Hallo Lydia und Herzlich Willkommen hier !
Schön, das Du hergefunden hast...und Dich für ein Leben ohne Alkohol entschieden hast.
Wegen der Offenheit/Ehrlichkeit anderen gegenüber (und auch sich selbst
)...
Da kann ich mich nur den Worten von garcia 100% anschliessen... er hat mir dazu derart aus der Seele geschrieben, ich könnte es keinesfalls besser schreiben.
Aber das tut der eh oft ![]()
Bei mir war es alles ein bisschen anders wie bei Dir, ich landete durch meinen Suff auf der Intensiv-Station und ich verbrachte insgesamt im KH incl. Entgiftung einen knappen Monat.
Und war noch weitere 4 Monate lang krank geschrieben.
Mir ging es sehr schlecht und ich mußte erstmal wieder auf die Beine kommen, leider im wahrsten Sinne des Wortes.
Da brauchte ich mir also nicht die Fragen stellen, wem erzähle ich es wie?
Familie und enge Freunde wußten es ja sowieso, mein Mann hat nie für mich gelogen und tat es auch in der Situation nicht.
Und mein Mann, meine Tochter, meine Mutter und auch mein Bruder besuchten mich beinah täglich im KH.
Es gab auch nichts mehr zu verharmlosen, auch von der Seite meiner Angehörigen nicht... sie sahen ja, was passiert ist.
Und die Ärzte erklärten ihnen zusäzlich den Ernst der Lage.
Es gab aber einige Freunde, die nichts von dem allen wußten.
Und auch meine Arbeitskollegen wußten es nicht alle, nur erstmal mein Chef.
Da mußte ich es also dann selbst sagen und auch das erste Mal das Wort "Alkoholikerin" benutzen, mich selbst betreffend.
Ganz leicht fiel mir das auch nicht. Es kam die ersten Male eher holprig über meine Lippen ![]()
Heutzutage macht es mir nichts mehr aus, und ich gehe damit auch ehrlich und offen um.
Nicht derart, das ich ein Schild um den Hals trage, sondern, das ich sage, wenn es wichtig wird und ich denke, der andere muss/sollte das wissen.
Das ist ja auch ein ganz großer eigener Schutz... so wird einem auch kein Alkohol mehr angeboten (von Menschen, die es wirklich gut mit einem meinen, zumindest nicht).
Und die Versuchung, wieder zu saufen, ist ja besonders Anfangs sehr groß.
Mir war es auch wichtig, nicht mehr weiter lügen zu müssen.
Von daher war es mir ein "persönliches Muss", offen mit meiner Krankheit umzugehen.
Ich wollte mich nämlich wieder im Spiegel ansehen können.
Ich habe so viel in meiner Sucht gelogen...für den Alkohol... damit ich ihn weiter konsumieren kann.
Ich habe sogar mich selbst in dieser Hinsicht oft belogen.
Ich habe mich nach dem Suff für ein ehrliches Leben entschieden.
Und ich denke auch, meine Freunde sind es auch wert, das ich ehrlich mit ihnen bin... ich erhoffe mir ja auch das gleiche umgedreht.
Hier wird immer wieder vom Stigma des Alkoholikers geschrieben.
Ja, das gibt es sicher auch noch in einigen Köpfen.
Aber wer, wenn nicht WIR, könnten denn diese Vorurteile ausräumen??
Ich persönlich habe keinerlei Stigmatisierung erleben müssen.
Eher Achtung/Respekt dafür, das ich ein Leben ohne Drogen führe.
Aber auch das will ich nicht.
Ich will nur ganz einfach so akzeptiert werden, wie ich bin,
MEHR NICHT !
Und das werde ich auch... ich habe in mieiner trockenen Zeit so viele neue Freunde gefunden... auch durch mein wieder aktiviertes Hobby.
Und denjenigen, wo sich herauskristalliseirte, das sich eine Freundschaft ergeben wird, war ich dann auch ehrlich gegenüber.
Denn es wird bei meinem Hobby auch immer gemeinsame Unternehmungen geben und dann möchte ich nicht an einem Tisch mit Leuten sitzen, die sich die Lampen ausgiessen.
DAS ist nicht mehr meine Welt und ich will da auch nie wieder sein.
Es gibt genug andere Leute, die keinen Alk trinken müssen...
Lydia, das das Verlangen nach Alk noch da ist, halte ich für völlig normal.
Du hast Dich ja selbst sicher jahrelang so konditioniert.
Wie solltest Du da also von jetzt auf gleich komplett anders ticken?
Das ist wohl schier unmöglich.
Die Trockenheit ist ein Weg....
Und den kannst Du nicht in 1-2 Wochen gehen... nicht mal in 1-2 Jahren.
Dieser Weg ist lebenslang !
Aber das ist nichts bedrohliches... und auch kein Kampf. ![]()
Ich habe gleich am Anfang aufgehört zu kämpfen, habe komplett kapituliert vor dem Alkohol.
ICH kann mit Alkohol nicht umgehen und werde es nie können und konnte es evtl. auch nie !
Punkt.
So ist das und nicht anders.
Der Alkohol ist ein übermächtiger Gegener für mich, ich werde IMMER gegen ihn verlieren.
Egal was ich tue.
Wenn man das komplett begriffen und vor allem auch verinnerlicht hat, wird der Weg einfacher.
So zumindest meine Erfahrung, nicht nur bei mir.
Sondern das weiß ich auch von anderen, die es ebenso empfinden.
Mein Leben ist jedenfalls wieder schön geworden, ich bin zufrieden, auch wenn nicht immer alles gut is... aber mit Alk war es tausendmal schlimmer.
Und oftmals bin ich auch glücklich und ich freue mich wie blöd drüber, das mein Leben wieder so schön bunt ist und ich wieder alles zu jeder Zeit machen kann.
Ich habe mir mein Leben zurück geholt ![]()
LG Sunshine