Beiträge von Rattenschwanz
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Zitat von Karsten
Warum sind denn Langzeitthreapien damals 18 Monate lang gwesen ...
18 Monate? Hammer.
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Zitat von kate1909
... So ist es für einen Langzeitabhängigen doppelt schwer aus dem ganzen Sumpf rauszukommen, wenn man denn auch keine Unterstützung mehr erhält.

Das kannst du sehen wie du willst, denn wenn nichts aber auch garnichts zurück kommt, noch ni ma das kleinste bissl Einsicht, dann isses noch ni so weit und es fehlen noch paar Entgiftungen.
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Ja, die haben schon recht, ein nahtloser Übergang wäre ideal. Wenn du das mit der Abstinenz jetzt bis zur Entgiftung nicht schaffst, dann musst du eben versuchen bis dahin einigermaßen "vernünftig" zu saufen. was bleibt dir anderes übrig? Nichts. Mach keinen kalten Entzug, das kann tödlich enden.
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Ich sollte damals nüchtern zur Langzeit erscheinen und das hab ich auch gemacht. Wer nicht nüchtern kam, der musste auf die Entgiftung was den ganzen "Spaß" noch mal vier Wochen verlängerte.
Zu schaffen ist das. Das Beste ist, wenn du dich mit der Bitte um Entgiftung an einen Arzt deines Vertrauens wendest. Zieh es nicht allein durch, das kann gewaltig schief gehen.
Du musst allerdings bissl wollen und mitmachen, aber - wie geschrieben - es ist zu schaffen und in ärztl. Begleitung auch nicht wirklich schwer - finde ich.
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Hallo Kate,
übertreib es aber nicht mit der Information an alle und jeden. Die Ehrlichkeit die du dir selbst verordnen willst, die kann dir „das Genick“ brechen wenn du noch nicht stabil genug bist. Verstehst du, es ist – meiner Meinung nach – nicht gut am Anfang gleich alles übers Knie brechen zu wollen. Rede mit deinem Mann und den Menschen, mit denen du wirklich sehr intim zu tun hast, also maximal noch ‘ne gute Freundin oder Freund. Die anderen kannst du einbinden, wenn du vielleicht relativ stabil aus einer Langzeit- oder anderen Therapie kommst. Wenn du jetzt zu viel willst und irgendwas davon nicht gelingt und du dich nun – labil wie du nun mal noch bist- vor anderen „nackig“ machen sollst, nur weil du am Anfang zu viel wolltest, dann gehst du kaputt. Du hängst schneller wieder an der Flasche als du denken kannst, weil du Rückschläge noch nicht verkraftest und das „alles sinnlos wieder nicht geschafft Gefühl“ dich auf frisst. Es kommt dann so dieses: Nun ist eh alles egal. Mach Schritte aber solche, die du auch gehen kannst. Bei mir war‘s jedenfalls so.
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Willkommen im Forum.
Und von mir "Daumen hoch" dafür, dass du dich für eine Langzeittherapie entschieden hast.
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Als ich gelesen hab, dass „Kate“ wieder gesoffen hat, da musste ich an eine ähnliche Situation aus meiner aktiven Zeit denken. Mein damals bester Freund – damals deshalb, weil er sich inzwischen tot gesoffen hat – klingelte am späten Freitagabend bei mir und wollte bei mir schlafen, da er Probleme mit seiner Frau hatte. Im Gepäck hatte er ‘ne Flasche Wodka, die er mit den Worten auf den Tisch stellte: Ich weiß, du trinkst keinen Alk mehr aber ich brauch heute was. Was er nicht wusste war, dass ich schon eine Zeitlang wieder heimlich soff. Er hatte das nie mitbekommen, weil wir uns zu der Zeit – bedingt durch seine Arbeit – selten sahen und wenn, da hatte er auch Alk intus, so dass er das wohl nicht mitbekam. Mir „tropfte der Zahn“, als ich die Flasche Wodka sah, furchtbar. Na gut, wir haben dann geredet und geredet ohne dass er was getrunken hat und gingen in’s Bett, ohne die Flasche angerührt zu haben. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück holte ihn seine Frau ab – wir hatten am Abend noch telefoniert und alles war so weit wieder in Ordnung. Ja nun stand ja da die Flasche Wodka, ich sagte zu ihm, dass ich die dann gleich weg schütte – in Gedanken hatte ich die jedoch schon ausgesoffen. Was macht der, den Schraubverschluss auf und schüttet den guten Wodka ins Waschbecken. So ist das besser hat er gesagt, da kommst du nicht auf dumme Gedanken. Ich hätte heulen können. Der war kaum weg, da war ich auf dem Weg zum nächsten Supermarkt … Tja, so war das mit der Ehrlichkeit. Ich hab mich nicht getraut, nein es war mir peinlich, ihm zu sagen, dass ich nicht durchgehalten hatte. Was für ein falscher Stolz.
