine Erfahrung.

    Also ich muss sagen, so recht will mir das auch nicht einleuchten :wink:
    Ich habe nicht die Kontrolle über meine Krankheit, wenn ich (wieder) saufe, das ist mir klar.
    Der Kontrollverlust ist ja ein Symptom meiner/unserer Krankheit.

    Aber trocken??
    Ich habe ja meine Krankheit bisher stoppen können, und das ist ja etwas, was ich auch willentlich ausübe.
    Wie außer "Kontrolle" sollte ich das denn sonst nennen? :wink: Mir fällt grad kein besseres Wort ein.
    Ich sehe mich nicht als willenloses Opfer meiner Krankheit, sondern kann sie durch eigenes Verhalten beeinflussen, also kontrollieren.
    Trocken habe ich diese Kontrolle, nass aber nicht mehr.
    Hinzu kommt, das meine Birne nicht mehr nasss tickt, und auch auf die eigenen Gedanken kann man Einfluss nehmen.
    Das Unterbewußtsein ignoriere ich hierbei mal kurz :wink:

    Ich bin also der Meinung, das ich trocken weiß, was ich tue.
    Und solange kann ich doch auch einigermaßen vernünftig denken, was die Krankheit betrifft, oder nicht?
    Ich weiss ebenfalls, was passieren wird, sollte ich wieder saufen.
    Wer, wenn nicht ich, sollte denn die Krankheit "kontrollieren" können?
    Könnte ich das nicht, würde ich doch längst wieder saufen?

    Vielleicht verstehe ich Dich aber auch nur miß ?

    LG Sunshine

    Das ist eine bittere Diagnose, Rattenschwanz :(

    Wie man damit umgeht, ist von der eigenen Persönlichkeit abhängig, denke ich.
    Und auch, wie sehr man am Leben hängt. Und auch von den jeweiligen Umständen.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, das Ärzte nicht immer recht behalten und die Hoffnung immer zuletzt stirbt.
    So war es jedenfalls bei mir.
    Mir (bzw. meinen Angehörigen) wurde (nach meiner Entgiftung) gesagt, das ich eine neue Leber bräuchte,
    ich aber erst nach einem halben Jahr Abstinenz überhaupt erst auf eine Transplantationsliste kommen könnte.
    Denn diese merkwürdige Ärztin, die das verkündete, sprach gern über mich, als sei ich gar nicht im Zimmer anwesend. :roll:
    Ich weiß nicht, ob sie nie darüber nachgedacht hat, wie sowas auf einen Patienten wirkt? Jedenfalls nicht gerade mutmachend. :(
    Außerdem sagte sie, das ich wohl lebenslang ein Pflegefall bleiben werde.

    Mit diesen Aussagen wurde ich dann allein zurück gelassen.
    Ich war danach sehr resigniert und fragte mich, wozu dann noch alles ?
    Wenn ich doch eh kaum eine Überlebenschance habe...
    Falls die Ärztin dachte, das so eine Holzhammermethode abstinenzfördernd sein könnte, ist das ein Irrtum, denke ich.
    Glücklicherweise wurde ich bald darauf von der Intensiv auf eine normale Station verlegt.
    Der Stations-Arzt dort sprach dann auch "mit mir" und nicht "über mich".
    Er nahm sich immer etwas Zeit, erklärte mir die gemessenen Werte und was sie bedeuten.
    Und er sprach auch mit mir über meine Alkoholkrankheit.
    Er sagte mir allerdings auch ganz klar, das ich mich unweigerlich in kurzer Zeit tot saufen würde, wenn ich wieder trinken würde.
    Aber er machte mir auch Mut, indem er mich immer gleich informierte, wenn meine Werte sich wieder minimal verbessert hatten.

    Und dann gab es noch den Chefarzt, der sich ab und an die Ehre gab.
    Er war für mich eine echte Autorität und strahlte das auch so aus.
    Er hatte zudem Ahnung von unserer Krankheit, und war nicht nur fachlich sehr kompetent, sondern ebenso menschlich.
    Diese beiden Ärzte waren für mich damals auch ein Glückfall.
    Ich weiß nicht, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn das anders gewesen wäre.
    Und dann gab es noch die Schwestern und den Pfleger, die mir immer wieder Mut machten.
    So habe ich dann diese schwere Zeit irgendwie überstanden.

