Beiträge von Writer

    Hallo Julia,
    Erstmal herzlich willkommen hier, ich bin auch frisch hier im Forum und seit knapp 5 Monaten trocken.


    Gefangene hat Folgendes geschrieben:

    Zitat

    In erster Linie tue ich es heute für mich und je mehr ich darüber nachdenke tue ich es natürlich untergeordnet auch für mein Umfeld, wen auch immer das alles betrifft.
    Nun stellt sich mir natürlich die Frage: Ist es ein Fehler so zu denken? Bin ich etwa doch noch nicht so weit wie ich dachte? Aber ich spüre es doch! Diesmal fühlt es sich so anders, so echt und ehrlich an.

    Ich weiß, es liegt nur an mir und ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben.


    Die Frage, für wen tue ich das, beschäftigt mich auch seit Anfang an.
    Natürlich erstmal für mich, wenn ich weitergetrunken hätte wäre ich jetzt tot (...wenn nicht jetzt dann bald...).
    Aber wenn ich ehrlich mit mir bin, war meine Hauptmotivation zur Entgiftung zu gehen die Hoffnung, daß mich dann meine Frau nicht verlässt. Also habe ich das für sie getan?
    Nun, sie verlässt mich trotzdem, aber ich fange nicht wieder zu trinken an deswegen...
    Meine Kinder brauchen ihren Papa, und zwar nüchtern. Habe ich für sie aufgehört?
    Seit ich trocken bin, habe ich plötzlich Spaß an und mit meinen Kindern. Vorher waren sie nur ein lästiges Hinderniss, daß mich daran gehindert hat zu meinem nächsten Bier zu kommen... Traurig

    Letzlich läuft es doch darauf hinaus, daß wenn man selbst wieder trocken, zufrieden und glücklich ist alle davon profitieren. Aber nur, wenn man mit sich selbst im reinen ist, denk ich... Also muss man es für sich selbst tun.
    Hmm ganz schön verworren mein Geschreibsel... das liegt wohl daran, daß ich selbst noch mit dem Thema kämpfe...

    Bleib dran Julia, du schaffst es!
    Liebe Grüße
    Writer

    Da bin ich wieder!
    Das mit dem Kino wurde leider nix. In meinem Kleinstadt- Kino lief nichts, was mich irgendwie angemacht hätte. Der moderne Edward mit den Scherenhänden hätte gepasst :) Danke Carpenter für den Tip!
    Ich habe den Abend dennoch überstanden...

    Gestern hab ich dann mit meinem besten Freund eine schöne Kanu- Flussfahrt unternommen, mit anschliessendem Grillen und Zusammensitzen bei Saftschorle/ Limo etc.
    Ich konnte mir meinen Frust von der Seele quatschen und die Freundin des Freundes, die ehemals die beste Freundin meiner Frau war ( hat das irgendwer kapiert? :roll: ) hat mich darin bestärkt, daß die Art und Weise der Trennung in Ihren Augen nicht ok ist und ich eine Chance verdient hätte...
    Ändert zwar nichts, tut aber gut sowas von weiblicher Seite zu hören.

    Spätabends bin ich dann heim, ins (fast) leere Haus... war nicht schön...
    Das Aufwachen war noch weniger schön...
    Ich habe aber dann sofort angefangen das Wohnzimmer restlos auszuräumen, hab mir eine Parkettschleifmaschine besorgt und heute geschliffen, gespachtelt, gewachst usw. usw. und plötzlich war der Tag rum.
    Meine Frau kam nochmal kurz vorbei, weil sie einiges vergessen hatte. Naja ich habs überlebt...
    Morgen und übermorgen werde ich streichen und wieder einräumen, ich hab ein paar Bilder/ Poster bestellt, ich hoffe sie kommen rechtzeitig.
    Neues Leben- Neue Optik

    Auf jeden Fall habe ich dem kleinen Teufel heute keine Zeit gelassen sich zu melden.
    Ich sollte mir aber Gedanken über meinen Spezi- Konsum machen. Zuckerwasser ist auch keine Lösung :wink:

    Liebe Grüße an Euch alle
    Writer

    Hallo Pink-Lady und Samsara,
    erstmal danke für Euer Willkommen und die lieben Worte!!

