Hallo Schmidtty,
eigentlich fällt das ja schon unter normale Problemlösung. Morgen hast Du evtl. einen Auffahrunfall und übermorgen läuft Dir die Waschmaschine aus. Irgendwas ist eigentlich immer.
Du könntest jetzt die Probleme stark aufbauschen innerlich als Entschuldigung um wieder trinken zu dürfen, quasi zulassen das der Alkohol vermeintlich löst und erleichtert. Davon könnte Dich niemand abhalten.
Diese vermeintliche Hilfe ist aber eigentlich nur ein Aufgeben. Feuer mit Benzin löschen. Schlimmes einfach schlimmer machen, dann verteilt sich der Schmerz und überdeckt alles andere. Was anderes ist es eigentlich nicht.
Besser löst Du die Probleme mit klarem Kopf und überlegst wie Du das handlungsfähig , Schritt für Schritt und überschaubar bewältigst. Oder?
Überleg mal was Dein Chef sich dabei denken könnte und dann entwirf eine Strategie für Dich. Wenn er Dich loswerden will, dann kannst das jetzt nicht ändern. Das hat nichts mit Deiner Persönlichkeit und Deinem Wert zu tun. Meistens geht es da nur um Zahlen, denen sich das Menschenmaterial unterordnen soll. Was gibt es jetzt noch für Möglichkeiten? Irgendwie hab ich das Gefühl, das Du in dieser Firma gegen Windmühlen kämpfst. Ist evtl. von Deiner Seite eine schon längst überfällige Entscheidung zu treffen statt den Kopf einzuziehen?
Der innere Teufel will jetzt trinken? Dann gib Ihm was zu trinken. Natürlich alkoholfrei, und davon viel. Du wirst sofort merken wie es den Druck nimmt, Du kannst Dein Gehirn betrügen. Und weiterdenken, Entscheidungen treffen und durchführen.
Diese Trigger werden weniger und verlieren an Intensität im Laufe der Zeit. Darauf kannst Du Dich auch verlassen. Es werden Stück für Stück andere Lösungen präsentiert.
Abstinent ist die Zeit dein Freund. Nass ist sie dein Feind.
Mach Dir bewusst, das nichts schlimmer ist, als dieses Nervengift wieder reinzulassen. Das zieht wie ein Rattenschwanz alles wieder in ein riesiges Loch.
Übrigens, 30 min. trinken heisst: schlechtes Gewissen über beide Ohren, keine Euphorie sondern Depression, selbstgewählte Handlungsunfähigkeit in den einfachsten Dingen, und 7 Tage Kampf bis sich alles wieder normalisiert. Von den körperlichen Entzugssymptomen schreib ich noch garnichts. Falls Du es wieder stoppen kannst, sonst wird es nur noch schlimmer. Das hab ich noch so in Erinnerung.
Es hängt soviel an dem ersten Schluck mit hintendrann, Du musst es Dir nur bewusst machen. Du hast Erinnerung an Zustände in welche Du nie wieder reinwillst.
Aufstehen, Krone graderücken und nach vorne. Hinten unten warst Du doch schon, da gibts nix mehr.
Du schaffst die nächsten 24 Stunden ohne, und die nächsten 24 Stunden....und so weiter. Du schaffst das bestimmt.
lG WW