Das muss ich auch noch los werden: Seit einer gewissen Zeit – auf jeden Fall seit Beginn der Abstinenznachweise für die MPU – träume ich fast jede Nacht irgendwelche „Erlebnisse“, die ich mit meinem verstorbenem Freund habe. Meistens wird dabei nach einigem Hin und Her zur Schnapsflasche gegriffen. Wenn ich den ersten Schluck weg habe, wache ich völlig aufgeregt auf und muss erst mal realisieren, dass ich zum Glück nicht wirklich Alk gesoffen habe, Aber bis ich mir so richtig im Klaren darüber bin, dass ich das nur geträumt habe … mein lieber Mann.
Ansonsten ging’s mir mental und körperlich nicht sooo besonders in der letzten Zeit. Ich hab mir ja als Ersatzdroge Sport ausgesucht und da kann ich mich – ähnlich wie „Correns“ beim Laufen – „frei“ machen und körperlich verausgaben. Paar persönliche Erfolge hab ich schon erzielt, einmal was die „Kraftleistungen“ angeht (120 Kg Kniebeuge, 130 Kg Kreuzheben, 530 Kg Beinpresse und 85 Kg Bankdrücken :D) und außerdem haben die vom Fitness-Studio paar Fotos zu Werbezwecken gemacht. Ja, ich bin auch bissl eitel und immer wieder froh darüber, dass meine Gesundheit dieses literweise Schnaps Gesaufe so weggesteckt hat. Also Sport bedeutet mir sehr viel und nun passiert es ausgerechnet mir, dass ich mir irgendwas – ich wusste bis vor vier Wochen nicht was los war - in der Schulter gezerrt- oder was auch immer hatte. Na jeden falls wurden die Schmerzen in der Schulter so schlimm, dass ich zum Orthopäden bin. Der hat dann zwei Halswirbel wieder eingerenkt, eine Blockade im Rücken beseitigt und außerdem eine Schleimbeutelentzündung- sowie einen Eigeklemmten Muskel in der Schulter festgestellt – erst mal keinen Sport, bei dem die Schulter belastet wird. Furchtbar, früher hätte ich erst mal einen gesoffen. Na gut, jetzt „muss“ ich eben aufs Laufband – ich hasse Laufen – und aufs Fahrrad bis die Schulter wieder in Ordnung ist. Meine Frau hat mich neulich gefragt was mit mir los sei, ich würde einen traurigen Eindruck machen. Ja ich bin traurig hab ich gesagt, mir fehlt „mein“ Sport.
Ansonsten ko.tzt mich das hier auf Arbeit grad mal wieder an. Ja, ich bin ja jeden Tag dafür dankbar, dass ich Arbeit habe. Vor neun Jahren als ich die Stelle bekommen habe, dachte ich: Wie genial ist das denn, nach Bergbau unter Tage und Bau nun im Alter in die Verwaltung und keine körperliche Arbeit mehr. Die Arbeit hier im Amt hat richtig Spaß gemacht – macht sie zum großen Teil auch jetzt noch – war neu für mich und interessant. Nun hab ich gemerkt was der Öffentliche Dienst ist. Eh, da wird wegen jedem Fipsel mehr Arbeit rumgejammert und das nicht nur von den Beamten, wegen jeder popeligen Akte mehr wird ein Aufstand gemacht – sagenhaft. Ich hab in meinem Arbeitsleben wirklich viel erlebt, war im Uranbergbau, auf dem Bau, war selbständig und in der Gastronomie tätig – zu Ost- und zu Westzeiten. Da wird hier im Westen immer gesagt, dass wir Ossis faul gewesen wären; Leute eins ist fakt, ich hab noch nie so viel Faulheit erlebt wie im Westen im Öffentlichen Dienst – furchtbar. Hier ist schon wieder nur deshalb der Teufel los, weil wir jeder fünf (5) Akten vertretungsweise für eine andere Dienststelle bearbeiten sollen, weil dort grad ein personeller Engpass herrscht. Wegen fünf Akten ein Aufriss – hallo!
