Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Martina,

    Du fragtest:

    Zitat

    Du fragst: "Ist es für Alkoholiker wichtig, sich immer weiter mit ihrer Krankheit zu beschäftigen? Warum?"

    Ich bin über 14 Jahre trocken und ich beschäftige mich sicher nicht täglich mit meiner Krankheit.
    Oftmals denke ich wochenlang nicht groß daran, das ich Alkoholikerin bin.
    Meine Krankheit ist zwar immer da, ich habe sie vollständig angenommen, brauche aber keine tägliche Beschäftigung damit.
    In den ersten Jahren der Trockenheit sah das allerdings noch anders aus.
    Da musste ich mir ja erst mein alkoholfreies Leben aufbauen, mich darin einrichten und viel lernen.
    Und somit war meine Krankheit in meinen Gedanken sehr oft Thema.
    Heute ist das nicht mehr der Fall.
    Mein Suchtgedächtnis ist auch schon seit Jahren nicht mehr angesprungen,
    aber ich hatte das Glück, von Anfang an nicht so viel mit Saufdruck kämpfen zu müssen.

    Alkoholträume gibt es ab und an noch, aber auch die haben sich geändert.
    Früher habe ich in diesen Träumen getrunken, heute kommt es selbst im Traum gar nicht mehr so weit.

    Ich vergesse meine Krankheit ganz sicher nicht, nur weil ich mich nicht jeden Tag damit auseinandersetze.
    Viele Dinge passieen auch längst automatisch, beispielsweise das Checken von Zutatenlisten oder Nachfragen beim Bäcker und im Restaurant im Zweifelsfall.

    Ich kann ja nur von mir berichten :wink: und bei mir ist es eben so wie beschrieben.
    Meine Krankheit ist nach wie vor da, aber sie ist mir nicht jeden Tag so präsent, als das ich drüber nachdenken müßte.
    Als ich noch gesoffen habe, bestimmte der Alkohol meinen Tag und mein Leben.
    Ich habe sicher nicht aufgehört, um nun weiterhin dem Alkohol die Macht zu geben, jeden Tag in meinem Leben und meine Denke zu bestimmen.

    Meine Antwort mag von denen der anderen Schreiber etwas abweichen, aber das kann ja passieren :lol:
    Das mag aber auch daran liegen, das ich nun schon so lange trocken bin.
    Auch hier bleiben Entwicklungen nicht stehen, das tun sie ja eigentlich nie, erst wenn die Klappe über uns zufällt.
    Meine ging wohl in beschriebene Richtung.

    LG Sunshine

    Zitat

    Mir geht es nicht darum eine Trinkpause, gleich welcher Läge zu machen, sondern ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol zu führen.
    Ich weiss das ich dauerhaft keinen Alkohol mehr trinken will.

    Und das halte ich für enorm wichtig !
    Um dieses zu bewerkstelligen, werden allerdings allerhöchstwahrscheinlich Veränderungen in Deinem Leben nötig werden.
    Einfach nur nicht mehr trinken ist nämlich nicht der Weg.
    Aber das weißt Du sicher bereits.

    Zitat

    Ich selber habe ein sehr stabiles Umfeld und auch nur mit diesem besuche ich o.g. Lokalitäten bzw. Veranstaltungen.
    So werde ich zumindest dabei nicht in die Versuchung kommen Alkohol zu trinken.


    Du bist allein für Deine Abstinenz verantwortlich, Burkhardt.
    Dafür sind nicht andere "zuständig" und sie haben auch nicht auf Dich aufzupassen.
    Du bist erwachsen und hast selbst dafür zu sorgen, das es Dir gut geht.
    Und das es so wird bzw. ist, das ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein trockenes Leben.

    Zitat


    Was ich aber weiß, ist das es mir seelisch und auch körperlich sehr viel besser geht seit ich keinen Alk mehr trinke und ich möchte das dieses so bleibt und sich weiter verbessert.

    Das wünsche ich Dir von ganzen Herzen !
    LG Sunshine

    Ich mache es mal kurz, Burkhard.
    Ich finde Dein Verhalten sehr leichtsinnig und sehe Dich so sehr nahe am Alkohol.
    Wie weit ist da denn der erste Griff zum Glas noch entfernt?
    Nur MILLIMETER ! Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich glaube außerdem nicht daran, das wir ohne größere Veränderungen dauerhaft trocken bleiben können.

    Zitat

    Was Restaurants, Kneipen, Weihnachstmärkte betrifft, stellen diese für mich keine sooo große Gefahr dar, da ich dort nicht alleine hingehe. Und in Gesellschaft habe ich fast nie was getrunken.


    Was macht Dich denn da so sicher?
    Deine Erfahrungen aus Deiner Saufzeit?
    Und darauf willst Du vertrauen?
    Wir raten hier dringend davon ab, zumindest im ersten Jahr der Trockenheit solche Lokalitäten/Veranstaltungen zu besuchen.
    Und das geht auch !!
    Kennst Du unsere Grundbausteine eigentlich schon?

    Zu den Worten Deiner Therapeutin, kann es sein, das Du die etwas falsch auslegst? Oder so, wie Du sie gern hättest?

    Ich für meinen Teil hielt mich lieber an die Ratschläge Langzeittrockener, denn die wissen aus eigener Erfahrung, wie es geht.
    Denn wenn Du wieder säufst, dann bis DU es, der wieder in der Scheis*se steckt, und nicht der Therapeut, der die Krankheit nur vom Anlesen/theoretisch kennt!
    Außerdem sehe ich die Worte Deiner Therapeutin auch nicht grundsätzlich so, das sie Dich ermutigen sollen, alkoholisches Umfeld aufzusuchen.

    LG Sunshine (seit 14 Jahren trrocken)

    Hallo Burkhard,
    Herzlich Willkommen im Forum.
    Schön, das Du hergefunden hast.
    Und meinen Glückwunsch zu einem abstinenten halben Jahr.

    Darf ich fragen, inwiefern es Dir hilft, zur Tanke zu fahren, um dort ein Erfrischungsgetränk zuu kaufen?
    Was genau daran hilft Dir ?

    LG Sunshine

    Hallo Reisi,

    Willkommen hier im Forum.

