Beiträge von Sunshine_33

    Hallo,
    ich tue mich sehr schwer mit dem verlinkten Beitrag, obwohl ich auch kein Gegner von Sterbehilfe bin.
    Und zwar aus folgenden Grund, den auch garcia schon nannte:

    Zitat

    ob dort wirklich alles ausgelotet worden ist, was machbar hätte sein können, um ein Weiterleben in Würde zu ermöglichen, um ein wenig Licht in die Dunkelheit werfen zu können. Das frage ich mich wirlich.


    Denn ich denke, das es IMMER einen WEg aus Abhängigkeiten gibt.
    Und darum ging es hier und nicht um eine beispielsweise schwere Krebserkrankung, wo keine positiven Aussichten mehr möglich sind.

    Außerdem beschleicht mich bei solchen Artikeln immer wieder so ein ungutes Gefühl, das Menschen aussortiert werden, die nicht mehr so funktionieren wie sie sollten.
    Und so auch keinen "Gewinn" mehr abwerfen, sondern Geld kosten.
    Wenn man ihnen dann noch suggeriert, das sie ja eh dem Staat und den Angehörigen nur zur Last fallen, fällt die Entscheidung zur Sterbehilfe eventuell aufgrunddessen schneller?
    Sind aber jetzt nur so persönliche Horrorvisionen... ob da was dran ist, weiß ich nicht.
    Ich empfinde momentan unsere Gesellscahft eh immer mehr als Wegwerfgesellschaft und vielleicht macht das auch vor Menschen bald nicht mehr halt.

    LG Sunshine

    Hallo taurus,
    ich sehe, das Du möglichst nichts ändern willst, was Dir unbequem erscheint.
    Also verbuchst Du das unter "unnötig" und untermauerst das mit vielerlei Argumenten. So passt es dann wieder gut für einen selbst, nicht wahr?
    Ratschläge, Anregungen und Tipps von LZT werden von Dir abgetan, weil bei Dir ja "alles anders" ist. Auch klar :roll:

    taurus, es ist ja Dein Leben und Du kannst darin machen, was Du lustig bist.
    Auch wieder saufen. Ebenso risikoreiches Verhalten an den Tag legen.
    Alles DEINE SAche. Aber jammer dann nich rum, wenn Du wieder an der Pulle hängst, denn hier wurden Dir ausreichend Informationen gegeben.
    Ob man was annimmt, bleibt einem immer selbst überlassen.

    Ich kann Dir nur sagen, was MIR gleich am Anfang meiner Trockenheit ziemlich klar wurde:
    Das ich GAR NICHTS WEISS, wie ich trocken bleiben könnte !!
    Denn ansonsten hätte ich ja nicht so lange weitersaufen müssen.
    Ab dann hörte ich unter anderem ganz stark auf mein Bauchgefühl.
    Und das sagte mir so einiges, beispielsweise, das ich ganz sicher nicht auf eine Feier, Veranstaltung oder was auch immer gehöre, wo Alk getrunken wird.
    Egal ob sich da die anderen die Breitseite verpassen oder nur ein Glas trinken.
    Für später auftretenden Saufdruck ist das nämlich völlig latte.
    Ich kannte damals gar keine "Grundbausteine".
    Aber mir war klar, das ich keinesfalls so weitermachen kann wie bevor.
    Und ich war bereit, Veränderungen vorzunehmen !
    Weil`s verdammt noch mal um mein Leben ging, was ansonsten vorbei gewesen wäre.

    Du bist noch nicht an diesem (Tief)-Punkt und von daher auch nicht bereit was zu ändern.
    Dann mach es halt so wie Du denkst.
    Ich bin trocken. Das ist im Grunde für mich das einzige relevante.

    Ich verabschiede mich hiermit aus diesem Thread.
    Denn ich könnte hier nicht weiterhelfen, selbst wenn ich wollte.
    Ich verfüge über keine eigenen Erfahrungen mit risikoreichen Wegen in die Abstinenz.
    (Das Wort Abstinenz benutze ich hier absichtlich, denn mit Trockenheit hat es für mich noch nix zu tun, nur nicht mehr zu trinken)
    Also könnte ich auch nichts aus eigenen Erfahrungen dazu schreiben.
    Und darum geht es hier nun mal, das wir aus unseren eigenen Erfahrungen berichten.

    Ich wünsche Dir Alles Gute auf Deinem Weg
    Gruß Sunshine

    Zitat

    Irgendwie ist es ziemlich deprimierend, dass man nach dem Tod keinen Kontakt mehr haben kann (auch wenn viele das Gegenteil behaupten).
    Für mich als Naturwissenschaftler steht aber fest: Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Leben nach dem Tod bzw. keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme.
    Auch wenn ich mir sehnlichst wünsche, dass es anders wäre.

    Ja, das ist wirklich deprimierend. Besonders wenn noch Fragen offen sind.
    Andererseits denke ich, das IMMER irgendwelche Fragen noch offen sind bei Verstorbenen.
    Egal was passiert ist, das hat mit Alkoholismus wenig zu tun.
    Es ist wie es ist, wir werden diese Fragen nicht mehr stellen können.
    Damit müssen wir leben.

    Liebe Warrenville,
    zum Thema "Aufarbeitung".
    Manchmal gibt es auch einfach nix zum Aufarbeiten :wink:
    Und wenn doch, wird es die Zeit zeigen.
    Ich habe ja auch eine Tochter. Sie ist somit auch die Tochter einer Alkoholikerin.
    Daraufhin beschäftigte ich mich auch mit der Angehörigen-Materie und sprach auch mehrmals mit ihr über alles.
    Ich sagte ihr, das es auch SHG für Angehörige gibt. Und auch Therapien.
    Meine Tochter meinte dazu, das sie nicht wüßte, was sie da solle bzw. aufarbeiten sollte/könnte?
    Sie sagte mir, das sie ihre Kindheit als sehr schön empfunden hat, besonders das ich mir immer Zeit für sie genommen hätte und wir viel zusammen gemacht haben.
    Sie wüßte nicht, was sie für Schädigungen durch meine Krankheit haben sollte?
    Nun muss ich dazu sagen, das meine Krankheit auch erst besonders schlimm wurde, als sie längst auf eigenen Beinen stand und schon mit ihrem Lebensgefährten zusammen lebte.
    Als ich entgiftete, war sie schon Anfang 20.

