Beiträge von Sunshine_33

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    Aber bei manchen Menschen wäre man mit etwas Feingefühl vielleicht etwas erfolgreicher, weil sie dann zugänglicher für Geschriebenes sind.

    Liebe Cadda,
    hier im Forum ist ja glücklicherweise BEIDES zu finden, wie Du es ja auch gerade zeigst.
    Leider sind die trockenen Alkoholiker mit den klaren Worten zum allergrößten Teil nicht mehr hier
    und ich komme mir mitunter wie ein Exot oder sogar Spielverderber vor.
    Dabei ist sowas nie mein Ansinnen gewesen und wird es auch nie sein.
    Ich für meinen Teil habe von den Menschen mit den klaren Worten immer am meissten lernen können.
    Aber das ist wohl auch typbedingt.
    Und wie schon erwähnt, sind die meissten ja eh nicht mehr hier. Und ich sicher auch nicht mehr ewig. :wink:

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    ich wünsche mir, dass ich in 10 Jahren immer noch mit Dir in diesem Forum diskutieren kann.
    Und ich Deine Ratschläge in der Mehrzahl Sehr glücklich beherzigen werde.

    Ich wünsche Dir von Herzen eine stabile Trockenheit, Ernest.
    Und ich sehe Dich auch jetzt schon grundsätzlich auf einem guten Weg da hin.
    Noch etwas Nachbesserungen hier und da und dann wirds auch was.
    Hätte ich einen anderen Eindruck, hätte ich längst einfach weiter geklickt.

    Mir ist auch klar, das Du noch ganz am Anfang stehst.
    Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Geh Schritt für Schritt in Deinem Tempo, anders geht es ja sowieso nicht.

    LG Sunshine

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    Und wenn ich schrieb, meine Tochter ist mir wichtiger als meine Gesundheit, so meine ich, dass ich ihr nicht an ihrem Geburtstag mitteile,
    dass ich alkoholkrank bin.
    Mit Sicherheit spreche ich mit ihnen.
    Und ich habe keine Angst davor, weil ich weiß, dass sie dies begrüssen. Aber der Zeitpunkt muss stimmen.

    Ja also das hört sich doch schon ganz anders an :wink: und das kann ich auch so nachvollziehen.
    Ich habe es ebenso gehalten, ich habe es den mir wichtigen Leuten zum passenden Zeitpunkt erzählt.
    Und der ergab sich dann auch immer von ganz allein, hat oftmals gar nicht lange gedauert.
    Nun ja, und meine engsten Angehörigen wußten es ja automatisch, da ich mit dem RTW ins KH zum Entgiften kam.
    Da kann man dann eh nicht mehr viel geheim halten... aber das hatte ich auch nie vor.

    LG Sunshine

    Hallo,
    ich sehe es halt so, das man gerade am Anfang der Abstinenz schnell in Fallen tappt.
    Von daher finde ich gerade dann warnende, und damit auch klare Worte wichtig und letztendlich auch hilfreich.
    Die habe ich übrigens auch bekommen, wenn auch nicht hier im Forum, weil ich es zum Beginn meiner Trockenheit gar nicht kannte.
    Und viele Sachen habe ich auch rein nach meinem Bauchgefühl gemacht, denn ich kannte ja auch nicht unsere Grundbausteine.
    Ich habe mich allerdings von Anfang an sehr kritisch mit mir selbst auseinander gesetzt, ich habe es mir nicht bequem gemacht auf meinen Wegen.
    Mir war völlig klar, das ich einiges in meinem Leben ändern muss, wenn ich wirklich ein trockenes Leben möchte.
    Und das wollte ich wirklich, denn nur das hieß für mich, weiterleben zu können.
    Ich hatte auch nicht mehr die Chance auf "Versuche", ein Rückfall wäre für mich nämlich tödlich ausgegangen zum damaligen Zeitpunkt.
    Die Ärzte haben da sehr offen mit mir drüber geredet, und mich sicher nicht geschont.
    Und das war auch gut so, damit mir der Ernst der Lage richtig bewußt wird.

    In meiner Auseinandersetzung mit mir selbst war mir klar, das ich auf Feiern, wo Alk ausgeschenkt wird, erstmal nichts zu suchen habe.
    Und zwar zu meiner eigenen Sicherheit.
    Ich habe gar nicht erst angefangen, mir sowas schönzureden, nur weil ich alles am liebsten so belassen wollte wie es war, außer wieder zu saufen.
    Unsere Krankheit ist keine, die man rein mit Logik erklären kann.
    "Party"-Besuche können beispielsweise noch Tage später triggern, wenn die akute Situation längst vorbei ist.
    Ich kenne Leute, die wurden schon durch den Anblick und dem Klirren von Biergläsern in Biergärten getriggert, an denen sie nur vobei gingen.

    Ich habe anfangs einige Sachen übrigens auch nicht verstanden.
    Da waren beispielweise Fragen von meiner Ärztin (die sich mit unserer Krankheit sehr gut auskennt), wo ich nicht wußte, warum fragt sie mich das?
    Heute weiß ich das.
    Und ich bin froh, das ich mich an die Grundbausteine gehalten habe, denn ich hatte bisher keinen Rückfall.

    Mittlerweile gehe ich auch wieder auf Feiern, aber sicher nicht auf Feiern oder Veranstaltungen, die vorrangig dem Alk-Trinken dienen.
    Beginnt sowas auf Feiern, bin ich meist schnell weg.
    Weil mich das alles nicht mehr interessiert, es ist für mich ab dann verbrannte Zeit.
    Ich mag mir nicht hundermal das gleiche Gesülze in die Ohren labern lassen, wie es Angesoffene es so gern tut (und ich das sicher auch tat).
    Es gibt mir einfach nichts, und ich möchte dann einfach weg, um meine Zeit für mich sinnvoller und schöner zu nutzen.
    Ich vermisse das echt nicht, ich habe genug schöne Hobbys und Interessen, denen ich lieber fröne.

    Außerdem denke ich, das man sich selbst auch die Chance auf Veränderung nimmt, wenn man versucht, alles wie bisher zu machen, nur halt ohne zu Saufen.
    Und ich kenne auch niemanden, der so trocken geblieben ist.
    Klar kann jeder selbst entscheiden, was er letztendlich tut.
    Und ganz ehrlich, mir ist es persönlich auch grundsätzlich egal.
    Auch wenn sich jemand wieder fürs Saufen entscheidet, ist mir das egal.
    Wer meine Hilfe möchte hier im Forum, dem biete ich sie gern an.
    Und wer sie nicht möchte, auch gut.
    Ich kann ja auch nur von meiner Erfahrungen schreiben und dazu gehören eben auch viele Geschichten aus diesem Forum und meiner ehemaligen realen Gruppe.

    Und last, but noch least bin ich nicht hier, um so zu schreiben, wie andere es gern hätten.
    Ich habe keine Angst vor Konfrontationen, ich muss hier nicht evrybodys Darling sein und bin es auch ganz sicher nicht :lol:
    Ist mir aber auch nicht wichtig.

    LG Sunshine

    Hallo Ernest,

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    Nach dem ersten Durchlesen kam mir der Gedanke, ob ich vor 39 Jahren aus der kath. Kirche austreten bin,
    um jetzt in eine neue Religionsgemeinschaft einzutreten ("es führt nur ein Weg ins Himmelsreich")?

    :shock: Ach Du meine Güte, komme ich wirklich so rüber ? :(
    Ich habe es so gar nicht mit Religionsgemeinschaften. Mit denen habe ich eher arge Probleme.

    Ernest, ich bin seit über 10 Jahren (mit Unterbrechungen) in diesem Forum.
    Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie viele ich da kommen und auch gehen sah?
    Wie viele Geschichten ich las... es waren sicher Hunderte, und noch mehr.
    In diesem Zusammenhang las ich auch immer wieder von "individuellen Wegen" aus der Sucht,
    zusammengestrickt von "Frischlingen", die möglichst wenig an ihrem Leben ändern wollten aus Bequemlichkeitsgründen und evtl. auch Scham.
    Auf LZT wurde nicht gehört, sich vielleicht sogar noch drüber lustig gemacht.
    So, und dann sind diese Leute von heute auf morgen weg. Schreiben hier nicht mehr.
    Warum wohl nicht? Weil ihr "individueller Weg" so erfolgreich war?
    Glaube ich nicht, bzw. weiß ich auch teilweise, das es nicht so war, denn einige kommen wieder, weil sie damit (wieder mal) gescheitert sind.
    Und wollen es dann doch nochmal angehen und dieses Mal die Erfahrungen der Langzeittrockenen annehmen und auch umsetzen.
    Also schließe ich daraus, das es eben nicht unendlich viele Wege aus der Sucht gibt.

    Ich frage (mich) auch, was man denn zu verlieren hat, wenn man mal das tut, was sich längst bei sehr vielen Menschen als erfolgreich herausgestellt hat?
    Ich erfinde ja auch das Rad nicht jeden Tag neu, weil es gar nicht notwendig ist.

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    Erst beim mehrmaligen Durchlesen erkannte ich die guten Gedanken und die Hilfeleistung.


    Es war auch als Hilfeleistung gemeint und nicht als "Predigt".
    Ich möchte Dir auch nahelegen, hier mal die gesamten Grundbausteine durchzulesen, so viel ist es ja nicht.
    Dann erkennst Du auch die Hintergründe, warum wir zu diesem und jenem raten oder eben auch abraten.

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    Meine Tochter ist mir wichtiger als meine Gesundheit. Und ich schaffe das heute Abend.


    Du wolltest diese Sache unbedingt durchziehen, da hätte Dich ja eh nix von abhalten können.
    Nur ist es absolut kein Zeichen von Stärke, sich im Umfeld trinkender Menschen aufzuhalten, sondern in meinen Augen Leichtsinnigkeit bis Dummheit
    und das ganz besonders am Beginn der Abstinenz.
    Der Krug geht immer nur zum Brunnen, bis er bricht....

    Was hat denn Deine Gesundheit mit dem Geburtstag Deiner Tochter zu tun?
    Und meinst Du, Deine Tochter wäre glücklich mit dieser Aussage, das sie Dir wichtiger ist als Deine Gesundheit?
    Meine Tochter (auch längst erwachsen) wäre eher entsetzt über solche Aussagen, sie würde mir dann wohl sagen,
    das ich mich um meine Gesundheit zu kümmern habe, und sie kümmert sich um ihre.
    Und wenn wir gegenseitige Hilfe brauchen, können wir ja drum bitten.

