Beiträge von Whitewolf

    Hallo Mine,

    Gestern konnte ich das erste Mal seit mein Mann trinkt mit ihm vernünftig darüber sprechen ohne das er alles abwinkt.


    er befindet sich in einem Ausnahmezustand auf der Intensivstation mit dem Rücken zur Wand. Was ist da zu erwarten?

    Auf diese Worte habe ich so lange gewartet und bin froh das er sie nun gesagt hat.
    Es könnte jetzt tatsächlich alles gut werden.

    Wieso kommt es mir so vor, das Du diese Gespräche lenkst und Ihm genau diese Antworten aus der Nase ziehst welche Du hören möchtest?

    Du möchtest inneren Frieden und eine Aussicht, was natürlich nicht unverständlich ist. Aber zieh Ihm doch nicht irgendwelche Versprechen aus der Nase welche er

    1. noch nicht überblicken kann

    und

    2. evtl. garnicht einhalten kann.

    Er hat es begriffen das er lebenslang abstinent sein muss.

    Hat er das? Oder hast Du Ihm das eindringlich klar gemacht? Schliesslich muss Ihm das ja mal gesagt werden wenn er das selbst nicht begreift? Er hat es "übertrieben" ? Seltsame Formulierung.

    Jetzt muss er das nur noch schaffen

    Muss er das? Warum? Hast Du Ihm das "klargemacht" ? Wegen Dir und der Kinder und allem und so?

    Er liegt im Krankenhaus und versucht körperlich wieder auf die Beine zu kommen. Alles andere kommt später. Hämmere doch jetzt nicht auf dem Suchtgeschehen herum und ring Ihm nicht irgendwelche Versprechen ab um ruhiger schlafen zu können. Ich denke er hat gerade andere Probleme mit Sich um wieder auf die Beine zu kommen.

    Alles was jetzt kommt, so oder so , wird viel Zeit brauchen um wieder irgendwie normal zu werden. Die Kollateralschäden sind noch garnicht absehbar, weder bei Ihm, noch bei Euch oder auch bei den Kindern.

    Wenn er das wirklich will was Du da voraussetzt, wird er die richtigen Wege auch ohne Deine Ratschläge gehen. Und wenn nicht hast Du noch Plan B.

    lG WW

    Hallo Mine,

    ich freue mich das es Deinem Mann besser geht und der Kelch an Ihm vorübergegangen ist.

    Ich will mir jetzt noch keinen fixen Plan B überlegen. Es existiert der grobe Plan in meinem Kopf und der kann fortgeführt werden, wenn er benötigt wird.

    Das ist doch völlig in Ordnung wenn es für Dich passt. Deswegen musst Du Dich ja nicht distanzieren. Jeder sucht sich seinen Weg.

    Im Moment ist mein Mann seit fast 2,5 Wochen trocken. Im Krankenhaus bekommt er ja auch schwer was.

    Das wäre selbst für Hartgesottene ein ganz schöner Hammer wenn er im Krankenhaus wieder anfängt.

    Er hat jetzt keine körperlichen Entzugserscheinungen mehr, welche es Ihm ( auch ) schwermachen auch abstinent zu bleiben. Wenn er von der Intensiv-Station runter ist, könnte er sich theoretisch auch frei bewegen. Er ist ja nicht richterlich eingewiesen.

    Im Moment befindet er sich im Überlebensmodus und merkt im Moment selbst das noch nicht viel geht.

    Es wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt um mit den Ärzten und dem Sozialdienst zu besprechen wie es nach dem Krankenhaus weitergehen kann. Evtl. kann er ja in eine Reha? Schlimm genug war es ja wohl.

    Der Teufel wird wieder anklopfen. Es wäre blauäugig einfach nach dem Schock davon auszugehen das dem nicht so ist. Deine Antennen sollten hochgehen wenn er vorzeitig auf Entlassung hinarbeitet.

    Erstmal weiterhin alles Gute und das sich alles etwas beruhigt.

    lG WW

    Hallo Jana,

    Ich habe diese Alkohol Dynamik nicht verstanden, ich dachte, er könne das doch einfach lassen, wenn er mich genug liebt....aber das alles ist viel komplizierter...

    Das stimmt so.

    Und dadurch wird Dir viel Schuldgefühl genommen und Dir müsste eigentlich ein grosser Rucksack von den Schultern gefallen sein.

    Als jemand, welcher diese Sucht nicht hat, ist es unmöglich nachzuvollziehen was er denkt und fühlt. Die Prioritäten haben sich völlig verschoben, das wirkt sich natürlich erheblich auf den Umgang mit anderen Menschen aus. Die sind einfach nicht mehr so wichtig und werden unangenehm wenn sie den Suff boykottieren wollen. Im Ernstfall werden sie ausgetauscht bis es wieder passt. Wenn der Pegel stimmt oder in Aussicht ist, wird gerne mal zwischenmenschlich etwas agiert und vorgetäuscht. Sinkt aber der Pegel, erkennt das Umfeld schnell was eigentlich Phase ist.