    Wollt ihr Euch um den Mann kloppen, wer ihn mehr be-CO´n kann oder wie soll das aussehen? :wink:
    Er ist doch erwachsen, oder?
    Dann muss er doch selbst zusehen, was er mit sich machen lässt und was nicht.
    Desweiteren ist ER für seine Trockenheit zuständig und kein anderer.

    Zitat

    Aber muss er nicht eigenverantwortlich leben jetzt nach der Therapie? Ansonsten geht sein Selbstwertgefühl doch völlig verloren, nicht?...


    Warum stellst DU denn diese Fragen bezüglich seiner Abstinenz?
    Da müsste ER sich doch drüber Gedanken machen und nicht DU, oder?

    Wie wäre es denn, wenn Du an Deiner eigenen Abhängigkeit, nämlich der CO-Abhängigkeit arbeitest?
    Dafür wärest Du hier dann auch genau richtig ! :)
    Was mit Deinem Bekannten ist oder auch nicht... das ist hier im Grunde nicht relevant.
    Du kannst ihm da wenig bis gar nix helfen und bist auch nicht für diese Fragen zuständig.
    Du bist ja nicht seine Mutter und er ein minderjähriges Kind, oder ? :wink:

    LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

    Hallo kamarasow,

    Erwarte bitte nicht zu viel von Dir.
    Das nasse Denken verschwindet nicht innerhalb weniger Wochen.
    Dazu sind eher viele Monate bis hin zu Jahren nötig, diese Zeitrechnung wäre angemessener. :wink:
    Du darfst trotzdem auf JEDEN TAG stolz sein, an dem Du nicht trinken musstest.
    Denn das ist eine tolle Leistung.

    Ich denke, wenn man erstmal für andere trocken werden will, muss das nicht grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sein.
    Viele trockene Wege beginnen auch so.
    Geschieht dieses abstinente Leben allerdings mit der "Faust in der Tasche", dann hast Du keine Chance auf langfristige Trockenheit.
    Es gibt Momente, wo man sieht, das es so nicht weiter geht.
    Wegen dem Partner, der Familie....weil man nicht alles verlieren will.
    Und das kann sich sehr wohl auch dahingehend entwickeln, das man selbst auch ein trockenes Leben möchte.
    Denn es ist für uns auch ein Leben in Freiheit.

    Und vielleicht kannst Du auch irgendwann sehen, was der Alkohol Dir selbst auch angetan hat?
    Denn auch wir haben doch gelitten, als wir noch trinken mussten.
    Ich nenne das immer unser "Alkoholtrauma", und daran werden wir auch noch lange zu knabbern haben.

    Lieber kamarasow, wenn Du wirklich ein trockenes Leben willst, dann kannst Du das auch schaffen.
    Lasse Dich da keinesfalls entmutigen und entmutige Dich bitte auch selbst nicht.
    Geh Du Deinen Weg in ein trockenes Leben in Deiner Geschwindigkeit und auch ganz besonders mit Berücksichtigung unserer Grundbausteine.
    Was verkehrt machen kann man damit sicher nicht.
    Ich lebe heute noch risikominimiert und mir geht es gut damit.
    Und das nun mittlerweile auch schon ein paar Jährchen. :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Maggy,

    Ja leider läuft es wohl beinahe immer unweigerlich auf eine Trennung hinaus, wenn der Alkoholkranke uneinsichtig ist und man selbst sich nicht komplett aufgeben möchte.
    Was soll man denn auch sonst machen??

    Tja, und was soll man noch schreiben, wenn auch der CO uneinsichtig ist und immer noch ne Runde drauf legt?
    Ist doch sein Leben und sein Ding, was er/sie draus macht.
    Wir hier können nur aus eigenen Erfahrungen berichten... und wenn alles gesagt ist, ist eben alles gesagt :wink:
    Hier kann niemand Deinen Weg für Dich gehen, dafür bist Du selbst verantwortlich.

    Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft. Und das die Traurigkeit immer weniger wird.
    Und irgendwann wirst Du erkennen, das eine große Last weg ist, auch wenn sich das ein bisschen fies anhört gegenüber dem XY.
    Übrigens... ich las erst neulich in einem Artikel über das menschliche Gehirn, das wir alle in der Lage sind, auch schwere Schicksalsschläge zu meistern.
    Und das wir uns sehr oft als viel schwächer einstufen, als wir tatsächlich sind.
    Also schaffst Du diese Sache hier auch... und irgendwann ist es nur noch eine Erinnerung, was Dir mal vor langer Zeit passiert ist (hoffentlich!!) :wink:
    Denn Du weißt wohl, das der XY so leicht keine Ruhe geben wird.
    Man verliert nur ungern einen bisher so tadelos funktionierenden CO.

    LG Sunshine

    Hallo kamarasow,
    ich grätsche hier einfach mal so rein, obwohl ich noch nicht alles gelesen habe. :wink:
    Hole ich aber nach.

    Zitat

    Bei uns gab es kein Versteckspiel bzgl. des Konsums. Sie kaufte mir auch Flaschen. Ich musste nie was verstecken. Sie schaffte Ladungen von leeren Flaschen weg (was sie sicherlich belastete). Aber jetzt kommts: Eigentlich ist es doch falsch, wenn man einen Süchtigen auch noch mit seiner Droge versorgt.
    .......
    Es war immer was da. Es war mir außerdem unangenehm, dass sie manchmal die leeren Flaschen wegschaffen musste. Sie war Teil dieser Sucht und damit kein Aggressor/Feindbild von außen, der mich maßregelt/drosselt oder wie ein Luchs meinen Konsum beobachtet

    Das sehe ich anders als Du :wink:
    Gerade WEIL Deine Frau für Dich den Alkohol beschaffte, hatte sie ja eine vermeintliche Kontrolle über das, was Du trinkst. :wink:
    Die Leergutentsorgung macht diese Kontrolle ja nur kompletter :wink:
    CO`s ist oftmals nicht ganz klar, das der Alkoholkranke auch zumeist heimlich noch dazuschüttet, wann immer sich ne günstige Gelegenheit ergibt.
    Die meissten trockenen Alkoholiker in meiner ehemaligen Realen erzählten jedenfalls davon, das sie im Haus auch geheime Lager hatten, wenn noch ein Partner da war.
    Bei mir war das ebenfalls so.

