Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Thomas,

    das schriebst Du bei rowi:

    Code
    Diese absolute Offenheit, die seit nunmehr 1 1/2 Monaten zwischen uns herrscht, ist essentiell für den Fortbestand oder besser für die Erneuerung unserer Beziehung.

    Erstmal auch von meiner Seite ein ganz dickes Lob an Deine Freundin, sie hat alles richtig gemacht. Kann ich jedenfalls nicht anders sagen.

    Zum oben zitierten: Du hast das richtig erkannt. Die Beziehung wird sich verändern.
    Und manche Beziehung hält es auch nicht aus, wenn der Alkoholiker trocken wird. Gründe lasse ich grad mal außen vor.
    Es gibt aber auch die Chance zur "Erneuerung", wie Du es so schön nennst.
    Und diese Erneuerung kann doch klasse sein, wenn man sich auch selbst und gegenseitig die Chance zur Erneuerung gibt.
    Man darf den Partner nochmal ganz neu erleben, von einer anderen Seite.
    Denn die Alkoholkrankheit verändert nun mal immer mehr das Wesen.
    Es gibt aber auch Menschen, die Angst vor Veränderungen haben.
    Und die werden dann wohl nicht das Glück haben, eine Beziehungserneuerung zu erleben, weil sie die eigene Angst einschränkt.

    Zum anderen:

    Zitat


    Wenn man die Angebote, die vorhanden sind, nutzt, bekommt man auch eine Wohnung etc. Dies erfordert aber ein Mindestmaß an Mitarbeit und Eigenleistung, dies können und wollen Leute, die jahrelang auf der Straße leben, jedoch nicht mehr leisten. Lösung? Hab ich keine... Die Frage für die ist eben: Wofür der ganze Sch...???


    Ich sehe diese Problematik auch so... das meinte ich, das oft auch keine Kraft mehr da ist.
    Ich weiß für vieles auch keine Lösung. Und für einiges gibt es vielleicht auch gar keine, ich weiß es nicht.


    Zitat

    In jedem Fall (und hier lag der Hase im Pfeffer) war von jedem irre Eigeninitiative gefragt. Für mich kein Problem, Gehirn war ja wieder im An-Modus und da oder dort und dann auch noch hier anrufen konnte ich, zur Not hätte ich ja auch noch meine Freundin gehabt. Viele andere haben aber niemanden und sind entweder intellektuell noch nie in der Lage gewesen, sich um eine solche Sache selber zu kümmern oder aber der jahrelange Alkohol hat dafür gesorgt, dass diese Sache nicht zu bewältigen war.

    Ja, es gibt Menschen, die denken, das sie in eine Entgiftung oder Therapie gehen, und dort werden sie wieder "heile gemacht".
    Auch hier lese ich manchmal "ich hatte eine Therapie aber sie hat nichts geholfen"
    Tja, automatisch wird das auch nix, ohne Eigeninitiative läuft bei unserer Krankheit gar nix.
    Und ohne Veränderungen ebenfalls nicht.

    Ja, und wenn dann der Alk schon richtig oben im Oberstübchen gewütet hat, dann verliert man auch die Fähigkeit, sich um sich selbst zu kümmern.
    Und nennen wir es dochmal beim Namen, man kann sich regelrecht blöd saufen, die Birne wegsaufen, die Gehirnzellen zerballern,
    Alkohol ist nun mal ein Zellgift, was sehr viel Unheil anrichten kann.

    Zitat

    4) Der "Bewährungshelfer" würde dann auch bei einem einziehen. Wenn die Bude verwahrlost war oder ist, wird sie eben vorher auf Staatskosten sauber gemacht, meine ich ernst! Dann wohnen B-helfer und Alki einen Monat zusammen und der B-helfer zeigt dem Alki, wie er seinen Alltag meistert, wie er Krisensituationen ohne Alk hinbekommt. Er geht mit dem Aki zu den Ämtern, falls dies erforderlich ist, geht mit ihm einkaufen. Zahlt wieder keiner. Aber 10 Langzeittherapien, davon 5 an der Nordsee und 5 in den Alpen, jede 10 Wochen lang, werden bezahlt...

    Oh, es gibt derartige Hilfe, aber der "Bewährungshelfer" nennt sich Therapeut :P:lol:
    Hier bei uns gibt es beispielsweise eine Tagesklinik für Burn-Out und Depressive Patienten, die genau diese Art Hilfe in der Therapie anbieten.
    Zwar wohnt der Therapeut nicht mit bei einem Zuhause, aber man lernt in der Klinik wieder Tagesstrukturen.
    Und auf Gängen zu Ämtern wird man auf Wunsch begleitet, oder es wird einem geholfen, Formulare auszufüllen etc.pp.
    Es ist sozusagen eine Wiedereingliederung in einen "normalen" Alltag.
    Es gibt auch Rollenspiele, wo Krisensituationen bewältigt werden sollen.

    Ich persönlich halte das für eine sehr gute Sache, denn das Wegsperren unter ner Käseglocke bereitet ja evtl. nicht gerade gut auf das Leben "da draussen" vor.
    Aber ich kenne mich damit nicht so wirklich aus, ich hatte keine Therapie. Muss von daher mit meinem normalen Menschenverstand arbeiten :lol:

    Ich finde, oben beschriebenes Angebot der Tagesklinik könnte auch, angepasst auf die Alkoholkrankheit, für "uns" ne gute Sache sein.
    Da müssten wir alle laut schreien, das wir das AUCH HABEN WOLLEN !
    (Ich meine nicht nur dieses Angebot, sondern überhaupt sollten auch trockene Alkoholiker als Ratgeber herbeigezogen werden,
    wenn es um die Ausgestaltung von Therapieangeboten geht.
    Denn wir sind auch Fachleute für unsere Krankheit ! Wir haben sie ja selbst erlebt und uns nicht nur Wissen angelesen)
    Tja, aber da wir ja an einer "Schmuddelkrankheit leiden" :roll: , zu der viele nicht mal stehen wollen,
    gibt es auch nur wenige, die dann auch noch in der Öffentlichkeit den Mund aufmachen wollen.
    Das liest man ja auch hier im Forum öfters, das versucht wird, die Krankheit geheim zu halten, manche wollen sogar "heimlich und unbemerkt" von anderen trocken werden.
    Da kommen dann die Sachen wie "ich habe für mein Leben schon genug gesoffen" und blabla als Erklärung für die neue
    Abstinenz...um ja nur nicht das Wort Alkoholiker/Alkoholikerin in den Mund zu nehmen.
    Aber dann bitte auch nicht jammern, wenn weiterhin fette Vorurteile in der Gesellschaft herrschen.
    Dazu trägt man dann mit seinem Verhalten auch noch selbst zu bei.