    Diese Aussage von Dir hat mich gestern schon leicht schockiert, das muss ich gestehen.
    Bist Du Dir selbst denn nichts mehr wert?
    Möchtest Du denn kein schönes und zufriedenes Leben für Dich (ohne abhängige Sauferei)?
    Hast Du kein schönes und lebenswertes Leben verdient, oder wie siehst Du das?

    Wir schreiben hier öfters vom "gesunden Egoismus". Ich halte das für wichtig, den zu entwickeln, wenn man trocken leben will.
    Und ich frage mich, wie wir denn noch für unsere Kinder da sein können, ihnen helfen können bei Bedarf, wenn es uns selbst nicht gut geht?
    Ich denke, das unsere Kinder sehr viel glücklicher sind, wenn wir nicht mehr trinken müssen.
    Und nüchtern kann man auch viel besser helfen, als halb angesoffen oder verkatert.
    Ich selbst bin mittlerweile 3-fache Großmutter und habe oft die Enkelkinder bei mir.
    Das wäre ja gar nicht möglich, wenn ich noch saufen würde. Erstens würde ich das gar nicht auf Reihe kriegen,
    und zweitens würde meine Tochter mir sicher die Kinder dann nicht anvertrauen.
    So aber kann sie sich auf mich verlassen und ich kann sie so unterstützen.
    Das nur mal so als kleines Beispiel.

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    Heute wird dies mein erster alkoholfreier Sonntag sein (hoffentlich). Vor SOLCHEN freien Tagen habe ich angst.
    Herumtigern, unkonzentriert ein Buch lesen, gleichzeitig fern schauen, trotz Grippe raus gehen und spazieren.
    Und immer wieder die teuflischen Gedanken an das wohlige Gefühl, besoffen auf dem Fernsehstuhl zu hocken und zu dösen.

    Ja, ich verstehe Deine Ängste und Befürchtungen.
    Aber in diesen Worten steckt ja auch schon die Erkenntnis, was Dich gefährdet.
    Und wenn man das schonmal weiß, kann man gezielt und aktiv dagegen angehen.
    Das alles gehört ja gerade zu der hier so oft genannten "Trockenheitsarbeit".
    :wink:
    Veränderungen einleiten, um nicht wieder saufen zu müssen.
    Und das alles macht man nicht so nebenbei, während man auf dem Sofa sitzt.
    Es ist auch ARBEIT, nach und nach Veränderungen einzuleiten.
    Trockenwerden ist kein Spaziergang, aber das verspricht hier auch niemand.
    Es gibt aber einen tollen "Lohn", nämlich die Freiheit:
    Keinen Alkohol mehr besorgen zu MÜSSEN, nicht mehr saufen zu MÜSSEN, nicht mehr Flaschen entsorgen zu MÜSSEN, nicht mehr lügen zu MÜSSEN.
    Und meine größte Freiheit war, immer überall hinfahren oder hingehen zu können, ohne drüber nachdenken zu müssen,
    ob ich überhaupt noch fahren darf?
    Ich kann mich noch gut erinnern, das ich gerade das am Anfang meiner Trockenheit als die größte Freiheit empfand.
    Ich bin oft Abends einfach nur so irgendwo rumgefahren, durch die Stadt, oder wohin auch immer, egal.
    Einfach, weil ich es konnte und durfte :)

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    Und zudem hoffe ich, dass Cadda recht hat, dass die Schlafqualität mit der Zeit zunimmt.


    Ich glaube fest daran.
    Schau, es ist auch für den Körper eine große Umstellung, wenn der Alk nicht mehr nachfliesst. Der muss sich ja auch erstmal umstellen.
    Dazu kommen die nötigen Veränderungen, die auch durchaus erstmal Angst machen können.
    Und das Gefühl, NIE MEHR trinken zu können, so wie früher. Das kann durchaus Verlustgefühle und auch Ängste hervorrufen.
    Von daher sollte man anfangs am besten gar nicht so an das "nie mehr" denken, sondern lieber im 24 Stunden-Takt denken und leben, so nach dem Motto:
    HEUTE trinke ich nicht.
    So kommen auch Tage, Wochen, Monate und letztendlich auch Jahre zusammen. :wink:
    Ich habe anfangs, im Krankenhaus, sogar die Stunden gezählt :wink:

    Ja, und der Körper wird sich an die neue Situation gewöhnen, und Veränderungen dann auch wirklich anzugehen kann auch
    zu einem sehr befriedigenden Gefühl führen, das ist ja nicht nur negativ zu sehen (bzw. überhaupt nicht).
    Lebensveränderungen können doch auch sehr positive Gefühle hervorrufen, auch wenn es erst Angst machte.
    So zumindest meine persönliche Erfahrung.

    Und Du kannst hier jederzeit schreiben, nicht nur wenn es Dir gut geht, sondern ebenso wenn es Dir schlecht geht.
    Wenn es sein muss, auch minütlich oder stündlich, kein Problem.
    Denn alles (womit ich andere nicht schädige) ist besser als wieder saufen.

    LG Sunshine

    Hallo Carl Friedrich,

    wie schön, mal wieder von Dir zu lesen.
    Und ich freue mich wie immer sehr, das Du so gut auf Deinem trockenen Weg unterwegs bist ! :wink:

    Vielen Dank auch nochmals für die Hinweise bezüglich der Weihnachtszeit.
    Das kann ja wirklich für noch nicht stabil abstinent lebende Menschen eine schwierige und gefahrvolle Zeit sein.
    Ich persönlich gehe immer noch nicht gern auf Weihnachtsmärkte (selbst nach so langer Trockenheit nicht)
    weil ich den Glühweingeruch nicht ertragen kann, mir wird speiübel davon.
    Aber mich zog selbst zu Saufzeiten nichts wirklich dahin... von daher vermisse ich auch die Märkte nicht.
    Auch wenn es welche ohne Alkausschank gäbe, würde mich da wohl nur wenig hinziehen.

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    Einzig mein malades Fußgelenk nervt ab und an. Aber ich will nicht klagen.
    Im neuen Jahr, das ja nicht mehr weit weg ist, werde ich mal eine vorgeschlagene weitere Behandlungsmöglichkeit in Angriff nehmen.


    Naja... jünger werden wir alle nicht und die Zipperlein nehmen zu.
    Davor ist ja keiner gefeit.
    Schau mal, was Du noch machen bzw. ausprobieren kannst bezüglich des Fußgelenkes.
    Trocken leben heißt ja nicht, nun völlig sorgenfrei zu leben in einem Körper eines 25 jährigen :wink:
    Zumindest nicht, wenn man nicht gerade 25 ist :lol:
    Trotzdem lebt es sich selbst mit Zipperlein ohne Sauferei besser.
    Stell Dir vor, Du würdest noch saufen.... wäre das nicht n prima Anlass, sich n Bad voller Selbstmitleid und vor allem VIEL Alkohol einzulassen?
    Und dann der Morgen danach... und evtl. wieder nachkippen... weil das Fußgelenk immer noch weh tut und der Kater so häßlich ist...
    Ach neeee lass ma.... keine Alternative.
    Du wirst einen besseren Weg finden, was Du bezüglich des Fußgelenkes machen kannst.

    LG Sunshine

    Hallo Ernest,

    erstmal ein Herzliches Willkommen hier im Forum.
    Gut, das Du hergefunden hast.

    Ich möchte mich Carl Friedrich`s Worten zu 100 % anschließen !
    Die meissten Langzeittrockenen hier handhaben es nach den "Grundbausteinen", die Du unter "Zu den Informationen" hier im Forum leicht abrufen kannst.
    Ich möchte dringend dazu raten, sich an die Grundbausteine zu halten, denn die wurden hier erarbeitet von Leuten, die wissen, wo es lang geht.

    Ich habe hier das für Dich momentan relevante herauskopiert:

    Zitat

    Unterstützung durch Familie und Umfeld

    Die Unterstützung durch sein enges Umfeld, von Familie über Freunde, Bekannte und Arbeit, ist ein wichtiger Faktor.
    Man sollte sich daher wirklich nur in einem Umfeld bewegen, das einem die Trockenheit sichert und sie schätzt.

    Leider kommt es immer wieder vor, dass selbst die enge Familie bei z.B. Familienfeierlichkeiten nicht auf den Alkohol selbst verzichten möchte, akzeptieren und verstehen sie nicht, dass es für einen nicht selbst reicht, nur nichts zu trinken.

    Liegt da aber meist diese Krankheit schon über Generationen in der Familie.

    Selbst in solchen Situationen heißt es wirklich, seine eigene Trockenheit an höchste Priorität zu setzen und ggf. solchen Treffen fern zu bleiben, egal welche Erwartungshaltung dieser „Verständnislosen“ damit „enttäuscht“ wird.

    Ich erzähle mal von mir:
    Ich bin mittlerweile über 15 Jahre trocken.
    Die ersten 1,5 Jahre bin ich auf gar keine Feier gegangen, das war mir viel zu riskant.
    Die erste Feier, die ich überhaupt wieder besuchte, war der Nachmittagskaffee auf meinem Bruders Geburtstag.
    Ich habe nichts verpasst in der Zeit, wo ich gar keine Feier besuchte!
    Die Welt hat sich trotzdem weiter gedreht, und ich habe mir erst einmal eine halbwegs stabile Trockenheit aufgebaut.
    Das war mir nämlich viel wichtiger als alles andere.

    Und Du weißt auch im Grunde, das der Geb. Deiner Tochter momentan ganz sicher nicht der richtige Ort für Dich ist.
    Denn Du schriebst:

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    Gleichwohl bin ich im Moment gereizt. Der Händler, die Geburtstagsfeier..... wie geht schon wieder der blöde Spruch: Man hats nicht leicht, aber leicht hats ihn.


    Die Gereiztheit könnte auch was mit Unwohlsein zu tun haben... denn Du weißt innerlich, das Du dort nicht hingehörst.