    Richtig...Falsch... diese Kategorien liegen mir überhaupt nicht.
    Unterstützt ein CO, Angehöriger oder Freund den Alkoholkonsum eines Abhängigen durch sein Verhalten,
    ist das sicher nicht förderlich für den Alkoholkranken.
    Mitunter wissen andere aber auch einfach nicht, welches Verhalten besser bzw. angemessener wäre.
    Dazu kommt immer noch viel Unwissen über unsere Krankheit.
    Und insbesondere bei Partnern auch meist eine gehörige Portion Hilflosigkeit.
    Ich habe übrigens meinen Mann am Ende auch dazu bekommen, mir Alk zu besorgen und der ist weiß Gott kein CO.
    Er wußte manchmal einfach nicht mehr weiter und wollte nur noch seine Ruhe haben.
    Ihm geshalb zu unterstellen, das er "falsch" gehandelt habe...das fänd ich allerdings ziemlich frech.

    Zitat

    Das ist im Hirn einfach ausgeschaltet, ja fast schon umgepolt.
    Man denkt im Suff, man hätte für den Anderen Mitgefühl, hat es aber nüchtern betrachtet überhaupt nicht.
    Zumindest aus meiner Alkoholiker-Sicht betrachtet bringt es für einen Partner überhaupt nichts, sich mit dem Süchtigen über seine Droge zu unterhalten.
    Er wird alles erzählen, auch einfach weil das Hirn durch die Droge falsch reagiert. Sprich, weil er durch das Gift psychisch krank ist.

    Ja, genau so ist das.
    Ein nasser Alkoholiker kann das alles nicht mehr erkennen, das ist einfach so.
    Ich hoffe, das hier lesen auch einige CO`s, die immer noch meinen, sie hätten auch nur irgendeinen Einfluß auf den alkoholkranken XY :wink:
    Dem ist nämlich nicht so.
    Auch wenn sie es anders sehen (wollen).

    Zum Thema Kapitulation kann ich auch noch was schreiben, Viola wird aber bestimmt auch noch drauf antworten. :wink:
    Ich bin ja selbst auch eine große Verfechterin der Kapitulation vor dem Alkohol.
    Ich sehe es so, das es absolut keinen Sinn macht, gegen einen übermächtigen Gegner kämpfen zu wollen,und das ist der Alkohol nun mal für mich.
    Ich habe bei diesem Gegner Null Chancen auf einem Sieg (und wie sollte der überhaupt aussehen??).
    Also trete ich da doch gar nicht mehr an, wenn doch der Sieger eh schon von vornherein feststeht.
    Das wäre doch einfach nur dumm. Eine blutige Nase habe ich mir doch nun oft genug geholt.
    Für mich ist Kapitulation von daher kein Zeichen für Schwäche, sondern eher von Klugheit.
    Aber vielleicht sehen das Männer von ihren ganzen Rollenverständnis her auch anders?
    So als ewige Kämpfer und immer Sieger sein wollen ?
    Keine Ahnung... aber schlau is anders... so zumindest meine Meinung :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    Krankgeschrieben und mit einem großen Schritt rückwärts in meiner
    Trockenarbeit.


    Warum denkst Du das, lalu?
    Ich sehe das jedenfalls nicht so. Du bist trocken geblieben, das ist erstmal das wichtigste, was zählt !
    Die Therapie scheint für Dich nicht gepasst zu haben, Du hast sie abgebrochen.
    Sowas darf man ja auch !
    Siehst Du es als einen Rückschritt, dort abgebrochen zu haben?
    Wenn ja, warum?
    Eine abgebrochenen Therapie bedeutet ja auch nicht zugleich, das es gar keine passende für Dich gäbe.
    Da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.

    Wegen dem Saufdruck musst Du mal schauen und analysieren.
    Woher kommt der, was kannst Du akut dagegen tun und was langfristig?
    Ich kann da nur praktische Tipps geben, wie beispielsweise viel trinken, und schauen, ob andere Grundbedürfnisse zu kurz kamen etc.
    Ich hatte zum Glück nur sehr wenig mit Saufdruck zu schaffen, von daher habe ich nur diese Tipps :wink:

    LG Sunshine

    Hallo el-loar,

    Zitat

    Es ist schwer, Außenstehenden die Sachlage verständlich zu machen. Vor allem bei dem Punkt: "Er hat sich doch nun seit 2 Jahren so weit im Griff,er hat es doch geschafft nach zwei Bieren aufzuhören, ....".

    Ja, das ist sicher so.
    Nur ist es überhaupt nicht DEINE Aufgabe, irgendwelchen Menschen zu erklären, warum Du so nicht weiter leben möchtest.
    Das geht sie nämlich nen feuchten Kehricht an.
    Du dürftest Dich sogar trennen, wenn es Dir nicht passt, das er seine Socken regelmäßig in die Ecke schmeisst :wink:
    Hier geht es aber um sehr viel schwerwiegenderes.
    Und es droht die Gefahr, auch selbst zu erkranken aufgrund des ewigen Leides.

    Zitat

    Man heiratet doch nicht einfach so, in guten wie in schlechten Zeiten


    Für Suchterkrankungen gilt das NICHT ! Denn hier wird es kaum wieder gute Zeiten geben.
    Mit der Alkoholkrankheit im nassen Stadium verhält es sich wie mit einem Aufzug, der nur noch bergab fährt. Manmal schnell, manchmal langsamer, aber die Richtung bleibt immer gleich.

    Zitat

    und wie kannst du deinen Kindern denn so einfach den Vater entziehen?


    "So einfach" tut das wohl keine Mutter.
    Ein alkoholkranker Vater kann keine Verantwortungen mehr übernehmen, aufgrund der Krankheit.
    Da musst Du nun leider diese Verantwortung allein tragen. Was sollst Du denn sonst tun?
    Zuschauen, wie die Kinder auch noch zu Schaden kommen?
    Denn das wird unweigerlich geschehen, wenn Du sie einem alkohokranken Elternteil ausetzt.
    Also lasse Dir bitte nicht einreden, das Du verantwortungslos reagierst, denn das totale Gegenteil ist der Fall.
    Du versuchst nur, Deine Kinder zu schützen und ihren eine weitestgehende normale und fröhliche Kindheit zu ermöglichen.

    Zitat

    Wie meinst du soll es jetzt weitergehen, arbeiten und umziehen allein mit zwei kleinen Kindern?