    So, damit habe ich mich nun hier wieder bei einigen in die Nesseln gesetzt :wink: , ist aber nun mal meine Meinung !

    LG Sunshine

    Zitat

    Und es bereitet mir Spaß! Aber der geht nicht soweit, dass ich den, mir im Teehaus angebotenen, Teekrug über 300 Euro kaufe :roll:


    Schaun wir mal.... :lol:

    Zitat

    Diesen werde ich mir zulegen, wenn ich in der Lage bin, den Unterschied zw. demselben Tee aus der Porzellantasse xx und aus der Porzellantasse yy zu bemerken... (also nie).

    Das geht ja auch gar nicht, oder? :shock:
    Porzellan schmeckt ja nach nix... also schmeckt der Tee auch imnmer gleich !

    Wie auch immer, ich möchte mir meine Wünsche zu Lebzeiten erfüllen, wenn es geht.
    Später isses nämlich logischerweise ZU SPÄT.
    Klar zerknalle :lol: ich mein Geld nicht für allen möglichen Schnickschnack.
    Ich überlege mir schon, brauche ich das wirklich, möchte ich das ganz sicher haben?
    Und oftmals lautet die Antwort auch Nein.
    Lautet sie JA, dann zögere ich auch nicht mehr ewig.
    Man lebt nur einmal...
    Außerdem BRAUCHE ich Objektivkäufe, um mein Belohnungszentrum in Schach zu halten 8)
    :lol::lol::lol:

    LG Sunshine, die auch gern Geld für Reisen zerknallt :D

    Zitat

    Glaubst Du, dass es jeder schaffen kann?
    Oder dass es eine maximale Anzahl von RF gibt, ab denen der Ofen aus ist, wobei man die sicher nicht beziffern kann...
    Gemeint ist, dass einer mit 15 RF noch ne Chance hat, ab dem 16. ist alles vorbei.... Die Zahlen kann jeder beliebig austauschen...

    Ich bin einerseits eine Hobby-Optimistin, andererseits aber auch ne ziemliche Realistin, denke ich :wink:
    Von daher würde ich gern daran glauben, das es jeder schaffen kann, aber die Realität sieht wohl anders aus.
    Ich denke, es ist auch nicht an der Anzahl der Rückfälle auszumachen, ob es jemand schaffen kann.
    Es geht darum, ob es jemand WIRKLICH will und bereit ist, das zur Prio 1 in seinem Leben zu machen. Und es muss das gewisse "klick" machen.
    Und soweit ist man wohl in bestimmten Lebensphasen noch nicht?
    Und manche werden es wohl auch niemals sein...
    Schau, es sterben jedes Jahr immer noch so viele Menschen an der Alkoholkrankheit, es schaffen also definitiv nicht alle.

    Ja, und dann sehe ich auch noch die extremen "Härtefälle", beispielsweise jahrelange Obdachlose, die doch meist schon ziemlich ohne jegliche Perspektive sind, körperlich auch oft schon am Ende.
    Wo soll da denn noch die Kraft herkommen, wenn man jeden Tag ums nackte Überleben kämpfen muss?
    Und für was sollte man denn aufhören, wenn nichts mehr da ist?
    Diese Menschen haben doch ganz schlechte Karten, da nochmal raus zu kommen.
    Ich halte von daher auch nichts davon, jeden um jeden Preis trockenlegen zu wollen, funzt erstmal so sowieso nicht und es fehlt halt manchmal auch wirklich die Kraft dazu, das ist meine persönliche Meinung.
    Ich würde mir nur wünschen, das diese Menschen trotz allem zumindest eine gute medizinische Versorgung bekommen könnten
    und im schlimmsten Fall auch eine würdige Begleitung und Pflege.
    Denn Verachtung ist das allerletzte, was diese Menschen verdient haben.
    Auch wenn sie weiter trinken.

    Zitat

    Ich finde die RF von anderen aus meiner Gruppe immer sehr traurig, denn man lernt sich ja kennen, geht (wenn auch nur Dienstags) eine gewisse Strecke zusammen und auf einmal ist er oder sie dann weg...

    Ja verstehe ich, ist ja auch traurig.

    Zitat

    Wäre hier aber nicht anders, auch hier würde mich jeder RF von jemandem, mit dem ich mich ausgetauscht habe, traurig machen.

    Ja, mich macht das natürlich auch immer wieder traurig, wenn jemand rückfällig wird.
    Wir raten darum hier ja auch dazu, das sich nicht nur frisch Abstinente untereinander austauschen, denn dann kann ein Rückfall auch im blödesten Fall noch einen anderen mit reinreissen.
    Ich denke, am besten, weil hilfreichsten, ist ein bunter Austausch zwischen frisch Abstinenten untereinander und ebenso der Austausch mit LZT.
    Denn zu den Leuten, mit denen man hier herkam und sozusagen "anfing", empfindet man ja meist eine Art Verbundenheit, das finde ich auch völlig normal.
    Aber das kann halt auch Gefahren bergen. Und die muss man auch kennen.

    Es läuft, wie so oft, immer wieder aufs gleiche hinaus:
    Jeder kann nur für sich selbst trocken sein und auch bleiben. Und hat auch nur dafür die eigene Verantwortung.

    LG Sunshine

    Hallo HH,
    mir fielen spontan 2 bekannte Sprüche ein, als ich gerae hier las.

    Erstens: "Wenn es Dir schlecht geht, geh in Deine Gruppe, wenn es Dir gut geht, renne hin."

    Ich habe das erst nicht verstanden, was soll der Mist? Wenn es mir gut geht, brauche ich auch Hilfe ? Hä, wat für`n Blödsinn. :roll:

    Erst später begriff ich, was wirklich gemeint ist, denn ich erlebte eine solche Situation, wo mein Suchtgedächtnis ganz unerwartet ansprang.
    Wir hatten Besuch und saßen ganz lauschig im Garten an einem schönen sommerlichen Tag.
    Die Stimmung war super, es war eine Kaffeerunde, es gab also keinen Alkohol, den gibt es bei uns zuhause eh seit dem Beginn meiner Trockenheit nicht mehr.
    Als der Besuch weg war, verspürte ich plötzlich Saufdruck.
    Das kam sehr überraschend für mich.
    Da begriff ich, das auch euphorisierende Gefühle durchaus Saufdruck auflösen könnne.
    Und nun?
    Darf ich mich nie mehr freuen und Spaß haben?
    Neee, so ist es letztendlich nicht gekommen. Ich habe gelernt, damit umzugehen.
    Heute kann ich auch sehr ausgelassene Stimmungen gut "ertragen", nein, das wäre das falsche Wort, "genießen" wäre richtiger.
    Das Suchtgedächtnis wird ja irgendwann auch mal etwas überschrieben und reagiert dann anders.
    So ist es zumindest bei mir, ich weiß gar nicht, ob das bei anderen auch so ist?
    Zur Gruppe bin ich auch nicht wirklich "gerannt", der Saufdruck verging wieder innerhalb kurzer Zeit, es war eher ein kurzes Aufblitzen desselbigen.
    Aber ich wußte ab dem Tag, was damit gemeint ist.