So jetzt geht’s wieder
;, ich wünsch euch noch ‘nen schönen Tag. -
Zitat von kate1909
Eigentlich wollte ich das hier nicht schreiben, eigentlich wollte ich hier gar nicht mehr schreiben. Jetzt verstehe ich, warum so viele User hier schnell wieder weg sind. Weil sie getrunken haben, weil der x-te Rückfall so demütigend und erniedrigend ist. Weil man das am liebsten verschweigen möchte.
Ja klar fühlst du dich jetzt sche.iße. Schreib ruhig hier, das ist einfacher als real darüber zu reden weil du hier niemandem in die Augen sehen musst und bissl hilfts dir bestimmt auch.
Mach endlich was "Richtiges" - ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass eine stationäre Langzeittherapie ein guter Anfang ist. Weg, einfach weg und nichts gewohntes mehr sehen, hören, fühlen.
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Zitat von NNGNeo
würde gerne einmal wissen was meinst du mit eichhörnchen und schwarze vögel? kann es sein das du im delirium warst?
grüße
NNGNeoGenau so. Wie geschrieben, angefangen hat es damit, dass ich "Radio hörte" obwohl kein Radio an war (Das hatte ich früher schon mal bei einem kalten Entzug, ist aber wieder weggegangen.). Danach hab ich plötzlich irgendwelche Schriften an den Wänden gesehen und daraufhin meine Frau gerufen und sie gefragt, wo die Schriften herkommen. Da sind keine Schriften hat meine Frau gesagt. Gut. Dann begann das "Fernsehprogramm" - egal wohin ich gesehen habe, ob ich die Augen zu oder offen hatte, das war überall zu sehen - wie 3D irgendwie. Ich kann dir noch genau schreiben wie die Sendung hieß: "Die verlorenen Hunde Russlands". Auch den Inhalt der Sendung könnte ich wiedergeben, das lass ich aber lieber.
Du wirst verrückt wenn das nicht aufhört. Ich bin auf allen Vieren - laufen konnte ich nicht mehr, weil alles an mir furchtbar zitterte - zum Computer gekrochen und hab alle Stecker die Internet betrafen gezogen, weil ich dachte, dass ich irgendwelche Strahlen in meinem Kopf empfange.
Dann sah ich das Eichhörnchen in einem Nest in der Stehlampe sitzen. Als ich versuchte auf zu stehen, ist es aus dem Lampenschrim am Kabel auf den Fußboden und hinter mein Bett entwischt. Ich bin - wieder auf allen Vieren - in's Schlafzimmer zu meiner Frau gekrochen und hab ihr das erzählt. Sie musste mit in mein Zimmer kommen und nachsehen, ob das Eichhörnchen noch hinter meinem Bett saß. Nein, da sitzt nichts. Gut. Ich hab mich wieder hingelegt. Und dann gings richtig los. Aus einer Zimmerecke startete eine - schwarze - Meise und flog direkt mit Höchstgeschwindigkeit auf meinen Kopf zu, ich riss die Bettdecke hoch um sie ab zu wehren. Danach waren überall im Zimmer große schwarze Vögel die sich ganz langsam bewegten, überall. Jede Lampe, jeder Wollknäuel, jeder Korb ... einfach alles verwandelte sich in schwarze Vögel. Du glaubst nicht wie echt das war. Ich hatte furchtbare Angst und hab nur noch geschrien. Als meine Frau kam, hab ich ihr gesagt, dass sie unbedingt den Notarzt holen soll. Sie war so was von erleichtert und hat auch sofort angerufen und alles für den Abtransport vorbereitet. Erleichtert deshalb, weil sie mich schon Stunden vorher einweisen lassen wollte, ich aber immer gesagt habe, dass ich das nicht will, weil das schon wieder in Ordnung kommt, weil es ja bisher immer wieder von allein in Ordnung gekommen ist. Nur dieses Mal, da war der Bogen überspannt und Nichts kam von allein in Ordnung.
