Beiträge von Sunshine_33

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    Ich habe nachgesehen, seit wann ich denn hier bin, weil ich das Gefühl habe, dass wir zwei Mitleser und -schreiber gerade verloren haben und dies wären dann die ersten in meiner hiesigen Zeit . Ich wünsche mich sehr, dass ich mich irre, aber mein Gefühl sagt mir, dass es so ist.

    Ich habe ja in der Dienstagsgruppe unzählige Rückfälle gesehen (und danach diejenigen Leute nicht mehr), aber bei mir will sich einfach keine Routine oder Gleichgültigkeit einstellen. Einfach nur traurig....

    Thomas, Du kennst die Rückfallquote, Du hast es selbst in Deiner Gruppe mehrmals mit erlebt.
    Es ist hier auch nicht viel anders, auch hier verschwinden Leute und zu einem großen Teil hängen sie wohl auch wieder an der Pulle.
    Ich bin da ne knallharte Realistin, kenne ebenso die hohe Rückfallquote und kann mir dann auch 1 und 1 zusammenzählen.
    Aber es gibt sicher auch einige Menschen, die inzwischen andere Hilfsangebote nutzen und hier dann verschwinden,
    weil ein anderes Hilfsangebot für sie geeigneter (reale Gruppe, LZT etc.) ist.
    Wir können ja auch keine Wunder vollbringen, wir sind auch "nur" eine SHG und auch hier muss jeder am Ende selbst zusehen, was er draus macht.
    Ohne Eigeninitiative, Veränderungswilligkeit und neue Prioritäten setzen läuft nun mal nix, das weißt Du auch selbst, muss ich Dir nicht groß erklären.

    Ja, es IST traurig, wenn jemand wieder abhängig säuft.
    Weil es eine Qual ist. Weil es eben keinen Bock mehr macht und ich vermute, das ganze wird nochmal ne Nummer unerträglicher,
    wenn man schon mal einige Wochen trocken war.
    Ich persönlich habe wirklich Verständnis für Rückfälle, weil ich persönlich mit Leuten gesprochen habe, die welche hatten.
    Da war nix beneidenswertes dran und zu einem unbeschwerten Trinken werden wir auch nie wieder zurückkehren können.
    Rückfälle bringen darum auch immer viel Leid mit sich, für den Betroffenen selbst und ebenso für die Angehörigen.
    Was mich viel eher ärgert, das ist, wenn der Alk sich wieder jemanden zurück geholt hat.
    Dabei dämonisiere oder personifiziere ich den Alk gar nicht, er ist für mich nur noch ne chemische Droge, die ich nicht mehr konsumiere.
    Aber trotzdem ärgert es mich, wenn der Alk das Suchtgedächtnis so penetrant vollabert, bis derjenige doch wieder zur Pulle greift.
    Kann es gerade nicht besser beschreiben :wink:

    Bei mir ist es übrigens so, das ich inneren Abstand halten kann zu den Menschen hier im Forum.
    Ich bin trotzdem traurig, wenn jemand rückfällig wird oder es ihm anderweitig schlecht geht.
    Aber ich kann mich dagegen auch abgrenzen, denn das bin nicht ich.
    Ich muss das sogar so machen, denn ich bin ein recht empathischer Mensch (auch wenn andere das evtl. nicht glauben können, is trotzdem so :wink: )
    und wenn ich mich nicht ausreichend abgrenze, nehmen mich Geschehnisse bei anderen zu sehr mit.

    Es ist kein Geheinmis, das sich Menschen auch gegenseitig mit runter ziehen können, und plötzlich hängst Du selbst in einem Rückfall drin.
    Von daher halte ich es für "gesünder", sich nicht persönlich zuuu sehr zu involvieren, auch aus Selbstschutzgründen.
    Und man kann auch nicht viel mehr machen als seine eigenen Erfahrungen weiter geben.
    Vielleicht nimmt sie ein anderer an, weil er das kann. Oder aber er tut das nicht.
    Ist auch sein gutes Recht, es nicht zu tun. Alles erwachsene Menschen hier.
    Mir ist das egal, ob jemand meine Erfahrungen annehmen möchte, das trifft mich nicht persönlich.
    Wenn ich jemanden helfen kann, ist es nett, aber ich bin davon nicht abhängig, habe kein Helfersyndrom.

    Es ist auch mitunter so, das die betreffenden Personen hier auch wieder auftauchen und es nochmal neu versuchen wollen.
    Und dann auch weniger beratungsresistent sind.
    Manch einer muss eben erst noch ein paar Runden drehen... da kannst Du nix dran ändern.
    Und manch einer schafft es auch tatsächlich nie. Leider saufen sich immer noch viele Menschen am Ende zu Tode. :cry:
    Mir tut das sehr leid.

    LG Sunshine

    Zitat

    Weder bei Dir noch bei Hartmut wird in den Jahren immer die Sonne geschienen haben, aber dennoch seid ihr trocken geblieben. Andere kriegen einen Brief von irgendeinem Amt und saufen wieder...


    Nein, da war sicher nicht immer Sonnenschein.
    Im Gegenteil, es gab auch schwere Schicksalsschläge. Gerade in den letzten Jahren.
    Ich kann nur für mich sprechen:
    Ich habe meine Abstinenz von Anfang an zur Prio 1 gemacht.
    Da kannte ich weder Grundbausteine noch sonstwas.
    Mir war aber klar, das es ohne das nichts wird.
    Meine Abstinenz stand und steht immer an erster Stelle. Und das meine ich wirklich so.
    Das kann auch gar nicht anders sein, denn ansonsten verliere ich wieder alles, was ich mir in vielen Jahren aufgebaut habe.
    Und das will ich nicht.
    Ich fühle mich sehr wohl und bin wirklich zufrieden in meinem trockenen Leben, es fehlt mir an nichts.

    Warum wurde ich auch in schwierigen Situationen nicht rückfällig?
    Ganz schlicht und ergreifend: Weil ich leben wollte.
    Und weil ich wußte, das ich das mit Alk nicht schaffe.
    Außerdem war ich in solchen Situationen immer ganz klar bei Verstand und machte mir klar, das Alk ganz sicher keine Alternative ist.
    Auch wenn noch gar keinen Gedanken an Alk aufgekommen waren.

