Beiträge von Sunshine_33

    Doch klar kann ich das verstehen.
    So isses ja nich. :wink:

    Es ist nur so, das bei mir alles anders war und all diese Dinge so unwichtig wurden.
    Meine Sichtweise ist darum auch anders.
    Das ist nicht wertend gemeint !
    Und noch was "lustiges"... (wenn auch durch die schlimme Situation ausgelöst)
    Ich kam als beinah angstfreier Mensch aus der Entgiftung zurück, denn mir wäre ja beinah das für mich schlimmste passiert.
    Hatte danach das Gefühl, was kann mir denn noch schlimmes passieren?
    Ich hätte beinah mein Leben verloren, dagegen war alles andere unwichtig geworden.

    Heute habe ich wieder einiges zu verlieren... und einige Ängste haben sich damit auch zurückgeschlichen.
    Nichts, womit sich nicht leben ließe... ich bemerke das nur die letzten Jahre.

    Ich wünsche Dir einen schnellen Entgiftungstermin !

    LG Sunshine

    Hallo Hesse,

    Zitat


    Mein nächster Schritt wird sein, das ich mir eine Einweisung von meinem Arzt besorge und mir dann einen Termin in der Klinik geben lasse. Es kann allerdings sein, das ich dann auf eine Warteliste komme.

    Das hört sich doch schonmal gut an.
    Dann los ! :wink:

    Zitat


    Aber ich muss eh vorher noch einiges Regeln (Behördengänge, wichtige Überweisungen etc).

    Ich werde hier nicht detailliert über meine eigene Entgiftung schreiben.
    Nur soviel:
    Ich wurde an Himmelfahrt vor knapp 15 Jahren vom RTW abgeholt.
    Ich hatte nur ein Nachthemd an, landete direkt nach der Notaufnahme auf der Intensiv und es war fraglich, ob ich meine Entgiftung überhaupt überlebe.
    Von daher reagiere ich etwas allergisch, wenn jemand nach W-Lan fragt oder noch Behördengänge oder Überweisungen machen "muss".
    Verstehe es bitte nicht falsch, aber ich bekomme dann das Gefühl, das doch noch vieles wichtiger ist als die eigene Gesundheit, als der Wunsch, die Sucht zu stoppen.

    Für mich gab es ab meiner Entgiftung nur noch eine Prio1:
    Meine Trockenheit.
    Ich hätte dafür ALLES getan !
    Weil alles folgende nur darauf aufbauen konnte.
    Ich habe auch keine weitere Runde mehr drehen müssen, und wenn, würde ich heute hier sicher nicht mehr schreiben.
    Weil ich das gar nicht überlebt hätte.
    Ich konnte mir aussuchen, ob ich lieber sterben will, sprich, mich totsaufen oder weiterleben möchte.
    Ich habe mich für letzteres entschieden, es war wirklich eine Entscheidung.

    Ich wünsche niemanden, das es ihm besonders dreckig gehen soll.
    Aber ich kann Dir sagen, das es mir persönlich wohl geholfen hat, das ich weit unten war.
    Denn so mußte ich nie mehr drüber nachdenken, bin ich denn nun echt Alkoholikerin oder eher doch nicht.
    Und für mich war sonnenklar, das ich überhaupt nur weiterleben kann, wenn ich meine Sucht stoppen kann.
    Denn darauf läuft es im Endeffekt immer raus... totsaufen oder trocken leben.
    Gibt nix dazwischen für Alkoholiker.

    Ich wünsche jedem, möglichst früh aus der Sucht aussteigen zu können.
    Ehe Folgeschäden eintreten.
    Der Körper macht vieles mit, ne Leber normalerweise auch, aber irgendwo ist ein Punkt, wo Ende im Gelände ist.
    Ich habe Folgeschäden von unserer Krankheit. Und ich wünsche niemanden ähnliches.

    Im Übrigen ist es völlig schnuppe, wie jemand eingeliefert wird.
    Ob stehend oder liegend oder besoffen im Teppich eingerollt... alles schon gesehen :wink:

    Und falls hier jemand denkt, ich hab damals wie n Penner unter ner Brücke gelebt, mich um nix mehr gekümmert und mich nicht mehr gepflegt, irrt sich gewaltig.
    Ich bin bis zum letzten Tag arbeiten gegangen, habe meinen wirklichen Konsum vor meinen engsten Angehörigen verheimlichen können, und meine Freunde waren geschockt, als ich ins KH eingliefert wurde.
    Sie ahnten das Ausmaß bei weitem nicht.
    Ich hatte außerdem noch meinen Partner, eine liebe Tochter, ein Haus mit Garten eigenes Auto, und alles was man sich so wünscht.
    Dieses Leben aufrecht zu erhalten war allerdings ein sehr großer Kraftaufwand.
    Ich will damit nur sagen, man kann auch ganz unten sein, auch wenn man das jemanden nicht schon von weitem ansieht. :wink:

    LG Sunshine

    Hallo cielo,

    Zitat


    ich habe schon gemerkt wie ich mich die letzten Wochen wieder von diesem Forum "distanziert" habe, da ich dachte o.k. jetzt trinkt XY nicht mehr, was soll ich also hier??


    Das kommt immer wieder vor bei CO-Abhängigen und wohl auch bei Alkoholikern.
    Man erkennt sich zwar wieder in den Geschichten anderer, aber man handelt nicht.
    Weil man denkt, es wird doch noch irgendwie wieder... und macht lieber weiterhin die Augen zu, anstatt endlich zu handeln ?

    Aus Deinem oben zitierten Satz entnehme ich auch, das Du noch nicht begriffen hast, das Du wirklich nur für DICH hier sein kannst.
    Das hat mit dem XY eigentlich gar nix zu tun, sondern ausschließlich mit Dir.
    Denn die CO-Abhängigkeit ist doch nicht automatisch auch zuende, wenn der Alkoholiker trocken wird bzw. man sich von ihm trennt.
    Der Alkoholiker ist doch nur der Auslöser des Ganzen, die Ursache steckt aber in Dir... sozusagen.