    Später war ich dann in intensiver Betreuung meiner Hausärztin (Internistin), die ebenfalls sehr kompetent in Sachen Alkoholkrankheit ist.
    Der erzählte ich nach einigen Monaten, was mir im KH wegen einer Spenderleber gesagt wurde.
    Sie war entsetzt und schlug die Hände übern Kopf zusammen und fragte mich, wie es mir denn damit gegangen ist,
    das monatelang so in mir mit rumzuschleppen?? :shock:
    (Ja, nicht gut ist es mir damit gegangen, ist ja klar :cry: )
    Sie sagte dann, das eine Spenderleber ja gar nicht zur Debatte stünde, meine Werte würden sich doch von Mal zu Mal bei jeder Blutabnahme bessern
    und das ich mir darüber erstmal keine Sorgen mehr machen sollte, denn das sei nicht gut.
    Und meine Leber regenerierte sich wirklich, ich hatte nach einigen Jahren wieder fast ganz normale Werte :D
    Es hat aber auch eine ganze Zeit gedauert, da ging nix von heute auf morgen.

    Es kam also bei mir auf mehrere Faktoren an, wie ich mit der Diagnose umgehen konnte.
    Ich wollte gern weiter leben ! Das war mir klar.
    Und ich habe die Hoffnung nicht ganz verloren, das war wohl das wichtigste.
    Dazu kamen 2 gute Ärzte im KH, die sich mit unserer Krankheit nicht nur medizinisch auskannten.
    Ebenso liebes und freundliches Pflegepersonal.
    Dann eine sehr gute weiter betreuende Ärztin.
    Und ich hatte zu jedem Zeitpunkt die Unterstützung meiner Familie.

    Das ist aber nur meine Geschichte und ein anderer mag sich anders entscheiden.
    Und ein anderer hat vielleicht auch nicht so viel Glück wie ich mit den Ärzten (bis auf diese eine inkompetente Tante da), der familiären Situaton etc.pp.
    Und ich bin auch grundsätzlich ein optimistischer Mensch, allerdings nicht zum Zeitpunkt der Dignose, die hat mich auch erstmal umgehauen.

    Jedenfalls ist das einzige, was in dem Fall des Bekannten noch helfen kann, die absolute Abstinenz und dazu braucht er alle Hilfe, die er bekommen kann !
    Schafft er das nicht, hat er keine Chance, so bitter ist das nun mal. :cry:
    Ich drücke ihm die Daumen, das er das schafft und das noch etwas Hoffnung besteht.

    LG Sunshine

    Zitat

    In dieser Richtung bewege ich mich auch. Und ich finde das seeehr beruhigend. Aber ich kann mich auch noch gut an meine Anfänge hier erinnern; als ich mal feststellen durfte, daß ich so gesehen auf einmal nur noch mit dem Thema Alkohol konfrontiert war. Mehr als zu meiner nassen Zeit. Da habe ich ihn nur getrunken und alle anderen Gedanken, ausser "woher krieg ich die nächste Flasche" brav von mir weggeschoben, so lange es eben ging. Als ich dann dagegen anging, war ich extrem wißbegierig und habe den Alkohol gedanklich von frühmorgens bis spätabends im Kopf gehabt. Teils sogar in der Nacht davon geträumt Lachen.
    Ich fand das mitunter recht anstrengend und bin froh, daß ich mein Leben als TROCKENER Alkoholiker nun einfach leben darf. Gibt ja noch genügend andere Sachen, um die ich mir immer mal wieder nen Kopp machen darf bzw. muss....