    Zitat


    Beispielsweise mal ein so heftiger Streit zwischen meinen Eltern, dass meine Mutter die Scheidung ankündigte,
    ins Schlafzimmer ging und meinem Vater sagte, er würde von ihrem Anwalt hören.
    Da war ich noch recht klein, das war damals ein ziemlich massives Erlebnis.


    Ich hatte beinahe das gleiche Erlebnis mit meinen Eltern. Nur waren weder meine Mutter noch mein Vater alkoholkrank.
    Sowas kommt auch in anderen Ehen vor, es gibt keine Wolkenkuckucksheime, wo sich die Eltern nie streiten.
    Für mich war das aber auch ein beängstigendes Erlebnis, was ich bis heute nicht vergessen habe.
    Dazu kam noch die Angst, das wir Kinder ins Heim müßten, weil meine Mutter damit außerdem meinem Vater gedroht hatte.
    Ich sehe heute noch die Szene genau vor mir, das war besonders für mich sehr traumatisch.
    Mein Bruder kann sich nicht mehr dran erinnern, er war damals auch noch zu klein.
    Meine Eltern haben sich übrigens nicht scheiden lassen :wink:

    Ich habe mir das aber genau gemerkt und immer sehr darauf geachtet, das meine Tochter sowas nicht miterleben muß.
    Ich bin auch 1x geschieden, aber wir trennten uns im Guten, meine Tochter hat keine Streitereien mitbekommen, das war mir immer sehr wichtig.
    Mein Ex ist bis heute einer meiner besten und engsten Freunde, von daher war auch unsere Scheidung wohl kein so schlimmes Erlebtnis für meine Tochter.
    Schön aber sicher auch nicht.

    Ich will damit nur sagen, nicht jeder braucht grundsätzlich therapeutsiche Hilfe.
    Wenn aber doch, dann bitte nutzen.

    LG Sunshine

    Zitat

    Ich habe Billard und Kochen für mich wiederentdeckt. Beides ist in der Gruppe aber wieder mit Alkohol verbunden. Ok, Sport mache ich auch wieder, das ist ja alkoholfrei.

    Billiard wird meist in der Kneipe gespielt, davon würde ich Abstand nehmen.
    Aber wieso um Himmels Willen ist Kochen denn mit Alkohol verbunden?? :shock:
    Man kann doch auch gemeinsam kochen, ohne das Alk damit auch nur irgendwas zu tun hat.

    Epic, ich habe das Gefühl, als seiest Du der Meinung, das man Alkohol nirgendwo aus dem Weg gehen kann.
    Das stimmt so aber nicht !
    Ich werde ihm immer irgendwo mal wieder begegnen, das stimmt wohl, denn irgendwann werde ich tanken mssen, einkaufen gehen müssen etc.
    ABER ich kann mir auch ganz viel gestalten, ohne dem Alk zu begegnen.
    Es kommt hierbei drauf an, WEGE zu finden, und nicht immer nur nach Gründen zu suchen, warum etwas nicht geht.

    Du bist im Moment noch sehr im "Gründe finden" verhaftet.
    Schau lieber nach Wegen, werde aktiv, das hilft Dir wesentlich mehr weiter.

    Und neue Freunde finden kostet Zeit?
    Ja und ? Dann wirst Du die wohl investieren müssen. Ist es Dir das nicht mal wert?
    Dann weiß ich auch nich weiter...

    Es wird Dir hier übrigens niemand versprechen, das der Weg in ein trockenes Leben einfach, ohne Hürden und ohne Veränderungen sein wird.
    Die andere Option ist halt, sich langsam aber sicher totsaufen.
    Denn darauf läuft es letztendlich immer hinaus bei Alkoholikern, die ihre Sucht nicht stoppen können.

    LG Sunshine

    Zitat

    Wir Menschen sind alle so unterschiedlich und darum haben wir auch ein so individuelles Suchtverhalten.
    Wir haben eine Alkohol-Geschichte und die ist bei jedem eine andere.

    Das sehe ich anders.
    Hier gleichen sich derart viele Geschichten wie ein Ei dem anderen, das unsere Krankheit soooo indivuduell nicht sein kann.

    Das Herausstellen von Individualität dient meist nur dazu, sich eigene Wege zusammenzubastlen, und zwar so, wie sie einem am bequemsten erscheinen und am besten in den Kram passen.
    Erfolgreich sind diese bequemen Wege selten.
    Meine Meinung :wink:

    LG Sunshine

    Ich meine auch nicht, das dieser Thread geschlossen werden sollte.
    Sondern er kann gut zum Diskutieren genutzt werden.

    Klar sollte allerdings sein, das Rauchen ebenso eine Sucht ist wie andere stoffliche Süchte.
    Und das brauchen wir auch Matthias nicht zu erzählen, das weiß der selbst auch ganz genau :wink:

    Das Erkennen, das man nikotinsüchtig geworden ist, oder es auch schon lange ist, kann ja helfen auf dem Weg zum Nichtrauchen.
    Ohne Erkenntnisse kann man nix ändern, die sind schon nötig.
    Und die können auch unangenehm sein, leider...

    Also ich gebe ganz offen zu, das ich nikotinsüchtig war.
    Und es ähnelte auch meinem Sauf-Suchtverhalten.
    Ich schaute in meine Zigarettenschachtel, ob noch genug drin sind, um den Abend zu "überstehen" :roll:
    Ich wäre auch nachts noch für n paar Glimmstängel losgedüst.
    Ich WOLLTE rauchen, wollte nix darüber hören, wie schädlich rauchen ist.
    Suchtverhalten pur.

