Beiträge von Dr.Gerner

    Hallo Quicksilver,

    auch von mir noch ein Herzliches Willkommen. Du kannst dich dann bei mir in der Welpen-Fraktion der neuen Trockenen einreihen. Wir scheinen ja auch ähnliche Probleme zu haben, wie mit dem Schlafen. Aber wir schaffen das schon gemeinsam. :)

    Kalter Entzug ist bei mir am Ende in die Hose gegangen, da war ich sowas von desorientiert...zum Glück hat mich die Klinik da aufgefangen. Aber ich habe ja auch ne Pulle Schnaps am Abend getrunken zum Schluss...ich würde nachträglich jedem den professionellen Entzug empfehlen.

    Danke Frank. Das beruhigt mich. Okay, wäre ja auch etwas zu schön nach all den Jahren sofort wieder normal einschlafen zu können... :wink: Das mit der Schlafarchitektur habe ich auch mal gelesen, meine ich. Das dauert nunmal eine Weile, kann aber echt nervig sein, leider.

    Vielleicht sollte ich dann einfach aufstehen und an meinem Roman weiterschreiben, wenn ich eh nicht schlafen kann...dann nutze ich die Zeit zumindest produktiv... :)

    Danke euch für eure Antworten und kein Problem, Elly. Namen kann mal vertauschen und das sagt dir jemand der gerade die Wäsche in der Maschine ohne Waschmittel gemacht hat... :lol::oops:

    Dieses TRIGGER ist dann eine Suchterinnerung oder sowas, wa? Ja, war ja auch noch das DFB-Pokalspiel Bayern gegen Dortmund und da habe ich ordentlich mitgefiebert...das war das erste Spiel dieser Art ohne Alkohol, vielleicht war das auch ein Auslöser... :?

    Baldrian will ehrlicherweise weglassen, weil ich gelesen habe ( auch hier ), dass es mit Alkohol hergestellt wird, alleine wegen der Haltbarkeit schon. Sagte mir auch die Apothekerin. Muss ich da wohl irgendwie so durch. :oops:

    Glückwunsch zu der Entscheidung, Thomas. Es ist ein wichtiger Schritt, dass man soweit geht und sich helfen lässt. Mutig, dass du ihn gegangen bist. :)

    Also ich hatte eigentlich keine Depressionen, aber zwischendurch Verstimmungen, auch mal leichte Trauer wegen Verlusten vorher, aber das hielt sich im Rahmen.
    Einzige was jetzt nervt, ich bin 41 Tage trocken, aber gestern und vorgestern konnte ich kaum einschlafen, lag ewig war, hab nur gedöst, bis endlich mal der Schlaf kam. Die ganzen Tage vorher ging es makellos. Komisch... :?

    Samstag war ich mit Freunden in einem Lokal sogar zum ersten Mal, aber wir haben alle normale Getränke konsumiert ( kein Alkohol ). Ich bestellte für mich ein grosses Wasser und was bekam ich? Ne ganze Pulle...muss ich erstmal lernen mit normalen Getränken... :lol:
    Mal ne doofe Frage: Es können keine Restbestände von Alkohol in den Gläsern gewesen sein oder so, dass ich auf einmal unruhiger wurde und nicht schlafen konnte, oder? :oops:

    Hallo Nobby,

    ja, ist mein 39.Tag ohne Alkohol heute. Ich bin jetzt 17 Tage draussen, raus aus der Käseglocke und soweit bis jetzt geht es mir ganz gut. Natürlich muss ich mit einigen Dingen gerade klar kommen, mein Leben habe ich ja ein wenig als Scherbenhaufen zurückgelassen, aber im Moment komme ich zurecht. Danke der Nachfrage. :)

    Heute Nacht hatte ich ein schönes Erlebniss. Ich war schon frühzeitig abends eingeschlafen und war dann um 4:37h wach. Ich musste auf Toilette und habe gelüftet und dann so gedacht, wie das noch vor 6 und 8 und 12 Wochen usw war. Wie oft ich da um diese Uhrzeit ( wenn ich nicht getrunken hatte, also entzügig war ) nicht eingeschlafen war. Was das für eine Qual gewesen war. Heute morgen um die Zeit hatte ich schon mehr als 5 Stunden geschlafen, ich wäre beinahe losgegangen und hätte alle Nachbarn zum Frühstück um 5 Uhr eingeladen... :D Statt dessen habe ich weiter geschlafen.