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Zitat von kate1909
Momentan hilft es mir übrigens auch wesentlich mehr bei aufkommendem Suchtdruck mantra-artig zu wiederholen "Ich brauche das nicht, ich brauche keinen Alkohol." statt mir zu sagen "Ich will nicht." oder "Ich darf nicht."
"Ich darf nicht" ist eh Unsinn und "ich brauch nicht" lässt - in meinen Augen jedenfalls - immer die Hintertür offen: Ich brauch's zwar nicht aber ich will trotzdem. Deshalb ist aus meiner Sicht dieses "ich will nicht" die Ideallösung.
Nur mal so.
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An dem Tag, an dem ich den letzten Alk gesoffen hatte (weil ich eben mal wieder ‘nen kalten Entzug durchziehen wollte), begann schon paar Stunden später das volle Programm. Zittern, Schweißausbrüche, nicht mehr gehen können … Irgendwann fing an ein „Radio“ in meinem Kopf Musik zu spielen und ließ sich nicht abstellen, danach lief ein Fernsehprogramm – ja wirklich – und ich musste das – egal ob Augen auf oder zu – gucken. Ich hab geheult, weil das nicht aufhörte. Ich hatte unwahrscheinlichen Durst, konnte aber die Wasserflasche zum Trinken nicht ruhig halten, die musste mir meine Frau zum Mund führen. Und dann kamen das Eichhörnchen und die schwarzen Vögel, wenn meine Frau dort nicht den Notarzt gerufen hätte, ich wär durchgedreht und verreckt. Das alles zusammen war für mich der Auslöser zum „Nie wieder!“. Ich hab auch nie wieder in dem Zimmer geschlafen in dem ich lag – werd ich auch nie wieder -, ich bekomme schon Angst, wenn nur daran denke, was dort in meinem Kopf mit mir passiert ist.
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Zitat von Ferra
Btw: Eine körperliche Abhängigkeit in dem Sinne spürt man auch nicht direkt ...
Nein, ich hab mich nicht auf dich eingeschossen aber einige Sachen möchte ich klarstellen.
Meine körperliche Abhängigkeit, also Zittern, Krämpfe, Schweißausbrüche, Trockenkot.zen, Halluzinationen ... hab ich schon gespürt (vlt. wars auch nur Einbildung
) und das nicht unter Einfluss von Restalk. Die Entzugserscheinungen, die Folge der körperlichen Abhängigkeit sind, wurden hervorgerufen als der Restalk raus war. -
Zitat von Ferra
Hallo Calida!
Beim edit Karsten- Medikamentennamen entfernt - eidt muss ich widersprechen!
Dieses Mittel kann nur genommen werden bei kompletter Abstinenz! Es unterdrückt das Craving (Verlangen) zuverlässig und ist z.B. in Frankreich für die Behandlung der Alk-Abhängigkeit bereits zugelassen.
Ich denke, dass ich weiß welches Medikament du meinst und ich habe darüber einen Bericht, den ich schon mehrmals gesehen habe, auf Festplatte. Das Medikament wird definitiv nicht nur bei kompletter Abstinenz verschrieben, da es nicht den Zweck hat komplette Abstinenz zu erreichen.
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Bei mir auf Arbeit ist das kein Problem (ÖD), da bin ich nicht der einzige Alkoholiker. Mit meinen Freunden sieht das – zum Leidwesen der „Grundbausteiner“ – so aus, dass ich niemanden dazu zwinge abstinent zu leben oder Feiern abstinent zu gestalten. Letztes WE war bei mir zu Hause grillen angesagt und da hab ich auch ‘ne Kiste Bier und paar Flaschen Sekt gekauft. Eine Flasche edit Martin:bitte keine Markennamen nennen, danke hatte ich noch vom Vorjahr im Keller stehen und nein, es ist mir nie in den Sinn gekommen die auf zu machen. Das soll aber – meine Meinung – jeder machen wie er es für sich für richtig hält, für mich ist es kein Risiko mehr, definitiv nicht. Wenn ich bei meinen Freunden zum Grillen eingeladen bin, dann trinken die auch was sie wollen und ich auch.