    Tja, und dann fiel mir noch der Spruch "2 Kranke machen keinen Gesunden" ein.
    Dazu gehören natürlich auch 2 alkoholkranke Menschen.
    Oder ein nasser Alkoholiker und ein aktiver CO.
    Oder ein trockener Alkoholiker und ein aktiver CO.
    Und selbst zwischen einem trockenen Alkoholiker und einem nicht mehr aktiven CO könnte eine Beziehung schwierig werden,
    weil beides im Grunde weiterhin in einem schlummert, oder nicht?

    Wie auch immer, ich habe auch in anderen Fällen Beziehungen miterlebt, wo aus "2 Kranken" auch kein "Gesunder" draus hervorging.
    Das gilt ja nicht nur für die Alkoholkrankheit.
    Sondern auch für andere, auch besonders psychische Krankheiten.
    Wobei es sich bei der Alkoholkrankheit ja auch um eine psychische Erkrankung handelt. Auch wenn das keiner so gern hört :wink:

    Andererseits, wer ist denn psychisch ganz "gesund" und wer bestimmt, wer gesund ist und wer krank?
    Alle Menschen haben doch in ihrem Leben auch Blessuren davon getragen, und sind trotzdem immer komplett psychisch gesund geblieben?
    Also ich weiß nicht... glaub ich auch nicht so recht dran :wink:
    Ein nicht ganz einfaches Thema, denke ich...

    Auf jeden Fall habe ich auch schon Beziehungen scheitern gesehen, (wo beide im üblichen Sinn wohl als gesund gegolten hätten) weils einfach nicht passte.
    Und zwar nicht zu knapp. Hm.

    LG Sunshine

    Hallo Thomas,
    ich komme mal hiermit in Deinen Thread, damit Aliengirl`s Thread ihrer bleibt :wink:

    Zitat

    Sunshine, ob das hier eine echte oder unechte oder halbechte SHG ist, soll mir egal sein.


    Ist auch egal. Wenn einem was hilft, dann ist es gut und fertig. Ist dann auch egal, was für ein Name drauf steht. :wink:

    Zitat

    Mir jedenfalls hilft das hier, auch wenn es am Anfang nicht so aussah... Eure Erfahrungen sind mir sehr hilfreich und bringen mich dazu, mich selber zu reflektieren...


    Tatsächlich ? :shock: :lol:
    Nun, nachdem Du hier ja ne ziemliche Arsc*bombe rein gemacht hast, hast Du nun ja wohl doch erkannt, um was es uns hier wirklich geht.
    Nämlich um einen lebendigen und gerne auch hilfreichen Austausch über unsere Krankheit mit Mit-Betroffenen.
    Und ich persönlich hasse übrigens Sekten wie die Pest, das nur nochmal so am Rande.

    Zitat

    Die persönlichen SHG (wann man sie mal so nennen will) sind nix für mich und bringen mich nicht weiter. Einige aus der Dienstagsrunde sind beim BK oder sonstwo, treffen sich und reden. Dies findet aber im Gegensatz zu unserer Dienstagsrunde ohne Psychologen statt. Außerdem treffen sich manche dann noch zusätzlich Sonntags zum Billiard spielen oder was auch immer. Die Treffen sind stellenweise haarsträubend... Der eine meint, er könne beim Billiard 1-2 Bier trinken, der andere kommt direkt besoffen, der Dritte kommt gar nicht, hat sich auch nicht abgemeldet... Taucht dann aber wieder 2-3 Wochen später auf, da ihn eine Grippe dahingerafft hatte, nu ist aber wieder alles OK.... Ach so...

    Naja, in meiner realen Gruppe waren die Treffen nicht so wie oben beschrieben.
    Es war eine wirklich gute Gruppe, in der ich auch einiges gelernt habe.
    Die Gruppe war auch keiner der bekannten SHG wie AA und Blaues Kreuz angeschlossen, sondern eine freie Gruppe,
    die sich größtenteils selbst finanzierte, der Rest kam von der Stadt, die die Gruppe auch finanziell unterstützte.

    Aaaaaber....

    Zitat

    Der Vorteil hier ganz konkret für mich ist, dass ich hier terminlich ungeplant schreiben kann, wann ich will. Ich habe halt immer viele Termine und muss hier nicht morgen um 10:30 schreiben, aber ich kann... Der Aufwand hier ist sehr gering, der Nutzen jedoch hoch...

    Das war auch bei mir letztendlich der Grund, da wieder auszusteigen. Ich arbeitete damals noch Vollzeit in einem anspruchsvollen Beruf, und mußte zu der Zeit auch viel Überstunden machen aufgrund der Arbeitsplatzsituation.
    Danach mußte ich schon beinahe in die Gruppe eilen und kam da abgehetzt an.
    Da wir alles selbst organisierten, kamen dazu die "Putztage", d.h. wir mußten auch die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten sauber halten.
    Dann gab es auch immer wieder Veranstaltungen, die ihre Vorbereitungen forderten.
    Und dazu die Treffen außer der Reihe, beispielsweise Frauentreffen, Radtouren, Basteln zu Feiertagen etc.
    (ich bastel keine Weihnachts-oder Osterdeko :evil: können andere ja gern machen, ich gehöre aber definitiv nicht dazu!)
    Dann gab es noch Skatabende und wer-weiß-was. Und mir wurde auch mit der Zeit klar, das einige Menschen einen großen, wenn nicht sogar größten Teil iher Freizeit in der SHG verrbachten.
    DAS war allerdings NIE mein Ziel, ich habe nämlich auch noch ein Leben neben meiner Krankheit.

    Denn ich habe schließlich auch noch Familie, die mich mal sehen will und ich sie.
    Und Freunde, die ich treffen will, die nix mit meiner Krankheit zu tun haben. Dazu kommt noch ein zeitaufwändiges Hobby.
    Nö, mir wurde das einfach alles zu viel, was ich allerdings auch mehrmals so äußerte.
    Ich wurde aber immer wieder gefragt, ob ich da und dort mitmache. Da isses mir zu blöd geworden.
    Ich kann das auch nicht so, ich brauche zwischendurch auch Zeit für mich selbst und bin auch gern mal allein.
    Nichts gegen die Leute dort, aber für mich war es dort dann nix mehr.

