Hallo dry,
mein Beitrag gestern war sicher etwas hart.
Sieh mir das bitte nach, es ist nicht böse gemeint.
Ich weiß nun mal leider, was unsere Krankheit anrichten kann, wenn man sie nicht stoppen kann.
Und ich wünsche jedem, das er aussteigen kann, wenn noch nicht zu viel kaputt ist.
Ich meine hier Körper und Seele und auch äußere Umstände, wie Familie, Partner, Job usw.
Du bist hier hergekommen, weil Du selbst schon das Gefühl hast, das was mit Deinem Alkoholkonsum nicht stimmt, oder?
Das ist doch schon was !
Du wirst Dich im Endeffekt entscheiden müssen, was für ein Leben Du möchtest, wenn Du wirklich Alkoholiker bist.
Eines mit Alkohol, wo Du Dich am Ende irgendwann einfach tot säufst (auch wenn Du Dir das jetzt noch nicht vorstellen kannst, das es so hart kommen kann)
oder
Ein Leben ohne Alkohol.
Da wirst Du dann aber sehr wahrscheinlich einiges in Deinem Leben ändern müssen, um zufrieden trocken leben zu können.
Denn die ZUFRIEDENHEIT ist in meinen Augen besonders wichtig.
Wer hat schon Bock, mit der Faust in der Tasche trocken zu leben...obwohl er im Grunde viel lieber wieder saufen möchte?
Das is ja auch nix.
Ich kann Dir eins sagen, dry:
Ein trockenes Leben ist einfach klasse.
Meines ist wieder bunt und schön geworden, ich habe wieder ein lebenswertes Leben, in dem ich zufrieden und oft auch glücklich bin.
Wenn Du denkst, ein Leben ohne Alkohol wäre langweilig und öde, irrst Du Dich ganz gewaltig.
Aber in der nassen Birne denkt man sowas oft, mir ging das nicht anders.
Ich habe in meinem trockenen Leben außerdem viele neue Freunde gefunden.
Weil ich beispielsweise auch wieder mein Hobby intensiv ausleben konnte oder auch anderweitig neue Menschen kennenlernen konnte.
Dabei lege ich allerdings Wert darauf, das es Menschen sind, die nicht saufen und auch keinen Alk in meiner Gegenwart konsumieren (müssen).
Ich erinnere heute nur noch mit Grausen die nasse Zeit.
Ich hatte mich ziemlich runter gesoffen, körperlich und auch psychisch.
Es war irgendwie nur noch ein Dahinvegetieren im Suff an den Wochenenden oder ich war ein Häufchen Elend, was mal wieder versuchte, ohne Alk auszukommen.
Dabei hatte ich noch alles, Familie, Partner, Job, Auto, Haus mit Garten... das mag sich mit dem "dahinvegetieren" widersprechen, aber es war so.
Ich war innerlich am Ende, auch wenn äußerlich für einige noch alles in Ordnung schien.
Ob ich heute Lokale besuche?
Nein, falls damit Kneipen gemeint sind.
Aber Restaurants schon, wenn wir mal Essen gehen.
Aber ich denke, bei Frauen ist das vielleicht noch ein bisschen anders?
Ich denke, Frauen gehen vielleicht nicht so oft in die Kneipe zum Saufen, sondern trinken eher im stillen Kämmerlein?
Bei mir war es zumindest so.
Von daher war es kein Verzicht, nicht mehr in Kneipen zu gehen, weil ich das nass auch kaum tat.
Aber ich meide auch heute noch Saufveranstaltungen, wie Schützenfeste, Karneval oder Saufpartys.
Es ist nicht nur so, das ich das wegen der Risikominimierung vermeide.
Ich mag es auch nicht mehr, es bringt mir nix mehr.
Ich langweile mich auf solchen Partys etc. und mich langweilen ebenso angesoffene Leute, die mir zum x-ten Mal das gleiche halb angesoffen ins Ohr labern.
Ich mache in dieser Zeit einfach Dinge, die ich wirklich tun will.
Mit Leuten, die nicht saufen müssen, um gut drauf zu sein.
Und die gibt es !!
Man muss nur mal ein bisschen schauen, dann findet man sie auch.
Es ist nicht so selten, das Menschen keinen Alk trinken.
Nur sieht man das als nasser Alkie gar nicht mehr, weil man es auch nicht sehen will 
Entschuldige bitte nochmal meine gestern etwas harsche Art.
Und bleib mal ein bisschen hier... lese und schreibe... und vielleicht kannst Du Dir noch mehr mitnehmen für Dich und Dein weiteres (evtl. abstinentes?) Leben.
Du wirst damit mehr gewinnen als verlieren, das kann Dir Dir zumindest versprechen.
Auch in einem Leben ohne Alk wird es Probleme und Schwierigkeiten geben, aber man kann sie nüchtern sehr viel besser angehen.
Und einige ergeben sich nüchtern auch erst gar nicht 
LG Sunshine