    So war es grundsätzlich auch bei mir, Claudia.
    Es sind halt auch Entwicklungsschritte, die man macht.
    Am Anfang muss man viel mehr an der Abstinenz arbeiten als nach Jahren stabiler Trockenheit.
    So jedenfalls meine Erfahrung.
    Was ich heute dafür tue, kann ich kaum als "harte Arbeit" bezeichnen, denn ich muss mich dafür nicht anstrengen.
    Vieles ist klar, läuft automatisch ab und ist für mich kein Mehraufwand.
    Trotzdem reflektiere ich mich immer noch regelmäßig, wo ich stehe.
    Aber auch das sehe ich nicht groß als Arbeit an, vielleicht habe ich aber auch andere Vorstellungen von Arbeit als andere? :wink:

    Zitat


    Cadda - was meinst Du, wie oft die Leute um Dich rum vergessen, daß Du Alkoholikerin bist?!
    War bei mir auf Arbeit oft so, trotz outen kam es regelmäßig vor, daß man mich auf irgendwelchen Veranstaltungen fragen: "mit O-Saft oder ohne".... *schmunzel*.
    Wobei ich aber sagen muß, daß ich es immer wieder gut fand, wenn die Leute vergessen hatten.
    Weil ich für mich dann gemerkt habe, daß ich nicht ClaudiA der Alki bin, sondern ClaudiA die Kollegin :wink: ....

    Genau so habe ich es auch sehr oft erlebt, Claudia!
    Die Leute vergessen ein Outing auch einfach wieder, und das geschieht nicht aus Bosheit oder so.
    Sondern weil sich im eigenen Leben doch alles um sich selbst und die eigene Familie dreht, finde ich auch völlig normal.
    SOOO wichtig ist man nicht für andere Leute, als das die sich alles über einen merken würden und da Tag und Nacht drüber nachdenken, weil sie nix anderes zu tun haben :roll: :lol:
    Ich habe durch so ein "vergessen" der anderen auch das Gefühl, das ich als Mensch gesehen werden, und nicht als "Sunshine, die Alkoholikerin".
    Und ich weiß auch, das das nicht böse gemeint ist, sondern einfach nur Vergesslichkeit.

    Ich lese hier öfters, das man "vorverurteilt" wird als trockener Alkoholiker, das es ein "Kainsmal" ist und dergleichen, wobei ich mir dann mitunter denke,
    das die Vorverurteilung viel eher in unseren eigenen Köpfen statt findet !
    Und wir uns selbst ein Kainsmal verpassen, und nicht die anderen.

    Ich kann nur immer betonen, das mir persönlich nie was nachteiliges passiert ist durch meine Alkoholkrankheit. Weder beruflich noch privat.
    Und ich mag auch nicht anderen Menschen unterstellen, was sie denken, ich kann nicht in die Köpfe anderer Menschen hineinschauen
    und darum finde ich sowas auch irgendwie frech und unangebracht.

    Zitat

    Wie - Du HOFFST? Aber Hoffnung ist doch vollkommen fehl am Platze.. hab ich letzte Woche erst lesen dürfen... :lol: :lol: (Scherzle.....)


    Jaja :lol:
    Was bzw. wie wären wir Menschen denn, wenn wir keine Hoffnungen und Wünsche mehr haben dürften?
    Meinetwegen kann jemand gerne meinen, das Hoffnungen bei unserer Krankheit fehl am Platz ist, ist halt seine Meinung.
    Die muss aber nicht mit meiner übereinstimmen :wink:

    LG Sunshine

    Zitat


    Vielen Dank für Deine Antwort und generell Deine Beiträge! Sie haben mir über Monate seht geholfen, 'nasses Denken' besser zu verstehen.


    Gerne :)
    (Auch wenn es um ein eher trauriges Thema geht)
    Freue mich, wenn ich weiterhelfen kann. Und es ist immer wieder überraschend, von wem man so gelesen wird.
    Wußte ich ja gar nicht.

    Zitat

    Man muss kein Co sein um wütend zu werden wenn man belogen wird. Nimmt das irgendjemand nicht persönlich?


    Ja stimmt schon, es ist wohl keiner besonders scharf drauf, von seinem Partner (oder überhaupt) belogen zu werden.
    Das macht einen schon erstmal sauer, und das ist bei mir sicher auch so.
    Aber ich würde das nicht so sehr auf mich persönlich beziehen, oder mich deshalb irgendwie minderwertig fühlen.
    Ich würde schon nachfragen, warum ich belogen wurde, aber nicht gleich "Schuld" bei mir suchen.

