Beiträge von Rattenschwanz

    Erst mal ein gesundes neues Jahr für alle.

    Was machst du da, "Sunshine" (alle), wenn solche Gedanken - durch irgendwelche alten Gewohnheiten oder was auch immer aufkommen?

    War bei mir ja auch so, über Weihnachten z. B.: Ich hab mich hingesetzt und dran gedacht wie das wäre, jetzt einen "auf die Lampe zu gießen" weil ich das eben jahrelang so gemacht habe und musste lächeln, dann hab ich "an danach" gedacht und war froh darüber, dass ich eben auch am 1. Feiertag ohne Zittern und so munter werden werde (das 2. Jahr hintereinander). Ein herrlicher Gedanke war das. Als ich's meiner Frau erzählt habe, da hattse mich gedrückt und mir'n Kussi gegeben, da habsch mich noch mehr gefreut. :D

    Glück Auf ‘‘silberkralle‘‘ wenn ich so in mich rein horche, da hör ich nichts von Rückfall, ich will hier auch keinen herbei schreiben. Ich glaube schon zu wissen, was bei den letzten Rückfällen schief gelaufen ist.

    Moin ‘‘Bernd G‘‘, bei mir isses grade umgedreht, ich bekomme bissl Heimweh, wenn ich an Berge denke. Ich bin kein richtiges Nordlicht sondern aus Sachsen hier hoch gezogen und manchmal, da geht mir das Wetter hier so was von auf den Sack …

    Wenn ich vor Kritik oder Ratschlägen davon rennen würde, da hätte ichs hier ja schön einfach, Kiste aus und fertig, das ist aber ni so. Angemeldet hab ich mir ja hier um auch mal von anderen zu „hören“ (lesen) wie es funktionieren kann. Mir fällt das jetzt die anderthalb Jahre auch ni besonders schwer ohne Alk. Die „gefährlichen“ Momente kommen auch ni wenn ich Probleme hab oder wenn mirs zu gut geht, die kommen einfach. Zum Beispiel war ich mit meiner Frau Essen (ni Gestern oder Vorgestern, ist schon ne Weile her), nach dem Essen gabs nen Espresso und fertig. Tage später gabs zu Hause am Nachmittag nen Espresso, da hab ich zu meiner Frau gesagt: Früher so ein cafe cortado und nen Brandy dazu war auch ni schlecht. Die hat mich erst mal bissl komisch angeguckt, ich hab sie beruhigt – keine Gefahr. Ich hätte in dem Moment auch keinen drinken wollen, das war einfach nur sone Erinnerung. Das war bestimmt auch schon wieder verkehrt aber seis drum wenn ichs ni schreiben würde, wärs ja auch ni richtig.

    Ich hab ja auch ni geschrieben, dass ich irgendwann wieder Alk drinken will, will ich ja ni, mir gings ja gut die letzten anderthalb Jahre aber ich werd wohl mal über die ganze Sachen nachdenken dürfen - warum ist was so und ni anders, was passiert wenn, wie hab ich mich in welcher Situation gefühlt und warum ... Und da gehört - für mich jedenfalls - auch dazu: wie gehe ich mit bestimmten Situationen um.

    Und jetzt mal ohne jemanden beleidigen zu wollen: Ich kann mir ni vorstellen, grade bei Alkoholikern ni, dass sie ni wieder in ihrem Leben an Alk denken. Bei Menschen die noch nie welchen getrunken haben oki. Aber - und jetzt wieder sone These von mir (schrecklich) - Gesoffen hab ich ja manchmal auch weil irgendwas dran schön war (Was genau weiß ich ni.) - jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich ni mehr aufhören konnte und es fast nur noch beschis.sen war und ich merkte, dass ich Alkoholiker bin.

    So, jetzt hab ich glei wieder Feierabend (Was für ein Wort :roll: ).

    Tschüß bis zum nächsten Mal und euch allen schöne Feirtage

    Zitat von Hartmut


    Zudem erkenne ich keine negative Grundstimmung hier . Kann es sein das es dir nur so vorkommt, weil du einen anderen Weg gehst?