    Ernest, ich möchte Dir wirklich ganz dringend die Grundbausteine ans Herz legen, sonst hast Du die Pulle schnell wieder in der Hand.
    Schau mal... so eine Geb. Feier, wo getrunken wird:
    Da stehen Gläser mit Alk auf dem Tisch... beschlagene Bierflaschen, Weingläser evtl... das kann das Suchtgedächtnis extrem triggern!
    Dann wird evtl. angestoßen und schwupps, stehst Du schon mit einem Glas Sekt oder was auch immer in der Hand da...
    Was meinst Du wohl, wie weit denn auch innerlich der Alk noch von Dir entfernt ist??
    Geh bitte nicht so ein unnützes und dummes Risiko ein !
    Es geht hier um DICH und nicht um andere... was die denken könnten !
    Denn wenn DU wieder säufst, ist das anderen egal... aber DU steckst dann wieder im elenden Saufschlamassel !
    Und nur DU kannst da raus, das kann kein anderer für Dich tun.

    Zitat

    Ich habe ja auch klammheimlich gesoffen. Niemand weiß, welche Mengen ich in mich einschüttete


    Sehr niedlich :wink:
    Glaubst Du wirklich, das es niemand wußte, oder zumindest ahnte?
    Auch wenn andere nicht Deine genauen Trinkmengen kannten... sie ahnten sicher doch, was los ist.

    Zitat

    Alle Anwesenden sind ja gewöhnt, dass ich nicht "in ein Glas spucke".


    Genau ! Und sie wußten oder ahnten sicher noch viel mehr.
    Ich weiß, eine unangenehme Vorstellung, aber is meist trotzdem so.

    Dann mal noch zu dem "klammheimlich trocken werden wollen..."
    Das taugt nix und wird auch nicht funktionieren.
    Und warum auch? Du hast eine KRANKHEIT und Dir steht darum auch Hilfe zu.
    Da ist nix dabei.
    Und möchtest Du denn wirklich Deine lieben Menschen um Dich herum weiterhin anlügen?
    Waren denn die Lügen für den Alk noch nicht genug? Denn um die Alkoholsucht geheim zu halten, muss man ja auch lügen, oder?
    Hast Du das nie getan?
    Ich habe es oft getan.

    Ich für meinen Teil habe mich ganz bewußt für Ehrlichkeit bezüglich meiner Krankheit entschieden.
    Das heißt aber noch lange nicht, das ich n Brett vorm Kopf habe, wo "trockene Alkoholikerin" drauf steht.
    Die Menschen, mit denen ich engen Umgang habe, wissen es allerdings alle.
    Das ist auch wichtig für mich selbst.
    Ich für meinen Teil habe mich dafür entschieden, nicht mehr lügen zu wollen für den Alk. Und ebenso wenig lüge ich bezüglich meiner Krankheit.
    Ich möchte doch auch nicht von meinen Angehörigen und engsten Freunden belogen werden über gravierende Dinge.
    Im Gegenzug biete ich das Gleiche an.

    Ernest, Du steht noch ganz am Anfang Deiner Abstinenz.
    Da kannst Du vieles einfach noch nicht wissen.
    Niemand weiß von Anfang an, wie man es am besten macht, sich ein trockenes Leben aufzubauen.
    Wir alle standen mal an dem Punkt, wo Du gerade stehst.
    Aber hier sind Menschen (Langzeittrockene), die den Weg bereits kennen.
    Höre besser auf sie... hier meint es ja niemand böse mit Dir, ganz im Gegenteil.
    Wir sind hier, um uns auszutauschen und so auch anderen Wege aufzuzeigen, wie ein trockenes Leben möglich werden kann.
    Und da gibt es nicht allzu viele Alternativen, das ist zumindest meine Meinung.
    Hier sind Menschen, die gern helfen wollen, die Dir die Hand reichen.
    Du musst nur zugreifen... und manchmal auch einfach nur machen, auch wenn Du den Sinn dahinter noch nicht 100% versteht.
    Das wirst Du aber, wenn Du am Ball bleibst :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Deliciae,

    Erst einmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die auch vieles erklärt!

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    Mein Freund sagt, dass er beim Arzt war. Ich tendiere dazu, ihm zu glauben.


    Gut. Damit wäre die Arztfrage ja geklärt.
    Wird er denn ärztlich bei der Entgiftung unterstützt? Ansonsten wäre ich da vorsichtig, ihm das zu glauben.
    Denn ein Arzt wird ja auch entsprechende Schritte in Absprache mit dem Patienten einleiten.

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    Aber wie schön, dass auch hier, wie in allen Internetforen, die vorgefertigten Annahmen ausgepackt werden,
    in diesem Fall, dass natürlich weder Ahnung noch die Arztkonsultation vorhanden sind.


    Ich habe Dich gefragt, ob er beim Arzt war :wink:
    Aber Du hast schon recht, ich bin auch eher davon ausgegangen, das er nicht dort war.
    Denn das ist schon der erste Punkt, an dem alle guten Vorhaben so oft scheitern.
    Ich bin nun schon viele Jahre in diesem Forum und ich erlebe es immer wieder, das man von den "Neuzugängen" im Vorstellungebereich keinen Ton mehr hört,
    wenn das Wort "Arztbesuch" fällt.
    Meine "vorgefertigte Meinung" resultiert also auch aus meinen hier gemachten Erfahrungen.
    Da bin ich also nicht völlig vor gefeit, da hast Du recht.

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    Es ist schlicht so, dass mein Freund ein erwachsener Mann ist, der all dies ebenfalls weiß.
    Er war auch schonmal in einer Klinik und in Therapie wegen Alkohol. Aber wenn ich beginne, ihn als unmündig zu betrachten und zu behandeln,
    ist die Beziehung sowieso vorbei - und zwar von beiden Seiten aus.

    Ja. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. :)

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    Aber ein Alkoholiker, der nach einer Entgiftung das Gelernte nicht mit Selbstdisziplin umsetzt, wird nie trocken (bleiben).
    Denn dazu gehört die tägliche, konsequente Entscheidung gegen das Trinken. Und auch du, Sunshine, wirst an schlechten Tagen mit Sicherheit von deinem Willen profitiert haben!


    Du hast da grundsätzlich bestimmt recht.
    Ich persönlich habe es nicht so sehr mit der Selbstdisziplin, allein das Wort gruselt mich schon als "Freigeist", der ich wohl bin. :wink:
    Aber mein Wille hat mir ganz sicher oft geholfen, trocken zu bleiben, das ist richtig.
    Und ja, es gehört auch die konsequente Entscheidung zur Abstinenz dazu.
    Auch dem kann ich mich anschließen.

    Zitat

    Ich finde es extrem fragwürdig, das bloße Vorhandensein von Alkohol mit den Begriffen "saufendes Umfeld" oder "die Lampen ausgießen" zu betiteln. "Saufendes Umfeld" sehe ich auf dem Weihnachtsmarkt, wo man nach Ständen suchen muss, die freundlicherweise Saftpunsch anbieten. Und bei Leute, wo ich komisch angeguckt werde, wenn ich gern was Alkoholfreies trinken möchte, und dann gibt es Leitungswasser. Das stößt mich ab, und das habe ich nicht in meinem Leben. Es gibt für alle, die nicht selbst von der Sucht betroffen sind tatsächlich eine Zone zwischen völliger Abstinenz und "sich die Lampen ausgießen".

    Ja, ich verstehe, was Du meinst.
    Aber... trotzdem sollte man sich auch von moderat trinkenen Umfeld am Anfang fern halten.
    Ich bin ca. 1,5 Jahre auf überhaupt keine Feier oder Veranstaltung gegangen, wo jemand in meiner Gegenwart evtl. Alk getrunken hätte.
    Da gab es nicht mal einen Restaurantbesuch.
    Ich hatte einfach auch Angst, das es mich zu sehr triggern könnte.
    Ebenso gibt es bei uns Zuhause keinerlei Alkohol im Haus, auch nicht für Gäste.
    Auch heute, nachdem ich über 15 Jahre trocken bin, gibt es das nicht.
    Und ich halte mich auch weitestgehend von "saufenden Umfeld" fern.
    Grillfeiern oder ähnliches besuche ich schon länger wieder, auch dort wird mal n Bier getrunken.
    Aber das hätte ich keinesfalls in den ersten beiden Jahren meiner Trockenheit getan und ich hab auch nix verpasst dadurch :wink:
    Ich fühle mich heute recht stabil mit meiner Trockenheit.
    Aber am Anfang war das überhaupt nicht der Fall.

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    Deshalb sehe ich mich selbst in der Pflicht, meine Sucht zu managen, und verlange nicht, dass die anderen 30 Leute im Raum sich verbiegen.


    Oh, ich zwinge auch niemanden, sich für mich zu verbiegen.
    Ich geh erst gar nicht zu solchen Anlässen hin, die hauptsächlich dem Kosumieren von Drogen dienen. :wink:
    Mein Umfeld ist heute ja ein anderes als zu Saufzeiten.
    Da muss sich niemand verbiegen, weil "meine Leute" kein Alk-Problem haben.
    Sie vermissen ja nix, also ist auch kein Verbiegen nötig.

    Zitat

    Ich persönlich habe die Grenze erreicht, an der ich noch Verständnis aufbringe. Dies habe ich meinem Freund klar und deutlich kommunizert.
    Ich unterstütze ihn, wenn er sich das wünscht.
    Aber ich werde micht nicht noch einmal verdrehen, um in sein Leben hineinzupassen.
    Und dies gilt sowohl für ein Leben mit, als auch für ein Leben ohne Alkohol. ER muss jetzt klarkommen. Ich gucke mir das an, und wenn wir uns beide noch wollen, ist es schön. Wenn nicht, dann halt nicht.

    Ja, gut, verstehe ich alles.
    Ich wünsche Dir von Herzen, das Du dann auch wirklich konsequent bleiben kannst, wenn es mit der Abstinenz doch nicht klappt
    und Du dann die nötigen Handlungen einleitest.
    Deinem Partner wünsche ich, das er die Hilfe annimmt, die er braucht. Denn ohne wird er es nicht schaffen.
    Ich drücke ihm die Daumen, das er sich für ein trockenes Leben entscheidet und das er das auch hinbekommt.