    Hier dagegen kann ich schreiben, wann ich möchte und vor allem, wenn ich auch Zeit habe. Das mit der realen Gruppe wurde mir einfach zu stressig, und das kanns ja dann auch wieder nicht sein. :roll:
    Und das sehe ich halt auch als großen Vorteil hier.
    Nachteil ist, das man sich nicht gegenüber sitzt im Gespräch, und so auch die Mimik und Gestik des Gegenüber nicht hat. So kommt es manchmal sicher auch zu Mißverständnissen.
    Ich denke, das passiert mir hier auch öfters. Hier mag ich manchmal wohl etwas hart rüber kommen, aber manches schreibe ich auch mit einem Augenzwinkern sozusagen.
    Und sowas kommt hier dann halt nicht rüber und so vielleicht auch zu Fehleinschätzungen meiner Person.
    Aber nun ja, man kann nicht immer alles haben :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    Danach eben meine Dienstagsgesprächsgruppe und eben Akupunktur, aber keine echte SHG. Hier im Forum habe ich etliche Anregungen zum Nachdenken bekommen, was mir sicher nicht geschadet hat.

    Das hier IST auch eine "echte SHG" ! :wink:
    Nur eben "online".
    Du kannst Dir hier gern Anregungen zum Nachdenken holen, und auch das Forum als "unechte SHG" sehen, das bleibt Dir ja ganz unbelassen.
    Andere dürfen sie aber auch als "echte SHG" sehen und sehen das hier als hilfreiche Unterstützung, sowohl im Alkoholiker als auch Co-Bereich.
    Und so ist es auch gemeint.

    BTW, man mag denken, das es in realen Gruppen eher auffällt, wenn jemand wieder säuft. (Verhalten, Alkgeruch etc.)
    Aber auch hier bleibt sowas kaum unbemerkt, man lernt hier nämlich sehr schnell, zwischen den Zeilen zu lesen.
    Und verändertes Verhalten fällt auch schnell auf, beispielsweise verändertes Schreibverhalten.
    Natürlich gibt es auch Punkte, worin sich diese Online-SHG von anderen unterscheidet, aber auch da gibt es sowohl positives als auch negatives zu vermelden.

    LG Sunshine

    Und nachdem ich hier gerade gepostet habe, sehe ich, das es DEIN Thread ist, liebes Aliengirl, und ich Dich noch nicht mal anständig begrüßt habe :oops:
    Das möchte ich hiermit nachholen:
    Herzlich Willkommen in diesem Forum, schön, das Du hergefunden hast ! :)
    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    Zitat

    Habt ihr schon mal gehört, dass aus einer geplanten Alkoholpause sich dann doch eine Abstinenz im Sinne einer Trockenheit entwickelt hat?

    Ich sags mal so:
    Ich kenne Fälle, wo nasse Alkoholiker unter Druck gerieten wegen ihrer Sauferei, sei es von Seiten der Familie, des Arbeitgebers oder durch beispielsweise einen Führerscheinentzug etc.
    Und wo sich dann aus einer "geplanten Trinkpause" (denn mehr war es oft nicht, um sich die Wogen erstmal wieder glätten zu lassen) eine dauerhafte Trockenheit ergab.
    Allerdings kenne ich nicht viele dieser Fälle, muss ich gestehen.

    Aber warum sollte das nicht gehen?
    Wenn Du in einer Trinkpause realisierst (also in einer eher nüchternen Phase), das Du WIRKLICH ein akutes Alkoholproblem hast, dann könnte das ja durchaus zu Konsequenzen führen.
    Tja, und wenn man die Fähigkeit zur Selbstrefektion hat, dann wird man vielleicht auch wirklich stutzig, wenn alle Weihnachtsgeschenke was mit Alk zu tun haben.
    Da ist es also bei Dir schon zu einer erheblichen Sensibilisierung gekommen, oder?
    Manch anderer würde davor ja lieber die Augen scjließen, das Zeug außer Sichtweite bringen vor Scham, und es dann später irgendwann wahrscheinlich doch konsumieren.
    So drücke ich Dir also die Daumen, das Deine Selbstreflektion und Dein Wunsch nach einem nüchternen Leben erfolgreich in ein trockenes Leben führen können.
    Oh je, das hört sich ja ziemlich "nüchtern" an. :wink:
    Aber der Weg kann auch sehr viel Spaß machen, das darf ich Dir dazu auch sagen ! :)

    Für mich ist mein Leben ohne Alkohol sehr bereichernd. Ich würde nicht mehr zurück tauschen wollen, um keinen Preis der Welt.
    Nicht mal, wenn ich "kontrolliert" trinken könnte (wobei ich weiss, das sowas für Alkoholiker nicht möglich ist, der Zug ist längst abgefahren).
    Nein, selbst wenn es gehen würde, kann ich aus tiefstem Herzen sagen, das ich es selbst dann nicht mehr wollen würde.
    Ich hoffe, das ich dieses Kapitel in meinem Leben für immer als geschlossen betrachten kann.
    Ich vermisse in meinem Leben nichts. Und schon gar nicht die Droge, die mich fast umgebracht hat.

    LG Sunshine

    Zitat

    Es gibt halt nicht DEN Weg, den man gehen muss, um von dem Zeug loszukommen, wenn Du oder ich oder wer auch immer Blinddarmentzündung hat, ist der Weg der Heilung bei allen gleich. Ist beim Alkoholismus komplett anders....

    Das sehe ich anders, Thomas :wink:
    Ich möchte dazu mal zu bedenken geben, das wir uns in der nassen Phase unserer Krankheit ziemlich wie ein Ei dem anderen gleichen.
    Die meissten hier erkennen sich so oft im Schreiben der anderen wieder, das ist ja kein Zufall.
    Vieles hat man selbst so erlebt oder ähnlich.

    Warum soll nun aber der Weg AUS der Sucht so individuell sein?
    Diese Logik erschließt sich mir nicht :wink:
    Und die Erfahrungen zeigen, das es auch nicht so ist.
    Auch hier lesen wir immer wieder, das Leute sich für individuelle
    Wege entschieden (was beinahe IMMER gleich bedeutend mit BEQUEME WEGE war) und daran scheiterten.
    Einige kamen zurück, um es nochmals ernsthaft mit den Grundbausteinen versuchen zu wollen.
    Andere kamen nicht wieder, ein Großteil davon wird es wohl nicht geschafft haben auf den individuellen Wegen...siehe auch
    die sowieso schon hohe Rückfallquote bei unserer Krankheit. :?

    Es mag immer mal wieder Ausnahmen geben, das will ich nicht abstreiten.
    Aber darauf würde ich nicht vertrauen wollen...

    Ich möchte mal fragen, was denn so "schlimm" daran ist, sich an die Grundbausteine zu halten,
    und so erprobte und für "gut befundene" Wege zu gehen, die anderen auch schon erfolgreich gingen?
    Warum nicht einfach mal Menschen vertrauen, die den Weg schon kennen?
    Was hat man denn als nasser Alkie noch zu verlieren?

