Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Oliver,

    Benzos werden normalerweise wieder ausgeschlichen.
    Und das hat auch einen Grund.
    Benzos können nämlich ebenfalls Entzugserscheinungen hervorrufen.
    Bei so kurzer Einnahme ist das vielleicht unwahrscheinlich, aber ich möchte da dennoch drauf hinweisen.
    Von daher halte ich nix davon, ohne Absprache mit dem Arzt ein verordnetes Medikament wieder abzusetzen.
    Zumal er Dir auch nochmal extra gesagt hatte, die Benzos für die Nacht einzunehmen.

    Ich bin ja nun weiß Gott kein Fan von Benzos, weil es so ein starkes Medikament ist, und weil es ebenfalls auch wieder abhängig machen kann.
    Aber ich würde es auch nicht ohne Absprache mit dem Arzt einfach wieder absetzen.
    Warum rufst Du ihn nicht einfach an und besprichst Dich nochmal mit ihm?
    Ginge das?

    Zitat

    Ich habe das Saufen im enspanntesten Moment der letzten Jahre wieder angefangen. Hochsommer, viel Freizeit, mir gings gut.


    Dann gilt wohl für dich:
    Wenn es Dir schlecht geht, gehe in die SHG.
    Wenn es Dir (zu) gut geht, laufe hin ! :wink:

    Ich kenne diese Art von Sauferei auch nur allzu gut.
    Wenn man einen tollen Tag noch irgendwie toppen will mit Alkohol.
    Und das war im Endeffekt auch einer meiner größten Gefahrenpunkte beim "trockenwerden", wie sich herausstellte.
    Denn nämlich genau in solchen Situationen schob ich Saufdruck oder sie lösten ihn aus.

    LG Sunshine

    Hallo Oliver,

    Zitat

    Habe jetzt erst mal auf die Einnahme des Benzos verzichtet, so wirklich angenehm ist es nicht. Ich weiß jetzt auch nicht. Ich bekomme das Zeug ja nur vorbeugend gegen ein Delirium oder Krampfanfälle. Dafür macht mich das Benzo aber total bettlägerig und Wirklichkeit und Traum verschwimmen vor dem Einschlafen. Sehr eklig!

    Ich kenne auch die Nebenwirkungen von Benzos. Sehr unanagenehm, ich will das nie wieder erleben, dieses Zeug zu bekommen.
    Ich konnte Traum und Wirklichkeit überhaupt nicht mehr unterscheiden, ich wußte tagelang nicht, ob ich wach bin oder schlafe und träume.
    Ich war allerdings im KH und wurde rund um die Uhr auf der Intensiv überwacht.

    Aber Du schreibst ja, das Deine niedrig dosiert sind.
    Das waren die, die ich bekam, ganz sicher nicht.
    Wenn es bei den genannten Begleiterscheinungen bleibt, dann nimm besser die Tabletten, wie vom Arzt verordnet.
    Nicht einfach eigenmächtig absetzen.
    Und wenn es Dir zu schlecht geht, dann kontaktiere bitte Deinen Arzt, habe da keine Scheu.
    Oder das KH ist auch immer eine Alternative.
    Alles besser als wieder saufen und wieder durch die ganze Scheis*e von vorn zu spazieren.

    Zitat

    Ich bekomme das Zeug ja nur vorbeugend gegen ein Delirium oder Krampfanfälle.


    "nur" ist gut :roll: ... Dir ist aber schon klar, das ein Krampfanfall schlimme Folgen bis hin zum Tod haben kann, ja?
    Und ein Delirium ist auch kein erstrebenswerter Zustand.

    step-by-step schrieb Dir:

    Zitat

    Nimm Dein Frauchen, einen Regenschirm und dann raus aus der Hütte, ab in die Natur!
    Eine Stunde Spaziergang wirkt Wunder!


    Ich denke, das ist mit Benzos keine gute Idee. Die Nebenwirkungen sind ja doch sehr stark, wie Du auch selbst schreibst.
    Ich halte Ruhe für angebrachter, vielleicht mal ne Stunde nach draussen setzen, hier scheint die Sonne gerade ganz wunderbar.
    Aber ansonsten ist Ausruhen angesagt und viel schlafen und viel trinken...Wasser, Saftschorle etc.

    Du schreibst, das Du schon 2x so entgiftet hast.
    Was willst Du diesmal anders machen in Deinem Leben, um das nicht auch noch ein viertes Mal durchmachen zu müssen?
    Hast Du schon Ideen für notwenige Veränderungen?
    Denn nur nicht mehr saufen allein reicht sicher nicht.

    LG Sunshine

    Hallo Carl-Friedrich,
    klingt grundsätzlich schon mal gut. :)

    Zitat

    Man kann nicht jedes mögliche Detail im Voraus erkennen und durchspielen.


    Nein, das kann man nicht. Mir ist es auch im ersten Jahr meiner Trockenheit passiert, das ich plötzlich mit einem Glas Sekt in der Hand dastand :shock:
    Ich war auf der Verabschiedung eines Arbeitskollegen, seine Abteilung war von unserer Firma ausgelagert worden.
    In der Firma gab und gibt es striktes Alkoholverbot.
    Da sie aber außerhalb arbeiteten, nahmen sie das nicht mehr besonders ernst.
    Ich habe nicht mit so einer Situation gerechnet und das war auch für mich nicht vorhersehbar.
    Ich habe das Glas so schnell wie möglich wieder irgendwo abgestellt.
    Es hat aber einiges mit mir gemacht.
    Als ich wieder an meinem Auto war, mußte ich mich erstmal hinsetzen und mich beruhigen, denn mich hatte das innerlich sehr aufgewühlt.
    Ich bin dann irgendwann innerlich immer noch etwas zitternd zurück in die Firma gefahren.
    Gut hat mir das auf keinen Fall getan und es war auch kein Beweis für Stärke oder sonstwas.
    Es war einfach nur Mist.

    Zitat


    Wie reagiere ich, wenn mir plötzlich jemand ein Glas in die Hand drückt?
    ...
    keine Teilnahme an "förmlichen" Feiern


    Wenn Du an bestimmten Feiern erst gar nicht teil nimmst, kommst Du ja auch nicht in Gefahr, das Dir jemand ein Glas mit Alk in die Hand drückt :wink:

    Zitat

    Zum Feuerwerk in eine benachbarte Großstadt fahren.