    Andererseits merkte ich auch, wie sehr sich das mit dem Rest meines Lebens beißt.
    Ich wollte gesünder leben, und unabhängig von Suchtmiteln. Und trotzdem rauche ich?
    Hääää, ach komm, das passt ja mal überhaupt nicht :roll:
    Die Konsequenz KONNTE ja nur sein, das Zeug wegzuschmeissen.

    Dann gab es 2 Vorkommnisse, die mir deutlich machten, das es Zeit zum aufhören wird.
    Und damit habe ich es dann bis heute geschafft.
    Und freue mich außerdem noch drüber, wie viel Kohle ich spare und dafür in die Kameraindustrie pumpen kann :lol::lol:
    Bin jetzt leider nach neuen Kameramodellen und Zubehör süchtig :lol:
    Aber die schädigen wenigstens nicht meine Gesundheit :wink:

    LG Sunshine

    Epic schrieb:

    Zitat

    Also ich habe bislang die Erfahrung gemacht, dass ich alles runterkippe, wenn ich Alkohol haben will.
    Schnaps im Schrank meines Stiefvaters, Wein aus dem Schrank, Rum aus der Backzutaten-Kiste... Wenn es mich überkommt, ist nichts vor mir sicher.

    Ich bin ja nicht erst seit gestern hier... und ich erinnere in diesem Zusammenhang einen Satz, den jemand hier mal vor vielen Jahren geschrieben hat:
    "Ich hätte auch billiges Discounter-Bier aus Gullidecken gesoffen"

    Karsten scrhieb:

    Zitat

    Ich wollte kein wohlschmeckendes Getränk, sondern saufen, weil ich den Alkohol brauchte.

    Deckt sich mit dem oben zitierten.
    Und ist auch typisch für unsere Krankheit.

    Von daher kann es nur eine sehr schlechte Idee sein, Alk im Hause zu haben.
    Ich möchte sowas nicht und hier gibt es auch keinen Alkohol im Haus.
    Mein Partner ist trotzdem noch da :wink: und meine Angehörigen haben das auch von Anfang an so akzeptiert.
    Zu meinem risikominimierten Leben gehört es einfach selbstverständlich dazu, keinen Alk im Haus zu haben.
    Denn selbst nach vielen Jahren Trockenheit bin ich auch nicht vor einem Rückfall sicher.

    LG Sunshine

    Ich kann gut nachvollziehen, was Du im letzten Beitrag schreibst, Epic.
    Dazu noch ein paar Gedanken von meienr Seite:

    Zitat

    Versuche ich ja, aber meine Angst vor dem Alleinsein steht mir da oft im Weg.


    Mich hat mein trockenes Leben überhaupt nicht einsam gemacht, sondern ganz im Gegenteil.
    Ich konnte trocken endlich wieder an vielem teilnehmen, was ich nass nicht mehr konnte.
    Ich habe mich selbst isoliert, als ich noch gesoffen habe.
    DA war ich einsam !!
    Ich habe mittlerweile viele Bekannte, die keinen Alkohol trinken müssen.
    Und auch echte neue Freunde im trockenen Leben gefunden.
    Dafür musste ich allerdings was tun :wink:
    Nämlich rausgehen, auf andere Leute zugehen, fragen, ob ich bei diesem oder jenem mitmachen kann etc.
    Außerdem konnte ich mein Hobby reaktivieren und ausbauen und habe auch dadurch sehr viele neue Leute kennengelernt, die kein Alk-Problem haben.
    Kurzum: Einsam war ich, als ich noch gesoffen habe :idea:

    Zitat

    Ich suche Bestätigung, denn das fühlt sich gut an. Ist immer willkommen.


    Alle Menschen suchen nach Bestätigung. Und nach Anerkennung. Und nach Liebe.
    Das ist der Motor für fast alle unseren Bemühungen... unser Tun.
    Und völlig menschlich und normal !

    Wir haben aber auch eine Krankheit, die ungestoppt tödlich verläuft.
    Und damit werden wir uns auch selbstkritisch auseinander setzen müssen, wenn wir trocken werden wollen.
    Was wir dann sehen, wenn wir mit den ganzen Selbstlügen aufhören, wird uns mitunter kein bisschen erfreuen.
    Ich denke nicht, das es einen völlig schmerzfreien Weg aus der Sucht gibt.

    Zitat

    Vielleicht sollte ich auch mal alles schreiben, was ich denke.


    Hmmm... also wenn Du das nicht tust, wird Dir das Forum nicht helfen können.
    Das wäre sozusagen überhaupt die Grundlage für einen guten und ehrlichen Austausch.
    Wenn Du nur schreibst, was sich (für andere) gut anhört, wird Dir das persönlich nix bringen.
    Und wie sollen wir so wissen, wie es Dir wirklich geht?
    Folgerichtig können wir so auch nicht helfen und unterstützen.
    Weil wir ja gar nicht Deine persönlichen Probleme und Schwierigkeiten kennen.

    Übrigens... an dieser Stelle mal der Hinweis, das es hier auch den Erweiterten Bereich gibt, in dem der Austausch weitaus intensiver ist
    und wo vor allem nicht das gesamte www mitlesen kann.
    Sondern nur die Personen, die dort auch angemeldet sind.
    Und es gibt auch sonst einiges im Erweiterten Bereich, was es im offenen so nicht gibt.
    Sehr persönliches gehört meiner Meinung nach keinesfalls ins netz.
    Von daher könnte vielleicht auch für Dich ein Wechsel dorthin sinnvoll sein.
    Wollts nur mal so am Rande erwähnen... :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Epic,
    an dieser Stelle noch ein Herzliches Willkommen von mir :)

    Zitat

    Ja, es wäre echt schön, wenn ich genau so respektvoll wie jemand mit einem gebrochenen Bein behandelt werden würde. Da das aber meistens nicht so ist, bleibe ich lieber still. Da überwiegen echt die Nachteile zu sehr, um offen damit umzugehen.