    Zitat


    Warum bin ich immer noch bei ihm? Was ist das was mich hält und mich nicht einfach die Konsequenzen ziehen lässt ??


    Angst vor Veränderungen?
    Angst vor Einsamkeit?
    Die CO-Abhängigkeit, das Nicht-Loslassen wollen/können?
    Wärest Du hier aktiver, könntest Du das evtl. (auch mit Hilfe der anderen) für Dich herausarbeiten :wink:
    Du KANNST hier ja Hilfe bekommen, aber wenn man sie nicht annehmen will, dann kann NIEMAND weiter helfen.

    Zitat


    So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt und auch nicht für die Kinder-nur Fernseher keine Aktivitäten - nichts.


    Ich habe an Ostern Familien mit Fahrrädern unterwegs gesehen, die machten nen ganz glücklichen Eindruck.
    Ich sehe in meinem Bekanntenkreis viele Väter, die sich SEHR um ihre Kinder kümmern und keinesfalls ihr Aufwachsen verpassen möchten.
    Ich sehe Männer, die ihre Frauen lieben und achten und ihnen auch treu sein können.
    Warum ?
    Weil sie nicht saufen und weil sie das so wollen.
    Sicher... es gibt auch Ärger und Stress in diesen Beziehungen, wie in jeder Beziehung.
    Trotzdem halte ich viele Beziehungen für gelungen und auch intakt.
    Es gibt also diese Männer !!
    Wenn Du allerdings lieber mit nem Säufer zusammen sein willst, dann bitte.
    Wird Dich niemand dran hindern.
    Du kannst Dein Leben wegschmeissen, wenn Du das gern so willst.
    Ist ja schließlich DEIN Leben und Du bist erwachsen.
    Traurig nur, das auch die Kinder leiden müssen.
    Mir tut es im Herzen weh, wenn ich lese, wie sehr Kinder darunter leiden.
    Und erzähl mir bitte nicht, bei Euch sei das anders.
    Glaube ich kein Wort von.

    Zitat

    Und dann dieses komische Gefühl, welches mich heute schon den ganzen Tag begleitet, dass XY sich wieder mit der "alten guten Freundin" trifft. Komisch, heute frisch rasiert und geduscht..

    Wie wäre es, wenn Du aufhören würdest, auf Deinen versoffenen und evtl. wieder fremdgehenden XY zu starren und Dich anstatt dessen mal UM DICH SELBST KÜMMERST ??
    Ihn kannste eh nicht ändern.
    Und solange er säuft, geht es auch immer weiter bergab... auch ne kurze Trinkpause ändert daran ja nix.
    Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Mach die Augen auf, dann siehst Du das auch ganz klar !
    Dazu kommt ja außerdem auch noch die Fremdgeherei...
    Meene Jüte, son Typ würde ich nicht geschenkt haben wollen, selbst wenn es der letzte auf Erden wäre.

    Zitat

    Jetzt versuche ich mich einfach wieder nur auf mich, die Kinder unsere Tiere zu konzentrieren und wieder nach vorne zu gehen.....


    Und das hilft?
    Dauerhaft?
    Davon wirst Du wieder glücklich?
    Erstaunlich :shock:
    Wie wäre es denn mal mit "Nägeln mit Köpfen" machen?
    Das verstehe ich unter "nach vorne gehen".
    Alles andere ist doch nur ein ausharren ohne wirklich was zu ändern.

    LG Sunshine

    Ich schließe mich zu 100% Karsten Worten an !
    Für mache Dinge habe ich einfach kein Verständnis, und will ich auch gar nicht haben.
    Ich war nur unendlich froh und dankbar, endlich ärztliche Hilfe zu bekommen.
    Und ein sauberes Bett und Zuwendung von Seiten der Krankenschwestern noch dazu.
    Der Rest war komplett unwichtig.

    LG Sunshine

    Moin Hesse

    Zitat

    nach einer doch recht schlaflosen Nacht, kann ich es kaum erwarten heuteabend auf meine SHG zu treffen... Ich habe noch lange gegrübelt und mir sind einige Fragen in den Kopf gekommen, die ich dort stellen möchte: Wie genau läuft in einer bestimmten Klinik (die waren alle dort) die Entgiftung ab? Was nimmt man mit, was nicht?(Klar, das man da nichts mit Alk mitnimmt) Gibt es dort W-Lan? Liefert man sich am besten selbst ein oder plant man das ganze mit dem Hausarzt?

    Hm... siehst Du das hier denn nicht als SHG?
    Als was siehtst Du es denn sonst, falls nicht?
    Hättest ja auch einfach hier fragen können, denn hier haben auch sehr viele eine professionelle Entgiftung im KH hinter sich :wink:

    Ob die da W-Lan haben?
    Sorry, aber da hatte ich weitaus andere Sorgen :wink:
    Frag doch mal nach, ob die auch Sky und einen Wellnessbreich mit Außentherme haben ? :wink:


    kopfschüttelnde Grüße
    Sunshine

    Silberkralle fragte:

    Zitat

    wichtiges thema - und was erwartet ihr von ner (online)SHG?

    Ich erwarte im Grunde nix, aber ich erhoffe mir einiges :wink:
    Und wenn das eintrifft, freue ich mich drüber :)

    Ich erhoffe mir, hier ein offenes Ohr zu finden, wenn es mir nicht gut geht.
    Ich erwarte nicht immer einen Rat, sondern manchmal nur jemanden, der mir zuhört, bzw. zuliest.

    Ich erhoffe mir, einen Ort zu haben, wo ich auch mal "Schutt abladen" kann.
    Denn ich weiß mittlerweile, das alles in sich reinfressen nicht gut tut.