    Hier besteht evtl. "Nachbesserungsbedarf" :wink:
    Dazu einer meiner Erfahrungen:
    Mein Mann und ich sind vor 2 Jahren Silvester auf einen kleinen Berg gefahren, von dem man einen Großteil unserer Stadt überblicken kann.
    Ich wollte dort das Feuerwerk fotografieren, hatte alles dabei, fette Kamera samt Stativ.
    Dort angekommen sahen wir schon, das die Menschen dort geradezu hinpilgerten. :shock:
    Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet, es war dort starker Trubel und sehr viele Besucher rückten schon mit Bierdosen oder Sektpullen in der Hand an.
    Am Ende waren sicher um die 300 Leute da und der Alk floss in Strömen.
    Die Bilder hats mir auch noch vermasselt, denn durch die ganzen Böller war so eine starke Rauchentwicklung, das das Feuerwerk über der Stadt verschleiert war. :?:lol:
    Für einen erst kurz abstinent lebenden Menschen wäre das ganz sicher kein geeigneter Ort gewesen.

    Zitat

    Womit ich schon wieder bei der bereits vielfach zitierten und gespeicherten Sauf-Software bin, die durch anderes Verhalten überschrieben werden muss.


    Ja, und da habe ich bei Dir mitunter das Gefühl, das Du mit den nötigen Veränderungen noch nicht so gut klar kommst.
    Vielleicht irre ich mich aber auch, es ist so ein Bauchgefühl.
    Ich habe den Eindruck, Du möchtest möglich unauffällig trocken werden.
    Keiner soll wissen, das Du ein trockener Alkoholiker bist, weil Du negative Vorurteile befürchtest.
    Und wenn Du nun gravierende Veränderungen durchführst, würde das wahrscheinlich bemerkt werden und es könnte Fragen nach sich ziehen.
    Das willst Du aber nicht, also lieber versuchen, möglichst unauffällig trocken zu werden.
    Mh.
    Wie gesagt, ist nur son Bauchgefühl.

    Falls da was dran sein könnte, will ich Dir mal was von mir erzählen:
    Ich bin von Anfang an offen mit meiner Erkrankung umgegangen.
    Und ich habe bisher NOCH NIE spürbare Nachteile dadurch gehabt.
    Was Leute hinter meinen Rücken reden, weiß ich allerdings nicht.
    Aber das ist mir auch sowas von egal :P es interessiert mich einfach nicht.
    Ich habe keine Nachteile im Beruf gehabt, bis auf einmal eine kleine Unstimmigkeit durch Unwissenheit meines damaligen Chefs, die aber schnell behoben werden konnte.
    Auch in einem neuen Job gab es keinerlei Nachteile dadurch.
    Ebenso im privaten Bereich, auch da hatte ich keine Nachteile.
    Ganz im Gegenteil.
    Meine Freunde und Bekannte haben sich sehr gefreut, als ich trocken werden konnte.
    Einige mußte ich ausmisten, aber das waren nur wenige.
    Und ich habe viele neue Freunde dazu bekommen.
    Weil ich trocken an vielem wieder teilnehmen konnte und dadurch viele neue Leute kennenlernen konnte.
    Und meine Familie hat mich auch von Anfang an sehr unterstützt.

    Ich konnte mir auch nicht vorstellen, trocken lebend weiterhin rumzulavieren und rumzulügen.
    Das hatte ich oft genug getan, als ich noch gesoffen habe. Und das war etwas, worunter ich mit am meissten gelitten habe.
    Ich wollte lieber ehrlich sein, auch wenn mir das Nachteile eingebracht hätte, aber das ist nie der Fall gewesen.
    Ich bin froh, das ich mich so entschieden habe, denn das hat mir viel Aufwand erspart, denke ich.
    Denn Lügengebäude aufzubauen und auch intakt zu halten, IST aufwändig. Und dazu hatte ich überhaupt keinen Bock.
    Außerdem haben es meine Freunde verdient, das ich ehrlich zu ihnen bin.
    Ich erwarte ja auch das Gleiche von ihnen.
    Das nur mal so am Rande zu dem Thema :wink:

    LG Sunshine

    Ach Syrinx, das sind doch nur die üblichen Spielchen, die wir als nasse Alkoholiker so spielen.
    Besonders wenn sich der CO vom Acker machen will.
    Dann werden nochmal alle Register gezogen.
    Traue bitte Deinem Gefühl, es täuscht Dich sicher nicht.

    Weißt Du, wann ich Chancen auf eine dauerhafte Trockenheit sehe?
    Wenn sich der Betroffene Hilfe von außen sucht und sie vor allem auch ANNIMMT!
    Wenn er sich eine SHG sucht. Evtl. auch eine Therapie, wenn angezeigt.
    Wenn er grundlegende Veränderungen angeht, und zwar sichtbar und zeitnah, und nicht nur dahingequasselt.
    Wenn nix davon geschieht, sehe ich ziemlich dunkelgrau bis schwarz.

    Und ja natürlich bist Du jetzt die Böse und er das arme Opfer.
    Als ich noch gesoffen habe, war ich auch immer Opfer, wenn es eng wurde :wink:
    Das sind nur Manipulationsversuche, um Dich wieder auf Spur zu bringen.
    Und solange Du noch Hoffnung hegst, wird es auch immer wieder funktionieren.
    Du kannst jetzt entweder ganz aussteigen oder Dein Leid noch verlängern, das mußt Du selbst entscheiden.

    Zitat

    Das Schöne ist ja, dass ich hier mein Leben habe, meine tolle Wohnung, meinen süßen Hund, nächste Woche habe (davon gehe ich aus) meine Fortbildung erfolgreich abgeschlossen. Ich habe einen unheimlichen Rückhalt in der Familie, habe tolle Freunde... Mein Leben ist sehr reich. Auch wenn er jetzt hier seit kurzer Zeit wohnt, wird er mir all das nicht wegnehmen können!

