Hallo Bergdohle,
Jetzt würde ich ihn gerne unter Druck gesetzt sehen damit er für SICH SELBER ins Handeln kommt.
Es gibt nur einen Druck der Sinn macht in der Suchtkrankheit. Das ist der innere Leidensdruck. Den kann nur er in Sich empfinden.
Wenn er sich auf Druck von aussen in eine Therapie begibt ( drohender Familienverlust, Führerschein, Jobverlust,... sind so die gängigen Druckmittel ), dann hält das meist nur von heute auf morgen.
Der eigene Wille zur dauerhaften Abstinenz ist dabei entscheidend. Wenn der Proband eigentlich schon gerne weitertrinken will, darf aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr, dann holt ihn das schnell wieder ein.
Ich kann diesen Gedankengang gut nachvollziehen, es ist aber nicht unbedingt von ( dauerhaftem) Erfolg gekrönt, den Süchtigen von aussen unter Druck zu setzen und in die Enge zu treiben. Das würde Dich nur unnötig Kraft kosten und dann geht das hoffen und bangen los ob es auch tatsächlich hält. Dann gehen die Kontrollen los, ständige unterschwellige Angst , Schnupperkontrollen, Verhaltenskontrollen... und was es da alles noch so gibt um jemanden zu beobachten.
Sollte er , rein hypothetisch, morgen zum Arzt gehen und aufhören, wie auch immer ( SHG, Therapie...etc...), hättest Du diese Zeit noch vor Dir. Rechne das in Deine zukünftige Planung mit ein, dauerhaft trocken von heute auf morgen geht eben nicht.
Das mit den Eltern ist in meinen Augen eine Generationsfrage. Bei den älteren Semestern galt die Alkoholkrankheit nicht als Krankheit sondern eher als Willensfrage. Sie gehen davon aus, einfach aufhören und gut ist. Da wurde der Deckel draufgehalten, egal was passiert.
Wenn Du an so jemanden gerätst ( Stichwort : schlechte Ehefrau ) ist jeder Erklärungsversuch deinerseits sinnlos.
Seit Du hier bist weisst Du: Du kannst nackt im Garten Handstand machen und dabei La Paloma pfeifend Gitarre spielen, es ändert absolut nichts am Krankheitsverlauf.
Also achte auf Dich und tu was Du tun musst damit es Dir besser geht.
lG WW