Beiträge von Sunshine_33

    Hallo,

    ich kenne beides, Reale Gruppe und Online-Gruppe.
    Sicher gibt es Unterschiede, aber letztendlich kommt es immer auf einen selbst drauf an, was man draus macht.

    Dieses Forum hat durchaus die Qualität einer guten realen SHG, es fehlt allerdings der persönliche Kontakt, das stimmt.
    Dafür hat es aber andere Vorteile, beispielsweise das es 24 Stunden jeden Tag geöffnet hat :wink:
    Bei meiner realen Gruppe war es oft so, das man mit seinen Problemen oft gar nicht zur Sprache kam, und so ging ich mehrmals frustriert nach Hause,
    ohne das los losgeworden zu sein, was ich erzählen wollte.
    Da hatte ich dann irgendwann (unter anderem) einfach kein Bock mehr drauf.
    Hier kann ich immer schreiben, und es wird auch gelesen und geantwortet.
    Und ich muss nicht ne Woche bis zum nächsten Treffen warten.

    LG Sunshine

    Na, ich hoffe wirklich, das Du daraus lernst, torosta :idea:
    Hier kann man ja scheinbar schreiben was man will, es wird ja erst geglaubt, wenn man es am eigenen Leib erlebt :?
    Hier müssen ja einige anscheinend immer erst selbst das Rad neu erfinden. :roll:
    Und dann stehste da mit Saufdruck, obwohl das vermeidbar gewesen wäre.
    Was denkst Du denn, wie das für Dein Suchtgedächtnis ist, wenn um Dich herum getrunken wird?
    Das schlägt doch da KAPRIOLEN !!
    Selbst wenn man das Ereignis trocken überstanden hat, kann das Suchtgedächtnis noch Tage danach hellwach sein.
    Ich finde, man sollte es sich selbst echt nicht schwerer machen, als es ist.
    Und auch mal n Hintern inner Hose haben, Feiern abzusagen !
    Du MUSST da GAR NIX !!
    Da gehört kein frisch abstinent lebender Mensch hin, sorry.
    Und Du trinkst gerade mal 3 Wochen nix.

    Trotzdem Glückwunsch zu 3 Wochen ohne Alkohol.
    Mit Trockenheit hat das allerdings noch gar nix zu tun, Du hast gerade mal 3 Wochen nichts getrunken, mehr nicht.
    Trockensein ist noch ne ganz andere Nummer, sorry.
    Wärest Du das, hättest Du anders gehandelt.

    Und nö, mir gings nicht so.
    Ich bin allerdings am Anfang meiner Abstinenz auch 1,5 Jahre nicht auf Feiern gegangen, wo Alkohol konsumiert wurde.
    Und ich konnte den Rat von anderen annehmen, die mehr Erfahrung als ich hatten.

    LG Sunshine

    Hallo Paul,

    Ich denke, das sowas oder ähnliches schon vielen abstinenten Alkoholikern passiert ist.
    Mir ging das mal so bei einer Abteilungsfeier... ich hatte mir Tiramisu auf einen Teller getan,
    kannte es nicht und wußte somit auch nicht, das da jede Menge Alk drin ist.
    Gerochen habe ich es nicht, weil es auch Mett mit Zwiebeln gab und viele andere Gerüche da nahe am Buffett waren.
    Da kam mir dann auch meine Offenheit bezüglich meiner Krankheit zugute, denn mein liebster Arbeitskollege sagte sofort zu mir,
    das das nix für mich ist, weil da Alk drin ist.
    So habe ich es erst gar nicht probiert.
    Ich habe den Verdacht, das ich es sonst wohl getan hätte, denn wie gesagt, ich habe es nicht gerochen aufgrund der vielen anderen ablenkenden Gerüche.
    Hätte ich es dann als Rückfall betrachtet?
    Nein, hätte ich nicht, denn ich habe das nicht vorsätzlich oder mit dem Wissen getan, das diese Speise Alkohol enthält.
    Ich wollte ja keinem Suchtdruck durch den Verzehr von Tiramisu nachgeben oder mir gar damit die Birne wegschiessen.
    Mir war das trotzdem eine Warnung und ich frage seitdem IMMER in Zweifelsfall nach, ob eine Speise Alkohol enthält.


    Ich gönne diese Euphorie jedem von Herzen, ich selbst hatte diese Phase überhaupt nicht durch meine schwere Zeit auf der Intensivstation
    während der Entgiftung.
    Und auch später nicht, mein Weg aus der Sucht war leider aufgrund meiner schlechten körperlichen Verfassung schwierig.
    Da war kein Grund zu Euphorie, ich mußte erstmal wieder ganz langsam zu Kräften kommen, das dauerte Monate.
    In diesen Monaten habe ich eher viel geweint als mich auch nur irgendwie euphorisch zu fühlen.
    Darum gönne ich jedem anderen von Herzen die Anfangseuphorie, ich wünsche nämlich niemanden, das zu erleben, was ich erlebt habe.
    Man sollte sich nur im Klaren sein, das die Euphorie nicht ewig anhalten wird.
    Und auch sehr belastende Situationen eintreten können, und das sogar von jetzt auf gleich.
    Euphorie und Glück ist was sehr zerbrechliches... aber man sollte trotzdem beides sehr genießen, finde ich.

    Also, die Euphorie hatte ich nicht aber alles andere, was Du schreibst, habe ich ebenso empfunden oder empfinde es auch noch so.
    Ich genieße immer noch produktiv meine Zeit, was mir zu Saufzeiten so ja gar nicht mehr möglich war.
    Ich sehe manchmal Menschen Alkohol einkaufen, mitunter auch mit dem sog. Beikauf und ich kann mir dann eh schon denken, was wirklich los ist.
    Und ich bin heute noch sehr, froh, das ich das alles nicht mehr tun muss und mir auch keine Gedanken mehr um die Entsorgung der leeren Pullen machen muss.
    Mein trockenes Leben hat mich frei gemacht.
    Auch wenn das hier einige (noch) nicht verstehen können.
    Meine Krankheit schränkt mich nicht mehr ein, das tat sie nur im nassen Stadium.