    Und wie soll es bitteschön SO weiter gehen ??
    Alles ist besser als ein Leben mit einem nassen Alkoholiker, sorry.

    Zitat

    Habt ihr mal eine Paar-/Ehe-Therapie versucht?


    Keine Therapie würde auch nur den geringsten Sinn machen, wenn ein Partner säuft. Dann ist man überhaupt nicht therapiefähig.
    Nicht umsonst muss man auch vor eine Alkohol-LZT eine gewisse Zeit vorher schon abstinent leben. Das hat schon seinen Sinn :wink:
    So rum wird da also kein Schuh draus, erstmal müßte die Alkoholabhängigkeit gestoppt werden (und auch möglichst die CO-Abhängigkeit), ehe eine Paar-Therapie überhaupt Sinn macht.
    Da müßte erstmal jeder an sich selbst arbeiten, denke ich, und auch das evtl. mit einer entsprechenden Therapie.
    Danach macht eine Paar-Therapie evtl. noch Sinn, so doch aber nicht.
    Sagt einem aber irgendwie auch schon allein der gesunde Menschenverstand, oder? :wink:

    Zitat

    Bevor ihr nicht alles versucht habt, solltest du nicht einfach eine Trennung entscheiden! " usw.


    Welcher Aussenstehender weiß denn schon, WAS alles versucht wurde ?
    Lasse Dich mal von so einem Gelaber nicht beirren.
    Es gab mit Sicherheit in Beziehungen mit nassen Alkoholikern schon hundert Versuche, das ganze wieder auf Reihe zu bekommen.
    Aber so wird es halt nix, wenn nicht beide zu Veränderungen bereit sind.

    Zitat

    Keine Ahnung wann es besser wird. Ich kann nun nicht mehr zu Al-Anon gehen, weil keiner da ist um in dieser Zeit die Kinder zu hüten.


    Wir hier sind doch auch eine SHG ! :)
    Hier ist 24 Stunden am Tag geöffnet und Du musst auch Deine Kinder nirgendwo unterbringen, wenn Du beispielsweise abends hier schreiben würdest.
    Es gibt hier den erweiterten Bereich, den ich Dir hierfür mal ans Herz legen möchte.
    Kostet ein paar Euro, aber dafür kann dort nicht das gesamte www mitlesen und der Austausch ist wesentlich intensiver als hier im offenen Bereich.
    Man kann sich dort wesentlich besser öffnen.
    Wäre das denn nicht erstmal eine Möglichkeit für Dich?

    LG Sunshine

    Liebe Grete,

    Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur "Besserung"... sagt man ja so.
    "Besserung" hört sich aber irgendwie bekloppt in diesem Zusammenhang an,
    ich würde eher sagen, Selbsterkenntnis ist der erste Weg und die Grundvoraussetzung, die CO-Abhängigkeit überhaupt stoppen zu können.
    Danach wird es einem aber wahrscheinlich wirklich besser gehen, und dann stimmt der Spruch oben doch wieder :wink:

    Du hast hier sehr ehrlich geschrieben, wie es zu Deiner CO-Abhängigkeit kam und wie Du damit bisher umgegangen bist.
    Erst eimal muss ganz klar sein:
    CO-Abhängigkeit ist nicht "selbst verschuldet", sondern wird oftmals, wenn nicht sogar fast immer, schon in der Kindheit angelegt.
    Dafür kann man also nix. Denn als Kind bist Du ja wehrlos dagegen.
    Es hilft jetzt zwar erstmal weiter, zu erkennen woher es kommt, aber es hilft nicht weiter, dabei zu verharren und den Eltern nun die alleinige Schuld zuzuschieben.
    Denn so kommt man ja nicht weiter, sondern begibt sich in eine Opfer-Rolle.
    Du bist heute erwachsen und für Dein Glück, Dein Wohlbefinden selbst verantwortlich. Das sich dabei leider auch immer mal wieder die CO-Abhängigkeit meldet, ist wahrscheinlich "normal".
    Und das gilt es immer wieder zu stoppen, denke ich.
    Aber ich denke, mit der Zeit wird das immer etwas einfacher.

    Zitat

    Beim nochmaligen lesen meines eigenen Textes, merkte ich selbst, dass ich monentan viel verdränge, bzw. meine Augen vor der Situation verschließe.
    Ich glaube das ist Selbstschutz, weil die Wahrheit Konsequenzen erfordern würde, die ich momentan nicht umsetzen kann.

    Ja, das merkt man recht deutlich. Sehe ich ebenso.
    Veränderung macht ja auch Angst. Und Trennungen tun weh.
    Ich befürchte allerdings, das Du immer wieder am gleichen Punkt landen wirst, nämlich, das Du unter dem Alkoholismus Deines XY leidest.
    Es sei denn, er holt sich professionelle Hilfe.
    Weißt Du, ich hätte auch gestanden, ein Alkoholproblem zu haben, wenn es hätte sein müssen. Ich habe das sogar auch getan.
    ABER... das bedeutet noch lange nicht, das man auch handeln wird.
    Das eine hat mit dem anderen nämlich nicht unbedingt zu tun.
    Wenn Dein XY was gegen seine Alkoholsucht tun will, wird er zum Arzt gehen und eine Entgiftung einleiten.
    Und danach weitere Maßnahmen ergreifen.
    Tut er das nicht, gibt es absolut keinen Grund für Hoffnung, is leider so, Grete.

    Weißt Du, es gibt besonders hier im CO-Bereich immer wieder Frauen (sind ja zumeist Frauen), bei denen ich den Eindruck habe, sie wollen sich hier nur mal ausweinen, aber nichts ändern.
    Dann kommen alle möglichen Gründe, warum frau sich nicht trennen kann, beispielsweise.
    Weil nicht nach Wegen gesucht werden will :wink:
    Ich habe da oft das Gefühl, das man sich hier erstmal erleichtern will über das eigene Leid, sich bedauern lassen will... um dann wieder Kraft zu haben für die nächsten Runden mit dem saufenden XY.
    Bei Alkoholikern würde man das "Drehtürpatient" nennen :wink:
    Hier im CO-Bereich sehe ich das nicht viel anders, und mitunter tauchen auch Frauen wieder auf, die sogar jahrelang so weiter machten.
    Bis es irgendwann doch nicht mehr geht.
    Weil das Leid zu groß ist.
    Mitunter sind sogar schon psychosomatische Krankheiten entstanden, die mit dem ganzen Leid zu tun haben oder sogar darauf beruhen.