    Gruß Hartmut

    Kommt mir bestimmt nur so vor. Wobei ich negativ (hab ich aber geschrieben, ja) gar ni meine sondern eher irgendwie traurig oder in die Richtung, so ernst eben unlustig --> lachen im Keller. Wobei ich denke, dass das Saufen im Allegemeinen und bei uns vielleicht im Besonderen auch bissl damit zu tun hat/hatte, dass das Lachen im Keller geblieben ist, bei vielen jedenfalls, ni bei allen. Alles was irgendwie mit Alk, feiern, Lust und lustig, mal aus der Reihe tanzen ... irgendwie verbissen angegangen wird. Vielleicht, ich weiß es ni. Ich freu mich erst mal auf den Feierabend und den Strandspaziergang mit Frau und Hund. :lol:

    Moin

    @ Andi089

    Ich werde versuchen, mich daran zu halten und Niemanden verunsichern. Ansonsten hab ich nicht geschrieben, dass dein Leben jetzt bedauernswert ist. Ich habe geschrieben, dass mir in den Selbsthilfegruppen in denen ich war vermittelt wurde, dass das allgemein bei Alkoholikern so wäre, was ich natürlich nicht bestätigen kann.

    @ Hartmut

    Selbstverständlich ist die Einstellung wichtig. Meine Einstellung ist eben ni vor den Gefahren weg zu rennen. Das geht – meiner Meinung nach - eh ni ewig, irgendwann stehst du vor der Gefahr und dann? Dann hast du ni gelernt damit umzugehen oder zumindest nur theoretisch, ni umsonst gibt’s überall auch praktische Prüfungen.

    @ Sunshine

    Du kannst ja dein Leben einrichten wie du willst. Wenn das für dich so in Ordnung ist, ist das doch das Beste was passieren kann. Ich verstecke mich schon lange ni mehr hinter irgendwelchen Ausreden – auch ni bei irgendwelchen Veranstaltungen – weil ich gemerkt habe, dass ich besser „damit fahre“, wenn ich offen zum Alkoholiker stehe. Ich treffe mich auch unheimlich gern mit anderen Menschen, würde von den anderen aber nie verlangen wegen mir auf Alk zu verzichten, einige machen es einige ni. Ich muss ni hingehen, wenn ich damit ein Problem habe und ni umgedreht – meine Meinung. Und nochmal, das mit dem „bedauernswerten Alkoholiker“ ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich seh das ni so.

    @ Katharsis

    Das ist mir schon klar, dass es immer irgendwelche Probleme gibt. Ich kann auch schlecht erklären, worin meine Unzufriedenheit besteht (Bei Gelegenheit versuch ich‘s noch mal.) Natürlich schalte ich während dem Sport ab und auch am Strand oder im Wald während den Spaziergängen mit Frau und Hund oder beim Schnitzen und Drechseln oder bei … Alles Sachen, die ich mehr oder weniger auch besoffen gemacht habe aber unregelmäßiger und teilweise - oder oft - mit weniger Lust. Ich meine irgendwie ein anderes Abschalten, es wird mir schon noch einfallen. Auch zu jeder Feier renn ich ni hin. Oder wie letzte Woche, da waren wir zum Punschen, das ging mir irgendwie auf den Geist (abfüllen pur) und da war ich nach ner Stunde wieder weg. Die Hintertür ist seit den Hallus zu - denk ich jedenfalls – und ich weiß auch, dass das ni das Ende der Fahnenstange ist (genügend Beispiele hab ich u. a. bei den 2 Langzeittherapien vor 10 Jahren in Leipzig gesehen) aber dieses „Nie wieder“, das geht mir ganz schwer von den Lippen. Das ist doch was, was ich ni unbedingt beeinflussen kann – denk ich mal. Wenn der Mensch - oder ich eben – das beeinflussen könnte, dann gäbe es keine Rückfälle und wenn, dann nur in jeder Hinsicht beeinflussbare. Oder sind vielleicht doch alle Rückfälle durch den Rückfälligen immer und in jeder Situation beeinflussbar/gewesen? Hm.

    @ geht doch

    Vielleicht empfinde ich das alles auch nur bissl humorlos, kann sein

    Das muss ich mal schnell loswerden:

    Ich hab mich grad biss‘l durch die Beträge im Forum gelesen und mir fällt auf, dass irgendwie ne negative Grundstimmung herrscht – das ist jedenfalls mein Empfinden. Wenn zum Beispiel jemand schreibt, dass er sich gut und stark fühlt, dann kommt: das ist ni gut …, ganz gefährlich …, pass auf dich auf …, such dir Hilfe … Da schreibt kaum jemand sehr gut, dass es dir gut geht, lass es dir weiterhin gut gehen.