    Hast Du diese Erfahrung persönlich so gemacht?
    Oder ist es nur ne reine Mutmaßung, die aufgrund Deiner Fantasie oder Deiner eigenen Vorurteile entstand?

    Zitat

    Als erstes sage ich, dass ich nichts trinken möchte. Auf die Frage warum antworte ich, dass ich es nicht vertrage.
    Je nachdem, wer dann immer noch weiterfragt, antworte ich entweder mit der Wahrheit oder ich sage, dass ich darüber nicht sprechen mag.

    Hm, das wäre absolut kein Weg für mich gewesen.
    Gelogen habe ich im nassen Stadium meiner Sucht genug.
    Und das hat mir auch mit am meissten zu schaffen gemacht.
    Denn ich bin ohne Alkohol ein sehr geradliniger Mensch, so würde ich mich zumindest einstufen.
    Von daher ist mir jegliche Lügerei und auch Rumlaviererei zuwider.
    Wenn ich jemanden antworte, das ich keinen Alkohol vertrage und deshalb nicht trinke, käme ich mir wieder verlogen vor.
    Ich trinke keinen Alkohol, weil ich nicht mit Alkohol umgehen kann, weil ich alkoholkrank geworden bin und fertig !

    Ich laufe aber deshalb auch nicht mit einem Schild auf der Stirn herum.
    Fragt mich jemand, sage ich, das ich keinen Alkohol trinke, denn soweit ist das ja korrekt.
    Fragt jemand weiter, bekommt er von mir die schlichte Antwort:
    "Ich bin trockene Alkoholikerin."
    Danach erübrigen sich entweder weitere Fragen, weil der andere nun weiß, warum ich nicht trinke.
    Oder es ergeben sich weitere Fragen, aus Interesse für die Krankheit und/oder meine Person.
    Ich kann damit sehr gut umgehen.

    Lügen möchte ich nicht mehr, und ich möchte auch nicht belogen werden.
    Von daher kam es auch nie für mich in Frage, meine Freunde über meine Krankheit im Unklaren zu lassen.
    Ich erhoffe mir doch von meinen Freunden auch Ehrlichkeit.
    Und ich bin bereit, das gleiche zu bieten. Alles andere ist für mich keine Basis.

    Hier geht es ja darum, von EIGENEN Erfahrungen zu berichten und nicht davon, was sein könnte, wenn Fall A,B oder C eintrifft.
    Also erzähle ich mal von mir:
    Als ich in die Entgiftung kam, landete ich erstmal auf der Intensiv, weil ich körperlich am Ende war.
    Ich erzählte dort das erste Mal ungeschönt die ganze Wahrheit über meine Sauferei, ungeschönt.
    Und ich bekam sofortige Hilfe, ohne dumme Blicke oder Vorwürfe oder sonstwas.
    Ich konnte/durfte während der Entgiftung nicht allein essen, konnte nicht mehr laufen (durch langes Liegen) und durfte nicht mal allein auf Toilette.
    Also mußte ich alle Hilfe im KH annehmen, ich wurde gewaschen, lernte wieder laufen, allein essen etc.pp.
    Die ganze Zeit wurde ich sehr liebevoll von den Schwestern und einem Pfleger betreut.
    Obwohl ich mch anfangs unter aller Sau dort benommen hatte :oops: , aber das lag an den Medikamenten, die kannten das da also und es wurde als Nebenwirkung der Entgiftung abgehakt und fertig.
    Am Ende der Entgiftung nahm mich eine Schwester in den Arm und sagte mir:
    "Wir haben jetzt alles für Sie getan, was wir konnten. Machen sie was draus!"
    Dieser Satz begleitet mich übrigens bis heute.

    Anschließend wurde ich von meiner neuen Hausärztin begleitet, die sich sehr gut mit Suchterkrankungen auskennt.
    Darum hatte ich auch explizit diese Ärztin gewählt.
    Sie wurde mir in den ersten Wochen nach dem KH zu meiner wichtigsten Begleitperson und Vertrauten.
    Aber nicht nur das, ich wurde auch von restlichen Praxispersonal sehr freundlich, geradezu liebevoll betreut !
    Da gab es keinen einzigen schiefen Blick und auch kein dummes Gelaber.
    Ich verdanke diesen Leuten viel. Sie hielten zu mir und freuten sich mit mir über jeden gesundheitlichen Fortschritt und auch sonst.

    Nun zum beruflichen:
    Mein Chef ahnte längst, was mit mir los ist, weil er selbst einen alkoholkranken Bruder hat.
    Unsere Krankheit bleibt nicht unbemerkt ! Wer sowas denkt, is echt blauäugig.
    Als ich nach Monaten wieder zur Arbeit durfte, wurde ich auch dort freundlich empfangen.
    In meiner Firma gibt es auch gut ausgebildete Suchtberater, die immer ansprechbar und auch vor Ort sind.
    Es gab einige Grespräche mit meinen beiden Chefs. Das war aber okay so.
    So, und nach ca. einem knappen Jahr wurde ich befördert !
    Weil ich wieder zuverlässsig sein konnte, meine Aufgaben nüchtern sehr gut bewältigte und so bekam ich ein eigenes Sachgebiet.
    Tut mir leid, auch hier kann ich keine Beeinträchtigung meiner beruflichen Laufbahn aufgrund meiner Krankheit sehen.

    Später arbeitete ich noch in einer anderen Firma. Auch hier war meine Krankheit nie ein Problem.
    Es ergaben sich auch dort Freundschaften mit Kollegen und auch da habe ich nie dumme Bemerkungen hören müssen.

    Auch meine Freunde (also die wirklichen) hielten und halten zu mir und haben kein Problem mit meiner Krankheit.