    Genau, das alles hast Du noch und damit bist Du doch sehr gut aufgestellt.
    Manch einer hat nicht so gute Voraussetzungen, wenn er aus so einer unglücksseligen Beziehung aussteigen will.
    Du kannst Dich also wirklich glücklich schätzen.
    Mach was draus !!
    Opfer nicht Dein Leben für nen nassen Alkoholiker!
    Schau mal, es handelt sich hier nicht um eine schlimme Krebserkrankung oder eine andere schreckliche Krankheit, die man selbst nicht stoppen kann.
    Es geht hier zwar auch um eine unheilbare Krankheit, aber wir KÖNNEN sie stoppen.
    Und dann ein super schönes und zufriedenes Leben führen.
    Das funzt aber nur, wenn man das wirklich will und auch Hilfe annimmt.
    Mir fiel das auch am Anfang schwer, aber es hat sich gelohnt und war der richtige Weg.

    Zitat

    Aber es ist gut, ich habe es versucht und bin "gescheitert". Man muss sich das auch eingestehen können... Man kann nicht immer " gewinnen"... Ihm mache ich keine Vorwürfe, er ist wirklich arm!

    Sieh es mal nicht als scheitern, Du bist in eine Situation reingerutscht, die für Dich so sicher auch nicht absehbar war.
    Und Du hattest keine Chance gegen so einen übermächtigen Gegner wie den Alkohol.
    Jeder Kampf ist hier von vornherein verloren... schon ehe er überhaupt begonnen hat.
    Vorwürfe bringen auch nix, weder gegen Dich selbst noch gegen ihn.
    Er ist ein kranker Mann, ich habe auch Mitleid mit diesem Elend.
    Aber wie gesagt, es hätte in seiner Hand gelegen, das Elend zu stoppen.
    Und dafür ist es auch NIE zu spät.
    Ich kenne Menschen, die mit Ende 60 oder auch Anfang 70 erst trocken werden konnten.
    Selbst diese älteren Semester haben es keinen Tag bereut.

    Bei mir war es übrigens auch 5 nach 12, wie Du es nanntest.
    Ich bin ja fast an meiner Alkoholsucht gestorben, ich war kurz vorm Leberversagen, hatte mir Enzyme zur Blutgerinnung kaputt gesoffen,
    ein Magengeschwür angesoffen und eine arg malträtierte Leber mit Horrorwerten.
    Außerdem noch Polyneuropathie und noch dieses und jenes.
    Vieles davon ist wieder gut geworden, meine Leberwerte sind heute fast normal.
    Selbst meine Ärztin war erstaunt, wie sehr sich meine Leber regnerieren konnte.
    Das Magengeschwür wurde noch bei der Entgiftung "zugeschweißt".
    Das Enzym arbeitete auch schnell wieder.
    Nur meine Polyneuropathie ist geblieben und das wird auch nicht mehr besser.
    Aber damit kann und muss ich leben.
    Ich will damit nur sagen, das sich vieles auch wieder normalisieren und heilen kann, wenn man die Alkoholsucht stoppen kann.
    Tut man es nicht, wird man sich allerdings über kurz oder lang einfach totsaufen und aus die Maus.
    So sieht es leider mal aus.

    Mein Tipp an Dich:
    Bleib konsequent und ansonsten:
    Aufstehen, Dreck ausse Klamotten kloppen und die Krone wieder gerade rücken :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Syrinx,
    ich lese jetzt erst Deinen letzten Beitrag.
    Ich hatte noch an meinem Beitrag geschrieben, als Du ihn gepostet hat.
    Es hat sich also überschnitten.

    Nun ja, ich muss nicht betonen, das es mich nicht überrascht.

    Ich hoffe wirklich sehr für Dich, das Du nun die angekündigten Konsequenzen ziehst.
    Du kannst hier nicht mehr helfen, das konntest Du übrigens nie, diese Chance bekommt kein Angehöriger, solange der Alkie weiter saufen will.
    Bring wenigstens DEIN Leben in Sicherheit und schau, das es wieder schön wird.
    Das ist zu schaffen !!
    Aber erst ab dann, wo Du wirklich LOSLASSEN kannst.
    Und keinen Tag eher.

    LG Sunshine

    Joah, mir war auch klar, das Du mit dem XY zusammenziehst, Syrinx
    Da zieht man sein Ding so oder so durch, nicht wahr?
    Egal ob andere warnen oder was auch immer, wenn man seinen Plan auf Teufel komm raus nicht aufgeben will, dann will man nix davon hören,
    ist auf beiden Ohren taub und auch unerreichbar.
    Dann muss es meist erst die ganz harte Tour sein.

    Also frag ich ganz direkt?
    Wie viel "kleine" Rückfälle hat er denn mittlerweile hinter sich, von denen Du weißt?
    Sicher hat er dann auch nur ein paar "kleine Bierchen" gesoffen... was natürlich nur als kleines Rückfällchen zu sehen ist... gibt es eigentlich noch ne gesteigerte Form der Verniedlichung?

    Zitat

    Seitdem ist er wieder trocken, morgen wird es 1 Woche.


    Mensch Syrinx, Dein XY ist meilenweit von einer Trockenheit entfernt.
    Dein XY hat bisher nur mal n paar Tage lang nix gesoffen, mehr nicht.
    Von einer Trockenheit würde ich evtl. mal nach einigen Monaten oder nem Jahr reden, früher keinesfalls.
    Du machst Dir gepflegt selbst was vor.

    Zitat

    Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit mir und nun muss man mal sehen wie er sich weiter verhält und ob er trocken bleibt.


    Na dann ist ja alles klar.
    Ehemalige Co ?
    Is ja süß.
    Ich sehe es ebenfalls wie Babe, Du steckst da bis zum Hals drin, meine Liebe.
    Allein der letzte Satz zeigt doch schon, das Du Dein Leben weiterhin von seinem Verhalten abhängig machst.
    "Man muss dann mal sehen"?
    Warum "man"?
    Weißt Du, wie dieser Satz auf mich wirkt?
    So als wärest Du gar nicht selbst betroffen, sondern irgendje"man"d.
    Du traust Dir anscheinend nicht mal selbst soweit übern Weg, das Du sagen könntest, wenn Dein XY weiter säuft, dann is endgültig Schluss.
    Nööö, dann müßte "man" mal weiter sehen...