    Verdrehen sollte sich niemand wegen einem anderen Menschen.
    Aber ich denke, das Leben mit einem trockenen Alkoholiker ist dennoch ein anderes für einen Partner, als wenn keine Suchterkrankung vorliegt.
    Das muss aber nichts negatives bedeuten, ganz im Gegenteil.
    Es kann auch sehr schön sein.

    LG und alles Gute, und nochmals Danke für Deine Erklärungen !
    Sunshine

    Hallo Deliciae,
    Willkommen im Forum.

    Du schreibst:

    Zitat

    Ja. Heute war sein 6. Tag ohne Alkohol.

    Aha. Macht er eine professionelle Entgiftung mit ärztlicher Unterstützung?
    Alles andere nennt man einen "kalten Entzug" und der kann TÖDLICH ausgehen.
    Niemand muss sich so einer Gefahr aussetzen, wir haben ein sehr gutes Gesundheitssystem und ein Recht auf Hilfe bei unserer Erkrankung.
    Außerdem ist es wichtig, das Problem offen anzusprechen, am besten beim Arztbesuch, wo dann weitere Schritte eingeleitet werden können.
    Heimlich trocken werden funzt einfach nich... ich kenne zumindest keinen, der damit Erfolg hatte.

    Zitat


    Für mich ist Selbstdisziplin etwas, das mir sehr schwer fällt, und deshalb habe ich Respekt für jeden Tag, an dem er konsequent bleibt.


    Damits mal klar ist:
    Alkoholiker sind nicht zwangsweise willenlose Menschen ohne Selbstdisziplin!
    Ich habe beispielsweise einen sehr starken Willen, auch schon immer gehabt.
    Aber gegen meine Alkoholsucht war ich machtlos, da half mir mein Wille kein Stück mehr.
    Alkoholismus ist ein anerkannte KRANKHEIT und nix anderes !
    Und sie hat wenig mit Logik und Verstand zu tun.
    Sucht hat ihre ganz eigenen Regeln, denen sie unerbittlich folgt, wenn man sie nicht stoppen kann.

    Zitat

    Doch auf der nächsten Party in ein paar Wochen werden meine Freunde feiern wie sonst auch - viele ohne oder mit wenig Alkohol, denn keiner von uns trinkt übers Limit. Es wird sich zeigen, ob mein Freund damit umgehen kann.


    Auf so einer Party hat Dein Partner sowas von ÜBERHAUPT NIX zu suchen!
    Falls Du Dich für unsere Krankheit hier interessierst und Du Deinen Parter wirklich unterstützen willst,
    solltest Du mal in unsere "Grundbausteine" reinlesen.
    Wir Langzeittrockene raten davon ab, sich einem saufenden Umfeld auszusetzen.
    Das erhöht die Rückfallgefahr nämlich enorm.
    (Und die Rückfallquote liegt eh schon derart hoch, das man das echt sein lassen sollte)
    Das gilt insbesondere für das erste abstinente Jahr.
    Danach hat man meist eh andere Interessen entwickelt bzw. wieder entdeckt, als sich anzuschauen, wie sich andere Menschen die Lampen ausgießen.

    Zitat


    Da wir erst seit Juli letzten Jahres zusammen sind, bin ich nicht willens, für diese Beziehung mein komplettes Leben an Stellen zu ändern,
    an denen es immer in Ordnung war.

    Was meinst Du damit denn speziell, was möchtest Du nicht ändern?

    Das Leben eines trocken werdenden Menschen verändert sich üblicherweise gravierend.
    Ohne diese Veränderung sehe ich auch keine Möglichkeit für eine stabile Trockenheit.
    Wenn da der Partner nicht auch mitzieht, seinen Teil beiträgt, dann wird die Beziehung kaum halten.
    Auch wenn Dir das nicht gefällt, so siehts mal aus.

    Und noch was... was meine ganz persönliche Meinung ist:
    Wir trockenen Alkoholiker müssen uns nicht einem saufenden Umfeld anpassen, nur um als gesellschaftskonform zu gelten.
    Warum sollten wir ?
    Wir dürfen unser Leben so leben, wie WIR das gern möchten und nicht, wie es eine Gesellschaft gern hätte,
    in der Drogenkonsum (wozu auch eindeutig Alkohol gehört) als "normal" gilt.

    Ich wünsche jedem trocken werdenden Alkoholiker, das er sein Leben so gestaltet, wie er es möchte und wie die Krankheit es verlangt.
    Denn die werden wir nun lebenlang haben, es gibt keine Heilung der Alkoholkrankheit, wir können sie nur stoppen.
    Aber das reicht auch für ein zufriedenes und glückliches Leben aus.
    Wir müssen nicht so sein, wie andere das gern hätten.
    Nur so, wie WIR das gern hätten und aus die Maus.

    Wenn Du magst, richte doch bitte folgendes Deinem Partner aus (wenn er es wirklich ernst meint):
    Er soll sich so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung begeben.
    Morgen ist Freitag und meissten Arztpraxen werden offen haben.
    Man muss sich nicht für unsere Krankheit schämen, nur wenn man nix dagegen tut vielleicht.
    Dann wäre eine SHG sehr wichtig für ihn.
    Und evtl. wäre auch eine anschließende Therapie an die professionelle Entgiftung sinnvoll.
    Das sind so die Sachen, die man mit seinem Arzt/Therapeuten besprechen muss.
    Einfach mal so aufhören zu saufen... das klappt nicht.
    Jedenfalls nicht, wenn jemand bereits abhängig trank/trinkt.

    LG Sunshine

    Hallo Hull,

    Zitat


    seit einiger Zeit stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich täglich mit dem Alkohol zu beschäftigen.


    Ich denke, es hat auch mit der Dauer und Stabilität der Trockenheit zu tun, wieviel Aufmerksamkeit unsere Krankheit erfordert.
    Ich beschäftige mich sicher nicht mehr jeden Tag mit meiner Krankheit.
    Oftmals denke ich (auch mal wochenlang) überhaupt nicht dran.
    Für mich ist der trockene Zustand mittlerweile zu meinem "normalen" Zustand geworden.
    Die nötigen Verhaltensweisen für ein trockenes Leben sind mir längst in Fleisch und Blut übergegangen.
    Nun muss ich aber auch dazu sagen, das ich mittlerweile über 15 Jahre trocken bin und ich von Anfang an (meiner Trockenheit) meine Krankheit akzeptieren konnte.

    Am Anfang meiner Tockenheit sah das anders aus. Da beschäftigte ich mich sehr viel mit meiner Krankheit.
    Als "Anfang" bezeichne ich ca. die ersten 3-4 Jahre. :wink:
    Da benötigte ich viel mehr Zeit für meine Krankheit als heute. Und die habe ich mir auch genommen.
    Für mich galt immer, das ich der Krankheit so viel Zeit wie nötig widmen werde, aber mehr nicht.
    Denn ich habe auch ein Leben neben meiner Krankheit, was ich leben möchte.
    In den Zeiten, wo meine Krankheit mehr Aufmerksamkeit erforderte, gab ich sie mir aber auch.
    Ob bestimmte Sachen "sinnvoll" waren, ich glaube, diese Frage habe ich mir nie gestellt. :wink:
    Und das, obwohl ich ein sehr rational denkender Mensch bin.
    Mir war immer klar, das ich meine Krankheit nicht rein auf der Verstandesebene erfassen kann.

    Zitat

    Dann allerdings besuche ich beim Surfen aus Langeweile oder Gewohnheit das Forum und hänge wieder zwangsläufig in alten Erinnerungen.


    Auf mich wirkt dieser Satz etwas überheblich... so auf die Art, ich surfe mal im Alkie-Forum, weil ich grad nix besseres zu tun habe.
    Wenn ich mich vor einem ganz besondes gehütet habe, ist das Überheblichkeit.
    Ich bin mir immer darüber klar gewesen, das ich auch rückfällig werden kann, auch heute noch ist mir das bewußt.
    Wenn ich hier bin, kommen bei mir auch alte Erinnerungen hoch. Ist doch ganz klar, das kommt durch das Lesen hier.
    Diese Erinnerungen sind aber auch ein Teil meines Lebens !
    Die muss ich nicht wegdrücken und das habe ich auch nie getan.

    Zitat


    Dennoch regt - hier spreche ich nur für mich - die Beschäftigung mit dem Alkohol auch wieder alle Gedanken an die vermeintlich schönen Stunden an und wird somit - im schlimmsten Falle - sogar zu einer Gefahr.

    Auch bei mir gibt es natürlich Erinnerungen, wo die Sauferei noch "lustig" war.
    Wenn man mal mit Freunden zusammen sitzt, dann erzählt man sich doch auch oft alte alkoholgetränkte Schoten von früher,
    die witzig waren, ganz besonders so im Nachhinein betrachtet :wink:
    Ich weiß aber auch, wie es bei mir weiter ging... es blieb ja nicht bei lustigen Vorfällen,
    sondern ich habe durch den Alk großes Leid erlebt :(
    Und das werde ich auch nie mehr vergessen.

    Das Forum kann durchaus auch mal triggern.
    Ich denke, daran hat dann aber nicht das Forum "schuld", sondern eher die persönliche Verfassung.
    DA würde ich viel eher hinschauen, als dem Forum die "Schuld" in die Schuhe zu schieben. Mal überspitzt gesagt.
    Ich würde mich fragen, warum löst das Forum oder speziell das gerade Gelesene etwas ganz bestimmtes in mir aus?

    Zitat

    Vielmehr soll es eine kritische Diskussion werden, inwiefern man sich die Sucht täglich in Erinnerung rufen sollte, wenn sie doch längst langsam aber sicher in Vergessenheit gerät oder zumindest verblasst.

    Hm, was man "sollte" und was nicht... keine Ahnung.
    Ich kenne Menschen, die seit Jahrzehnten trocken leben, keinerlei Gruppe besuchen und sich auch sonst nicht groß drüber austauschen.
    Für sie ist auch so anscheinend alles okay und für sie persönlich kann das ja auch durchaus der "richtige" Weg sein.
    Denn das lange trockene Leben spricht ja auch für sich.

    Ich kenne aber auch Menschen, die seit Jahrzehnten mehrmals die Woche eine SHG besuchen und dort ihren gesamten Freundeskreis aufgebaut haben.
    Wenn das für sie okay ist, und sie so gut trocken bleiben können und auf diese Art ihr Leben leben möchten, dann ist das auch völlig okay.