    Mein Mann hat übrigens meine Sauferei und die damit verbundenen Lügen auch nicht auf sich persönlich bezogen, soweit ich das weiß.
    Er hat sich gegen meine Sauferei fast immer abgegrenzt, innerlich wie auch räumlich.
    Hat aber auch nix geholfen, das ich mit dem Saufen aufhöre.
    Ich war damals noch nicht so weit, wollte den ernst der Lage auch noch nicht sehen.
    Er hätte also tun können, was er will, es hätte mich nicht wirklich interessiert.
    Es ist ergo für einen nassen Alkie eigentlich egal, wie sich ein CO verhält und es ist auch egal, wie sich ein Un-CO verhält.

    Nur leider tut sich ein CO selbst keinen Gefallen, wenn er das Saufverhalten (und auch die Lügen) auf sich persönlich bezieht.
    So entsteht ja oft noch mehr Schaden am eigenen Selbstwertgefühl, denn das ist ja oft recht angeschlagen oder hat sich aufgrund der eigenen Geschichte
    gar nicht richtig entwickeln können.

    LG Sunshine

    Hallo Milla,
    Du kannst ja auch wieder zurück gehen. Es wird Dich niemand davon abhalten können, oder?
    Aber möchtest Du das wirklich? Das alles weiter geht mit dem Suff und Deinem Leid, so wie zuvor?
    Möchtest Du denn wirklich Dein Leben einem nassen Alkie opfern, dem Du im Grunde völlig egal bist?
    Weil nur noch die Flasche wichtig ist.
    Das ist doch echt kein Leben.

    Zitat


    Der Schuss ist definitiv nach hinten losgegangen. Ich habe mich noch viel schrecklicher gefühlt als vorher. Ich kann ganz schlecht mit diesen Gefühlen umgehen, sie überrennen mich. Ich leide unter Panikattacken. Ich esse nicht mehr. Ich bin irgendwie nur noch eine Hülle. Sehe alles negativ. Hab keine Hoffnung mehr.

    Du bist auf Entzug von Deiner Droge. Darum fühlt sich das so an.
    Der Bauch hatte auch noch nicht genug Zeit, um dem Verstand hinterherzukommen. Gib ihm doch bitte diese Chance (dem Bauch jetzt!)
    Was kannst Du JEDEN TAG machen, damit es Dir etwas besser geht?
    Was sind Deine Interessen?
    Hast Du liebe Menschen in Deinem Leben, mit denen du Dich treffen kannst?
    Versauer nicht zu Hause, geh raus, unternimm was, zieh Dich bitte nicht noch selbst zusätzlich runter.

    Und esse bitte was. Erstmal nen kleinen Joghurt oder eine Banane, oder was anderes leichtes.
    Und dann vielleicht schon mal ne kleine Stulle? Oder ne leckere Suppe?
    Wenn man nix isst, fühlt man sich auch immer kraftloser und auch das schlägt dann noch zusätzlich auf die Psyche.
    Es wird kein Ritter auf dem weißen Schimmel kommen und Dich retten, Du wirst selbst aktiv werden müssen.
    Also nehme bitte Dein Leben in Deine eigenen Hände und mach was schönes draus. Denn Du hast nur dieses eine !

    LG Sunshine

    Hallo,
    ich möchte an dieser Stelle nochmal drauf hinweisen, das das typische Verhalten von nassen Alkoholikern wenig bis gar nix mit dem Partner zu tun hat.
    Auch an anderen Stellen hier im Forum kann man das immer wieder nachlesen.
    Das der Partner das aber anders empfinden kann, ist mir auch verständlich.
    Besonders ein CO bezieht ja immer alles auf sich, wie ich hier auch immer wieder nachlesen kann.
    Daran sieht man auch, das das CO-Verhalten nicht unbedingt mit dem Säufer zu tun hat, sondern mit dem eigenen geringen Selbstwertgefühl.
    Der Alkie ist daran also nicht grundsätzlich "schuld". Denn das Verhalten ist ja im CO schon so drin.
    Und wird halt durch den nassen Alkoholiker aktiviert.

    Warum versteckt man die Pullen?
    Weil es einem peinlich ist, saufen zu müssen und weil man das "Rumgelaber" des Partners möglichst vermeiden will.
    Denn als solches empfinden wir das als nasse Alkoholiker.
    Das bedeutet aber nicht, das man den Partner für dumm hält. Insgeheim weiß man sogar oft, das er recht hat.
    Aber die Sucht lässt nicht zu, die Hosen runter zu lassen. Denn dem "müsste" ja dann auch mal ne Handlung folgen.
    Das aber wollen wir doch vermeiden... bloß nicht handeln !
    Sondern wir wollen weiter saufen ! So einfach ist das. Und ebenso zerstörerisch.
    Für uns selbst und natürlich ebenso für die Beziehung.