    Grete, in so einem Dilemma, in dem Du steckt, wird nur allerseltenst wieder irgendwas von allein gut.
    Möchtest Du darauf hoffen?
    Die Chancen sind so verdammt gering.
    Und es heißt nicht mal, das alles gut würde, wenn Dein XY seine Alk-Sucht stoppen könnte.
    Deine CO-Abhängigkeit wäre ja immer noch da, die ist ja nicht nur an diesen einen Menschen gebunden, sondern in Dir.
    Und Beziehungen, wo der eine seine Alk-Sucht stoppen kann, der andere aber weiterhin seine CO-Abhängigkeit lebt, stehen unter keinen guten Stern, sie werden sehr wahrscheinlich scheitern.
    Denn ein trockener Alkoholiker lässt sich in den seltensten Fällen weiter be-COèn.

    Es ist also so oder so gut, was gegen Deine CO-Abhängigkeit zu unternehmen.
    Denn ansonsten schlidderst Du auch bei einer Trennung vom XY in der nächsten Beziehung evtl. wieder in so ein Dilemma.
    Wärest damit leider nicht die erste :?

    LG Sunshine

    Hallo warrenville1,
    ich möchte mich auch für Deinen Bericht bedanken!
    Ich erkenne mich gleich 2x selbst darin wieder.
    Als Alkoholikerin und als Tochter einer sterbenden Mutter.
    Meine Mutter war allerdings nicht drogenabhängig.

    Mir ging es im Grunde wie Deiner Mutter, als ich noch gesoffen habe.
    Die Selbstvernachlässigung, die äußerlich gar nicht mal so sichtbar war, innendrin war sie hundertmal schlimmer.
    Und immer wieder die Versuche, auszusteigen aus der Sucht.
    Andererseits sich lange nicht eingestehen zu wollen, wirklich abhängig geworden zu sein.
    Immer auch mal wieder gute Phasen, denen aber unweigerlich auch wieder schlechte folgten.
    Grundsätzlich ging es aber immer weiter bergab.

    Manche Menschen denken, schwerstabhängigen Alkoholikern würde man das immer ansehen, sie wären halt die Penner, die man draussen verwahrlost an bestimmten Plätzen antrifft.
    Dem ist aber weiß Gott nicht so.
    Ich war bis zuletzt im Beruf, dort auch immer anständig angezogen, ich hatte noch meinen Partner, eine liebe Tochter, ein Auto samt Führerschein, Haus und Garten und pipapo...
    Trotzdem war ich schwer alkoholabhängig geworden.

    Ich kam dann am Ende auch auf die Intensiv, mit einigen der Symptome, die Du auch schilderst.
    Es war bei mir nicht fünf vor 12, sondern eher 2 vor zwölf.
    Ich wäre beinahe in der Entgiftung gestorben, weil mein Körper so am Ende war.
    Mein Glück war, das ich alles schon bei der Aufnahme im KH erzähle, auch exakt die Mengen, die ich mittlerweile trank.
    Und das ich FROH war, endlich dort zu sein, wo ich Hilfe bekam.
    Ich konnte dort also gleich meine Krankheit eingestehen und die Hilfe annehmen, die mir dort geboten wurde.
    Wäre dem nicht so gewesen... dann bin ich mir 100% sicher, das es bei mir exakt so weiter gegangen wäre wie bei Deiner Mutter.
    Ich wäre auch längst tot.
    Die Ärzte sagten mir auch im KH, das ich höchstens noch 3 Wochen gehabt hätte, bis meine Leber endgültig versagt hätte.

    Zitat

    Es war keine Frage des Ob, sondern nur des Wann. Schlimm waren auch nicht die Tage nach ihrem Tod, sondern vielmehr die Tage bzw. knapp 2 Wochen vor ihrem Tod -
    in denen wir als Angehörige wussten, dass es zu Ende geht, sie aber gleichzeitig noch klar im Kopf war und dauernd fragte, wann sie denn nach Hause könne.

    Das habe ich so bei meiner Mutter erlebt, als ihr Körper nicht mehr mitmachen wollte und konnte.
    Meine Mutter hatte Blutkrebs, war Diabetikerin und es kamen noch andere Krankheitsbilder dazu.
    Für mich und meinen Bruder waren auch die Tage vor ihrem Tod am schlimmsten.
    Wir wußten, das sie nie wieder das KH verlassen wird, und ihr wurde auch gesagt, das sie "austherapiert" sei.
    Sie wußte aber nicht, was austherapiert bedeutet und dachte, das sie bald wieder nach Hause könne aufgrunddessen.
    Ein Pfleger machte ihr erst klar, was es wirklich in ihrem Fall bedeutet.
    An dem Tag sprach auch der Arzt mit uns und als wir dann zu unserer Mutter kamen, wußte sie bereits, das sie sterben wird.
    Damit umzugehen ist schwer. Für ALLE ist das sehr schwer.
    Ich hatte große Problem, offen mit ihr darüber zu reden.
    Das gelang mir erst in den letzten Tagen vor ihrem Tod.
    Sie schlief am Ende dann auch friedlich ein.
    Da bei ihr auch eine längere Krankheitsgeschichte voran ging, empfand ich auch erstmal Erleichterung über ihren Tod.
    Nicht wegen uns, sondern weil sie es geschafft hatte, hinüberzugleiten.
    Die Trauer kam erst viel später.
    Und hält bis heute an.
    Sie ist nicht mehr so schmerzhaft wie in der ersten Zeit, aber sie ist trotzdem irgendwie immer da.

    Zitat

    Wir haben meiner Mutter am Tag nach ihrem Tod ein schönes Grab ausgesucht. In einem Friedhof mit reiner Baumbestattung, unter einer schönen, alten Buche, mitten im dichten Wald. Sie hätte diesen Platz geliebt.


    Das habt ihr gut gemacht.

    Alles Gute weiterhin wünsche ich Dir von ganzen Herzen!
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du Dich hier ab und zu mal melden würdest.