    Nun ja, Du schreibst, Du wärest mit allem "eigentlich sehr zufrieden".
    Dann is ja alles gut.
    Warum werde ich nur das Gefühl nicht los, das Du Dir gewaltig was vormachst?
    Das Du alles so hindrehst, als sei es in Ordnung, nur um der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

    Zitat


    Ich gehe nicht davon aus, dass er in der Lage ist sein "normales" Leben mit Arbeit und Co. wieder aufzunehmen. Es würde mich sehr glücklich machen, wenn wir noch ein paar gute Jahre zusammen haben!


    Hm. Ja, ich kann es auf eine Art verstehen.
    Und es ist sicher auch traurig, wenn es so sein sollte.
    Andererseits lese ich auch, durch welche Hölle "Babe" gegangen ist.
    Und das ist leider kein Einzelfall, das weiß ich.
    Auch wenn es sich furchtbar egoistisch anhört, ich hätte eher das Schrecken mit Ende gewählt.

    Ich habe mal eine Dokumentation im TV gesehen, wo sich ein Alkoholiker langsam zu Tode soff.
    Seine Partnerin konnte und konnte nicht loslassen, sie war schwer CO.
    Sie ist dadurch auch durch diese Hölle gegangen, die "Babe" beschreibt.
    Mit taten BEIDE unheimlich leid.
    Der Mann, der es nicht mehr schaffte, mit dem Trinken aufzuhören.
    Ich sah mich selbst vor mir, als ich noch gesoffen habe.
    Dieses ganze furchtbare Elend.
    Ich hatte ebenso Mitleid mit der Frau, sie war psychisch komplett am Ende.
    Hier hatte sich der Alkohol wirklich wieder 2 Menschen geholt.
    Ich wäre nicht bereit für diese Aufopferung, das muss ich ganz ehrlich sagen.

    LG Sunshine

    Hallo Rattenschwanz,
    Du schriebst:

    Zitat

    Das muss ich noch loswerden: Am Anfang konnte ich mit dir nicht so richtig umgehen oder direkter geschrieben, dich nicht leiden.
    Warum weiß der Fuchs, vielleicht weil du immer so auf das geschlossene Forum "gepocht" hast.

    Das "Kompliment" darf ich gerne zurück geben :lol::lol:
    Jetzt haben wir uns schon aber schon aneinander gewöhnt, gelle? :lol: :wink:
    Ich bin aber auch nicht hier, um mit jedem gut zu können.
    Und Kaffeekränzchen-Runden sind auch nix für mich.
    Ich bin hier, um mich über meine/unsere Krankheit auszutauschen.
    Und wenn ich jemanden anderen mit meinen Erfahrungen helfen kann, dann ist es umso schöner.

    Das mit dem Geschlossenen Bereich ist so ne Sache.
    Nicht jeder braucht ihn :wink: und ich weiß nicht mal, ob ich dort bleibe, denn ich finde dort nicht den erhofften Austausch.
    Hat vielleicht auch was mit mir selbst zu tun, ich kann evtl. zu wenig Problematiken vorweisen, auf die man sich stürzen könnte :wink:
    Oder ich passe da einfach nicht mehr rein, ich weiß es nicht.
    Ich vermisse auch Leute von "früher", die ne klare Linie (auch mit klaren Worten) fuhren, von denen habe ich am meissten gelernt.
    Einige sind ja glücklicherweise noch da... und so ist eben auch der Lauf der Dinge, nichts währt ewig :wink:

    Es gibt aber auch Gründe, die FÜR den Erweiterten Bereich sprechen :wink:
    Wenn ich hier im Offenen Bereich beispielsweise lese, das jemand sehr ausführlich über sein Privatleben schreibt, dann weise ich lieber mal auf den Erweiterten Bereich hin.
    Das passiert besonders oft bei CO`s, und da geht es dann auch nicht nur um den CO selbst, sondern auch um den saufenden Partner und die Kinder. Das liegt halt in der Natur der Sache, denke ich.
    Und dann ist auch schnell mal was dahingeschrieben, ohne das derjenige daran denkt, das hier wirklich jeder mitlesen kann.
    Auch der saufende Partner oder sonstwer aus dem Bekanntenkreis kann hier fündig werden.
    Und es ist kein Geheimnis, das Gewalttaten gegenüber Partnern sehr oft unter Alkoholeinfluss stattfinden.
    Also halte ich es dann einfach für sinnvoller und evtl. auch für "gesünder", sowas im Erweiterten Bereich zu schreiben.
    Denn die Betroffenen wollen sich ja auch oft erstmal nur auskotzen über die ganze schlimme Situation, ehe sie überhaupt erstmal beginnen, sich endlich um sich selbst zu kümmern.

    Ob ein Alkoholiker unbedingt den Erweiterten Bereich braucht, weiß ich nicht.
    Der Austausch ist da jedenfalls intensiver und gerade Frischlinge könnten davon gut profitieren.
    Schaden kann es jedenfalls auch nix, da mal reinzuschnuppern und zu schauen, ob es was für einen ist,denke ich :wink:

    Zitat

    Inzwischen schätze ich deine Beiträge und auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, hast du als Mensch meinen Respekt und meine Achtung.


    Achtung und Respekt wünsche ich mir gar nicht.
    Ich wünsche mir nur, so akzeptiert zu werden, wie ich nun mal bin.
    Das reicht schon :lol:
    Mein Weg war sicher kein einfacher, das mag schon sein.
    Ich bin aber heutzutage manchmal regelrecht dankbar dafür, das ich so weit unten war.
    Das hat mir manche Rumeierei erspart und in meinem Bekanntenkreis oder in meiner Familie verharmlost niemand mehr Saufereien.
    Weil sie mit eigenen Augen gesehen haben, was es anrichten kann.

    So, das mal dazu.
    Ich hoffe nun (trotz Anfangsschwierigkeiten :wink: )auf einen weiterhin guten Austausch mit Dir :)
    Denn soweit auseinander liegen wir ja nich :lol:

    LG Sunshine

    Freut mich wirklich, das jetzt hier so zu lesen, liebe Calida :):)
    Und ich finde es auch toll, das Dein Mann Dich unterstützt.
    Das ist doch auch ne große Hilfe.