    Weil Du danach fragtest :wink: , mein Hobby ist die Fotografie, die ich semiprofessionell betreibe.
    Früher auch mit Auftragsarbeiten, momentan allerdings ganz auf die Wildlife-Fotografie ausgerichtet.
    Sprich, ich fotografiere heimische Tiere, vorwiegend Vögel und Insekten in freier Wildbahn mit entsprechender professioneller Ausrüstung.
    Aber auch alles andere, was mit in der Natur vor die Linse läuft :lol:
    Dafür "zerknalle" ich also meine "Kohle" :lol:

    Dieses Hobby betreibe ich auch regelmäßig mit anderen entsprechend ambitionierten Naturfotografen und das ist beispielsweise eine Freizeitbeschäftigung,
    die bei mir/uns noch nie was mit alkoholischen Umfeld zu tun hatte.
    Das ist nämlich völlig frei davon, denn es passt einfach nicht zusammen mit unseren Hobby.
    Wir sind ja oft schon vor Sonnenaufgang unterwegs oder im Sommer auch oft bis nach Sonnenuntergang.
    Und das verträgt sich schlecht mit der Sauferei, denn wer hat schon am WE Bock, mit nem Kater auf Pirsch zu gehen? :wink:

    Die Fotografie ist allerdings schon seit über 40 Jahren mein Hobby, ich habe mir also dieses Hobby nicht "neu" ausgesucht.
    Aber mit der Trockenheit wieder neu aktiviert und aufgrund der digitalen Fotografie ging es dann auch
    ziemlich schnurstracks in die Tierfotografie.
    Denn die digitale Fotografie vereinfacht da heute einfach vieles.
    Das in diesem Umfeld kaum oder gar nicht gesoffen wird, hat sich eher so "nebenbei" heraus gestellt.
    Ich sehe das aber aus durchaus als eine sehr erfreuliche Begleiterscheinung :)
    Und was wir schon zusammen erlebt und gelacht haben... echt krass :lol:
    Dazu braucht es wirklich keinen Alkohol.

    Ja Paul, auch wenn der Austausch in offenen Bereich leider meist sehr dürftig ist, Du wirst trotzdem gelesen.
    Und es wird auch Antworten geben, nur oft nicht so zeitnah, wie das im Erweiterten Bereich der Fall ist.
    Denn im Grunde ist dort die "wirliche SHG" und nicht hier im offenen Bereich.
    Muss man einfach mal so sagen.
    Gelesen wirst Du aber auf jeden Fall !

    LG Sunshine

    Zitat

    Aber selbst im Jugendamt hieß es immer: So lange keine körperliche Gewalt gegen Personen angewandt wird, ist es noch akzeptierbar (keine direkte Kindeswohlgefährung). Das fand und finde ich sehr erschreckend! Man beginnt dann selbst schnell wieder das zu relativieren.

    So ist es leider Aiko, diese Erfahrung mußten leider schon viele machen.
    Das Jugendamt kann und wird nicht eher vorgehen, ehe eine direkte Kindeswohlgefährdung vorliegt.
    Sprich, der Gewalttäter muss wohl erst das Kind windelweich hauen :evil:
    Von daher kann man sich leider vom Jugendamt nicht allzu viel erwarten, ich finde das sehe bedauerlich.
    Ich kenne leider einige Menschen, denen genau das passiert ist, was ihr beide beschreibt, Aiko und cielo.

    Zitat

    Die Kleine ist zum Glück schon wieder viel vertrauensvoller unterwegs die letzten Tage. Kinder sind solche Überlebenskünstler!


    Ja, das sind sie. Ich kann es kaum anders sagen.
    Aber nur zu Überleben, das kann es ja auch nicht sein.
    Jedem Kind sollte auch eine SCHÖNE KINDHEIT ermöglicht werden.
    Und das ist nun mal mit einem aktiven Trinker an der Seite nicht möglich.

    Zitat

    Ich habe es als sehr schwerwiegend empfunden, wie extrem laut XY manchmal rumgebrüllt hat (auch das Kind angebrüllt) und dass er in Rage im Lauf der Zeit auch ein paar Dinge von mir kaputt gemacht hat (Schränkchen zertreten, defekten Drucker zerschlagen, Beule in Metallschränkchen, Trethocker zerstört ...)

    Das hätte ich sein können :oops:
    Die einzige Ausnahme ist, das ich nie mein Kind angebrüllt habe.
    Körperlich gewalttätig bin ich allerdings auch nicht geworden.
    Aber ich habe Türen kaputt getreten, Sachen zerschmissen und meinen Partner angebrüllt und beschimpft und mit Vorhaltungen gequält, die so nicht stimmten.
    Habe alles so gedreht, wie ich das haben und sehen wollte und wenn das nicht lief, bin ich verbal aggressiv geworden.
    Gewollt habe ich das alles nicht, es ist immer unter Alkoholeinfluss geschehen.
    Der Alk hatte mich sozusagen wirklich fest im Griff, nicht nur körperlich. :?
    Trocken ist mir sowas nie wieder passiert.
    Da musste ich nie wieder so aggressiv sein, oder gar was kaputtschmeissen.
    Und ich habe in den letzten 15 Jahren niemanden mehr angebrüllt, oder ich habe es vergessen...
    Nee Quatsch :wink: , hab ich wirklich nicht.

    LG Sunshine

    Liebe Aiko,

    Zitat

    Was ist Charakter, was ist Teil der Krankheit? Besonders, wenn man den Menschen nur in süchtig kennt. Oder wird das „kranke“ Verhalten irgendwann Teil des Charakters? Letztendlich ist es für den Umgang mit dem Menschen vermutlich egal ob es Teil der Krankheit oder ein Charakterzug ist, aber ich hab da so eine kleine Wissenschaftlerin in mir ...

    Hmmm, ich denke, da gibt es viele Variationen.
    Ich kannte mal einen trockenen Alkoholiker, der munter weiter mit den alten Mechanismen lebte und so andere Menschen manipulierte.
    Der mir mal ausdrücklich sagte, er suche sich lieber wieder ne CO, weil die leichter händelbar sind und nich so viel Widerworte haben :shock:
    Und der meinte das komplett ernst !
    Also legt nicht jeder so ein Verhalten ab, nur weil er trocken wird.
    Ein anderer, selbstreflektierterer Mensch wird es wohl eher tun, nehme ich an.

    Zitat

    Wie war das bei Euch als ihr angefangen habt abstinent zu leben und trocken wurdet? Was hat sich noch verändert?