    Ich erhoffe mir ehrlichen Austausch mit anderen Betroffenen und keinen Tummelplatz der persönlichen Eitelkeiten.

    Ich möchte von anderen lernen oder mich zumindest inspirieren lassen.
    Und ich erhoffe mir auch neue Sichtweisen, die mir helfen könnten bei Problemen.

    Ich bin außerdem kontaktfreudig und lerne gern neue Leute kennen :)
    Finde ich einfach interessant.
    Und meiner Erfahrung nach lernt man gerade in SHG oftmals ganz "besondere" Menschen kennen.

    Und ich freue mich außerdem, wenn ich anderen auch mal helfen kann.
    Denn mir wurde auch geholfen und davon möchte ich auch ein Stück zurück geben.

    Das ist das, was mir so auf Anhieb dazu einfällt :wink:

    LG Sunshine

    Bei mir war es so wie bei Karsten und Seidenraupe...
    Mir mußte niemand sagen, das ich "anders" trinke als andere und das tat auch niemand.
    Das wußte ich lange selbst, bevor andere auch nur auf die Idee kamen, das die Sunshine vielleicht öfters einen übern Durst trinkt.
    Und es verlangte auch niemand von mir, mit der Sauferei aufzuhören.
    Es war meinen engsten Mitmenschen bis zuletzt nicht mal bekannt, wie viel ich wirklich soff.

    Ich habe oft versucht, allein aufzuhören. Es ging jedes Mal schief und ich fühlte mich mittlerweile wie eine Versagerin.
    Weil ich nicht konnte, was andere konnten.
    Mir war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bewußt, das ich das allein nicht schaffen kann.

    Selbsthilfe bedeutet für mich, mir selbst zu helfen :wink:
    Ich halte es für wichtig, sich mit Menschen auszutauschen, die von der gleichen Krankheit betroffen sind wie ich.
    Und in einer SHG kann man sich auch gegenseitig helfen, auch das sehe ich als Sinn einer SHG.

    Zitat

    Selbsthilfegruppe bedeutet ja erstmal, dass sich die Mitglieder/Teilnehmer der Gruppe selbst/untereinander dabei helfen, mit ihren Problemen zurecht zu kommen. Also „Problemkinder“ unter sich und ohne – meiner Meinung nach oft störende weil hemmende - Mitwirkung von Psycho-Profis aber unter der Leitung eines (meistens) geschulten Moderators, dem Leiter der Gruppe

    So sehe ich das auch.
    Und anders wäre es für mich auch nicht gegangen, denn ich habe es nicht so mit irgendwelchen Psychologen.
    Ich möchte mich mit Menschen austauschen, die meine Krankheit selbst erlebt haben und nicht mit Leuten, die darüber mal was gelesen oder gelernt haben.
    Ich brauche da einfach was "Authentisches" und ich halte LZT für sehr viel qualifizierter als irgendwelche Psychos, die selbst nicht von der Krankheit betroffen sind.

    Ich war auch immer mal wieder ohne SHG, aber nie ohne Austausch mit anderen Betroffenen. Das beschränkte sich bei mir nie nur auf eine SHG.

    Eine reale Gruppe habe ich auch mal ca. 2 Jahre zwischendurch besucht, aber die wollten mich zu sehr "einatmen". :lol:
    Ich habe aber auch noch andere Freunde, die nicht von unserer Krankheit betroffen sind und möchte nicht den größten Teil meiner Freizeit (oder gar die gesamte :shock: ) in einer SHG verbringen.

    So ist diese SHG hier für mich besser, weil ich mich hier frei fühle und nicht dauernd vollgelabert werde, ob ich nicht an dieser oder jeder Freizeitaktivität mitmachen möchte.
    Ich kann hier schreiben, wenn ich den Austausch brauche und es auch mal sein lassen und muss nicht zu bestimmten Terminen erscheinen.

    Ich weiß für mich, das ich nur Dinge machen kann, bei denen ich mich frei und selbstbestimmt fühle. Alles andere funzt bei mir nicht, weil ich dann recht schnell wegrenne.

    LG Sunshine

    Ja, ich verstehe das und es ist ja auch okay so, Hesse 79.
    Und man DARF hier sich ja auch sein ganzes Elend von der Seele schreiben.
    Aber davon kommt man leider noch nicht in die Handlung.
    Dafür braucht es dann schon mehr und manchmal auch ne Holzhammer :wink:
    Versteh es bitte nicht falsch, ich meine das nicht böse.
    Es tut mir nur immer so unsagbar leid, wenn jemand immer weiter sein Leben an den Alk verschenkt.
    Ich habe selbst so viele Jahre an den Alk verloren, wahrscheinlich geschätzt über ein Jahrzehnt meines Leben habe ich abhängig gesoffen.
    Und ich bereue das heute immer noch.
    Ich wünsche niemanden das gleiche Leid, denn ich weiß leider nur zu genau, wie die Schei*s-Sucht funzt. Aus schmerzvoller eigener Erfahrung.
    Habe das ganze Elend ja selbst so erlebt, bis ich endlich Hilfe bekam in Form von einer professionellen Entgiftung.
    Ich wünsche mir heute noch oft, wäre das alles nur früher passiert... dann hätte ich mir so viel Leid ersparen können.

    Hesse, Gründe um zur Flasche zu greifen, findet man oftmals nur, UM wieder zur Flasche zu greifen.
    Meine Meinung.
    Es gibt keinen Grund, um zu saufen !
    Und es hilft auch kein Stück weiter, sondern ganz im Gegenteil, alles wird nur immer noch schlimmer.
    Außerdem nehmen wir auch nicht "nur" Schaden am Körper, sondern auch an unserer Seele.

    Zitat

    Ich weiß, das nur ich alleine Trocken werden kann und das niemand anders für mich übernimmt..