    LG Sunshine

    Zitat


    Theke war eventuell auch das verkehrte Wort. Hätte auch Ladentisch schreiben können.


    Ladentisch hört sich schon erheblich besser an :lol:

    Zitat

    In der nassen Zeit hat der Alkohol eine aktive Rolle gespielt, in der trockene Zeit spielt er eine Passive.
    Ich kann ihn ja nicht wegdiskutieren weil ich trocken bin.
    Muss ja weiter aufpassen was ich angeboten bekomme.
    Um das ging es ja hier bei meiner Antwort.


    Ja verstehe. Klar muss man immer aufpassen, was einem angeboten wird.
    Bei mir läuft das aber größtenteils automatisch ab, das kostet mich keine große Mühe, drarauf zu achten.
    Ebenso ist es beim Einkauf. Selbstverständlich achte ich auf Zutatenlisten, aber auch das läuft automatisch ab.
    Und ich kann auch das nicht als Aufwand bezeichnen.
    Erstens kaufe ich kaum Fertigprodukte. Und zweitens kaufe ich auch nicht jeden Tag was total neues, was ich nicht kenne.
    Also muss ich ja nur bei mir unbekannten Lebensmitteln und Genußmitteln schauen, was drin ist.
    Und sowas muss auch jeder Allergiker oder anderweitig Erkrankte tun, der auf Inhaltsstoffe achten muss.
    Oder im Grunde sollte das sogar jeder tun, der sich gesund ernähren möchte.

    Will damit nur sagen, das ich es nicht sehr aufwändig finde, auf sowas zu achten.
    Und vieles wird auch zur Gewohnheit.

    Auch das Ablehnen von alkoholischen Getränken, wie es jetzt bei Claudia der Fall war, ist bei mir kein großes Ding.
    Erstmal komme ich nur selten in so eine Situation und wenn, dann weiß ich, was ich zu tun habe.

    Irgendwo las ich doch mal, das der (trockene) Weg breiter und schöner wird.
    (und auch einfacher, finde ich)
    Das kann ich so unterschreiben.
    Ich lebe gern mein trockenes Leben, möchte gar kein anderes haben.
    Und das ich ab und an mal auf ne Zutatenliste schauen muss, ja mei.
    Gibt weiß Gott schlimmeres.

    LG Sunshine

    Ich finds auch klasse, wie Du am Ende doch noch die Kuve bekommen hast, liebe Gotti!
    Und loslassen konntest und Dir so Dein eigenes Leben ermöglicht hast.
    Es ist NIE zu spät für einen neuen Anfang !
    Weder mit 50 noch mit 60 noch mit 70 Jahren !

    Wollte ich auch gern nochmal so erwähnt haben ! :wink:
    LG Sunshine

    Zitat

    In der nassen Zeit drehte es sich um den Alkohol und in der Trocken Zeit ist es ja nicht Anders. Nur das ich auf der anderen Seite der Theke stehe.


    Vielleicht verstehe ich es ja miß, Hartmut, aber ich stehe auf keiner "anderen Seite der Theke". :wink:
    Auch nicht sinnbildlich.
    In meinem trockenen Leben dreht sich nix mehr um den Alkohol. Im Grunde ist es nur noch hier im Forum ein Thema für mich.
    Ansonsten drehen sich in mir keine Gedanken um den Alk. Ich konsumiere keinen mehr, habe nichts mehr damit zu tun.
    Ich halte mich an die Grundbausteine, die habe ich verinnerlicht.

    Mich interesiert außerdem auch nicht, was andere Leute tun.
    Wenn sie trinken wollen, dann bittesehr. Nur will ich damit nix mehr zu tun haben.
    Meine nasse Zeit ist im Grunde ein abgeschlossenes Kapitel für mich, und ich hoffe, das es auch dabei bleibt.
    Mein jetziges Leben hat nichts mehr mit dem alten, versoffenen Leben zu tun.