    Zitat

    Allerdings sieht er das Problem immer noch nicht so schlimm an wie es ist.
    Er kann sich irgendwie nicht vorstellen, dass ich richtig krank bin, dass es für mich nicht geeht: ein Glas ab und zu trinken und gut ist es.
    Sobald etwas Muße zu Hause ist, will ich ihm ein Buch üner unsere Krankheit geben. Ich glaube nicht,
    dass er das ansichtlich nicht Ernst nimmt, sondern dass er da etwas naiv ist.

    Ich denke, das geht einigen Angehörigen so.
    Bei meinem Mann war es auch so ähnlich.
    Er konnte sich einfach nicht vorstellen, das ich abhängig geworden bin.
    Und ich denke, er wollte da auch einiges nicht sehen/nicht wahrhaben.
    Denn ihm war auch klar, das es Veränderungen geben würde, wenn ich aufhören würde zu saufen.
    Ich denke, da waren auch Ängste vor dem Ungewissen/Ungewohnten, was dann kommen könnte.
    Das ist aber kein Vorwurf, sondern nur meine Erklärung für sein Verhalten.
    Das änderte sich aber schlagartig, als ich dann im KH landete.
    Er sah ja dann sehr eindringlich, was WIRKLICH los war.
    Außerdem sprachen die Ärzte auch mit ihm.
    Ab da war ihm dann wirklich klar, das ich alkoholkrank geworden bin.

    Auch später mußte ich ihm einiges öfters erklären über unsere Krankheit.
    Er konnte auch nicht verstehen, das ich mit anderen darüber spreche, also mit meiner Krankheit offen umgehe.
    Mittlerweile hat er aber so einiges begriffen. Völlig nachempfinden können wird er es aber nie, denke ich.
    Aber das muss ja auch gar nicht sein.
    Es ist auch so gut.

    Gib Deinem Mann bitte auch die Zeit, die er braucht.
    Ansonsten kann ich nur zum miteinander reden raten. Daraus ergibt sich dann auch vieles von selbst. :wink:

    LG Sunshine

    Liebe Calida,

    Du schreibst:

    Zitat

    Okay, ich trinke jetzt nicht mehr. Aber es macht mich unzufrieden. V.a. jetzt diese Adventswochen. Jeder denkt, e sgibt nur seine Idee. Der Kindergarten will selbstgebackene Plätzchen und Eltern sollen basteln, Die Schule will, dass Eltern beim Bazar verkaufen. In der Woche drauf braucht das Kind ein Wichtelgeschenk und dann soll man noch bei der Flüchtlingssammelaktion mitmachen...... Und das machen immer die Mütter. Es mag Ausnahmen geben, aber ich hab keinen Vater am Bazarstand gehsehen und keinen, der im Kindergarte bastelt.....
    Und diese Summe an Dingen, die macht mich echt fertig. Ich muss das ja alles zwischen 17 und 21 Uhr erledigen - aber da auch noch meinen Kindern vorlesen, Schularbeiten kontrollieren.....

    Calida, trocken werden ist kein Spaziergang !
    Das geht nicht einfach "so nebenbei".
    Wenn ich die ganzen Aktivitäten im zitierten lese, wird mir selbst ganz schwindelig...
    Schau mal, ob Du da irgendwo aussteigen kannst.
    Denn es ist WICHTIG, das Du gut auf DICH achtest, im Endeffekt hängt Dein Leben davon ab !
    Alkoholiker, die ihre Sucht nicht stoppen können, werden sich über kurz oder lang totsaufen.
    So siehts doch leider mal aus.
    Und die ganze Familie leidet dann auch darunter.
    Sieh es mal so, wenn Du gut für Dich sorgst, dann ist das im Endeffekt auch gut für Deine Familie.

    Also, wenn die selbstgebackene Kekse wollen, sollen das die Mütter machen, die nicht berufstätig sind.
    Oder die Kindergärtnerinnen sollen selbst welche backen, fertich :P
    Können sie nicht, weil sie ja berufstätig sind?
    Aha... dann kannst Du das aber auch nicht. Punkt.
    Außerdem kann man auch leckere Kekse beim Bäcker kaufen oder auch im Bioladen, die sind genau so gut.
    Zum Basteln hast Du auch keine Zeit, was soll das?
    Man lebt auch ohne selbstgebasteltes weiter :P
    Eltern sollen auf dem Bazar verkaufen?
    Können sie ja gerne... aber DU hast nun mal KEINE ZEIT dazu, weil Du genug anderweitiges um die Ohren hast.

    Calida, lerne bitte, Grenzen zu setzen. Anders geht es nicht, ansonsten wirst Du immer wieder zu allem pipapo herangezogen.
    Lerne bitte, Nein zu sagen.
    Denn wie viele Frauen hat es denn schon in den Suff getrieben, weil sie diesen ganzen (teilweise sogar unsinnigen) Anforderungen einfach nicht mehr stand hielten??
    (Mich übrigens eingeschlossen).
    Allen alles recht machen zu wollen... das taugt nix.
    Und es ist vor allem überhaupt nicht möglich !
    Du wirst es NIE jedem recht machen können und das musst Du auch überhaupt nicht.

    Kannst Du Dir noch irgendwo Hilfe organisieren ?
    Kann Dir jemand mal für ein paar Stunden die Kinder abnehmen?
    Gibt es Freundinnen, wo Du sie mal für ein paar Stunden mit giutem Gewissen lassen kannst?
    Kann Dich Dein Mann stärker unterstützen?

    Mache ihm bitte auch nochmal ganz klar, das Du überfordert bist.
    Und das die Trockenheitsarbeit einfach auch ihre Zeit braucht.
    Das bedeutet auch, das Du mehr Zeit und Ruhe für Dich brauchst!
    Und das ist völlig normal, liebe Calida!
    Wir haben eine unheilbare Krankheit, und keinen vorübergehenden Schnupfen.
    Du wirst Dich jetzt einfach mal an die erste Stelle setzen müssen und dafür müssen dann andere auch mal Verständnis haben.
    Je öfter man das übt, desto einfacher wird es.