    Ja, das ist so. Aber Du wirst hier Begleitung und Unterstützung dabei finden können, und das ist doch auch schon was, oder ?
    Du bist ja nicht ganz allein. Es gibt auch sicher anderswo noch Menschen, die Dich auf Deinem Weg unterstützen können und auch werden.
    Nur wenn Du weiter im Suff-Elend versinkst, verwehsrt Du ihnen geradezu den Zutritt zu Dir.
    Ich für meinen Teil habe mich jedenfalls immer einsamer gesoffen.

    Also Hesse, schreib Dir gern alles von der Seele, Du wirst hier ja auch gelesen.
    Aber komme bitte auch in die Handlung.
    Denn sonst bleibt leider alles so, wie es ist. :?

    LG Sunshine

    Hallo Hesse79,

    Tun kommt von Tun.
    Wenn Du selbst nichts tust gegen Deine Sauferei, kann Dir auch niemand anderes helfen.
    Es kann Dich niemand ans Händchen nehmen und für Dich trocken werden und Dein Leben leben.
    Du bist erwachsen und selbst dafür zuständig.

    Die Therapeutentante und Du tastet Euch an eine ambulante Therapie ran?
    Wie lange geht das denn schon so? Und warum gibt es bisher keine Erfolge diesbezüglich?

    Zitat

    Meine Therapeutin versucht mir eine Entgiftung schmackhaft zu machen für 10 - 12 Tage


    Ich sag es Dir ganz ehrlich, wenn ich sowas lese, macht es mich geradezu sauer.
    Mein Gott nochmal ! Wir haben hier in unserem Land so gute Hilfsangebote, die gibt es in vielen Ländern unserer Erde gar nicht oder nur eingeschränkt.
    Und anstatt Du diesen geradezu LUXUS annimmst, findest Du tausend Gründe, warum es nicht geht und badest in Selbstmitleid.

    Du trinkst, weil... und es folgen sooo viel Gründe.
    Merkwürdig, ich habe gesoffen, weil ich SAUFEN WOLLTE !!!
    Ich habe meine Sauferei auch nie wirklich anderen Menschen oder Situationen in die Schuhe geschoben, mir war auch schon in nassen Zeiten klar, das niemand an meiner Situation "schuld" ist.
    Ich habe aber andere Menschen manipuliert mit meiner Krankheit, damit sie so funzten, wie sie sollten und ich vor allem WEITERSAUFEN konnte.
    Und ich habe mir auch immer wieder selbst was vorgemacht, damit ich wieder saufen kann.
    Das nix davon okay ist, wußte ich aber auch schon zu Saufzeiten.

    Hesse, sieh zu, das Du in eine professionelle Entgiftung kommst !
    Und danach evtl. in diese ambulante Therapie.
    Und keine weiteren Rumlabereien mehr...wieso und weshalb und warum... sondern handel jetzt bitte.
    Jeder weitere versoffene Tag ist ein verlorener Tag !!
    Wie viele Tage und Wochen und Jahre möchtest Du noch von Deinem Leben verlieren?

    Und was da mit Deiner Frau abläuft, das hört sich auch nicht gut an.
    Trotzdem: In unserem Land sind wir freie Menschen.
    Und es zwingt uns NICHTS UND NIEMAND, in einer unglücklichen Beziehung auszuhalten.
    Denn auch da ist jeder scheckliche Tag ein verlorener Tag.

    Das Leben kann so verdammt schön sein !!
    Aber aus dem Mist da kommst Du nicht mehr allein raus und die Therapeutentante scheint auch bisher nix zu helfen.
    Also bemühe Dich nun bitte um kompetente Hilfe, damit Du nochmal aus diesem ganzen Teufelskreis raus kommst.
    Um DEINETWILLEN !!
    Bei Deinem weiteren Weg kann Dir dieses Forum auch gut zur Seite stehen.
    Aber auch hier kann Dich niemand an die Hand nehmen und für Dich trocken werden, wir können Dich aber gern dabei begleiten.

    Und nochwas: Trocken kann man viele Probleme sehr viel besser angehen und einige lösen sich sogar wie von selbst.
    Was in der nassen Birne als unüberwindliches Hindernis erscheint, da findet sich trocken ein Weg.
    Weil auch das ganze Selbstmitleid und die Schuldzuweisungen wegfallen und man sich mehr auf Problemlösungen konzentrieren kann.

    Da fällt mir gerade noch etwas ein, was ich hier vor vielen Jahren von einer Forenteilnehmerin las:
    Ich drehte mich so lange im Kreis, bis aus dem Kreis eine Linie wurde.

    Sieh bitte zu, das aus Deinen Kreisen auch eine Linie wird.

    LG Sunshine

    Hallo Dirk,
    Du schriebst:

    Zitat


    Natürlich bin ich krank- aber ich habe noch große Schwierigkeiten damit, die Krankheit als universelle Ausrede gelten zu lassen. Ich frage mich andauernd: War das ich? War das der Alkohol?

    Ich benutze meine Krankheit nicht als Ausrede.
    Sie ist ja nun mal da, das ist einfach Fakt.
    Und ich werde mein Leben lang gut auf mich aufpassen müssen, das sie nicht wieder ausbricht.
    Ich wüßte nicht, das ich meine Alkoholkrankheit schon mal als Ausrede benutzt habe.
    Meinst Du damit, das man sich mit der Krankheit rausredet, weil man im Suff viel Mist gebaut hat?
    Hm, für mich gehört das einfach zu den typischen Begleiterscheinungen im nassen Stadium der Alkoholkrankheit.
    Die sind zwar nicht schön, aber ich kann es ja auch nicht mehr rückgängig machen.
    Und klar, manchmal fallen mir auch unangenehme Sachen wieder ein und manches ist mir heute noch peinlich.
    Aber ich benutzte diese Erinnerungen heute dafür, um zu sehen, wo ich nie wieder hin will.