    Einzige was mir auffällt, das ist, dass ich mit Emotionen noch nicht wirklich gut umgehen kann. Ich schalte das lieber so gut es geht erstmal ab. :oops:

    Das mit dem Tiefpunkt habt ihr sehr schön beschrieben. Meinen persönlichen Tiefpunkt hatte ich, als ich die Menschen verloren hatte die ich am meisten liebte zu der Zeit ( und das war meine Schuld, da gibt es nichts schön zu reden ) und ich keinen Tagesablauf mehr hatte. Ich spürte die Symptome des Entzuges, wollte es nicht wahrhaben, hab idiotischerweise immer wieder versucht kalt zu entziehen, bin natürlich gescheitert und hab am Schluss wie ein Haufen Elend auf dem Boden gesessen, den Rücken an die Wand gelehnt, Musik auf Kopfhörern gehört und zitternd getrunken, bis das Zittern nachliess...Da hat es gereicht. Ich hatte zwar nichts mehr im Leben, aber trotzdem wollte ich weiterleben, also habe ich mir einen Platz in der Entzugsklinik organisiert und die konnte mir endlich helfen... :)

    Im Nachhinein betrachtet, frage ich mich, warum ich das nicht schon eher getan habe? Aber ich war zu stolz. In die Klinik war, als ob man mir ein Etikett auf den Rücken klebt, ausserdem habe ich bis zum Schluss nicht wahr haben wollen, dass ich Trinker bin. Hab immer nach einen Ausweg gesucht und wir mir einer gesagt hatte, ich brauche Hilfe, habe ich wütend oder verletzt reagiert. Die Einsicht war einfach noch nicht da. Erst als alles am Allerwertesten war, als ich merkte, ich kann nicht mehr, da kam die Einsicht...Ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Meine Familie war erleichtert, mein Kumpel freut sich, dass ich wieder mit ihm arbeiten kann, ich schlafe besser, meine Mutter hat sich an Muttertag so sehr gefreut mit mir Zeit zu verbringen, mit einem gesunden Sohn, wie ein kleines Kind hat sie sich gefreut. Meine Schwester ist erleichtert. Ich bin es. War ein guter Schritt. :oops:

    Hi Alex. Vielleicht schreibst du deiner Ex mal einen Brief, das ist manchmal einfacher als zu reden. :)

    Ja, auf den Roman habe ich auch Lust wieder. Das Schreiben macht mir Spass, hab schon einiges mal geschrieben. Ich freue mich, dass meine Lust und Freude daran wieder zurück ist. Hab bisher aber nie was abgeschickt, noch nicht getraut. Diesen Roman will ich aber abschicken, wenn er fertig ist. Worum es letztendlich geht? Anfangs um einen Alkoholiker, der alles verloren hat, Gott um Hilfe bittet, dieser aber keine Ferngespräche annimmt, irgendwann wendet er sich an das Böse in seinem besoffenen Kopf und nach einer Weile, kurz vor seinem Suizid, wacht er auf und das Leben ist so wie er es haben wollte, er hat seine zweite Chance bekommen, aber er ist nicht allein, denn etwas ist hinter ihm her und es hat Hunger, zumal sein neues perfektes Leben plötzlich grausame Wendungen nimmt...Mir ging es einfach um dieses Gefühl, weswegen ich es geschrieben habe, nämlich das Gefühl, dass man doch einfach eine zweite Chance bekommen möchte, dass man raus will aus dem selbsterbauten Gefängniss aus Angst und Reue... :oops:

    @Alex: Ja, da müssen wir leider durch. Die Zeit mag zwar viele Wunden heilen, aber sie ist eine schlechte Kosmetikerin... :D Okay, vielleicht brauchen wir auch ein paar seelische Narben um uns zu erinnern, was schlecht für uns ist. :oops:

    Eben, es geht um den Menschen...und was ich an Schmerz verursacht habe, das war einfach nicht schön. Damit darf ich jetzt ohne Wiedergutmachung den Rest meines Lebens leben. Gut, die Freundschaft mit dem Alkohol war nicht umsonst und die Rechnung präsentierte er uns zum Schluss, die zahle ich jetzt ab, deswegen habe ich diese Freundschaft zum Alkohol auch beendet.