    Kurzum, bei mir traf nichts von dem zu, was Du befürchtest !
    Und ich finde es auch äußerst unfair, einfach so zu behaupten, das alle Menschen schlecht über einen reden, nur weil man eine Suchterkrankung hat.
    Paar Idioten gibt trotzdem immer, auch klar.
    Aber nicht alle Menschen haben Vorurteile ! Das wird aber von Dir beinahe per se so unterstellt. Finde ich persönlich echt nicht okay.
    Und Mutmaßungen finde ich auch nicht okay.
    Mich interesseiren nur persönliche Erfahrungen anderer und nicht ein stochern im Ungewissen, was sein könnte, wenn...

    Ich übertrage im übigen niemanden Verantwortung für meine Krankheit.
    Dafür bin ich erstens nicht der Typ und zweitens BIN ich selbst verantwortlich.
    Das reine Wissen über meine Erkrankung überträgt KEINE Verantwortung. Wieso sollte es?

    LG Sunshine

    Epic schrieb:

    Zitat

    Und ja, ich bin auch der Meinung, dass einem nahe stehende Menschen Rücksicht nehmen sollten.
    Auch zu ihrem eigenen Vorteil, denn auch für sie ist es anstrengender, wenn du rückfällig wirst statt trocken zu bleiben

    So siehts mal aus ! :idea:
    Und sorry, es ist doch auch wirklich so, das die Angehörigen keinerlei Einschränkung haben, wenn kein Alk im Haus ist und auch Gästen beispielsweise keiner angeboten wird.
    Es sei denn, man gibt alles auf die Meinung anderer oder hat selbst ein Alkoholproblem.
    Dann kommen nämlich genau die Sprüche wie "Du bist doch krank, nicht ich. Warum also soll ich Rücksicht nehmen?
    Das musst Du schon abkönnen... und bliblablubb ! :roll:
    Nein, man muss das als alkoholkranker Mensch eben NICHT abkönnen... ertragen... man muss NICHT dulden, das in eigenen Haus Alk rumsteht !
    Soweit kommts ja grad noch :roll:

    Zitat


    Ich kann dich gut verstehen, denn ich habe auch lange gedacht, dass ich mich in Bezug auf Alkohol schon gut kontrollieren könnte und ich Alkohol ruhig sorglos um mich herum stehen haben könnte.
    Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich mich absolut nicht kontrollieren kann,
    weil Sucht etwas zu sein scheint, was mit dem Verstand nicht greifbar ist.

    Glückwunsch zu diesen Erkenntnissen, Epic!
    Denn genau so ist das. Die Sucht ist nicht mit Verstand und Logik greifbar.
    Das WEISS beispielsweise auch jeder Arzt und Therapeut, der sich mit der Suchtproblemtik intensiver befasst bzw. auskennt.
    Das "scheint" also nicht nur so zu sein, das IST so ! :wink:

    Und dementsprechend sollten wur uns auch verhalten.
    Mit konsequenter Risikominimierung ist hier schon sehr viel getan.
    Viele Erkenntnisse durch Austausch mit anderen Betroffenen kommen dann noch dazu. Immer so peu a peu... darum lohnt sich auch der Austausch hier enorm.
    Und die Zeit tut auch das ihrige, die dummen Synapsen-Verknüpfungen schwächer werden zu lassen.

    Zitat

    Ich sehe das Ganze auch nicht als Kampf an, sondern eher... ich weiß noch nicht so recht. Eher wie einen Fluss, der den Stein geschmeidig umfließt, statt sich an ihm zu brechen.

    Ich habe meine Alkoholkrankheit nie als Kampf empfunden.
    Weil ich frühzeitig kapitulierte, im Grunde schon bei meiner schweren Entgiftung, die ich beinahe nicht überlebt hätte.
    Mit so einem übermächtigen Gegner nochmal kämpfen ??
    Nein Danke, ich habe dabei schon fast einmal mein Leben verloren.
    Ich sehe Kapitulation im übrigen auch nicht als Schwäche.
    Sondern eher als Stärke, in einem gewissen Moment das schlauere zu tun anstatt zu kämpfen. :wink:

    Hallo taurus, ich habe das nun alles in Deinem Thread geschrieben, aber ich denke, es passt auch hier.
    Sollte es Dir nicht recht sein, kopiere ich es halt auch nochmal in Epic`s Thread.
    Aber im Grunde trifft es ja auch auf Deine Fragen zu... :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    - ich will beim dampfen s gift behalten und möglichst alle nebenwirkungen weglassen

    Darf ich fragen, warum Du Dich immer weiter vergiften möchtest, lieber Matthias?

    Zitat

    ob s damfen geeignet is, sich s nicotin abzugewöhnen :?::?::?:


    War runtertrinken oder nur noch eine bestimmte Alkoholart zu trinken eine geeignete Methode, um trocken zu werden? :wink:

    Ich weiß nicht, ob man sich durch das Dampfen das Nikotin abgewöhnen kann, Matthias.
    Habe damit ja keine Erfahrungen.
    Ich weiß nur, was beim trocken werden alles nicht zielführend war :?
    Nur die völlige Abstinenz führte mich dahin, wo ich so gern hin wollte.
    Sucht ist für mich Sucht, egal um was für eine Abhängigkeit es sich handelt.

    Meine Entscheidung war damals, gar nicht mehr rauchen zu wollen.
    Ich hatte etwas Angst vor dem Entzug.
    Aber das war nicht mal halb so wil wie ich mir das vorgestellt hatte.
    2 Tage leichte Nervosität und schwankende Laune, das war schon alles.
    Danach war ich durch den Nikotinentzug durch.
    Die Kopfsache dauert natürlich erheblich länger, ähnlich wie bei der Sauferei.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall, auch welche Art auch immer, irgendwann nicht mehr rauchen zu müssen.
    Denn Nikotin ist eben so ein Gift wie Alkohol. Und mit Lungenkrebs hat man ganz schlechte Chancen :?
    Ich habe meinen Opa, meine Patentante und einen Bekannten in meinem Alter durch Lungenkrebs verloren.
    Es ist eine schreckliche Art zu sterben. :cry:

    LG Sunshine

    Hallo taurus und Willkommen hier im Forum.

