Beiträge von Sunshine_33

    Sorry, aber ich halte rein gar nix davon, einen Rückfall durch das Wort "Vorfall" aufzuhübschen, dry123.
    Du hast wieder gesoffen, das ist Fakt.
    Und (für mich) ist das ein Rückfall und auch so zu nennen und auch entsprechend aufzuarbeiten.

    Fragen:
    Woher kam der Schnaps?
    Zuhause gehabt, anner Tanke oder am Kiosk besorgt oder gleich in die Kniepe gegangen?
    Interessiert mich einfach mal...
    Wie kamst Du auf die Idee, kontrolliert trinken zu können?
    Auf die Idee kann man eigentlich nur kommen, wenn man seine Krankheit noch gar nicht akzeptiert hat, ist das der Fall?

    Wie soll es nun bei Dir weiter gehen?
    Dein bisheriger Weg war nicht zielführend, richtig?

    Zuspruch....hmmm... ja ich würde Dir schon gern zusprechen, aber ich weiß nich...der Thread heißt "Nächster Anlauf...."
    Hört sich für mich so an wie ein großes offenes Hintertürchen, ungefähr in der Größe eines Scheunentores.
    Mal wieder n Anlauf... und dann irgendwann der nächste... vielleicht klappt es ja diesmal... selbstverständlich ohne größere Veränderungen, wie unbequem... schaun wir mal...
    Das ist für mich Säufer-blablabla...
    Nicht wirklich ernstzunehmen also.

    Joah, und wie es zum Rückfall kam, weißt Du auch nicht so recht... is einfach so passiert... konntest Du gar nix dafür oder was?

    Ich tue mich gerade etwas schwer mit Zuspruch...
    Aber ich kann Dir sagen, was ich Dir von Herzen wünsche:
    Das Du einen Weg in eine dauerhafte Trockenheit findest und dieses Thema zur Prio1 in Deinem Leben machst.
    Ansonsten wirds nämlich nix.
    Und wenn Du es nicht schaffst, diesen Weg zu finden, dann ist es irgendwann der letzte "Versuch"... weil es Dein Körper nicht mehr mitmacht, und die Psyche schon längst nicht mehr.
    Dann finden sie Dich irgendwo... totgesoffen... so sieht leider die bittere Wahrheit aus.
    Und das wünsche ich keinem Menschen, an der Sauferei stirbt man nämlich nicht, man verreckt elendig an ihr!

    LG Sunshine

    20 Monate Trockenheit... HURRA HURRA !! :D
    Dazu erstmal meinen Herzlichen Glückwunsch, step-by-step !
    Dauert nicht mehr lange, dann kannst Du Dein 2 jähriges feiern. :D

    Ne Therapie für mehr Gelassenheit? :shock:
    Manchmal schlach ich ja echt lang hin :lol:
    Hauptsache, es gibt noch keine Therapie fürs Schuhe-zubinden :wink:
    (Sorry, mußte grad mal so raus)
    Meinst Du wirklich, Du brauchst dafür ne Therapie?
    Gelegenheit für Gelassenheitsübungen findet man doch überall.
    Und sie ist erlernbar.
    Schreibt Dir jemand aus persönlicher Erfahrung. :wink:

    Wunderlich werden... Jo, kenne ich auch. :lol:
    Habe auch ein paar Dinge an mir, die man schon als leicht wunderlich einstufen könnte.
    Und das hat auch etwas mit dem älter werden zu tun.
    Es beeinträchtigt mich aber (noch) nicht in meinem Leben.
    Man muss auch nicht jede Ecke und Kante an sich ausbügeln, um zum "perfekten Menschen" zu werden.
    Vieles darf auch einfach so sein wie es ist. :wink:
    Und ewige Jugendlichkeit erwartet auch niemand.

    Ich kenne das übrigens auch von gleichaltrigen Freundinnen, die das gleiche erleben.
    Man will, das bestimmte Dinge so laufen wir man das will und ungern anders. 8)
    Das hat auch schon ein bisschen was mit Altersstarrsinn zu tun, denke ich.
    Aber ich denke ebenfalls, das man da ein bisschen aus eigener Kraft gegen angehen kann.
    Erste Übung dabei: Neue Situationen nicht vermeiden, sondern sich ihnen aussetzen und (wirklich) bereit zur Flexibilität sein.
    Mir fällt das heute schon nicht mehr so leicht wie noch vor 10 oder 20 Jahren.

    Und diese Achtsamkeitsnummer kann auch weiter helfen... mir geht allerdings dieses Modewort schon derart auffen Zeiger, das ich es nicht mehr benutzen mag. :roll:

    Und einiges hat sich bei mir aufgrund meines trockenen Lebens auch irgendwie automatisch ergeben.
    Geduld zu haben beispielsweise. Und ruhig zu bleiben anstatt gleich loszuschreien.
    Ich verspüre nur noch selten wirkliche Aggressionen, das war zu Saufzeiten aber GANZ ANDERS :oops:

    Das mal so aus dem Sunshine-Nähkästchen geplaudert... :wink:

    LG Sunshine

    Liebe Maggy,
    meine Antwort wäre auch: Pulverfass.

    Ich würde alles auch mal ganz praktisch überlegen.
    Was wünsche ich mir für MEIN LEBEN?
    Bei Dir ist es eine stabile Partnerschaft und Kinder.
    Unter diesen Gesichtspunkten würde ich meine Entscheidung treffen (ich kann ja nur von mir in selbiger Situation ausgehen :wink: ) zuzüglich dem Wissen um die Alkoholkrankheit.
    Und zu einem nassen Alkoholiker wäre eine Beziehung bei mir komplett ausgeschlossen, auch zu keinem erst kurzzeitig Trockenen.
    Dafür weiß ich einfach zu viel über unsere Krankheit und wie schnell sie wieder ausbrechen kann.

    Ich würde jemand erst nach einer langen Abstinenzzeit überhaupt trauen können.
    Selbst wenn ich ihn vorher gar nicht kannte.
    Und das bedeutet für mich, das jemand mind. ein paar Jahre trocken sein müßte, eher würde ich keinesfalls eine Beziehung eingehen.
    So, was aber wenn das überhaupt nicht in Deinem Lebensentwurf passt?
    Willst Du so lange auf jemand warten wollen?
    Für eine Beziehung... für eventuelle Kinder?

    Die andere Möglichkeit ist, zu versuchen alles zu ignorieren und sein Ding so oder so durchzuziehen.
    Ignorieren ist aber jetzt schon schwierig, denn Du weißt mittlerweile viel über unsere Erkrankung und Du kennst ebenfalls die Rückfallquote.
    Und es auch ist kein wirkliches Vertrauen da, das lese ich zumindest so heraus.
    Das ist ja kein Wunder, denn es ist ja oft enttäuscht worden.
    Auch das prägt und kann dazu führen, das das Vertrauen in den anderen derart zerrüttet ist, sodas es dauerhaft irreparabel ist.
    Dann würdest Du für den Rest der Beziehung immer mißtrauisch schauen und schnüffeln und kontrollieren etc.
    Auch keine rosigen Aussichten.