    Und last but not least hatte ich nur in ganz wenigen Situationen Saufdruck.
    Meine Ärztin sprach mich nach einigen Wochen nach meiner Entgiftung darauf an, ob ich Saufdruck habe? Sie nannte das auch wirklich so!
    Ich antwortete ihr, das es bisher nicht so gewesen sei.
    Daraufhin sagte sie mir, das ich dann Glück hätte, und das es nicht bei jedem so wäre.
    Sie hat viel Erfahrung mit unserer Krankheit und darum nehme ich das auch mal einfach so hin, wenn sie sowas sagt.
    Ich habe mir das sicher auch einen Teil weit erarbeitet, aber es hat eben auch etwas mit Glück zu tun.

    Zitat

    hier bekommt man im Gegensatz zu der Gruppe zielgerichtet und punktuell Hilfe, Anregungen etc., dies ist mir extrem wertvoll und dies kann keine Gruppe leisten.


    Es gibt auch sehr gute reale Gruppen. Ich hatte eine, die war im Grunde wie unsere hier, und auch recht erfolgreich.
    Rückfälle gab es aber auch dort.
    Und ich finde, es ist eine andere Sache, wenn einem jemand von seinem Rückfall erzählt und einem dabei gegenüber sitzt, als es "nur" zu lesen.
    Ich habe dort angefangen, zu begreifen, warum Rückfälle passieren können und wie schnell das in einer Ausnahmesituation geschehen kann.
    Ich konnte mich jedes Mal in die verschiedenen Situationen hineinversetzen.
    Und ich habe auch für mich daraus viel lernen können.

    Aber hier ist es für mich besser, weil ich nicht zum Adventsbasteln erscheinen muss und auch kein Interesse an Modelleisenbahnen heucheln muss
    und auch den Chatroom nicht putzen muss :lol:
    Ja, und auch, weil hier jeder zu Wort kommt, gezielte Fragen stellen kann und auch zeitnah Antworten erhält.
    In der Gruppe kamen viele oftmals gar nicht zu Wort, weil andere Selbstdarsteller zum 125 mal ihre Geschichte erzählen wollten, die eh schon alle auswendig singen konnten.
    Das fand ich nicht gut und auch der Gruppenleiter war nicht in der Lage, das mal abzustellen, weil er selbst zu denen gehörte.
    Naja...

    LG Sunshine

    Mir ging es so ziemlich wie Martin.
    Liegt vielleicht auch daran, das unser Weg in die Trockenheit sich stark ähnelte, nämlich erstmal wieder gesundheitlich einigermaßen auf die Beine zu kommen.
    Wir haben beide sehr schwere Entgiftungen durch, wo es auf Messers Schneide stand.
    Bei mir war es sogar so, das ich schonmal kurz auf der anderen Seite war und gerade noch rechtzeitig "zurückgeholt" werden konnte.
    Mir wurde sogar im KH gesagt, das ich eine neue Leber bräuchte, um weiter leben zu können.
    Das bewahrheitete sich glücklicherweise nicht.
    Aber derartige Aussagen macht einem frisch abstinent lebenden Menschen auch nicht gerade Mut. :(

    Ich musste nach der Entgiftung erstmal wieder Essen und Laufen lernen.
    Bei beidem bekam ich sehr gute, man könnte direkt sagen, "liebevolle" Unterstützung im KH.
    Aber es gab auch ganz klare Worte zu meiner Alkoholkrankheit. Das war auch gut so.
    Als ich entlassen wurde, schaffte ich es nicht mal, in der Bude staubzusaugen, so geschwächt war ich.
    Ich begann mit GANZ LEICHTEM körperlichen Training.
    Zugleich bekamen wir einen jungen Kater zu unserer Katzendame und so blöd es sich anhört, er war auch zugleich sowas wie mein Therapeut :lol:
    Er brachte mich dazu, morgens aufzustehen und mich um ihn zu kümmern und so wieder langsam in Gang zu kommen.
    Außerdem war meine Ärztin meine hauptsächliche Ansprechpartnerin, dort war ich anfangs alle 3 Tage, später jede Woche und irgenwann alle 14 Tage.

    Eine Anfangseuphorie gab es bei mir überhaupt nicht, woher hätte die auch kommen sollen?
    Und eine Turbo-Trocknung schon mal gleich gar nicht.
    Ich ging in ganz kleinen Schritten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
    Aber ich tat es auch mit aller Konsequenz.

    Ich bin heute trotz allem froh, das alles so gekommen ist, wie es gekommen ist.
    Mein Tiefpunkt war wirklich sehr tief. Und ich habe das auch nie vergessen.
    Und das hat vielleicht auch einiges dazu beigetragen, das ich schon sehr früh sehr konsequent sein konnte.
    Ich konnte mich damals entscheiden, ob ich lieber leben oder lieber sterben wollte.
    Ich habe mich FÜR das Leben entschieden.
    Und mir wurde auch schnell klar, das die Abstinenz/Trockenheit kein Projekt ist, was ich abarbeiten und dann abheften kann.
    Nö, das ist ein ganzheitliches Projekt, was mich lebenslang begleiten wird.
    Warum also Eile?
    Ich habe ja noch mein ganzes restliches Leben Zeit, dran zu werkeln und einfach trocken und zufrieden zu leben :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Thomas,

    ich hätte auch so ein paar Anmerkungen bzw. Fragen gehabt... aber Du hast sie bereits im letzen post von Dir bereits beantwortet.

    Zitat


    Ich nehme dann meine Sichtweise der Dinge als allgemein verbindlich an und kapiere nicht, wieso der andere nicht auch so denkt und handelt.

    Ich ticke da leider sehr ähnlich :wink:
    Denke mir mitunter, warum schafft der andere jetzt nicht das, was ich geschafft habe?
    Dabei halte ich mich keineswegs für ein Wunderkind, sondern eher für ganz normal.
    Und genau darum denke ich mir, das andere doch auch dieses oder jenes schaffen müßte, und zwar eher noch besser als ich.
    Ist aber oftmals nicht der Fall.
    Weil der andere eben NICHT ICH ist.
    Sondern anders tickt. Anders handelt. Andere Gedankenabläufe hat.
    Das muss ich mir dann wieder in Erinnerung rufen.
    Und der andere hat genau das gleiche Recht, so zu sein, wie er nun mal ist, so wie ich auch das Recht habe, so zu sein wie ich bin.

    Zitat

    Es macht irre Spaß, hier mit Euch zu diskutieren und mir tut das sehr gut, denn jedes Mal, wenn ich hier schreibe,
    habe ich wieder über meine Krankheit nachgedacht und neue Anregungen oder Warnungen aus dem gezogen, was Ihr so schreibt.