    Ich persönlich beschäftige mich ganz sicher nicht täglich mit meiner Krankheit.
    Das passiert einfach nicht mehr, ich müßte das dann schon willentlich herbeiführen.
    Ich wüßte jetzt auch nicht, mit was speziell ich mich da beschäftigen sollte?
    Es ist alles gut so wie es ist.
    Meine Krankheit ist ein Teil meiner persönlichen Biografie, und das wird sie auch immer bleiben.
    Bedeutet aber für mich bei weitem nicht, das ich sie wie ein schweres Joch trage und da jeden Tag dran denke.
    Aber wie gesagt, ich bin auch schon ne Weile trocken. :wink:
    Am Anfang (die ersten Jahre) meiner Trockenheit sah das anders aus.

    LG Sunshine

    Hallo Cadda,

    erst einmal meinen Glückwunsch zu 2 Monaten ohne Alkohol !!

    Zitat

    Aber ich hatte halt den Gedanken. Und das sogar in Situationen, die gar nicht so typisch mit dem Alkohol trinken verbunden waren. Ich hab den Gedanken dann wieder zu Ende gedacht. Wie es weitergehen würde. Furchtbar, da will ich nie wieder hin!

    .....
    Und wenn man dann weiterdenkt, dann weiß man, dass es nie und nimmer bei dem beschwipsten Gefühl bleiben würde, denn es würde darauf hinaus laufen, dass ich immer weiter trinke, auch am Abend, bis ich besoffen bin und nächsten Tag würde es mir so beschi***n gehen, dass ich dann vermutlich schon morgens wieder was drauf kippen würde.

    So habe ich es auch gehandhabt.
    Ich habe die Gedanken ans Wieder-Saufen zugelassen, und alles daraus resultierende...
    Habe dann die Sache auch gedanklich durchgespielt, aber ich kam nie wirklich bis zum Ende mit diesen Gedanken.
    Mir war immer schon nach ein paar Minuten klar, das ich dann wieder genau da wäre, wo ich nie wieder hin will.
    Ich habe nie daran geglaubt, das ich irgendwann vielleicht mal wieder "kontrolliert" trinken kann.
    So vermessen war und bin ich nicht, zu denken, ich könnte etwas, was bei keinem anderen Alkoholiker je funktioniert hat.

    Heute kommen diese Gedankengänge eigentlich gar nicht mehr auf.
    Zumindest erinnere ich mich gerade nicht, wann ich das letzte Mal so eine Vorstellung durchspielte.
    Ich trinke keinen Alkohol mehr und das ist für mich heutzutage das normalste auf der Welt.
    Und ich würde es nicht mal mehr wollen, selbst wenn ich kontrolliert trinken könnte.
    Wieviel Zeit ich mit Saufen verbrannt habe, darüber ärgere ich mich heute noch manchmal.
    Ich hätte in dieser Zeit so viel Schönes machen können, aber ich soff stattdessen und kurierte diverse Kater aus.
    Und das alles für einen flüchtigen Rausch.
    Och nöööö, lass ma... sowas will ich nicht mal im tiefsten Innersten mehr.

    Und Cadda, wir könnten auch nie wieder so "unbeschwert" trinken wie "früher". Das glaube ich zumindest ganz fest.
    Wir haben doch schon viel zu viel Leid durch den Alkohol erlebt.
    Und wenn man dann auch schon eine Zeit abstinent lebte, wie Du nun, dann wird man es wohl kaum "genießen" können,
    wenn man wieder die erste Pulle an den Hals setzt.
    Rückfälle können passieren, davor ist niemand 100% gefeit.
    Aber ich habe bisher nie gelesen (oder ich erinnere es zumindest nicht), das ein Rückfälliger den Rückfall genossen hat :?
    Von daher glaube ich, das dieser Zug eh für immer abgefahren ist.
    Macht nichts, es gibt sehr viel bessere und schönere Züge, in denen wir nun Platz nehmen dürfen :D
    Der Alk-Zug fuhr schon immer nur Richtung Abgrund für uns.

    LG Sunshine

    Hallo Milla
    und Herzlich Willkommen im Forum.

    Zitat

    Außerdem habe ich mir mein Leben anders vorgestellt und zwar mit Stabilität und Sicherheit.
    Das alles habe ich verloren, bzw. auch noch nie wirklich bessesen, was mir jetzt im Nachhinein erst klar wird.

    Ein Leben in Stabilität und Sicherheit ist mit einem nassen Alkoholiker wohl kaum möglich.
    Ein nasser Alkoholiker ist doch sehr schwankend, nicht nur äußerlich, sondern ebenso innerlich durch Stimmungsschwankungen.
    Da wechselt oft Selbstmitleid mit Aggressivität (Beschimpfungen und Beschuldigungen des Partners sind ja ebenso aggressive Handlungen)
    und überhaupt ist die ganze Welt schlecht...
    Wie soll man sich mit einem nassen Alkoholiker ein stabiles Leben aufbauen können. Funzt einfach nicht bei dieser Krankheit.
    Finanzielle Sicherheit mit einem Trinker?
    Es haben schon viele Haus und Hof sozusagen versoffen. Darauf würde ich mich ganz sicher nicht verlassen wollen.

    Ein Kind braucht ganz dringend Stabilität und Sicherheit. Das ist das wichtigste, auf das es sich verlassen müssen kann.
    Bist Du denn der Meinung, Du könntest Deinem Kind allein nicht bessere Stabilität gewährleisten?
    Als mit einem Trinker an Deiner Seite?
    Ich denke, das ein nasser Alkoholiker unglaublich viel Kraft aus einem CO herauszieht. Und das macht letztendlich auch den CO schwankend.
    So kann sich am Ende Dein Kind nicht mal mehr auf Dich verlassen, erlebt nicht mal mehr bei Dir die nötige Stabilität.
    Und es kommt auch in anderen Bereichen immer zu kurz, denn ein großer Teil der Aufmerksamkeit gilt ja dem Säufer... was der gerade wieder anstellt,
    in welcher Laune der wieder nach Hause kommt, ob er abends wieder saufen wird, wie man ihm helfen könnte und dieses ganze Drama.

    Was die finanzielle Sicherheit angeht, da würde ich mich lieber auf mich selbst verlassen als auf nen Trinker.
    Und wenn das auch ne Ecke weniger Geld bedeutet, so hätte ich doch meinen Seelenfrieden und der ist mir persönlich unbezahlbar.

    Zitat

    Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass für ihn nicht der Alkohol Schuld ist an der ganzen Misere, sondern mein Verhalten.


    Typisches Säufergelaber.

    Zitat

    Ich hätte mich in den letzten Jahren so verändert zum negativen, dass er diese Beziehung nicht weiter mit mir führen kann.
    Er trinkt nur soviel, weil ich ihn vor Jahren schon emotional verlassen hätte.


    Ebenso typisches Säufergelaber.
    Mache den CO so schlecht, das der denkt, er/sie findet nie wieder n neuen Partner :roll:
    So wird er schon bleiben und sich auch weiterhin wie Dreck behandeln lassen.
    Dein XY weiß sicher ganz genau, wie er Dich "kriegen" kann, das kannste mir glauben.
    Dieses Runtermachen von anderen Menschen halte ich für die böseste und verletzendste Manipulation überhaupt.
    Und steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.
    Also wird man mit der Zeit selbst anfangen zu glauben, das man für immer allein bleiben wird, wenn man den Säufer verlässt.
    Davor haben ja viele CO`s auch große Angst.
    Dabei ist auch das Blödsinn, man wird immer einen neuen Partner finden, wenn man es möchte.
    Dazu ist man nie zu alt und auf jeden Topf passt n Deckel. Is einfach so :wink:
    Vorher würde ich aber dringend dazu raten, sich mit dem eigenen Verhalten mal zu beschäftigen und mit Hilfe zu versuchen, die CO-Abhängigkeit zu stoppen.
    Ansonsten ist die Gefahr groß, das Du gleich wieder n Säufer oder anderweitig Hilfsbedürftigen am Start hast.
    Und dann beginnt das Spiel ganz schlicht und ergreifend von vorn.

    Zitat

    Es ist die reinste Verstrickung.


    So verstrickt ist das ganze gar nicht :wink:
    Das sieht vielleicht momentan für Dich so aus... aber man kann die vermeintlichen Verstrickungen auch wieder lösen.
    Bzw. ist vieles gar nicht sooo verstrickt, sondern mit Abstand ziemlich gut zu verstehen.
    Dieser Abstand fehlt Dir momentan noch... denn die Dauerbeschallung von Deinem XY ermöglicht es Dir kaum, eine Metaebene zu erreichen,
    von der die ganze Sache durchschaubarer wird.

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Hallo Pinky,

    ich meinte eher, jemanden "emotional" ewig am Rockzipfel zu hängen.
    Halt das eigene Leben abhängig vom Leben/vom Befinden/vom Verhalten des anderen zu machen.
    Im Kopf.
    Äußerlich sind CO`s ja sehr oft starke Frauen, die ihr Leben und den Beruf gut im Griff haben.
    Die evtl. nicht mal mit ihrem Säufer zusammen leben, weil sie noch so schlau waren, das einfach nicht zu wagen aufgrund ihrer eigenen Einschätzung.
    Die nicht ihre gesamte Freizeit dem Säufer opfern.
    Aber "innendrin" besteht trotzdem oft diese starke Abhängigkeit.

    Zitat

    ich erkenne nicht, ob er gut drauf, gelangweilt, müde oder amüsiert ist, weil ich ihn bis jetzt nur als Extrem kenne.
    Diese feinen Abstufungen kann ich (nur bei ihm) überhaupt nicht abschätzen oder wahrnehmen.


    Da ist es auch wieder :wink:
    Dieser Drang, alles am anderen verstehen zu wollen, um sich selbst entsprechend angepasst verhalten zu können.
    Und auch lenken zu können :wink:
    Das funktioniert jetzt eben nicht mehr so. Erstmal sicher unangenehm für einen CO.
    Aber es ist doch auch andererseits eine schöne Sache, den anderen nochmal ganz anders/neu kennenzulernen, oder?
    Leider muss ich aber auch sagen, das gerade das auch oft zu Trennungen führt.
    Weil der andere ohne Alk gar nicht mehr der ist, den man mal kennengelernt halt.
    Weil man ihn so vielleicht gar nicht sooo gern mag? Sich so vielleicht nicht mal in ihn verliebt hätte?
    Das kann jetzt nur die Zeit und die weiteren Entwicklungen zeigen.