    Das ist auch der Grund, warum ich nicht zu einer Selbsthilfegruppe gehe. Drei oder vier Mal hab ich mir das angehört und jedes Mal diese negative Grundstimmung in der Richtung wie schwer es der Mensch doch als Alkoholiker hat und nie wieder mit Nichtalkoholikern feiern und immer lauert irgendwo das Unglück und nur mit trockenen Alkoholikern ist das Leben noch schön. Wenn ich dann zum Beispiel gesagt hab, dass ich das genial fand, dass ich mit zur letzten Weihnachtsfeier oder zum Grillen war und durchgehalten hab, dann gab‘s entsetzte Gesichter und sofort den erhobenen Zeigefinger.

    Ja ja, werden jetzt viele denken, kein Wunder, dass der immer mal wieder rückfällig geworden ist. Dass ich rückfällig wurde, hat aber nichts damit zu tun, dass ich wei-terhin zu Feiern gehe oder ums Schnapsregal im Supermarkt keinen Bogen mache. Das hat mit meiner bisherigen Einstellung zu mir als Alkoholiker zu tun. Früher war ich Problemtrinker wenn‘s „eng“ mit irgendwas wurde hab ich gesoffen bis ich von den Problemen nichts mehr gemerkt habe u. s. w. Nach der zweiten Langzeittherapie hat sich das verschoben. Ich hatte keine Probleme mehr. Mit meiner Ex war alles geklärt, ne – für mich - geniale Umschulung hatte ich bekommen, die Zensuren waren sehr gut, die gesellschaftlichen Kontakte auch. Ich wurde von meinem Umfeld – trotzdem (oder vielleicht auch deshalb) ich mit meiner Alkoholkrankheit nicht „hinterm Berg“ gehalten habe und damit eher in die Offensive gegangen bin – akzeptiert und geachtet. So und jetzt kam was Neues, in meiner damaligen Überheblichkeit hab ich mir jedes Mal gedacht, dass ich über den Dingen stehe und auch das kontrollierte Saufen beherrsche – das beherrsche ich aber ni wie ich inzwischen bemerkt habe. Es hat lange gedauert aber mit dieser Erkenntnis komm ich nun seit anderthalb gut zurecht.

    Und da muss ich mir ni – um wieder zum Anfang zu kommen - einreden lassen, was ich doch als Alkoholiker für ein bedauernswertes Leben führen muss und ständig in „Habachtstellung“ durch die Welt ziehen. Was noch dazu kommt ist, dass mir die trockene Zeit – jedenfalls am Anfang – viel zu anstrengend war und inzwischen jeder Tag viel zu wertvoll geworden, ist um den wegzuschmeißen. Und mir hilft immer wieder dieser alte „Quark“ von wegen: Ich muss ni trocken bleiben, ich will. So geh ich doch relativ zufrieden durch mein Leben.

    Moin

    Seit anderthalb Jahren trink ich keinen Alk mehr. Der letzte kalte Entzug mit den Halluzinationen, der war so was wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mir graut jetzt noch davor wenn ich dran denke, sobald das Licht aus war kam das Viehzeug – in dem Zimmer hab ich nie wieder geschlafen, werde ich wahrscheinlich auch nicht wieder. Ja anstrengend war‘s schon irgendwie. Wobei ich jetzt ni sagen kann, welche Phase anstrengender war und warum oder warum ni, ich werd drüber nachdenken.

    Für meine Frau war’s wahrscheinlich anstrengender als für mich. In der nassen Phase war der erste Schluck den ich zugeben musste beschis.sen. So das Zugeben – vor mir und meiner Frau – dass ich‘s wieder mal ni geschafft habe. Wenn ich‘s dann eh ni mehr verbergen brauchte war’s mir egal, da war – glaube ich - nichts anstrengend.

    Aber ich werd noch mal drüber nachdenken.