    LG Sunshine

    Hallo Nonens, ich bin nicht hier, um Dir zu gefallen :wink:
    Ich schreibe hier nur Klartext, weil das so meine Art ist.
    Kann nicht jeder mit umgehen, ich weiß.
    Darum ist da hier auch schon mein letzter Eintrag.
    Gegen Wände geschrieben habe ich hier schon oft genug, dazu ist mir mittlerweile meine Zeit zu schade.
    Ich schreibe nur noch da, wo ich meine, das es Sinn macht und jemand wirklich zu Veränderungen bereit ist.
    Das gilt für den Alkoholikerbereich ebenso wie für den CO-Bereich.

    Wenn bei Euch doch alles noch lange nicht so schlimm ist wie bei andern mit saufenden XY, dann kannst Du ja so weitermachen.
    Aber Du bist hier ins Forum gekommen.
    Also kann ja alles doch nicht mehr so ganz rosig sein.

    Mir tun nur die Kinder leid, die dem allen ausgesetzt werden.
    Sie nehmen Schaden fürs Leben.
    Was ein CO letztendlich tut, ist mir relativ latte.
    Denn der ist für sich selbst verantwortlich.
    Kinder aber nicht, weil sie es noch nicht können !

    Ich weiß nicht, auf was für eine Fall Du Dich hier beziehst, wo es den Kindern geschadet hat, dem alkoholkranken Elternteil entzogen worden zu sein.
    Ich weiß nur aus hunderten von Beiträgen, das es sich viele, heute Erwachsene Kinder von einem Alkoholiker, sehnlichst gewünscht hätten, das die Mütter gehandelt hätten, um sie dem nicht auszusetzen.
    Alles nachlesbar im EKA-Bereich.

    Zitat

    Drei professionelle Fachleute bestätigten ihm, dass er zwar ein Suchtproblem hat und Alkoholiker ist.
    Aber er ist dennoch ein Ausnahmefall, weil er sich mehr unter Kontrolle hat, als eigentlich anzunehmen wäre.


    Aha, na dann....
    Ich vertraue lieber auf meine eigenen Erfahrungen und denen anderer Betroffener.

    Zitat

    Ich will hier nichts schön reden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem er morgens schon säuft und mittags schon nicht mehr geradeaus laufen kann. Seinen Pegel trinkt er sich nach Büroschluss an, und wenn ich ihn bitte, ins Bett zu gehen, tut er das ohne zu zögern.

    Aus diesem Grund fällt es mir zusätzlich auch so schwer, einen Schlussstrich zu ziehen. Es ist eben noch nicht "richtig schlimm". Es gibt Tiefpunkte, aber auch viele Höhepunkte, trotz allem, immer noch.

    Gut, dann sind ja noch Reserven da, um noch einige Jahre so weiter zu machen.
    Wie gesagt, mir tun nur ide Kinder unendlich leid.

    Gruß Sunshine

    Hallo Nonens,

    Nur mal so als Info:
    Ein Alkoholiker trinkt nicht, um seinen Partner zu ärgern oder ähnliches.
    Ein Alkoholiker trinkt, weil er trinken muss, weil er nicht mehr anders kann.
    Darum sind auch Vereinbarungen witzlos, ein Alkoholiker kann sie gar nicht einhalten, selbst wenn er wollte.
    Alkoholismus ist eine KRANKHEIT und keine Willensschwäche.

    Niemand wird in diesem Land gezwungen, mit einem nassen Alkoholiker zusammen zu leben!
    Das geschieht immer freiwillig und es wird Mittel und Wege geben, so eine unglücksselige Beziehung zu beenden.
    Also bitte raus aus der Opferrolle, in der man das arme leidtragende Hascherl ist und das Leben mal selbst in die Hand nehmen !
    Denn nur so kann man etwas ändern.
    Ansonsten geht halt alles weiter wie gehabt.

    Zitat

    Ich möchte mein Verhalten ändern und nicht mehr kontrollieren. Ich merke, wie schwer mir das fällt und dass es mir noch nicht gelingt. Gestern Abend hörte ich ihn nach Hause kommen und ich spitzte die Ohren, was er tut (ich versuchte herauszufinden, ob er sich Bier holt). Heute mittag prüfte ich den Flaschenbestand. Ich ärgere mich über mich selbst, dass es mir noch nicht egal ist und ich es einfach sein lasse. Wäre er gar nicht da, hätte ich gar keine Möglichkeit, das zu prüfen und das wäre dann auch in Ordnung. Aber alleine der Umstand, dass ich in der Position bin, ihn prüfen zu können, verleitet mich dazu und das finde ich furchtbar an mir.

    Eignet sich ein nasser Alkie nicht hervorragend, um gewisse Verhaltensweisen ungezügelt auszuleben?
    Beispielsweise Kontrollzwang?
    Nonens, in (diesen kranken) Beziehungen zwischen einem nassen Alkie und einem aktiven CO passt alles gut zusammen.
    Da ist keiner der Gute und auch keiner der Böse oder beides sind beides.
    Je nachdem wie man das sehen möchte :wink:
    Und keiner kann ohne den anderen.
    Mit Liebe hat das allerdings nichts zu tun, sondern nur mit gegenseitiger Abhängigkeit.
    Und dieses ganze unheilvolle Gefüge hält genaus so lange, bis jemand aussteigt.
    Könnte also auch ewig so weiter gehen.
    DU entscheidest, wie lange Du noch weiter leiden willst.
    Nicht der nasse Alkie !

    LG Sunshine (Alkoholikerin, trocken)

    Hallo leergebrannt,
    Ich muss nicht über irgendwen oder irgendwas siegen.
    Manchmal ist die Kapitulation einfach sehr viel kräfteschonender. :wink:
    Und meinetwegen soll sich doch jemand anderer als Sieger (über mich?) fühlen... mein persönliches Seelenheil ist mir viel wichtiger.

    Ich bin auch mal aus einer Beziehung mit finanziellen Verlust (paar Tausend Euro insgesamt) rausgegangen.
    Der Typ machte keine Anstalten, mir (wie vereinbart), das Geld wieder zu geben.
    War übrigens n trockener Alkoholiker, sowas passiert einem also nicht nur mit nassen Alkies, das man Kohle/Gegenstände nicht wieder bekommt. :wink:
    Und weißt Du was, ich wollte das Geld am Ende auch gar nicht mehr wiederhaben.
    Ich wollte einfach nur, das endgültig Schluss ist, kein weiterer Kontakt mehr besteht, auch nicht aufgrund der Geldschulden bei mir.
    Mir war wirklich mein Seelenheil wichtiger, bzw. das erstmal wieder herzustellen.
    Und dann einfach nur noch meine Ruhe vor diesem Menschen zu haben.
    Wenn derjenige sich nun als lachender Sieger sieht, dann soll er.
    Das ist mir völlig gleichgültug.
    Ist zwar ärgerlich, wenn man den falschen Menschen vertraut, aber kann halt passieren.

