Aber... wenn es Dich wirklich interessiert, wie die Krankheit ist... denn hier will Dir niemand Informationen vorenthalten... dann lese einfach mal bei den trockenen Alkoholikern hier, aber auch das wird Dir wahrscheinlich kaum gefallen.
Ich kann auch mal eben ein paar Stichpunkte aus meinem nassen Leben erzählen...
Ich habe ziemlich lange gut als nasse Alkoholikerin funktioniert.
Und überhaupt, was heisst hier Alkoholikerin ? Andere trinken doch noch viel mehr! Ich hab immer jemand gefunden, der mehr trank.
Am Ende drehten sich alle meine Gedanken allerdings nur noch darum:
Wann kann ich wieder trinken?
Wie kann ich möglichst unauffällig trinken?
Woher bekomme ich Stoff und wie entsorge ich unauffällig die ausgesoffenen Pullen?
Wie täusche ich meinen Partner/andere Angehörige/ Freude über die wahren Trinkmengen ?
Und irgendwann hatte ich sogar meinen Partner soweit, mir Alk zu besorgen !!
Ich tat alles dafür !
Ich hätte selbst für Alk gestohlen ,hätte ich gemusst, da bin ich mir ziemlich sicher.
Hatte ich keinen Alk, kam ich auf auf Entzug.
FURCHTBAR war das.
Ich konnte nachts nicht mehr schlafen, weil ich nachkippen mußte, ansonsten Entzugssymtome wie: Zittern, furchbare innere Unruhe, Schwitzen, Panikgefühle bis hin zur Todesangst etc.pp.
Aber sicher ist es bei Deinen Partner noch nicht SO WEIT und alles eh ganz anders und Du musst nur tun und machen und er wird aufhören. 
Und im Himmel is Jahrmarkt...
Weißt Du, wann ich aufgehört habe zu trinken?
Als ich komplett runtergesoffen mit nem offenen Magengeschwür und mit blutenden Zahnfleisch (weil ich mir ein Blutgerinnungsenzym auch schon kaputt gesoffen hatte) besoffen an Himmelfahrt mit dem Notarztwagen abgeholt wurde.
Mein Mann und ein guter Freund hatten den gerufen, ohne mich darüber zu informieren. Weil sie einfach nicht mehr weiter wußten in ihrer Verzweiflung. Und selbst dann machte ich noch Zicken. Aber am Ende fuhr ich doch mit.
Ich hatte also nicht mal den Hintern in der Hose, mir selbst Hilfe zu suchen.
Weil ich mich auch unglaublich schämte.
Ich landete sofort auf der Intensiv, und ich hätte beinah den Entzug nicht überlebt.
NIEMAND konnte mich vorher vom trinken abhalten, leider.
Nur ich selbst konnte diesen Entschluß fassen und diesen Weg gehen.
Dann war ich sehr froh, das meine Familie zu mir hielt und mich unterstützte.
Vorher aber hatte niemand eine Chance, mich auch nur zu erreichen. Ich liess niemanden wirklich an mich ran. Ich machte höchstens mal Zugeständnisse, die nächsten Tage mal weniger zu saufen, wenn dann Ruhe im Karton war.
Vielleicht hatte ich es sogar vor... aber wenn der Entzug kommt, sind alle guten Vorsätze im Grunde sofort vergessen. Dann erzählt Dir die Krankheit, was Du tun sollst und sonst niemand.
Das ist mal ein kurzer Abriss aus meiner Säuferkarriere... und die ist so außergewöhnlich nicht.
Aber ich nehme an, Dein Partner ist ja noch lange nicht son versoffener Alkie und kann noch von allein aufhören, richtig ?
Und mittendrin... Kaleu ist hier einer der Schreiber, den ich oftmals bewundere für seine Beiträge.
Er will Dich sicher nicht beschimpfen, er versucht nur, Dich wachzurütteln.
Auf seine Art. Die ich übrigens sehr schätze.
Er quasselt nicht drum herum, sondern nennt die Dinge beim Namen.
Auch wenn das unangenehm ist und auch weh tut.
Ich bin mir aber sicher, er will Dir nicht weh tun, er will Dir eher helfen, indem er die Fakten auf dem Tisch ausbreitet.
Mehr nicht.
LG Sunshine