    Ich weiß, was ich tun würde. :wink:
    Ich würde diese Beziehung für immer beenden mit der Konsequenz von Null weiteren Kontakt.
    Ich wäre einfach nicht bereit, so viel Zeit zu investieren, wenn ich mein Lebensglück auch anders erreichen könnte.
    Mir wäre diese Beziehung viel zu ungewiss.
    Sicher, Garantien gibt es nirgends, auch nicht in Beziehungen.
    Die können auch aufgrund anderer Sachen scheitern.
    Warum aber sollte ich eine Beziehung beginnen bzw.fortführen, die von vornherein unter einem so ungünstigen Stern steht?

    Und Dein XY ist nicht mal trocken !!
    Er will ja weiter saufen.
    Mal wieder in Gesellschaft maßvoll Alkohol trinken... das funzt bei einem Alkoholier einfach nicht.
    Das liegt außerhalb unserer Reichweite und diese Gedanken zeigen auch, wie wenig er begriffen hat.
    Er steht also nicht mal am Anfang eines trockenen Lebens, sondern hängt noch voll in der nassen Phase.
    Da hilft auch alles schönreden nich. :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    Andererseits, ich werde von niemandem verlangen sich für mich zu ändern, das halte ich für mich nicht für richtig. Damit richte ich meine Konzentration auf andere und das führt mich von mir weg. Entweder sie machen das freiwillig, wenn nicht, muss ich schauen wie ich damit umgehe. Eine Änderung kann ichz.B. bei meinem Mann unbewusst erzielen in dem ich MICH ändere.

    Liebe Asta, wenn Du beginnst, auf Dich selbst zu schauen, Deine Bedürfnisse wahrzunehmen und dafür zu sorgen, das es Dir gut geht, und dazu gehört auch, das Du Dein Umfeld ensprechend gestaltest,
    dann führt Dich das doch nicht weg von Dir, sondern genau zu Dir hin, oder?

    "Freiwillig machen"...hm... dann sag ich Dir jetzt mal, die anderen wissen manchmal gar nicht, was sie machen können/sollten, um es Dir leichter zu machen, trocken zu bleiben.
    Außernstehende sind nun mal einfach nicht so vertraut mit der Krankheit Alkoholismus und das ist ja auch völlig okay so.
    Es ist an UNS, gut für uns zu sorgen.
    Und dazu kann dann auch gehören, andere darüber aufzuklären, wie sie sich bitte in unserer Gegenwart verhalten, wenn sie denn weiterhin unsere Gegenwart genießen wollen.
    Sie können sich ja entscheiden !
    Es wird ihnen damit nix aufgezwungen, sie dürfen sich ja ebenso entscheiden, den weiteren Kontakt abzubrechen.
    Meine Güte, wir verlangen doch nichts Unmögliches, sondern einfach nur etwas Rücksicht.

    Du meinst, Du könntest durch Dein eigenes Vorleben Deinen Mann ändern?
    Vergiß es, sowas funzt nicht. Haben hier auch schon mehrere versucht und sind damit kläglich gescheitert.
    Und schau, Du warst doch bereits schon 10 Jahre trocken, hat sich da Dein Mann geändert? Ich lese nix davon.
    Man kann immer nur sich selbst ändern, nie andere.
    Das ist einfach so. Und das wird auch bei Euch nicht anders sein.
    Dein Mann ändert sich nur, wenn er es so will.
    Das ist völlig unabhängig davon, was Du tust.
    Und macht auch anders gar keinen Sinn.

    Und liebe Asta, Du sollst hier im offenen Bereich auch nicht die Einzelheiten Deiner Ehe aufzeigen noch sonst etwas preisgeben, was Du nicht möchtest.
    Das würde ich auch keinesfalls tun, hier kann schließlich wirklich JEDER mitlesen.
    Somit warte ich auch gern im Erweiterten Bereich auf Antworten von Dir, fühle Dich also bitte nicht von mir genötigt, das ist nicht meine Absicht.
    Und auch im Erweiterten Bereich muss sich niemand "nackig" machen, auch dort entscheidet jeder selbst, was er preisgeben möchte und was nicht.

    Irgendwie denke ich auch, Du warst doch schon einmal 10 Jahre trocken, da muss doch auch irgendwas "richtig" gelaufen sein?
    Wie sollte man sich sonst eine so lange Trockenheit erklären?
    Oder wurde die rein willentlich von Dir erreicht?
    Was hast Du denn damals an Deinem Leben geändert, um so lange trocken sein zu können?
    Oder war es nur "nicht mehr trinken" und es reichte dann am Ende doch nicht aus?
    Das sind halt die Fragen, die ich mir auch stelle...

    Wir lesen uns :wink: ... gerne auch im Erweiterten Bereich.

    LG Sunshine

    Hallo Asta
    und Willkommen im Forum.
    Ich las gerade das hier von Dir:

    Zitat

    Mein Mann trinkt nach wie vor weiter sein Bier und meine Gedanken dahin gehend enden schon manchmal in Wut und Enttäuschung. Ein alkoholfreies Umfeld wird es hier nicht geben, selbst wenn mein Mann nichts mehr trinken würde. Es steht mir auch überhaupt nicht zu, zu verlangen das sich andere für mich ändern müssen. Die Verantwortung liegt ganz alleine bei mir.

    Wie kommst Du denn auf die Idee, das es Dir nicht zusteht, anderen ne klare Ansage zu machen, NICHT in Deiner Gegenwart Alkohol zu konsumieren ??
    Das steht Dir SEHR WOHL zu !!
    Es steht Dir ebenso zu, das auch Deinem Mann so klar zu machen.

    Ich erinnere gerade ein Gespräch mit meiner betreuenden Ärztin, das muss wohl das erste Gespräch nach meiner Entgiftung gewesen sein.
    Sie fragte mich, ob mein Mann Alkohol trinke?
    Ich habe das erst gar nicht so richtig begriffen, was ER denn damit zu tun habe?
    Sie erklärte mir dann, was es mit dieser Frage auf sich habe.
    Und mir wurde klar, das nicht nur ich mein Leben ändern muss, wenn ich trocken leben will (okay, das wurde mir auch schon während der Entgiftung klar) sondern das sich auch teilweise das Leben meiner Liebsten verändern wird.
    Und weißt Du, was geschah?
    Sie haben die Veränderungen ganz selbstverständlich für sich angenommen, weil sie mich lieben.
    Und weil sie heilfroh waren, das ich mit der Sauferei aufhören will und sie waren bereit, dafür auch eigene Veränderungen vorzunehmen, die mir dabei helfen würden.

    Frage an Dich?
    Trinkt Dein Mann selbst abhängig?
    Dann wird er weiter saufen, weil er "muss".
    Trinkt er nicht abhängig, wo ist dann das Problem, sich zumindest ein alkoholfreies Zuhause zu schaffen?
    Wenn er Dich liebt und nicht selbst abhängig trinkt, wird er kein Problem damit haben.
    Ist es anders, wird es Zeit, die Beziehung grundsätzlich zu überdenken.