    Was war ich, was war der Alkohol?
    In Rückschauen kann ich das einigermaßen gut trennen.
    Als ich noch gesoffen habe, war ich ja nicht 100% fremd gesteuert, sondern auch immer noch irgendwo ich.
    Ich hatte sehr viele Verhaltensweisen dem Alkohol angepasst, ja.
    Aber es gab auch irgendwo schon noch mich selbst.
    Schwer zu erklären.
    Ich muss das aber auch niemanden erklären :wink:
    Das erwartet in meinem Umfeld keiner von mir.
    "Meine Leute" sind eher froh, das ich nicht mehr saufen muss.
    Und sie quälen mich auch nicht damit, das sie immer wieder auf früher verweisen.
    Es ist ein Thema, was auch irgendwie durch ist.
    Ich bin ja mittlerweile 14 Jahre trocken.
    Wenn da noch jemand auf früher rumhacken wollte, wäre das auch ein bisschen schräg, oder? :wink:
    Irgendwann müssen Dinge auch mal gut sein.
    Und das Leben lebt sich außerdem vorwärts und nicht rückwärts.

    Dirk, mache Dir mal jetzt nicht zuuu viele Gedanken... sondern schau, das Du die Entgiftung gut hinter Dich bringst.
    Und danach kann dann Dein Weg in die Trockenheit beginnen...
    Ein Schritt nach dem anderen... und uns gibt es ja auch noch :wink:
    Sicher gibt es auch Vorkommnisse aus der nassen Zeit aufzuarbeiten.
    Und man lernt sich auf eine Art auch nochmal selbst neu kennen :wink:
    Das alles geschieht aber nicht an einem Tag :wink:
    Man kann die Dinge nach und nach ab-und aufarbeiten, im eigenen Tempo.
    Alles andere macht eh keinen Sinn.

    LG Sunshine

    Hallo Dirk und Willkommen im Forum.

    Ich wünsche Dir auch alles Gute für die bevorstehende Entgiftung.
    Mache Dir da mal keine Sorgen, Du bist ja unter professioneller Obhut, das wird schon alles werden.
    Eine Entgiftung ist aber immer nur ein Anfang...danach heißt es vor allem am Ball bleiben.
    Eine SHG ist dabei sehr hilfreich.
    Wir hier verstehen uns ja auch also solche.

    Zitat

    Und so führt mein erster Weg nach der Arbeit in den Bahnhofs-Kiosk, erst einmal auf die schnelle zwei halbe Weizen oder zwei Dosen Jackie-Cola. Am Umsteigebahnhof dann noch einmal das gleiche. Und daheim? Mal zwei bis acht Bier, mal eine halbe Flasche Gin. Und wenn nichts mehr da ist? Fahre ich nachts um 1 noch einmal zur nächsten 24-Stunden-Tanke, um Nachschub zu besorgen.

    Tja, der "normale" Alkoholiker-Alltag eben...
    "lügen, kaufen, saufen" wie "Silberkralle" (matthias) aus diesem Forum das mal nannte.

    Zitat


    Jetzt sehe ich es plötzlich. Sehe, wie viele Seelenleben ich über die Jahre ge- und zerstört habe, sehe all die Verletzten auf meinem Weg liegen, sehe die Scherben


    Du hast sehr wahrscheinlich aber auch Deinem eigenen Seelenleben geschadet, Dirk !
    Wir leiden doch sehr im nassen Stadium unserer Krankheit.
    Und zwar, ab da, wo wir nicht mehr trinken wollen, sondern müssen.
    Weil wir abhängig geworden sind.
    Für mich zumindest war das ein ganz schlimmer Zustand.
    Habe auch viele viele Jahre gesoffen, kann nicht mehr sagen, wie lange, weil die Sucht ja schleichend beginnt.
    Es waren aber sicher über 10 Jahre, in denen ich abhängig gesoffen habe.

    Zitat

    Drückt mir die Daumen. Verdient habe ich es zwar nicht, aber schön wär's dennoch.


    Kein Problem, meine Dauem bekommst Du auch noch dazu :wink:

    Dirk, es geht hier um keine Willensschwäche, um keine "schlechte Angewohnheit" !
    Wir sind alkoholkrank. Und haben uns das ja auch nicht so ausgesucht.
    Mein Lebenstraum war es jedenfalls nicht, alkoholabhängig zu werden.
    Und ich habe auch nicht vorsätzlich andere Menschen verletzt, weil ich so so großen Spaß dran habe.
    Da hat eindeutig die Krankheit in mir regiert.
    Ich kann das schon lange so für mich annehmen.
    Und ich konnte ja auch vieles wieder gut machen.
    Und zwar, indem ich trocken wurde und es auch bisher blieb.

    Ich habe auch in mir selbst Scherbenhaufen angerichtet.
    Aber auch da konnte wieder vieles heilen mit der Zeit.

    Löse Sich also besser von Schuldgefühlen, denn die helfen auch niemanden weiter.
    Ein trockenes Leben aber sehr wohl.

    LG Sunshine

    Also ich sehe es auch so, das die 8 Jahre nicht komplett "futsch" sind.
    Wer 8 Jahre ohne Alkohol lebte, der muss in meinen Augen auch einiges "richtig" gemacht haben.
    Nur muss auch irgendwas schief gelaufen sein, denn sonst wäre es nicht zum Rückfall gekommen.
    Und genau das gilt es meiner Meinung nach aufzudröseln.
    Was ist da passiert, das ich im Endeffekt doch wieder getrunken habe?
    Ein paar mal Nippen am Likörglas ist dabei für mich ebenso ein Rückfall wie ein Vollrausch, da sehe ich absolut keine Unterschiede.

    LG Sunshine

    Hallo Marnie,

    Warum bist Du nicht schon längst in der Entgiftung, woran hapert es denn momentan?