    Ist es der heutzutage beinahe schon allgegenwärtige und auch schon penetrante Drang nach Alleinstellungsmerkmalen, um als möglichst individuell zu gelten?
    Oder nur der Wunsch nach "nur nicht mehr saufen müssen" aber sonst nix verändern zu wollen?
    Also der Wunsch nach einen bequemen und evtl. auch unauffälligen Aussteig aus der Sucht?

    Ich sehe es so:
    Es gibt schon "individuelle Wege" aus der Sucht, beruhend darauf, wie viel und welche Hilfe der Betroffene braucht.
    Der eine schafft es mit einer SHG, trocken zu bleiben.
    Ein anderer braucht vielleicht auch zusätzlich eine Therapie, die nun wieder stationär sein kann oder auch ambulant.
    Manche brauchen ihr Leben lang eine SHG als wichtige Stütze, andere brauchen das nicht (auch wenn jetzt hier gleich laut aufgeschrien wird :wink: )
    Ich kenne sogar Menschen, die seit Jahrzehnten trocken leben, aber keine Gruppe mehr besuchen oder nie besucht haben.
    (Ich war übrigens auch mal jahrelang in keiner SHG ohne je den Gedanken gehabt zu haben, wieder saufen zu wollen,
    aber es ist auch keine schlechte Sache, eine Anlaufstelle zu haben, wo man sich mit Betroffenen austauschen kann. :)
    Denn niemand kann unsere Krankheit so gut nachvollziehen wie andere Selbstberoffene, das ist nun mal einfach so)

    Aber ich kenne persönlich keinen einzigen Alkoholiker, der OHNE HILFE wieder aus der Sache rausgekommen wäre.
    Hilfe von außen haben ALLE trockenen Alkoholiker benötigt, die ich kenne.
    Nur später, nach dem Aufbau einer stabilen Trockeheit, verliefen dann die Wege wieder individueller.
    Das mal aus meiner Erfahrung dazu, beruhend auf dieser Online-SHG und meiner ehemaligen Realen SHG.

    LG Sunshine

    Zitat

    nur weil ich während meiner Krankheit die typischen Symptome zeigte!


    Nochmal korrekter:
    weil ich während der NASSEN PHASE meiner Krankheit die typischen Symptome zeigte.
    Denn meine Krankheit ist ja nicht geheilt, ich muss mich nur nicht mehr wie die Axt im Walde benehmen.
    Außer manchmal :lol:

    LG Sunshine :wink:

    Zitat

    Wissentlich jemand dazu zu benutzen um mein Saufen nicht zu unterbrechen und dadurch dem anderen einen Schaden zu zu fügen. ( zum Beispiel-Emotionale Erpressung)


    Hartmut, nasses Verhalten gilt ja als Symptom unserer Krankheit.
    So wie andere Krankheiten durch andere typische Symptome angezeigt werden.
    Ich bin kein böser Mensch, nur weil ich während meiner Krankheit die typischen Symptome zeigte!
    Es mag sein, das ich andere damit verletzt habe oder auch verärgert.
    Ich habe das aber ganz sicher nicht mit bösem Vorsatz getan !

    Zitat

    Ich kann jedoch mit dem Wort Sühne nichts anfangen :lol: Buße /Sühne ist für mich negativer besetzt als Schuld.


    Buße und Sühne klingen für mich irgendwie nach tiefstem Mittelalter und ich laufe gleich schreiend davon, wenn ich diese Worte nur höre.
    Und zwar ehe ich noch Ablassbriefe kaufe und nen Aderlass machen lasse :lol:
    Vielleicht hat auch jeder so "seine" Worte, auf die er (allergisch) reagiert? :wink:

    Zitat

    gehörte bei mir zu der vollständige Akzeptanz Alkoholiker zu sein dazu.
    Das ich eben nicht nur mir, sondern auch Andere damit geschadet hatte.


    Dieses Wissen habe ich ja auch.
    Aber wie gesagt, ich habe mich nicht vorsätzlich so verhalten, weil ich Bock drauf hatte und Spaß dran habe/hatte, anderen Menschen zu schaden.
    Wenn nun jemand meint, ich verstecke mich hinter meiner Krankheit, ist das seine Sicht der Dinge.
    Ich für mich persönlich sehe das nicht so, ich darf es für mich auch so sehen, das ich KRANKHEITSBEDINGT handelte.

    Ich habe meine Krankheit auch völlig akzeptiert, Hartmut.
    Und ich kann wieder 100% Verantwortung für MEIN Leben übernehmen.
    Damit hatte aber dieser Schuldkram nix zu tun.

    LG Sunshine

    Zitat

    Wer hat diese gelöscht ? Wie kann eine Schuld gelöscht werden ?

    Ich lasse meine Schuld nicht löschen. Geht das überhaupt ? Ist Schuld nicht unheilbar? Ich bin doch froh diese erkannt zu haben.

    Hallo,
    Ich habs nicht so mit "Schuldfragen", weil ich ein lösungsorientierter Mensch bin und Fragen nach Schuld kaum oder gar nicht weiter bringen.
    Ich wurde auch gar nicht mit "Schuldfragen" konfrontiert, als ich trocken wurde.
    Das Wort Schuld fiel da kein einziges Mal.
    Nicht von den Ärzten in der Entgiftung, auch nicht später von der Suchtberatung
    und auch in meiner Familie und im Freundeskreis fiel nicht ein einziges Mal dieses Wort.
    Kann man mal drüber nachdenken, warum das wohl so war....

    Wohl aber fiel das Wort "Warum"?
    Warum ich in die Alkoholksucht geriet, was die Auslöser gewesen sein könnten etc.
    Diese Frage wurde aber meiner Meinung hauptsächlich gestellt, um mir helfen zu wollen.
    Sowohl von Fachleuten als auch Angehörigen und Freunden.
    So nach dem Motto, wenn man die Ursache weiß, könnte man sie evtl. abstellen.
    Ist ja auch kein unlogischer Ansatz. :wink:

    Ich quäle mich daher überhaupt erst gar nicht mit Schuldfragen.
    Und meiner Meinung nach sind sie bei Krankheiten auch völlig Fehl am Platz.
    Meene Jüte, ich habe mir doch auch meine Krankheit nicht so ausgesucht, wer tut denn auch sowas?
    Und das weiß doch auch jeder, das man sowas nicht absichtlich macht.