    Ich habe den Rest Deines Threads noch nicht gelesen, werde das aber nachholen.
    Nur das hier sprang mir sofort ins Augs, als Calida es zitierte.
    Und mich erschreckte es ebenfalls.

    Asta, Du wirst nur ein trockenes Leben führen können, wenn Du Dein Leben veränderst !
    "Nur nicht mehr trinken, reicht nicht"... so schreiben wir hier oft.
    Und es stimmt auch so.
    Ein trinkendes Umfeld ist ein hohes Rückfallrisiko. Setze Dich bitte sowas nicht aus.
    Und hör um Gottes Willen auf mit dem Mist, das Du von anderen nicht erwarten kannst, das sie auch was ändern, wenn sie weiterhin mit Dir zusammen sein wollen.
    Wenn sie Dich lieb haben, werden sie das ganz selbstverständlich tun, das gilt für Partner ebenso wie für Freunde.
    Probleme gibt es da nur, wenn der andere selbst anhängig trinkt.
    Von diesen Leuten wirst Du gar nix erwarten können und das sind auch genau die Leute, die son Mist daherquatschen, das DU damit fertig werden musst, wenn in Deiner Gegenwart gesoffen wird, weil DU ja das Problem hast.
    BLÖDSINN !!
    Die wollen dann nur bequem weiter saufen und mehr nicht.

    Ich wünsche Dir KONSEQUENZ für Deinen weiteren Weg. Und zieh Dir keine Büßerkuttte an, die steht niemanden wirklich gut !

    LG Sunshine

    Hallo Kerstin,

    Du gehst auf Feierlichkeiten, wo Alkohol getrunken wird, verstehe ich das richtig?
    Und das nach so kurzer Zeit Abstinenz?
    Kennst Du eigentlich unsere Grundbausteine?
    Da raten wir ja von sowas erstmal ab.

    Weißt Du, was MIR auffen Zeiger geht?
    Das so frisch Abstinente den Alkohol nicht dort meiden, wo sie es könnten
    und er relativ einfach zu meiden wäre, weil sie sich für so oberschlau halten.
    Aber sich darüber aufregen, das sie in der Werbung oder sonstwo mit den Alk rein inhaltlich konfrontiert werden.
    Sorry, aber sowas will einfach nicht in meinen Kopfund da passt auch nix zusammen für mich.

    Zitat

    Im moment lebt es sich fast nach dem "boesen" Motto "weiterleben wie bisher, und einfach nur nix trinken". Kann ja nun auch nicht alles ueber den Haufen werfen, meinen Mann verlassen, das Haus verkaufen und mir nen anderen Job suchen!? Winken Oder wie ist das gemeint mit diesem Spruch? Kann mir da jemand was genaueres zu sagen? Vielleicht Erfahrungswerte?


    Wer sagt denn, das jemand seinen Mann verlassen soll und auch den ganzen Rest hinschmeissen soll? :shock:
    Davon ist hier doch NIRGENS die Rede !

    Mein Eindruck ist: Du hast überhaupt nicht begriffen, was wir meinen, wenn wir von nötigen Lebensveränderungen schreiben.
    Und manchmal will man auch einiges nicht begreifen, weil man gar nix ändern will.
    Dann können wir auch nicht weiter helfen und offensichtlich ist dann ja auch keine weitere Hilfe nötig.
    Es ist ja anscheinend alles "gut".

    Leider ist es das selten. Und man wird doch an seiner Trockenheit arbeiten müssen.
    Oft begreift man das aber erst nach dem zweiten, dritten oder x-ten Rückfall.
    Wenn ich bei einigen Leuten hier lese, Dich eingeschlossen, denke ich, da müssen erst noch ein paar nasse Runden gedreht werden.
    Dann ist das eben so... da zucke ich heutzutage insgeheim nur noch mit den Schultern und gehe auch schon wieder meiner Wege.
    Denn man kann eh nur den Leuten helfen, die Hilfe möchten und sie vor allem auch annehmen wollen.
    Von daher... alles andere is verbrannte Zeit und vergebliche Liebesmüh.

    Ubrigens, der Alkohl ist nicht mein Feind, ich personifiziere keine chemische Droge, weil mir sowas kein Stück weiterhilft.
    Ich weiß, das es ihn gibt, und vermute, das einige damit umgehen können.
    Ich gehöre nicht zu diesen Menschen und werde auch nie dazu gehören.
    Der Alkohol ist für mich ein zugeschlagenes Kapitel, was ich hoffentlich nie wieder aufschlagen werde.
    Mir ist auch egal, ob andere ihn trinken, das kann jeder so halten, wie er/sie will.
    Nur bitte nicht in meiner Gesellschaft.
    Ich gebe dem Alkohol keinerlei Macht mehr über mich. Ich hasse ihn auch nicht, er ist mir egal.
    Würde ich ihn als "Feind" oder "Teufel" sehen, würde ich ihm nur wieder erneute Macht geben.
    Und dazu habe ich absolut kein Bock.
    So sehe ich das.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin, 14 Jahre trocken)

    cielo, ich habe hier schon so oft gelesen, wie Frauen schrieben, das der saufende XY doch auch lieb sein kann und pipapo.
    Das tut man aber meist nur, um im Endeffekt doch nicht handeln zu müssen.
    Dann wird sich doch wieder alles schön geredet, um ja keine Entscheidung treffen zu müssen.

    Ich frage Dich, was ist denn noch schön in einer Beziehung, wo der Partner an der Pulle hängt und Dich obendrein betrügt?
    Da muss man doch schon sehr suchen... und das meist auch in der tiefsten Vergangenheit, wo vielleicht noch irgendwas ein bisschen okay war, oder?

    Sieh lieber genau hin, was JETZT ist!
    Denn das Leben lebt sich nicht rückwärts, sondern vorwärts.
    Und da sieht das weder für Dich noch für die Kinder gut aus.
    Die Sauferei wird erfahrungsgemäß bei nassen Alkoholikern immer schlimmer, und nie mehr besser.
    Dieser Aufzug fährt NUR NOCH abwärts, das ist einfach so.
    Wir können keinen kontrollierten Umgang mit Alkohol haben, wenn wir alkoholkrank sind, das IST einfach so !
    Und das ändert sich auch nie wieder.

    Klar kannst Du jetzt was rauskramen, was mal schön mit Deinem XY war.
    Und Dich damit auch wieder beruhigen, und musst dann auch nicht aktiv werden.
    Kannst vielleicht auch noch schreiben, das bei anderen sicher alles noch viel schlimmer ist und all dieses.
    Oder die vielgerühmte "Seelenverwandtschaft"... wird auch immer gern genommen.
    Alles schon x-mal hier gelesen.
    Aber es wird Dir nicht helfen.
    Denn Du wirst damit nicht wieder glücklich, nicht mal zufrieden.
    Da kannst Du versuchen, Dir was schön zu reden, solange Du willst.
    Es funzt aber nicht wirklich, denke ich.