    Zu Deinen Fragen MEINE Antworten. :wink:

    Zitat

    - Denn wenn ich unstillbares Verlangen nach Alk habe, ist doch jeder Laden, jede Tankstelle/jedes Lokal im Nu zu erreichen und Alkohol somit rund um die Uhr sowieso verfügbar;

    Zur nächsten Tanke musst Du aber erstmal irgendwie hinkommen.
    Diese (wenn auch nur paar) Minuten sind noch eine kleine Chance, sich das nochmal zu überlegen.
    Aus meiner langjährigen Erfahrung hier im Forum kann ich Dir auch berichten, das so einige rückfällig wurden, weil sie Alk im Haus hatten.
    Liest man hier immer wieder.
    Wenn wir also davor warnen, macht das durchaus Sinn und entspricht auch unseren Erfahrungen hier.

    Zitat


    - Denn der Anblick von Alkohol oder das Wissen um seine Nähe zumindest bei mir nicht ein Mehrverlangen auslöst, sondern das "ihm ins Gesicht schauen" und ihm zu widerstehen mein Selbstvertrauen stärkt!


    Seit wann kämpft man mit Gegnern, wo von vorn herein feststeht, wer der Sieger ist?
    Und das ist bei uns IMMER der Alk, wenn man sich wieder mit ihm anlegt.
    Es ist kein Zeichen von Stärke, aussichtslose Kämpfe zu führen, sondern in meinen Augen leider nur ein Zeichen von Dummheit und des "nicht-verstanden-haben".
    Mein Selbstvertrauen konnte übrigens ganz sicher nicht wieder hergestellt werden, indem ich dem Alk immer wieder "ins Gesicht schaue".
    Wie kommst Du denn auf sowas?

    Zitat


    - Wir Alkoholiker haben meist über viele Jahre unsere Familie durch unseren Egoismus doch sehr, sehr belastet. Warum sollten wir, als Süchtige im Bemühen um dauerhafte Abstinenz, wieder egoistisch reagieren, warum sollte sich wieder alles nur um uns drehen und jeglicher Alkohol aus dem Heim entfernt/entsorgt werden und warum sollten unsere Lieben, die mit Alkohol umgehen können, nicht neben uns ihr Glas trinken können?

    Ein trockener Alkoholiker sollte sehr gut lernen, einen gesunden Egoismus zu erlernen. Denn davon kann oft das Trockenbleiben abhängen.
    Damit schädigt man nicht seine Familie.

    Wenn Angehörige oder auch anderen Menschen vor einem abstinent lebenden Menschen Alkohol konsumieren, kann das außerdem Saufdruck auslösen.
    Möchtest Du so ein Risiko eingehen?
    Möchten Deine Angehörigen so ein Risiko eingehen?
    Sorry, aber wenn mein Partner mich liebt, wenn meine Angehörigen mich lieben, werden sie das nicht tun !

    In meiner Familie dreht sich nicht alles um mich.
    Meine Angehörigen müssen allerdings auch keinen Alkohol in meiner Gegenwart konsumieren.
    Müßten sie das, dann hätten sie ja selbst ein Problem mit Alkohol, oder?
    Wer kein Problem damit hat, kann nämlich sehr gut drauf verzichten.
    Verzichten ist auch noch das falsche Wort, denn für einen Nicht-Abhängigen ist Nichttrinken ja gar kein Verzicht :wink:

    Lieber taurus, ich meine, Du begehst hier gerade einige der ganz typischen "Denkfehler", die gerade frisch abstinent Lebende begehen.
    Das ist nicht schlimm, weil die ganze eigene Denke nach so kurzer Zeit der Abstinenz üblicherweise noch nass wie ein Schwamm ist.

    Lese Dich hier ein, dann wirst Du nach und nach immer besser verstehen, warum hier die meissten nach dem Prinzip der Risikominimierung leben.
    Ich tue das übrigens auch.
    Immer noch... auch noch nach über 14 Jahren Trockenheit.
    Und ich denke, es ist auch einer der Gründe, WARUM ich so lange trocken bleiben konnte.
    Also bleibe ich mal dabei, bisher war ich ja erfolgreich damit. :wink:

    LG Sunshine

    Liebe Slowly,

    ich kann Dich nur allzu gut verstehen. :wink:
    Mir ist mal ähnliches passiert, ich zeigte CO-abhängiges Verhalten.
    Dazu muss der andere nicht mal n nasser Alkie sein, vorhandene oder auch vorgetäuschte Hilfsbedürftigkeit reicht ja oftmals auch schon.
    Bei mir zumindest reichte das.

    Ich habe in dieser Beziehung/ später "Freundschaft" (war aber nie wirklich eine) unheimlich viel Kraft gelassen.
    Zu dem Zeitpunkt, wenn es geschieht, merkt man es oftmals noch nicht.
    Aber irgendwann merkt man doch innerlich, das man immer kraftloser wird und sich immer mehr anpasst.
    Und sich so auch selbst immer mehr verändert, leider beinahe immer ins negative.

    Und man weiß auch, woran es liegt. :wink:
    Und doch will man nicht loslassen.
    Warum nicht?
    Weil eigene Träume dann auch losgelassen werden müssen?
    Weil man die Hoffnung noch nicht aufgeben mag?
    Weil eigene Zukunftsvorstellungen mit dem Ende einer Beziehung auch enden?
    Bei mir war es sicher all das.

    Aber dann kam der Punkt, wo ich es wirklich beenden wollte, von meiner Seite aus.
    Weil mir immer mehr auffiel, was für eine negative Entwicklung ich nahm.
    Weil ich immer genauer sah, das ich im Grunde verar*cht worden war und das einfach nicht mehr wegdrücken konnte.
    Und weil ich zu viel Kraft eingebüßt hatte, die mir an anderen Stellen dann fehlte.