    Zitat

    Kein Donnerwetter, ich konnte mich mal aussprechen, er hat zugehört - war ebenfalls ungewohnt.
    Sonst ist es sehr still zwischen uns im Moment. Jeder ist mit seinen Gedanken bei sich.


    Das hört sich doch schonmal recht vielversprechend an :)
    Miteinander reden ist eh ganz wichtig. In allen Beziehungen.

    Wenn es jetzt mal stiller ist, dann ist das eben gerade so. Und man muss auch nicht immer wissen, was der andere gerade denkt, wozu auch?
    Ich persönlich bin eh kein Freund von derartigen Symbiosen.
    Ich hatte nie vor "eins" zu sein mit meinem Partner, er ist er und ich bin ich.
    Wir sind zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und das darf auch genau so sein :)
    Wir leben zusammen, weil wir das gern so möchten und aus Liebe zueinander.
    Das reicht mir persönlich und ihm auch.

    Zitat

    Mal abgesehen von der Trinkerei haben wir viel zusammen erlebt, viel durchgemacht - es wäre einfach schade, wenn das zerbrechen würde...und sehr traurig.


    Noch seid ihr doch zusammen :wink:
    Ich finde es immer schade, wenn Beziehungen zerbrechen, wo es mal echte Liebe gab. Das IST doch auch einfach traurig. :(
    Und doch ist es manchmal der Lauf der Dinge...
    Ich habe gerade in den letzen Jahren einige Trennungen miterlebt, wo ich nie gedacht hätte, das diese Beziehungen mal scheitern könnten.
    Ich fand es jedes Mal schade und traurig :(
    Und in fast allen Fällen lag es meiner Meinung daran, das man das Dasein des andern als ganz selbstverständlich betrachtete und kaum noch miteinander ernsthaft redete.
    Manchmal gab es wohl auch nicht mehr viel zu sagen.
    Und wenn der eine etwas an der Beziehung kritisierte, wurde das vom anderen nicht mal ernst genommen.
    Das dicke Ende folgte dann irgendwann...

    Ihr habt doch gerade jetzt sozusagen eine Chance auf eine Art Neuanfang.
    Denn das Leben ohne Alkohl ist ein anderes, als es je zuvor war.
    Da kommen auch noch mehr Veränderungen auf Euch zu... :wink:
    Wenn ihr Euch auch so noch gern habt, und Dein Partner trocken bleiben kann, dann sehe ich nichts, warum es nicht wieder mit Euch klappen könnte.
    Trotzdem werden ihr BEIDE an Euch arbeiten müssen.

    Zitat

    Ich bin ehrlich gesagt, sogar froh, dass ich so am Ende bin - mir fehlt im Moment die Kraft, gross an jemand anderen als mich selbst zu denken.


    Am Ende zu sein kann auch einen Neuanfang bedeuten, um dann später eine "Phönix aus der Asche-Nummer" hinzulegen. :wink:
    Wenn Du wieder bei Kräften bist.
    Bei mir war es so.
    Ich war ganz am Ende, hätte mich beinahe totgesoffen.
    Die Trockenheit war ein Neuanfang für mich. Ich habe nochmal ein neues Leben geschenkt bekommen.
    Und konnte für mich was schönes draus machen.
    Und ich bin längst nicht die einzigste, der das gelang :D

    LG Sunshine

    Hallo Silten,
    Willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Heute mittag schien es mir ein gutes Gespraech zu sein. Es erbrachte eine Momentaufnahme unserer Beziehung.
    Mein dringender Wunsch, etwas fuer mich zu aendern, damit unser gemeinsames Leben eine Wendung erfahren kann,
    weil wir beide sehen, dass es so nicht weitergehen kann.
    Von meinem Mann kam wenig rueber, aber unter anderem die grosse Furcht, ich wuerde tatsaechlich gehen.

    Du kannst leider nur was für DICH ändern, nicht für ihn. Ob das Euer gemeinsames Leben verändert, weiß niemand.
    Du willst, das ER sieht, das es nicht so weiter geht :wink:
    Hmmm... ich glaube, das ist vergebliche Liebesmüh.
    Das funktioniert weder in Abhängigkeitsbeziehungen noch in ganz normalen Beziehungen, denke ich.
    Du kannst nur für DICH sehen, das es so für DICH nicht weiter geht, und dann entsprechend handeln.
    Wie er was sieht, das bleibt ihm überlassen, Du kannst ja nicht bestimmen, was er denken soll und was nicht.
    Auch wenn CO`s meinen, sie hätten diese Macht, den anderen so zu lenken, wie sie es für gut und richtig halten. :wink:

    Und dann mal noch was. Auch wenn jemand mal ein paar Tage nichts trinkt, dann heißt das noch lange nicht, das er nüchtern ist oder gar abstinent lebt.
    Von einer Trockenheit mal ganz zu schweigen.
    Der Kopf tickt noch lange Zeit schräg, Wochen bis Monate nach dem letzten Trinken.
    Also denke mal nicht, das Du mit Deinem Mann momentan wirklich nüchterne Gespräche führen kannst.
    Und ich denke auch, er sucht momentan nur Gespräche, damit sein bester CO nicht geht.
    Was meinst Du wohl, was ich alles erzählt habe, als ich noch gesoffen habe?
    Alles, was Du hättest hören wollen und zwar auf eine Art, das Du mir jedes Wort geglaubt hättest.
    Ich hätte auch Zugeständnisse gemacht, sogar mein Alk-Problem zugegeben, nur damit mein Partner mich nicht vor die Tür setzt.
    Und der war noch nicht mal ein CO, es hat trotzdem funktioniert.
    Nur eines habe ich nicht getan:
    Aufgehört zu Saufen !
    Das habe ich selbst bei irgendwelchen Versprechungen zu einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt noch nicht vorgehabt.
    Ich konnte mir doch ein Leben ohne Alkohol überhaupt nicht mehr vorstellen.
    Und wenn der Entzug kam, dann interessierten mich irgendwelche Versprechungen oder Zugeständnisse nen feuchten Kehricht.
    Wenn man zitternd, schwitzend und voller Angst vor der nächsten Panikattacke dahockt, dann ist einem ziemlich Wurst, was man wem versprochen hat.
    Vollig uninteressant !
    So ist Sucht nun mal.

    Von daher... Gespräche mit einem nassen Alkoholiker bringen üblicherweise herzlich wenig.
    Sie dienen den nassen Alkoholiker höchstens dazu, den CO bei der Stange zu halten.
    Dein Säufer hat ja auch große Angst, Dich zu verlieren.
    Also wird er tun, was zu tun ist, damit Du nicht gehst.

    Mit Liebe haben Abhängigkeitsbeziehungen übrigens reichlich wenig zu tun.
    Das Wort wird aber trotzdem immer wieder gern benutzt, denn wie sollte man denn sonst anderen (oder auch sich selbst) noch erklären,
    warum man in so einer selbstschädigenden Beziehung lebt?

    Zitat


    Ich hatte, dezent allerdings, darauf hingewiesen, dass mir eine dringende Verbesserung unserer Beziehung wichtiger sei, als ein jahreszeitbedingter Ortswechsel. Mann versteht Frau nicht???


    Oder Säufer versteht CO nicht?
    Oder will auch gar nicht verstehen?
    Sondern ENDLICH wieder in Ruhe saufen können !
    Ohne das nervige Gelaber vom CO, mal brutal gesagt, denn das geht einem eh nur auffen Zeiger.
    Und natürlich auch ins eine Ohr rein und im anderen schon wieder raus.

    Zitat


    Am Ende dieses Tages fuehle ich mich wie in einer Luftblase; oder: ich schaue einen Film an, fiebere mit,
    und am Schluss lande ich mit einem Knall in der Wirklichkeit, die ich so nicht haben will. Und nun?


    Dann ÄNDERE was an DEINEM Leben.
    An seinem kannste eh nix ändern, auch wenn Du das noch so gern wolltest.
    Er darf auch für sich selbst entscheiden. Er ist längst erwachsen. Wenn er sich fürs Saufen entscheidert, ist das auch seine Entscheidung.
    Er tut damit ja nix verbotenes.
    Wenn Du Dein Leben so nicht haben willst, so nicht weiter leben willst, dann komme ins Handeln.
    FÜR DICH.
    Und da gibt es IMMER Wege.
    Denn wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.
    Du suchst momentan noch nach Gründen, warum Du bleiben "musst".
    Noch Hoffnung zu haben ist so gesehen auch ein "Grund", nicht zu gehen.
    Und um sein Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen, ist man nie zu alt und es ist auch nie zu spät.
    Oder stellst Du Dir Dein weiteres Leben SO vor wie es momentan läuft?
    Wie viel Leid möchtest Du noch ertragen?

    Hier schrieb mal eine Dame vor sehr langer Zeit "als ich aufhörte, Kreise zu drehen, wurde aus meinem Weg eine Linie".
    Das habe ich mir bis heute gut gemerkt. Denn so war es auch bei mir schon mehrmals im Leben.

    Ich wünsche Dir von Herzen, auch aus Deinem Kreisen (um den Säufer und sein Leben, sein Befinden und Deinen Versuchen, ihn zu ändern) eine Linie wird,
    auf der Du weiter gehen kannst.

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Hallo Dafina,
    dann muss er eben neu entgiften. So kann er eh keine Thera weiter machen.
    Das alles ist aber nicht Deine Sache, sondern SEINE !

    Ruf die Polizei, mehr kannst Du nicht tun. Wenn eine akute Gefahr besteht, werden die alles weitere einleiten.

    Einen anderen Rat kann ich Dir nicht geben.

    LG Sunshine

    Zitat

    Er sitzt jetzt seit ein paar Tagen in seiner Wohnung, hat keinen Cent mehr, nichts zu essen und trinken und schreibt immer ich soll ihn da raus holen, er kann nicht mehr, verkraftet das alles nicht, er ist schwer krank, ich soll Krankenwagen rufen, Leichenwagen usw. Geld bekommt erst wieder in 4 Wochen. Dann telefoniert er mit seinem Bruder, der macht sich Sorgen und schreibt mir wieder ich soll mich kümmern.

