Tja Manfred... Versuch mag ja kluch machen, aber sicher nicht trocken. Versuch hört sich für mich auch recht halbherzig an. Entweder klappt es oder nicht, ist ja nur n Versuch. Scheiterst Du, dann ist der Versuch halt mißlungen.
Mit so einer Einstellung und auch mit einigem restlichen, was Du geschrieben hast, sehe ich kaum einen Weg in ein abstinentes Leben, von einem wirklich trockenem Leben mal ganz zu schweigen.
Ich picke mal einige Sätze raus, um es zu verdeutlichen:
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Tagsüber trank und trinke ich keinen Alkohol. Habe auch kein Bedürfnis danach. Das stellt sich erst abends ein und dann freue ich mich schon auf den Kick. Wein habe ich mir wegen allergischen Reaktionen abgewöhnt und bin deswegen auf Bier umgestiegen. Schmeckt mir eigentlich genauso wenig wie Wein, aber ich verfeinere den Geschmack dazwischen immer mit meinem geliebten Kräuterlikör. Die Folge ist, daß ich immer mehr oder weniger alkoholisier im Bett lande. Ich vertrage schon eine Menge und egal wieviel Alk ich in mir habe, es fällt den anderen kaum auf, da ich weder lalle, nicht schwanke oder sonstige typische Rauschsymtome zeige.
Ja, dann ist doch alles super. Der Wein wurde durch Bier ersetzt, das schmeckte nich so und bis es ballert, dauert auch länger, also noch Schnaps mit reinmischen.
Ich hab gleich Wodka-O gesoffen, dann mußte ich wenigstens nicht so viel Bier oder anderes trinken und vor allem wirkte das schneller.
Denn DARUM geht es doch bei uns Alkies und nicht etwa um "Genuß". Falls es das überhaupt gibt.
Mir schmeckte Wodka-O zumindest NICHT, halb ihn auch manchmal schon morgens ausgekotzt, und natürlich nachgeschüttet, um ruhig zu werden.
Ich konnte mir am Ende nicht mal mehr einen Tagesbeginn ohne Alk vorstellen. Frage mich heute manchmal, wie ich meinen Job trotzdem noch jeden Tag machen konnte... wenn auch wohl nicht besonders gut.
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Bei mir verstärken sich aber die Erinnerungslücken. Ich finde beim saufen auch kein Ende und nur irgendwann bestelle ich mir nachts ein Taxi. Wenn ich nicht Zuhause saufe. Der nächste Tag ist entsprechend verkatert und mittags komme ich erst langsam zu mir. Mein letztes Sauferlebniss war vor 3 Wochen. Davor waren 4 Tage intensives saufen, aber immer mit einem Tag Pause dazwischen, weil es mir danach immer einfach zu schlecht ging. Diese letzte Nacht der Sauforgie in meiner Stammkneipe, war aber dann wohl der ausschlaggebende Moment jetzt wirklich endgültig mit Alkohol aufzuhören. Ich hatte irgendwie 100€ verbraten, mußte noch einen Deckel machen und nachts trat ich beim Weg zur Toilette auf meine Brille, die ich wohl vom Nachtischschränkchen gefegt hatte und die 750 € Reparatur kostete. Zudem wäre fast mein Auto abgeschleppt worden, hätte mein Wirt mich nicht angerufen, da ich in einem Halteverbot stand. Ich kam mit 20€ davon. Eine dicke Erkältung hat mich dann aus dem Verkehr gezogen wo ich etwas Abstand zum Alkohol fand.
Ja mei... bissle Verlust ist halt immer. Is doch egal... für mich wäre das alles kein Grund gewesen, aufzuhören. In der Phase hätte ich vielleicht mal kurz drüber nachgedacht, ob ich echt n Alkproblem hab, aber das natürlich auch schnell wieder verdrängt. Die Nachwehen werden sich glätten und der Rest wird halt wieder geschmeidig gesoffen. JA klar, und ich hätte mir vorgenommen, weniger zu trinken. Bis zum nächsten Vollrausch... tja. 
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Zum Glück habe ich diese intensive Alkoholerfahrung mit morgendlichem Zittern usw. noch nicht erlebt, aber ich glaube wenn man nicht früh genug die Bremse zieht, hängt man plötzlich tiefer drin, ohne das man es richtig merkt
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Siehste, alles noch im grünen Bereich, kein Zittern...
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Alkohol hat nie mein soziales oder berufliches Umfeld belastet. Alkohol beeinträchtigt mein körperliches und geistiges Wohlbefinden und das könnte ich als täglich wiederkehrenden Tiefpunkt benennen. Er nimmt mir die Möglichkeit morgens schon agil und frisch zu sein. Ohne Alk. bin ich z.B. in der Lage meiner Frau zum Frühdienst um 5 schon einen Kaffee zu kochen.Ansonsten erwachen die Lebensgeister erst gegen Mittag.