    Meine Krankheit bleibt für immer, das weiß ich genau.
    Aber sie behindert mich nicht. Sie ist vorhanden und trotzdem ist alles ist gut.

    In den ersten Jahren meiner Trockenheit sah da aber sicher einiges anders aus.
    Da hatte ich auch Ängste und die Gedanken um meine Krankheit waren viel präsenter.
    Heute ist es nicht mehr so.
    Vielleicht zielte ja Deine Aussage eher an den Beginn der Trockenheit hin?

    Falls nun jemand meint, oh Sunshine, dann bist Du aber auf sehr dünnem Eis, dem sei gesagt,
    dieser Zustand hält bei mir nun schon fast ein Jahrzehnt an, mal so grob geschätzt :wink:
    Bin damit also bisher gut gefahren.
    Ich fühle mich stabil trocken und lebe ganz einfach mein Leben.
    Mehr habe ich mir nicht gewünscht.

    Für mich gilt weiterhin, ich schenke meiner Krankheit die Aufmerksamkeit, die sie benötigt (Grundbausteine) aber sie bestimmt nicht mein Leben.
    Ich bin mehr als nur meine Krankheit.

    LG Sunshine

    Hallo Aliengirl,

    Zitat

    wenn sie und andere meinen privaten Bereich als Alkoholfreie Zone betrachten und auch in Gesprächen nicht ständig was sie heute trinken und auf was sie gerade anstossen.

    Wenn Menschen so mit dem Alk verhaftet sind, er so eine gravierende Rolle im Leben spielt,
    dann ergibt sich folgendes ja eigentlich automatisch:

    Zitat


    Kein Fragen nix, ausser ein mitleidiger Blick.... ..???

    Jede Frage, die Dir gestellt würde, müßte man sich ja vielleicht auch mal selbst stellen oder drüber nachdenken.
    Also auf sich selbst schauen, und wer möchte das schon gern, wenn der Alk schon so wichtig im Leben geworden ist?

    Du hältst Ihnen einen Spiegel vor... da schaut keiner gern rein, der zu viel säuft.
    Mitleidiger Blick?
    Weil sie denken, das Du nun nicht mehr trinken "darfst" und demzufolge nun keinerlei Spaß mehr im Leben haben kannst?
    Wäre DAS nicht traurig und mitleiderregend, wenn es wirklich so wäre?
    Also ich fänd das jedenfalls traurig, wenn es keinen Spaß ohne Alk gäbe.
    Ein aktiver und gerne Trinkender tickt aber sicher so.
    Und als ich noch gesoffen habe, habe ich auch so ähnlich getickt.
    Ich habe sogar gedacht, ich könne ohne Alk nie wieder wirklich lustig sein :oops:
    Doch das stellte sich glücklicherweise als kompletter Irrtum heraus.

    Aliengirl, lass sie reden und denken, was sie wollen.
    Da läuft sicher auch längst einiges schief im Kopf durch andauernden Alkoholmissbrauch oder bereits Abhängigkeit.
    Das verändert halt das Denken.

    Zitat

    Wie gesagt ich weiss, dass ich es versuche richtig zu machen, es macht mich aber trotzdem wütend und zornig, wenn so reagiert wird.


    Was genau macht Dich denn so wütend an der Sache?

    Zitat

    Und all die Jahre davor nie hinterfragt wurde, warum zuviel getrunken wurde und ob man ein Problem hat. Finde ich irgendwie schäbig....


    Nein, bloss nicht nachfragen !!
    Aliengirl, aktiv Saufende scheuen extrem den Blick in den Spiegel.
    Sprechen sie Dich drauf an, müssten sie auch auf sich selbst schauen.
    Als Selbstschutz des Trinkers muss das unbedingt vermieden werden!
    Denn wenn man auf sich selbst schauen müsste, und dabei sehen würde, das man selbst zu viel trinkt... dann "müßte" diese Erkenntnis einen ja zum Handeln veranlassen.
    Und genau DAS soll ja vermieden werden, denn man möchte ja weiter trinken.
    Und da soll einem bloß keiner reinquatschen und schon gar nicht mit kritischen Worten.
    Oder gar selbst trocken werden !
    DAS ist wohl das "schlimmste". :wink:

    Kümmere Dich am besten nicht um diese Reaktionen, die haben schon ihre Gründe... aber das ist nicht Dein Ding.
    Geh Du Deinen Weg weiter.
    Du hast das getan, was zu tun war in Sachen Offenheit und damit darf es dann auch gut sein.
    Was die anderen da draus machen, soll nicht Deine Sache sein.