    Ja, was mach ich jetzt anders? Wie geschrieben, bis vor anderthalb Jahren – also März 2012 – hab ich das mit dem kalten Entzug immer wieder gepackt und das war für mich so was wie ne Hintertür. So wie: Wenn‘s sein muss hörste auf, du kannst das ja. Da konnte ich zwei Tage lang ni aufstehen, hab im Bett vor mich hingezittert und so weiter und dann war‘s wieder gut. Dann kamen die Halluzinationen – die ich nie wieder erleben möchte wenn‘s geht. In der Freizeit z. B. hab ich Einiges umgestellt, ich treibe wieder Sport (oder der mich) und auf Arbeit mach ich’s „Maul“ auf wenn mir was ni passt und sag auch mal nein. Das hab ich früher ni gemacht, sondern eher alles in mich reingefressen. Mir hilft’s und ich fühl mich gut dabei. Da fällt mir sicher noch mehr ein, was ich – wahrscheinlich auch unbewusst – anders mache.

    Moin, ich bin der „Rattenschwanz“und stell mich hier mal kurz vor.

    „Rattenschwanz“ deshalb, weil ich den Alk seit ca. 40 Jahren hinter mir her ziehe oder der Alk mich? Hm, ich weiß es nicht genau. Vielleicht ist einer von uns der Rattenschwanz des anderen.

    So 1999/2000 kam der „richtige“ Absturz: Frau weg, arbeitslos, Fahrerlaubnis weg, eigene Wohnung (allein). Das war ja ideal. Auf Arbeit musste ich ni, keiner hat mich beaufsichtigt, fahren durfte ich ni mehr. Internet gab‘s schon, also Kopfhörer auf, Flasche auf, Internet an und im Selbstmitleid ertrinken, herrlich. Freunde und Bekannte werden schon was mitbe-kommen haben, gesagt hat kein Mensch was – zu mir jedenfalls ni. Und so hab ich mir tat-sächlich fast ein Jahr lang fast jeden Tag bis zu drei Flaschen Weinbrand reingezogen. Zwischendurch immer mal wieder kalten Entzug (Immer so paar Tage vor irgendeinem Ter-min, der besser nüchtern wahrgenommen werden sollte.). Das ging so bis 2001, da kam ir-gendein Montag im Mai an dem ich gegen 2.30 Uhr – nach reichlich Weinbrand –beschloss mit dem Saufen aufzuhören. Ich bin unter die Dusche, hab alles ausgesoffen was noch an Alk da war, hab meine Tasche gepackt, hab die Wohnung abgeschlossen und bin ins Kran-kenhaus in die Psychiatrie (ca. 10 min Fußmarsch) gegangen um mich einzuweisen (Das betont – glaube ich – jeder Alki gern: Ich hab mich selbst eingewiesen, ich bin ein Held.). Danach kam dann die erste Langzeit – 16 Wochen „Soteria“ in Leipzig (12/01 bis 02/02). Dort hab ich allen was vorgespielt. So nüchtern wollte ich gar ni mehr aufhören mit dem Saufen, mir ging‘s ja wieder gut, ich wollte meine Ruhe und die hatte ich dort. Dementsprechend „lange“ war ich hinterher trocken. Dann die zweite Langzeit von 11/03 bis 01/04. Seit dem hat sich Einiges geändert. Umgezogen bin ich vor 9 Jahren, Arbeit hab ich wieder (seit 8Jahren), verheiratet bin ich wieder (seit 5 Jahren). Die Fahrerlaubnis bekomm ich 2015 hoffentlich zurück (MPU mach ich aus Prinzip ni.).

    Zwischendurch bin ich immer mal wieder im Alk versunken (wenn ich Urlaub hatte zum Bei-spiel), hab aber immer gerade so den kalten Entzug geschafft wenn ich wieder arbeiten musste. Bis vor ca. anderthalb Jahren der kalte Entzug schief ging, ich bekam Halus. Das war furchtbar und das will ich nie wieder erleben. Es hat noch so weit gereicht, dass ich mei-ner Frau sagen konnte, dass sie den Notarzt anrufen soll. Seit dem trocken.

    Zufrieden? Hm, weiß ich ni. Mir fehlen irgendwie die Momente/Zeiten, in denen ich total ab-schalten konnte. Zeiten ohne irgendwelche Probleme oder großartiges Nachdenken. Die waren –das ist meine Meinung – manchmal gar ni so schlecht.

    So das soll‘s für heute erst mal gewesen sein über Reaktionen von euch freue ich mich. Nen schönen Abend noch.