    Zitat


    Kürzlich war sein 1.Todestag und da habe ich mich schon nach einer Umarmung oder Trost von XY gesehnt-aber nichts. Vielleicht lag es auch an mir, weil ich seit der Aussprache wegen dem erneuten Treffen mit der "Freundin" sehr nachdenklich bin und auch nicht mehr so die Nähe suche.


    Das geht über meine Begrifflichkeit hinaus, cielo.
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie man zu einem Menschen Nähe suchen kann, der einen immer wieder zutiefst verletzt hat.
    Hast Du denn keine anderen Menschen in Deinem Leben, die Dich mal in den Arm nehmen können und dich trösten können.
    Ist da keine gute Freundin, kein guter Freund, an den Du Dich mal wenden kannst?
    Leider ist das oftmals wirklich so bei Partnern von nassen Alkies, das da kaum noch jemand ist.
    Man beginnt, sich selbst zu isolieren, weil die Freunde beispielsweise schon lange nicht mehr verstehen, wie man bei einem Säufer bleiben kann.
    Man zieht sich auch als CO oftmals immer mehr zurück, aus Scham, aus falscher Loyalität etc.pp will nicht alles aufzählen, was dazu führen könnte.

    Du könntest aber da jetzt gleich was dran ändern, sollte das auch auf Dich zutrefffen.
    Wie wäre es, wenn Du wieder mehr raus gehen würdest?
    Dich mit Freundinnen verabredest?
    Wenn keine mehr da sind, evtl. alte Kontakte wieder reaktivierst?
    Hast Du Hobbys, die Du mit anderen zusammen ausüben könntest?
    Vielleicht sogar einen Sport im Verein ausüben, magst Du sowas vielleicht?
    Was gibt es sonst noch für Dinge, die Dir Spaß machen könnten?
    Und die Dich auch ein bisschen stabilisieren können, das Du auf die Zuwendung Deines Partners nicht mehr angewiesen bist.
    Denn da ist ja kaum was :cry:
    Das bisschen an Zuwendung findest Du ja allemale auch bei Freunden, dazu brauchste keinen Säufer an Deiner Seite, der Dir das Leben noch schwerer macht, als es das eh schon ist.
    Ein Kind zu verlieren und die Trauer nicht teilen zu können, gibt es denn noch schlimmeres??

    Du schreibst, da bist Du "natürlich ziemlich alleine".
    Das ist aber gar nicht "natürlich" !
    Gerade dann müßten Partner doch ganz fest zuammenstehen (und tun das normalerweise auch) um so einen Schicksalsschlag auch nur ansatzweise verarbeiten zu können. :cry:

    Und was die "Liebe" betrifft, cielo... nasse Alkoholiker haben schon eine große Liebe, die weder Du noch die Geliebte toppen könnt.
    Das ist die geliebte Pulle mit Alkohol... und gegen die habt ihr Null Chancen.
    Ich denke nicht, das ein zutiefst nasser Alkie überhaupt noch wirklich in der Lage ist zu lieben. Das mal dazu.

    Zitat

    Was ist das was mich so blockiert ??? Bin selber erschrocken über meine Geschichte


    Um das herauszufinden, kann dieses Forum sehr hilfreich sein.
    Hier sind doch viele andere Frauen, die auch in so eine Lage geraten sind.
    Und vor allem auch wieder rausgefunden haben !
    Und das wünsche ich Dir von ganzen Herzen.
    Das Du selbst Deinem Leid ein Ende machen kannst.
    Vielleicht nicht jetzt und vielleicht auch noch nicht morgen... aber bleibe bitte eine Weile hier und tausche Dich aus mit anderen Betroffenen.
    Nicht alles wieder mit sich allein ausmachen... sondern offen über alles reden mit anderen, das hilft und das kannst Du hier auch.

    Bedenke aber bitte, das hier in Offenen Bereich das gesamte www mitlesen kann.
    Also im schlimmsten Fall auch Dein saufender XY.
    Schütze Dich bitte davor, dabei kann nix Gutes rauskommen.
    Also immer Chronik löschen... evtl. einen eigenen Account einrichten auf dem rechner und mit einem Passwort belegen, wenn Dein XY den rechner mit benutzt.
    Und Passwörter nicht automatisch speichern lassen.

    Es gibt auch einen Erweiterten Bereich, indem sich sehr viel intensiver ausgetauscht wird als hier im offenen Bereich.
    Auch diesen Bereich möchte ich Dir ans Herz legen, weil dort nur die Mitglieder des Erweiterten Bereiches mitlesen können und sonst niemand.
    Auch das ist ein guter Schutz.
    Die Mitgliedschaft dort kostet zwar ein paar Euros, aber das solltest Du Dir und der Schutz Deiner Privatsphäre wert sein.

    LG Sunshine

    Hallo cielo72,
    Willkommen hier im Forum !
    Gut, das Du hergefunden hast.

    Ich bin sehr erschrocken über Deine Geschichte, und vor allem darüber, das Du immer noch in dieser Beziehung bist.
    Ich bin selbst trockene Alkoholikerin und keine CO, von daher fehlt mir sicher einiges an Verständnis.
    Aber fragen muss ich Dich jetzt doch:
    Warum bleibst Du um Himmels Willen bei einem Kerl, der säuft und Dich betrügt und Dich derart auch noch mit seinen kranken Sprüchen verletzt?
    Habt ihr, Du und die Kinder, sowas verdient?
    Ich sag Dir schonmal die "richtige" Antwort:
    Sowas hat kein Mensch der Welt verdient !

    Zitat

    Er meinte, dass er mich so gut kennt, dass ich nicht 2 Kinder ohne Vater aufwachsen lassen möchte..


    Soso... na dann...
    Also ich würde lieber 5 Kinder allein aufziehen, ehe ich sie so einem "Vater" aussetzen würde !
    Deine Kinder nehmen schweren Schaden, wenn Du sie einem nassen Alkoholiker aussetzt.
    Da gibt es kein wenn und aber... kein "sie sind noch so klein und merken nix" und blabla... alles Unsinn.
    Sie haben so feine Antennen und merken auf JEDEN FALL, das was ganz und gar nicht stimmt.
    Du hilfst ihnen nicht damit, wenn Du bleibst, sondern schadest ihnen.
    Sie können noch nicht entscheiden, können ja nicht einfach weg gehen, dafür trägst DU die Verantwortung, liebe cielo !
    Lese mal bitte im EKA-Bereich, was ein alkoholkranker Elternteil anrichtet bei Kindern.
    Und auch eine Mutter, die ihre Kinder dem aussetzt, weil sie sich nicht trennen will.
    "Nicht kann" schreibe ich mit Absicht nicht, denn man kann IMMER.
    Gibt keine Leibeigenschaft mehr in der BRD.
    Es gibt immer Mittel und Wege, auch aus solchen Situationen wieder raus zu kommen.
    Selbst wenn man dabei alles materielle verlieren würde, wäre es das wert !
    Denn es geht hier schließlich um das Seelenheil von Dir und den Kindern.
    Und das ist mehr wert als alles andere auf der Welt.