    LG Sunshine

    Hallo kamarasow,

    Zitat

    Komischerweise bewerte ich den Gedankengang heute - ausgeschlafen - anders, als zum Zeitpunkt des Verfassens.
    Was wohl auf das Suchtgedächtnis zurückzuführen ist. Ich glaube mein Gehirn wurde jahrelang so antrainiert, dass es in Stresssituationen nach einem Rausch zum Stressabbau sucht.

    Das würde ich auch so einordnen (Suchtgedächtnis)
    Ich gebe Dir mal an dieser Stelle einen ganz simplen Tipp weiter:
    Schau mal in solchen Situationen nach, ob Du für Deine grundlegendsten Bedürfnisse gut gesorgt hast.
    Bist Du hungrig, oder durstig oder müde?
    Oft beruhigt sich ein aufgewachtes Suchtgedächtnis auch wieder, wenn man diese Bedürfnisse erfüllt.
    Du schreibst, das Du ausgeschlafen die Dinge anders siehst.
    Das ist normal, weil sich auch im Schlaf viel ordnet.
    Und am nächsten Morgen kann man mitunter die eigenen Gedanken vom Vorabend nicht mehr ganz nachvollziehen.
    Also, ausreichend essen und trinken und ne Nacht gut durchschlafen kann kleine Wunder bewirken :wink:

    Zitat

    Ich bin bei dem Thema zwiegespalten. Ich treibe selbst recht viel Sport. Dabei verschafft man sich den "Runners High" durch körpereigene Opioide.
    Also einen Rauschzustand.
    Nicht sythetisch erzeugt, sondern körpereigen. Ich glaube sogar, es gibt genügend "Sportjunkies"

    Weißt Du, was ich festgestellt habe?
    Das ich es wie einen kleinen Schwips erlebe, wenn ich längere Zeit in einer lustigen, geselligen, gemütlichen Runde mit guten Freunden sitze.
    Durch das Lachen, dem Zusammensein und dem Wohlgefühl dabei werden bei mir dann wohl auch Endorphine (oder sowas ähnliches) ausgeschüttet.
    Und das fühlt sich dann wie ein Mini-Rausch an.
    Als ich das das erste Mal nüchtern so erlebte, verunsicherte mich das erstmal ganz schön und machte mir auch Angst.
    Mittlerweile kann ich gut damit umgehen, kann es auch richtig einordnen und letzendlich auch genießen.

    Zitat

    Warum schreibe ich das? Weil es mich beschäftigt.
    Sind wir nicht alle nur suchtgesteuert?
    Die Auflistung, Hartmut, sind alles Punkte, aus denen ich derzeit viel Energie ziehe.
    Es sind aber auch Punkte, die vor allem auf körpereigenen Glückshormonen basieren.

    Ich stelle mir auch öfters mal solche Fragen :wink: Einfach auch aus Interesse heraus.
    Ich kenne viele Menschen, die entweder suchtgesteuert sind (muss kein Alk sein - Nikotin, Schokolade, Kaffee, Etc. eignen sich ganz genau so dafür)
    oder sich anderweitig zwanghaft verhalten (oder ist zwanghaftes Verhalten und Sucht das gleiche?)
    Da kann ich leicht vorhersagen, was sie als nächstes tun werden, denn ich kenne ihre Verhaltensweisen, die eben auch oft auf Sucht und Zwangverhalten basieren.

    Zitat

    Körpereigene Glückshormone / Opioide sind okay. Körperfremde Externe nicht?


    Wo ziehst Du hier eine Grenze?
    Nikotin ist auch eine Droge, ebenso Kaffee. Gras ebenfalls.
    Schokolade enthält ebenso Glücksgefühle auslösende Substanzen.
    Viele trockene Alkoholiker rauchen trotzdem und trinken Kaffee, sind auch alles "körperfremde Externe", wie Du es nennst.