    Du schreibst

    Zitat

    und noch etwa 3 Wochen Wartezeit bis ich einen Platz in der Therapie Klinik meiner Wahl bekomme

    Hm, wir schreiben hier manchmal, das man noch nicht tief genug unten ist, wenn man denkt, man könnte sich die Hilfe noch aussuchen.
    Ich sehe aber bei Dir bereits großes Leid und den Willen zum Ausstieg.
    Darum: Mache es jetzt dringend!
    Und wenn es nicht die Therapieeinrichtung Deiner Wahl wird, dann nimm ne andere.
    Hauptsache, es rührt sich jetzt was.

    Was Deinen Mann betrifft:
    Außenstehende können sich die Alkoholkrankheit nicht wirklich vorstellen.
    Verharmlosen sie oftmals sogar mit den Worten: "Dann trink einfach weniger" etc.
    Sie begreifen nicht, das wir schon lange nicht mehr freiwilig trinken, sondern weil wir es "müssen".
    Weil der Körper und die Seele danach bereits laut schreit und wir da nicht mehr allein gegen ankommen.

    Meinem Mann war auch lange meine Lage nicht klar.
    Natürlich auch, weil ich sie verschleierte.
    Und weil er nicht sehen wollte, weil er Verändernungen befürchtete, sollte ich aus der Sauferei aussteigen wollen.
    Er hat erst richtig verstanden, als ich auf der Intensiv lag und der Arzt mit ihm sprach, wie ernst es steht.

    Es wäre also auch eine Möglichkeit, den Partner zu einem Arztgespräch mitzunehmen.
    Das wird mitunter ernster genommen, als wenn man es selbst zu erklären versucht.
    Das musst Du aber selbst wissen, ob Du sowas überhaupt möchtest.

    Ich weiß jetzt ja nicht, ob das Scheidungsansinnen Deines Mannes was mit Deiner Sauferei zu tun hat?
    Musst Du auch nicht hier im www schreiben !!
    Das sind ja ganz private Dinge, und wenn überhaupt, ist der Erweiterte Bereich dafür die weitaus bessere Adresse.

    LG Sunshine

    Ich esse Senf ebenso wie Ketchup und verwende auch Essig.
    Das hat mich noch nie in Gefahr gebracht oder auch nur in irgendeiner Form getriggert.
    Und überreifes Obst mag ich sowieso nicht.

    Gekocht habe ich nie mit Alkohol.
    Wahrscheinlich weil ich vorher schon alles ausgesoffen hatte :lol:
    (Kleiner blöder Scherz am Rande, habe einen eher schwarzen Humor :wink: )
    Was mich insbesondere nervt, ist, wenn an jede Soße Alkohol rangepanscht wird.
    So waren wir neulich bei einem neuen Griechen, wo beianhe sämtliche Gerichte mit Metax* gepanscht waren.
    Das hätte ich selbst zu Saufzeiten nicht gegessen, igitt.
    Ich habe echt kurz überlegt, ob ich die Bedienung mal drauf anspreche, warum beinahe alle Soßen mit Alkohol versetzt sind?
    Aber irgendwie hatte ich dann doch kein Bock drauf, zumal wir da wohl eh kaum wieder hinkommen.
    Hm.

    Ansonsten halte ich auch nix von alkoholischer Panikmache bei Lebensmitteln.
    Ich kann auf die Zutatenliste schauen, was ich kaufe, dann weiß ich, was drin ist.
    Aber in diese Situation gelange ich eher selten, denn wir kochen fast immer alles frisch.
    Außerdem habe ich eine sehr feine Nase.
    Bisher habe ich es immer sofort gerochen, wenn irgendwo Alk drin war und es dann eben gemieden.
    Ich hatte mal Marzipan geschenkt bekommen, das roch schon aus der noch verschlossenen Packung nach Alk.
    Da es nicht gerade billig war, bin ich damit zum Laden und die haben mir das anstandslos umgetauscht in welches ohne Alkohol.
    Gab es nämlich auch :)
    Auch das ist noch eine Möglichkeit, sollte man sich tatsächlich mal "verkauft" haben.

    LG Sunshine

    Hallo Radeon8981 und Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Mehr Feedback und intensiveren Austausch gibt es im Erweiterten Bereich.
    Dort steht auch der Chat rund um die Uhr zur Verfügung, nicht nur als SOS-Chat im Notfall.
    Momentan wird er als allgemeine Chatmöglichkeit allerdings eher weniger genutzt.
    Auch kann man sich im Erweiterten Bereich über PN`s austauschen.

    Ich persönlich kann nur dazu raten, sich gut die Erfahrungen der alten Hasen anzuhören.
    Auch wenn die Versuchung groß ist, sich am Anfang lieber mit anderen Frischlingen auszutauschen, ist das oftmals nicht so vorteilhaft.
    Das mal nur so am Rande... :wink:

    Ja, die Zeit, die wir früher mit Saufen gefüllt haben, muss nun anders gefüllt werden.
    Möglichst sinnvoll, würde ich sagen, denn wenn man nur irgendwie die Zeit totschlägt, ist das ja auch wenig befriedigend.
    Hast Du Hobbys, die Du gern wieder aktivieren würdest?
    Oder andere Interessen, die durch die Sauferei immer mehr in den Hintergrund rutschten?

    LG Sunshine

    Zitat

    Die Wege sind unterschiedlich, vermutlich weil wir verschieden sind.

    Falls Du damit die Wege aus der Sucht meinst, dann kann ich mich dem nicht anschließen.
    Denn da gibt es nicht sooo viele Wege und sich den angenehmsten rauszussuchen ist in den wenigsten Fällen erfolgreich.