    Ich mache mir heute keine Selbstvorwürfe mehr, weil ich so blöd war.
    Passiert mir so aber sicher nie wieder, ich habe daraus viel gelernt.
    Und ich habe meine Entscheidung, auf das Geld zu verzichten, nie bereut.
    Das war mit der Zeit ersetzbar.
    Jeglicher weiterer Kontakt wäre für mich schlimmer gewesen.
    Denn dann wären immer noch Bande zwischen uns gewesen und erneutes hin-und her.
    Nööö lass ma, brauch ich nicht.

    Ich lese hier manchmal, das es noch um den Austausch von Sachen geht, und das so unheimlich wichtig erscheint.
    Ich habe da oftmals eher das Gefühl, das sowas der letzte Strohhalm ist, an dem sich noch kontaktmäßig geklammert wird.
    Weil man doch noch nicht ganz loslassen will.
    So bleibt man aber auch immer weiter im Gedankenkarussell oder landet meist wieder darin.

    LG Sunshine

    Hallo liebe et_loar,

    Willkommen hier im Forum ! :)
    Schön das Du hergefunden hast.

    Ich kann Dir nur raten, Deinen eigenen Weg zu gehen.
    Zusammen mit den Kindern. Denn sie sind auch die Leidtragenden vom Alkoholismus Deines Mannes !!
    Und sie können sich noch nicht selbst dagegen wehren, sich abgrenzen etc.
    Sie sind auf Dich als ihre Mutter angewiesen!

    Zitat

    Er hat sogar geweint und will jetzt in eine Klinik.


    Kann er doch !!
    Er kann heute noch zum Arzt gehen, und um Hilfe bitten.
    Oder sich eine Einweisung geben lassen.
    Oder direkt ins KH, ich kenne leider nicht genau das Procedere der Aufnahme dort.
    Denn ich wurde per Rettungwagen eingeliefert.
    Wie auch immer, wer WIRKLICH Hilfe sucht beim Stoppen der Alkoholsucht, der wird welche bekommen !
    Und ohne schafft man es auch nicht.
    Das blöde ist, man denkt leider noch sehr lange, das man es doch irgendwie allein schaffen muss.
    Dazu kommt dann noch Scham, Angst vor dem Entzug, Angst vor weiteren Veränderungen etc.pp.
    Das waren auch die Sachen, die mich vom Handeln abhielten.
    Ich wünschte mir so im Nachhinen, das ich mir schon viel eher Hilfe gesucht hätte.
    Aber mir war es irgendwie auch gar nicht richtig klar, das ich es ohne Hilfe nicht mehr schaffen kann.

    Zitat


    Ich denke mir: Ist nicht mehr meine Baustelle.


    Sehr richtig, genau so ist das !
    Und er kann ja nun endlich was unternehmen, wenn er es wirklich will.
    Dazu braucht er Dich nicht.
    Er kann ja völlig unanhängig von Dir was gegen seine Sucht tun.
    Du bist schließlich nicht seine Mutti !

    Einen Rat gebe ich Dir noch:
    Lass Dich bitte nicht weichklopfen durch Weinen und Worte.
    Die sind bei nassen Alkoholikern oftmals nur Schall und Rauch, und dienen meist nur dazu, den CO oder Partner bei der Stange zu halten.
    Wenn sich die Wogen dann wieder geglättet haben, heißt es auch meist bald wieder "hoch die Tassen"
    Das einzige, was jetzt noch zählt, sind ganz einfach TATEN !!
    Und selbst dann weiß ich nicht, ob ihr zusammen überhaupt noch eine Chance habt?
    Wenn wie Du schon geschrieben hast, es ist ja auch viel Vertrauen zerbrochen und in so unglücklichen Beziehungen gibt es auch immer viel Leid.
    Das kann man nicht mehr ungeschehen machen.
    Und ob man damit als Paar nochmal klar kommt... das ist sehr unterschiedlich.
    Der einzige Weg, wenn überhaupt, ist: Reden, Reden und nochmal reden... und zwar MITEINANDER !

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für die nächste Zeit !
    Und lasse Dich bitte nicht wieder einlullen... sondern mach Nägel mit Köpfen.
    Denn ansonsten steht Dir nur viel weiteres Leid bevor... UND DEINEN KINDERN !!

    LG Sunshine (Alkoholikerin, trocken)

    Weißt Du Grethe, ich behalte gar nicht gerne recht, sondern ich würde mich viel mehr freuen, wenn ich Unrecht behalten würde mit bestimmten "Voraussagen" oder Ahnungen.
    Ich würde mich viel mehr freuen, wenn möglichst viele Menschen ihre Alkoholsucht stoppen könnten.

    Aber... ich habe die Krankheit im nassen/akuten Zustand selbst erlebt und weiß somit, wie das läuft.
    Und ich kenne andere trockene Alkoholiker, mit denen ich auch viel in einer realen SHG viel sprach.
    Wir erkannten uns oft im anderen beinah 100% wieder, wie wir waren im nassen Zustand unserer Krankheit.
    Und hier ist es im Grunde ebenso.
    Und ich habe hier wahrscheinlich hunderte von Geschichten gelesen, im Alkoholiker ebenso wie im CO-Bereich.
    Ich trage da also keine rosa Brille, sondern kenne nun mal die brutalen Realitäten.
    Ohne die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten werden über 90% rückfällig. Diese Zahlen allein sprechen schon für sich.
    Mit Inanspruchnahme der Hiflsangebote sinkt die Rückfallquote erheblich auf um die 50%.
    Die ganz exakten Zahlen kenne ich nicht, aber so um den Dreh sieht es nun mal aus.
    Wenn nun also jemand keine Hilfe annehmen will, dann weiß ich auch, wie groß seine/ihre Chancen sind :(

    Zitat

    Freitag war er bei der Beratung, tatsächlich. Aber er hat nur gehört was er hören wollte. Er eröffnete mit den Worten: Der Berater fand es nicht gut, dass ich jetzt gar keinen Alkohol mehr trinke, denn das bedeutet ja einen Verlust von Lebensqualität. Sehr glücklich Ja, was soll ich dazu noch sagen.
    Es fielen dann noch Sachen wie: Risikoarmer Konsum, und wenn er denn bald wieder was trinken wird.