    Dann rufe die Polizei und lass die nach ihm schauen.
    Du bist nicht für seine Lage verantwortlich, er ist längst erwachsen und selbst verantwortlich.
    Warum um Gotes Willen lässt Du Dich denn in solche Situationen hineinbugsieren??

    Zitat

    Ich habe nun mal seine Familie (Eltern und 2 Brüder) die im europäischen Ausland leben kontaktiert und über unsere Trennung und seine jetzige Lage informiert. Das einzige was da aber kommt, sie hätten mit ihm geredet und er hat versprochen er bessert sich. Er braucht uns, ich soll ihn praktisch wieder zurück nehmen. Ich habe mich dann bei Ihnen bedankt, schöne Grüße geschickt und werde den Kontakt zu Ihnen einstellen.

    Was wolltest Du damit bewirken? Sowas bringt doch nie etwas.
    Das einzige, was bei rauskam, ist doch, das sie Dir eine Verantwortung zuschieben wollen, die Du gar nicht hast.
    Sie wollen selbst auch keine Verantwortung übernehmen.
    Warum nicht? Weil sie auch keine haben, ER IST ERWACHSEN UND SELBST VERANTWORTLICH !
    Sie tun das einzige richtige, und helfen nicht mehr.
    Sie wollen sich nicht ihr eigenes Leben von einem Säufer zerstören lassen, und das ist auch ihr gutes Recht
    Möchtest Du Dein Leben zerstören lassen von einem Säufer?
    Dann nur zu, Du bist ja schon feste dabei :(

    Und wenn er sein ganzes Geld versäuft, dann hat er halt keines mehr.
    Gibst Du ihm welches, versäuft er das ebenfalls.
    Und kontaktiert Dich ein oder zwei Tage später erneut, kommt darauf an, wie lange die Kohle für Alk ausreicht.

    Zitat

    Aber ich denke auf Dauer hat er grundsätzlich das Recht seine Kinder zu sehen, wie auch immer. Daher wird totaler Kontaktabbruch auf Dauer nicht funktionieren ?


    Dann breche doch zumindest erstmal den Kontakt für sach ma 2 Wochen ab.
    Damit er sieht, das Du nicht mehr spingst, wenn er ruft.
    Das die Nummer so nicht mehr läuft.
    (Whatsapp deinstallieren, oder für ihn blockieren bzw. Anrufbeantworter abstellen und schon kommt keine Nachricht von ihm mehr an !)

    Machst DU weiter wie bisher, geht das alles auch so weiter.
    Warum sollte ER denn was ändern? Es funzt doch alles so wie er es will.
    DU funktionierst so, wie er es will.

    Und mal was zu seiner Situation.
    Wenn es einem so beschis*sen geht, dann wird man evtl. endlich wirklich Hilfe annehmen.
    Ohne extremen Tiefpunkt geht es bei vielen nun mal nicht, bei mir war das ebenfalls so.
    Ich würde in diesem Fall wirklich die Polizei anrufen und den Fall schildern.
    Die müssen dann nach ihm schauen.
    Und gegebenfalls rufen die einen RTW und im KH gibt es dann auch was zu essen, und er bekommt dort die Hilfe, die er benötigt.
    Nämlich ne professionelle Entgiftung. Die steht ihm zu, denn er ist ja krank.
    Was er dann draus macht, ist seine Sache.
    Lässt er sich nicht einweisen, tja... auch das liegt dann in seiner Verantwortung.
    Er kann Hilfe bekommen, was er draus macht, ist seine Sache.

    LG Sunshine

    Ich habe jetzt nochmal Deinen gesamten Thread durchgelesen, FuzziJones.
    Da waren so viel gute Erkenntnisse, und Du warst auch bei Deinen Selbstreflektionen recht selbstkritisch.
    Aber dann auch wirklich nach den eigenen Erkenntnissen zu leben, ist nochmal ne andere Sache, nicht wahr?
    Denn ab dann gehts ans Eingemachte und Veränderungen müssen her, welche auch unbequem erscheinen.
    Papier (oder ne Tastatur und n Editor ) ist geduldig, aber Tun kommt von Tun :wink:

    Beim Lesen bekam ich auch ein wenig das Gefühl, das sich bei Dir immer mehr Saufdruck aufgebaut hat, könnte das sein?
    Und dann ist irgendwann jeder "Grund" recht, sich endlich mal wieder die Lampen ausschießen zu können.
    War in diesem Fall die wohl gescheiterte Beziehung der Grund?
    Das ist natürlich ganz sicher ein Schuss vor den Bug, wenn eine Beziehung zerbricht, zumal auch ein Kind involviert ist.
    Aber wir trockenen Alkoholiker werden auch nicht von sowas verschont bleiben.
    Nur weil wir nicht mehr saufen, ist das Leben ja trotzdem kein Ponyhof.
    Wir müssen uns von daher ein stabiles, trockenes Grundgerüst aufbauen, was auch bei Schicksalsschlägen noch halten kann.
    Und das braucht auch erstmal eine gewisse Zeit.

    Mich trafen gerade die letzten Jahre mehrere Schicksalsschläge, womit nicht einfach umzugehen war.
    Aber ich habe sie trotzdem trocken überstanden. Weil Saufen einfach keine Option mehr war.
    Wenn ich bei jedem Schlag, der mich in meinem trockenen Leben getroffen hat, wieder gesoffen hätte, dann hätte ich mich bereits längst tot gesoffen.
    Ich hatte aber auch das Glück, mir erstmal in relativer Ruhe ein stabiles Grundgerüst aufbauen zu können.

    Bei Dir war das etwas anders, denn Dir wurde ja in einer noch recht frischen Phase der Abstinenz klar, das die Beziehung wohl gescheitert ist.
    Das machte die Sache wohl auch deshalb schon schwieriger, ich kann mir das zumindest so vorstellen.
    Es lieferte Dir aber zugleich auch einen prima Grund, wieder zu saufen.

    Nun ist es so gekommen, Du hast wieder gesoffen.
    Es ist nun an der Zeit, hierher wieder zurück zu kommen und weiter zu machen.
    Wie ich gelesen habe, bist Du ja auch im Erweiterten Bereich, ich hatte dort nur von Dir bisher nichts gelesen.
    Vielleicht habe ich es aber auch einfach nur überlesen...kann auch gut sein.
    Im Erweiterten Bereich kann ja Deine (nun schon Ex?) Partnerin nicht mitlesen.
    Du kannst dort also offener schreiben.
    Helfen können wir Dir nur, wenn Du uns auch die Möglichkeit gibst, Dir zu helfen.
    Also los, ran an die Tastatur...

    LG Sunshine

    Hallo FuzzyJones,

    Wenn hier jemand plötzlich aufhört zu schreiben, ist das oft wegen einem Rückfall.
    Rückfälle können passieren. Dann sollte man so schnell wie möglich in seine SHG zurück gehen.

    Ich möchte mich Hulls`s Worten anschließen.

    Zitat

    Auch wenn du es selbst sicherlich weißt: diese Vier-Punkte-Anklage ist doch nicht der wahre Grund, weshalb du rückfällig geworden bist.

    Deine Frau hat außerdem nicht so zu funktionieren, wie Du es für richtig hältst.
    Und wenn sie nicht so funktioniert, ist sie nicht damit automatisch für DEINEN Rückfall verantwortlich.
    Ob Du säufst oder nicht, das ist DEINE Entscheidung.
    Und es ist auch unfair, jemanden anderen den eigenen Rückfall in die Schuhe zu schieben.

    Außerdem lesen wir hier immer nur die eine Seite :wink:
    Nicht selten würde mich auch mal eine Stellungnahme von der anderen Seite interessieren, da würde man wohl so manches Mal stutzig werden
    und nicht mehr wissen, was nun überhaupt stimmt.

    Wie auch immer, nun hast Du wieder gesoffen.
    Wie geht es nun bei Dir weiter?
    Säufst Du immer noch, weil Deine Frau so "unartig" war oder konntest Du den Rückfall stoppen?

    Zitat


    Meine Lebensgefährtin hat mich hier lange „überwacht“
    Recht hinterhältig..


    Hm, weiß nicht, ob das hinterhältig ist...es ist halt das internet und der offene Bereich ist für jedermann zugänglich.
    Sie hat damit ja nichts verbotenes getan, ob`s fair ist, ist ne andere Sache.
    Mehr als immer wieder drauf hinzuweisen, das es hier auch einen Erweiterten und GESCHÜTZTEN Bereich gibt, kann man ja auch nicht.
    Man hätte also entsprechende Vorkehrungen treffen können.

    Zitat

    Ich spreche hier als gescheiterter Vater.
    Der es nicht geschafft hat seiner Lebenspartnerschaft diese Dinge klarzumachen.


    Hm. Vielleicht passt(e) es auch einfach nur nicht?
    Weil die persönlichen Lebensvorstellungen gar nicht übereinstimmten?
    Manchmal merkt man sowas erst, wenn man eine gewisse Zeit trocken ist.
    Das kommt sogar relativ häufig vor.
    Hier im Forum ist das auch immer wieder nachzulesen.

    Mir kommt die ganze Sache jedenfalls irgendwie unfair vor.
    Du erhebst hier Anklagepunkte gegen Deine Partnerin und sprichst sie auch schuldig, als seies Du völlig uninvolviert in dem Ganzen.
    Finde ich recht befremdlich, vor allem, wenn man jahrelang durchgesoffen hat und sich dann von allem reinwaschen will.
    Meinst Du, Deine Partnerin fand es immer toll mit Dir, wenn Du ihr besoffen das WE zerknallt hast?
    Frag ja nur mal so...

    Also, wie siehts nun bei Dir aus?
    Stehst Du wieder auf und versuchst, die Probleme zu lösen, oder badest Du lieber in Selbstmitleid, weil Deine Partnerin nicht das tut, was Du gern hättest?

    Und sollte Deine Beziehung gescheitert sein... das kann ja durchaus sein, warum bist Du dann gleichzeitig auch als Vater gescheitert?
    Das verstehe ich noch nicht so ganz.
    Weil der Vater zu bestimmen hat, wo`s lang geht und das nicht gefunzt hat, oder wie is das zu verstehen?