    Alkohol ist Nummer 1 in der nassen Zeit, danach alles was noch so überbleibt.

    Du hast Dir da nichts vorzuwerfen.

    lG WW

    Saturday Night wurde viel gebechert und ja den Sonntag, voll verkatert

    Das war der Samstag.

    Und Sonntagmittag:

    Immer zur Bude, zurück, konsumieren, schlafen 😴 und dann wiederholte sich das zwei mal, immer die gleiche Spirale.

    Wie ging es dann weiter? Montagmorgen frisch und gutgelaunt auf Arbeit?

    Versteh mich nicht falsch, ich weiss wie es mir ergangen ist mit meinem Bierkonsum und wann das grosse Zittern wieder losging. Aber es hilft weniger wenn wir Dir das schreiben, als wenn Du es selbst formulierst.

    Aber eigentlich müsstest Du bei dem Ablauf und den Zuständen ja eigentlich einen hilfreichen Schlag in der Magengrube spüren wenn Du zurückdenkst?

    was gegessen und viel stilles Wasser getrunken

    Das hilft tatsächlich. Das Gehirn will trinken, also gib Ihm was zu trinken. Natürlich alkoholfrei wie Du es ja gemacht hast. Aber dann ist der Monk erstmal zufrieden und der Suchtdruck sinkt.

    lG WW

    Hallo Silberstreifen,

    Bezieht sich deine Frage ev. darauf, dass es seltsam ist, dass ich nicht gemerkt habe wie schlimm es um meinen Mann steht?

    Nein, das wäre etwas viel verlangt. Wie schlimm es um Ihn steht weiss nur er Selbst. Das ist auch nicht Deine Aufgabe. Darauf reagieren allerdings schon wenn es Euch besser gehen soll.

    Es ging da eher um Dein persönliches Empfinden ob der Situation. Gemerkt hast Du ja sicherlich schon länger etwas , hast still gelitten, evtl. gehofft, und hast evtl. sogar Parallelen ziehen können zu Deinen Eltern. Evtl. hast Du ja gedacht es wäre sowas wie normal.

    Aber nun hast Du ja so etwas wie eine Reissleine gezogen und hast Dir Unterstützung gesucht, um das zu tun was wohl nach Deinem ersten post zu urteilen schon länger fällig war.

    lG WW

    Hallo Mine,

    es gibt mit Sicherheit niemanden hier im Forum, der sich wünscht das die Alkoholkrankheit jemanden in diese fast aussichtslose gesundheitliche Lage bringt.

    Es wird zwar viel davor gewarnt, dennoch sind solche Berichte hier im Forum zum Glück nicht häufig.

    Mir ist da etwas aufgefallen in Deinem Denkmuster:

    und waren doch „nur“ 6 Jahre schwankendes starkes trinken 😭

    Der menschliche Körper ist eine ziemlich zähe Maschine und kann einiges ab. Bis zu dem Punkt wo es eben doch nicht mehr geht. Zeitrahmen spielen da eine untergeordnete Rolle. Wenn jemand nur einmal hochkonzentrierten Alkohol trinkt dann stirbt er sofort.

    Soviel zu " nur 6 Jahre " Es gibt keine " leichten Alkoholiker "

    Ich stelle tatsächlich in Frage, das nach dieser Odyssee der Tiefpunkt tatsächlich erreicht ist. Warum? Weil ich in der selben Lage war und das sogar zweimal. Es hat nicht gereicht, ich habe danach wieder angefangen. Rückblickend einfach unglaublich bescheuert und mit normalem Denken nicht mehr nachvollziehbar. . Aber das ist die Alkoholkrankheit, bzw. so kann sie laufen.

    Lies Dir trotz Deines Emotions-Chaos momentan nochmal Deinen ersten Post hier im Thema durch. In welcher Lage Du Dich befindest.

    Hast Du verinnerlicht, das er ein unheilbarer Alkoholiker ist? Mit den unabänderlichen Folgen für Ihn? Er muss jetzt für Sich erkennen, das er vieles jetzt dauerhaft radikal ändern muss und Du müsstest das auch erkennen wenn Du den Weg mit Ihm gehen willst. Es macht keinen Sinn darauf hinzuarbeiten das er wieder "der Alte" wird.

    Nur nicht trinken wird nicht reichen.