Na also, ich sags doch ! Alk beeinträchtigt Dich doch noch gar nicht so doll. Ist doch alles noch super, und warum denn früh aufstehen ?
Lass doch die Frau früh aufstehen und die ist doch auch schon groß und kann sich selbst n Kaffee machen.
Du bist doch nun Rentner und hast Dir einen schönen Lebensabend verdient... da kannst Du ruhig ausschlafen. Und son paar Gläser Alk, was macht das schon ??
Und Manfred, mal im ernst, andere saufen doch noch viel mehr, oder?? 
Und "richtige" Alkies sind doch die, die das Büchsenbier bei Pen*y umme Ecke saufen, und danach irgendwo besoffen auffällig werden, stimmts? 
So, Ende mit dem Sarkasmus!
Sorry, aber Dein Geschriebenes reizte mich einfach dazu... 
Manfred, normalerweise gehört an den Anfang eines abstinenten Lebens eine professionelle Entgiftung.
Das hat viele verschiedene Gründe, nicht nur den der körperlichen Entgiftung. Man schliesst damit auch Hintertüren, indem man auch nach außen hin zugibt, Alkoholiker zu sein.
Desweiteren kann einen ein weiter begleitender Arzt sehr gut zur Seite stehen, meine Ärztin hat mich so wunderbar begleitet und tut es heute noch.
Ohne sie wäre alles viel schwieriger gewesen, ich verdanke ihr und ihrem Team so viel!
Darum kann ich Dir nur raten, geh zu einem Arzt, der sich mit Suchterkrankungen auskennt und lass Dich durchchecken.
Spreche ganz offen mit ihm und lasse Dich von ihm gut begleiten. So mein Tipp.
Nun noch zu einigen anderen Dingen:
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Selbstverständlich gehe ich nicht mehr so häufig in die Kneipe wie früher. Aber es ist nun mal so, daß wir uns oft mit Freunden zum Essen treffen. Der Ausdruck "Kneipe" trifft nicht so richtig zu. Es ist ein Lokal, wo man hauptsächlich zum Essen geht, aber oft hinterher noch lange zusammen sitzt. Und da gibt es auch noch das 'Musikerbistro" wo man sich mit "Gleichgesinnten" (Musikern) zum klönen und proben trifft. Die Motivation mit diesen Menschen zusammen zu sein ist also nicht in erster Linie der Alkohol. Das ist ein Nebenprodukt, mit dem ich nicht so gut umgehen kann, da ich kein Ende finde. Deswegen mein Entschluß diesen Teil (Alkohol) aus meinem Leben zu verbannen. Aber mein soziales Umfeld (Freunde, Mitmusiker) möchte ich dafür nicht aufgeben. Ich kann mich auch nicht vor den Familienfeiern drücken, bei denen auch fleißig gebechert wird. Spielt nicht die eigene Willensstärke und Entschlußkraft eine Rolle? Wie ist deine Erfahrung?
Das hört sich alles so an wie "Wasche mir den Pelz, aber mach mich nicht nass dabei".
Sprich: Ich will nix an/in meinem Leben ändern, sondern nur aufhören mit der Sauferei.
Sowas klappt nur in den seltensten Fällen. wenn überhaupt.
Mir war schon nach meiner Entgiftung klar, das ich ganz sicher nie mehr in Kneipen gehöre, auch nicht auf Schützenfeste, Straßenfeste, Partys oder was auch immer, wo gesoffen wird.
Ich habe dort nix mehr zu suchen!!
Obwohl ich am meisten heimlich zuhause gesoffen habe, aber egal.
Ich habe mich von einem saufenden Umfeld fernzuhalten.
Um das zu schnallen, brauchte ich auch keine SHG und keine Thera, das sagte mir allein schon mein Bauchgefühl.
Ebenso ist von Anfang an ganz klar gewesen, das es in meinem Heim keinen Alkohol mehr geben wird. Auch nicht für Gäste oder sonstwas. Und selbst heute, nach 12 Jahren Trockenheit, gibt es das nicht.
Und warum kannst Du Dich nicht von Familienfeiern fernhalten, wo gebechert wird, hält Dich Deine Verwandtschaft in Ketten zuhause im Keller, oder was?
Selbstverständlich kannst Du Dich da fernzuhalten, es geht hier im DEIN LEBEN und nicht um nen harmlosen Schnupfen, den Du Dir eingehandelt hast.
Deine Krankheit ist lebensbedrohend, wenn sie wieder ausbricht !
Und mit Verlaub, Du bist auch nicht mehr grad 23, wo ein Körper Alk-Abstürze noch einigermaßen locker wegsteckt.