    Ich schreibe einen richtigen Roman. Keine Lebensgeschichte. Wobei natürlich in dem Roman eine Figur mit einem Alkoholproblem vorkommt, aber das ist nur am Anfang Thema, denn es geht dabei auch um Zeit und Wiedergutmachung, eine zweite Chance in der Vergangenheit, aber die Person hat vorher wahrhaftig einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und bald schon bemerkt er nicht nur, dass die Dinge ihren eigenen Verlauf nehmen, sondern dass etwas hinter ihm her ist, etwas urböses und es ist verdammt hungrig...Mehr verrate ich nicht! :D

    Ja, dieses harte Saufen ohne Ende finden, kenne ich auch noch zu gut. Ist ja auch erst etwas mehr als 5 Wochen her, seit ich den letzten Schluck hatte. Die Entscheidung in eine Entzugsklinik zu gehen, war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Ich habe sehr viel verloren durch die Trinkerei und diese sogenannten Freunde oder besser Saufkumpane, die sind alle verschwunden, als es mir schlecht ging. Ich bin nicht weit mit 36 Tagen Abstinenz, aber so wie ich mich am Ende gefühlt habe, will ich mich zukünftig nicht mehr fühlen.
    Der Übergang kam schleichend und irgendwann traten immer häufiger Entzugssymptome auf, wenn ich den Alkohol wegliess, ich konnte so gut wie gar nicht schlafen ohne was zu Saufen. Es war die Hölle. Die Kaffeetasse die ich bei einem Treffen mit meinem Vater nicht halten konnte, weil ich so gezittert habe, war eines der prägensten Erinnerungen. Zum Schluss kam ich gar nicht mehr von alleine runter...die Schlaflosigkeit, die Impulsivität, die Gereiztheit, die bösen Gedanken...es war die Hölle. Ich kann nur empfehlen, trete aus, denn Alkohol ist kein Genussmittel. Alkohol ist ein Lösungsmittel, denn es löst Freundschaften, Beziehungen, Jobverhältnisse, etc... :(

    @Alex: Schön, dass wir beide ähnliche Erfahrungen machen, sowas ist immer ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist. Geteiltes Kleid ist halbes Kleid... :D

    Also mit den beiden Frauen, davon hatte nur eine was mit Gefühlen zu tun in Richtung Liebe. Die Andere war jünger, sie war wie eine kleine Schwester für mich, wo ich drauf aufgepasst habe. Na ja, ihr habe ich durch das Trinken auch sehr weh getan und das hängt mir immer noch nach...Also ich war niemals gewalttätig, aber dafür konnte ich mit Worten sehr fies sein oder Leute aus meinem Leben werfen. War alles sehr gemein immer...Ich schäme mich jetzt dafür. :oops:

    Im Moment habe ich leider frei und zuviel Zeit, aber gestern, als ich anfing zu grübeln, habe ich mich hingesetzt und meinen Roman weiter geschrieben, da sind einige Seiten zusammenkommen. Hab handschriftlich damit in der Klinik angefangen, dass hier dann übertragen und schreibe daran weiter... :oops:

    Waschbaer : Ja, ich denke, dass Alex genau wie ich, auch weiss, dass es nicht immer so einfach bleibt wie jetzt gerade. An Alkohol denken tue ich immer wieder zwischendurch, aber ich will es nicht konsumieren, aber es ruft sich ab und an automatisch in Erinnerungen wie eine Ex-Frau die die Trennung noch nicht akzeptieren will.

    Uff, also das klingt echt nach einem Alptraum. Davon hatte ich die ersten 2 Wochen im Entzug etliche. Aber dieses Gefühl dabei, dass man wieder trinkt, wieder zurückgeht in die eigene erschaffene Hölle, das kenne ich gut, denn das war auch bei mir die Botschaft die übrig blieb von den Träumen. Ich kann dir und uns allen nur die Daumen drücken, dass wir trocken bleiben. Nur den Satz "Ich trinke NIE wieder", werde ich nicht sagen. Ich habe das Gefühl, wenn Gott irgendwo das Wort "NIE" hört, fängt er an zu lachen, wenn ihr versteht was ich meine... :oops:

    Hey Alex, hab jetzt erst deinen Beitrag gesehen...ich war heute in Köln bei einer Familienfeier und Muttertag und dort haben auch ein paar Bier getrunken, aber das hat mir nichts ausgemacht. Was ich schonmal als ganz schön ansehe.

    Ich will auch von mir aus nicht mehr trinken, denn dazu muss ich mich nur erinnern, was alles dadurch kaputt gegangen ist und die Liste ist aussagekräftig. Natürlich wird es Tage geben, wo man sich fühlt, dass alles scheisse ist, aber dann muss man sich vor Augen halten, dass die Sauferei es nur noch schlimmer macht.