    Dein Mann verletzt Dich nicht nur mit der Sauferei, er verletzt Dich auch noch zusätzlich durch fremdgehen.
    Ich kann Dir nur raten, mach das nicht länger mit !
    Dir zuliebe nicht, den Kindern zuliebe nicht.

    Zitat

    Er meinte eine Selbsthilfegruppe/Therapie würde er niemals machen. Allerdings sind wir beide gläubig und Gott hat ihm immer wieder mit dem Alkohol geholfen..

    Würde er trocken werden, wäre da ja immer noch die Fremdgeherei.
    Aber selbst vom Trocken werden ist er ja meilenweit entfernt, ich kann Dir auch sagen, das er es gar nicht in Betracht zieht.
    Du bist doch bisher auch immer wieder auf Spur gekommen, wenn er was von Liebe gesäuselt hat.
    Funzt doch alles einwandfrei, Du machst alles mit, und lässt Dir zusätzlich noch gefallen, das er Dich betrügt.
    Und ehrlich gesagt, ich finde das Verhalten Deines saufenden XY kein bisschen christlich...
    Und Gott kann ihn leider auch nicht trocken legen, tut mir leid.
    Da müßte er schon selbst den Hintern hochbekommen.
    Da hilft nur ein professionelle Entgiftung, evtl. eine anschließende Thera und der regelmäßige Besuch einer SHG.
    Denn aus der Sauferei kommt man ohne Hilfe nicht mehr raus.
    Es gibt im übrigen auch christilich orientierte SHG, der Glaube kann einem ja bei vielem helfen, ganz ohne Frage.
    Er kann allerdings nicht trocken machen, aber vielleicht auf dem Weg der Trockenheit helfen.
    Hier müßte professionelle Hilfe her, und selbst dann ist es kein Spaziergang, trocken zu werden.
    Aber er will doch gar nicht !!
    Und ohne den festen Willen, nie wieder trinken zu wollen und das auch zur absoluten Piro1 im Leben zu machen, funzt da gar nix.
    Du musst also davon ausgehen, das Dein XY weiter säuft.

    Zitat

    Bin ich zu sensibel ? Mein Sohn ist letztes Jahr durch seine schwere Erkrankung gestorben...


    Mein Herzliches Beileid. Das ist ja schrecklich :cry:
    Dazu fehlen mir jetzt die Worte.
    Es ist das schlimmste, was einer Mutter passieren kann, oder?
    Wie gehst Du mit Deiner Trauer um, liebe cielo?
    Und kann Dich dabei ein saufender XY überhaupt stützen und tragen?

    Meinst Du denn nicht, Du hast einen besseren Lebenspartner verdient?
    Und die Kinder einen Papa, der nicht säuft und betrügt?

    Seine Frau zu betrügen finde ich im übrigen auch nicht besonders christlich.

    LG und einen guten Austausch wünsche ich Dir hier !
    Sunshine

    Hallo step,
    ich lese das mit der eingeschläferten Katze erst jetzt :cry:
    Im Grunde sollte ich sowas erst gar nicht lesen, weil es mich sehr mitnimmt.
    Mir tut das einfach sooo leid und ich wüßte nicht, wie ich das hätte ertragen können.

    Ich mußte ja auch unseren geliebten Kater vor 3 Wochen gehen lassen.
    Konnte ihn die ganze Zeit im Arm halten und er ist ganz friedlich eingeschlummert und dann hinübergedämmert.
    In aller Ruhe und in Frieden...und ich glaube, er hatte auch keine Angst, weil er bei mir im Arm gekuschelt war und ich leise mit ihm redete.
    Ich hatte immer große Angst vor diesem Tag und befüchtete, wenn es mal so weit ist und ich das machen muss, dann kippe ich aus den Schuhen.
    Aber ich habe das durchgestanden, ich hätte ihn niemals allein dabei gelassen, das kam nie in Frage.
    Da kann ich ja dem Tierart nur danken, das weder unser geliebter Kater noch ich sowas erleben mußten wie das von Dir geschilderte.
    Das hätte bei mir auf jeden Fall ein Trauma hinterlassen.
    Von dem Leides des Tieres ganz zu schweigen. :cry:
    Es tut mir sehr leid, das ihr sowas erleben mußtet !

    LG Sunshine

    Hallo Doktore,

    Welche Veränderungen hast Du denn vor?
    Und welche konntest Du schon angehen?

    Zitat

    Aber am meisten bin ich gefährdet wenn ich alleine bin


    Und was könntest Du dagegen tun?
    Wie wäre es mit einem Sportverein, einem Lauftreff, hast Du ein Hobby, was Du mit anderen zusammen ausüben könntest?

    Tu was gegen das Alleinsein, wenn Dir das so zu schaffen macht, das es Deine Trockenheit gefährden könnte.

    LG Sunshine

    Hallo Doktore, Du schriebst bei Carl und ich habe dort auch schon geschrieben, vielleicht liest Du das auch, denn es war auch an Dich gerichtet.
    Um aber Carl`s Thread nicht weiter zu "missbrauchen", komme ich nun zu Dir.

    Du schriebst gerade bei Carl:

    Zitat

    Naja mag sein aber ich möchte mit meiner Freundin essen gehen und Kaffee trinken gehen oder auch mal tanzen. Ich möchte nicht Vereinsamen und meine Freundin soll schon erst gar nicht darunter leiden,schließlich bin ich schuld daran und nicht sie. Ich habe da keinen saufdruck da ich Nichts trinken darf aus gesundheitlichen Gründen und meine Freundin wäre auch weg. Das ist glaub ich genug Motivation.

    Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich sehe an dem Geschriebenen, das Du noch nicht viel über unsere Krankheit und ein trockenes Leben begriffen hast.
    Das ist KEIN Vorwurf, sieh es bitte nicht so.
    Du stehst noch ganz am Anfang und ich lese auch heraus, das Du Dich noch nicht viel mit der ganzen Materie befasst hast.
    Das solltest Du aber dringend tun, sonst hast Du schnell wieder die Pulle am Hals !
    Beschäftigen mit der Materie durch lesen hier im Forum und regelmäßigem Schreiben, meine ich.
    Das hier ist nicht irgendein Larifari-Forum, wo man mal ab und zu was absetzen sollte oder Fragen zu Therapien stellt, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden.
    Nein, das hier ist als vollwertige SHG zu sehen.
    Und ich kann Dir nur raten, sie auch als solche zu nutzen.

    Zum oben zitierten eine ganz klare Antwort von mir:
    NEIN, das ist NICHT genug MOTIVATION !
    Wenn es so wäre, würden nämlich noch sehr viele Beziehungen bestehen.
    Tun sie aber nicht !
    Weil der Partner immer wieder rückfällig wurde, und das teilweise, weil er sich in bestimmte Gefahrensituationen begab, die er nicht einschätzen konnte.
    Auch mit diesen merkwürdigen Gedanken, ich kann doch meiner Frau/Freundin nicht das Leben madig machen, nur weil ich n Alkoholproblem habe.
    Die Schuldfrage lasse ich hierbei mal ganz außer Acht...
    Mit diesen Gedankengängen sehe ich wenig bis Null Chancen auf eine stabile Trockenheit. Sorry, aber ist einfach so.