    Liebe Slowly, ich kenne es auch, das die Birne einen immer wieder einen Streich spielen möchte, indem man vergangene Situationen romantisiert,
    sich schön redet, man den anderen aufgrund seiner vermeintlichen Zerbrechlichkeit helfen möchte.
    Weil man das wieder haben möchte, was man hatte, als alles noch "gut" und "schön" war.
    Aber lasse es Dir gesagt sein, niemand kann die Uhr zurück drehen und man hatte damals auch dazu noch ne rosa Brille auf.

    Ich kann dir nur sagen, das meine Kräfte ganz erstaulich schnell zurück kamen, als ich endgültig losgelassen hatte und keinerlei Kontakt mehr zuließ.
    Das war richtig spürbar. Es geschah nicht von jetzt auf gleich, aber innerhalb weniger Wochen.
    Und je mehr Abstand ich von dieser unglücklichen Beziehung bekam, desto realistischer konnte ich alles sehen.
    Das war oftmals schmerzhaft für mich. Aber auch heilsam :wink:
    Und die Erleichterung über die Beendigung der Beziehung war auch spürbar.
    Mich hatte die Beziehung nämlich im Grunde nur noch belastet.
    Sie nahm mir außerdem die Luft zum Atmen, meinen Optimismus und meine Lebenslust und Fröhlichkeit.
    Das war ein viel zu hoher Preis.
    Ich bekam aber alles zurück :)
    Weil das alles nämlich in mir drin ist, nur etwas verschüttet war.

    Heute bin ich wieder ich und mir geht es sehr gut damit.
    Allerdings bin ich mißtrauischer geworden. Denn ich möchte nicht, das mir sowas nochmal passiert.
    Aber ich glaube an mich, denn es war glücklicherweise die einzige Beziehung dieser Art in meinem Leben.
    Und so soll es auch bitte bleiben.

    Ich wünsche Dir, das es Dir auch bald wieder gut geht, das Du alles nur noch realistisch sehen kannst und nicht mehr romantisch-verklärt.
    Und das Du von jetzt an Deine Kräfte wieder für Dich nutzen kannst.
    Wenn Du die Zeit ihr Werk tun lässt und nicht "rückfällig" wirst, wird das.
    Ansonsten geht so eine Kack*e nämlich immer weiter.
    Und man versaut sich sein eigenes Leben dadurch, sorry aber is ja nun mal leider so.

    LG Sunshine

    Zitat

    Mich erinnern diese Ausführungen irgendwie an die Diskussion um das sog. alkoholfreie (alkoholarme) Bier. Komisch.

    Mich erinnert es auch daran.
    Und daran, das Sucht eben Sucht ist.
    Da hilft auch kein Schönreden, was nun "besser" ist :wink:
    Saufen, Rauchen... mich hat beides abhängig, also unfrei gemacht.
    Und genau das wollte ich ja nicht mehr sein.
    Also konnte es für mich nur folgerichtig sein, auch das Rauchen aufzuhören.
    Es dauerte aber noch ein bisschen, bis ich mein Vorhaben auch in die Tat umsetzten konnte.
    Ein äußerer Anlass brachte mich dann dazu, von jetzt auf gleich die Zigaretten wegzuschmeissen und ich habe bis heute keine mehr angerührt.
    Ich bin seit wenigen Tagen 5 Jahre rauchfrei. :)

    Ich kann nur jedem raten, die ollen Kippen wegzuschmeissen, erwachsene Menschen brauchen diese Nuckelei nicht.
    Denn so albern kam ich mir zuletzt damit vor...wie ein Nuckelbaby, aber ich bin doch schon groß :wink:

    Das ist zu schaffen ! Nichtraucher werden kann auch jeder schaffen !
    Wenn man es wirklich will.
    Sonst nicht.

    LG Sunshine

    Hallo Poster,

    Auch von mir einen Herzlichen Glückwunsch zu 6 Jahren ohne Alkohol.
    Und alles Gute für die nächsten trockenen Jahre !

    Zitat

    Die gute Nachricht ist : Es ist ein komplett neues selbbestimmtes Leben
    und gar nicht so schwer zu leben wenn man den Zugang gefunden hat.

    So ist es.
    Ich kann mit meiner Krankheit hadern, in Selbstmitleid versinken, weil ich nicht mehr saufen "darf" und alles negativ sehen.

    Ich kann aber auch sehr gut mit meiner Krankheit leben, sie so annehmen, wie sie nun mal ist, und wieder ein freies, selbstbestimmtes Leben führen.

    Was jeder draus macht, dafür ist jeder selbst verantwortlich.

    LG Sunshine

    Zitat

    Kurios war aber soeben, dass es bei mir triggerte, als ich die hiesigen Beiträge über Alkohol las.
    Jetzt muss erstmal die Spucke runtergeschluckt werden. Hattet ihr das auch schon?

    Ja. Anfangs öfters, jetzt seltener, aber kommt immer noch mal vor.

    Es gibt auch Tage, das tut mir das lesen hier und überhaupt das hiersein nicht gut.
    Dann mache ich lieber was anderes, wenn ich merke, das mir das gerade zu viel wird.
    Ich denke, da muss jeder das richtige Maß finden.
    Und nicht etwa neue Abhängigkeiten entwickeln.
    Das ist meine persönliche Meinung.

    LG Sunshine

    Zitat

    Meine Aussage zielte eher auf den nassen Alkoholiker ab. Der Vorwände sucht, wie z.B. den Weihnachtsmarkt, um Alk zu konsumieren. Allen anderen, insbesondere auch seiner Familie, aber erzählt, wie schön besinnlich der Markt war. Man das wieder machen könnte. Gleich morgen. Denn da im hinteren Eck gab es ja noch die schönen Holzschnitzereien. Neben dem Glühwein.

    Ja verstehe.
    Darum hatte ich auch nochmal nachgefragt, ob es sich auf trockene oder nasse Alkoholiker bezog.