    Aiko, hier wird oft von sooo vielen Veränderungen gesprochen, ich denke mittlerweile, viele finden nur in eigenen Kopf statt :wink:
    Bei mir war es so, das ich "äußere" Dinge verändert habe, wie das Umsetzen der Grundbausteine.
    Kein Alk im Haus, trockener Freundeskreis, Austausch in Selbsthilfegruppen etc.pp.
    Aber "innendrin" bin ich immer noch im Grunde die, die ich immer war, wenn ich ganz ehrlich bin.
    Natürlich verändert man sich auch teilweise mit den Lebensumständen, den Erfahrungen und dem Alter mit.
    Aber trotzdem bin ich immer noch ich und so auch wieder zu erkennen :lol:
    Das gleiche stelle ich übrigens im Bekanntenkreis ganz oft fest.
    Alle sind erwachsenen geworden, sind erfolgreich im Beruf, bauten Häuser,
    sind selbst Eltern geworden und mitunter auch schon Großeltern, so wie ich.
    Und trotzdem erkenne ich den Teil, den ich von Kindheit an schon bei ihnen kannte, ganz stark wieder.
    Von daher glaube ich einfach nicht an die megagroßen inneren Veränderungen, wir sind eben so, wie wir sind.
    Und ganz ehrlich, ich finde das irgendwie auch schön :D . Es hat ja auch was verlässliches, wenn sich Menschen nicht ständig um 180 Grad drehen.

    Was aber nicht heißt, das ich nicht daran glaube, das man selbstschädigendes Verhalten auch wieder abstellen kann. Wie halt das Saufen.
    Aber irgendwo bliebt man doch auch derjeniger, der man nun mal ist.
    Der Charakter ändert sich nicht, aber Äußerliches oft.
    So meine persönliche Meinung, beruhend auf meinen persönlichen Erfahrungen.
    Vielleicht haben andere Menschen auch komplett andere Erfahrungen gemacht?

    LG Sunshine

    Zitat

    Liebes Sunshinele


    :shock::lol::lol::lol:

    Zitat

    mit streng meinte ich die in dem Forum angelesene harte und klare Kante gegenüber all Jenen, die Alkohol konsumieren.

    Meinst Du die Grundbausteine, in denen es um das alkoholfreie Umfeld geht?
    Falls das gemeint ist, das wir uns da besser abgrenzen sollten, so dient das nur dem Selbstschutz.
    Es ist gerade für frisch abstinent lebende Menschen nicht leicht, trocken zu bleiben, wenn die Leute ringsum Alk konsumieren.
    Das hat nichts damit zu tun, das wir diese Menschen verdammen dafür, also ich tue das nicht und tat es auch nie.
    Es hat nur damit zu tun, das wir uns vor einem Rückfall schützen wollen und der geschieht eben aus Erfahrung sehr viel schneller im "nassen Umfeld".

    Zitat

    Mir fällt halt auf, dass es wohl für einen Ex- Alkoholiker besser ist, sich komplett auszuklinken und jedweden Alkohol,schlecht zunreden. Ist das der Ansatz?

    Nein, das ist nicht der Ansatz :wink:
    Sich vom saufenden Umfeld auszuklinken ist der Ansatz.
    Aber sicher nicht, sich aus der Gesellschaft auszuklinken.
    Wir sind doch alle soziale Wesen und brauchen Kontakt zu anderen Menschen, da bilden wir trockenen Alkoholiker doch keine Ausnahme :)
    Ich rate dazu, sich (nach und nach) einen trockenen Freundeskreis aufzubauen, bzw. mit Menschen, die in der eigenen Gegenwart keinen Alk konsumieren müssen.
    Ist der andere kein Alkoholiker, dürfte das doch kein Problem sein.
    Es ist ja nicht so, das alle Menschen rund um die Uhr Alkohol konsumieren müssen. :wink:

    Alkohol schlecht reden... hm, also ich sehe das eher ganz sachlich.
    Alkohol ist ein stark wirkendes Nervengift, von dem ich abhängig geworden bin.
    Eine chemische Droge halt.
    Er ist weder der Teufel in Person noch die Pforte zur Glücksseligkeit.

    LG Sunshine

    Was meinst Du genau mit "streng", Maskottchen?

    Mir persönlich ist es völlig egal, wieviel und was andere an Alkohol konsumieren.
    Mitunter wollen sie mir das zwar gern genauestens erzählen, aber mich interessiert das gar nicht.
    Sie müssen selbst wissen, was sie tun.

    Ich rede auch keinen Alkoholkonsumenten schlecht, warum sollte ich?
    Sie tun doch nichts ungesetzliches und wenn jemand unbedingt ein Zellgift zu sich nehmen will, ist das seine Sache und mir auch wurscht.
    Geht mich auch nix an.

    Die Alkoholsucht kann übrigens weder geheilt noch "überwunden" werden.
    Wir haben sie nun für immer.
    Ich für meinen Teil kann damit gut leben.
    Mich schränkt mein alkoholfreies Leben keinesfalls ein.
    Im Gegenteil, es bereichert mich.
    Ich bin jeden Tag frisch und ausgeruht und kann jederzeit alls tun, was ich gern möchte.
    Was sollte mich da also einschränken?
    Es ist alles gut so wie es ist :)

    LG Sunshine

    Dann antworte ich mal hierauf :wink:

    Zitat

    Meine Mutter hat mehrere Entziehungskuren gemacht und sich manchmal, gerade heimgekommen damit belohnt, jetzt ein Glässchen Wein trinken zu können.


    Ich gehe in diesem Fall davon aus, das Deine Mutter noch gar nicht begriffen hat, das sie Alkoholikerin ist. Es ist nicht wirklich angekommen.
    Nicht jede Entziehungskur/Therapie ist so wirkungsvoll, das man die Krankheit anerkennen kann und trocken werden möchte.
    Geschieht eine Entziehungskur durch Druck von außen, sehe ich kaum Chancen auf ein trockenes Leben.
    Dann müßte das schon der Betroffene auch selbst so wollen und ein gewisser Leidensdruck da sein.
    Es muss "klick" gemacht haben im Kopf... sozusagen.
    Eben, das ich Alkoholikerin bin und das Trinken von Alkohol nicht steuern kann.
    Ich kann es nicht kontrollieren und werde das auch nie können.
    Saufe ich trotzdem weiter, werde ich mich über kurz oder lang totsaufen.
    DAS müsste erstmal im Oberstübchen ankommen.

    Zitat

    Warum wurde sie danach gleich wieder so rückfällig? Ist das Glas Wein so schlimm? Was passiert da? Ist es der Körper, der mehr verlangt oder das Emotionale?


    Tja, hm, was heißt "schlimm"...
    Dann ist derjenige "rückfällig". Bzw. in diesem Fall würde ich eher sagen, es gab nur eine kurze Trinkpause, ohne Krankheitseinsicht.
    Natürlich verlangt der Körper bei einem rückfälligen Alkoholier wieder sofort mehr Alkohol,
    und man ist schnell auf dem alten Stand der vorher konsumierten Menge.
    Oder auch oft schlimmer noch, man säuft noch mehr als zuvor, weil man meint, was "nachholen" zu müssen.