    Und so soll das auch sein ! :)
    Die Akzeptanz der Krankheit und das Nachdenken darüber und die absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, auch wenn das manchmal echt hart ist.
    Das hat mir viel dabei geholfen, trocken zu bleiben.

    Zitat


    Ich habe immer Fehler im System, egal welches System, angeprangert, wenn ich glaubte sie erkannt zu haben.
    Im konkreten Fall sind die Ergebnisse eben mies, warum auch immer....
    Man kann nunmehr dazu übergehen, dass es eben so ist, wie es morgens eben hell wird und abends dunkel, machse nix dran...

    Man kann aber auch das System anschieben, kritisieren und selbst durch überspitzte und eventuell blödsinnige Ideen in Bewegung setzen.
    Auch dies habe ich immer getan und werde dies auch immer tun, das Thema Alkohol/Therapie ist nur eines von unzähligen Themen,
    in denen ich so handele oder gehandelt habe.

    Ich bin froh, dass ich so bin und will das auch nicht ändern.

    An dieser Einstellung solltest Du auch nichts ändern !
    Wir würden immer noch in der Höhle wohnen und frieren, weil wir nicht mal Feuer hätten, wenn niemand mal was ändern wollte.
    Es ist GUT, das es Menschen wie Dich gibt !
    Aber schau auch, das es DIR noch dabei gut geht.
    Werde nicht zur Kerze, die an beiden Enden brennt und falls das schon so ist, dann lösche mal zwischendurch auch mal die eine Seite.

    Thomas, mir ist besonders bei Alkoholkranken aufgefallen, das sie nicht mit dem Denken aufhören können. Das tickert unaufhörlich da im Oberstübchen.
    Bis ihnen irgendwann mal die Sicherungen durchbrennen, weil dieser innerliche Denkstress zu viel wird.
    Und ich kenne auch jemanden, der genau dadurch auch mehrmals rückfällig wurde.
    Er war wirklich wie eine Kerze, die an beiden Enden brannte. Wollte alles und am besten gleich jetzt und sofort.
    Hatte tausend Verbesserungsideen für dieses und jenes.
    Startete dementsprechende Projekte, verzettelte sich immer mehr und hatte nebenbei noch einen ansopruchsvollen Job.
    Nun kann man ja das Denken nicht abstellen. Aber sich vielleicht auch mal genaz bewußte Ruhepausen gönnen, wo man es zumindest etwas runterfahren kann.

    Noch zu Deinen Therapievorschlägen:
    Ich muss mich da Ernest Worten anschließen:

    Zitat

    Alkoholismus ist eine Krankheit. Nicht alle MENSCHEN können gleich mit der Krankheit umgehen.


    So ist es.
    Und diese Krankheit ist auch oft (oder sogar immer) auch psychischer Natur.
    Dazu kommen bei vielen Alkoholikern noch andere Krankheiten dazu, Depressionen beispielsweise, wo Alkohol sozusagen als "Medikament" eingesetzt wurde.
    Manchmal stehen hinter unserer Krankeit Schicksale, die wir gar nicht kennen.
    Und die die Menschen auch psychisch krank gemacht haben.
    Du kannst hier nicht nur von Dir und Deiner Power ausgehen.
    Denn die hat nun mal wirklich nicht jeder.
    Sei froh, das Du sie hast.
    Aber schau bitte nicht auf Menschen runter, die nicht über diese Kraft verfügen.
    Und das hat auch oft Gründe, warum es so ist.

    Zitat

    Es geht vielmehr darum, das bestehende System auf beiden Seiten Patient/Therapie kritisch zu hinterfragen und die Böcke zu beseitigen, um so die Quote zu steigern.


    Es ist immer gut, lang bestehende Systeme kritisch zu hinterfragen.
    Das ist sogar notwendig.
    Aber das muss man auch immer unter der Berücksichtigung der speziellen Krankheit und der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen sehen.
    Es gibt nicht DIE Therapie oder DAS Allheilmittel für alle.

    Weißt Du, was ich manchmal mache, auch wenn mir das anfangs widerstrebt?
    Ich gehe manchmal einfach meiner Wege... ohne alles in Frage zu stellen oder verändern zu wollen.
    Denn ich neige auch dazu.
    Mir sagte dazu mal ein Freundin ganz klipp und klar:
    "DU bist nicht die Retterin der Welt !"
    Ich habe mir das gut gemerkt und kann dann auch Sachen gut sein lassen, die vielleicht auch nicht gut sind.
    Nicht nur jetzt die Alkoholkrankheit betreffend...
    Weil ich nicht die Retterin der Welt bin :wink:
    Das mag bequem erscheinen, ist aber für mich auch eine Art Selbstschutz, damit mir mal nicht die Sicherungen durchbrennen.
    Denn erstmal muss es mir gut gehen, ehe ich überhaupt was anderes angehen kann.
    Anderen helfen, das System verändern wollen oder was auch immer.... denn dazu braucht es auch Kraft.

    LG Sunshine

    Zitat

    Es ist sehr traurig, inwieweit Alkoholiker sich selbst und vor allem den anderen gegenüber schauspielern - lügen können.

    Ist es nicht ebenso traurig, inwieweit CO-Abhängige sich selbst und vor allem anderen gegenüber schauspielern-lügen können ? :wink:
    Da werden auch oft Jahrelang die Augen ganz fest verschlossen und anderen gegenüber vieles verharmlost und der nasse Alkie gedeckt.
    Und im Endeffekt doch nur, weil man Angst vor Veränderungen hat, oder aus "Bequemlichkeitsgründen".
    Tja... ich sehe da keine großen Unterschiede zu einem anderweitig Abhängigen, Gotti. :wink:

    Ich freue mich übrigens sehr, das Du letztendlich doch noch den Absprung geschafft hast.
    Ich verfolge Deine Geschichte seit Jahren hier. Und ich habe schon beinahe nicht mehr dran geglaubt, muss ich gestehen.
    Da wurde auch immer wieder so vieles schön geredet...
    Umso mehr freue ich mich, das Du es doch noch gerafft und die Konsequenzen gezogen hast !
    Klasse !

    LG Sunshine

    Zitat

    Mir ging es übrigens ähnlich mit dem Kochen! Ich fand das immer toll. Anfangen, irgendetwas zu schnippeln und vorzubereiten und das Glas Wein stand immer nebenbei. Das verbindet mein Suchtgedächntnis natürlich mit etwas Tollem. Gemütlich, dieses angeschwipste Gefühl.... Solange ich am Kochen war, hat das meist auch noch angehalten. Aber danach???? Ich hab danach ja nie die Flasche weggestellt und meinen Tag "normal" beendet. Das Kochen mit Wein war nur der Startschuss für einen Abend, an dem ich total besoffen irgendwann ins Bett gefallen bin, weil ich einfach kein Ende gefunden habe.

    So war es auch bei mir, erkenne mich da 100% wieder.
    Beim Kochen war es ja geradezu legitim, zu trinken, denn man arbeitete ja auch dabei und dann darf man sich auch belohnen, nicht wahr?
    Bei mir war es ebenso, wenn ich beispielsweise im Garten arbeitete und ein Beet schön angelegt hatte mit Unkrautrupfen etc.
    "Natürlich" trank ich danach, das hatte ich mir doch schließlich verdient !
    So habe ich mir natürlich auch ein einwandfrei funktionierendes Suchtgedächtnis angelegt.
    Und mit dem Belohungszentrum hat es sicher auch viel zu tun.

    Tja, nun nie mehr zu kochen oder den Garten total verkommen zu lassen erschien mir auch nicht als wirkliche Alternative :lol:
    Also mußte ich mir neue Rituale und Belohnungen ausdenken.
    Und das geht auch.
    So muss man halt die Birne mit der Zeit umprogrammieren, die Festplatte immer wieder überschreiben oder wie auch immer man das nennen will.

    LG Sunshine

    Ja Aliengirl, das glaube ich gern, das einen so ein Gespräch etwas umhauen kann.
    Darum fragte ich, wie es DIR geht nach dem Gespräch.

    Zitat

    Ich fühle mich nach wie vor mit meiner Entscheidung sehr gut, weil es mir eben körperlich sehr gut geht. Fühle mich ungelogen 10 Jahre jünger, oder ich habe mich zu meinen Saufzeiten eben unendlich alt gefühlt....


    Das ist doch super !
    Ich habe das auch oft verglichen, wie es mir zu Saufzeiten ging und um wie viel besser danach !
    Ich wollte dahin wirklich nicht zurück.

    Zitat

    Allerdings sollte ich meinen Freund jetzt definitiv nicht treffen, das würde definitiv eine Gefahrenquelle für mich sein.


    Das denke ich auch, so traurig es vielleicht auch ist.
    Aber Deine eigene Sicherheit geht vor. Und da musst Du halt auch selbstverantwortlich handeln.

    Zitat

    Er meine er weiss ja, dass er jederzeit aufhören kann, er weiss ja das es geht....


    So ist es. Und er weiß sicher auch, wo er Hilfe finden kann.

    Zitat

    Genau das hat micht stutzig gemacht. Ich glaube, sein Suchtgedächtnis hat ihm eben eine ganz böse Falle gestellt.


    Man weiß es nicht...

    Zitat

    Ich finde es schön hier lernen zu können und hoffe selber den Fallen ausweichen zu können.... danke für die Hilfe:)


    Gerne :)

    LG und schlaf gut !
    Sunshine

    Zitat

    Wollte nur ein wenig Plaudern :lol:

    Och, für mich hört es sich eher so an, als wolltest Du partout nicht die Glimmstängel aufgeben :P:lol:
    Ist ja auch Deine Sache.
    Zwingt Dich ja auch niemand zu.
    Klar gibt es allerlei Süchte, Suchtverlagerungen und pipapo... und viele sind betroffen, Ja.

    Aber darum geht es doch gar nicht :wink:
    Sondern letztendlich geht es um DICH, was DU willst.
    Was interessiert Dich da die Internetsucht von Nachbars Lumpi ?
    Du scheinst mir mit Deiner Qualmerei nicht so ganz zufrieden zu sein 8) und nur DU kannst es beenden.
    Und ich traue Dir zu, das Du das auch tun wirst, denn TUN KOMMT BEKANNTLICH VON TUN ! :P

    LG Sunshine

    Hallo CF,
    Du schriebst:

    Zitat

    Es springt mir seit geraumer Zeit ins Auge, dass Herrschaften sich dem Klammergriff des Alkohols entwinden,
    jedoch die aus meiner Sicht wesentlich leichter zu beendende Qualmerei, irgendwie nicht sein lassen können.

    Für mich war es schwieriger, das Rauchen aufzugeben als die Sauferei. :wink:
    Beim Alkohol habe ich kaum Saufdruck geschoben, ich wollte nie wieder Saufen, das kam aus meinem tiefsten Innersten.
    Und es war ein gravierender Tiefpunkt eingetreten.
    Das war beim Rauchen so nicht der Fall.
    Das habe ich vom Verstand her beendet. Ich wollte einerseits nicht mehr, aber die Nikotinsucht war andererseits auch stark.
    Ich hätte mir gern mehrmals eine angesteckt, wenn ich andere rauchen sah.
    Das hat mich echt getriggert.
    Als ich mit der Sauferei aufhören konnte, hatte ich mich eigentlich für ein suchtfreies Leben entschieden, wie konnte denn da Rauchen noch dazu gehören?
    Das ergab für mich keinen Sinn, es widersprach sich doch mit dem, was ich wollte.
    Aber trotz dieser Gedanken brauchte ich noch einige Zeit, um es wirklich beenden zu können.

    Martin

    Zitat

    Im Sommer 2017 wollte ich aufhören, da musste ich meinen Urlaub verschieben, Taxi spielen und war so genervt dass es nicht klappte.

    Nach dem Urlaub musste Papa ins Kkh wo er nach 6 Wochen starb :cry:

    Hätte ich damals nicht wieder geraucht, wer weiss ob ich Nichtraucher geblieben wäre.

    Ich habe an dem Tag aufgehört, als meine Mutter starb.
    Ob ich es schaffe, wußte ich da auch noch nicht.
    Aber ich wollte nicht mehr rauchen, es hing mir schon lange zum Halse heraus.
    Und als ich an dem Tag schon morgens einige Zigaretten geraucht hatte, bis mir leicht schlecht war, sagte ich von jetzt auf gleich zu meinem Mann:
    "Ich drücke hier jetzt meine letzte Zigarette aus."
    Und bis heute ist es die letzte geblieben, ich habe seit über 6 Jahren nicht mehr geraucht.
    Es gab stressige Zeiten danach... Du weisst es selbst, die ganzen Formalitäten, Wohnungsauflösung etc.
    Aber wenn es danach ginge, würde ich doch immer was finden, warum es jetzt gerade nicht geht...
    Es ist doch das gleiche wie mit der Sauferei, da haben wir auch immer Gründe gesucht.
    Aber wem erzähle ich das.... Du weisst das alles selbst.
    Wenn Du es wirklich willst, dann schaffst Du das auch, zum Nichtraucher zu werden.
    Wenn ich das geschafft habe, schaffst Du das schon lange :wink:

    LG Sunshine
    die übrigens auch keinen koffeinhaltigen Kaffee mehr trinkt :lol: weil ihr dann der Draht aus der Mütze springt. :shock:

    Hallo Aliengirl,

    so manch einer ist überzeugt, nicht mehr saufen zu wollen und das auch zu schaffen.
    Vielleicht hat Dein Freund nur eine längere Trinkpause gemacht, wer weiß das schon?
    Warum denkst Du, das DU was mit seinem Rückfall zu tun hast?
    Jeder ist für sich selbst verantwortlich, auch für die eigenen Trockenheit.
    So auch Dein Freund.

    Ich frage mal so rum, hat DICH das Gespräch evtl. getriggert? 8)
    Ein Rückfall eines engen Freundes kann einen eigenen Rückfall nach sich ziehen, wenn da zu wenig Abgrenzung ist.
    Da könnten Gedanken auftauchen wie "Wenn der es nicht schafft, schaffe ich es sicher auch nicht... dann kann ich eigentlich auch gleich wieder saufen".

    Also frage ich, wie geht es DIR?

    LG Sunshine

    Zitat

    Dem Hausherrn schon Tage vorher erklärt, dass ich aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol mehr trinke.


    Ja mei, die Gesundheit... da darf man sich doch mal eine kleine Ausnahme genehmigen, oder?
    So ein kleiner Marillenbrand und morgen dann wieder an die Gesundheit denken.
    So oder so ähnlich dachte es sich wohl die Hausherrin...
    Und kann man es ihr verdenken?
    Oder hast Du bei den "gesundheitlichen Gründen" als Grund Deine Alkoholkrankheit angegeben?
    Dann wäre das vielleicht anders gelaufen... es sei denn, Deine Gastgeber haben Spaß dran, Dich lieber tot als lebendig zu sehen.
    Denn so endet unsere Krankheit nun mal...


    Zitat

    Jetzt haut mir bitte nicht wieder die Schaufel drüber.
    Ich möchte doch nur versuchen, mein Leben so normal wie möglich weiter zu führen.
    Aber es sind die kleinen Fallstricke, die doch überall die Versuchung verkörpern.

    Was heißt hier denn, die Schaufel drüber ziehen?
    Dürfen wir Dir hier nicht schreiben, was wir denken?
    Tut mir leid, aber ich werde diese Sache sicher nicht für Dich schön reden.
    Dein Leben "so normal wie möglich weiter zu führen" wird wohl kaum möglich sein, wenn Du ein trockenes Leben haben willst.
    Da wirst Du wohl Veränderungen in Kauf nehmen und auch einleiten müssen.
    Du möchtest aber lieber unbemerkt trocken werden, ja?

    LG Sunshine

    Hallo Thomas,

    kleiner Tipp am Rande:
    Ägerlich, wenn Texte verschwinden :evil:
    Schreibe Deine Texte mal vorsichtshalber auf nem Editor vor, das ist hier schon vielen passiert, das lange Texte verschwinden.
    Oder aber Du musst hier regelmäßig die "Vorschau" anklicken, ich denke, dann geht nichts verloren.
    Hat was mit der Schreibzeit zu tun.

    Wäre nämlich schade, wenn Texte wie Dein letzter verloren gingen. :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Aliengirl,

    Meine SHG ist und war auch dieses Forum hier.
    Ich war auch mal bei den AA, aber das war gar nix für mich, da habe ich mich so schnell wie möglich wieder verdrückt.
    Dann hatte ich zwischendurch für ca. 2 Jahre auch mal eine andere reale Gruppe, die diesem Forum hier beinahe zu 100% glich (in Sachen "Grundbausteinen").
    Hauptsächlich war aber dieses Forum hier meine SHG, ich war allerdings schon 4 Jahre trocken, als ich herkam.
    In diesen ersten 4 Jahren war ich ganz ohne Gruppe.
    Würde ich aber so nicht weiter empfehlen.

    LG Sunshine

    Hallo Sven, ich habe das hier mal mitverfolgt.

    Bei mir dauerte es sehr lange, bis sich meine Leberwerte wieder normalisiert hatten.
    Die waren allerdings bei der Entgiftung auch horrend hoch, genaue Werte kann ich aber so aus dem ff nicht mehr nennen.
    Ich stand jedefalls kurz vorm Leberversagen, wie die Ärzte mir sagten.

    Ich würde mal sagen, ich brauchte um die 3-4 Jahre, bis sich meine Werte wieder normalisiert hatten.
    Meine Ärztin hat damit in dieser Form gar nicht gerechnet und sagte selbst, das es wie ein Wunder ist,
    wie sich die Leber wieder regenerieren kann.
    Und das als Internistin, sie ist da ja besonders vom Fach.

    Die Werte gingen also langsam runter, aber stetig. Nach einem Jahr Abstinenz waren sie schon deutlich besser, nach 2 Jahren noch besser usw.

    Meine Ärztin hat mir damals als Rat gegeben, viel gesunde Sachen zu essen und nur Bio-Obst und Bio-Gemüse.
    Sie meinte, jeder nur mögliche Schadstoff sei zu meiden bei meinen (damaligen) Werten.
    Das kann ich Dir gern mal so weitergeben.
    Desweiteren hatte mit eine liebe Freundin Aloe-Vera-Saft geschenkt, leider weiß ich nicht mehr die Marke.
    Davon hatte ich auch so 3-4 Flaschen immer mal zwischendurch, als Kur sozusagen, getrunken.
    War ziemlich teuer, ob es wirklich was gebracht hat, kann ich aber nicht sagen. :wink:
    Musst Du selbst wissen, ob Du sowas mal ausprobieren willst.

    Zum Gewicht:
    Da habe ich eine ziemliche Odyssee durch.
    Erstmal habe ich mich ziemlich dick gesoffen.
    Dann bei meinem KH-Aufenthalt während meiner Entgiftung (ich war knapp 4 Wochen im KH) habe ich rapide abgenommen, um die 20 Kilo.
    Ich weiß bis heute nicht, wie es dazu kam
    Zuhause dann wieder etwas zugenommen.
    Dann mit Unterstützung eines Abnehmforums nochmal 13 Kilo abgenommen
    Letztenlich hatte ich mein Wunsch-und Wohlfühlgewicht erreicht, was ich dann auch über 10 Jahre halten konnte.
    Leider kam ich dann in die Wechseljahre und habe wieder etwas zugenommen.
    Versuche mich damit zu arrangieren, aber 5 Kilo weniger wären mir auch SEHR RECHT :)

    Wenn Du abnehmen möchtest, kann ich nur zu viel Bewegung raten.
    Und die eingesparten Kalorien durch die Abstinenz werden auch ihren Teil zur Gewichtsreduktion beitragen.
    Dazu eine gesunde, vitaminreiche Ernährung mit viel guten Obst und Gemüse (siehe auch oben).

    LG Sunshine

    Zitat

    Der einzige Bereich, den ich hier ausklammern würde, wäre der Arbeitsplatz.
    Als Angestellter lebt man heutzutage ohnehin im Löwenkäfig, da würde das gerade noch fehlen.
    Hartmut hat aber auch Recht, dass das Umfeld und die Kollegen leider nicht so blöde sind, wie man sie seinerzeit gerne gehabt hätte.
    Die müssen mitbekommen haben, dass man mit Fahne etc. arbeiten war. Beim Arbeitsplatz muss das jeder selber entscheiden...

    Bei mir war es so, das ich durch meine lange Abwesenheit wegen meiner Erkrankung (Intensiv-Station, normale Station, danach lange Krankschreibung)
    keine andere Möglichkeit mehr hatte, als die Wahrheit zu sagen.
    Außerdem hatten mich auch Kollegen im KH besucht.
    Da erzähle ich dann hinterher doch keinen Müll, da blieb ja nur noch die Wahrheit. :wink:
    Auch hatte mein Mann mich krankmelden müssen, weil ich das ja nicht konnte.
    Mein Chef wußte also ebenso Bescheid.
    Ich hätte es aber auch ohne diese Vorgeschichte irgendwann bestimmten Kollegen erzählt, denn es gab auch private Freundschaften untereinander.
    Und ich hätte dann auch niemanden zum Schweigen verdonnert.
    So war es nun mal bei mir, und so wußten die Kollegen auch Bescheid.

    Ich habe nie Nachteile dadurch erfahren, sondern viel eher Mit-Freude und Mutmachen von den Kollegen.
    Die glauben ganz fest an mich, das ich das schaffe.
    Und es dauerte auch nicht lange, und ich bekam ein eigens Sachgebiet und eine Gehaltserhöhung,
    weil ich meinen Job sehr viel besser als zu Saufzeiten machen konnte.
    Das hätte ich nass kaum erreichen können.
    Tja, und es gab auch mehrere Gespräche mit meinem Chef, desser Bruder selbst nasser Alkoholiker mit vielen Entzügen zu dem Zeitpunkt war.
    Mein Chef kannte also die Materie genauestens, war als enger Angehöriger selbst betroffen von dem ganzen Drama.
    Er freute sich einfach nur wahnsinnig, wenn es jemand schaffte, den Teufelskreis zu durchbrechen.
    Und er wünschte sich sehr, das es sein Bruder vielleicht auch noch schafft.

    Wenn man von seiner Krankheit erzählt, bekommt man sehr oft Geschichten erzählt, wie zerstörerisch der Alkohol ist.
    Und die gehen leider nur selten gut aus.
    Manchmal suchen die Angehörigen auch gar keinen speziellen Rat, sondern wollen nur mal ihre Geschichte erzählen.
    Manchmal suchen sie allerdings auch Rat. Und dann bin ich auch gern Ansprechpartner und verweise auf Hilfsangebote.

    Als ich später in eine andere Firma wechselte, habe ich mich dort nicht sofort geoutet.
    Als aber eine spezielle Situation eintrat, die mich psychisch belastete, sprach ich doch mit meinem Chef drüber.
    Der hat nicht mal gezuckt, auch er hatte Erfahrung mit Alkoholkranken Kollegen.
    Die aber leider nicht trocken werden wollten.
    Letztendlich mußte er ihnen kündigen, weil sie ihre Arbeit nicht wirklich erledigen konnten aufgrund der Krankheit.
    Er hat sich damit sehr schwer getan, wie er mir erzählte,hat mehrmals mit den Kolleen geredet und Hilfangebote genannt,
    über die er sich schon selbst informiert hatte.
    Aber man kann eben niemanden zwingen.

    Somit gefährdet man sehr wohl als nasser Alkoholiker seinen Arbeitsplatz, als trockener aber wohl eher kaum.
    Hier spielt die eigene Fantasie einem wohl auch Streiche, indem man sich Sachen ausdenkt, was passieren könnte.
    Ich kann nur das erzählen, was mir passiert ist. Und ICH habe eben keine Nachteile durch ein Outing erleben müssen.

    Zitat

    Meine beiden Kompagnons (davon einer Moslem, hat mit Alk null am Hut) waren erschüttert über die Tiefe meines Falls, haben aber den Hut davor gezogen, dass ich trocken bin. Der Alltag hat uns komplett wieder und oftmals bekomme ich ein Lob dafür, dass ich wieder "voll" Smilie an Bord bin. Keiner der beiden trägt mir die Sache nach, beide bewundern mich für meine Trockenheit, denn beide kennen aus ihrem Umfeld auch andere Beispiele...

    Ähnlich habe ich es auch erlebt, Thomas.
    Ich bekam sehr viel Mit-Freude zu spüren, weil ich aus der Sauferei ausgestiegen bin.
    Und mitunter auch Bewunderung und auch Lob.
    Aber das möchte ich gar nicht.
    Ich definiere mich doch nicht über meine Krankheit, ich bin auch noch ein "ganz normaler Mensch", aber halt mit einer chronischen Krankheit.
    Sowas haben viele, ich lobe ja auch keinen Diabetiker, wenn er sich regelmäßig Insulin spritzt :wink:
    Wenn man mich loben möchte, dann bitte für andere Leistungen.
    Aber mitfreuen darf man sich allemale :)

    Das mal so aus dem Sunshine-Nähkästchen :wink:
    LG

    Zitat

    Der von mir informierte Kreis ist sehr überschaubar gehalten und ich finde meine Vorgehensweise für mich angemessen und richtig.

    Das ist bei mir gar nicht mal sooo viel anders, C.F.
    Wie gesagt, ich gehe überhaupt nicht damit "hausieren".
    Der Kreis der Informierten ist auch bei mir noch überschaubar, wenn wohl auch etwas größer als bei Dir.
    Ich habe ja keine Plakate geklebt und trage auch kein Schild um den Hals. :lol:
    Aber bei mir bekommt eben jeder eine ehrliche Antwort, der danach fragt.
    Nun fragt mich ja auch nicht "jeder", der mir irgendwo übern Weg läuft.
    Und ich spreche auch niemanden an mit den Worten "ich weiß nicht, ob Sie es schon wußten...." :lol:

    Letztendlich muss es jeder für sich selbst entscheiden.
    Mir ist das ja egal, wie andere das nun letztendlich handhaben.

    Und richtig, wir haben das hier schon so oft diskutiert, und es wird immer so sein, das es unterschiedlich gehandhabt wird und unterschiedliche Meinungen dazu gibt.
    Deshalb müssen hier keine Fronten aufgemacht werden.
    Aber man darf ja auch mal seine Beweggründe nennen, warum man sich so entschieden hat, ohne gleich als "Hausierer" bezeichnet zu werden.

    Zitat

    Ich bin ja nicht doof, aber sich zu merken wem ich was erzählt habe ist mir zu ansträngend :lol:

    So isses :lol: mir wäre es auch zu anstrengend gewesen, mir zu merken, was ich nun wem erzählt habe.

    LG Sunshine

    Zitat

    Da werden wir zwei uns nie einig, liebe Sunshine. Wenn Du mit Deinen Krankheiten hausierst, so ist das Deine Angelegenheit.

    Warum wird denn ein offener Umgang mit der Krankheit immer mit "hausieren gehen" gleich gesetzt? :roll:
    Dieser Spruch geht mir langsam aber sicher auf den Zeiger, sorry
    (kam ja schon öfters hier, natürlich ausschließlich von denen, die keinen offenen Umgang anstreben)
    Ich gehe mit meiner Krankheit nicht hausieren, ich drücke doch niemanden meine Geschichte auf.
    Aber ich werde auf Fragen ehrlich antworten.
    Ich sehe darin kein "hausieren gehen".
    Ich habe genug für den Alk gelogen, und ich habe darunter sehr gelitten.
    Das reicht, ich wollte keine weiteren Lügen mehr.
    Also halte ich es besser mit der Wahrheit.

    Zitat


    Ich erzähle meine Krankheiten nicht dem Hinz und Kunz. Und ich bin lieber ein "blabla " als jedem von meiner Sucht bzw. Krankheit zu erzählen.

    Wenn das Deine Entscheidung ist, dann musst Du das wohl so machen.
    Nur bedenke dabei, das viele sowieso mitbekommen haben, das Du gesoffen hast.
    Wie Hartmut schon schreibt, das bleibt nicht unbemerkt.
    Dabei müssen das andere nicht mal gesehen haben, man riecht es.
    Ich kann Dir genau sagen, wer Alkohol getrunken hat, und zwar wenn derjenige am Vorabend getrunken hat!
    Das kann ich sofort riechen, und wenn ich das kann, können das ganz sicher andere auch. :wink:
    Die Kollegen, die Freunde haben doch oft nur einfach nix gesagt, gewußt haben sie es meist.
    Und nun trinkt man nicht mehr, und auf eine eventuelle Nachfrage laviere ich dann rum mit irgendwelchen merkwürdigen Aussagen?
    Wie kommt das wohl beim anderen an?
    Die denken sich dabei dann doch auch ihren Teil... und fühlen sich evtl. sogar belogen, zumindest aber leicht verarsc*ht.
    Nein, das wäre nicht mein Weg gewesen, sowas möchte ich nicht.

    @Florian

    Zitat

    Ich denke, man darf das nicht verallgemeinern. Ich würde zum Beispiel NIE jemanden am Arbeitsplatz darüber informieren...
    obschon ich mit denen oft zu tun habe...habe da auch schlechte Erfahrungen gemacht.

    Die Kollegen am Arbeitsplatz haben auch Nasen und wissen nasses Verhalten zu deuten.
    Die wissen auch so Bescheid, was gelaufen ist. :wink:
    Man möchte das nur selbst ungern wahrhaben, aus Schamgefühl.

    Ich möchte hier ja niemanden seine hübschen Illusionen rauben, aber andere Menschen sind auch nicht blöd.
    In der BRD ist jeder 11.te von der Alkoholkrankheit betroffen, so stand es mal auf einem Plakat in meiner ehemaligen realen SHG.
    Nun weiß ich nicht, ob damit auch Angehörige gemeint waren.
    Wie auch immer, man kann somit sagen, das es in JEDER Familie, die aus mehr als 11 Personen besteht, Erfahrungen mit der Alkoholkrankheit gibt.
    Die wissen nasses Verhalten, Alkoholausdünstungen etc.pp. schon richtig zu deuten, wenn sie die Augen aufmachen... so isses ja nich.
    Dazu müssen die einen nicht jeden Tag hackedicht gesehen haben...

    LG Sunshine

    Zitat

    Das kenne ich auch. Mit der Einschränkung das ein Verhalten in der Opferrolle bei Einigen noch zur Krankheit gehören.

    Ja, das ist mir durchaus bewußt, Hartmut.
    Und ein EKA kann nun mal nix dafür, wenn es in einer Alkie-Familie aufwachsen musste, es kann diese ja nicht einfach verlassen.
    Und es wird wohl auch nie die Altlasten völlig los werden, ist mir alles klar.

    Aber ich bin der festen Meinung, man kann auch eine Entscheidung FÜR das Leben und FÜR die Zukunft treffen.
    Wie auch immer die aussehen mag beim einzelnen.
    Wie gesagt, es ist nur eine Meinung, weil ich keine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich habe.
    Aber ich habe Erfahrungen mit meiner Suchterkrankung.
    Bei mir gab es tatsächlich einen Tag im KH während meiner Entgiftung, wo ich mich ganz bewußt FÜR das Leben entschlossen habe.
    Und auch da schon begann, einen Teil meiner Vergangenheit hinter mich zu lassen.
    Und ab da konnte ich auch meinen Weg in die neue Zukunft gehen.
    So wars halt bei mir :wink:

    Zitat

    wenn ich ständig an der Krankheit festgehalten hätte oder von Außen aus mit „therapeutischen“ Maßnahmen festgehalten geworden wäre.

    So eine Therapie hätte ich erst gar nicht gemacht (oder hätte sie abgebrochen), wo endlos in der Vergangenheit rumgebohrt wird.
    Wie sagte mir mal jemand "Wenn Du nur tief genug im Mist suchst, triffst Du bei jedem irgendwann auf Schei**e.
    Bin dergleichen Meinung.
    Aber es gibt auch Therapien, die nicht darauf ausgerichtet sind :wink:
    Sondern zukunftsorientiert sind. Muss ja auch mal gesagt werden.
    Jedem das, was ihm am besten hilft.

    LG

    Hallo Cadda,
    ich trinke sehr viel Tee, bin aber sicher kein Tee-Gourmet. :wink:
    Ich verwende hauptsächlich Beuteltee... aber keinen mit diesen künstlichen Aromen, wie "Himbeer-Vanille".
    Google mal, wie diese Aromen teilweise erzeugt werden, dann wirst Du so ein Zeug nie wieder kaufen. :wink:

    Ich trinke sehr gerne Pfefferminztee, da kaufe ich aber nicht die billigste Sorte, sondern eine sog. "Premium-Ausführung",
    die zwar ca. 1,50 € (nur um mal Zahlen zu nennen) mehr kostet, aber viel aromatischer schmeckt.
    In Herbst hatte ich einen Pfefferminztee in Moskau gekauft, der einen beinahe exorbitant hohen Preis hatte,
    lag aber nicht am bekannt teuren Moskau, sondern die Firma hat grundsätzlich so hohe Preise für ihre Tee`s.
    Dieser Tee ist ne echte Granate :shock: so minzig, das hat mich schier umgehauen :D
    Leider liefert diese englische Firma, die ihn herstellt, nicht nach Deutschland.
    So muss ich also leider auch deshalb immer wieder nach Moskau 8):lol:

    Dann trinke ich noch gern Chai-Tee, was eigentlich "doppelt gemoppelt" ist, denn "Chai" heißt in Rußland ganz schlicht und ergreifend einfach nur "Tee". :wink:
    Da gibt es verschiedene Mischungen, oder Du mischt ihn selbst zusammen.
    Das ist ein Gewürztee, mag nicht jeder, aufgrund der Würzigkeit, aber ich liebe ihn.
    Trinke ihn jeden Morgen, ein Morgen ohne ist schon fast undenkbar :lol:
    Den Tipp bekam ich übrigens mal von einem Forenmitglied hier. :)
    Ich kaufe meinen Chai-Tee in einem Bio-Laden, weil ich diese spezielle Mischung, die ich bevorzuge, noch nie woanders gefunden habe.
    Oder bestelle ihn im net. Kostet übrigens kein Vermögen !

    Es gibt also durchaus trinkbare Beutel-Tee`s :wink:
    Die "echten Teekenner" schütteln nun sicher mit dem Kopf, aber ich bleib trotzdem dabei.
    Denn eine aufwändige Zubereitung ist nix für mich, dann trinke ich eher gar keinen Tee.
    Ich habe es wirklich versucht, verliere daran aber sofort wieder die Lust.
    So kaufe ich also die Tee`s, die mir auch aus dem Beutel schmecken, aber ohne künstliche Aromen.
    Auch andere Kräutertee`s.

    LG Sunshine

    Zitat


    Warum meiden therapierte Alkoholiker den Rückblick?


    Ich frage mich, wie Du auf solche Sachen kommst, Maskottchen?
    Sind das auch typische Vorurteile über Alkoholiker? Ich weiß es gar nicht?

    Ich bin auch keine "therapierte Alkoholikerin" :wink: , aber ich denke auch, Du meinst wohl "trockene Alkoholiker"...
    Ich habe sehr wohl Rückblicke gehalten, allein um da hinzuschauen, wo ich NIE WIEDER hin will.
    Und es gab auch mehrere ausführliche Gespräche mit meiner Tochter und meinem Mann diesbezüglich.
    Außerdem dienten mir Rückblicke zur Verarbeitung meiner Vergangenheit.
    Ich habe das also nie gemieden.

    Aaaaaber damit eins mal klar ist, ich trage KEINE Büßerkutte ! Ich habe eine KRANKHEIT und das bitte ich zu berücksichtigen.
    Wenn das jemand anders sehen will, mir egal... aber das sind nun mal die Fakten.
    Und das Leben lebt sich nach vorn, nicht rückwärts !
    Ich werde nicht in meiner Vergangheit leben, ich habe auch ein Recht auf ein schönes Leben und eine schöne Zukunft.

    Maskottchen, wir Alkoholiker haben zum größten Teil auch ein Alkoholtrauma hinter uns. Und es dauert lange, bis das heilt.
    Sich aber in einer Opferrolle zu suhlen ist relativ einfach... schwieriger ist es, wieder (oder überhaupt) Verantwortung für das eigenen Leben zu übernehmen.
    Und das müssen wir Alkoholiker zu einem großen Teil auch (wieder) lernen.
    Denn allzu oft haben wir auch Verantwortung abgegegen, an den Partner, Angehörige etc.

    Ich habe allerdings mitunter den Eindruck, das manche Menschen gern in einer Opferrolle verbleiben, es sich darin auch recht "gemütlich" eingerichtet haben.
    (Und ich meine hier nicht nur Angehörige von Alkoholikern !)
    Und so sind dann imnmer andere Schuld, wenn was schief läuft.
    Erlebe ich gerade extrem im weitläufigeren Familienkreis mit.
    Da sind dann alle möglichen anderen Leute schuld, wenn was schief läuft im Leben, nur merkwürdigerweise man selbst nie. 8)
    Erstaunlich... und vor allem extrem unwahrscheinlich.

    Wie auch immer, ich schaue lieber weiterhin nach vorn.
    Meine Vergangenheit habe ich auch soweit "abgearbeitet" und ich war dabei auch immer für andere ansprechbar.
    Und nicht nur das, habe auch selbst Gespräche angeboten.
    Ich erlaube mir auch einfach, dieses Lebenskapitel zuzuklappen.
    Und ich hoffe einfach, das ich es nie mehr aufklappen muss... sprich, nie wieder saufen werde.
    Meine Krankheit bleibt für immer, das ist mir völlig klar.
    Aber ich darf auch ein neues Lebenskapitel aufschlagen... wie das jeder andere Mensch auch darf.
    Irgendwelche Altlasten werden immer irgendwo bleiben... aber ich werde sie nicht mein Leben bestimmen lassen und es mir damit selbst versauen.

    LG Sunshine