    Ich persönlich habe mich für ein "suchtfreies Leben" entschieden, esse aber trotzdem gern mal Schokolade. Hm.

    Wie gesagt, ich stelle mir auch manchmal solche Fragen, habe aber auch keine Antworten auf alles. Oder will sie auch gar nicht so genau wissen? :wink:

    Zitat


    Pessimist oder Optimist? Hm. Ich habe beides in mir. Vielleicht passt: zum Pessimismus tendierender Optimist.


    Vielleicht bist Du ganz schlicht und ergreifend ein "Realist"? :wink:

    Zitat

    Es ist vermutlich so, dass sich zur Sucht neigende Menschen, wie ich, sich nicht mit weiteren potentiellen Drogen zumüllen müssen.
    Aber da bin ich noch nicht klar im Kopf.


    Hmmmm... süchtige Menschen tendieren aber häufig zu Suchtverlagerungen.
    Kann alles mögliche sein.
    Auch Sport kann zur Sucht werden, ich war auch mal in eine Sportsucht gerutscht. Und ebenso auch jahrelang nikotinsüchtig, als ich bereits trocken war.
    Also ich persönlich würde die Hand nicht dafür ins Feuer legen wollen, das wir nüchtern völlig suchtfrei leben werden.
    Von Drogen wie Alkohol, Nikotin, Gras oder Kaffee möchte ich persönlich weiterhin Abstand halten.
    Aber es gäbe auch noch ne Menge anderes, nach dem ich süchtig werden könnte... denke ich.
    Ich neige zu süchtigem Verhalten. Konnte das aber bisher immer selbst wieder stoppen.
    Nur beim Alk hatte ich allein, ohne Hilfe, Null Chance.

    LG Sunshine

    Weißt Du, wie man bei uns so ein Verhalten nennt, wie Du es an den Tag legst, Thomas?
    "Mit den Händen etwas aufbauen, um es dann mit dem Hintern wieder umzureißen".

    Da gibt es konstruktive Ansätze zu Diskussionen, die Leute wollen sich mit Dir austauschen,
    sind freundlich zu Dir trotz Deines aggressiven Einstandes hier... und was machst Du (wieder) ?
    Erniedrigst einen Mod (der übrigens sehr viel dafür tut, um das hier alles am Laufen zu halten, und zwar auf eine äußerst menschliche, ruhige und freundliche Art!!)
    um Dich zugleich selbst zu erhöhen, unterstellst anderen Leuten hier Lügen,
    schaust eh am Allermeissten auf andere Menschen (und immer wieder grüßt die Dienstagsgruppe :roll:) usw. usf.

    In Deinem Verhalten erkennen sich so einige wieder, wie es hier auch geschrieben steht.
    Ich erkenne mich selbst auch in der aggressiven Art wieder.
    Damals war ich auch so... als ich noch gesoffen habe.
    Trocken konnte ich das zum Glück ablegen.
    Aber erstmal tickt die nasse Birne eben noch eine ganze Weile weiter nass. Is einfach so.
    Und das spiegelt sich eben auch im Verhalten wieder.

    Zitat

    Und das fällt mir bei Dir auf, Du reagierst noch viel zu emotional auf Dinge die mit Dir direkt gar nichts zu tun haben.
    In meinem ehemaligen Forum hätte man Dir jetzt geschrieben: Du bist noch soweit von der Trockenheit entfernt, wie die Erde vom Mond.
    Und vielleicht ist was Wahres dran......?
    Du bist es doch, um den es geht!

    Ich möchte mich Indian Summers Worten anschließen.
    Du schaust viel zu viel auf andere und vergleichst.
    Und Du kommst dabei immer sehr, sehr gut weg, erstaunlich... :shock: :wink:

    Ich wünsche Dir auch Alles Gute für die Zukinft, vor allem Trockenheit.
    Kannst jetzt auch ruhig weitertoben und mich auch runtermachen, mich verhöhnen und als dumm/naiv darstellen
    oder was auch immer da alles so in Deinem "Hass-und Wut"-Repertoire ist.
    Ich nehme das nicht ernst, kann es schon richtig einordnen.
    Denn Dein Verhalten allein spricht Bände für mich...

    Sunshine