    Und ich weiß auch, das Du erstmal diese Schiene fahren willst, aus Angst vor nötigen Veränderungen.
    Von daher ziehe ich mich auch hiermit wieder zurück, das ist nicht böse gemeint, aber ich weiß einfach aus Erfahrung,
    das in dieser Situation noch keine Ratschläge ankommen können.
    Weil der andere erstmal noch sein Ding durchziehen muss und dann hilft selbst der lieb gemeinteste Ratschlag nix.
    Meine Zeit ist einfach auch begrenzt und ich widme sie lieber denen, die schon etwas mehr begriffen haben :wink:
    Das ist NICHTS persönliches.

    LG Sunshine

    Ich schreibe hier auch einfach mal mit... :wink:

    Mit den Kneipen hatte ich es nie so, ich habe eher zuhause gesoffen.
    Aber ich glaube, das ist oftmals so bei Frauen, das sie eher zuhause heimlich saufen oder vielleicht noch auf ner Privatparty,
    in Kneipen vielleicht nicht ganz so häufig?
    Von daher habe ich Kneipen auch nie vermisst.

    Doktore
    Ich kann nur dringend davor abraten, alte Situationen wieder herstellen zu wollen, in denen Du gesoffen hast.
    Da fährt doch jedes Suchtgedächtnis Achterbahn.
    Und dann vielleicht noch alkoholtrinkende Kumpels um sich herum beim Fussballschauen, wie lange willst Du dabei zuschauen?
    Da hast Du schneller das erste Glas wieder in der Hand, als Du gucken kannst.
    Ich würde Dir sogar erstmal vom Fussballschauen abraten, denn selbst ds könnte zum Trigger werden, wenn Du dabei früher gesoffen hast.
    Das Suchtgedächtnis kann einem nämlich gerade am Anfang heftigst in alles reinquatschen, und dabei zieht es dann sämtliche Register.

    Meiner Meinung nach geht es beim trocken werden auch überhaupt nicht darum, alte Sauf-Situationen nun trocken überstehen zu wollen.
    Sondern viel mehr darum, sich aus Selbstschutzgründen gar nicht mehr in solche Situationen zu begeben.
    Stichwort Risikominimierung.
    In meinen Augen ist auch niemand mutig, wenn er sich immer wieder gefährlichen Alk-Situationen aussetzt, sondern einfach nur dumm.

    Kurzum, es geht darum, das Leben in vielen Bereichen umzugestalten.
    Das mag erstmal aufwändig erscheinen und kann auch negative Gefühle hervorrufen, wie eventuelle Verzichtsgedanken, Unbequemlichkeitsgefühle und was auch immer...
    Aber warum nicht einem neuen Leben die Chance geben?
    Was hat man denn groß zu verlieren?
    Saufende "Freunde", die in Wirklichkeit nur Saufkumpels waren und wo ansonsten jegliche Grundlage zur Freundschaft fehlte?
    Ein Leben, in dem man am Ende wegen der Sauferei todunglücklich war?
    Die schlimme selbstgewählte Isolation, in die man sich durch die Sauferei begeben hat?
    Eben all dieses Elend, in das uns unsere Sauferei geführt hat.
    Also ich brauche nix davon zurück.

    Carl Friedrich schrieb:

    Zitat

    Mit der Zeit stellt man zudem fest, dass der Kontakt zu "trinkenden" Bekannten/Freunden nachlässt.
    Ich prognostiziere mal, in 2-3 Jahren ist er gar nicht mehr vorhanden. Nichts wird mehr so sein, wie es mal war.
    Es ist anders, für mich schöner und qualitativ besser.
    Man ist auch wesentlich offener gegenüber neuen Leuten und Dingen.
    Während es früher darum ging, Gleichgesinnte zum gemeinsam Konsum zu finden, ist jetzt der Blinkwinkel wesentlich weiter.

    Das kann ich alles aus eigener Erfahrung so bestätigen.
    Ich hatte gar keine Lust mehr, mich mit saufenden Menschen zu treffen.
    Das alkoholgeschwängerte Gelaber mochte ich mir einfach nicht mehr antun.
    Es erschien mir geradezu wie eine Zeitverschwendung, in dieser Zeit konnte ich doch viel Schöneres machen.
    Weil ich nicht mehr an der Pulle hing, die mein Leben bestimmte.

    Gewisse Veränderungen ergaben sich so auch von ganz allein, ich mußte mir da nicht alles hart erarbeiten.
    Ich mußte oftmals einfach nur auf meinen Bauch und Verstand hören, was der mir sagt, was gut für mich ist und was nicht.
    Aber da auch wirklich ehrlich hinschauen... ohne Verharmlosung oder Verdrängung.
    Ich kannte am Anfang meiner Abstinenez keine Grundbausteine, aber mein normaler Menschenverstand sagte mir allein schon, das ich beispielsweise bei Sauf-Veranstaltungen nix zu suchen habe.
    Und daran habe ich mich dann gehalten.

    Die nötigen Veränderungen kann man eh nicht alle an einem Tag oder einer Woche durchführen, zu einigen bedarf es auch etwas Zeit.
    Wir müssen also nicht gleich völlig untrainiert einen Achttausender besteigen, so isses ja nich.
    Was ich allerdings für wichtig halte, ist, von Anfang an Risikominimierung zu betreiben.

    Und ich kann auch Carl`s Aussagen bestätigen, das man mit der Zeit viel offener für alles Schöne wird.
    Ich habe in meiner Trockenheit viele neue Freunde gefunden, allein schon dadurch, das ich mein Hobby wieder aktivierte.
    Und das war und ist mir eine große Bereicherung.
    Ich bin wieder viel unternehmungslustiger geworden, reisefreudig, interessiere mich für viel mehr Dinge... etc.pp.
    Und warum?
    Weil der Alkohol keine Macht mehr über mich hat und ich wieder JEDERZEIT alles machen kann, was ich möchte.

    Das mal ein bisschen aus meinem trockenen Leben :wink:
    Das mir nur Bereicherung ist, und keinerlei Verzicht in auch nur irgendeiner Hinsicht.

    LG Sunshine

    Grundsätzlich musst Du gar nix, condiciosinequanon.
    Aber wenn Du echt nicht untergehen willst im Alk, dann musst Du eben doch was tun.
    Und zwar nicht für andere, sondern für DICH.
    Lass nicht weiter den Alk Dein Leben bestimmen, das ist die Sache nicht mal ansatzweise wert.