    Meinen Mann fragte ich, ob er mir meine verbalen Ausraster verzeihen könne?
    Nun könnte diese Frage darauf hinweisen, das ich mich schuldig fühlte... :wink:
    Ja vielleicht war das in dem Moment auch so, ich war da ja erst wenige Wochen trocken.
    Die Antwort meines Mannes werde ich wohl nie vergessen, er sagte nur:
    "Ich habe Dir bereits an dem Tag alles verziehen, als Du in die Entgiftung gingst".
    Und so war es auch wirklich, er hat nie wieder auch nur ein Wort zu meiner nassen Zeit gesagt.
    Für ihn war diese Sache erledigt und abgehakt.
    Wenn ich da was ansprechen wollte, mußte das dann schon von mir aus kommen.
    Es gab auch Gespräche darüber, ohne Frage, aber ich musste sie selbst beginnen.

    Ebenso stellten Freunde nie Schuldfragen, die freuten sich einfach nur, das ich meine Sucht stoppen konnte.

    Von daher mache ich es mir auch selbst nicht so schwer mit Schuldfragen, weil ich das für unnötig halte.
    Es bringt einen einfach nicht weiter.... und andere ebenfalls nicht.

    Wer unsere "Schuld löschen" könnte?
    Der da "oben" evtl. ? :wink:
    "Herrr im Himmel, vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"
    Ich persönlich halte mich gern an den zweiten Teil, weil es das Leben sehr vereinfacht.
    Für mich und auch für andere.
    Und falls mich jemand doch für schuldig hält, vergibt er mir ja vielleicht auch :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Thomas,

    ich habe vor etwas über 6 Jahren mit dem Rauchen aufhören können.

    Ja, ich finde, die Vorgehensweise ist ähnlich. Nur hatte ich keine schweren körperlichen Entzugssymptome.
    Die fanden eher im Kopf statt.
    Danach hielt ich mich erstmal möglichst von rauchendem Umfeld fern.
    Das half schon mal gut.
    Und in Situationen, wo ich gerne geraucht hätte, habe ich dran gedacht, warum ich aufgehört habe und dann verging der Druck auch wieder.
    Ich hatte mich auch über die Geldausgaben geärgert, die man für dieses Gift aufgewendet hat und dann einfach so in die Luft gepustet hat.
    Im Vordergrund fürs Aufhören stand aber meine Gesundheit.
    Tja, und Rauchen ist ja auch eine Sucht.
    Und ich wollte doch ein suchtfreies Leben... ergo war die logische Konsequenz auch, das Rauchen aufzugeben.

    Es fiel mir übrigens letztendlich schwerer, das Rauchen aufzugeben als die Sauferei zu stoppen.
    Denn das erstere mußte ich über den Verstand steuern, der "Bauch" hat noch lange den Glimmstengeln hinterhergetrauert, das muss ich echt sagen.
    Nie wieder Saufen zu wollen kam dagegen von ganz innen heraus, das war tiefstes Bauchgefühl, eine Riesen-Sehnsucht (auch die, zu überleben) und da stand ich ganz dahinter.

    Das ich nie wieder rauchen werden, dafür lege ich meine Hand lieber nicht ins Feuer.
    Denn ich habe heute noch manchmal leichten Rauch-Suchtdruck, in gewissen Situationen würde ich mir auch gern mal eine anstecken.
    Aber das vergeht auch schnell wieder.
    Vielleicht ist es auch so, das ich beim Rauchen keinen echten Tiefpunkt hatte, ich hatte noch keine Beeinträchtigungen oder so.
    Beim Alk war das völlig anders. Da war das Ende der Fahnenstange längst erreicht.

    Nimm Dir nicht zu viel vor... Du musst nicht gleich alles auf einmal schaffen.
    Ein Schritt nach dem anderen.
    Festige Deine Abstinenz lieber erstmal, bau Dir ein solides Fundament auf, und dann kannst Du weiteres in Angriff nehmen.
    Der Körper und der Kopf hat schon mit der Alk-Sache momentan genug zu tun, überfordere Dich nicht.
    In der Anfangseuphorie ist man mitunter so gehypt, das man denkt, man könne jetzt alles.
    Aber glaub mir, es kommen auch dunklere Tage, wie in jedem Leben.
    Dann ist ein solides Fundament Gold wert.
    Ansonsten hängst Du wieder an der Flasche UND an der Kippe und alles wäre für die Katz gewesen.
    Dann lieber kleine Schritte machen, die führen auch ans Ziel.

    Sunshine

    Zitat

    Für mich ist es legitim, dass ich mich wundere, wenn ein sehr engagierter User, der in fast jedem Thread seinen Senf dazu gibt und auf dessen Hilfe und Tipps eine Unzahl von Leuten vertrauen und bauen (und das auch nicht zu Unrecht, denn meistens teile ich Hartmuts Aussagen) hier ohne Verabschiedung einfach so von der Bildfläche verschwindet.

    Wundern kannst Du dich ja so viel wie Du möchtest.
    Mind. der halbe Erweiterte Bereich WUSSTE hingegen, warum Hartmut weg war
    und nun wieder da ist.
    Nicht jeder muss oder möchte alles öffentlich im www breit treten.
    Hätte ich Hartmut erreichen wollen, hätte ich das übrigens zu jeder Minute tun können und ich bin mir sicher, das ich innerhalb weniger Stunden eine Antwort erhalten hätte.
    Es gibt hier nämlich Menschen, die sich schon seit vielen Jahren auf ihren Wegen begleiten, und das nicht nur online, sondern auch auf persönlicheren Wegen.
    So siehts mal aus.

    Du siehst mich hier wohl wirklich als "gläubige Sektenanhängerin" dieses Forums.
    Das ist geradezu lächerlich :lol:
    Würdest Du mich ein bisschen besser kennen, wüßtest Du, das ich eher ein ziemlich kritischer Typ bin und nicht immer mit allem einverstanden,
    auch nicht mit allem in diesem Forum hier.
    Und ich äußere das dann auch.
    Aber ich muss das nicht alles in den offenen Bereich schleppen, das wird dann interner geklärt.
    Trotz allem halte ich dieses Forum für das Beste seiner Art und es hat schon vielen Leuten helfen können.
    Und das ist am Ende das einzige, was wirklich zählt und nicht persönliche Animositäten.

    Zitat

    Es kann ja sein, dass Du, Sunshine, zu Beginn Deiner Trockenheit rein gar nichts wusstest, schlimm genug...


    Um nochmal hierauf zurück zu kommen:
    Vielleicht kam es falsch bei Dir an.
    Ich hatte von einem trockenen Leben keine Ahnung, damit war nicht die Krankheit Alkoholismus gemeint.
    Darüber wußte ich ab einem gewissen Zeitpunkt sicher ausreichend.
    Aber ich wußte nicht, was ein TROCKENES LEBEN zu führen bedeutet.
    Wie weitreichende Veränderungen ich da vornehmen muss...
    Was das für Auswirkungen auf meine Beziehung haben wird...
    Wie meine Familie, meine Freunde damit umgehen werden...
    Dazu kam der Aufbau eines trockenen Umfeldes... und und und...
    Was ich da alles beachten muß, um FÜR MICH trocken bleiben zu können, das wußte ich ganz sicher nicht nach ein paar Wochen.
    Ein wirklich trockenes Leben zu erlernen ist sicher nicht in wenigen Wochen machbar.