    Ausserdem haben mir viele gesagt heute, dass ich so viel gesünder aussehe und ich fühle mich auch ganz anders. Macht so im Moment alles viel mehr Spass! :)

    Erstmal Danke Garcia und Waschbaer für eure Antworten. Ja, mit den Schlafproblemen ist halt eine Begleiterscheinung der Krankheit, aber heute ging es ja auch ganz gut mit mehr als 7 Stunden. Werden wohl auch noch weniger gute Nächte kommen leider, aber gut, man weiss Bescheid... :wink:

    Verbieten tue nur ich mir das Trinken, Nobby. Ich will da nicht mehr hin, das hat dafür gesorgt, dass ich Menschen verloren habe, die ich so sehr geliebt habe, dass die Worte allein dagegen unaussprechlich schwach klangen. Ich habe mir die Namen auf einen Zettel geschrieben, es waren 2 Frauen, die trage ich in meiner Geldbörse, damit es greifbar ist, falls ich mal Suchtdruck bekomme...Die letzten Wochen meiner nassen Phase waren grausam, es war die schlimmste Zeit meines Lebens bisher und das möchte ich nach Möglichkeit nicht nochmal durchmachen.

    Danke für die Glückwünsche zum 30.Tag, lieber Alex. Tatsächlich habe ich jetzt den ersten Monat geschafft. Fühlt sich echt gut, aber auch merkwürdig an, schwer zu beschreiben. In manchen Momenten sitze ich da und dann kommt der Gedanke "Ist dir das jetzt echt alles passiert? Du bist trockener Alkoholiker, darfst nie mehr trinken, warst in einer Suchtklinik, etc..." :oops:

    Danke Silberkralle! :)

    Also ich habe jetzt 10 Stunden Schlaf gehabt die letzte Nacht, da war der Körper wohl erschöpft genug, hab tagsüber aber auch meinem Kumpel auf seiner Baustelle geholfen Steine zu schleppen. Ärgere mich jetzt aber, dass ich etwas verschlafen habe heute... :oops:

    Aber was kann man sonst machen? Lesen, spazieren, Sport ( hab ich auch schon Nachts gemacht ), heisse Milch mit Honig, selber was schreiben, irgendwas finden zur Ablenkung und wenn möglich, sich nicht unterkriegen lassen.

    Slowly, kenne ich auch. Man kann auch bei YouTube "Rain Sounds" eingeben oder sowas, dann kann man 10 Stunden beruhigende Geräusche hören Gibt es auch mit Meeresrauschen, Wind, Flugzeugmotor, etc... :)

    Vielen lieben Dank, Correns. Letzte Nacht hatte ich Einschlafprobleme nochmal, hab halt nur 3 1/2 Stunden geschlafen, musste früh raus, hab danach nochmal 3 Stunden geschlafen. Ging auch. :)
    Zweifel sind kleine Tiere die sich durch die Hirnrinde nagen, um die Hoffnung zu verspeisen, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen! :)

    Wow, das ist ja mal ein schöner langer Beitrag, Slowly. Danke dir. :)

    Das mit dem Stimmungsschwankungen kenne ich auch, also heute hatte ich zum Beispiel den ersten Tag nach der Klinik wo ich mal etwas gereizt zwischendurch war, aber gut, war auch anstrengend der Tag. Zumal manchmal begegnet man da Leute draussen, da denkst du, die könntest du im Supermarkt einschliessen, die würden verhungern...aber das ist ein anderes Thema... :lol:

    Ich denke, eines der wichtigen Dinge gerade für uns ist auch die Geduld, dass einem halt Sachen nicht in den Schoss fallen. Unser Suchtgedächtnis hat gespeichert, dass wir in der nassen Zeit alles ziemlich schnell bekommen haben. Wir haben einfach getrunken, da kam die Erleichterung, die Befriedigung, die Beruhigung, was auch immer, sofort. Das können wir nicht auf das trockene Leben übertragen, manches braucht halt eine Weile. :)

    Ja, das mit dem hier regelmässig am Ball bleiben, habe ich auch gemerkt, dass mir das gut tut. Ich finde, dass hier der Austausch sehr gut läuft und vielleicht mehr hilft als manch SHG.
    Unachtsamkeit und Langeweile kenne ich auch, Correns. Da muss ich auch aufpassen. :oops:
    Ich bin jetzt gerade mal 28 Tage trocken, also noch ein Welpe was das angeht... :oops: