ZitatIch habe nachgesehen, seit wann ich denn hier bin, weil ich das Gefühl habe, dass wir zwei Mitleser und -schreiber gerade verloren haben und dies wären dann die ersten in meiner hiesigen Zeit . Ich wünsche mich sehr, dass ich mich irre, aber mein Gefühl sagt mir, dass es so ist.
Ich habe ja in der Dienstagsgruppe unzählige Rückfälle gesehen (und danach diejenigen Leute nicht mehr), aber bei mir will sich einfach keine Routine oder Gleichgültigkeit einstellen. Einfach nur traurig....
Thomas, Du kennst die Rückfallquote, Du hast es selbst in Deiner Gruppe mehrmals mit erlebt.
Es ist hier auch nicht viel anders, auch hier verschwinden Leute und zu einem großen Teil hängen sie wohl auch wieder an der Pulle.
Ich bin da ne knallharte Realistin, kenne ebenso die hohe Rückfallquote und kann mir dann auch 1 und 1 zusammenzählen.
Aber es gibt sicher auch einige Menschen, die inzwischen andere Hilfsangebote nutzen und hier dann verschwinden,
weil ein anderes Hilfsangebot für sie geeigneter (reale Gruppe, LZT etc.) ist.
Wir können ja auch keine Wunder vollbringen, wir sind auch "nur" eine SHG und auch hier muss jeder am Ende selbst zusehen, was er draus macht.
Ohne Eigeninitiative, Veränderungswilligkeit und neue Prioritäten setzen läuft nun mal nix, das weißt Du auch selbst, muss ich Dir nicht groß erklären.
Ja, es IST traurig, wenn jemand wieder abhängig säuft.
Weil es eine Qual ist. Weil es eben keinen Bock mehr macht und ich vermute, das ganze wird nochmal ne Nummer unerträglicher,
wenn man schon mal einige Wochen trocken war.
Ich persönlich habe wirklich Verständnis für Rückfälle, weil ich persönlich mit Leuten gesprochen habe, die welche hatten.
Da war nix beneidenswertes dran und zu einem unbeschwerten Trinken werden wir auch nie wieder zurückkehren können.
Rückfälle bringen darum auch immer viel Leid mit sich, für den Betroffenen selbst und ebenso für die Angehörigen.
Was mich viel eher ärgert, das ist, wenn der Alk sich wieder jemanden zurück geholt hat.
Dabei dämonisiere oder personifiziere ich den Alk gar nicht, er ist für mich nur noch ne chemische Droge, die ich nicht mehr konsumiere.
Aber trotzdem ärgert es mich, wenn der Alk das Suchtgedächtnis so penetrant vollabert, bis derjenige doch wieder zur Pulle greift.
Kann es gerade nicht besser beschreiben ![]()
Bei mir ist es übrigens so, das ich inneren Abstand halten kann zu den Menschen hier im Forum.
Ich bin trotzdem traurig, wenn jemand rückfällig wird oder es ihm anderweitig schlecht geht.
Aber ich kann mich dagegen auch abgrenzen, denn das bin nicht ich.
Ich muss das sogar so machen, denn ich bin ein recht empathischer Mensch (auch wenn andere das evtl. nicht glauben können, is trotzdem so
)
und wenn ich mich nicht ausreichend abgrenze, nehmen mich Geschehnisse bei anderen zu sehr mit.
Es ist kein Geheinmis, das sich Menschen auch gegenseitig mit runter ziehen können, und plötzlich hängst Du selbst in einem Rückfall drin.
Von daher halte ich es für "gesünder", sich nicht persönlich zuuu sehr zu involvieren, auch aus Selbstschutzgründen.
Und man kann auch nicht viel mehr machen als seine eigenen Erfahrungen weiter geben.
Vielleicht nimmt sie ein anderer an, weil er das kann. Oder aber er tut das nicht.
Ist auch sein gutes Recht, es nicht zu tun. Alles erwachsene Menschen hier.
Mir ist das egal, ob jemand meine Erfahrungen annehmen möchte, das trifft mich nicht persönlich.
Wenn ich jemanden helfen kann, ist es nett, aber ich bin davon nicht abhängig, habe kein Helfersyndrom.
Es ist auch mitunter so, das die betreffenden Personen hier auch wieder auftauchen und es nochmal neu versuchen wollen.
Und dann auch weniger beratungsresistent sind.
Manch einer muss eben erst noch ein paar Runden drehen... da kannst Du nix dran ändern.
Und manch einer schafft es auch tatsächlich nie. Leider saufen sich immer noch viele Menschen am Ende zu Tode. ![]()
Mir tut das sehr leid.
LG Sunshine