    Es wird nicht ohne Veränderungen abgehen, liebe Calida.
    Und zu diesen Veränderungen gehört eben auch, das Du gut auf Dich aufpassen musst.
    Darauf haben andere Rücksicht zu nehmen. Sie müssen das nur erstmal auch kapieren. Und da hilft halt nur, miteinander reden und auch erklären.

    Kannst Du mit Deinem Mann offen über alles sprechen?
    Inwieweit unterstützt er Dich?
    Ist ihm klar, das trocken werden nicht einfach ist, besonders am Anfang?

    Ansonsten möchte ich mich noch dem anschließen, was step-by-step Dir schrieb.
    Ein großes Glas Wasser hat bei mir auch immer Wunder gewirkt.
    Am Anfang meiner Trockenheit hatte ich sogar immer ne Flasche Wasser dabei.

    Zu Psychopharmaka kann ich auch nix sagen, auch da geht es mir wie step-by-step.
    Ich bin nicht trocken geworden, um nun von was anderem abhängig zu sein. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ich brauchte bisher auch keine Medikamente.
    Wenn sich aber Deine Befindlichkeit nicht bessert, würde ich trotzdem zu einem Arztbesuch raten.
    Es gibt ja auch naturheilkundliche Sachen, die evtl. schon ausreichen?
    Ich persönlich würde eher in diese Richtung schauen.
    Aber wie auch immer, alles ist besser als wieder saufen, das ist so meine Einstellung.

    LG Sunshine

    Ach so.
    Hatte gedacht, ihr seid auf den Weihnachtsmarkt gegangen, weil ihr eh grad dran vorbeikamt.
    Dies hier hatte mich wohl irritiert:

    Zitat

    Schon um die Buden am Rand wehte ein deutlich wahrnehmbarer Geruch von Glühwein, nein Gestank ist zutreffender. Der Anblick ließ mich kalt, aber die Ausdünstungen des billigen Fusels waren unerträglich. Dank des Windes mittlerer Stärke wehte es auch ordentlich um alle Hütten herum.


    Das las sich für mich ein bisschen so, als wäret ihr auch an den Buden gewesen.
    Sorry für den Irrtum meinerseits.

    LG Sunshine

    Das mit dem Glühweingestank kenne ich auch so, Carl-Friedrich.
    Ich ging auch mal über einen Weihnachtsmarkt, da war ich allerdings schon einige Jahre trocken.
    Ich mache mir nix aus Weihnachtsmärkten, ich wollte zu einer anderen Veranstaltung, um dahin zu kommen, mußte ich aber über jenen Weihnachtsmarkt.
    Als ich den Glühwein roch, wurde mir schlagartig speiübel und ich dachte, ich muss mich übergeben.
    Ich kann diesen Geruch nicht mehr ertragen, es stinkt dermaßen... ekelhaft.
    Früher habe ich dieses Zeug selbst getrunken, und heute könnte ich speien, wenn ich den Geruch nur von weitem rieche.

    Meine Frage ist allerdings:
    Warum bist Du denn überhaupt auf diesen Weihnachtsmarkt gegangen??
    Meintest Du denn, da wärest Du gut aufgehoben?

    Ich finde Dein Verhalten recht riskant, lieber Carl-Friedrich.
    Auch diese Geschichte, wo Du Deiner Frau Schnaps bestellt hast, um selbst dran rumzuschnüffeln.
    Schon merkwürdig... als ob Du das Risiko direkt suchen würdest anstatt solchen Situationen aus dem Weg zu gehen.
    Und danach schreibst Du dann, das Du es heil überstanden hast.
    Wieso begibst Du Dich denn erst in solche Situationen?
    Empfindest Du es als Zeichen von Stärke und Mut, Dich sowas auszusetzen ?
    Und danach kommt dann noch die Erkenntnis, das es nicht besonders schlau war. :roll:
    Dabei kannst Du doch auch sowas hier überall nachlesen.
    Wir hier raten ja auch von solchen Verhalten ab.
    Das machen wir doch nich, weil wir nix besseres zu tun haben.
    Sondern weil einige in genau solchen Situationen schon rückfällig wurden.

    Ich versteh es halt einfach nicht und frage mich einfach, warum tut er das?

    Und was ich jetzt erst lese beim Zurückblättern...
    Du schriebst am 09.11.2015 folgendes:

    Zitat

    Heute stand in der Gruppe das Thema Weihnachtsmarkt an. Klares Fazit der beiden Therapeuten: Dort haben wir als Kranke nichts zu suchen. Punkt aus.

    Ein eindeutiger Standpunkt, den ich grundsätzlich teile. Es gibt bei uns in der Nähe eh keinen wirklich schönen, sondern flexibel austauschbare mit einem hohen Anteil an "Saufbuden" und Imbissen.

    Und das Risiko ist schon enorm. Man trifft diesen oder jenen, die man selbstverständlich schon ewig kennt, aber eine Zeit lang nicht gesehen hat und plötzlich ordert einer 'ne Runde und plötzlich wird einem ein Glühweinbecher in die Hand gedrückt. So war es früher, weshalb sollte es jetzt auf einmal anders sein? Und dann noch der Hinweis des Spenders: "Ach hab Dich nicht so, einen kannst Du ja ruhig mittrinken".

    Daher wehre ich den Anfängen. Ist besser so, nachdem ich schon im Urlaub die eine oder andere heikle Situation überstanden habe, muss ich das Schicksal nicht noch zusätzlich herausfordern. Jetzt muss erst mal Ruhe einkehren und zwar gründlich.

    Und fast genau EINEN MONAT SPÄTER !! schreibst Du von einem Weihnachtsmarktbesuch !
    Obwohl sogar Euere Therapeuten davon abrieten.
    Hier wäre Dir ebenfalls abgeraten worden, oder es ist sogar geschehen, habe nicht alles mitgelesen.
    Das sind Sachen, die verstehe ich halt einfach nicht.
    Muss man denn wirklich jede Dummheit selbst ausprobieren?
    Der Krug geht nur solange zum Brunnen, bis er bricht...

    Ich habe bei Dir das Gefühl, das Du gern alles so belassen möchtest, wie es war und ist.
    Ja unauffällig bleiben, große Angst, sich als trockener Alkoholiker zu outen, soll möglichst keiner wissen... gehst Du deshalb auf einen Weihnachtsmarkt?
    Gehst Du deshalb in ein Restaurant und orderst Schnaps?
    Oder was is da los?