    Ich möchte Dir auch noch was zum beruflichen Aspekt schreiben.
    Ich weiß nicht, ob Du irgendwo angestellt oder selbstständig bist.
    Aber eines kann ich Dir sagen:
    Falls Du nen Chef hast, weiß der warhscheinlich schon länger, das Du zumindest ein Alkoholproblem hast, vielleicht weiß er sogar, das Du schon abhängig säufst.
    Und falls Du selbstständig bist, dann wissen es auch Deine Kunden oder Mitarbeiter.

    Diese Menschen kann man nämlich nicht täuschen.
    Sie stehen uns nicht so nahe, als das wir ihnen suggerieren könnten, es sei noch alles okay und sie würden sich in ihrer Wahrnehmung irren.
    Die denken einfach, was sie wollen... und trauen auch ihrer eigenen Wahrnehmung mehr als irgendwelches "ist noch alles im grünen Bereich"-Gesäusel.

    Ich habe das selbst so erlebt, ich denke mir das also nicht aus.
    Mein Chef wußte schon lange, das ich saufe.
    Und er hat mir sogar einmal die Hand gereicht, als er mich nämlich in einem 4 Augen-Gespräch fragte, ob ich evtl. private Probleme hätte?
    Ich hätte in dem Moment nur zugreifen brauchen... aber ich habe es nicht getan :oops:
    Ich habe gesagt, es wäre alles okay.
    Ja, so konnte er mir aber auch nicht weiter helfen, ich habe ja sozusagen seine ausgestreckte Hand zurück gewiesen.
    Ich habe erst noch 2 Jahre weiter gesoffen.
    Bis dann gar nix mehr ging.
    Später erzählte mir dann mein Chef, das er es die ganze Zeit wußte.
    Weil nämlich sein eigener Bruder alkoholkrank ist, leider damals immer noch nass.
    Er hat also selbst dieses ganze Leid miterlebt.
    Und nicht nur er... denn sooo selten ist unsere Krankheit ja nun mal nciht.
    Auch andere Chefs wissen, was los ist, die leben ja auch nich auffen Baum.
    Und auch Mitarbeiter merken es ebenso anders herum, wenn der Chef säuft.

    Wie auch immer, auch wenn man denkt, es wäre noch alles geheim... das ist es fast nie.
    Und sich das mal klar zu machen, ist natürlich schon schmerzhaft und äußerst beschämend.
    Denn man schnallt ja dann, das die Leute WUSSTEN, das man sie belog... sie aber auch wußten, das sie nicht helfen können, wenn der Erkrankte sich nicht helfen lassen will.
    So sind sie nicht nur auf eine Art hilflos, sondern man macht sie geradezu dazu. :(

    Mein Chef war jedenfalls heilfroh, als ich trocken werden konnte.
    Da waren ihm die Ausfallzeiten doch völlig schnuppe, er hat dafür ja eine kompetente Mitarbeiterin zurück bekommen,
    die ihren Job wieder gut und verlässlich und auch mit Freude und Engagement machen konnte.
    Denn das geht doch alles flöten während der Sauferei. :(

    Von daher komme man mir bitte nicht mit der Nummer, wenn der Chef was erfäht, schmeisst der mich doch raus.
    Das stimmt so nämlich nur äußerst selten, das Gegenteil ist meist der Fall, der Chef ist eher heilfroh, das der kranke Mitarbeiter endlich Hilfe annehmen will.

    Das wollte ich Dir dazu mal noch gern mit auf den Weg geben.

    LG Sunshine

    Und nochwas, was ich hier gefunden habe:

    Zitat

    Durch eine Entgiftung muss ich selber durch. Aus beruflichen Gründen ist mir leider nichts anderes möglich und ich bitte diese Entscheidung zu akzeptieren. Auch mein Hausarzt bestätigte mich in dem Punkt, dass das publik machen meiner Krankheit mein berufliches Ende bedeuten kann. Dieses Risiko kann ich nicht eingehen.

    Schwachsinn !
    Niemand muss durch eine Entgiftung "selbst durch" !
    Aus beruflichen Gründen ist Dir nix anderes möglich?
    Dieses blabla geht mir sowas von auffen Zeiger, das glaubst Du gar nicht!
    Was ist schlimmer?
    Wenn Du nen Meter tiefer unter der Erde liegst, weil Du Dich totgesoffen hast oder ein im schlimmsten Fall verlorener Job?
    Aber auch diese Befürchtungen sind meist völlig ungerechtfertigt, davon mal ganz abgesehen.

    condiciosinequanon, Du kannst Dich langsam aber stetig totsaufen oder endlich was konkretes gegen Deine/unsere Krankheit tun.
    Die Entscheidung liegt bei Dir !!
    Aber bei Deinen Prioritäten tippe ich momentan eher auf langsames, aber sicheres Totsaufen.
    Weil ja alles andere wichtiger ist als DEIN LEBEN ! :roll:

    Mensch, steh auf und mach was... und erzähl nicht son Mist, warum Du keine Hilfe annehmen kannst.
    Die Nummer taugt nix und ist auch einfach nur Blödsinn.

    LG Sunshine

    Hallo condiciosinequanon,

    Zitat

    Ich habe die Situation leider nicht mehr im Griff. Fast das ganze Wochenende habe ich durchgetrunken. Entsprechend geht es mir. Ich habe eine extreme innere Unruhe, bin stark angespannt und schäme mich extrem. Ich hasse dieses Gefühl der Scham. Ich habe gerade das Gefühl, als ob ich dabei bin mein Leben zu ruinieren.

    Ich rede nicht gern lange drum herum mit Nettigkeiten, darum mal Klartext von mir:
    Deine Einschätzung, Dein weiteres Leben zu ruinieren, wenn Du weiter säufst, ist durchaus realistisch!

    Desweiteren:
    Dein bisheriger Weg war nicht erfolgreich, denn Du säufst ja wieder.
    Also scheint es so nicht zu funzen?
    Was nun?
    Hast Du Vorstellungen, wie es nun weiter gehen soll?
    Warst Du bei der Suchtberatung?
    Wenn nicht, warum nicht?

    Weißt Du, was ich jetzt an Deiner Stelle machen würde, und was ich auch damals getan habe?
    ENDLICH wirklich Hilfe annehmen!
    Dir in Deinem Fall würde ich jetzt raten:
    Erstmal jetzt ab zum Arzt und eine professionelle Entgiftung einleiten.
    Und kein weiteres Rumgeeier mehr.
    Evtl. wenn nötig, danach auf LZT.
    REGELMÄßIGER Austausch in einer realen oder diesen SHG.

    Und kein Gejammer und Selbstmitleid mehr, sonden endlich wirklich was TUN, um Deine Krankheit stoppen zu können.

    LG Sunshine

    Na, das hört sich doch gut an, Syrinx !
    Auch wenn es noch einiges unerfreuliches gibt betreffend dem XY, geht doch alles (hoffentlich) seinen Gang.

    Hierüber mußte ich eben lachen:

    Zitat

    Nun will mein Anwalt die Kündigung zustellen, findet aber das Haus nicht :lol:


    Mit nassen Alkies kannste was erleben, oder? :lol:
    Sorry, mußte grad mal so raus.