    Wir gleichen uns in der Sucht oftmals wie ein Ei dem anderen.
    Erkennen uns in so vielen Geschichten selbst wieder.
    Mir ist es noch heute so, als hielte mir dann jemand einen Spiegel vor.
    Da ist es für mich nicht gerade logisch, zu denken, das gerade die erfolgreichen Wege AUS der Sucht sehr unterschiedlich sind.

    Ich habe hier viele Geschichten miterleben dürfen.
    Erfolgreiche und ebenso auch Unerfolgreiche.
    Viele alkoholkranke Menschen sind nicht wieder gekommen, wenn hier Gegenwind kam.
    Sie meinten auch oftmals, das es sooo viele Wege aus der Sucht gäbe... auch ganz individuelle.
    Weil ja heute jeder nach Alleinstellungsmerkmalen geradezu lechzt. :roll:
    Soll dann auch für die Sucht so gelten.
    Aber die Sucht richtet sich einfach nicht danach ! :P
    Weil sie ihre eigenen Regeln hat !

    Es mag auch immer mal wieder "Ausreisser" geben, die einen individuellen Weg gehen udn damit erfolgreich sind.
    Aber es sind leider nur so verschwindend wenige !!
    Ich frage mich einfach, warum denn nicht einen erprobten Weg gehen mit Aussicht auf Erfolg, weil da einfach andere auch schon mit erfolgreich waren?
    Was ist denn daran so "falsch"?
    Man muss doch nich das Rad dauernd neu erfinden, es ist schon rund und hat ne überzeugende Erfolgsgeschichte hinter sich !

    Ich kann halt nur dazu raten, sich an die Tipps der LZT zu halten, denn die wissen bereits, wies geht.
    Und die eigene Neunmalklugheit mal an den Nagel zu hängen, denn die hat einen ja eher nicht trocken werden lassen.

    Wir alle dürfen doch ganz individuelle Menschen sein !
    Jeden Tag, 24 Stunden lang.
    Aber um trocken zu werden sollten wir vielleicht mal zuhören, was LZT zu sagen haben aus ihren Erfahrungen.
    Vielleicht macht es einfach Sinn, in diesem Bereich mal für ne Weile Individualität Individualität sein zu lassen und mal was zu machen, was wirklich Aussicht auf Erfolg hat?

    LG Sunshine

    Hallo dry,

    Du schriebst:

    Zitat

    Abstinenz ist auch eine Frage des Willens und der Einstellung.
    In einer Hotelbar muss man nicht trinken und kann alles besprechen was man sonst wo bespricht.

    Wie sieht dein Alltag aus?
    Gehst du nie in ein Café?

    Die acht Jahre habe ich nicht getrunken aber sonst auf nix verzichtet.

    Natürlich gehe ich in ein Cafè ! Warum denn auch nicht?
    Sorry, für mich ist es ein himmelweiter Unterschied, ob ich in eine HotelBAR gehe oder in ein Cafè.
    Mit einer BAR verbinde ich doch automatisch alkoholische Getränke !
    Da stehen die ganzen halbvollen Alkflaschen rum, die entsprechenden Alk-Gläser, man taucht ja damit geradezu in eine völlige Alkoholwelt ein.
    Oder bekommst Du bei dem Gedanken "Hotelbar" suggeriert, das man dort vorzugsweise Ananassaft mit Orangenscheibe trinkt?? 8)

    In einem Cafè dagegen gibt es Kaffee und Kuchen, das verbinde ICH zumindest mit einem Cafè :wink:
    Da kann ich also gefahrlos hingehen und mich dort auch gerne mit Freunden treffen.

    Ich sehe es auch kein bisschen als Verzicht, keine Bar`s zu besuchen.
    Ich habe mich für ein alkoholfreies Leben entschieden, und zwar auf der Basis der Grundbausteine.
    Und ich betreibe auch heute noch Risikominimierung !
    Denn meine Krankheit schlummert nur! Sie ist aber nach wie vor da.

    Und wenn Du nun denkst, ach Herrje, muß die Sunshine aber n einsamer Mensch sein, dann irrst Du Dich ganz gewaltig.
    Denn das Gegenteil ist der Fall.
    Einsam war ich zu Saufzeiten.
    Traurig war ich zu Saufzeiten.
    Verzweifelt war ich zu Saufzeiten.
    Isoliert habe ich mich zu Saufzeiten.

    Trocken aber konnte ich mir ein wirklich geselliges Leben aufbauen.
    Ich konnte mein Hobby Fotografie wieder aktivieren und bin auch sehr aktiv darin und das bedeutet auch, viel unterwegs zu sein.
    Auch mit anderen.
    Ich habe neue Freunde gefunden und treffe micht auch regelmäßig mit Leuten, die mein Hobby teilen.
    Und das alles geht völlig ohne Alkohol !! :shock::lol:
    Ich bin aber auch gern mit mir selbst allein, das kann ich auch gut haben.
    Der Unterschied zu früher ist, das ich es frei wählen kann.
    Zu Saufzeiten hatte ich mich immer mehr isoliert.
    Das war eine schlimme Zeit.
    Wie also sollte ich in meinem jetzigen Leben Verzicht empfinden, wenn ich doch mit allem zufrieden bin?
    Nö, ich kenne keine Verzichtsgedanken mehr.
    Die hatte ich nicht mal wirklich am Anfang meiner Trockenheit.
    Ich glaube, ich hing viel zu tief drin, um mir noch son Luxus leisten zu können, mal ganz banal formuliert.
    Und später wurde trocken alles besser und schöner und mein Leben wieder ganz bunt.
    Kein Platz für Verzichtsgedanken.