    Grethe, Du warst bei diesem Gespräch nicht dabei, oder? :wink:
    Das ist ja meist so.
    Geh mal davon aus, das Dein XY Dir da nicht die Wahrheit über das Gespräch erzählt.
    Es kommt doch immer darauf an, ob ich wirklich gerafft habe, das ich abhängig saufe und ob ich wirklich Hilfe möchte !
    Wenn dem so ist, dann bekomme ich auch welche.
    Weil ich dann die Sache auch DRINGLICH mache und ganz klar sage, was wirklich los ist, wie schlimm es steht.
    So, wenn ich das aber nicht will, sondern die Sache auch bei einer Beratung abwiegel, verharmlose oder sogar falsche Angaben mache, wie soll mir dann jemand helfen können?
    Und genau dann drehe ich mir auch angebliche Worte eines Beraters genau so hin, wie ich das haben will!
    Und zwar so, das ich weitersaufen kann, nun auch "mit Erlaubnis".
    Und dagegen kannst Du nix machen... was denn auch?

    Nochmals:
    Wenn jemand trinken will, dann wird er trinken !!
    Und genau das sehe ich bei Deinem XY. Er dreht sich Sachen so hin, um weitertrinken zu können.
    Saufen ist mit Sicherheit kein Stück Lebensqualität!
    Für uns Alkoholiker ist weitersaufen ganz einfach TÖDLICH.
    Das sollte mal klar sein.

    Und nochmal zum kontrollierten Trinken, was hier auch ab und an mal erwähnt wird:
    Davon halte ich rein GAR NIX.
    Wenn ich schon "kontrolliert trinken" muss, dann habe ich doch bereits ein akutes Alkoholproblem !
    Denn nichtabhängige Menschen, die ab und an mal Alk trinken, machen sich über kontrolliertes Trinken ja nicht mal Gedanken, die kennen diesen Begriff meist nicht mal.
    Sie trinken mal was, und dann auch wieder mal ne lange Zeit gar nix, weil sie kein Bedürfnis haben und auch keine Verzichtsgedanken.
    Von daher ist kontrolliertes Trinken für mich einfach nur absurd und verschleiert letztendlich auch das wirkliche Problem.
    Nämlich, tatsächlich alkoholkrank geworden zu sein.
    Alkoholkrank zu sein ist aber keine Schande !
    Das kann nun mal passieren und uns allen (den Alkoholikern hier) hier ist es ja auch passiert.
    Aber es ist ne Schande, nichts dagegen zu tun.
    Nicht wegen anderer Menschen.
    Sondern weil man sich selbst damit unaufhaltsam zugrunde richtet. :(

    Zitat

    Mir geht es resigniert.


    Soll ich Dir mal was sagen, Grethe?
    Das ist für mich einer der schlimmsten Zustände.
    Wenn ich bei irgendwas resigniere, dann werde ich innerlich ganz traurig.
    Klar ist mir das auch schon passiert, das ich resignierte, weil alles keinen Sinn mehr hatte.
    Aber es ist mir das verhassteste Gefühl von allen.
    Gar nichts mehr tun zu können, sondern nur noch zuschauen zu können.
    Ich habe das mit meiner Mutter so erlebt...sie verschlechterte geradezu systematisch ihre Gesundheit (kein Alkohol oder andere Drogen) bis sie am Ende war.
    Wir alle konnten dabei nur hilfelos zuschauen.
    Alle Hilfsangebote, alles Reden schlug fehl.
    Am Ende hatte ich auch resigniert. Und das war schrecklich für mich.
    Ich möchte nicht resigniert sein, ich möchte viel lieber optimistisch in die Zukunft schauen können.

    Solea schrieb Dir:

    Zitat

    Es hat lange gedauert, bis ich mich wirklich lösen konnte und es war, wie bei allen Abhängigen. Ich konnte erst loslassen, als dieser Wunsch tief in meinem Inneren gereift ist und
    ich für mich den Entschluss fasste, auf mich zu schauen und meinen eigenen Weg vorwärts zu gehen, egal was er sagt oder tut oder nicht tut.

    Mir ist es mal ähnlich bei einer unglücklichen Liebe gegangen.
    Ich wollte mich lösen, schaffte es aber immer wieder nicht,
    fiel immer wieder irgendwie zurück, lies mich auch wieder belabern und sonstwas.
    Tief in mir arbeitete es aber trotzdem längst in Richtung Loslösung.
    Und dann kam irgendwann der Tag, wo es mir wirklich 100% ernst war und dann konnte ich es endlich auch durchziehen.
    Ich wünschte heute, ich hätte es viel eher getan.
    Denn ich habe in dieser Zeit gelitten.

    LG Sunshine

    Hallo Dany,

    mir geht es ebenso, mich widert der Geruch von Alk, bzw. Menschen, die welchen getrunken haben, auch extrem an.
    Ich rieche sofort, ob jemand neben mir im Supermarkt oder wo auch immer was getrunken hat.
    Das muss nicht mal frisch sein, auch wenn derjenige Abends vorher was getrunken hat, rieche ich das :shock:
    Und das hat sich nochmals verschärft, als ich Nichtraucherin wurde und mein Geruchssinn nach einigen Monaten komplett zurück war.
    Seitdem reagiere ich da noch empfindlicher.
    Ich bin allerdings auch überhaupt ziemlich geruchsempfindlich.

    Bei mir war das mal so extrem, das ich mich beinahe übergeben musste.
    Ich wollte zu einer Open-Air-Eisrevue, wußte aber nicht, das dort außerdem ein Weihnachtsmarkt stattfindet.
    Als ich entfernt den Geruch von Glühwein wahr nahm, wurde mir schlagartig speiübel.
    Ich dachte echt, ich kot*ze gleich an eine der Weihnachtsbuden.
    Habe mich da dann gleich wieder vom Acker gemacht.
    Frag mich nicht, warum das so ist, aber bei mir ist es jedenfalls genau so, und das auch noch nach vielen Jahren Trockenheit.

    LG Sunshine