    Nach einem qualifizierten Entzug sind üblicherweise keine körperlichen Entzugssymptome mehr vorhanden.
    Jedenfalls war das bei mir so. Der Körper ist ja entgiftet.
    Bis auf eventuelle gewisse Ammoniakverbindungen im Blut, die brauchen länger zum Abbau.
    Die lösen meines Wissens aber keine Entzugssymptome aus, aber ich bin keine Medizinerin.
    Von daher schreit meiner Meinung nach eher der Kopf nach Alkohol, nicht der Körper.
    Bekommt der Körper wieder was, beginnt die Suchtspirale üblicherweise von vorn.

    LG Sunshine

    Dann nutze die Zeit gut für Dich und Dein Kind, Aiko.
    Gerade das mit dem Umgang ist ja keine einfach Sache.
    Wieviel geht und ab wann schadet es und richtig, hole Dir auch da Hilfe.

    Zitat

    Ein Mensch, der aus Verzweiflung in der Psychatrie landet ... und ich habe null Lust ihm zu helfen.


    Natürlich hört sich das hart an.
    Aber das ganze hat ja nu auch eine laaange Vorgeschichte.
    Das darf man ja auch nicht vergessen !
    Du hast genug gelitten, investiere Deinen (hoffentlich noch vorhandenen) Elan nun besser in Dich und Dein Kind.

    Liebe Grüße und schön, das Du hier wieder schreibst.
    Sunshine

    Hallo Paul,

    Zitat

    Manches Mal denke ich noch, ich werde zum Asketen :D

    Ich kann ja nur für mich sprechen.
    Es mag sich ja mal zwischendurch so anfühlen, aber ich bin nicht wirklich zu einer Asketin geworden.
    Eher im Gegenteil, ich genieße alles viel mehr als zu Saufzeiten.
    Von Askese sehe ich da eher nix.
    Und das früher versoffene Geld zerknalle ich völlig ohne schlechtes Gewissen für mein Hobby, ganz "achtsam" natürlich :lol:
    Oder investiere es in Urlaubsreisen.
    Ich saufe nicht mehr. Ja.
    Aber ich genieße das Leben trotzdem oder gerade deshalb !

    Naja, und die Sauferei war doch schon lange kein "Vergnügen" oder "Genuß" mehr, wer abhängig säuft,
    für den ist das doch viel eher eine leidvolle Qual, oder war es bei Dir anders?

    LG Sunshine

    Liebe Aiko, ich möchte Dir einen ganz lieben Gruß senden !
    Schön, das Du mal wieder hier bist.

    Unschön allerdings, das sich noch immer so viel um "ihn" dreht und es immer noch kein Ende damit hat.
    Gerade wenn ich Dein letztes Post lesen, sehe ich, wie wenig sich im Grunde geändert hat.
    Lügen, Trinken und die ganze Nummer... und Du immer noch involviert dabei :?
    Wann steigst Du ganz aus und lebst Dein Leben?
    Wie lange willst Du dich noch belügen lassen?

    Eigentlich wollte ich Dir wirklich nur einen lieben Gruß senden, schon seit Tagen.
    Aber zu Deinem letzten Post kann ich dann leider doch mal wieder den Mund nicht halten, kennst mich ja :wink:

    Ich wünsche Dir die Kraft, irgendwann doch mal komplett loszulassen.
    LG Sunshine

    Hallo Florian,
    und Willkommen hier im Forum :)

    Einen Tipp möchte ich Dir gleich vorab geben, bleib am besten in einem Thread, sonst wird das schnell unübersichtlich.
    Du wirst gelesen, das ist mal sicher... also keine Angst, wir überlesen auch nix in einem Thread :wink:

    Tja, aus meiner Erfahrung ändern sich Beziehungen, wenn einer der Partner trocken wird.
    Das war bei uns so, das war und ist bei anderen so und wird wohl auch weiterhin so sein.
    In welche Richtung das geht, kann niemand vorhersagen.
    Klar ist es unangenehm, nicht zu wissen, wie es da weiter geht, weiter gehen kann, aber das kann nur die Zeit zeigen.
    Und Ja, auch das möchte ich nicht verheimlichen, das es auch oft zu Trennungen kommt, weil es hinten und vorn nicht mehr passt.
    Man lernt sich auch nochmal auf eine neue Art kennen, und vielleicht mag man diesen neuen Menschen dann gar nich mehr so ? :?

    Andererseits birgt auch jede Veränderung eine sehr positive Chance, Dinge zum guten zu wenden. Finde ich jedenfalls.
    Eine Veränderung muss doch nicht zwangsläufig Negatives nach sich ziehen, sondern ganz im Gegenteil.

    Ja, ihr werdet sicher viel miteinander reden müssen. Tut ihr das nicht, sehe ich jetzt schon eher dunkelgrau.
    Aber es kann ja auch toll sein, mehr miteinander ins Gespräch zu kommen und die Beziehung kann sich dadurch sehr intensivieren.

    Zitat

    Gerne nahmen wir "ein Gläs'chen", oder mehr... manchmal haben wir beide ziemlich besoffen noch Karaoke gesungen, und ganz ehrlich:
    Das fand ich toll. Ich werde es vermissen.
    Und ohne Alk wird es nicht dasselbe sein.

    Das ist nasses Denken, ich dachte mal ähnlich am Beginn meiner Abstinenz.
    Ich dachte tatsächlich, wie soll ich denn nun jemals wieder richtig lustig sein,
    mich schlapp lachen können und dies und das... ? :?
    Es dauerte gar nicht lange, bis ich merkte, das diese Gedanken totaler Unsinn waren.
    Ich bin heute noch genau so lustig und mitunter auch richtig albern drauf wie eh und je.
    Weil das einfach in mir ist. Die chemische Droge Alkohol hatte da im Grunde wenig bis gar nix mit zu tun.
    Wenn ich mal beim Beispiel Karaoke bleibe, warum soll man sich da nicht nüchtern auch drüber totlachen können?
    Ich kann mir das durchaus vorstellen ! :D

    Zitat

    Nein... ich habe vor etwas ganz anderem Schiss... es liegt im Bereich des Möglichen dass wir unsere Beziehungsprobleme mit Alkohol überspielt haben. Bin mir fast sicher, dass dem so ist. Meinerseits trifft es nämlich schon mal zu. Muss hier mit ihr das Gespräch suchen...
    Und wir werden hart an uns arbeiten müssen, um neue gemeinsame Aktivitäten zu finden, ansonsten sehe ich für unsere Beziehung eher schwarz.