    LG Sunshine

    Hallo Pinky und Willkommen hier im Forum.
    Schön, das Du hergefunden hast und hier nun auch schreibst.

    Deine Geschichte ist für mich übrigens eine recht typische, was die Beziehung zwischen einen nassen Alkoholiker und seinem CO angeht.
    Und das, was jetzt gerade mit Euch passiert, ist auch keine Seltenheit.

    Da wird der Alkoholiker trocken (oder versucht es zumindest) und das ganze Gefüge ändert sich.
    Eines kann ich Dir gleich so gut wie voraussagen...wenn sich hier nicht beide Beziehungspartner ändern, geht die Sache wohl eher schief.
    Denn es zeigt sich recht schnell, das nicht alles automatisch wieder gut wird, wenn der Alkoholiker trocken wird.
    Im Gegenteil, oftmals zerbrechen auch gerade daran Beziehugen,
    denn ein trockener Alkoholiker nimmt üblicherweise sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände.
    Und braucht dabei keinen CO mehr, der ihm am Rockzipfel hängt. Mal etwas böse ausgedrückt...
    Sowas wird einem dann eher lästig.
    Der CO hingegen fühlt sich dann oft fallen gelassen, links liegen gelassen, weil er nicht mehr "gebraucht" wird.
    Er wird unwichtiger für den trockenen Alkoholiker, dennd er wird wieder selbstständig.
    Ein trockener Alkoholiker wünscht sich meinen Erfahrungen nach eher einen Partner auf Augenhöhe und keinen CO, der für ihn weiterhin das Leben regelt.

    Zitat

    Ich verliebte mich in seine unbeschwerte, fröhliche, laute Art, er ging (und geht) völlig unbeschwert auf fremde Menschen zu - mein komplettes Gegenteil.

    er kann nicht mehr fröhlich sein, sondern ist sehr ruhig und ernst.

    Ich picke mir hier mal so ein paar Sachen raus...
    Das ist auch geradezu etwas typisches, was passieren kann:
    Der Partner verändert sich auf eine Art und Weise, wie man es überhaupt nicht erwartet.
    Das tut der aber nicht aus Bosheit, sondern man ist auch oft selbst erstaunt über seine Veränderungen, wenn man trocken wird.
    Als trockene Alkoholikerin kann ich das auch nur bestätigen.
    Man merkt beispielsweise, daß das Laute, scheinbar Unbeschwerte oftmals nur eine Fassade war und man in Wirklichkeit gar nicht so ist.
    Und viele andere Veränderungen gehen außerdem in einem vor.
    Die Perspektiven verschieben sich mitunter erheblich, alles ändert sich, und zwar so, das einem oftmals selbst schon unheimlich wird.
    Denn Veränderungen machen oft auch erstmal Angst.

    Zitat

    Naja, im Moment dümpeln wir jedenfalls ziemlich planlos vor uns hin.
    Wir haben in den letzten Wochen mehr zusammen unternommen als in den Jahren davor, werden aber nicht richtig warm miteinander, was uns beide traurig macht.


    Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
    Man ist teilweise geradezu fremd miteinander, nicht wahr?

    Zitat

    Ich kann nicht mehr "stark" und ausgeglichen sein, er kann nicht mehr fröhlich sein, sondern ist sehr ruhig und ernst. Es gibt Momente, wo wir uns sehr nah sind, aber die sind selten.


    Ja. Aber man kann auch an vielem arbeiten ! WENN man zusammen blieben möchte, das muss dann aber von beiden Seiten aus kommen.

    Zitat

    Ich kann ihn nicht mehr "lesen", er sich nicht mehr auf mich verlassen - es lässt sich schlecht erklären.


    Oh, ich kann das sehr gut verstehen :wink:
    Das "nicht mehr lesen können" ist für einen CO sicher unangenehm, denn sein Leben ist ja meist mehr oder weniger auf den kranken Partner eingestellt.
    Alles dreht sich am Ende nur noch um den kranken Säufer oder anderweitig Erkrankten.
    Und nun ändert der sich so, wo er trocken wird.
    Es gibt CO-Abhängige, die sich sogar wünschen, das der Partner wieder säuft, weil er so wieder durchschaubarer und auch leichter händelbar wird.
    Und auch hier... ein trocken werdender Alkoholiker, der das wirklich 100% ernst meint, kann mit einem CO nichts mehr anfangen, der ihm evtl. sogar schadet.
    Auch hier ist dann eine Trennung unausweichlich.

    Ich kann Dir nur als Tipp geben, Deinen Mann seine Entwicklung machen zu lassen, und Du kümmerst Dich mal nur um DICH.
    Ich weiß, wie schwer das für einen CO ist, aber es ist wichtig.
    Nicht nur, um die Beziehung aufrecht erhalten zu können, sondern vor allem für sich selbst.
    Wie Du das machen kannst, das kannst Du hier im Forum erlernen.
    Und dazu möchte ich dann auch gleich noch den Erweiterten Bereich ans Herz legen,
    denn dort ist der Austausch sehr viel intensiver als hier im offenen Bereich.

    Zitat

    Wir haben uns verloren in diesen Jahren und obwohl wir es möchten, wissen wir nicht, ob wir uns wiederfinden.


    Ja, das weiß man auch wirklich nicht, ob man wieder zueinander findet.
    Zuerst einmal muß man nachschauen, ob die Liebe denn überhaupt noch da ist., würde ich mal sagen.
    Bzw. auch, ob es sie denn überhaupt jemals gab oder ob alles nur eine Abhängigkeitsbeziehung war, von beiden Seiten aus?
    Und dann hilft im Grunde nur, viel miteinander zu reden. Und auch bereit zu sein, sich selbst zu ändern.
    Denn wenn sich nur einer ändert, wird die Beziehung wohl zerbrechen.
    So zumindest meine persönlichen Erfahrungen, auch durch das Lesen von wohl vielen hundert Berichten hier im Forum.

    Bei mir und meinem Mann war es übrigens so, das wir wieder zueinander finden konnten. :wink:
    Es gab dabei allerdings auch so einige Irrungen und Wirrungen.
    Mein Mann war außerdem nicht CO-abhängig, so konnte er mich auch wieder loslassen, als ich mein Leben wieder selbst in die Hand nahm.
    Das betraf jetzt insbesondere ganz praktische Erledigungen, die ich ihm früher gern aufgedrückt hatte.
    Er war froh, das ich wieder selbstständig wurde, und so hatten wir wohl auch etwas bessere Voraussetzungen, zusammen bleiben zu können.
    Aber ich sehe grundsätzlich durchaus Chancen, wenn es denn beide wollen und BEIDE zu Veränderungen bereit sind.
    Ein einfacher Weg ist es sicher nicht, und außerdem einer mit ungewisser Zunkunft.
    Aber Garantien in Beziehungen gibt es ja eh nie. Egal welcher Art sie auch sind.

    Hast Du Ideen, wie Du Deine CO-Abhängigkeit stoppen könntest?

    Zitat

    Ende Monat geht meine Psychotherapie los, eine Kur ist beantragt.


    Das ist doch schonmal gut. Ist die Psychotherapie auch auf Deine Probleme ausgerichtet? Kennt sich der oder die Psycho mit dem Thema CO-Abhängigkeit gut aus?

    Was kannst Du tun, damit es DIR besser geht bis dahin?
    Und zwar unabhängig davon, was Dein Mann gerade macht oder tut.
    Da wirst Du loslassen müssen, und Du hast ja offensichtlich auch genug eigene Baustellen, nicht wahr?
    Die zu bearbeiten wäre jetzt wichtig. DU bist wichtig. Und zwar für Dich selbst.
    Nicht für andere.

    LG Sunshine

    Hallo sausebraus,

    Sorry, ich hatte das durcheinander gebracht, Deine Abhängigkeit bezieht sich ja auf Zucker.

    Zitat

    Bei mir ist es zwar der Zucker als Suchtstoff aber ich möchte nicht in einem Forum für Alkoholiker das groß thematisieren.
    Ich habe nur gemerkt, daß es unglaublich viele Parallelen gibt und ich würde gerne von den anderen Teilnehmern hier lernen, speziell zu der psychologischen Komponente der Sucht.

    Hmmm, also hier geht es ja schon sehr speziell um die Alkoholkrankheit.
    Wenn es Dir trotzdem weiter hilft, dann ist es ja gut. Das musst Du am Ende selbst entscheiden, ob Dir der Austausch hier was bringt.
    Und Sucht ist Sucht, das stimmt sicher.

    Zitat

    Es ist wahrscheinlich nicht ohne Grund, warum manche von der Alkoholsucht in die Zuckersucht wechseln.


    Also ich kenne jetzt persönlich keinen trockenen Alkoholiker, der speziell in die Zuckersucht gerutscht ist.
    Aber es mag auch solche Fälle geben.
    Das am Anfang der Trockenheit oft nach Zucker gelechzt wird, ist wohl eher der Tatsache geschuldet, das in Alkohol viel Zucker enthalten ist.
    Und den will der Körper weiterhin haben.
    Um nicht wieder saufen zu müssen, wird deshalb zu Beginn der Trockenheit oft zu Süßigkeiten gegriffen.
    In dem meissten Fällen legt sich das aber auch wieder.
    Ich zumindest bin in keiner Zuckersucht gelandet. Ich konsumiere zwar ab und an welchen, esse auch mal ne Süßigkeit, aber das hält sich in Grenzen.

    Aber es stimmt sicher, das wir trockenen Alkoholiker mitunter in Suchtverlagerungen rutschen.
    Das ist mir auch schon mehrmals so passiert. Das war beispielsweise mal eine Art Sportsucht, und auch nach Reiswaffeln gierte ich mal ne Zeitlang übermäßig.
    Bitte nicht lachen, das stimmt wirklich :wink:
    Das waren dann aber Sachen, die ich selbst aus eigener Kraft stoppen konnte.
    Ich merkte, was abläuft, und konnte es stoppen, wenn auch mit einiger Kraftanstrengung.
    Beim Alkohol war mir das überhaupt nicht mehr möglich, da brauchte ich erst ärztliche Hilfe.

    LG Sunshine