    Zitat

    Mr. X hat sich in der Zwischenzeit per SMS wieder alle Mühe gegeben auch mich einzuwirken mit wirklich jeder erdenklichen Masche.
    Mitleid, Wut, Verzweiflung, Liebesschwüren und und und.
    Das Gute: All das prallt an mir ab. Ich merke, dass nun wirklich der letzte Funken Gefühl verschwunden ist.


    Hört sich so an, als sei nun endgültig bei Dir das Fass voll, bzw, auch übergelaufen und Du hast begriffen, wie der Hase so läuft.
    Vergiss es bitte nicht.
    Ich denke, manchmal ist wirklich einfach der Punkt erreicht, wo man diese ganzen Spielchen nicht mehr mitspielen mag.
    Weil man viel zu oft drauf reingefallen ist und nun ist mal Schluss mit dem ganzen Mist.

    Ich wünsche Dir, das Du auch die restlichen Unannehmlichkeiten noch gut überstehst und das mit dem Urlaub hast Du GUT gemacht !

    LG Sunshine

    Hallo Calida, wenn schon, dann bitte vollständig zitieren :wink:

    Ich schrieb:

    Zitat

    Und erstmal die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen, um DANN mit dem Saufen aufhören zu wollen, wäre wie das Pferd völlig von hinten aufzuzäumen.
    Meine Meinung.
    Aber darum ging es hier ja nicht.

    Steht doch da, das es in Deinem Fall ja gar nicht darum geht!
    Aber es gab auch schon so einige hier, die genau das tun wollten.
    Das war jetzt also nicht expilzit auf Dich bezogen. :wink:

    Zitat

    Meine Stresssymptome, wenn Treffen mit anderen anstehen, sind kaum zum Aushalten. Da will ich schauen, woher das kommt und dass das besser wird. Und wenn mögliche Ursachen in der Vergangenheit liegen, dann ist das nunmal so.

    Ja, sowas sind ja auch die Punkte, die ich meinte, wo man dann doch zurück schauen muss.
    Um nicht wieder in Situationen zu geraten, die man früher mit Alk erträglicher machte.

    Habe ich aber auch geschrieben, und zwar hier:

    Zitat

    Es gab aber auch einige Rückschauen, die ich einfach machen mußte.
    Damit ich nicht wieder in solche Situationen gerate.
    Da waren Stress, Überforderung, Einsamkeit und Traurigkeit darüber.
    Darum habe ich oft gesoffen.
    Daran mußte ich arbeiten und dafür mußte ich halt auch zurück schauen, klar.

    LG und alles Gute weiterhin auf Deinem trockenen Weg !
    Sunshine

    Zitat

    Wenn es denn wirklich so ist, dass unsere Krankheit vererbbar ist, dann brauche ich mir doch erst recht keine Gedanken darum machen. Dann wäre das so und ich muss nun mit dieser Krankheit leben.

    Genau so siehts aus. :wink:
    Für mich ist es auch heute relativ uninteressant, warum ich Alkoholikerin geworden bin.
    Ich weiß zwar, wie es dazu kam, aber das half mir eigentlich wenig beim Trockenwerden.
    Weil es Rückschauen sind, das Leben findet aber jetzt statt.
    Und im JETZT muss ich Wege finden, trocken leben zu können.

    Es gab aber auch einige Rückschauen, die ich einfach machen mußte.
    Damit ich nicht wieder in solche Situationen gerate.
    Da waren Stress, Überforderung, Einsamkeit und Traurigkeit darüber.
    Darum habe ich oft gesoffen.
    Daran mußte ich arbeiten und dafür mußte ich halt auch zurück schauen, klar.
    Aber sonst... hm.

    Zitat

    Ich will damit sagen, bleibe oder werde doch erst mal richtig ( vor allem gedanklich ) nüchtern und nimm dir Zeit dafür.

    Kann mich da Karstens Worten nur anschließen.
    Wichtig ist, sich erstmal eine stabile Trockenheit aufzubauen und das dauert erstmal seine Zeit und ist auch anstrengend.
    Dazu gehören Veränderungen, die auch anstrengend sind.
    Die ganze "Trockenheitsarbeit" halt ... wie es hier manchmal genannt wird.
    Das Aufarbeiten der Vergangenheit läuft ja nicht weg.
    Ich halte nicht viel davon, alles gleichzeitig tun zu wollen, sondern lieber eines nach dem anderen.
    Und erstmal die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen, um DANN mit dem Saufen aufhören zu wollen, wäre wie das Pferd völlig von hinten aufzuzäumen.
    Meine Meinung.
    Aber darum ging es hier ja nicht.

    Zitat

    ich verstehe auch nicht, warum man so schnell Vorwürfe bekommt, wenn man schreibt, dass unsere Krankheit auch vererbbar


    Vorwürfe habe ich persönlich hier überhaupt nicht gelesen, dann mus ich wohl einiges überlesen haben.
    Desweiteren ist das hier ja auch ne SHG und kein Wissenschaftsforum :wink:
    Hier schreiben Betroffene für Betroffene und keine Genforscher.

    LG Sunshine

    Zitat

    Ich glaube die grossen Proben werden mir noch bevorstehen. Betriebsfeste (bin grad arbeitslos), Parties (bin sehr schüchtern) etc.


    Daran musst Du überhaupt nicht teilnehmen. Die Welt dreht sich trotzdem weiter.
    "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um"
    Schon mal irgendwo gehört?

    Meiner Meinung nach hast Du Deine Krankheit noch lange nicht zur Prio 1 gemacht.
    Du willst alles mitnehmen und gleichzeitig möglichst mühelos trocken werden... ohne groß was zu ändern.
    Ich persönlich kenne niemanden, bei dem das gefunzt hätte.


    Zitat

    dass ich gerade keinen Alkohol trinke.

    Wenn ich sowas lese, bin ich mir recht sicher, das der Betroffene gerade ne Saufpause macht, mehr aber auch nicht.

    Desweiteren lese ich heraus, das Du Dir von den Grundbausteinen wohl eher nix zu Herzen nimmst.
    Sehr klug... ist ja auch nur von ein paar seit Jahren erfolgreich Trockenen zusammengestellt worden.
    Und die können ja gar keine Ahnung haben... :roll:
    Bei Dir ist sicher alles ganz anders und Du gehst Deinen eigenen Weg, weil Du am besten weißt, was gut für Dich ist, richtig?

    So haben es hier schon viele versucht... auch langjährig Trockene waren sicher ab und an dieser Meinung (mich eingeschlossen), als sie noch nix wirklich begriffen hatten.
    Und fielen damit immer wieder auf die Nase.
    Muss halt jeder selber wissen, was er will und kann.
    Und wie wichtig ihm das eigene Leben ist.

    Nochmal, damit es nicht komplett vergessen wird:
    Wenn wir Alkoholiker unsere Krankheit nicht stoppen können, saufen wir uns über kurz oder lang tot.
    Es geht hier um eine lebensbedrohliche Krankheit !

    LG Sunshine