    Ja, das verstehe ich.... also miteinander Reden Reden Reden ! :wink:
    Es gibt so viele Aktivitäten, schaut doch einfach, was Euch liegen könnte.
    Ich sehe da unheimlich tolle Chancen, es gibt so viele tolle Sachen, die man miteinander an Aktivitäten machen kann.
    Vielleicht entdeckt ihr dabei sogar welche, von denen ihr noch gar nicht wußtest, das sie Euch gefallen könnten? :)

    Ja, mitunter übertüncht man Beziehungsprobleme mit Alkohol.
    Aber man kann Probleme ja auch lösen. Und das ohne Alkohol sehr viel besser als mit.
    Ich denke, man kann auch unter Strom nicht alle Probleme unter den Teppich kehren, irgendwann platzt ja doch der Teppich,
    es sei denn, man schafft es, unter Dauerstrom zu sein und dabei bis zum geht-nicht-mehr abgestumpft.
    Gibt es wahrscheinlich auch...hm.

    Zitat

    Vielleicht kommt's aber ganz anders, und wir werden glücklicher wie je zuvor.. on verra, sagt der Franzose, und ich guck mal mit.. *g*...


    Ja.
    Ihr habt es in der Hand.
    Und sollte sich heraus stellen, das es nicht mehr miteinader geht, weil die Wege zu sehr auseinander laufen, weil die Probleme unüberwindbar sind... dann ist das eben so.
    Dann muss man den anderen auch gehen lassen.
    Aber soweit isses ja noch gar nicht !
    Die Chance, das ist zusammen bleibt und einen gemeinsamen trockenen Weg findet, ist ja auch da.
    Und wenn man das wirklich will, ist sie auch nicht allzu klein, denke ich.
    Es kommt hier auf Beide drauf an, inwieweit es zur Verständigung kommen kann.
    Einfach wird das nicht...aber wenn die Liebe stark ist, dann wird sie auch halten.

    LG Sunshine

    Hallo Paul Newman :lol:

    Du kommst für mich hier als echter und unerwarteter Sonnenschein daher :D
    Wie schön, ich lese gern bei optimistischen, energiegeladenen Menschen, ich finde das auch auf angenehme Art ansteckend :D

    Naja, ich bin schon auch von äußeren Einflüssen abhängig, was für ein Wetter in meinem Kopf herrscht.
    Bin eher ne knallharte Realistin und mache mir auch diesbezüglich nix vor.
    Aber ich habe auch gelernt, mich von einigen abzugrenzen und lerne da auch immer noch dazu.

    Beim Mode-Wort "Achtsamkeit", was soooo sehr in aller Munde ist, sträuben sich bei mir mittlerweile alle Nackenhaare :roll:
    Ich brauche dafür keine besonderen Worte und auch irgendwelche Lebensratgeber haben mir bisher kein Stück geholfen.
    Gelesen habe ich einige, um am Ende diese Feststellung zu treffen.
    Dafür geb ich keinen Pfifferling mehr aus.
    Aber ich lese gerne Sachbücher, und somit habe ich auch einige Bücher über unsere Krankheit gelesen, die ich als echte Bereicherung empfand.
    Ansonsten bleibe man mir bitte fern mit irgendwelchen schlauen Ratgebern, geschrieben von Menschen, die ich nicht mal kenne.
    Weiß ich, ob die ihr Leben auch nur ansatzweise im Griff haben? Nö.
    Meine Nikotinsucht konnte ich übrigens auch ohne irgendwelche Carrs stoppen. Weil ICH es so wollte. :)

    Richtig, von mir gibt es keinen Thread im Offenen Bereich.
    Irgendwie war ich auch zu faul, um da alles aufzuschreiben. :oops:
    Ich gebe wohl lieber in den Threads selbst meine Erfahrungen weiter.
    Hätte ich hier im Offenen so einen Thread, würde ich ihn vermutlich auch aus Zeitgründen und Faulheit nicht pflegen.
    Und bestimmte Dinge würde ich heute auch gar nicht mehr im Offenen schreiben, es ist mir zu persönlich, und das www vergißt nix.
    Das hat nichts mit Scham oder Verleugnen meiner Krankheit zu tun, das sind nur Vorsichtsmaßnahmen.
    Wenn andere sich im internet gern zum gläseren Menschen machen möchten, nur zu.
    Ich gehöre nun mal nicht dazu. Erfahrungen mit der Alkoholkrankheit gebe ich aber gern weiter, weil es anderen helfen könnte.
    Und ich bin ein hilfsbereiter Mensch.

    Ich gönne Dir von Herzen die Euphorie... genieße sie. Aber es werden auch wieder andere Zeiten kommen.
    Und da kann einem ein solides Grundgerüst in Sachen Trockenheit außerordentlich nützlich sein.

    Deine Fortschritte sind ja wirklich schon beeindruckend, da kann ich nur noch sagen: Weiter so !

    Liebe Grüße
    Sunshine

    Zitat

    Liebe Grüße,
    Paul, der sich gerade neu empfindet
    .....................
    Ernest, der sich sich nicht nur neu empfindet, sondern auch noch versucht sich neu zu erfinden

    Kann man da noch mitmachen? :lol:
    Mir ist auch gerade sehr nach "neu erfinden"... wenn ich nur wüßte, in welche Richtung?
    Fing bei mir auch schon lange vorm Jahreswechsel an... damit hat es also nix zu tun.
    Mir ist danach, alte und ausgetretene Pfade zu verlassen und was anderes zu machen.
    Mir fehlt es "nur" an konkreten Plänen und an der Richtung :lol:
    Ich hoffe, das sie sich demnächst von selbst zeigt.

    Viel Glück Euch Beiden beim Selbst-neu empfinden und erfinden... daran kann nix falsch sein, solange ihr dabei trocken bleibt.
    Aber wenn man abstinent wird, ändert sich eh so viel... dabei kommt es zum "neu-empfinden" und "erfinden" ja beinahe automatisch durch den Gang der Dinge :wink:
    Bei mir wars jedenfalls so :wink:

    LG Sunshine

    Hallo,

    Zitat

    Wenn dann mal eine Antwort kommt,dann meistens Oberlehrerhaftes Geschwaffel um seine eigene Trockenheit zu zelebrieren
    und über Jahre das selbe zu erzählen.So das mußte jetzt mal sein.