    Es war nicht nur eine Phase mit einem schlimmen Höhepunkt und danach wird alles wieder gut. Wenn er das übersteht, werden Ihm die Ärzte einiges mit auf den Weg geben. Da das Gehirn aber solche traumatischen Erlebnisse mit der Zeit überschreibt und Ihnen die Schärfe nimmt, ist es möglich das danach eine Bagatellisierung erfolgt und schliesslich dann plötzlich doch "ein Bierchen" wieder geht.

    Ich will Dir nicht die Hoffnung rauben, sondern Dir den Tipp geben die Antennen weiterhin zu schärfen und Dir für den obengenannten Fall eine Strategie zurechtzulegen.

    Sowas kann und werde ich kein 2. mal durch stehen.

    Das was Du da festgestellt hast muss für Dich / Euch klar sein.

    Jetzt drücke ich erstmal mit Dir die Daumen das er alles schafft und..

    Und ich hoffe er wählt den richtigen Weg


    ...das dieser Post für Dich dann gegenstandslos ist/ wird.

    lG WW

    Hallo Mare,

    ein Lichtblick in Deinen Schilderungen.

    Ich versuche einmal die Woche etwas für mich zu machen. Diese Woche gehe ich mit meiner Nachbarin in die Sauna, mit ihr habe ich mich öfter unterhalten und wir verstehen uns gut, ich wohne hier seit 11 Jahren und habe mich jetzt das erste Mal hier verabredet, falls es zu heiß wird gehen wir frühstücken. Sie ist auch krank und wir können uns austauschen.

    Ich würde mich freuen mehr davon zu lesen. Wie war es denn?

    Und dann

    Ich bin total durcheinander, habe Panik Attacken.

    Deine Zustände stehen und fallen mit seinen Zuständen. Er hat Dich komplett in der Hand und projiziert eins zu eins auf Dich. Du weisst das sicherlich und kannst Dich leider nicht ausreichend abgrenzen.

    Wenn er sich zerstört will er Dich mit zerstören. Das ist keine Partnerschaft.

    Wenn Du eine Chance siehst ( Solzialwohnung z.B. ) dann solltest Du die wahrnehmen. Du hast eindeutig bewiesen das Du gut alleine klarkommst, Du bist unheimlich stark, kennst die Wege und kümmerst Dich auch um Dich.. Nur verpufft Deine Kraft leider immer an dieser unsichtbaren Gummiwand wenn Du in seiner Nähe bist.

    Hoffentlich kannst Du Dich mit Hilfe von anderen Menschen bald freistrampeln.

    GlG WW

    Das darf ich, oder ?

    Natürlich darfst Du, wenn es Dir damit gut geht? Inwieweit es tatsächlich sinnvoll ist hinter seiner Erkrankung herzuräumen wird sich dann erweisen.

    Im Moment nimmt diese Erkrankung Deine komplette Persönlichkeit in Beschlag, die Gedanken kreisen hauptsächlich darum und Dein eigenes Leben steht wenn überhaupt auf Platz 2 oder 3.

    Irgendwie ja auch nachvollziehbar nach den Schocks, aber irgendwann musst Du für Dich da eine Art Absprung schaffen. Sonst wird das eine Neverending-Story.

    lG WW

    Hallo Bobby,

    Du hast mit Deinen etwa 35 Jahren über den Daumen erst 1,5 Jahre in irgendwelchen Einrichtungen verbracht. Da geht bestimmt noch was als Drehtürpatient.

    Evtl. solltest Du langsam tatsächlich mal versuchen irgendetwas generell anders zu machen als nur das halbherzige weglassen von Bier.

    Mehr nach der Entgiftung.

    Gruss WW

    Wenn sie mit Ja beantwortet werden würde, würde ich das meinen Kindern mitgeben

    Die Frage dieses Threads war ja nach der evtl. genetischen Veranlagung. Jetzt nehmen wir mal an die Frage könnte mit Ja beantwortet werden.

    Was genau würdest Du Deinen Kindern da mitgeben?

    Für mich als Alkoholiker ist die Antwort auf die Frage, egal ob Ja oder Nein, in dem Sinne nicht mehr relevant,

    Das sehe ich auch so, deshalb nerve ich meinen behandelnden Neurologen schon seit 15 Jahren nicht mehr mit der Frage.

    Hallo Cat-Mom,

    das hattet Ihr ja schonmal wenn ich das richtig in Erinnerung habe?

    Wie verhältst Du Dich mit seiner Alkoholerkrankung jetzt? Immer auf Beobachtungsposten?

    Wenn Ihr über seine Krankheit sprecht, wie sieht er das Ganze für Sich? Schleicht sich evtl. ein bagatellisieren ein ( ..." so schlimm war es ja nicht " )?

    Du hattest ja für Dein Haus klare Angaben gemacht was den Alkohol angeht. Stehen die Richtlinien noch?

    lG WW