Ich gehe dem Alkohol auch sonst nicht aus dem Weg, der ist nun mal da und bei jeder Gelegenheit in der Öffentlichkeit zu sehen. Ich bin der Meinung, dass der Alkoholiker lernen muss mit Situationen umzugehen, in denen ihm Alkohol begenen kann. Ich finde das so besser, als immer vor dem Alk wegzurennen und dann plötzlich irgendwann mal in einer Situation zu sein in der der Alki vom Alkohol überrascht wird und nicht damit umgehen kann. Aber das ist nur meine Meinung und meine Strategie und die hat ja nun länger als drei Jahre funktioniert. Das bedeutet aber nicht, dass ich gegenüber meiner Krankheit den Respekt und die Achtsamkeit verloren habe.
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Zitat von Calida78
... oder war ich noch in einer Phase, in der die meisten noch nichts von meiner Sucht mitbekommen haben. Im letzteren fall, denke ich, lässt sich schneller an ein "normales" Leben anknüpfen als wenn ich mir alles neu aufbauen muss.
Da bin ich nun wieder anderer Meinung. Von mir haben alle relevanten- und auch die anderen Menschen gewusst, dass ich saufe, auch wenn's die wenigsten mir gegenüber gesagt haben
. Da musste ich mich als Alkoholiker vor keinem Menschen verstecken und keine Ausreden suchen oder derlei Unsinn veranstalten um irgendwas geheim zu halten oder vor jemandem mein Gesicht zu wahren. Das ist ein großer Vorteil und machte es mir sehr viel einfacher als du es wahrscheinlich hast.Verstehst du? Ich musste nicht plötzlich wieder mittrinken, weil mir vor Freunden oder Verwandten keine Ausrede mehr einfiel warum ich plötzlich keinen Alkohol mehr trinke, weil mir die Äußerung "Ich bin Alkoholiker" vielleicht peinlich war (Neulich offensichtlich so ner Euphoristin hier aus dem Forum passiert.).
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Diese ganze Anfangseuphorie von der hier im Forum - besonders viel in letzter Zeit - immer wieder lese, die ist mir irgendwie unheimlich und ich stehe Ihr sehr mistrauisch gegenüber. Wenn ich an meine ersten Trockenen Tage und Wochen vor drei Jahren denke, da war mehr Angst vor dem Unbekannten da und viel Vorsicht und Mistraunen vor der neuen Zeit ohne Alk. Da tauchten ständig Fragen dazu auf, wie ich irgendwas jetzt und in Zukunft ohne Alk machen soll, was wird z. B. aus der vielen Zeit, die auf einmal nicht mehr nicht mehr versoffen wird, was wird auf Dauer mit Freunden, Bekannten, Verwandten und Kollegen u. s. w.
Ich hab bei den Rückfällen, die vorher waren, die Erfahrung gemacht, dass meine Euohorie, die überschwengliche Freude und das Hinausposaunen meines Glück's in die Welt - auch in die, die das nicht wissen wollte - das Ende vom Anfang meiner Saufpause (mehr isses ja damals auch nicht geworden) eingeläutet haben.
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Na gut, bis in die Geschlossene hab ich’s noch nicht geschafft, jedoch war ich kurz davor. Wenn die vor drei Jahren meine Halluzinationen nicht in den Griff bekommen hätten, wär ich dort gelandet und bis zum Abwinken geblieben. Das war mein persönlicher und gesundheitlicher Tiefpunkt und wie geschrieben: Nie wieder will ich Eichhörnchen sehen, wo keine sind.
Ansonsten war es wie bei Dir, bei jedem Rückfall wurde es schlimmer und in verdammt kurzer Zeit war das vorherige Maximum nur noch lächerlich wenig.
Was ich auch richtig wichtig finde, um Rückfälle zu vermeiden oder trocken zu werden ist, offen mit der Krankheit umzugehen. Das bedeutet auch, dass Eltern, Schwiegereltern, verwandte überhaupt und Bekannte wissen, was los ist. Das bedeutet nicht, dass rumgeeiert wird, so nach dem Motto: Ich trinke keinen Alkohol, weil ich ab jetzt gesund leben will. Nein, Karten auf den Tisch, nur so werden sie geholfen .