    LG Sunshine

    Hallo Thalia,

    Mein Tiefpunkt war ja ziemlich extrem, ich habe ja oben angeklopft.
    Damals war das schlimm für mich, aber in Endeffekt hat mir das vielleicht am meißten geholfen.
    Von "eigentlich" trocken werden wollen war da keine Rede mehr sondern nur noch von sterben oder weiter leben ohne Alkohol.

    Zum Willen:
    Man sagt mir einen überaus starken Willen nach.
    Und das ich auch fast immer das mache, was ich sage.
    Und Wege finden werde, um meine Ziele zu erreichen.

    In meiner Alkoholabhängigkeit nützte mir mein Wille aber gar nix!
    Dagegen war er einfach nicht stark genug.
    Ich war körperlich derart abhängig geworden, das da einfach mit meinem Willen nix mehr zu machen war.
    Ich brauchte dringend diese Entgiftung, die Hilfe von Ärzten.
    Und ich entschloss mich im KH, weiterleben zu wollen.
    Diese beiden Sachen waren für mich am wichtigsten und halfen mir am allermeißten.

    Als ich die schwere Entgiftung überstanden hatte, nützte mir auch mein starker Wille wieder.
    Denn ich WOLLTE leben und mein Wille half mir dabei, alle dafür notwendigen Veränderungen durchzuführen.
    Ich WOLLTE nie wieder saufen müssen.

    Zitat

    und ich fühle mich hilflos und ratlos, wenn ich mit einem nassen Alkoholiker spreche, der es nicht schafft, aufzuhören, und keinen weiteren Kommentar im Kopf habe als "du musst es wirklich wollen."

    Hm, "Du musst es wirklich wollen" stimmt zwar, aber es hört sich auch ein bisschen danach an wie "bisher wolltest Du offensichtlich nicht wirklich" und solche Aussagen finde ich recht überheblich.
    Ich wollte damals auch aussteigen, der Wille war ja da und es gab ja auch mehrere Versuche.
    Es klappte aber nicht wegen meiner körperlichen Abhängigkeit, mein Körper schrie geradezu nach dem Alk.
    Mit meinem Willen hatte das NULL zu tun.

    Wenn ich einen nassen Alkoholiker auf seine Krankheit anspreche, dann geschieht das sachlich und freundlich.
    Ich mache ihm/ihr mal kurz klar, das ich sehe, was los ist und sehr wahrscheinlich andere auch.
    Denn viele denken ja, ihr Gesaufe ist noch unentdeckt, das ist ja einer unserer Selbstlügen.
    Ich sage dann, das es mir ebenso ging, das ich auch schwer abhängig war und erzähle vielleicht noch ganz kurz was von dieser Zeit.
    Und ich sage dann, wo man Hilfe bekommt. Und das man es ohne nicht schaffen wird, auszusteigen.
    Mehr kann ich nicht tun.
    Wenn jemand an mich herantritt und um Hilfe bittet, wäre mein Procedere übrigens genauso.
    Auch dann verweise ich auf die Hilfsangebote.
    Persönlich engagiere ich mich lieber nicht weiter, weil ich nicht will, das sich da jemand zu sehr an mich ranhängt.

    LG Sunshine

    Zitat

    Es ist doch aber so, dass man statt sich einer Bedrohung oder einer Gefahr zu stellen, sich dadurch Mut macht, dass man - eben wie ein ängstliches Kind, das durch einen dunklen Wald muss - versucht, sich allein durch das Pfeifen einer Melodie zu erleichtern.

    Ich weiß schon, wie Du es meinst. :wink:
    Aber manchmal ist man vielleicht einfach noch nicht so weit, sich einer Gefahr zu stellen?
    Und bei unserer Krankheit halte ich es nicht grad für ein Zeichen von Mut oder Stärke, sich Gefahren auszusetzen, sondern einfach nur für Dummheit.
    Wir sind nun mal suchterkrankt und KÖNNEN rückfällig werden.

    Zitat

    Das ständige Wiederholen von Formeln wie z. B. "Ich brauche in meinem Leben keinen Alk mehr" oder "Glücklich sein kann ich nur noch ohne Alk" oder ähnlichem und das bei jeder Gelegenheit

    Ja, ich weiß schon, das hört sich an wie ein Mantra oder so... als wolle man sich selbst was weis machen, was nicht so ist.
    Andererseits könnte man es auch als ne Art von Selbstsuggession bezeichnen.
    Wenn man sich lange genug was "vorsagt", beginnt man es zu glauben.
    Hm.

    Ich weiß also nicht... ich persönlich möchte mir da auch nix vormachen.
    Bei mir war das eine Entwicklung, zu erkennen, das ich ohne Alk sehr glücklich leben kann und ihn auch nicht brauche, ich vermisse auch nix.
    Das IST einfach so.
    Das muss ich auch nicht jedem erzählen, hauptsache, ICH empfinde das so und es ist ehrlich mir selbst gegenüber.
    Und das ist es.

    Ich hatte anfangs übrigens ganz starke Angst vor einem Rückfall.
    Denn den hätte ich wahrscheinlich nicht mehr überlebt.
    So war jedenfalls die Prognose der Ärzte.
    Mit der Zeit der Trockenheit hat sich das allerdings immer mehr gegeben.
    Heute habe ich keine Angst mehr vor einem Rückfall, treffen kann es mich trotzdem, das weiß ich.
    Aber ich lasse mich davon nicht einschränken oder mir Angst machen.
    Wenn ich dauernd in Angst vor einem Rückfall leben müßte, ich wüßte nicht, ob ich so ein angstbesetztes Leben dann überhaupt führen möchte?
    Aber es ist nicht so gekommen.

    Und das man sich hier im Forum öfters wiederholt, das liegt doch einfach auch daran, das hier auch eine gewisse Fluktiation ist und das Thema nun mal unsere Krankheit ist.
    Ich kann mich und meine Geschichte ja nicht jeden Tach neu erfinden :wink:
    Ich kann nur aus meinen Erfahrungen berichten, und die sind morgen ja nicht anders wie heute :wink:
    Und ich bin nun mal zufrieden und auch oftmals glücklich in meinem trockenen Leben.
    Und so geht es ja auch nicht nur mir, sondern auch sehr vielen anderen.
    Sooo viel hat sich positiv seitdem entwickelt, und das ist doch ein Grund, sich freuen zu können.