    Ich denke mal, damit meinst Du wohl auch mich (oder auch nur mich).
    Ich brauche keine Selbstdarstellung, um mich selbst besser zu fühlen und ich weiß jetzt auch nicht,
    was es für Dich bedeutet, seine "Trockenheit zu zelebrieren".
    Ich wüßte gar nicht, was ich da bei mir "zelebrieren" sollte oder könnte?
    Ich führe seit über 15 Jahres ein trockenes Leben, da gibt es gar nix zu "zelebrieren".
    Es ist mein ganz normales Leben und mein ganz normaler Alltag, den ich ohne Alkohol lebe.
    Mehr ist da gar nicht.

    Ja, und ich habe nun mal nur eine Geschichte, meine Geschichte.
    Ich fände es übrigens viel merkwürdiger, wenn ich jedesmal ne neue auftischen würde, Du nicht? :wink:
    Ich kann also tatsächlich nur mit meiner eigenen Geschichte dienen, die nun mal so ist wie sie ist.
    Von daher kommt es da auch zu Wiederholungen, Richtig !

    Ich werde meine Konseqenzen ziehen und Dich in Zukunft mit meinem "oberlehrerhaften Geschwafel" verschonen.
    Ich investiere hier schließlich auch Zeit und Mühe, um jemanden zu schreiben, und das damit nicht jeder einverstanden ist,
    das weiß ich auch so :wink: und damit kann ich auch gut leben.
    Aber ich muss mir für die Mühe, die ich mir hier mache, nicht auch noch in den Hintern treten lassen.
    Da leg ich mich doch lieber vorn Fernseher und schaue meine Lieblingsserie, und fertich...

    Und warte einfach mal ab... denn Leute wie Du kommen... und gehen üblicherweise auch wieder, wenns nicht so läuft, wie sie es gern hätten.
    Wenn nicht das geschrieben wird, was sie gern lesen möchten.
    Und das ist auch okay so, denn dann ist dieses Forum vielleicht auch einfach nicht das Richtige gewesen
    und sie müssen nach anderen Wegen suchen.
    Wird ja keiner gezwungen, hier zu sein, nicht wahr?
    Und wenn jemand meint, das es unendlich viele und vor allem individuelle Wege aus der Sucht gibt, dann soll er sie doch bitte ausprobieren.
    Ich habe mich halt für einen Weg entschieden, mit dem viele vor mir schon Erfolg hatten und womit auch viele in Zukunft erfolgreich sein werden.
    Da bin ich einfach mainstream gewesen, ich mußte nie das Rad selbst neu erfinden :wink:

    Die Aktivität ist im offenen ziemlich mau, das stimmt.
    Und das wird auch nicht besser, wenn man solche Beiträge wie Du jetzt hier verfasst.
    Dann ziehen sich die wenigen, die hier noch schreiben, auch teilweise noch mehr zurück. Wie ich das nun auch tun werde.
    Leider dünnt sich der Erweiterte Bereich auch gerade ziemlich aus.
    Das Forum ist vielleicht in einer Art Umbruch... aber das gab es auch schon öfters, das viele gingen, aus welchen Gründen auch immer.
    "Meine Leute", mit denen ich hier damals ankam, sind beispielsweise bis auf ne Handvoll alle nicht mehr da.
    Das Forum existiert allerdings immer noch :wink:

    Sunshine

    Liebe Cadda,
    ich finde, Du gehst Deinen Weg in die Trockenheit ganz hervorragend !
    Und ich lese auch, wie viel Du über alles nachdenkst und das ist auch gut so.
    Du setzt Dich intensiv mit Deiner Krankheit auseinander und nimmst auch Ratschläge und Erfahrungen anderer an.
    Gut so !

    Was die Feiern betrifft... ich bin nach ca. 1,5 Jahren wieder auf die erste Geburtstagsfeier gegangen.
    Mir hat es keiner übel genommen, vorher nirgends mehr aufgetaucht zu sein und für mich war es gut so.
    Mir geht es heute so wie CF:

    Zitat

    Heute gehe ich selbstverständlich zu Feiern, aber nur so solchen, bei denen der Alkohol nicht der Schmierstoff und das Bindeglied der Teilnehmer ist, sondern eine absolute Nebenrolle spielt. Dann stört er mich auch nicht.

    Saufveranstaltungen besuche ich nicht. Da fühle ich mich nicht mehr zugehörig. Merke ich an einer Örtlichkeit, dass der "Pegel" steigt, bin ich weg.

    Es geht bei mir gar nicht mehr darum, das mich eine Feier triggern könnte.
    Sie geben mir einfach nix mehr, wenn der Alkpegel zu hoch wird.
    Ich fühle mich da auch nicht mehr zugehörig und das macht mir auch nichts aus.
    Ich verlasse dann auch Feiern, und mache es mir dann lieber Zuhause gemütlich mit etwas, woran ich wirklich Spaß habe.
    Ich vermisse nix dabei. Ich war auf genug Feiern dabei, wo zu viel gesoffen wurde...ich weiß ja wie es dann abläuft.
    Das muss ich nicht mehr haben.
    So.... das war aber auch ein Entwicklungsweg dahin.
    Über Jahre...
    Ich erwarte hier von niemanden, das er alles von jetzt auf gleich umsetzen kann! Das geht auch gar nicht.
    Und bei vielen Sachen regelt auch einfach die Zeit einiges von selbst.

    Und genau das lese ich auch hier immer wieder... wie sich Einstellungen mit der Zeit von selbst und mit den gemachten Erfahrungen ändern.
    Ich kann mich beispielsweise noch an die Anfänge von Carl Friedrich hier erinnen... da hat er noch einiges ganz anders gesehen als jetzt :wink:
    Und ich bin ihm sicher mitunter ziemlich auffen Keks mit meinen Ausführungen gegangen :lol:
    Auch da brauchte es seine Zeit, bis er zu seinen Erkenntnissen kam, und wenn ihm meine Rummoserei auch nur ein bisschen dabei geholfen hat,
    wenigstens drüber nachzudenken, dann wäre mein Ziel bereits erreicht gewesen :)
    Was er im Endeffekt draus macht(e), ist ja sein Ding.

