Hallo Monka,
ich nochmal
Ich kann nur dringend von dem besagten Restaurant-Besuch abraten. Sowas aushalten zu wollen, ist auch keine "Prüfung", das ist pure Leichtsinnigkeit und hat mit Risikominimierung leider auch nix zu tun, sondern mit dem Gegenteil.
Unser Suchtgedächtnis funzt leider nicht so, wie wir das gern hätten. Es ist jahrelang auf Saufen konditioniert worden und es wird viele Wochen, Monate und auch Jahre brauchen, das zu überschreiben.
Schau, das Gespräch mit Deiner angetrunkenen "Freundin" hat Dich schon getriggert. Da hast Du schon nen Vorgeschmack bekommen, wie so ein Saufgedächtnis funktioniert. Das ganze nun auch noch in einem Restaurant, wo Du anderen beim trinken zuschauen "mußt", da kann im Grunde nix Gutes bei rauskommen.
Absagen wäre schwierig?
Ach Unsinn. Ein Telefonat, ein freundliches Absagen, fertig. Vorbestellte Essen können abbestellt werden und auch wenn es lange geplant war, die Zeiten und Umstände haben sich für Dich geändert und Du reagierst nur entsprechend.
Außerdem übt das auch gleich, nen Hintern inner Hose zu haben und zu seiner Erkrankung zu stehen
. Denn das wirst Du mit Sicherheit noch öfters müssen. Nur nicht mehr trinken reicht nicht...
Monka, ich bin ein Mensch, der nicht gern dramatisch wird.
Aber...Du hast (ebenso wie wir anderen Alkoholiker hier) eine unheilbare und lebensgefährliche Suchterkrankung. Unbehandelt bzw. ungestoppt wird sie zum Tod führen, das ist einfach so.
Du hast keine Erkältung, die wieder vorbei geht. Nehme bitte Deine Krankheit so ernst wie nötig und DICH selbst wichtig. Was andere darüber sagen oder denken, ist dabei völlig uninteressant.
Das Gute an unserer Krankheit ist aber, das wir ein wunderschönes Leben haben können, solange wir die Sucht stoppen können. Sie wird uns dann nicht beeinträchtigen, man kann sehr gut damit leben. Und ist vor allem wieder FREI. 
Für mich persönlich ist meine Krankheit schon längst, seit vielen Jahren, zu einer Bereicherung geworden. Mag sich komisch anhören, aber andere langjährig Trockene können es wahrscheinlich nachvollziehen. Für mich hat sich meine Krankheit längst als Riesen-Chance erwiesen, mein Leben so zu führen, wie ich das möchte und darin zufrieden und glücklich zu sein.
BTW: Ich habe im ersten Jahr meiner Abstinenz keine Feier besucht, wo getrunken wurde. Ebenso war ich in keinem Restaurant und einen Urlaub habe ich mir erst nach 2 oder 3 Jahren wieder zugetraut.
Ich habe also von Anfang an Risikominimierung betrieben. Heutzutage wäre mir meine Zeit viel zu kostbar, als sie auf Saufpartys zu vergeuden, ich kann weit besseres damit anfangen. Und Menschen, die nix mit Alk zu tun haben, gibt es auch überall, man muß nur gezielt danach suchen. Ein trockenes Leben bedeutet also keinesfalls ein einsames Leben zu führen.
LG Sunshine