    Aber ich weiß schon, wie Du es meinst.
    Wenn jemand immer nur wiederholt, wie glücklich und zufrieden er trocken ist und das auch jedem erzählen muss...dann werde ich auch misstrausich und frage mich, ja ist denn WIRKLICH so?
    Oder muss sich das jemand immer wieder selbst erzählen, um dran glauben zu können?
    Ich würde dann denken, das so eine Trockenheit auf recht wackeligen Beinen steht.
    Aber... aus einer erstmal noch nicht so stabilen Trockenheit kann man doch eine stabile aufbauen...
    Wir standen doch alle mal ganz am Anfang... auch noch wackelig, etwas unbeholfen etc., weil noch alles fremd ist.
    Eine wirklich stabile Trockenheit baut man meiner Meinung nach auch nicht in wenigen Monaten oder1-2 Jahren auf, das dauert schon noch etwas länger.
    Meine Meinung :wink:
    Ich persönlich habe mich ca. erst nach 2 Jahren oder so als "trocken" bezeichnet, davor als abstinent lebend.
    Ich hätte es geradezu als anmaßend empfunden, das eher zu tun.
    Erst nach dieser Zeit wurde mir so langsam klar, das ich es wirklich schaffen kann, trocken zu bleiben.
    Vorher habe ich mir selbst nicht zu 100% übern Weg getraut.
    Da waren noch viel zu viele Gedanken, warum sollte ich es denn ausgerechnet schaffen, wo es doch so viele andere nicht schaffen?

    LG Sunshine

    Wenns hilft :wink:
    Solange man damit zufrieden und trocken leben kann, ist es doch egal.
    Oder gibt es für Dich besser Trockene und schlechtere Trockene, Rattenschwanz?

    Es ändert sich auch noch vieles mit den Jahren der Trockenheit.
    Und dann braucht man dieses "pfeifen im Wald" vielleicht gar nicht mehr... :wink:

    Auf mich treffen übrigens beide Sätze zu.
    Aber das musste ich erstmal lernen und auch vor allem erfahren/erleben.

    LG Sunshine

    Hallo marielou,
    In Deinem ersten Beitrag schreibst Du zwar, das es ein Alkoholproblem gibt, wiegelst es aber andererseits auch wieder ab.
    Hast Du Angst, eine Entscheidung treffen zu müssen, wenn Du mit dem Runterspielen der Sachlage aufhörst?
    Weil dann nämlich ganz klar zu sehen wäre, das eigentlich nichts mehr okay ist?

    Ändern kannst Du Deinen Mann nicht.
    Du kannst nur die Sitaution für Dich ändern.
    Tust Du es nicht, dann musst Du halt ganz einfach so weiter machen.
    Schlimm ist für mich immer ganz besonders, wenn Kinder mit im Spiel sind, wie auch hier.
    Aber ich denke, auch da würdest Du erstmal behaupten, das die nix von alledem mitbekommen haben, oder?
    Wäre allerdings n Irrtum, Kinder bekommen sowas auf jeden Fall mit.
    Auch wenn das die Eltern nicht wahrhaben wollen.

    Hast Du denn Ideen, wie es bei Euch weitergehen kann?
    Bist Du denn bereit, was an DEINEM Leben zu ändern, das es Dir und den Kindern wieder gut gehen kann?
    Ansonsten bleibt nämlich alles wie es ist.
    Das liegt jetzt in Deiner Verantwortung, die kannst Du nirgends hin abschieben.

    LG Sunshine (Alkoholikerin)

    Hallo Pancho,

    auch von mir die besten Wünsche für die Therapie.
    Möge sie Dir das bringen, was Du Dir erhoffst ! :)
    Och, die Angst ist sicher schon nach ein paar Stunden in der Thera weg :lol: das ist wohl nur die Angst vorm Unbekannten?

    Weißt Du, was ich mir in solchen Situationen immer sage?
    Ich kann jederzeit und überall aufstehen und GEHEN.
    Und ob mir das evtl. Nachteile einbringt... drauf geschi*sen. :P
    Ist schließlich mein Leben, in dem ich tun kann, was ich lustig bin, solange ich keinem Dritten vorsätzlich schade.
    Mit diesem Wissen im HG muss ich dann gar nicht gehen...ich weiß ja, das ich auch gehen könnte...das beruhigt mich dann ganz einfach.

    LG und Alles Gute und wir lesen uns...wenn es wieder soweit ist :wink:
    Sunshine

    Zitat

    Ein gewisses Maß an Selbstverschulden an unserer Krankheit können wir nicht leugnen (puh, Selbstverschulden klingt schon wieder irgendwie nach Schuld).

    Könnte man es vielleicht "Selbstverantwortlichkeit" nennen?
    Denn alles, worin das Wort Schuld in Bezug auf unsere Krankheit vorkommt, ruft bei mir gleich Ausschlag hervor :lol:
    Mit Selbstverantwortlichkeit könnte ich mich hingegen anfreunden :wink:

    Ich denke, Calida geht es ebenso wenig wie mir darum, der Gesellschaft eine Schuld zuzuschieben.
    Außerdem sind wir alle "die Gesellschaft".
    Es ging eher darum, zu schildern, wie man in die Alkoholabhängigkeit geriet.
    Und nicht jeder hält einem gewissen gesellschaftlichen Druck stand.
    Schon gar nicht, wenn man durch Stress und Überforderung eh schon angeschlagen ist.

    Das wir etwas ändern müssen an unserem Leben, um nicht rückfällig zu werden, ist sicher allen klar.
    Und dazu sind Rückblicke mitunter auch wichtig, denn wie soll ich sonst meine Gefahrenpunkte erkennen?
    Wo soll ich sonst die Ansatzpunkte für nötige Veränderungen finden?
    Um dann zu schauen, was kann ich ändern, um nicht wieder trinken zu müssen?

    LG Sunshine