    Und ähnlich sehe ich es auch bei Dir.
    Du bist auch bereit, unsere Erfahrungen und auch Warnungen anzunehmen.
    Und auch hier wird einiges die Zeit von selbst regeln, da bin ich ganz sicher :wink:
    Als Tipp kann ich noch geben, sich ganz unabhängig nach Menschen unzusehen, die keinen Alkohol konsumieren, oder zumindest nicht in Deiner Gegenwart.
    Und auch mit diesen Leuten Freundschaften aufzubauen.
    Ich habe diese Menschen übrigens ÜBERALL gefunden, in meinem Beruf, in meiner Freizeit und auch über mein Hobby.
    Die Gründe, warum einige von denen gar keinen Alkohol trinken, sind ganz unterschiedlich.
    Mal sind es gesundheitliche oder ernährungstechnische Gründe, oder einfach,
    weil sie das Gefühl des Benommenseins hassen oder weil es einfach nicht in ihr Leben passt.
    Ich habe mit diesen Menschen so viele Erlebnisse gehabt und auch so viel Spaß, da brauchte es keine chemische Droge.
    Und ich habe bisher mit diesen Menschen auch aktiv sehr viel unternommen, denn da wurde nicht nur inner halbbesoffenen Birne rumgesponnen,
    was man mal machen könnte.
    Sondern wir verabredeten uns wirklich und machten dann, was wir machen wollten.
    Pläne wurden also durchgezogen.
    Wenn ich daran denke, wie sehr mich früher der Alk dabei eingeschränkt hat, furchtbar !
    Dieses Leben möchte ich niemals zurück haben.

    Und nochmals zu Feiern... ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, das der Alk auf den Feiern, die ich besuche, immer weniger eine Rolle spielt.
    Wir sind nicht mehr in dem Alter, wo "Partymachen" im Vordergrund steht, denn die Prioritäten haben sich geändert.
    Heute geht es uns um das Zusammensein, das Miteinander-Reden, das "Glücklichsein, sich noch zu haben", die Freundschaft und Verbundenheit.
    Wir wollen die Zeit miteinander genießen und bewußt erleben.
    Aber das ist jetzt auch ne Sache des Alters, ich bin nun Mitte 50 und meine Freunde sind im ähnlichen Alter.
    Da sind nun andere Dinge wichtiger geworden :)

    LG Sunshine

    Hallo selena,
    ich denke, hiermit hast Du was sehr wichtiges angesprochen, was vielen evtl. gar nicht so bewußt ist, bzw. nicht bewußt werden soll, weils anders halt bequemer erscheint:

    Zitat

    Ich bin schon die letzten 2 Jahre zu keinen Partys mehr gegangen, bei denen Trinken im Vordergrund steht und ich werde jetzt auch zu keinen mehr hingehen,
    bei denen zwar das Trinken im Hintergrund steht, aber ja trotzdem getrunken wird und zwar mit einer völligen Selbstverständlichkeit.
    Ich glaube das macht mir innerlich viel mehr zu schaffen, als vollständig Betrunkene.

    Wenn ich noch ganz frisch abstinent lebe und neben mir trinkt jemand 1 Bier und sonstwas, kann das genau so triggern, als wenn sich jemand mir gegenüber vollaufen lässt.
    Vielleicht kann es sogar noch viel heimtückischer triggern?
    Denn man sieht dabei, das andere offensichtlich das Trinken kontrollieren können, man selbst aber nicht.
    Und man fängt wieder mit den Gedanken an, warum kann ich das nicht? :evil:
    Wie weit ist dann noch der Gedanke, "ob ich es vielleicht doch noch mal ausprobiere? Das MUSS doch irgendwie gehen, andere können es doch auch!"
    Und wie weit ist dann das nächste Glas von mir entfernt?

    Meine Meinung ist einfach, das man sich diese inneren Kämpfe gleich ersparen sollte. Denn sie kosten doch auch innere Kraft, die ich aber dringend für den Aufbau meiner Trockenheit benötige.
    Denn das IST kein Spaziergang.

    Zitat

    aber es zieht sich alles wie Kaugummi und ich vermisse den Elan, den ich sonst habe.
    Ja natürlich hatte ich auch keinen Elan, wenn ich betrunken auf dem Sofa lag oder einen bösen Kater hatte,
    aber sonst war ich nüchtern immer voll aktiv und jetzt sitze ich da so rum und komme nicht aus dem Quark. Das nervt mich.

    Dann wünsche ich Dir erstmal GEDULD ! :P:lol:
    Ich glaube, mit der Sauferei aufzuhören, kostet viel Kraft.
    Seelische und auch körperliche Kraft.
    Alles ändert sich in einem, man kennt den neuen Weg noch nicht und man hat noch keine genauen Orientierungspunkte.
    Woher soll dann der Elan kommen?
    Nicht mehr zu trinken ist auch keine Zauberwaffe, das wir nun immer aktiv und voller Elan sein werden.
    Nö, wir werden vielleicht sogar noch mehr mit Zipperlein zu kämpfen haben, weil wir nix mehr einfach wegsaufen können.
    Also habe Geduld mit Dir... und gib auch dem Körper die Zeit, die er braucht zur Umstellung.
    Und wenn es Dir gut tut, auch mal auf dem Sofa rumzuliegen, dann mach das so.
    Man muss nicht immer rumhampeln und arbeiten und putzen und kochen und es allen anderen recht machen wollen.
    Mache es Dir mal erstmal recht... die anderen oder das andere müssen/muss solange warten und fertig.
    Kurzum: Sieh zu, das es DIR gut geht.

    Zitat


    Das absolute Tief von gestern und heute morgen ist aber überwunden, weil ich mich endlich selber in den Hintern getreten habe und endlich die Küche geputzt habe und je sauberer sie wurde, desto besser meine Laune!

    Na siehste, nach Wolken kommt auch immer wieder Sonnenschein :wink:
    Etwas aktiv zu tun, hilft bei mir übrigens auch immer am besten, um aus Tiefs wieder rauszukommen.
    Wäre da nur nicht der innere Schweinehund, der da sagt, ach komm, suhl Dich ma noch n bisschen im Selbstmitleid... morgen is auch noch Zeit. :lol:
    Aber wie immer: Tun kommt von Tun :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Cadda,
    Du schriebst:

    Zitat

    Aber jetzt kommt das große Aber: Wenn einer meiner Freunde, und damit meine ich nicht die Kumpels, die eigentlich nur zum Saufen da waren, sondern wenn wirklich einer meiner Freunde oder Freundinnen Geburtstag haben, dann gehe ich hin.
    Ich weiß, dass das viele verantwortungslos finden und absolut nicht nachvollziehen können.