Hier kann ein krasser Rückfall mit Saufen bis zum umfallen auch mal dazu führen, das man eines Tages nicht mehr aufstehen kann, weil die Leber e
infach ihren Dienst quittiert hat oder ein anderes geschädigtes Organ. Dann is einfach Schicht im Schacht und es war mal was mit "Rente genießen".
Du meinst also, die eigene Willensstärke könnte Dich in Zukunft vom Saufen abhalten?
Warum ist es Dir dann bisher nicht gelungen, mit Deiner Willensstärke mit dem Saufen aufzuhören??
Manfred, die Alkoholkrankheit hat mit Willenskraft nix zu tun !!
Hätte sie das, wäre ich NIE Alkoholikerin geworden, denn ich bin sehr willensstark.
Meine Willenskraft kam zurück, je abstinenter ich wurde, das Ja.
Aber die setze ich doch nicht dafür ein, mich in einem nassen Umfeld krampfhaft trocken zu halten.
Das macht keinen Sinn.
Außerdem magst Du vielleicht an diesem Abend und auch am kommenden noch guter Dinge sein und auch abstinent, aber auch Tage später nach Teilnahme an Saufveranstaltungen
oder auch nur die Anwesenheit bei trinkenden "Freunden" kann noch zu Saufdruck führen.
Das können Dir siche rhier auch andere so bestätigen.
Manfred, mein Tipp an Dich ist folgender:
Sei froh, wenn Du ein willensstarker und entschlußfreudiger Typ bist, das ist ein Geschenk!
Nutze das bitte dann aber dafür, Dein Leben zu ändern !!
Erste Maßnahme:
Ändere Dein Umfeld.
Lerne Menschen kennen, die mit Alk nix am Hut haben.
Die gibt es überall, nur will man die zu Saufzeiten nicht sehen oder sieht sie dann auch tatsächlich nicht.
Ein trockenes Leben bedeutet um Himmels willen nicht, fortan als Eremit zu leben.
Wir sind soziale Lebewesen und brauchen somit auch ein soziales Umfeld... der eine mehr, der andere weniger.
Aber was wir NICHT brauchen, sind Menschen, die Alk in unserer Gegenwart konsumieren.
Das ist zu gefährlich für uns! Ganz besonders gilt das für die erste abstinente Zeit.
Und wirkliche Freunde, die selbst kein Alk-Problem haben, werden in Deiner Gegenwart auch nicht trinken müssen,
wenn Du ihnen offen erklärst, was los ist.
Die anderen sind keine Freunde und waren es auch nie, Punkt.
Desweiteren empfehle ich Dir, hier ausgiebige Trockenheitsarbeit zu betreiben.
Alle Werkzeuge zu einem trockenen Leben findest Du hier !
Nur benutzen mußt Du sie selbst.
Es gibt auch noch den erweiterten Bereich, wo Du noch sehr viel intensiver an Deiner Abstinenz arbeiten kannst.
Du unterstützt damit außerdem dieses Forum hier, das es weiter so gut betrieben werden kann wie bisher.
Wer mal eben schlappe 750 Euro für ne Brillenreparatur hinblättern kann, dem sollte das eigentliche möglich sein.
Ist aber natürlich kein "Muss", auch klar.
Ich wünsche Dir sehr, lieber Manfred, das es nicht nur ein lausiger Versuch bleibt... sondern das Du jetzt aktiv was für ein abstinentes und vielleicht auch später trockenes Leben tun wirst.
Von nix kommt nämlich auch nix.
Ein trockenes Leben zu führen bedeutet oftmals viele Veränderungen im Leben... aber lasse Dir mal eines gesagt sein... es wird darum nicht schlechter, sondern Du wirst sehr wahrscheinlich eine ganz neue Lebensqualität dadurch erfahren dürfen.
Und vieles mehr !! Wenn du es schaffst...
Und Deine Abstinenz muss nun auch erstmal absolute PRIO 1 haben !
Da gibts nix nebenbei, was wichtiger wäre. Mache Dir das bitte mal ganz klar.
Denn es geht hier um DEIN LEBEN !
Da interessiert nicht ne saufende Verwandtschaft, die nicht versteht, warum Du nicht mehr mitsäufst.
Und auch nicht falsche Freude, die meinen, in Deiner Gegenwart Alk konsumieren zu können.
Alles komplett unwichtig !
Es sei denn, Du willst Dich totsaufen. Denn darauf läuft es IMMER hinaus bei Alkoholikern, die es (warum auch immer) nicht schaffen, trocken zu werden.
Das wird nämlich nicht wieder von allein wieder "gut", denn dieser Aufzug fährt nur noch bergab.
Und totsaufen ist nicht witzig, man sagt nicht umsonst, man stirbt nicht am Alkohol sondern man verreckt dran! 
LG Sunshine
(Alkoholikerin 12 Jahre trocken)
....und sorry für den langen Text, kannst ihn ja in Etappen lesen 