    So, und last but not least, ich stimme in vielen Dingen mit Dir überein über die Sicht auf unsere Krankheit.
    Und ich denke, wenn Du das umsetzen kannst, was Du Dir vorgenommen hast, dann hast Du sehr gute Chancen auf ein trockenes Leben.
    Vieles wird aber erst die Zeit zeigen, und dann wirst Du auch verstehen, was der ein oder andere hier wirklich meinte, als er/sie Dir schrieb.

    Ich mag mich nur nicht auf diese provozierende und auch verletzende Art und Weise mit Dir austauschen.
    Solche Sachen tue ich mir einfach nicht mehr an.
    Da investiere ich lieber meine Zeit in Leute, die hier wirklich Hilfe suchen und auch bereit sind, welche anzunehmen.
    Und die nicht nur das lesen wollen, was sie selbst für richtig halten.

    Anerkennung suche ich sicher nicht als LZT. Wofür denn?
    Das ich etwas tue, was Zig-Millionen andere Menschen auch tun, nämlich keinen Alkohol zu konsumieren?
    Ich tue damit doch gar nichts sooo besonderes. Für mich ist es was besonderes, Ja, aber für andere doch eher nicht.
    Wenn ich da auf Anerkennung hoffen sollte, dann könnte ich evtl. lange warten.
    Wenn sich aber jemand mit mir darüber freuen mag, ist es auch okay und schön.
    Es gibt sogar ne handvoll Menschen, die sehr stolz auf mich sind, das ich meine Sucht stoppen konnte.
    Ich bin allerdings für mich trocken und nicht für andere.
    Anerkennung bekomme ich für andere Leistungen.
    Das einzige, was ich mir gewünscht habe, war ein zufriedenes Leben ohne wieder saufen zu müssen.
    Das habe ich mir aufgebaut und so auch bekommen.
    Alles andere kommt erst danach.

    So, ich wünsche nun noch alles Gute auf Deinem Weg. Vor allem natürlich weitere Abstinenz, die am Ende hoffentlich in ein trockenes Leben über geht.
    Wann es soweit ist, wirst Du selbst merken.

    Sunshine

    Hallo HH48,

    Willkommen zurück. Gut, das Du wieder hergefunden hast und erneut Austausch suchst.
    Natürlich interessiert auch mich, wie es zum Rückfall kam.
    Auch aus purem Egoismus, um zu schauen, ob ich noch irgendwo Nachbesserungspotential habe.
    Und natürlich auch aus Interesse für andere Betroffene von unserer Krankheit.

    Wir lesen uns dann sicher intensiver im Erweiterten Bereich :)
    Bis dann und bis dahin alles Gute !

    LG Sunshine

    Provozieren ohne Ende, ganz unterste Stufe.
    Nur ein paar Stunden, indem dem Threadersteller keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und schon gehts wieder los...
    Scheint ja schier unerträglich zu sein.

    Ich war übrigens auch mal 3 oder 4 Jahre nicht hier.
    Ist es neuerdings notwendig, ein ärztliches Attest vorzuweisen, ob man in der Abwesenheit hier trocken war?
    Wäre mir neu.
    Und muss man sich neuerdings als LZT schämen und sich auf infame Art und Weise der Lüge bezichtigen lassen, wenn man sagt, das man nicht rückfällig war?

    Sorry, aber ich kann wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Sunshine, rückfallfrei, auch wenns dem Threadersteller nicht passt.

    Zitat

    Zuhören würde ich ja gerne, wenn denn mal was substantielles kommen würde. Auf konkrete Nachfragen von mir kommt dann "musst Du selber wissen" etc.


    Ist damit dieses Form gemeint, oder was?
    Dann ist es vielleicht so, das Du noch gar nicht in der Lage bist, das substanzielle rauszufiltern, was Dir die LZT schreiben?
    Maaan Thomas, Du bist grad mal n paar Wöchlein ohne Alk und denkst, alles zu wissen :roll:
    Dazu Deine leicht brüskierende Art, was meinst Du wohl, wie sowas hier ankommt?
    Ich habe selten so viel Arroganz erlebt, echt ma jetz.

    Weißt Du, was ich wußte, als ich mein tockenes Leben begann??
    GAR NIX ! Ich kannte keinen Weg. Hätte ich ihn gekannt, hätte ich wohl eher dem Elend ein Ende gemacht.
    Ich wußte nicht, wie es geht, trocken zu leben !
    Aber ich war bereit, den Leuten zuzuhören, die es wußten !!
    Und ich konnte auch ihre Erfahrungen annehmen. Zum Glück.

    Jo, und dann ma noch gleich nochwas... Deine Vergleiche mit anderen nerven einfach nur. Und sind auch herabwürdigend.
    Du kannst alles, weißt alles und vor allem besser. :roll:
    Schau lieber auf Dich und sieh zu, das Du Deine vollmundigen Ankündigungen auch auf Reihe bekommst.
    Tun kommt von Tun... und nich von Romane schreiben.

    LG Sunshine

    Zitat

    @sunshine 33
    Ich verstehe langsam.
    Der Ex-Alkoholiker hat keine andere Wahl, als sich sein Leben neu einzurichten und möglichst dem Alkohol fern zu bleiben.
    Nicht, weil er die anderen nicht mehr mag, sondern seine Sucht akzeptiert hat und sich schützen muss.
    Das ist aus meiner Sicht ganz schön harte Arbeit, da Alkohol in unserer Gesellschaft eine sehr hohe Akzeptanz hat und viel konsumiert wird...
    ich könnte mir vorstellen, dass es so betrachtet für einen ehemaligen Heroinabhängigen leichter ist, sich dem Umfeld zu entziehen.

    Ja, so ist es gemeint, Maskottchen.
    Und Ja, wenn jemand trocken leben will, hat er wohl wirklich keine andere Wahl, sich sein Leben anders bzw. neu einzurichten.
    Bleibt man in alten Trott, wird man wohl auch bald wieder saufen.
    Aber man MÖCHTE ja auch sein Leben ändern, wenn abhängig zu saufen ist ja alles andere als witzig.
    Es ist ein ganz elendes Leiden, kein Leben mehr, sondern viel eher nur noch ein völlig unfreies Rumvegetieren.
    Was wiederum nicht bedeutet, das alle Alkies verkommen inner Ecke rumliegen, ich bin beispielsweise bis zuletzt meinem Beruf nachgegangen.
    Aber es gibt ja auch ne Art innere Verwahrlosung... sozusagen.