    Naja, ich kann da wenig mitreden, ich habe auch zu nassen Zeiten keine Weihnachtsmärkte besucht.
    Hatte nie Bock, da inner Kälte rumzustehen.
    Habe natürlich trotzdem gebechert, auch Glühwein... dann eben Zuhause.
    Und es war ja auch so "gemütlich"...konnte auch gleich am ersten Advent losgehen.
    Oder im September oder Oktober... :roll:
    Heute wird mir beim Geruch von Glühwein speiübel. Dieses Getränk ist von daher schon extrem abschreckend für mich.

    Ich freue mich trotzdem auch in diesem Jahr schon auf Weihnachten.
    Wir haben in unserer Familie längst neue Rituale entwickelt und mittlerweile gibt es auch 3 Enkelkinder. :)
    Bei uns wird Weihnachten ganz traditionell gefeiert, es gibt auch viele kleine Leckereien usw.
    Ich liebe die Beschaulichkeit um die Feiertage herum, die nicht erst künstlich durch Alkohol hergestellt werden muss.
    Und ich verbringe viel Zeit beim Spielen mit den Enkelkindern.
    So kanns meinetwegen bleiben :)

    LG Sunshine

    Hallo kamarasow,

    Zitat

    Hand auf Herz, wer will schon mit seinen z.T. nervigen Kollegen oder auch seinen Chef freiwillig die Freizeit verbringen. Das ist doch alles Mumpitz. Einzig die Aussicht auf Alkohol lässt die Firmenfeier in einem guten Licht dastehen.

    Also das kann ich jetzt mal nicht so verallgemeinernd stehen lassen :lol:
    In der letzten Firma, in der ich arbeitete, gab es viele enge Freundschaften, die außerhalb der Arbeitszeit bestanden.
    Da wurde viel zusammen gesportelt, und ich fand dort einen Fotofreund, mit dem ich mein Hobby teilen konnte.
    Es wurde sich ebenso gegenseitig beim Hausbau oder Renovierungen geholfen.
    Für mich war diese Erfahrung ganz neu, denn ich der vorherigen Firma waren Freundschaften unter Kollegen beinahe verpönt.
    (was man so gesehen dann auch als "Mumpitz" bezeichnen könnte :wink: )
    Ich fand es dann ganz erfrischend, das auch mal anders rum erleben zu dürfen.
    Kann das also nicht mit unterschreiben, was Du schreibst.
    Es kann auch ganz anders sein... kommt immer auf die Menschen und das Team drauf an :wink:

    Zitat

    Ist ein Alkoholiker überhaupt fähig, ehrlich zu sich selbst zu sein? Also klar, indem was er tut?


    Ist damit ein trockener oder nasser Alkoholiker gemeint?
    Ein nasser Alkoholiker wird sich oft selbst belügen, nicht nur die Angehörigen etc. Um weiter der Sucht frönen zu können.
    Unsere Krankheit bringt einfach im nassen Stadium Lügen mit sich, das ist sogar ein ganz typisches Symptom unserer Krankheit.

    Warum sollte ein trockener Alkoholiker nicht ehrlich sein können?
    Ich persönlich halte mich für relativ ehrlich.
    Und ich kann auch selbstkritisch auf mich schauen und auch mal sagen, "also neee, das haste aber echt nicht gut gemacht".
    Ich kann aber auch ebenso gute Leistungen und Eigenschaften an mir selbst erkennen und mich darüber freuen und stolz drauf sein.

    Zitat

    Ehrlichkeit zu sich selbst. Ich denke, dass nicht wenige Menschen nicht ehrlich zu sich selbst sind. Manche schaffen das ein Leben lang, ohne es selbst zu bemerken.


    Sich selbst zu belügen ist keine Straftat und somit völlig legal :lol:
    Und selbst wenn sich jemand ein Leben lang selbst belügen würde, darf er das.
    Wer bestimmt denn, was "sich selbst belügen" ist?
    Das eigene Verständnis der Dinge, und so sollen das andere gefälligst auch sehen und selbstverständlich auch leben? :wink:
    Das finde ich sehr anmaßend.
    Desweiteren hat jeder seine eigene "Wahrheit", seine eigene Realtät, in der er lebt.
    Es gibt nicht DIE allgemeingültige Wahrheit für alle Menschen !
    Wenn ich also finde, das sich jemand selbst belügt, ist das nur MEINE Ansicht. Und ab und an äußere ich das auch so :wink:
    Ich weiß aber zugleich, das der andere das evtl. völlig anders sieht und das auch so sehen DARF.
    Meine Meinung, meine Ansichten und meine "Wahrheit" muss nämlich noch längst nicht die Wahrheit für jemand anderen sein.

    Zitat

    Gemütliche, besinnliche und alkfreie Weihnachtsmärkte. Gibts sowas überhaupt?
    Es wäre überhaupt ein tolles Experiment, einen alkfreien Weihnachtsmarkt aufzumachen. Ob da jemand hingeht?


    Das ist wirklich ne tolle Idee, und ja natürlich würden da auch welche hingehen !
    Unserer Krankheit ist weit verbreiteit und es gibt auch viele trockene Alkoholiker.
    UND es gibt viele Menschen, die gar nix oder nur wenig mit Alk am Hut haben.
    Die würden da bestimmt auch hingehen.
    Unser Land besteht doch nicht nur aus nassen Säufern!

    Ich denke, da ist unsere eigene Sichtweise noch sehr eingeschränkt, solange wir noch trinken oder erst kurz abstinent leben.
    Wir wollten doch die anderen, die nix mit Alk am Hut haben, gar nicht sehen.
    Haben sie insgeheim sogar mitunter als Langweiler abgestempelt, nur weil sie nicht mittranken.
    Es gibt viele Menschen, die nix mit Alk am Hut haben, man muss nur mal genauer hinschauen. :wink:

    Von daher.... Ja, ich denke, auch ein alkoholfreier Weihnachtsmarkt kann erfolgreich sein. Muss nur ansprechend genug aufgezogen und beworben werden :)
    Ich muss allerdings dazu sagen, das ich nme Hobbyoptimistin bin :lol:

    LG Sunshine