    Ich bin nun seit fast 15 Jahren trocken.
    Und ich habe auch auf NICHTS verzichtet!
    Eine Hotelbar zu besuchen kommt für mich trotzdem nach wie vor nicht in Frage.
    Das hat für mich weder was mit Genuß noch mit Verzicht zu tun und ich kann Freunde woanders treffen und mich sehr gut unterhalten.
    Das Ambiente einer Hotelbar oder anderer entsprechende Lokalitäten hat ja nix mit einem erfolgreichen geselligen Zusammensein zu tun.
    Auch wenn die Werbung und die Gesellschaft uns gern mal was anderes suggeriert.
    Is aber gelogen :wink:

    LG Sunshine

    Hallo liebe Loya,
    Dein Bericht erschüttert mich gerade sehr :(
    Ich erkenne mich in so vielem wieder.

    Ich möchte mir erstmal nur ein paar Sätze rauspicken:

    Zitat

    Ein kompletter Verzicht auf Alkohol kam mir bisher wie eine unfaire Strafe vor. Andere dürfen alle trinken. Warum soll ich auf Wein usw. verzichten müssen


    Loya, es ist doch eher wie eine "schlimme Strafe", trinken zu MÜSSEN.
    Ich kann es nur so sagen:
    Für mich ist es das allerallerschönste, nicht mehr trinken zu müssen.
    Weil "trinken müssen" eine unglaubliche Qual ist !!
    Du hast es doch selbst so schlimm erlebt, wie es ist. :(
    Der Alkohol bestimmt am Ende das ganze Leben ! Alles wird davon abhängig gemacht und man verliert nach und nach alle Freiheiten.

    Du darfst auch trinken ! Niemand kann es Dir verbieten.
    Es kann Dir nicht mal jemand verbieten, Dich tot zu saufen.
    Aber es wäre so UNENDLICH SCHADE, es zu tun !! :cry:
    Dann hätte sich nur der Alk wieder jemanden mehr geholt...

    Ich kann Dir nur sagen, das ohne die Sauferei alles besser wird.
    Zwar nicht von heute auf morgen.
    Und es wird auch weiterhin Probleme geben, nur kann man sie nüchtern sehr viel besser bearbeiten.
    ALLES ist besser als (wieder) Saufen zu müssen!

    Und mal zu den Depressionen:
    Ich hatte am Ende meiner Saufzeit auch starke Depressionen, die kamen aber vom Saufen !
    Als ich endlich aufhören konnte, verschwanden auch die Depressionen.
    Ich weiß, dieses Glück haben nicht alle depressiven Menschen, aber manchmal kann sogar sowas passieren.

    Zitat

    Heute habe ich beschlossen, dass ich mein Lebenspensum an Alkohol getrunken habe. Ich muss und will aussteigen aus der Sauferei.


    Das ist doch mal ne Ansage !! :D
    Kein Rumgeeier und kein blabla... sondern wirklich aussteigen WOLLEN.
    Ich wünsche Dir von ganzen Herzen, das Du es schaffst !
    Du hast so viel Mist in Deinem Leben erlebt... wird es nicht Zeit, das es endlich schön werden kann?

    Und Du hast ein Kind, einen fast 13 jährigen Sohn.
    Auch für ihn wird alles besser, wenn Du aus der Sauferei aussteigen kannst und ein trockenes Leben beginnst.
    Seid Euch das bitte wert !

    Und Loya, hole Dir bitte alle Hilfe, die Du bekommen kannst.
    Ein kalter Entzug ist keine gute Idee, bitte hole Dir hierzu ärztliche Hilfe.
    Und bis dahin ist manchmal moderates Weitertrinken eine gutzuheißende Alternative.
    Das ist immer noch besser, als in ein Delir zu fallen oder einen Krampfanfall zu bekommen.
    Und sage bitte nicht, das kann Dir nciht passieren, das kann jedem Alkoholiker in einem kalten Entzug passieren!

    Du brauchst also eine professionelle Entgiftung, manchmal kann die sogar ambulant stattfinden.
    Niemand muss sich in diesem Lande einer Gefahr aussetzen, es GIBT ja so gute Hilfsangebote und man darf die auch nutzen!!
    Schäme Dich bitte nicht, darum zu bitten.
    Jeder Arzt hat auch Alkoholiker als Patienten in seiner Praxis, für die ist das was vollkommen alltägliches.

    Und schäme Dich bitte auch nicht dafür, das Du alkoholkrank geworden bist.
    Das ist uns allen hier passiert !
    Und es kann auch jedem anderen passieren, der regelmäßig Alkohol konsumiert.
    Nun sind wir also alkoholkrank.
    ABER... wir können trotzdem ein wunderschönes Leben haben, auch MIT unserer Krankheit. :D
    Und wir haben den unglaublichen Komfort, die Krankheit selbst stoppen zu können.
    Von welcher anderen unheilbaren Krankheit kann man sowas noch behaupten?

    Also... ich wünsche Dir von Herzen alles Gute auf Deinem weiteren Weg und gerne lese ich Dich auch im Erweiterten Bereich.
    Mach bitte aus dem Rest Deines Lebens was richtig Schönes !
    Das hast Du verdient... das hat jeder Mensch verdient.

    LG Sunshine

    Sorry dry, aber ich frage mich gerade ernsthaft, was ein 8 Jahre trockener Alkoholiker (Du warst vorher bereits 8 jahre trocken,entnehme ich Deinen Text?) an einer Hotelbar verloren hat??
    In den 14 Jahren meiner Trockenheit war ich kein einziges Mal in einer Hotelbar, weil ich da nix zu suchen habe.
    Und selbst nach 20 Jahren oder 30 Jahren habe ich da nix zu suchen.
    Meine Meinung.
    Aber muss jeder selbst wissen, was er tut und was er sein lässt.
    Ich hätte nicht mal n Gesprächsthema in einer Hotelbar... allein schon deshalb würde ich mich da wohl zu Tode langweilen.

    Dramatisieren?
    Unsere Krankheit verläuft nun mal ungestoppt dramatisch!
    Du scheinst lieber zu verharmlosen...
    Ob das der Weg ist?

    Fragt sich
    Sunshine