    Ich halte so gar nix von der Suche nach Schuld und Schuldigern.
    Das bringt einen doch im Endeffekt keinen Millimeter weiter.
    Eltern sind auch nicht perfekt und haben ihre eigenen Vorgeschichte.
    Sie konnten oft gar nicht das Gefühl von Geborgenheit weitergeben, weil sie es selbst oft nicht erlebt haben.
    (Und wenn dann auch noch Alkohol im Spiel ist.... :cry: )
    Wenn ich an meine Großeltern denke, haben die immer nur gearbeitet.
    Da kamen die Kinder dann auch wirklich aufmerksamkeitstechnisch zu kurz.
    Und irgendwelche Förderungen für die Kinder gab es schonmal gleich gar nicht, auch nicht genug Angebote.
    Und es gab eine ganz andere Erziehung, die war ja viel strenger und auch "kälter" irgendwie.
    Wie sollen da Menschen etwas weitergeben können, was sie selbst nie erlebt haben?
    Heutzutage sieht ja die Erziehung ganz anders aus, viel positiver, finde ich.
    Und so hoffe ich, das wir unseren Kindern besseres mit auf den Weg geben können.

    Und Ja, irgendwann ist man erwachsen und sollte echt sein Leben selbst in die Hand nehmen.
    Und nicht nur über die Vergangenheit jammern, denn das ist einfacher, als selbstverantwortlich zu handeln.
    Selbstverantwortlich handeln kann übrigens auch sein, eine Therapie zu machen, wenn ein Kindheitstrauma vorliegt.
    Alles ist besser, als sich in Selbstmitleid zu ergeben und gar nichts weiter zu machen.

    So, bin etwas auf dem Sprung... alles Gute Dir, Maskottchen !
    LG Sunshine

    Hallo Thomas,

    Willkommen hier im Forum. Erkenne mich in so einigem wieder, was Du schreibst.
    Das "nicht mehr richtig essen können" zu Saufzeiten war bei mir auch so.
    Nach meiner schweren Entgiftung (kein Aquarium sondern Intensiv-Station im KH) musste ich erstmal wieder essen lernen.
    Ebenso gehen, weil ich längere Zeit nur liegen durfte.
    Ich kam erst wieder langsam mit Hilfe einer Physiotherapeutin im KH auf die Beine.
    (Übrigens meine bisher einzige Therapeutenerfahrung :wink: , meinen Neurologen rechne ich grad mal nicht dazu, allerdings ist der (ausbildungebedingt) auch zugleich Psychologe)
    Meine Entgiftung hat mich ziemlich abgeschreckt, zumal ich sie beinahe nicht überlebt hätte.
    Bis heute habe ich nie wieder einen Tropfen angerührt, bin seit fast 16 Jahren rückfallfrei.
    Ich hatte keine Therapie, weder auf Helgoland noch sonstwo.
    SHG kenne ich online (also hier) und ich besuchte auch mal ca. 2 Jahre eine reale Gruppe.

    Als ich hier herkam, war ich schon 4 Jahre trocken.
    Trotzdem habe ich hier so unheimlich viel über meine Krankheit gelernt.
    Vor allem natürlich von den alten Hasen, sprich den LZT.

    Zitat


    Wenn Ihr den Leuten hier die Sache positiv vermittelt und den Leuten klar macht, dass es eben kein Verzicht ist, nicht zu trinken, bin ich absolut auf Eurer Seite.


    Mein Leben ohne Alkohol ist die größte Bereicherung, die ich je erlebt habe.
    Ohne meine Trockenheit hätte ich kein lebenswertes Leben mehr.
    Ich empfinde keinerlei Verzicht, und das auch von Anfang an nicht.
    Ich war nur froh, keine Entzugssymtome mehr zu bekommen, was für mich schon wie ein kleines Wunder war.
    Verzichtsgedanken hatte ich im Grunde nie.
    Ich war endlich wieder frei, als ich trocken werden konnte.
    Und das war das, was ich mir so sehr gewünscht hatte.
    Ich vermittel das auch gern so weiter. Nämlich, das ein Leben ohne Alkohol kein Verzicht ist.
    Viele hier wissen das allerdings auch längst, hier gibt es ja so einige LZT.
    Auch viele, die nie ein Therapie gemacht haben.
    Andere dagegen haben Therapieerfahrung.
    Jeder muss die Hilfe bekommen, die er braucht.
    Nicht jeder braucht eine Thera, manch einer braucht aber eine.
    Und das ist auch völlig okay so.
    Das Endergebnis zählt, und nicht so sehr, wie man da hinkommt.

    Zitat

    Ob ich Eure Hilfe annehmen will oder nicht weiß ich erst dann, wenn ich weiß, wie die Hilfe aussieht.
    Ich hoffe, ich irre mich, aber manches hier von Euch gepostete hat einen leicht allwissenden Unterton.
    Dieses Allwissende würde ich jedem Menschen absprechen, sei er 5, 10 oder 300 Jahre trocken..

    Also... wie unsere Hilfe hier aussieht, das kannst Du ja im Offenen Bereich nachlesen.
    Dafür hättest Du Dich nicht mal anmelden brauchen! :wink:
    (Im Erweiterten Bereich ist der Austausch dann noch intensiver und auch offener, weil dort nicht das gesamte www mitlesen kann).
    DU hast Dich aber hier angemeldet, es hat Dich niemand von uns dazu gewungen, nicht wahr?
    Und es gibt hier bestimmte Regeln, genau wie auffer Entgiftung.
    Danach wirst Du Dich richten müssen oder es ist hier der falsche Ort für Dich.
    Die Regeln haben alle einen Sinn, wurden hier in vielen Jahren erarbeitet und beruhen auch auf Erfahrungen (auch in Sachen Wiedererkennung).
    Hier gibt es keine Regeln ohne Grund, nur um anderen das Leben schwer zu machen, warum auch?
    Ich geb Dir mal n kleinen Tipp:
    Einfach mal nett, freundlich und unvoreingenommen den Leuten hier gegenüber treten und zuhören, wäre ne gute Idee :)
    Les Dich einfach in Ruhe ein, schau, ob es hier was für Dich ist, ansonsten schaust Du besser nach anderen Hilfsangeboten.
    Und.... wie man in den Wald hinein ruft, schallt es üblicherweise auch heraus.
    Is auch hier so :wink:

    Alles Gute für die Zahnarztbehandlung, habe ich auch hinter mir mit allem zipp-und zapp. :roll:
    Gibt Netteres, ist aber zu bewältigen. Und danach gibts dann wieder hübsche Blinkezähnchen :)

    LG Sunshine