    So jetzt ist es soweit: Die Kinder sind bei Oma und Opa, meine Frau in ihrer neuen Wohnung und schlagartig wird mir bewusst, daß ich allein bin.
    Allein, im Sinn von Einsam...
    Eigentlich wollte ich schon heute zu meinen Eltern fahren (der eigentliche Umzug ist morgen), hab mich aber kurzfristig entschieden, erst morgen früh zu fahren...
    Das war vielleicht ein Fehler.
    Ich hab noch ein bischen rumgeräumt, Musik gehört und plötzlich hatte ich einen Heulanfall und es ging mir schlagartig besch.....
    Ich hab dann mit meinem besten Freund telefoniert, mit ihm gequatscht und für morgen einen Bootsausflug mit ihm geplant, daran halt ich mich jetzt fest. Und ja das Schreiben hier hilft auch.

    Samsara :
    Ich fürchte bei meiner Frau bekomme ich keine 2. Chance... Sie hat schon einen Neuen, der morgen auch zum Umzug kommt... :(

    Zitat

    Schick das Teufelchen zum Teufel Ausrufezeichen


    Aber damit hast Du natürlich absolut recht! :)
    Ich werds beherzigen!!

    So und jetzt überleg ich mir, wie ich den Abend gestalte. Vielleicht geh ich ins Kino, allein!!

    Liebe Grüße
    Writer

    Hallo Ihr,
    Ich bin jetzt freigeschaltet und möchte mich hier nochmal vorstellen.
    Erstmal kurz zum momentanen Stand der Dinge:
    Ich bin jetzt seit 11.3.2013 trocken, besuche 2 SHG und mache eine ambulante Entwöhnungstherapie.

    Das hatte ich im Vorstellungsbereich vor einer Woche geschrieben:

    Wie gesagt, das hatte ich vor einer Woche geschrieben.
    Im Moment geht es mir nicht mehr so gut, wie zu diesem Zeitpunkt.
    Übermorgen zieht meine Familie aus und das nagt sehr an mir. Ich kann dem Druck im Moment standhalten, aber ich habe Angst vor nächster Woche, wenn ich heimkomme in ein halbleeres Haus.
    Andererseits ist dann endlich der Schlussstrich gezogen und ich kann mein neues Leben beginnen, ohne täglich meine Frau sehen zu müssen.
    Das war der härteste Part in den letzten Monaten: mit meiner Frau zusammenzuleben, ohne die Chance zu kriegen, all dass wiedergutzumachen, was ich in den letzten Jahren versäumt habe.
    Sie in den Arm zu nehmen, mit Ihr zu reden, für sie und die Kinder dazusein.
    Dinge, die ich jetzt wo ich trocken bin wieder machen kann und mich geradezu verzehre danach, sie zu tun... aber ich darf nicht... :(

    Dieses Gefühl der Ungerechtigkeit ist mit das Schlimmste. Ich habe erkannt, daß ich ein Alkoholproblem habe, daß ich meine Familie jahrelang vernachlässigt habe, weil ich zu beschäftigt mit Trinken und seinen Auswirkungenen war. All das habe ich erkannt und abgestellt, aber ich bekomme keine 2.Chance.

    Und da kommt der kleine Teufel im Hinterkopf und flüstert: Wenn du die Chance nicht kriegst, dann ist es doch egal, dann mach dir doch ein Bier auf.

    NEIN! Ich habe mein bisheriges Leben, meine Familie und vieles versoffen, aber ich habe immernoch 2 Kinder, die mich lieben und einen ( wieder)gesunden Körper.
    Ich will mein neues Leben leben! Trocken und irgendwann wieder glücklich!

    Liebe Grüsse an Euch alle!
    Writer