    Es ist vielleicht manchmal etwas auch missverständlich rüber gekommen.
    Ich rate nicht davon ab, nie wieder einen Geburtstag von Freunden zu besuchen, auch wenn dort das ein oder andere an Alkohol getrunken wird.
    Ich rate nur davon ab, sowas zu tun, wenn man noch nicht lange abstinent lebt.
    Denn dann ist die Abstinenz noch so fragil und ruck-zuck säuft man selbst wieder mit.
    Ich schreibe ja sowas nicht, um anderen vom Feiern abzuhalten.
    Sondern aus der Erfahrung heraus, was ich hier eben auch schon oft gelesen habe.
    Ich persönlich halte es eben für wichtig, sich erstmal eine stabile Trockenheit aufzubauen, und das kann nun mal nicht in wenigen Wochen oder Monaten geschehen.
    Denk mal dran, wie lange wir teilweise gesoffen haben... da muss erstmal einiges inner Birne neu geordnet werden.
    Und ich frage mich oft, warum gibt man sich denn nicht einfach mal selbst die Zeit dazu?
    Angst, irgendwas zu verpassen?
    Was denn ? Die Welt dreht sich auch weiter, auch wenn wir nicht auf jeden Geburtstag erscheinen :wink:

    Im Endeffekt muss jeder selbst wissen, was er oder sie tut.
    Mir persönlich ist es auch irgendwo echt egal, ich warne halt vor bestimmten risikonbehafteten Verhalten, tut es jemand trotzdem, was gehts mich an?
    Ich bin trocken.
    Und wenn jemand anderes wieder anner Pulle hängt, weil er es besser wußte, dann nur zu.
    Das bin ja nicht ich.
    Ich lebe mein Leben, bin darin glücklich und zufrieden, und das seit über 15 Jahren trocken.
    Und daran waren sicher nicht zuletzt die hier sog. Grundbausteine dran "schuld" :wink:
    Ich bin damit bisher gut gefahren, warum also etwas gut funktionierendes ändern.

    Mein soziales Leben ist in meinen trockenen Lebensjahren im übrigen sehr viel lebhafter und reichhaltiger gewesen, als es das zu Lebzeiten je war.
    Darum langweilt mich auch das Gelaber von "es wird ja überall Alk konsumiert" und dieses ganze Blabla... weils einfach nicht so ist.
    Man sieht, was man sehen will.
    So war das schon zu Saufzeiten und so bleibt das auch evtl. später, weil man innerlich zu bequem für Veränderungen ist.
    Aber auch das soll mir egal sein.
    Mein Leben ist mein Leben und das Leben anderer ihres. :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Sven, da bin ich schon wieder... zum Auseinanderpflücken Deines Beitrages :lol:

    Ich kann ja eh nur meine Sicht der Dinge zum Besten geben, ebenso meine persönlichen Erfahrungen. Ich kann aber auch sagen, das ich mittlerweile seit über 15 Jahren zufrieden trocken bin, da kann ich nicht alles verkehrt gemacht haben.

    Zu folgenden Punkten:

    Zitat

    Ich bin gerade mal 4 Wochen trocken das ist ja noch ein Fliegenschiß. Im Laufe der Zeit wird sich sowieso die Spreu vom Weizen trennen.
    Was soll ich mit einem saufenden Freundeskreis?


    Das sich die Spreu vom Weizen trennt "mit der Zeit", darauf würde ich mich gar nicht verlassen wollen.
    Ich gestalte lieber mein Leben aktiv und trenne selbst die "Spreu vom Weizen". :wink:
    Ich finde es nämlich meist besser, selbst zu agieren, statt zu reagieren.
    Und wir müssen auch wieder lernen, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen.
    Denn die haben viele von uns oftmals auf andere abgewälzt.

    Mit einem saufenden Freundeskreis kannst Du rein gar nix anfangen, eh klar.

    Zitat

    Aber ich kann nicht von allen Freunden die vernünftig mit Alkohol umgehen verlangen Sie sollen in meiner Gegenwart keinen Alk mehr trinken (Glas Wein oa.)


    Da sehe ich einen "Denkfehler".
    GERADE VON DIESEN Menschen kannst Du erwarten, das sie in Deiner Gegenwart auf Alkohol verzichten können !
    Denn von anderen nassen Alkies kannst Du das auf keinen Fall erwarten.
    Die interessiert das nämlich n feuchten Kehricht, ob Du davon getriggert wirst oder peng.
    Die interessieren sich nur dafür, wo der nächste Drink herkommt, so wie es auch bei uns zu nassen Zeiten war.
    Hast Du aber Freunde, die nicht abhängig saufen, dann vermissen die doch auch nix, wenn sie nicht Alk konsumieren, oder wie?
    Ich habe diese Freunde sehr wohl behalten können, habe aber auch gesagt, wie ich weitere Zusammenkünfte haben möchte.
    Das verstehe ich übrigens auch unter Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
    Und klare Ansagen machen hat auch noch niemanden geschadet, glaube ich.

    Zitat

    Letztendlich sind wir diejenigen die den Alkohol mißbraucht haben und nicht damit umgehen können.
    Wir sind selber schuld und können die Verantwortung nicht anderen übertragen.


    Ich fühle mich nicht schuldig. Ich BIN KRANK, und zwar alkoholkrank.
    Das habe ich mir nicht so ausgesucht. Und ich habe mich auch nicht vorsätzlich in die Abhängigkeit gesoffen.
    Ich übertrage auch niemanden anderen irgendeine Verantwortung, wenn ich für mein eigenes Wohlergehen sorge.
    Wir nennen sowas hier eher einen "gesunden Egoismus".

    Zitat

    Wir sind doch alle keine Willensschwachen Marionetten die beim Anblick einer Flasche Alkohol sofort wieder anfangen zu saufen...


    Entschuldige bitte, aber ich sehe an diesem Satz, das Du Dich bisher noch wenig mit der Alkoholkrankheit beschäftigt hast.
    Es wurde hier gerade in der letzten Zeit von Carl Friedrich Literatur zum Thema genannt.
    Vielleicht wäre es gut für Dich, Dich über das Wesen unserer Krankheit genauer zu informieren.
    Denn dann wüßtest Du, wie schnell ein Rückfall passieren kann... meist, weil man nicht gut genug auf sich aufgepasst hat und die Krankheit vernachlässigt hat.
    Mit willenloser Marionette hat das wenig zu tun... eher mit den Regeln der Sucht. Denn die folgt nun mal ihren eigenen Regeln, die mit Verstand und Logik wenig zu tun haben.

    Zitat

    Ist der offene Bereich des Forums nur für Frischlinge und die älteren Mitglieder schreiben im geschlossenen?Ist es sinnvoller im geschlossenen zu schreiben?


    Der Erweiterte Bereich ist besonders für Leute, die intensiveren Austausch möchten und brauchen, würde ich mal sagen.

    Wenn man sich offener austauschen möchte, sollte man das besser nicht im www tun, wo JEDER mitlesen kann.
    Sondern lieber in den Erweiterten Bereich wechseln. Ist jedenfalls meine persönliche Meinung.
    Und dabei ist es egal, wie lange jemand trocken ist.
    Frischlinge sind dort selbstverständlich Willkommen !

    LG Sunshine